Falstaff Rezepte

AUS DEM VOLLEN SCHÖPFEN

1694, während des englisch-spanischen Kriegs gegen Frankreich, schmiss der britische Admiral Edward Russell in Cadiz eine Gartenparty für seine spanischen Verbündeten und ließ den Brunnen seiner Residenz mit knapp 4000 Litern Bowle füllen. Ein kleiner Bub, der in einem Miniaturschiff auf der Bowle trieb, schenkte sie an die Gäste aus. Der Erfolg war so überwältigend, dass die Partygesellschaft nach den ersten Kostbechern in den Brunnen stieg und ihn laut Augenzeugen trocken trank. »Ohne Eitelkeit kann ich sagen«, schrieb Russell kurz darauf an seine Vorgesetzten nach Hause, »dass mein Ansehen bei den Spaniern nicht größer sein könnte.«

Wer Bowle nur als picksüße, neonfarbene Mischung aus halbtrockenem Sekt, Fruchtsaft und Dosenobst kennt, die auf Gartenpartys in den 80ern serviert wurde, kann sich schwer vorstellen, dass sie zu solch diplomatischen Großleistungen taugt. Das historische Beispiel zeigt aber eindrucksvoll: Sie kann auch richtig gut sein.

Gute Bowle ist balanciert und komplex wie ein guter Cocktail, gleichzeitig aber belebend und erfrischend wie ein Glas Champagner. Im Gegensatz zu einem Martini oder Manhattan macht sie nicht schnell betrunken, sondern kann genussvoll den ganzen Abend geschlürft werden. Sie ist geschmacklich aufregend, vibrierend von all den Zitrusaromen und, vielleicht am allerwichtigsten, ein großer Spaß. Wenn sie gut gemacht ist, wird sie zum sozialen Zentrum, zum Treffpunkt der Party, und Gesprächsstoff liefert sie auch noch gleich mit.

Im deutschen Sprachraum wurde und wird die

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