Mannschaft Magazin

Ein hoher Preis für weibliche Kurven

Palmira

Mit einer geübten Bewegung und ganzer Armeskraft hievt sich Palmira auf den Rücksitz des Taxis und faltet ihren Rollstuhl zusammen. Allen Umständen zum Trotz bleibt die 50-jährige trans Frau dabei elegant, ohne eine Miene zu verziehen. Sie hat sich daran gewöhnt, mit dieser Erweiterung ihrer selbst zu leben.

Vor fast drei Jahren hat Palmira die Kontrolle über ihre Beine verloren – die folgenschwere Konsequenz einer Entscheidung, die sie als 17-Jährige fasste. Ein schweres Erdbeben hatte 1985 die Strassen zu den Vororten Mexiko-Stadts zerstört, und sie nutzte die Gelegenheit, in der Stadt zu bleiben und ihre Transition in Angriff zu nehmen. Kurz vor ihrem 18. Geburtstag liess sie sich einen Liter Mineralöl in ihr Gesäss spritzen, um ihm weibliche Kurven zu verleihen.

«Es war die grosse Mode», erinnert sie sich. «Alle haben es gemacht! Es war billig und die Wirkung setzte sofort ein.» Eine Freundin, die mit ihr zusammenlebte, kümmerte sich um die Injektionen. «In einem Augenblick hast du den Körper, von dem du geträumt hast.» Heute kann die Frau mit ihrem rechtwinklig geschnittenen Bob über ihre

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