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Filmwerkstatt

Manga und Anime: Viele Leser verbinden mit diesen Begriffen wahrscheinlich japanische Comics und Zeichentrickserien wie „Dragon Ball“ oder „Pokemon“, doch der typische Zeichenstil hat auch hierzulande eine lange Tradition. Schon vor 50 Jahren strahlten das ZDF und der Bayerische Rundfunk die japanischen Anime-Serien „Heidi“ und „Marco“ aus. Inzwischen sind Manga und Anime globale Phänomene, und Künstler aus aller Welt widmen sich dem Genre.

Wer seine künstlerische Ader ausleben möchte, braucht nicht mehr zu Stift und Papier zu greifen: Mit OpenToonz gibt es Open-Source-Software, die höchsten Ansprüchen genügt. Das Programm wird teils in Kooperation mit berühmten Zeichentrickschmieden wie Studio Ghibli entwickelt, den kreativen Köpfen hinter Klassikern wie „Prinzessin Mononoke“, „Chihiros Reise ins Zauberland“ oder „Wie der Wind sich hebt“.

Das Programm findet sich in den Paketquellen der gängigen Distributionen, sodass die Installation dementsprechend leichtfällt. Um die Software gleich mit einer Beispielszene zu testen, laden Sie von der Projektseite die offizielle Beispielanimation als ZIP-Archiv herunter (OpenToonz_sample.zip). Das Ergebnis lässt sich auch ohne Installation von OpenToonz auf Youtube ansehen. Abbildung 1 zeigt OpenToonz nach der Installation mit der offiziellen Beispielszene und dem Hund Dwanko.

Grundbegriffe

Der klassische Ablauf beginnt mit einem Drehbuch und dem Entwurf der handelnden Figuren. Aus dem Drehbuch heraus entsteht das Storyboard. Es enthält für jede Einstellung mindestens eine Zeichnung, aus der die Kameraeinstellung, die Bewegung der Figuren und die Art des Hintergrunds hervorgehen. Weiterhin gibt es das sogenannte X-Sheet, auch Exposure Sheet oder Dope Sheet genannt. Dabei handelt es sich um ein einzelbildgenaues Drehbuch für jede einzelne Einstellung, im Animationsjargon Szene genannt. Ein Beispiel sehen Sie im oberen rechten Bereich von Abbildung 1 .

Um Zwischenzeichnungen zu sparen, entstehen Bewegungsillusionen oft durch die Wahl der Bildausschnitte und Kamerafahrten über Standbilder. Darüber hinaus teilen sich Zeichnungen in verschiedene Ebenen auf: In Dialogszenen animiert der Zeichner beispielsweise nur

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