Mannschaft Magazin

Papi oder Onkel

Ich bin zum Geburtstag einer guten Freundin eingeladen, mit der ich früher regelmässig feiern war. Damals liess sie keine Party aus, war jedes Wochenende unterwegs. Heute ist das anders. Sie ist Mutter. Als ich zur Tür eintrete, kommt mir ihr Freund mit der gemeinsamen Tochter entgegen. Die Kleine lächelt mich an. Sanft streichle ich über ihren Kopf und ziehe weiter ins Wohnzimmer. Dort haben es sich bereits andere Freunde mit ihrem Nachwuchs gemütlich gemacht. Eine halbe Stunde später platzt die Wohnung aus allen Nähten. Nur wenige Gäste sind kinderlos. Gespräche über die Zubereitung selbstgemachter Breie konkurrieren mit dem Geschrei und Gequietsche unzähliger Sprösslinge. Plötzlich fragt mich jemand, ob ich je über Adoption nachgedacht hätte. Immerhin sei ich mit meinem pädagogisch-psychologischen Hintergrund doch prädestiniert als Vater. Sehnsüchtig lächelnd erkläre ich, dass ich das lange wollte, mich nun aber damit begnüge, in meiner Arbeit Eltern bei deren Erziehungsproblemen zu helfen. Zudem rechtfertige ich meine Entscheidung auch mit dem Argument, die Ressourcen unseres überfrachteten Planeten nicht noch stärker beanspruchen zu wollen. So hoffe ich, einer Diskussion darüber zu entkommen, dass ich in stillen

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Labels und Schubladen Eine Anmerkung der Redaktion
Im Sommer 2020 positionierten wir uns neu als Magazin für die ganze queere Community. Das fanden nicht alle toll. In E-Mails und Kommentaren äusserten Leser ihre Bedenken, ob sie sich thematisch weiterhin mit der Mannschaft identifizieren können. Int