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Mehr Biss für IGPs

Mit AMDs 800er-Chipsätzen erschienen 2010 im DesktopMarkt die letzten Modelle mit Onboard-Grafikeinheit. Seitdem sind integrierte Grafikprozessoren (IGP) ein Bestandteil des x86-Prozessors – wenn überhaupt. Außerhalb des Mobilsegments verzichten sowohl AMD als auch Intel nämlich häufig auf eine integrierte Grafikeinheit: AMD stattet aus der Ryzen-Serie für den Sockel AM4 nur APUs, welche Sie am „G“ hinter der Produktnummer erkennen, mit einer Grafikeinheit aus. Bei Intels MainstreamSockel 1200 tragen wiederum die Modelle ohne integrierte Grafikeinheit ein „F“ am Namensende.

Gründe für eine IGP

Aber warum sollten PC-Spieler überhaupt eine integrierte Grafikeinheit nutzen? Dafür gibt es mehrere Gründe: Eine Grafikkarte benötigt beispielsweise zusätzlichen Platz und weist üblicherweise einen erheblich höheren Energiebedarf auf. Steht der Bau eines extrem kompakten oder sparsamen Rechners an, ist eine IGP ideal – und daher auch bei Notebooks weitverbreitet. Eine IGP kann außerdem als Retter in der Not dienen, wenn die Grafikkarte einen Defekt erleidet: Flugs das Monitorkabel umgesteckt, Treiber installiert und schon kann das Spielvergnügen weitergehen, noch bevor die Grafikkarte den womöglich mehrwöchigen Reklamationsprozess antritt.

Die Flaschenhälse

In der Praxis gestaltet sich der Umstieg auf eine IGP meistens nicht so rosig, was zum einen daran liegt, dass Sie zwingend ein Mainboard benötigen, welches das Bild der IGP über einen Ausgang am Anschlussblech bereitstellt. Da es sich üblicherweise um einen HDMI-Port handelt, benötigen Sie gegebenenfalls einen Adapter oder ein anderes Kabel um den Monitor mit der integrierten Grafikeinheit nutzen zu können. Das Hauptproblem ist allerdings ein anderes: IGPs sind technisch etwa hinsichtlich der unterstützten 3D-Progammier-schnittstellen und beschleunigten Videocodecs zwar durchaus auf Augenhöhe mit aktuellen Grafikkarten, in ihrer Leistungsfähigkeit aber dramatisch unterlegen.

Ursächlich dafür sind vor allem zwei Umstände: IGPs sind für einen verhältnismäßig winzigen Strombedarf ausgelegt. Während schnelle Grafikkarten im Spielbetrieb leicht 200 Watt oder mehr aus dem Netzteil ziehen können, begnügen sich IGPs oft mit nicht einmal einem Zehntel der Leistungsaufnahme, da im Energiebudget der Prozessoren der größte Posten für die x86-Kerne reserviert ist.

Andererseits verfügen IGPs anders als Grafikkarten auch nicht über einen dediziertem Grafikspeicher. Sie lagern stattdessen Ihre Texturen und andere Daten im Arbeitsspeicher ab, den Sie sich mit den CPU-Kernen teilen und dessen Übertragungsgeschwindigkeit erheblich geringer ist. Während High-End-Grafikkarten über 500 GB/s schneller GDDR6(X)-RAM zur Seite steht, bringen es zwei DDR4-Module im Dual-Channel-Modus lediglich auf grob 50 GB/s.

Drei IGPs im Tuning-Test

Im Folgenden prüfen wir mit den Modellen Ryzen 5 3400G, Core i7-8700K und Core i9-11900K, ob trotz dieser gravierenden Nachteile vielleicht nicht doch auch eine IGP für moderne Spiele ausreicht (und falls ja, bei welchen Einstellungen) und ob Tuning-Maßnahmen wie Overclocking die Leistung steigern.

Ryzen 5 3400G

Die APU mit vier Kernen auf Basis der CPU-Architektur

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