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Arunachala Shiva: Kommentare zu Sri Ramana Maharshis Lehre 'Wer bin ich?'

Arunachala Shiva: Kommentare zu Sri Ramana Maharshis Lehre 'Wer bin ich?'

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Arunachala Shiva: Kommentare zu Sri Ramana Maharshis Lehre 'Wer bin ich?'

Länge:
487 Seiten
6 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Aug 31, 2014
ISBN:
9783943544077
Format:
Buch

Beschreibung

Arunachala Shiva ist ein intimes Portrait Sri Ramanas Leben und nimmt uns mit hinter die Kulissen zu Augenblicken mit seinen engsten Schülern. Schockierende, fesselnde Kommentare eröffnen neue und überraschende Einblicke in seine Lehren, stellen etablierte Vorstellungen infrage und unterstützen die endgültige Verwirklichung. Dieses Buch enthält seinen berühmten Text „Wer bin ich? (Nan Yar)“, in dem er erklärt, dass Selbsterforschung der direkteste Weg zur Selbstverwirklichung ist.

Arunachala Shiva mit 100 Fotografien illustriert, ist ein facettenreiches Portrait von Sri Ramana und seinen Schülern. Schockierende, fesselnde Kommentare eröffnen überraschende Einblicke in Sri Ramanas Lehren; etablierte Vorstellungen werden in Frage gestellt und endgültige Erkenntnis wird greifbar. 100 Hochwertige Farbabbildungen im Buch

"Deine eigene Selbsterkenntnis ist der größte Dienst,
den du der Welt erweisen kannst."
Sri Ramana Maharshi

Herausgeber:
Freigegeben:
Aug 31, 2014
ISBN:
9783943544077
Format:
Buch

Über den Autor

Finding no fulfilment in career and relationship in England, and driven by a deep question, John David (formerly Premananda) began his spiritual journey. This began in Japan, and continued for many years in India with Osho, until he eventually arrived at the doorstep of his final master, Papaji, himself a disciple of the renowned Master, Ramana Maharshi. Here, twenty years of spiritual searching ended when the Self revealed itself and he saw that this was his true nature. John David has been a spiritual teacher for 20 years, or in his words 'a messenger' of his Master, Papaji. The message that comes through John David is to be quiet, to become still, and to discover that we are the very happiness and love that we are seeking. He is also an artist, author and filmmaker living in Open Sky House, an International Spiritual and Arts community that formed around him in Germany in 2004. The Community is open for anybody who has come to a point in their life where inner freedom or awakening is the first priority. Anyone is welcome to visit the community for a satsang evening or as a guest or helper. It is here that John David works closely with the residents and holds regular retreats as well as broadcasting live SatsangTV via the Internet three evenings a week. You can engage in dialogue with him by entering into the meeting live using Skype. During the week you can ask questions by email which he will then answer in the next meeting. On his website there is also a comprehensive archive of 300 Meetings since 2009, in seven different languages. In 2013, another Open Sky community with the same priority of awakening was founded near Kiev, Ukraine. For more information about: -John David: www.meetingjohndavid.org -Open Sky House Community Germany: www.openskyhouse.org -Open Sky House Community Ukraine: www.openskyhouse.com.ua -Open Sky Press: www.openskypress.com -SatTV: www.sattv.tv -SatTV Archive: www.sattv.tv -Asking a question: tvquestion@meetingjohndavid.org -John David is also on Youtube: www.youtube.com/user/OpenSkyPressEN


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Buchvorschau

Arunachala Shiva - Premananda

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Danksagung

Ich danke zutiefst meinen direkten Meistern Osho und Papaji, zu deren Füßen ich zwanzig Jahre lang saß. Ohne sie würde dieses Buch jetzt nicht existieren. Eher leise und unsichtbar ist Sri Ramana Maharshi in mein Leben gekommen und nach und nach meine wichtigste Inspirationsquelle geworden, mein Begleiter, der mich durchs Leben führt. Im Besonderen möchte ich ihm mit diesem Buch als eine Hommage an sein vorbildliches Leben danken, und dass er uns die alten überlieferten Lehren in einer verständliche Sprache verfügbar gemacht hat.

Ich schulde besonderen Dank David Godman dafür, dass er seinen Wissensschatz über alle Aspekte Sri Ramanas, den er dreißig Jahre über angesammelt hat, mit mir teilte Das Gleiche gilt für James Swartz – vielen Dank für die wunderbare Einführung in Vedanta und für die vielen Stunden faszinierender Gespräche. Diese Dialoge und Interviews entstanden 2002 während eines persönlichen einjährigen Retreats, das ich in Tiruvannamalai verbracht habe. Zusätzlich danke ich David und James für ihre Geduld mit der langen Entwicklungszeit dieses Projektes.

Ein Interview oder Dialog ist ein spontaner, einmaliger Austausch. Ich möchte Kali Devi danken für ihr sensibles Editieren der InterviewTranskripte, die Dev Gogoi und Sathya sehr sorgfältig aus den OriginalAufnahmen erstellt haben.

Die Übersetzer haben die Herausforderung, die gleichzeitig ein Geschenk war, die Individualität der Interviews im Deutschen zu wahren, mit großer Sensibilität gemeistert. Dank an Mahima, die dieses Buch ins Deutsche übersetzt hat, mit der Unterstützung von Darshana und Parvati. Ein Dankeschön an Henning Sabo für sein sorgfältiges Korrekturlesen und an Archisha für ihre Hilfe beim Glossar und dem letzten Feinschliff.

Ich möchte Sri V.S. Ramanan danken, dem Präsidenten des Sri RamanaAshrams, der die Erlaubnis erteilte Bilder von Sri Ramana und dem Ashram aus dem Buchladen des Ashrams zu nutzen. Sowie Kali Devi und Darshana, die die meisten der aktuellen Fotos des Ashrams und vom Arunachala machten. Danke an Dev Gogoi und Graham Boyd für ihre schönen Bilder vom Arunachala. An G. G. Welling für das klassische Portrait, das das Cover ziert und an Cartier-Bresson für sein Timing – er schoss die Bilder als Sri Ramana seinen Körper verließ.

Ein Dank geht an Parvati und Darshana für das Grafikdesign der zahlreichen Fotoseiten, sowie an Parvati für ihre Ratschläge und Unterstützung bei der Gestaltung des Buchcovers. Danke Parvati, für die wunderbare Karte, und danke Darshana, für die sensible Zusammenstellung und den Schnitt der Preview-DVD und für den außergewöhnlich schönen DVD-Film „Arunachala Shiva", der separat erhältlich ist.

Ein herzliches Dankeschön an alle Bewohner der Open Sky House Gemeinschaft für die liebevolle energetische Unterstützung, mit der sie Raum schufen für diejenigen, die direkt am Buch und am Film mitgewirkt haben.

Schließlich ein großes Dankeschön und meine tiefe Anerkennung an Parvati, die Geschäftsführerin der Open Sky Press, für ihre gewissenhafte und sorgfältige Arbeit bei der Formatierung des Buches und der Betreuung unserer Druckerei, so dass diese hohe Qualität erreicht werden konnte.

Premananda 2009

Published by Open Sky Press, Smashwords Edition

Inhalt

Einleitung

Vorwort Alan Jacobs

Kapitel 1 Sri Ramanas Leben David Godman

Kapitel 2 Sri Ramanas Lehre David Godman

Kapitel 3 Sri Ramanas Schüler David Godman

Kapitel 4 Wer bin ich? (Nan Yar) Sri Ramana

Kapitel 5 Analyse von Sri Ramanas Erleuchtung James Swartz

Kapitel 6 Kommentar zu „Wer bin ich?" James Swartz

Kapitel 7 Kommentar zu „Self-Enquiry" James Swartz

Kapitel 8 Kommentar zu „Wer bin ich?" David Godman

Kapitel 9 Anleitung zur Selbsterforschung Premananda

Kapitel 10 David Godman

Kapitel 11 James Swartz

Kapitel 12 Premananda

Glossar

Kontaktadressen

Self-enquiry

Einleitung

„Arunachala Shiva" ist meine Hommage an die spirituelle Größe Bhagavan Sri Ramana Maharshis, der 1896 im Alter von 16 Jahren zu seiner wahren Natur erwachte. Einige Wochen nach diesem Ereignis verließ er sein Zuhause und suchte den Arunachala auf, einen heiligen Berg in Tiruvannamalai, Südindien, von dem man sagt, dass er Shiva selbst sei. Er verbrachte sein ganzes Leben auf diesem Berg, den er als seinen Meister bezeichnete. Sri Ramana wird von den meisten spirituell Eingeweihten als einer der größten indischen Heiligen unserer Zeit angesehen.

Sri Ramanas Text „Wer bin ich? (Nan Yar) enthält den Kern seiner Lehren mit dem Fokus auf die Selbsterforschung. Dieser kompakte Text entstand aus einer Begegnung zwischen Sri Ramana und einem spirituell Suchenden, der ein brennendes Verlangen hatte, eine Antwort auf seine Frage „Wer bin ich? zu finden. Obwohl Sri Ramana die Schriften nicht studiert hatte, als er das erste Mal die Fragen beantwortete, ist es trotzdem ein spiritueller Klassiker geworden, der sowohl mit der Tradition des Vedanta als auch mit der des Yoga übereinstimmt. Er beantwortete an diesem Tag die ihm gestellten Fragen aus dem Selbst heraus, als Reflektion des alten Wissens Indiens und des gegenwärtigen Wissens seiner Zeit.

Zweifellos hat die Wichtigkeit, die Sri Ramana der Selbsterforschung als direktestem Weg zur Selbst-Verwirklichung beimaß, in den letzten Jahren große Aufmerksamkeit bei ernsthaften Wahrheitssuchern aus dem Westen gefunden. Es waren nicht nur seine Lehren, die die Aufmerksamkeit auf sich zogen, sondern auch sein beispielhafter Lebensstil und die sattvische (ruhige und friedvolle) Natur seines Verstandes, die sich auch in der Architektur seines Ashrams, den er selbst gestaltet hat, wiederspiegelt. Tausende Sucher aus dem Westen besuchen den Ashram jedes Jahr, um einige Tage im einfachen, aber tiefen Frieden dieses Ortes zu verweilen. Es ist immer eine Freude, auf dem roten Backsteinboden zu sitzen und mit den Händen das köstliche vegetarische Essen zu sich zu nehmen, das aus Eimern auf einem Bananenblatt serviert wird.

Die stille Atmosphäre des Ashrams kann man auch in den einhundert Fotografien der achtunddreißig Farbseiten spüren. Sie umfassen Sri Ramanas Leben, beginnend mit dem frühesten Foto, das ihn mit einundzwanzig oder zweiundzwanzig Jahren zeigt – bis hin zu seinem Tod, 1950. Mehrere, eher unbekannte Fotografien wurden von Agenturen erworben, unter anderem auch zwei Fotografien des berühmten französischen Fotografen Cartier-Bresson, aufgenommen am Tag vor und direkt nach Sri Ramanas Ableben. Die Fotoseiten zeichnen auch die Entwicklung des Ramana Ashram auf, vom Anbeginn bis heute, und stellen uns einige der Menschen vor, die das Glück hatten, einige Zeit mit Sri Ramana zu verbringen. Die Schönheit von Sri Ramanas Guru, Arunachala, eine Inkarnation Shivas, überstrahlt ebenso jede Farbseite.

Die ersten Ideen zu diesem Buch entstanden 1992, als ich im Ramana Ashram in einem Zimmer neben David Godman wohnte. Er war so freundlich, mir die Selbsterforschung zu erklären und mir Sri Lakshmana Swamy vorzustellen, einen der letzten lebenden direkten Schüler von Sri Ramana. Später war David auch Teil der großen Gemeinschaft von Westlern, die um Papaji herum in Lucknow lebten. An Papajis Geburtstag im September 2000 gab er mir mit Freude das Interview über sein Leben und über seine Beziehung zu Papaji. Seine Geschichte ist ein klassisches Beispiel dafür, wie ein Meister wirklich arbeitet. Später, 2002, nahmen wir die Interviews über Sri Ramanas Leben, Lehre und Schüler auf. Zu dieser Zeit gab er mir auch seinen Kommentar zu Sri Ramanas Lehre „Wer bin ich?" und unterstützte das Gesamtprojekt, indem er diese Interviews auch auf seine Webseite stellte. Da es sich um ein solch kostbares Material handelte, entschied ich mich, weiter an seiner Veröffentlichung zu arbeiten, obwohl die Umsetzung etliche Jahre in Anspruch nahm.

Im gleichen Zeitraum, 2002, lebte ich zurückgezogen in Tiruvannamalai und lernte James Swartz kennen. An vielen Abenden konnte man ihn in einem der Restaurants im Ort finden, wo er einer faszinierten Zuhörerschaft seine Sicht auf Vedanta erklärte. Wir wurden Freunde und verbrachten viele Stunden im gemeinsamen Gespräch. Durch unsere Dialoge gewann ich an größerer innerer Klarheit und empfand in diesen Stunden, in denen er mir sehr geduldig die delikaten Punkte des Vedanta erklärte, besonders tiefe Freude. Ich entschloss mich ihn zu bitten, mit mir die Lehren Sri Ramanas zu diskutieren, die in diesem Buch enthalten sind, und James trug sein fundiertes Wissen über Vedanta bei, um diese Lehren zu interpretieren. Seine Texte sind ein wertvoller Beitrag, und durch die Entscheidung, sie zusammen mit Davids Interviews herauszubringen, werden die Zutaten für eine lebhafte Debatte über die korrekte Interpretation der Essenz aus Sri Ramanas Lehren geliefert.

„Arunachala Shiva umfasst vier Bereiche. Im ersten stellt David Godman uns das Leben von Sri Ramana und vieler seiner ihm nahestehenden Schüler vor. Er beschreibt die Lehren bis ins Detail, insbesondere die Selbsterforschung. Der zweite Teil besteht aus dem ursprünglichen Gesamttext von „Wer bin ich? (Nan Yar), 1920 von Sri Ramana selbst editiert. Der dritte Bereich enthält die Kommentare von David, James und mir zum Text „Wer bin ich? (Nan Yar) und erklärt die wichtigen Schlüsselfragen und Antworten. Eines der umstrittensten Themen ist die Frage nach dem „zerstörten Verstand. David verteidigt in Kapitel 2 eine These, die er als essentiellen Teil von Sri Ramanas Lehre sieht, während James in seinen Kommentaren eine entgegengesetzte Interpretation anbietet. Im vierten Teil eröffnet die Lebensgeschichte jedes Kommentators einen einzigartigen und interessanten Einblick in die vielfältigen Abenteuer ernsthaft spirituell Suchender.

Die Interviews und Gespräche mit David, James und mir sind in dem großartigen, neunzigminütigen DVD-Film „Arunachala Shiva" zusammengefasst. Der Film enthält Archivmaterial über Sri Ramana, Filmsequenzen aus dem Ramana Ashram und natürlich wunderschönes Bildmaterial über den Arunachala. Dieser Film spiegelt die wichtigsten Aspekte von Sri Ramanas Leben und seiner Lehre wider. Zusätzlich gibt es eine Karte vom Arunachala, auf der die wichtigsten Tempel, Ashrams und Hotels zu finden sind.

H.W.L. Poonja, liebevoll Papaji genannt, der Löwe von Lucknow, war ein direkter Schüler von Sri Ramana. Zwischen 1990 und Papajis Tod im Jahr 1997 versammelten sich viele Sucher aus dem Westen in Lucknow, um in seiner Präsenz zu sitzen. Ich war einer von ihnen. Er sagte immer, dass er ein Kanal für die Lehren Sri Ramanas sei, aber diese Lehren gehören natürlich eher zu einer alten spirituellen Tradition, als zu einem bestimmten Meister. Papaji war mein Guru und später wurde Sri Ramana meine wichtigste Inspirationsquelle und Orientierung.

In den letzten fünfzehn Jahren gab es eine Explosion spiritueller Lehrer aus dem Westen, hauptsächlich Schüler von Papaji, die weltweit Satsang (Begegnung in Wahrheit) anbieten. Als Ergebnis wurde eine immer größer werdende Anzahl von Suchern aus dem Westen von ihrer Botschaft berührt, und es erscheint zunehmend wichtiger, die alten Lehren zu erschließen, damit die wachsende Zuhörerschaft ihre Bedeutung verstehen kann. Mit diesem Buch möchte ich einen Beitrag dazu leisten, die Lehren Sri Ramanas und die alten Weisheiten zugänglicher zu machen. Ich wünsche mir, dass es sowohl festgefahrene spirituelle Vorstellungen in Frage stellt, als auch gesunde Debatten fördert. Vor allem ist das Buch meine Hommage an Sri Ramana, der mich in den letzten Jahren auf meiner eigenen Reise als spiritueller Lehrer begleitet hat.

Premananda 2009

Vorwort

Alan Jacobs

Was für ein glorreicher Titel für ein ausgezeichnetes Buch! „Arunachala Shiva". Der heilige Berg, von dem man sagt, dass er Lord Shiva selbst ist. Arunachala ist seit Jahrtausenden eine namhafte Pilgerstätte, und darüber hinaus war er fünfzig Jahre lang das Zuhause des weltweit gefeierten Lehrers, des hochgeehrten Jnani (jemand, der das Selbst erkannt hat) Bhagavan Sri Ramana Maharshi.

Premananda, ein geachteter westlicher Meister des Advaita Vedanta, nutzt wieder einmal seine kraftvollen Interview-Fähigkeiten, um die inspirierenden Lehren Sri Bhagavans in vollem Umfang und beträchtlicher Tiefe zu erforschen. Premanandas Tätigkeit als spiritueller Meister brachte ihn nach Australien, Neuseeland, Indien, Europa und auch nach Russland. In den letzten sechs Jahren interviewte er viele indische Heilige und Weise, woraus seine erfolgreiche und meisterhafte Publikation „Facetten des Erwachens – Kostbare Dialoge mit 16 indischen Meistern über die Lehre von Sri Ramana Maharshi" hervorging. Ein weiterer Band mit Interviews westlicher Meister wird demnächst erscheinen.

Für seine Interviews in „Arunachala Shiva" wählte Premananda David Godman, einen bekannten Autor über Sri Ramana Maharshi, und James Swartz, Vedanta-Lehrer und Autor. Beide werden von Premananda ausführlich befragt und ihre Aussagen immer wieder überprüft. Sri Ramanas Lehren werden in der Tiefe untersucht, um ihre vollständige Bedeutung mit Klarheit zu erläutern. Diese Interviews werden den vielen spirituellen Anwärtern, westlichen wie östlichen, große Hilfe leisten, allen, deren Anliegen es ist, mehr über Sri Ramana und seine Botschaft für die heutige Menschheit zu lernen – eine Lehre, die verspricht, sie zur Erkenntnis des Selbst zu führen, wenn sie nur ihre Hinweise mit Entschlossenheit und Ausdauer befolgen.

Mit seinem Buch „Sei, was du bist!" hat David Godman wahrscheinlich die beste Einführung in Sri Bhagavans Lehren verfasst, und es hat sich als das Standardwerk über Sri Bhagavan etabliert. David wird gemeinhin als einer der weltweit sachkundigsten Menschen angesehen, wenn es um das Leben Sri Bhagavans, seine Lehren und seine Schüler geht. Er hat bisher vierzehn Bücher geschrieben oder editiert, deren Inhalte in Bezug zu Sri Bhagavan stehen.

James Swartz studierte bei dem großen Vedanta-Meister Swami Chinmayananda und setzt nun seine exzellenten schriftstellerischen Fähigkeiten ein, um diese älteste der Wahrheiten dem westlichen Sucher in vollem Umfang begreiflich zu machen. Seine Kommentare zu den Lehren Sri Ramanas aus vedantischer Sicht bieten die Möglichkeit einer lebendigen Diskussion. Seine Gesprächspartner hat Premananda also höchst weise ausgesucht.

Das Buch beginnt schlüssigerweise mit einem Interview, in dem David Godman Premananda einen tiefen Einblick in seine umfangreichen Recherchen gewährt. So werden zahlreiche persönliche Details über Sri Bhagavans Leben zum ersten Mal publik. Zwei weitere packende Kapitel folgen, in denen Premananda und David die subtilen Lehren Sri Ramanas und das Leben der ihm nahestehenden Schüler noch tiefer diskutieren.

Der nächste Teil enthält den Schlüsseltext von „Arunachala Shiva, Sri Bhagavans eigene Worte, „Wer bin ich? (Nan Yar). Es ist der fundamentale und einflussreiche Essay der äußerst wichtigen Lehre der Atma Vichara, der Selbsterforschung. Sri Bhagavan sprach von der Selbsterforschung immer als dem direkten und sicheren Weg zur Selbsterkenntnis, vorausgesetzt, man würde seine Lehre gewissenhaft verfolgen – dann würde Gnade fließen.

Dann lädt Premananda James Swartz zu einem Gespräch über Sri Ramanas einzigartiges Erleuchtungserlebnis ein, welches geschah, als er noch ein Schuljunge im Teenageralter war. James untersucht Sri Bhagavans eigene Beschreibung dieses Ereignisses in vollem Umfang, und gibt einige sehr aufschlussreiche Erklärungen für diejenigen, deren Anliegen es ist, die Bedeutung dieses Ereignisses wirklich zu verstehen.

Des Weiteren kommentiert James die Lehre „Wer bin ich? (Nan Yar)" auf äußerst hilfreiche Weise. Brillant analysiert er diesen wichtigen Text aus vedantischer Sicht, der höchst empfehlenswert ist für jene, die ernsthaft an der Ausübung der Selbsterforschung und an der Bedeutung des Selbst und der Verwirklichung interessiert sind, wie sie in Sri Bhagavans Lehre veranschaulicht werden. Anschließend diskutieren Premananda und James die Selbsterforschung, so wie sie in Sri Ramanas Buch „Self-Enquiry" beschrieben wird.

Wem das noch nicht ausreicht, dem analysiert, erklärt und kommentiert David Godman im nachfolgenden Kapitel die Lehre „Wer bin ich? (Nan Yar)" noch einmal auf seine eigene klare und wissenschaftliche Weise.

Um den Abschnitt der Kommentare zu vollenden, drückt Premananda seine Wertschätzung für das Ausüben der Selbsterforschung aus, indem er sehr praxisorientiert erklärt, wie diese durchgeführt wird. Für Wahrheitsliebende, die Schwierigkeiten haben, mit der Selbsterforschung zu beginnen, wird Premanandas Kommentar sich als klar und schlüssig erweisen.

Die Kapitel über die Selbsterforschung werden vielen Anwärtern beistehen, die damit ringen, die unerlässliche Sadhana(spirituelle Praxis) in den Griff zu bekommen, die, zusammen mit tiefer Hingabe, das Rückgrat für Bhagavans außerordentliches Geschenk an die Menschheit bildet.

Vielleicht ist die Zeit reif, um Selbsterforschung in größerer Tiefe und Genauigkeit zu diskutieren. Sri Bhagavan beschreibt sie als den direkten Weg zur Selbst-Verwirklichung, wie es bereits in der klassischen Advaita-Schrift, dem Yoga Vasistha, geschrieben steht. In diesem umfassenden philosophischen Werk, das von Geschichten und Legenden über die Erleuchtung durchsetzt ist, unterweist der Weise Vasistha seinen Schüler, Prinz Rama, in der Selbsterforschung. Wichtige Instruktionen werden im Verlauf des Buches wiederholt. Ab da findet sich in der Advaita-Literatur wenig oder gar nichts, was die Praxis der Selbsterforschung erwähnt. Der Grund dafür ist, dass sie im Wesentlichen den eingeweihten und ausgereiften Studenten vorbehalten war. Es war also eine geheimgehaltene und versteckte Lehre. Es war Sri Bhagavans großartiges, innovatives Geschenk an unsere erschöpfte Menschheit, diese Praxis unmittelbar an die erste Stelle seiner Lehre zu stellen – und das von Anfang an nach seiner Selbst-Verwirklichung, als er zunächst noch geschriebene Antworten auf die ihm gestellten Fragen gab.

„Wer bin ich? (NanYar)" ist beinahe schon zu einem Mantra (heiliger Klang) von Sri Bhagavans Lehre geworden. Dank ihm wurde die Selbsterforschung zu einem offenen Geheimnis, für alle Menschen zugänglich, ohne dass sie ihr Leben verändern mussten. Wahrheitssucher können diese ausgesprochen effektive Sadhana praktizieren und so ihre Befreiung beschleunigen. Ich empfehle all denen, die die SelbstVerwirklichung ernst nehmen, Sri Bhagavans Essays „Wer bin ich? und „Self-Enquiry gründlich zu studieren. Zu Bhagavans Lebzeiten bekam jeder Neuankömmling, der zum Darshan (in der Gegenwart eines Heiligen) in seinen Ashram kam, eine Kopie von „Wer bin ich?".

Selbsterforschung wird nur unter den Advaita-Lehrern praktiziert, die der Lehre Sri Bhagavans folgen. In anderen Traditionen, in denen Bhakti (Hingabe) oder Karma Yoga (selbstloses Handeln) als der entscheidende Weg zur Befreiung gewählt wird, ist sie nicht zu finden. Natürlich wird Meditation in allen Traditionen unterrichtet, aber nicht unbedingt in Bezug auf die Selbsterforschung.

Zweifellos wurde die Selbsterforschung im Westen hauptsächlich durch den Boom vieler großer Advaita-Lehrer bekannt, die seit Sri Bhagavans Maha Samadhi (bewusstes Verlassen des Körpers im Augenblick des Todes) 1950 plötzlich aus dem Boden sprossen. Die Selbsterforschung wird jedoch oft ausgegrenzt – aufgrund der subtilen Schwierigkeiten, die zu Beginn auftreten können und aufgrund der Notwendigkeit die Praxis zu begleiten, um sich gut in ihr zu etablieren. Oftmals wird die Selbsterforschung in unadäquater, allzu vereinfachter Form gelehrt. Das führt dazu, dass die wirklich effektive Zerstörung der noch verborgenen Neigungen scheitert, die das gesamte Potenzial des wahren Selbst verschleiern und verfinstern. Sri Bhagavan, der immer auf die Selbsterforschung als direkten Weg zur Selbst-Erkenntnis verwies, hat viele verschiedene Übungsmethoden beschrieben, um den unterschiedlichen Bedürfnissen seiner Schüler gerecht zu werden, ihrer unterschiedlichen Reife und Persönlichkeiten.

So gibt es in der Selbsterforschung zum einen die Fragemethode. Dabei stellt man sich, wenn Gedanken und Gefühle aufsteigen, die Frage, wer diese Gedanken und Gefühle hat. Dies zieht den Verstand in die Stille, zu einem plötzlichen Innehalten. Als Alternative kann die Aufmerksamkeit auf das wahre Selbst gelenkt werden, oder auf das im Mittelpunkt stehende Gefühl des „Ich-Seins oder darauf, sich einfach der eigenen Bewusstheit bewusst zu werden. Es gibt auch die durchgreifende Praxis, in das Herz einzutauchen, mit oder ohne Atemkontrolle, so wie es Sri Bhagavan in der „Ramana Gita lehrt. Eine weitere Methode ist, das wahre Ich als ein Mantra zu benutzten – dieser Name Gottes wird als Ich-Ich-Ich wiederholt.

Um sich selbst ganz in der Praxis zu verankern, muss man Sri Bhagavans „Collected Works und seine Antworten auf die ihm gestellte Fragen in „Talks lesen, gewissenhaft die empfohlenen Hinweise zur Selbsterforschung studieren, und dann unentwegt und fleißig üben. Dadurch werden die Schleier und Schatten des wahren Selbst gelüftet, die Vasanas (Neigungen des Verstandes) treten in Erscheinung und das Ego, beziehungsweise die falsche Wahrnehmung von „mir", stürzt ein. Die Selbst-Verwirklichung wird für denjenigen, der die Übungen gewissenhaften praktiziert unweigerlich folgen – so sagt es Bhagavan Sri Ramana!

Anknüpfend an diese wichtigen Kapitel wendet Premananda sich sowohl James als auch David zu, um sie zu ihrer eigenen Lebensgeschichte zu befragen. Hier wird ihre packende spirituelle Suche und deren Resultate offenbart. Schließlich unterstellt auch Premananda sich selbst einem solch tiefgehenden Interview.

David Godmans Pilgerschaft und spirituelle Suche führten ihn zum Ramana Ashram, weiter zu H.W.L. Poonja, auch Papaji genannt, Nisargadatta Maharaj, Annamalai Swami, Lakshmana Swamy und zu vielen weiteren bedeutenden und nahen Schülern Bhagavans. David berichtet über seine bewegenden Erlebnisse mit vielen Heiligen, die er traf, interviewte und mit denen er arbeitete, während er an ihren Biografien schrieb.

David ließ sich in Indien nieder und lebt nun seit dreißig Jahren in Tiruvannamalai, wo er weiterhin gewissenhaft große Werke von Heiligen über Sri Bhagavans Lehren editiert und übersetzt, wie zum Beispiel die des berühmten tamilischen Dichters Sri Muruganar. Die Schüler Sri Bhagavans stehen in der tiefen Schuld dieses ausgezeichneten Schriftstellers und Biographen für seine über dreißigjährige hingebungsvolle Arbeit.

Das bewegte Leben von James Swartz verspricht ein aufregendes Lesen. Nach seiner erfolgreichen Zeit als Geschäftsmann wendete er sich der psychedelischen Bewegung der sechziger Jahre zu. Seine Reisen ins Bewusstsein führten ihn schließlich zu seinem Meister, Swami Chinmayananda. Bei diesem großen Meister studierte James Vedanta. Sein einzigartiges Geschenk an den Leser und an die, die zur Orientierungshilfe zu ihm kommen, ist seine Fähigkeit, die Weisheit des Vedanta in eine moderne Sprache zu übertragen. Er unterhält eine faszinierende Webseite, auf der er viele spirituelle Mythen entlarvt, und ist derzeit mit der Veröffentlichung seines neuen Buches „How to Attain Enlightenment" beschäftigt.

Premanandas Lebensreise berichtet über seine Jahre in Japan, Indien, USA, Australien und jetzt in Europa. Er erzählt davon, wie seine Zeit bei Osho ihn vorbereitete auf die Begegnung mit seinem Sadguru (der Guru, der befreit) Papaji, und wie die Identifikation mit „Premananda" abfiel. Seine Tätigkeit als spiritueller Meister brachte ihn in viele Länder und führte zu einer Satsang-Gemeinschaft in der Nähe von Köln in Deutschland.

Premanandas tiefe Liebe für Sri Ramana war der Katalysator für dieses und zuvor auch schon andere Bücher, die zu einer Plattform wertvoller Diskussionen und Debatten über die Interpretation von Sri Ramanas Lehren geworden sind.

Was will dieses exzellente Buch bewirken? Meiner Meinung nach erzählt es uns, warum die Lehren des höchsten Guru Sri Ramana Maharshi im zwanzigsten und einundzwanzigsten Jahrhundert so einflussreich wurden, und wie sie zu spiritueller Renaissance und Bedeutung des Advaita Vedanta führten, sowohl in Indien als auch im Westen, die sich ausbreitetet wie ein Buschfeuer in der Prärie. Außerdem trägt das Buch auf positive Weise zum Verständnis der Lehren von Sri Ramana bei, und präsentiert uns erfolgreich ein neuartiges Verständnis seiner Werke.

Dieses Buch ist zweifellos ein wichtiges, einflussreiches Werk über die Lehren von Sri Bhagavan Ramana Maharshi. Es wird sich sowohl als äußerst nützliche Einführung erweisen für die, die zum erste Mal mit Advaitain Berührung kommen, als auch als wertvolles Nachschlagewerk und Ratgeber für alle, die aktuell damit beschäftigt sind, seiner Lehre zu folgen, im Osten wie im Westen. Das Buch ist großzügig ausgestattet mit vierzig Seiten wunderschöner Fotografien und es ist außergewöhnlich gut gestaltet. Es enthält eine Preview-DVD mit Auszügen aus dem DVD-Film „Arunachala Shiva", der separat zum Buch erhältlich ist.

Es war mir eine besondere Ehre eingeladen zu sein, das Vorwort zu diesem bedeutenden Buch zu schreiben, von dem ich mit Gewissheit sagen kann, dass es all jene begleiten wird, die ernsthaft an dieser äußerst geschätzten Lehre interessiert sind – jetzt und in der Zukunft. Wieder einmal muss man Premananda gratulieren und danken für seine sorgfältige Arbeit, mit der er erneut einen bedeutenden und maßgeblichen Beitrag zur namhaften Literatur über Sri Ramana Maharshi beigetragen hat.

Alan Jacobs

President, Sri Ramana Maharshi Foundation U.K.

London, July 2009

Kapitel 1 Sri Ramanas Leben David GodmanKapitel 1 Sri Ramanas Leben David GodmanKapitel 1 Sri Ramanas Leben David Godman

KAPITEL 1

Sri Ramanas Leben am

Arunachala

David Godman im Gespräch

mit Premananda

[Sri Ramanas Originaltexte sind fett gedruckt]

David nimmt uns mit auf die verschiedenen Stationen in Sri Ramanas Leben. Das Kapitel beginnt mit seiner Geburt 1879 im südindischen Tamil Nadu. Sein Familienleben endete im Alter von 16 Jahren mit seiner plötzlichen spirituellen Verwirklichung. Der Ruf seines geliebten Arunachala, dem heiligen Berg in Tiruvanamalai, war zu stark, um ihm widerstehen zu können. David erzählt uns die Details von Sri Ramanas Leben am Arunachala: von seiner Zeit im tiefen Samadhi im Arunachaleswara Tempel, über sein Leben auf dem Berg in der Virupaksha Höhle und anschließend im Skanda Ashram, bis hin zu seinem Wirken als weltbekannter Meister im von ihm erbauten Ashram am Fuße des Berges.

Bhagavan Sri Ramana Maharshi wurde sein Titel 1907 von Sri Ganapati Sastri verliehen, einem anerkannten vedischen Gelehrten. David, kannst du damit beginnen uns etwas über Ramana Maharshis Jugend zu erzählen, über sein Erwachen in Madurai, als er noch ein Junge war?

Er wurde 1879 in eine Familie von Brahmanen hineingeboren, in Tiruchuzhi, einer kleinen Stadt in Südindien, in der Region Tamil Nadu. Sein Geburtsname war Venkataraman. Er kam aus einer frommen Mittelklassefamilie. Sein Vater, Sundaram Iyer, war von Beruf Rechtsvertreter, ein Anwalt ohne Abschluss – er vertrat Menschen in Rechtsangelegenheiten, hatte aber keine anerkannte Qualifikation, um als Anwalt zu praktizieren. Trotzdem schien seine Praxis gut zu laufen und er war sehr respektiert in seiner Gemeinde.

Venkataraman hatte eine normale Kindheit, die noch kein Anzeichen von zukünftiger Größe zeigte. Er war gut in Sport, in der Schule etwas faul, war in durchschnittlich viel Unfug verwickelt und zeigte wenig Interesse an religiösen Dingen. Trotzdem hatte er einige ungewöhnliche Eigenheiten. Wenn er schlief, fiel er in einen so tiefen Schlaf, dass ihn seine Freunde sogar durch Rütteln, Schütteln und Kneifen nicht aufwecken konnten. Er hatte außerdem ungewöhnlich viel Glück. Welcher Mannschaft er bei Spielen auch angehörte, seine gewann immer. Dies brachte ihm den Spitznamen „Tangakai ein, was „Goldene Hand bedeutet. Das ist ein Name, der Menschen verliehen wird, die sehr viel Glück haben. Venkataraman hatte auch ein angeborenes Talent für die Feinheiten seiner Muttersprache Tamil. Als Teenager wusste er bereits so viel, dass er seinen Tamil-Lehrer korrigierte, wenn dieser einen Fehler machte.

Als er zwölf war starb sein Vater und die Familie zog nach Madurai, eine Stadt im südlichen Tamil Nadu. Im Jahre 1896, als er sechzehn Jahre alt war, hatte er ein bemerkenswertes spirituelles Erwachen. Er saß im Haus seines Onkels, als ihn der Gedanke überfiel, dass er jetzt sterben werde. Er bekam Angst, doch anstatt in Panik zu verfallen, legte er sich auf den Boden und analysierte, was da geschah. Er untersuchte, woraus der Tod besteht: was würde sterben und was würde diesen Tod überleben? Spontan begann er mit der Selbsterforschung, die innerhalb von wenigen Minuten in seiner völligen und letztendlichen Befreiung endete.

In einem seiner seltenen Berichte über diesen Prozess schrieb er: „Als ich dieses ‚Wer ist der Sehende?’ erforschte, sah ich den Sehenden verschwinden und es blieb allein DAS zurück, das ewig besteht. Kein Gedanke tauchte auf, um zu sagen: ‚Ich sah’. Wie hätte dann der Gedanke auftauchen können: ‚Ich habe nicht gesehen’?" In diesen wenigen Minuten verschwand seine individuelle Identität und wurde durch ein volles Gewahrsein des Selbst ersetzt. Diese Erfahrung, dieses Gewahrsein blieb ihm sein ganzes Leben erhalten. Er benötigte keine weitere Praxis oder Meditation mehr, denn diese Todeserfahrung hatte ihn in einen Zustand vollkommener und letztendlicher Freiheit versetzt. Das ist etwas sehr Seltenes in der spirituellen Welt. Ein Mensch ohne Interesse am spirituellen Leben erreicht innerhalb von wenigen Minuten und ohne jede Anstrengung oder vorherige Praxis einen Zustand, den andere Menschen durch mehrere Leben hindurch zu erreichen versuchen.

Ich sage „ohne jegliche Anstrengung", da dieses Durchleben des Todes und die nachfolgende Selbsterforschung etwas zu sein schien, das ihm widerfuhr, und nicht etwas, das er selbst tat. Als er dieses Ereignis später dem Biographen seiner Lebensgeschichte in Telugu (Hindi-Sprache) beschrieb, tauchte darin niemals das Wort „Ich" auf. Er sagte: „Der Körper lag auf dem Boden, die Gliedmaßen streckten sich aus" und so weiter. Diese sehr eigene Art der Beschreibung gibt dem Leser wirklich das Gefühl, dass dieses Ereignis völlig unpersönlich war. Eine Kraft bemächtigte sich des Jungen Venkataraman, ließ ihn sich auf den Boden legen und ließ ihn schließlich verstehen, dass der Tod den Körper und das Gefühl der Individualität betrifft, nicht aber die darunter liegende Realität berühren kann, in der beide erscheinen.

Als Venkataraman aufstand, war er ein völlig erleuchteter Weiser, aber er hatte keinen kulturellen oder spirituellen Zusammenhang, um angemessen zu beurteilen, was mit ihm geschehen war. Er hatte einige Biographien von tamilischen Heiligen gelesen und an vielen Tempelritualen teilgenommen, aber nichts von dem schien in Beziehung zu stehen mit diesem neuen Zustand, in dem er sich selbst wiederfand.

Was war seine erste Reaktion? Wie erklärte er sich, was ihm geschehen war?

Jahre später, als er sich an dieses Erlebnis zurück erinnerte, sagte er, dass er zu dieser Zeit dachte, sich eine fremdartige Krankheit eingefangen zu haben. Diese Krankheit erschien ihm jedoch als so angenehm, dass er hoffte, sich nie wieder davon zu erholen. Nach diesem Erlebnis vermutete er eine zeitlang, besessen zu sein. Als er diese Ereignisse mit seinem ersten englischen Biographen Narasimha Swami besprach, gebrauchte er wiederholt das tamilische Wort „Avesham", um seine anfänglichen Reaktionen zu beschreiben. Das bedeutet, von einem Geist besessen zu sein.

Hat er mit jemandem darüber gesprochen? Hat er versucht herauszufinden, was ihm passiert ist?

Venkataraman hat niemandem in seiner Familie gesagt, was ihm geschehen war. Er versuchte so weiterzumachen, als ob nichts Ungewöhnliches passiert wäre. Er ging weiterhin zur Schule und hielt innerhalb seiner Familie einen Schein von Normalität aufrecht. Doch als die Wochen vergingen, fand er es immer schwerer, seine Fassade aufrecht zu erhalten, weil er immer mehr nach innen gezogen wurde. Eines Tages, Ende August 1896, fiel er in einen tiefen Zustand des Aufgehens im Selbst, als er eine Strafarbeit schreiben sollte.

Sein Bruder sagte verächtlich: „Was ist der Nutzen all dessen für jemanden wie dich?" Womit er meinte: „Welchen Zweck hat ein Familienleben für jemanden, der seine ganze Zeit damit verbringt, sich wie ein Yogi (Mensch, der Yoga praktiziert) zu verhalten?"

Venkataraman war durch die Richtigkeit dieser Bemerkung erschüttert und er entschied sich sein Zuhause für immer zu verlassen. Am folgenden Tag ging er fort ohne irgendjemandem zu sagen wohin und ohne mitzuteilen, was mit ihm geschehen war. Er hinterließ seiner Familie nur die Nachricht, dass er zu einer „tugendhaften Unternehmung" aufgebrochen sei und dass kein Geld dafür ausgegeben werden sollte ihn zu suchen. Sein Ziel war der Berg Arunachala, ein wichtiges Pilgerzentrum ein paar hundert Meilen nördlich. In seiner

Nachricht hatte er geschrieben: „Auf der Suche nach meinem Vater und seinem Befehl gehorchend, bin ich von hier aufgebrochen." Sein Vater war Arunachala und einem inneren Ruf des Berges folgend verließ er sein Zuhause und seine Familie.

Seine abenteuerliche Reise nach Tiruvannamalai dauerte drei Tage, obwohl sie mit besseren Informationen in weniger als einem Tag möglich gewesen wäre. Er kam am 1. September 1896 an und verbrachte den Rest seines Lebens am Arunachala.

Kannst du uns genau beschreiben, wie es am Arunachala aussieht und was das Besondere an ihm ist? Vielleicht sagst du auch, wie es gewesen sein mag, als Ramana Maharshi hier ankam.

Die Stadt Tiruvannamalai mit ihrem dazugehörigen Berg Arunachala war schon immer ein wichtiges Pilgerzentrum. Herz und Seele der Stadt haben sich in der letzten Zeit wenig verändert – mit Ausnahme der Auto-Rikschas, der Fernsehantennen und den sich immer weiter ausdehnenden Vorstädten. Die Kultur und die Lebensart der Menschen sind wahrscheinlich seit Jahrtausenden die gleichen. Marco Polo kam auf seinem Weg von China im 12. Jahrhundert nach Tamil Nadu. In seiner Beschreibung, wie die Menschen lebten und was sie taten, kann man noch immer die Menschen erkennen, die heute hier leben.

Tiruvannamalai hat einen der bedeutendsten Shiva-Lingam (Symbol des Göttlichen in Form eines Phallus)Tempel in Südindien. Es gibt fünf Tempel, wobei jeder für eines der Elemente steht: Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther. In Tiruvannamalai ist es der Feuertempel.

Die frühesten Aufzeichnungen über diesen Ort stammen ungefähr aus dem Jahr 500 n. Chr. und zu dieser Zeit war er bereits sehr berühmt. In Tamil Nadu gab es Heilige, die den Arunachala als Ort Shivas verehrten und allen Menschen empfahlen dort hinzugehen. Durch eine große kulturelle Veränderung begannen die Menschen Denkmäler zu errichten und Tatsachen niederzuschreiben. So tauchten vor etwa tausendfünfhundert Jahren plötzlich historische Aufzeichnungen auf – über eine Kultur, die natürlich schon viel älter war. Ich würde sagen, dass Bhagavan in diesem historischen Kontext der jüngste und wahrscheinlich der bekannteste Vertreter einer ganzen Kette von außergewöhnlichen Heiligen war, die mindestens zweitausend Jahre lang von der Kraft dieses Ortes angezogen wurden.

Big Shiva Temple

Wann wurde der große Shiva-Tempel erbaut?

Er wuchs in Etappen, quadratförmig von innen nach außen. Am Anfang gab es wahrscheinlich einen Schrein von der Größe eines kleinen Raumes. All diese Ereignisse

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