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Bis auf die Knochen

Als eine betagte Engländerin Ende letzten Jahres die weltweit erste Person war, die eine Impfung gegen Corona erhielt, brachte Twitter-Nutzer Cornelius Mendez den Irrwitz der Diskussion um die Impfung mit folgendem Tweet sehr schön auf den Punkt: „Ich frage mich, wie Bill Gates wohl den ersten Tag verbringt, an dem er die Kontrolle über Margaret Keenan, 90, aus Coventry gewonnen hat.“ Mendez spielte natürlich auf die Verschwörungsmythen an, die sich um die Impfstoffe rankten und dass Geimpfte mutmaßlich Chips implantiert bekommen, deren Fernsteuerung und Auswertung Gates obliegt.

»Ich frage mich, wie Bill Gates wohl den ersten Tag verbringt, an dem er die Kontrolle über Margaret Keenan, 90, aus Coventry gewonnen hat.«

So lustig diese Anekdote auch ist, der fortschrittliche wie dystopische Aspekt von implantierten Chips ist durchaus real. Nicht nur in Ländern wie Schweden und Italien gibt es bereits Versuche damit. Implantierte wollen mit dem einverleibten Chip unter anderem kontaktlos bezahlen; im Prinzip sollen am Ende Brieftasche und auch Schlüssel gänzlich ersetzt werden. Einen implantierten Chip, so das Argument der Entwickler:innen, könne niemand verlieren. Bereits jede:r dritte Deutsche kann sich vorstellen, sich einen Chip zur Messung der eigenen Gesundheit implantieren zu lassen.

Zwar scheint eine Massenadaption noch in einiger Ferne, die verbindenden Schritte auf dem Weg dahin gehen wir hingegen bereits jetzt, und zwar freiwillig. Die Selbstvermessung, -erforschung und -behandlung steckt zwar noch in den Kinderschuhen, doch so manch Erstaunliches lässt sich schon heute mit

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