Linux Magazin germany

Nadel im Heuhaufen

„Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen“, sagt ein bekanntes Sprichwort. Dass das nicht immer für jeden und alles zutrifft, erkennt man rasch, wenn man über Jahre und Jahrzehnte hinweg die Veränderungen des Dateisystems auf dem eigenen Rechner beobachtet: Ordnungssysteme sind nicht fest vorgegeben, nicht unbedingt logisch oder selbsterklärend und wandeln sich mit der Zeit. Selbst für den Ordentlichsten unter den Computeraffinen kann es hilfreich und notwendig sein, Suchfunktionen zu verwenden, um einmal Abgelegtes auch in den hintersten Winkeln des tief verschachtelten Speichersystems wieder-zufinden. Das erweist sich auch als erforderlich, wenn man eine größere Menge an Dateien, deren Inhalte man nicht oder nur oberflächlich kennt, aufgrund vorgegebener Kriterien durchsuchen möchte. Für einen solchen Fall sollte man sich mit den Suchfunktionen auf DesktopRechnern auseinandersetzen und deren Möglichkeiten genauer betrachten.

Letzteres war ausschlaggebend für die Entstehung dieses Beitrags. Der Autor erhielt ein Konvolut von 13 GByte an komprimierten Dateien, deren Inhalt für ihn eventuell bei anderen Recherchen hilfreich sein könnten. Um herauszufinden, ob das zutrifft, war es notwendig, die Datenflut mit Mitteln üblicher Suchfunktionen zu durchstöbern. Ein händisches Durchblättern, Durchsuchen und schnelles Lesen wäre einerseits zu fehleranfällig und andererseits zu zeitaufwendig gewesen. 554 Dateien, jede für sich mit dem Umfang einer durchschnittlichen Tageszeitung, gründlich mit geübten Adleraugen zu durchforsten, hätte einiges der Restlebensdauer des Autors gekostet und möglicherweise zu keinen oder nur zu geringen Ergebnissen geführt.

Es lag also nahe, die dem Desktop eigenen Mechanismen für eine Volltextsuche auf ihre Eignung hin zu prüfen. Im vorliegenden Fall bildete ein Ubuntu 20.04 LTS mit einer Gnome-Oberfläche die Basis, wie sie eine Standardinstallation vorsieht. Als erstes Suchwerkzeug diente das darin integrierte unscheinbare, aber durchaus leistungsfähige Programm Tracker. Parallel dazu ergab eine Internet-Recherche, dass es zumindest zwei weitere aktuelle Werkzeuge gibt, die sich laut den Kurzbeschreibungen für die hier gestellten Aufgaben

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