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In der falschen Welt geboren

ür Danials Flucht aus dem Iran gab es F mehr als nur den einen Grund. Nicht die streng muslimischen Eltern, die ihn und seine Schwester von der Aussenwelt isolierten und regelmässig schlugen und beschimpften. Auch nicht die iranische Gesellschaft, die für einen bisexuellen Teenager keinen Platz vorsieht und gleichgeschlechtliche Handlungen mit dem Tod bestraft. Selbst der Missbrauch durch einen erwachsenen Vertrauten konnte Danial verkraften. Es war die Summe aller Dinge, die ihn dazu veranlasste, das Land zu verlassen und mit Schmugglern über die Türkei nach Europa zu fahren, um die Welt zu sehen, die sein ganzes Leben lang als verboten gegolten hatte. Danial war gerade mal 15 Jahre alt.

Im Versteck geboren: Gigi Lou

Danial wuchs in der Stadt Ahwas im Südwesten des Landes in einem Mehrgenerationenhaus auf. Seine Grosseltern bewohnten das Erdgeschoss, seine Eltern die mittlere und Danial und seine Schwester die oberste Etage. Als Kind schlich er oft bei seinen Grosseltern in das alte Zimmer seiner Mutter und zog ihre alten Kleider an. «Ich konnte das den ganzen Tag lang tun. Ich tanzte dann vor dem Spiegel, schauspielerte und filmte mich dabei», sagt er und lächelt. Es waren kostbare Momente der Freiheit, in denen sein Alter Ego Gigi Lou entstehen konnte.

In Danials strengem Alltag hatte sie jedoch keinen Platz. Was mit dem Westen, mit Eitelkeit oder Genuss in Verbindung gebracht wurden, war im

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