Beat

Neues Leben auf der Müllhalde

» Als Student hatte ich kein Geld, um einen Synthesizer zu kaufen. Stattdessen benutzte ich ein Radio mit guten Lautsprechern. «

Der deutsche Produzent Stefan Goetsch, der sich am Rande des Genres Ambient Experimental ansiedeln lässt, hat eine unbändige Begeisterung für alles, was Vintage ist. Seit seiner Kindheit hegt er eine Vorliebe für Radiofrequenzen und Sinustöne. Entsprechend bestehen seine Hainbach- Veröffentlichungen typischerweise aus sich ständig verändernden Audio-Landschaften, die auf den kreativen Einschränkungen basieren, die weggeworfene Geräte von elektronischen Mülldeponien musikalisch so mit sich bringen. Sein neuestes Album „Landfill Totems“ verkörpert seine Herangehensweise an Produktion und Komposition sehr anschaulich. Goetsch entwickelte es auf der Grundlage einer Kunstinstallation und -performance, die auf drei riesigen Skulpturen basiert, die aus alten High-End-Forschungsgeräten aufgebaut waren. So begab er sich auf eine Reise und entdeckte deren ungeahnte Fähigkeit, eindringliche Klangmeditationen zu erschaffen.

Beat / Offenbar rührt deine Liebe zu elektronischen Klängen von der Sendersuche alter Radios her. Erzähle uns bitte mehr über diese frühe Faszination.

Stefan / Als ich John Peel zum ersten Mal im deutschen Radio hörte, war ich sehr begeistert, weil dies Sounds waren, die ich noch nie zuvor gehört hatte. Es war sehr aufregend für mich und ich wollte dann selbst solche elektronische Musik machen. Zu der Zeit war ich in einer Band und wollte diese Dinge erforschen, aber als Student hatte ich kein Geld, um einen Synthesizer zu kaufen. Stattdessen benutzte ich ein Radio mit guten Lautsprechern und stellte fest, dass man, sobald man das Einstellrad ganz nach links gedreht hat, all diese stark modulierten Sequenzen des Euro-Signals hört. Ich fing an, den Frequenzregler des Radios mit der linken Hand und das Klavier mit der rechten Hand zu spielen und nahm sie über den linken und rechten Eingang eines Kassettenrekorders auf.

Beat / Auf welche Musikformen genau hat Peel dich aufmerksam gemacht?

Mitte der 90er-Jahre verehrte ich religiös alles, was auf Warp Records und Rephlex herauskam. Ich entdeckte Aphex Twins „Selected Ambient Works“, die für mich ein

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