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Schätze der DDR-RAM-Geschichte

In der über 20-jährigen Geschichte von DDR-SDRAM hat sich die Speichertechnik deutlich weiterentwickelt. Waren nach der Jahrtausendwende noch Module mit 256 MiByte üblich, greifen PC-Spieler heute teilweise schon zu Riegeln mit 32 GiByte – das ist mehr als die hundertfache Kapazität! Zu jeder Zeit gab es allerdings Sticks, die neue Maßstäbe setzen. Wir stellen eine Auswahl der besten und außergewöhnlichsten RAM-Sticks vor, die DDR1, DDR2, DDR3 und DDR4 zu bieten haben – darunter ein Wiedersehen mit einigen Herstellern, die sich längst aus dem Markt verabschiedet haben.

Der Trick mit der Flanke

Vor der DDR-Speicherära existierten Ende der 90er Jahre mit RDRAM von Rambus und SDRAM zwei zueinander inkompatible Standards, die unterschiedliche Marktsegmente abdeckten. Intel präferierte Rambus für Pentium-4-Systeme, scheiterte damit aber. Mit DDR-RAM setzte sich die SDRAM-Technologie durch. Da die DDR-Funktionsweise auf SDRAMTechnik aufbaut, handelt es sich korrekt bezeichnet um DDR-SDRAM, „DDR-RAM“ ist lediglich die Kurzform. Mithilfe eines Tricks, nämlich sowohl bei der auf-als auch absteigenden Taktflanke ein Bit zu übertragen, bietet das verbesserte SDRAM nahezu die doppelte Datenrate – daher auch das Kürzel „DDR“ (Double Data Rate). Mit DDR-RAM fand die sogenannte effektive Taktrate Einzug in die Berichterstattung. Dabei handelt es sich aber lediglich um einen Wert, der wiedergeben soll, mit welchem Takt die Chips auf SD-Modulen laufen müssten, um die gleiche Transferrate zu bieten. DDR-400-Module laufen nämlich nicht mit 400 MHz, wie der Name suggeriert, sondern lediglich mit 200 MHz.

Die Weiterentwicklung DDR2-RAM verkompliziert die Sache etwas: Ziel war es wie bei der ersten Ausbaustufe der DDR-Technik, eine höhere Transferrate zu ermöglichen, ohne die Taktrate der Speicherchips anzuheben. Dies gelingt bei DDR2-RAM, indem am Stück eine gegenüber DDR1 verdoppelte Datenmenge auf Verdacht aus den Speicheradressen ausgelesen wird, bevor sie tatsächlich benötigt wird. Der Vorgang nennt sich Prefetching. Um die erhöhte Datenmenge schnell genug dem RAM-Controller des Systems bereitstellen zu können, werden DDR2-Sticks mit einem verdoppelten I/O-Takt betrieben. Da der Speichercontroller lediglich mit dem I/O-Puffer kommuniziert, sorgt dies für eine höhere Transferrate bei gleichem Chiptakt. Beispiel: DDR2-800-Mo-dule laufen wie DDR-400-Riegel mit 200 MHz Chiptakt, der I/O-Takt beträgt allerdings 400 MHz. Bei der folgenden Ausbaustufe wurde der Trick des beschleunigten I/O-Puffers

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