Genießen Sie diesen Titel jetzt und Millionen mehr, in einer kostenlosen Testversion

Nur $9.99/Monat nach der Testversion. Jederzeit kündbar.

Der goldene Esel

Der goldene Esel

Vorschau lesen

Der goldene Esel

Bewertungen:
3/5 (479 Bewertungen)
Länge:
335 Seiten
4 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 27, 2015
ISBN:
9783956769016
Format:
Buch

Beschreibung

Apuleius (auch Apuleius von Madauros oder Apuleius von Madaura; * um 123 in Madauros, der heutigen Ortschaft M’Daourouch im Nordosten Algeriens; † wohl nach 170) war ein antiker Schriftsteller, Redner und Philosoph (Mittelplatoniker). Seinen andauernden Ruhm verdankt er seinem Hauptwerk, dem lateinischen Roman Metamorphosen, auch bekannt als Der goldene Esel, der zur Weltliteratur gezählt wird. Die Interpretation des Romans, der wegen seiner Vielschichtigkeit zahlreiche Rätsel aufgibt, gehört zu den schwierigsten Aufgaben der Klassischen Philologie. Die raffinierte Erzähltechnik und die geschickte Verhüllung der Absichten des Autors hat in der Forschung zu einer Fülle von konkurrierenden Deutungsansätzen geführt. Die in den Roman eingefügte Erzählung von Amor und Psyche hat seit der Renaissance das Lesepublikum fasziniert und eine außerordentliche Breitenwirkung entfaltet. Ihr mythologischer Stoff, die Liebesbeziehung zwischen dem Gott Amor und der Königstochter Psyche, hat Hunderten von Dichtern, Schriftstellern, Malern, Bildhauern, Komponisten und Choreografen Motive geliefert. An der wissenschaftlichen Diskussion über die Erzählung haben sich neben den Altertumswissenschaftlern und Literaturtheoretikern auch eine Reihe von Psychoanalytikern beteiligt. (Auszug aus Wikipedia)
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 27, 2015
ISBN:
9783956769016
Format:
Buch

Über den Autor

Apuleius (124 – AD 170), also credited as Apuleius of Madaurensis was a prose writer and philosopher formally educated at Carthage, Athens and Rome. He studied the works of Plato as well as religion, becoming inundated with several cults. He was fascinated by the mystical arts, which led to public criticism and a charge of sorcery. Apuleius was eventually acquitted but his interest in magic continued to influence his writing. His most notable achievement is the novel, The Golden Ass, also known as the Metamorphoses of Apuleius, which highlights the dangers of spells and the supernatural.


Ähnlich wie Der goldene Esel

Ähnliche Bücher

Ähnliche Artikel

Buchvorschau

Der goldene Esel - Apuleius

Propyläen-Verlag

Ankündigung

Der goldene Esel des Apuleius, dieser wenigstens dem Namen nach allgemein bekannte satirisch-mystische Roman, ist mit so viel Menschenkenntnis, Witz, Munterkeit und Laune geschrieben, mit so angenehmen, wohlerfundenen, komischen, tragischen und poetischen Episoden durchwebt, daß nicht allein Boccaz und Raphael, La Fontaine und Le Sage denselben stückweise, jeder in seinem Fache, benutzt, sondern daß auch alle um uns liegenden kultivierten Nationen sich denselben durch wiederholte Übersetzungen völlig eigen zu machen gesucht haben. Ich habe mich seit einigen Jahren beschäftigt, ihn ins Deutsche zu übertragen. Die Episode der Psyche, die ich daraus im Jahre 1780 bekannt gemacht habe – (welche aber auch jetzt an ihrer Stelle wieder erscheinen wird, nur mit weniger Anmerkungen und mit den Einschaltungen, die im Originale befindlich, aber von mir ausgelassen waren, weil sie sich auf etwas Vorhergegangenes bezogen) –, mag als eine Probe meiner Übersetzung angesehen werden. War es Mangel an Geschmack seines Zeitalters, war es zu weite Entfernung von der Hauptstadt, oder war es afrikanisches Genie oder alles dreies zusammengenommen: genug, des Apuleius Schreibart ist bei weitem nicht die beste. Er kettet ewig lange Perioden zusammen, ist sehr kostbar und schwülstig in seinem Ausdrucke, gebraucht unerhörte Wortfügungen und veraltete, ja wohl gar selbsterfundene Wörter und Redensarten. Ich habe mich dagegen bemüht, ihn im Deutschen sich so ausdrücken zu lassen, wie ein so feiner Mann, ein Mann von so lebhaftem bebaueten Geiste als 2 er war – sich heutzutage in unserer Sprache über dieselben Gedanken und Gegenstände ausdrücken würde. Sollt ich auch in der Schule darum verdammt werden (ohnerachtet ich den Cicero auf meiner Seite habe, de opt. gen. or. c. 5), so wird man mir doch in der Welt dafür Dank wissen, und für den Weltmann ist meine Übersetzung auch nur bestimmt; mag für mich immerfort der Pedant sich an dem köstlichen Latein ergötzen! Übrigens bin ich meinem Originale ganz getreu geblieben, auch selbst in den üppigen Szenen, denn ich habe nicht geglaubt, in unsern Tagen verschämter tun zu dürfen als ein vornehmer Priester und platonischer Philosoph zu den Zeiten des frommen Antonins.

Der Übersetzer.

Erstes Buch

Ich will Dir, lieber Leser, in diesem milesischen Märchen¹ allerhand lustige Schwänke erzählen, welche Deine Ohren auf das Angenehmste kitzeln sollen, wo Du anders ein Buch, das in dem kurzweiligen ägyptischen Tone geschrieben ist, Deiner Aufmerksamkeit nicht für unwürdig achtest. Auch sollst Du darin all Dein Wunder sehen, wie Leute in andere Gestalten verwandelt werden und abwechselnd wieder in ihre eigentümliche zurückkehren. Ich hebe gleich an. Zuvörderst nur ein Wort, wer ich bin².

Mein Geschlecht ist uralt und auf dem attischen Hymettos, dem ephyräischen Isthmos und dem spartischen Tänar, diesen seligen, in den Schriften der glänzendsten Genien ewig blühenden Gefilden, zu Hause. Daselbst, besonders aber in Attika, bin ich auferzogen worden. Nachher begab ich mich nach Latiens 4 Hauptstadt³. Aus Verlangen, mit der römischen Literatur bekannt zu werden, machte ich mich an die Sprache des Landes und studierte sie mit unsäglicher Mühe und Fleiß, jedoch ohne die geringste Anweisung.

Um deswillen, mein Leser, bitte ich Dich hier im voraus um Verzeihung, wenn ich etwa, als Ausländer, hin und wieder in dieser fremden Sprache Fehler begehe. Ich bediene mich derselben nur, weil etwas Kauderwelsch dem Komischen des Stoffes um so mehr aufhilft und Deine Belustigung allein mein Zweck ist. Das Märchen stammt übrigens aus Griechenland. Jetzt beginnt es. Merke auf, es wird zu lachen geben.

Ich tat vor einiger Zeit in Angelegenheiten eine Reise nach Thessalien, wo ich gleichfalls angesehen bin wegen meiner mütterlichen Abkunft vom berühmten Plutarch und von dessen Neffen, dem Philosophen Sextus. Nachdem ich auf meinem treuen einheimischen Schimmel manch steiles Gebirge, manch schlüpfriges Tal, manche betaute Wiese und holperige Ebene zurückgelegt hatte und er nun ganz abgemattet war, ich mir aber die Müdigkeit vom Sitzen etwas vergehen mochte, so stieg ich ab, wischte mit Laub den Schweiß vom Pferde, rieb ihm die Ohren, zäumte es ab, ließ es sich ein wenig verschnaufen und schlenderte ganz Schritt vor Schritt vorauf, bis es sich durch die natürlichen Wege leichter gemacht hatte. Während daß es beim Nachfolgen im Vorbeigehen an den Wiesen sich's wohlschmecken ließ, holte ich zwei Leute ein, die kurz vor mir hergingen. Ich horchte eben, was sie miteinander schwatzten, als einer von ihnen überlaut auflacht und sagt:

»O, ich bitte Dich, halt doch Dein Maul und verschone mich mit so erzabgeschmackten ungeheuren Lügen!«

Das reizte meine ohnehin immer rege Neugier. Ich nehme 5 also gleich das Wort: »Mit Gunst, Landsmann,« sprech ich, »so gebt mir Eure Erzählung zum Besten! Ich mag gern alles mitanhören; nicht eben weil ich so neugierig wär, sondern bloß mich zu unterrichten. Zugleich wird uns ja auch beim Schwatzen der Hügel hier nicht so sauer zu ersteigen!«

»Nu, Herr,« antwortet der Vorige, »da kann Er sich wirklich in der Welt an niemand besser als an den wenden, wenn Ihm mit einer recht eingemachten Lüge gedient ist; denn was der mir da vorschwatzt, ist just so wahr, als was sie immer sagen, daß man durch gewisse Hokuspokus die Ströme könne nach ihren Quellen zurücktreiben, das Meer fesseln, den Winden ihren Odem benehmen, die Sonne innehalten, den Mond schäumen, die Gestirne herabreißen, den Tag aufheben, die Nacht anhalten und was dergleichen Alfanzerei mehr ist!«

»Laßt Euch dessenungeachtet die Mühe nicht verdrießen, weiter fortzuerzählen,« redete ich nochmals und schon mit mehr Zuversicht den andern an. »So wenig es auch Euch da,« wandte ich mich an diesen, »zu Kopfe will, so kann es, beim Herkules! darum doch alles sehr wahr sein. Ach, guter Freund, nur allzu oft verwirft unser verkehrter Sinn dasjenige als eine Lüge, was ihm doch nur unerhört, unersehen ist oder was über das Ziel seiner Gedanken hinausreicht und er nicht fassen kann! Prüfte er es nur genauer, wie manchmal würde er nicht finden, daß es nicht allein ganz begreiflich, sondern auch gar wohl tunlich ist! Ich wäre zum Beispiel noch gestern abend schier an einem Stück Käsekuchen erstickt, weil ich zu gierig aß und zu große Bissen davon nahm; da mir denn die klebrige Masse dergestalt die Kehle verstopfte, daß ich genug zu würgen hatte, ehe ich wieder Luft bekommen konnte. Und gleichwohl habe ich neulich in Athen vorm Pökile⁴ mit diesen meinen leiblichen 6 Augen einen herumziehenden Marktschreier einen scharfen Degen, die Spitze zuerst, hinunterschlucken sehen! Ja, kurz darauf nahm er sogar einen langen Jagdspieß, stach sich damit für ein Spottgeld, das man ihm gab, tief in den Leib hinein, und das Eisen, das er hier in den Unterleib stieß, kam samt dem Schafte aus dem Genicke hinten hoch empor, und oben auf der Spitze ließ sich ein bildschöner Junge sehen, der da mit solch einem Anstande, mit solch einer Gelenkigkeit tanzte und gaukelte, daß wir Zuschauer vor Verwunderung alle Maul und Nase aufsperrten. Wahrhaftig, geschickter hätte sich nicht der edle Drache des Gottes der Ärzte um den knotigen Stock desselben herumschlingen können! Wohlan also, Landsmann,« sprach ich zu jenem wieder, »laßt mich nicht vergebens bitten! Will Euch Euer Kamerad nicht glauben, so tue ich's für ihn mit, und in dem ersten Wirtshause, worin wir einkehren, bezahle ich aus Erkenntlichkeit Eure Zeche.« – »Nicht doch, lieber Herr,« versetzte er, »das verlange ich nicht! Ich kann Ihm ja wohl ohnedies mein Histörchen erzählen: Ich will's Ihm ganz von vorne wieder anfangen, weil Er's gerne hören mag. Zuvörderst kann ich's Ihm aber bei der Sonne, die uns bescheint, bei diesem allschauenden Gott zuschwören, daß alles, was ich Ihm da erzählen werde, die helle, klare Wahrheit und mir selbst begegnet ist! Er wird auch selber nicht daran zweifeln, wenn Er erst in die nächste thessalische Stadt hier kommt, wo es sich öffentlich zugetragen hat und noch in aller Leute Mäulern ist. Laß Er sich auch vorhero noch sagen, wer und woher ich bin und was mein Gewerb ist: Ich heiße Aristomenes, bin aus Ägina und treibe in Thessalien, Ätolien, Böotien Verkehr mit Honig vom Berge Ätna, mit Käse und so dergleichen Waren mehr, die in den Gasthäusern gebraucht werden.

Einstmals nun zieh ich Kundschaft ein, daß zu Hypata, 7 der angesehensten Stadt in ganz Thessalien, frischer wohlschmeckender Käse um sehr billigen Preis zu haben sei. Ich mache mich eiligst dahin auf, gleich den ganzen Vorrat wegzuschnappen. Allein ich armer Schelm mußte zur bösen Stunde ausgegangen sein, meine Hoffnung, einen trefflichen Schnitt zu machen, schlug mir fehl; wie ich hinkam, hatte schon tags zuvor Kaufmann Wolf allen Käse bei der Erde weggekauft. Von der unnützen Eile ermüdet, begebe ich mich gegen Abend ins Bad: Siehe! da werde ich unterwegs meines alten Kameraden Sokrates ansichtig. Er saß auf der Erde, mit einem groben, lumpigen Mantel halb behangen, sich selbst fast nicht mehr ähnlich, totenblaß und ganz entstellt vor Magerkeit: kurz, vollkommen so wie die Stiefkinder des Glücks an den Ecken um Almosen zu bitten pflegen. In diesem erbärmlichen Zustande schämte ich mich meines Freundes und hätte fast getan, als kennte ich ihn nicht; doch ging ich endlich zu ihm hin: ›Um's Himmels willen, lieber Sokrates, was ist das?‹ rief ich, ›wie siehst Du aus? Sag mir, was hast Du angefangen? Du bist zu Hause als tot ausgeschrien, beweint; die Gerichte haben Deinen Kindern Vormünder bestellt, Deine Frau hat die Trauer um Dich schon wieder abgelegt und um Deinetwillen sich so abgehärmt und abgeweint, daß sie beinahe unkennbar und blind geworden ist; eben dringen alle Verwandten in sie, ihren betrübten Witwenstand lieber gegen die Freuden einer zweiten Ehe zu vertauschen – und mittlerweile seh ich Dich hier, zu unser aller größter Schande, wie ein leibhaftes Gespenst einherziehen?‹ – ›Ach, Aristomenes,‹ seufzte er, ›wie wenig mußt Du noch des Glückes Launen, Unbestand und Wechsel kennen!‹ – Und mit den Worten verbarg er sein Gesicht, das blutrot vor Scham geworden war, dergestalt in seine Lumpen, daß kaum noch seine Blöße bedeckt war. Ich konnte den jämmerlichen Anblick nicht 8 ertragen. Ich packe ihn an und will ihn aufrichten; aber mit verhülltem Kopfe, wie er war, rief er: ›O laß mich; laß das Glück noch länger des Siegeszeichens genießen, das es sich selber aufgestellt hat!‹ – Ich bringe ihn demungeachtet noch dahin, daß er mir nachgibt, ziehe auch meinen Oberrock ab und bekleide – oder, um recht zu sprechen, bedecke – ihn geschwind damit und eile mit ihm ins Bad. Da stecke ich ihn in die Wanne und wässere ihn erst, schaffe indes Salbe und Reibtücher herbei und scheure ihm dann den alten Schmutz tapfer ab, und nachdem ich seiner also auf das Beste gepflegt, leite ich ihn, da er ganz entkräftet, so müde ich auch selbst war und so sauer mir's auch ward, nach einer Herberge, lege ihn zu Bett und gebe ihm zu essen und zu trinken und suche ihn durch allerhand Gespräche aufzumuntern. Schon waren wir auch wirklich guter Dinge, lachten, scherzten, stachen einander an, waren laut, als auf einmal mein Gast schmerzlich aus innigster Brust heraufseufzt, sich mit geballter Faust vor die Stirn schlägt und also anhebt:

›Ich Unglücklicher bin bloß durch die vermaledeite Lust, ein Fechterspiel zu sehen, wovon sehr viel Geredens gemacht wurde, in dies schmähliche Elend geraten! Denn, wie Du weißt, reist' ich, um mir ein bißchen Geld zu machen, nach Mazedonien, Kaum habe ich allda zehn Monate mein Wesen getrieben, so ist mein Beutel auch schon so wohl gespickt, daß ich mich wieder auf den Heimweg begebe. Allein wie ich dicht vor Larissa komme, wo ich durchwollte, um dort eben die verwünschten Fechterkämpfe mit anzusehen, fällt mich eine Straßenräuberbande in einem abgelegenen, winkligen Tale an, und ich muß alles, bis aufs Leben, im Stiche lassen. In dieser Not gelange ich zu einer alten braven Gastwirtin mit Namen Meroe. Ich erzähle ihr die Ursache meiner Wanderschaft, und wie ich 9 nun beim Nachhausegehen alles meines sauer erworbenen Gutes beraubt worden. Sie hört meine ganze Geschichte voller Mitleiden an und nimmt mich höchst liebreich bei sich auf, setzt mir auch, und zwar unentgeltlich, eine wohlzugerichtete Mahlzeit vor; am Ende aber, von Brunst hingerissen, nimmt sie mich mit sich zu Bette, und damit war mein Unglück fertig! Denn in der einen Nacht hat mir's das Weib so angetan, daß ich ihr Saft und Kraft verschwendete, ihr auch selbst die Kleider, die mir die Räuber aus Erbarmen noch gelassen hatten, nebst allem dem hingab, was ich, da ich noch fortkonnte, durch Trödeln gewann; bis ich mich zuletzt, – Dank sei meinem bösen Geschick und diesem gutherzigen Weibe! – in dem Zustande befand, worin Du mich jetzt antriffst.‹ –

›Beim Pollux!‹ sprach ich, ›Du verdientest, daß es Dir noch schlimmer erginge, womöglich, als es bereits Dir geht, da Du so um schnöde Lust und um einer verhurten Vettel willen Weib und Kind vergessen hast!‹ – Ganz verdutzt fuhr er darüber voll Schreckens mit dem Zeigefinger sich hastig auf den Mund. ›St! st!‹ rief er mir zu, sah sich höchst schüchtern überall um und sprach endlich: ›O Bruder, ich bitte Dich, nimm Dich in acht, daß Du Dir an dem Weibe die Zunge nicht verbrennst!‹ – ›So?‹ antwortete ich spöttisch. ›Was ist denn mehr mit Deiner Frau Wirtin? Ist sie so mächtig? Sie ist doch wohl nicht etwa eine Königin?‹ – ›Eine Zauberin‹, versetzte er, ›ist sie, eine Fee! Sie kann Dir den Himmel herniederlassen, die Erde emporhangen, die Quellen versteinern, die Felsen zerflößen, die Manen hinauf, die Götter hinabbannen, die Gestirne verdunkeln, den Tartarus selbst erleuchten...‹ – ›Halt, halt!‹ unterbrach ich ihn, ›daß Du nicht noch fällst über die tragischen Stelzen! Packe lieber den theatralischen Plunder ein und sprich mit mir wie andere Leute.‹ – ›Nu, nu,‹ sprach er, ›soll ich 10 Dir eins und das andere von ihren Sächelchen erzählen? Daß sie die Einheimischen nicht allein, sondern die Indier auch, ja die beiden Äthiopier⁵ und selbst die Gegenfüßler sterblich in sich verliebt macht, das ist nur erst Kleinigkeit, lauter Spaß! Aber höre nur an, was sie alles vor vieler Leute Augen getan hat. Einer ihrer Buhlen hatte einmal ein Mädchen genotzüchtigt. Mit einem Wort hat sie ihn da in einen wilden Biber verwandelt, um ihn an dem zu strafen, womit er gesündigt; denn dies Tier entmannt sich, um sich nicht fangen zu lassen. Danach tat ihr wieder ein benachbarter Gastwirt zu viel Abbruch in der Nahrung; den hat sie zu einem Frosch gemacht, der bis jetzt noch immer in seinem Weinfasse herumschwimmt und daraus mit heiserer Kehle die alten Kunden zu sich einladet. Ein andermal hat sie einen Advokaten, der einen Prozeß gegen sie geführt hatte, zu einem Schöps umgestaltet. Du kannst den Schöps noch heutigen Tages vor Gericht advozieren sehen. Endlich hatte einmal das Weib ihres Liebhabers ihrer gar zu bitter gespottet. Was hat sie zu tun? Sie verschließt demselben in dem Augenblick, als es entbunden werden sollte, den Leib, treibt ihr die Geburt zurück und verdammt die arme Unglückliche zu einer ewigen Schwangerschaft. Es sind nun schon, wie ihr jeder nachrechnen kann, über acht Jahre, daß sie sich so mit dickem Bauche herumschleppt, gleichsam als sollte sie einen Elefanten zur Welt bringen. Kurz, durch diese und andere dergleichen Streiche kamen gar sehr viele Leute zu Schaden, und der Unwille der ganzen Stadt ward zuletzt darüber rege 11 und nahm so überhand, daß man beschloß, die Unholde andern Tags zu Tode zu steinigen. Allein es hat sich wohl, daß die es hätte dazu kommen lassen! Gleichwie Medea in einer vom Kreon⁶ ihr zugestandenen Tagesfrist Palast samt Tochter und Vater vermittelst eines Kranzes zu Asche verbrannte, ebenso hat auch diese in einer einzigen Nacht (wie sie in einem Rausche es mir neulich selbst erzählt) vermittelst fürchterlicher, in Gräbern angestellter Beschwörungen, alle Einwohner der Stadt samt und sonders so fest in ihre Häuser hineingebannt, daß sie ganze zwei Tage weder Schlösser erbrechen noch Tür und Fenster ausheben noch auch durch Mauern und Wände sich Öffnungen machen konnten; bis sie sich endlich insgesamt bequemten und einhellig schrieben und auf das Heiligste sich vermaßen, nicht allein selbst nicht Hand an sie zu legen, sondern sie auch gegen jedermann, der etwas wider sie unternehmen würde, zu verteidigen und zu schützen. Damit zufrieden, hat sie stracks die ganze Stadt wieder entzaubert. Allein den Urheber des wider sie gefaßten Anschlags hat sie bei stockfinstrer Nacht samt dem ganzen Hause (das heißt Gemäuer, Grund und Boden), so verschlossen wie es war, hundert Meilen weit weg in eine Stadt hingetragen, die auf der Spitze eines so hohen Berges gelegen, daß beinahe gar kein Wasser da ist. Weil aber da die Gebäude der Einwohner so dicht aneinander standen, daß für den neuen Ankömmling kein Platz mehr übrig war, so hat sie das 12 Haus nur vor das Stadttor hingeworfen und dann sich wieder heimbegeben.‹ –

›Nein, lieber Sokrates,‹ schrie ich, ›das ist arg, das ist wundersam! Nun bin ich gleichfalls angst und bange und bebt mir das Herz vor Furcht im Leibe, daß Deine Alte diese unsere Gespräche nicht auch durch Hilfe eines Geistes wieder erfahre. Laß uns also nur früh Schicht machen, damit wir bald ausschlafen und uns morgen mit dem Allerfrühesten aus dem Staube machen können!‹ – Ich hatte dies noch nicht ausgeredet, so war der gute Sokrates, weil er des Weins ungewohnt und vom Tage her müde war, schon eingeschlummert und schnarchte überlaut. Ich klemme also flugs die Tür zu, schiebe die Riegel recht fest vor, stelle auch noch zur größeren Sicherheit mein Bett ganz dicht wider die Angeln und werfe mich hinauf. Die Furcht hielt mich erst eine lange Weile wach; endlich, um Mitternacht, fallen mir die Augen allgemach zu. Kaum war ich recht eingeschlafen, so wird auch mit einmal mit größerm Ungestüm, denn sich von Dieben erwarten läßt, die Tür eröffnet oder vielmehr gesprengt, und hulter pulter übern Haufen gerannt, daß die Angeln in Stücken zu Boden fallen. Mein Bett, ohnedies klein, dreibeinig und morsch, fliegt um und um und bleibt, da ich herausgepurzelt, umgestürzt über mir stehen. Da erfuhr ich, daß manche Affekte sich von Natur auf widersprechende Art äußern. Denn wie man oftmals vor Freude Tränen vergießt, so konnte ich mich auch jetzt bei meinem großen Schrecken des Lachens nicht erwehren, da ich so aus Aristomenes zu einer Schildkröte geworden. Wie ich aber auf der Erde unter meinem Bette hervorvigiliere, was es denn gibt, so seh ich zwei ziemlich betagte Mütterchen. Eine trägt eine helle Leuchte; einen Schwamm und einen bloßen Dolch die andere. In dem Aufzuge stehen beide am Bette des 13 Sokrates, der in tiefem Schlafe lag. Die mit dem Dolche fängt an: ›Hier, Schwester Panthia, hier siehst Du meinen teuren Endymion, meinen Ganymed, der so Tag als Nacht meine Schwäche gemißbraucht hat, und der nun meine Liebe mit Füßen tritt, meinen guten Namen schändet und mich auf ewig fliehen will. Aber daß ich mich doch von diesem arglistigen Ulysses hintergehen ließe und wie eine zweite Kalypso um ihn in ewiger Sehnsucht und Einsamkeit weinte! Mag indessen,‹ fuhr sie fort, mit ausgestreckter Rechten der Panthia mich zeigend, ›sein feiner Ratgeber da, Aristomenes, der ihm die Flucht in den Kopf gesetzt hat, jetzt aber, dem Tode nahe, nach aller Länge unter dem Bett ausgestreckt liegt und hier nach uns herschielt, mag er doch immerhin wähnen, allenthalben meine Schmach auszuposaunen; er soll mir schon über lang oder kurz, vielleicht nur allzubald, ja wohl gar noch jetzt, den Augenblick, all seine angebrachten Spöttereien so wie seine gegenwärtige Keckheit schmerzlich genug bereuen!‹ –

Als ich das hörte, brach mir der kalte Angstschweiß aus, und ich zitterte und bebte dergestalt unter meinem Bette, daß es auch nicht eine Minute ruhig stehen blieb, sondern unaufhörlich wie eine Stampfmühle schütterte und pochte.

›Ei,‹ sprach Panthia, ›warum kühlen wir denn nicht also unsern Mut an dem zuerst? Laß uns ihn, Schwester, wie Bacchantinnen in Stücke zerreißen oder binden und zum Verschnittenen machen!‹ – ›Keines von beiden!‹ versetzte Meroe (denn ich merkte an allem, daß es die war, von der Sokrates mir erzählte), ›er muß am Leben bleiben, um den Leib dieses Armseligen in ein wenig Sand zu verscharren.‹ – Hiermit kehrt sie den Kopf des Sokrates auf die Seite, senkt ihm den Dolch bis an das Heft in die Gurgel und fängt das hervorspritzende Blut so geschickt und sorgfältig in einem Schlauche 14 auf, daß auch kein Tröpfchen danebenkommt. Das haben diese meine Augen gesehen. Nun fährt sie – um keinen von den Opfergebräuchen aus der Acht zu lassen, wie mir dünkt – mit der rechten Hand durch die Wunde bis zu den Eingeweiden hinunter, sucht darin herum und bringt dann das Herz meines armen Kameraden zum Vorschein, während der Zeit er aus abgeschnittener Kehle laut röchelt und seinen Geist mit dem strudelnden Blute aufgibt. Panthia aber stopft die Wunde, wo sie am weitesten voneinander steht, mit einem Schwamme zu und murmelt dabei: ›Schwamm, Schwamm, in dem Meere geboren, geh in dem Flusse verloren!‹ Dies getan, so schieben sie das Bett von mir hinweg, treten mit auseinandergesperrten Beinen über mich hin, und jetzt regnen sie so lange auf mich herab, bis sie mich durchaus in den garstigsten Bökel eingeweicht haben. Kaum verließen sie die Schwelle, so erhebt sich die Tür wieder und kehrt an ihren Ort zurück, die Angeln springen wieder in ihre Pfannen ein, die Haspen eilen den Pfosten zu und die Riegel schieben sich von selbst wieder vor. Ich aber bleibe, wie ich war, am Boden hingestreckt liegen, atemlos, splitternackt, eiskalt und nicht minder benetzt, als ob ich eben erst aus Mutterleibe gekrochen; da ich doch schier halb ausgelebt, ja mich selber schon ganz überlebt hatte und mit allem Fuge als ein After-Ich, wenigstens als ein wohlbestallter Galgenkandidat anzusehen war. ›Was wird aus Dir werden,‹ sprach ich bei mir selbst, ›wenn man am Morgen den erwürgt im Bett finden wird? Wem wirst Du nicht der Wahrheit zum Trotze ein Lügner scheinen? Du hättest ja nur um Hilfe rufen dürfen, wird man sagen, wenn Du feige Memme Dich vor einem alten Weibe fürchtest! Vor Deinen Augen einen Menschen ermorden sehen und schweigen? Warum hat man Dich nicht auch auf den Kopf geschlagen? Warum hätte denn 15 die Mordlust der Hexe den Augenzeugen ihres Frevels verschont, von dem sie ja fürchten mußte, daß er sie verraten würde? Immer hin mit Dir zum Tode, dem Du also entronnen bist!‹

Ich überlegte das hin und her, unterdessen ging die Nacht zum Tage über. Am klügsten dünkte mir's da, mich noch in der Dämmerung fortzumachen und so geschwind und so weit zu rennen, als die Füße nur laufen wollten. Ich nehme also mein Bündel auf den Buckel, schließe die Stubentür auf, wiewohl erst nach vieler Mühe und Not, denn das vertrakte Schloß, das nachts von freien Stücken aufgesprungen, ließ jetzt sich lange störlen und rütteln, ehe es aufwollte, und gehe und rufe den Hausknecht. – ›He,‹ schreie ich, ›wo bist Du? mach das Tor auf, ich will fort!‹ – Er lag gleich hinter der Haustür auf einer Streu; noch halb im Schlafe, gab er mir zur Antwort: ›I, wißt Ihr denn nicht, die Straßen sind jetzt der Spitzbuben wegen so unsicher! Wo wollt Ihr denn noch bei Nacht hin? Rennt doch dem Tod nicht in den Rachen! Oder treibt Euch etwa ein böses Gewissen dazu? Nu, so dumm sind wir doch nicht, daß wir uns um Euretwillen sollten totschlagen lassen!‹ – ›Es ist ja nicht mehr weit vom Tage,‹ versetzte ich, ›und was können mir blutarmem Manne auch die Räuber stehlen? Weißt Du nicht, Narr, daß selbst zehn Banditen einen Nackenden nicht ausplündern können?‹ – Ohne sich zu ermuntern, warf er sich auf die andere Seite herum und sagte: ›Ach, wo weiß ich auch, ob Ihr nicht gar Euren Reisegefährten, mit dem Ihr gestern so spät hierherkamet, umgebracht habt und Euch nun durch die Flucht retten wollt!‹ –

Ich denke nicht anders, als es tut sich in dem Augenblick die Erde unter mir auf, und ich sehe aus dem innersten Tartarus hervor den Cerberus heißhungrig auf mich zufahren.

Jetzt kam es mir erst zu Sinne, daß die ehrliche Meroe 16 mitnichten aus Barmherzigkeit meiner Kehle geschont, sondern vielmehr aus Grausamkeit mich für den Galgen aufgespart habe.

Sobald ich also in die Stube zurückgekehrt, überlege ich in der Geschwindigkeit, wie ich mir das Leben nehmen will. Inzwischen, da kein ander tödliches Werkzeug anzutreffen war, als was mein Bett mir darbot, so wende ich mich zu demselben mit diesen Worten:

›Herzliebes Bett, das so viel Ungemach mit mir erlitten; Du, das alles mit angesehen, was diese Nacht hier vorgegangen ist; Du, der einzige Zeuge, den ich für meine Unschuld anrufen kann: o leihe mir zu meiner Reise in die Unterwelt gefälligen Beistand!‹ –

Während der Anrede knüpf ich den Strick los, womit es zusammengeschnürt war, werfe das eine Ende davon um einen Balken, der oben über das Fenster hervorragte, und befestige es daran, und an dem andern mache ich eine Schleife. Nun steige ich auf mein Bett in die Höhe, um mich zu erhenken, und streife mir die Schlinge über den Kopf.

Wie ich jetzt aber mit dem Fuße meine Stütze unter mir wegstoße, um durch meine Wucht im Herabfallen mir den Knoten um die Kehle desto fester zuzuziehen, so zerreißt mit einmal der alte verstockte Strick, und ich stürze auf den Sokrates, der dicht neben mir lag, so mächtig hin, daß wir uns beide überkollern und zusammen auf die Erde hinabrollen.

Und siehe, in demselbigen Augenblick reißt auch der Hausknecht die Tür auf und schnauzt herein: ›Wo seid Ihr denn nun,

Sie haben das Ende dieser Vorschau erreicht. Registrieren Sie sich, um mehr zu lesen!
Seite 1 von 1

Rezensionen

Was die anderen über Der goldene Esel denken

3.1
479 Bewertungen / 27 Rezensionen
Wie hat es Ihnen gefallen?
Bewertung: 0 von 5 Sternen

Leser-Rezensionen

  • (5/5)
    Fantastic read. A blend of ancient myth and reality, not sure which one is stranger. Just the fact that it was written long before Medieval times is mind boggling
  • (4/5)
    Transformations of Lucius, translated by Robert Graves. Limited to 2000 copies, in slip case Call No. PC 1.3
  • (4/5)
    The Robert Graves tranlation. Wonderful for it's showcasing of daily life and characters in the late Roman world.
  • (4/5)
    Apuleius' comedic romp is a gentle, breezy tale told through in the 3rd person P.O.V. He manages to touch on many characters, settings, and themes in his work and the component parts all serve to augment the whole. Apuleius is quite a writer, and the old fashioned language rather serves to accentuate the power of the language rather than serve as a detriment to it. All in all, a good show! 3.5 stars!
  • (4/5)
    The tales of Lucius Apuleius, whose adventures form the framework for storytelling at each of the locations along his journey, and there are many. Early in the tale, Lucius, because of his curiosity about magic, is transformed into an ass. As he is passed from owner to owner, he suffers beatings and cruelty and constant threats of death, but he is somehow within earshot of the stories he tells, most of which have to do with cuckoldry, and are humorous, although the punishments to the unfortunate, especially if they are slaves, are extreme. The most well-known of the tales is the Tale of Cupid and Psyche. At the end, however, Lucius is transformed back into human form, and becomes a devoted initiate into the cults of Isis and Osiris, and also has a career as a successful barrister.Robert Graves' translation is both readable and entertaining. The wry telling of the unfortunate but sympathetic narrator's adventures invites the term picaresque, although that particular designation for novels came much later. It's easy to see the influence of Lucius on world literature. This work from the 2nd century AD seems to have influenced Chaucer, and Shakespeare's Midsummer Night's Dream ia perhaps the most well-known instance of a human turning into an ass. Other borrowers include Milton, Boccacio, Cervantes, Dekker, Kyd and Kafka.The description of Isis, the Mother Goddess, is adoration itself: "so lovely a face that the gods themselves would have fallen down in adoration of it." Long thick hair falling in ringlets, crowned with a garland of flowers, and a disk on her forehead, held by vipers. A multi-colored linen robe; and a black mantle covered with stars. Her left hand holds suspended a boat-shaped gold dish, and on the handle there is an asp ready to strike. She is accompanied by all the perfumes of Arabia. She tells Lucius, "I am Nature, the Universal Mother, mistress of all the elements, primordial child of time, sovereign of all things spiritual, queen of the dead, queen also of the immortals, the single manifestation of all gods and goddesses that are. My nod governs the shiny heights of heaven, the wholesome sea breezes, the lamentable silences of the world below." Perhaps an invocation of Graves' White Goddess?
  • (3/5)
    Echte schelmenroman, maar het slothoofdstuk is heel anders van toon, veel ernstiger en beschrijvender. Globaal beeld van een heel harde, soms gruwelijke samenleving. Interessante informatie over Oosterse mysteriegodsdiensten.
  • (4/5)
    "Bestiality. Kidnapping. Mugging. Ye olde carjacking. Burglary. Assault. Murder. Female paedophiles. Incest. Male rape. Adultery. Animal cruelty. Serial killers in the making. Poisonings. Homosexual priest gangbangs. Shapeshifting. Gods and goddesses. The Seven Deadly Sins. Evil mother-in-laws. Drama. Comedy. Tragedy. Adventure. Romance. Horror. Urban legends. Stories within stories. Inspiration for that Hannibal episode where a person was sewn into a dead horse's belly."What more can you ask for?
  • (3/5)
    I read this in the Adlington translation and if I was a drug taker (I am not- this is better I would imagine), I would describe this as a trip. As I understand this edition was translated about 1566. Yes, that was the date of the translation. We are told that he used the second century original words along side the French edition and took us with him on this translation.I am as much delighted with this translation as I am with the stories. Much of the charm, if that is appropriate for much of the subject matter, come from this translation. This is definitely not appropriate for our current crop of censors but find a way to read it instead. It is a fancy after all and a very Roman one at that.I read this in the Kindle edition and it was one of the books that is available for no cost at all.Where have we come that some of the best literature can be delivered in our humble hands for a soft click? OK, we are in a Golden Age but we don't deserve it. Admit it. Imagine showing a Kindle to Thomas Jefferson and downloading this work at no cost. He would have made no time for his salons of music.
  • (3/5)
    Echte schelmenroman, maar het slothoofdstuk is heel anders van toon, veel ernstiger en beschrijvender. Globaal beeld van een heel harde, soms gruwelijke samenleving. Interessante informatie over Oosterse mysteriegodsdiensten.
  • (5/5)
    I thoroughly enjoyed Quentin Blake's artwork as well as the book. One of my all-time fave books is the Decameron and I picked up where the girl over the barrel/pot story came from....The Golden Ass. Twas an easy fun read watching the metamorphosis of the material Lucius (human to ass) into the spiritual Lucius (one who would diddle with the slave girl becomes one following the religion of Isis).
  • (3/5)
    This one was interesting. I enjoyed the playful language and the premise of the pickle in which the protagonist found himself. I presume the carnality would be considered shocking for the time, but it's inclusion added to the intrigue. This could certainly stand to be updated to a modern version in books and/or film. I suppose Pinocchio is a version of it.
  • (2/5)
    Once again I face the situation in which I don't know why this book is in the list of the "1001 books to read before you die". I'm not dismissing the whatsoever historical importance of this book, I just don't see the big deal in it. Is it the archaic language? The metaphors? The writing style, maybe it was the responsible for consolidating a new literature trend or something like that? Regardless, I'm not particularly proud for having read this book simply because I did not understand what's so good about it. The story was... okay. If you take it for a fantasy book, it's about a random guy who got himself turned into a... donkey and lived lots of adventures while hearing several mythological stories. Ehrm... nice?
    I do have a problem with older books: their writing style. Like in Heart of Darkness, this book sews together several occurrences in such a way that you can't really "take a break" from what you're reading (meaning you'll have paragraphs that last for two or three pages and have little to no punctuation, for they are part of one single idea). As a result, it's very, very easy to get lost with everything that's going on, which also means you'll probably have to do some re-reading of several paragraphs. Well, at least unlike Heart of Darkness, this book is slightly easier to understand in spite of the archaic English writing style.
    I didn't absolutely hate this book, but if my friend hadn't chosen it blindly for me to read it, I would never, ever have picked it.
  • (4/5)
    A witty book, full of raunchy and crass humor as you'd expect from Greek comedy. If it rambles and goes on wild digressions, it does so in much the same way as other great novels for centuries to come. Although I've never seen an analysis of The Golden Ass as an influence on Don Quixote, I believe I see the seeds of it there, from the times when chapters are spent on one character telling a story to another to the fact that our hero (before his metamorphosis) gets into a fight with some wineskins.
  • (4/5)
    I really enjoyed this earliest of novels right up till the end. The preposterous scenes, the ribald stories, and the beautiful Cupid and Psyche story- it's one of those books that made me grin time after time. I'm sure if I were a better Classics scholar it would be an even richer experience, as the notes after the text give me to understand.

    That being said, the last chapter made me think of those early Weekly Reader pictographs of 6 things, 5 of which belonged together in some way, and 1 of which did not. Maybe after I go to class today, I will learn more about why this odd appendage hangs on the end of the book. I suspect it's more my lack of scholarship than the book's fault.

    Recommended.
  • (4/5)
    A witty book, full of raunchy and crass humor as you'd expect from Greek comedy. If it rambles and goes on wild digressions, it does so in much the same way as other great novels for centuries to come. Although I've never seen an analysis of The Golden Ass as an influence on Don Quixote, I believe I see the seeds of it there, from the times when chapters are spent on one character telling a story to another to the fact that our hero (before his metamorphosis) gets into a fight with some wineskins.
  • (3/5)
    My review refers to Robert Graves translation. The narrative drags in the way that most classics do to the modern reader, but it does offer a lot of insight to Roman society.
  • (5/5)
    This is one of my favorite books. I read it for a class on the origins of the cult of the Virgin Mary. As a graduate student in the History of Art, I was using this class to better understand the early Christian representations of the Virgin (pre 8th century).The professor had placed it on reserve so I had to read it within the library. I never expected to be able to read it in one sitting, but once I started the book I just could not put it down. I had to move to a corner where there were no students because I could not help myself from laughing out loud quite frequently. No one prepared me for this delightful, sideways walk on the wild side of the Roman Mediterranean in the 2nd century.Apuleius became a devout worshiper of Isis. For the class, we were instructed to pay close attention to the attributes of Isis, since Mary would eventually take on these same abilities a few centuries after this was written. After all, Isis was the Egyptian mother goddess whose son, Horus, died and was reborn (only his birth/death cycle happens every year -- corresponding with the seasonal flooding of the Nile, if I remember correctly), so it was only logical that Mary would become her in many ways.Jesus took on the many attributes associated with Mithra (his feast day being Dec. 25th for one), as well as Horus, Osiris and even a little bit from Apollo too. Mary's cult developed much later (somewhere in the 6th century). As Christianity spread across the globe, it was famous for learning about the local deities, and if the priests were not able to directly convert the population, the priests would in effect say "that god you are worshiping is just like saint so & so, and if you pray to him or her to intercede for you to Jesus & God the Father, your prayers will be answered". This type of absorption/conversion by taking a local deity and transforming it into a saint is responsible for why it is very difficult to trace the original roots of some of the early saints to an actual person. Yes, there were flesh and blood people who were martyrs, and some of them became saints that developed into cults, but there is a large group of early saints who have conflicting origin stories, and therefor many religious historians doubt they were actual people but were created to absorb, and transform the local deities into a saint to Christianize the area.At the time this book was written, the Isis cult was one of the major faiths, if not the most popular throughout the Mediterranean. In fact, as an art historian, the familiar mother & infant poses of Mary and Jesus that were so popular during the Middle Ages, were direct copies of the poses used to depict Isis and Horus together.The professor also told us to notice Apuleius' treatment of the other popular religions of his day, but especially the degrading way he portrayed a female worshiper of Jesus Christ. Apuleius clearly had no respect for Christians. In general, this view of Christians is typical in 160 AD. The portrayal of the initiation into the Cult of Isis at the end of the book, is believed to be accurate, and offers great insight into mystery cults of the 1st & 2nd centuries. The rituals have similarities with those that would later be adopted by Christianity, especially the purification by water.Apuleius' raunchy romp is meant to be absurd, but also shows great truths of the Roman world, as well as prejudices and stereotypes from the perspective of a worshiper of Isis. This is why the ending is not out of joint from the rest of the book (as some people have suggested - they have only been reading on the superficial, sensual level) -- Lucius has struggled with his inappropriate behavior & faith, He has in essence gone through the trials of Job, and has prevailed and been rewarded and then purified and welcomed into the fold of the Isis cult.As others have mentioned, this book was known throughout the centuries to the well educated and clearly influenced numerous works, including: The Canterbury Tales, The Decameron, some of Shakespeare's Comedies, Dante's Divine Comedy, even Kafka's Metamorphosis (although the humor is strained in his world view), among many others. The Golden Ass needs to return to the required reading list for a complete education. I believe that a critical reading of this book cannot help but expand the reader's mind and general world perspective; and because of all the farcical sexual encounters, the process will be a fun one too. Sadly, this country's extreme conservative temperature will not tolerate returning this book to its rightful place of required reading until perhaps at the University level (and some would not even have it there...probably wishing to burn it -- especially for the way Apuleius portrays the Christian woman).
  • (4/5)
    The oldest book I've read. If it wasn't for the language used and the spellings, you'd be hard put to realise that this book dates from the 2nd Century AD. By turns funny, dark, entertaining and just downright enjoyable this book puts many of today's blockbusters to shame.
  • (4/5)
    Superficially, this is a silly book, written to entertain the reader with its farce, spectacle, tragedy, myth, and the various digressions into other brief stories with little obvious relevance to the main plot, other than that the author heard them told and wants to recall them for our pleasure. If the reader is attentive though, as he is told to be in the preface, then there are moral messages, philosophical reflections, and theologising also. The main theme that runs throughout the story concerns the penalties of indulging curiosity, which may be severe, but often in the end can lead to reward, if the character is strong enough to struggle through his difficulties. Not only is this in the main plot of the story, but also features in at least one of the small stories contained within it, illustrated in a slightly different way. Although Platonic theory is mentioned only once during the novel, the whole story is meant, I believe, to represent the searching for higher ideas above the earthly representations which we commonly see. This is compounded with some mystic religious stuff at the end, but in those days philosophy, knowledge, and religion, were all confused together by most people and not easily separated, but I suspect to some extent that the author was deliberately using allegories that could be easily understood to illustrate his more abstract reflections. Still, the book is amusing enough even if all the edifying stuff in it is ignored or not understood, and is surprising readable considering it was written nearly two thousand years ago. I have perhaps either not done the book justice in my reading of it, or alternatively have read things into it which are not there, but I'm sure it would stand up to a second reading, as it is short enough, for all to become clear.
  • (5/5)
    One of the earliest novels to survive, a hilarious and bawdy story of a young man turned into an ass and the adventures that follow. Gives the author a chance to chronicle different aspects of Roman society, and the characters you encounter certainly have their modern day counterparts. Graves' translation is extremely readable. Things slack off a little toward the end, but overall this is one book from Roman times that you can easily read for pleasure, and not just out of a sense of historical curiosity, in the 21st century.
  • (5/5)
    An incredible story that continues to entertain even after nearly 2000 years. Lucius's adventures and stories are the epitome of the storytelling art! If only we had more novels from this era survive, I can only wonder what incredible tales we have missed out on. The story about Cupid and Psyche is moving, so much tragedy yet with a happy ending and his conversion to Isis and Osiris worship incredibly interesting to read. Do not let this book pass you by without giving it a chance!!
  • (3/5)
    A collection of stories which are bound together under the theme of the travels of Lucius Apuleius.
  • (5/5)
    One of the funniest works I have ever read. Apuleius puts contemporary humourists to shame.
  • (5/5)
    My first reading of any Latin literature. Cupid and Psyche were my favorites and remain still.
  • (4/5)
    The Golden Ass often gets described as the only complete Ancient novel in Latin, but it’s more of a collection of stories, myths and anecdotes held together by a thin framing device. The plot is well-known. A well-off Roman Citizen in Greece messes around with black magic and gets transformed into a donkey. Cue a picaresque series of owners as he gets bought, sold, stolen and adopted by ambitious robbers, effeminate priests, greedy millers, cruel boys, and lusty upper class women. Each owner has comedic things happening to them and plenty of bawdy and tall tales anecdotes to tell -- or they know people who do. It’s all rather flimsily tied together, but the cohesion, of course, is much less important than the accumulation of humorous stories. Although several of the episodes in Lucius' life as a donkey and the anecdotes he overhears are genuinely funny, much of the humour is of the slapstick-meets-satire kind, which is not really up my street, and stereotypes and black-and-white morality reign, which I'm not too keen on, either. But that is not to say The Golden Ass isn't a great deal of fun to read; it is, albeit not in the way that it was originally intended: many of the things I liked (apart from the ribaldry) are things I doubt were meant as such by the author.For one thing, I liked the openly appreciative attitude towards sexuality: sex, not as a foul practice to be ashamed about, but as something that people willingly admit to doing frequently. Another thing I found fascinating is the snippets of daily life casually mentioned as part of the background: how streets were lighted at night, how towns were planned, and how various tradespeople ran their businesses. All of these were glimpses into a fully functional civilization whose everyday life and whose bureaucracy I know very little about. I was also intrigued by how violent a place the Empire seems to have been to live in: corporal punishment is standard practice, and brutal attacks on and indifferent cruelty towards slaves, animals, women and non-citizens is presented as normal. Morality, as it appears in this book, serves to further a fundamental double standard: one standard for the male citizen (wealthy and good-looking), and another for everyone and everything else. These, and other parts of the “world building” in this book, were what almost interested me more than the actual story.In all, The Golden Ass is quite entertaining as a book of bawdiness and mild satire, though I couldn't help but view it as anything but an 1800-year old book, and enjoyed it primarily as such.
  • (5/5)
    a masterpiece ,so interesting and entertaining as a read. for beneath the humorous and the sharp ironies lay a religious and philosophical thoughtful mind.
    Amusing tales within tales, recollections of characters of various misadventures and misfortunes ....
    Lucius A wandering spirit Suffering in his heedless traveling over the world in order to work out his salvation.

    Interesting how magic plays a prominent role in the everyday life.

    His deep love of life with his eager and curiosity , and mocking personality,And interest on magic transmogrifications,leads him to asks his new mistress to apply one of the forbidden magic spells on him. He aimed to become a bird, flying everywhere...

    She applies the wrong potion and Lucius turns into an ass.

    And here begins a series of adventures from which Lucius repeatedly changes masters while still an ass. The masters are invariably cruel, abusing Lucius , He is eternally beaten and degraded, and threatened with death and castration more than once .


    The novel serves a window into Roman society, one sees every level and division of society, which produces a more accurate view of life for the common man.the problems of misused power ,and wives whom cheat on husbands, and husbands who many times kill their wives' lovers.

    The importance of religion, especially for Lucius, comes to light upon Lucius rebirth into his human form by the work of the goddess Isis. After this rebirth Lucius seems to find his final and ultimate purpose for his life and realizes how the events that have taken place, leads him to what he was searching for..

    The myth of Psyche and Cupid is what I admired most in the novel
    A fascinating and exciting love story that can overcome all barriers and be blind to faults.
    Psyche’s beauty gives her no pleasure, but separates her from others. Her father, unable to find a husband for her, goes to the oracle for advice.
    Cupid falls in love with Psyche but conceals his identity from her, visiting her only at night. Fearing he is an evil person, she looks at him, although forbidden to do so. Cupid then abandons her.




  • (4/5)
    Picked this off the shelf again when looking for something to read in bed while convalescing. Pleased to see that I bought it in Gloucester Road, April 1989. I love it when I find these reminders in my books – I know just the shop, one I used to visit often, when I was working in the Imperial College Chaplaincy. That was the last time I read it, and judging from my recollection of the work I was rather less mature at the time than I believed – aren’t we all at 24? I remembered it as a rather saucy tale of a man who is somehow transformed into an ass and has a rare old time before managing to reverse the transmogrification. Well, Lucius is made an ass, through taking a magic potion, stolen for him in mistake for one that will make him an owl by his slave girl lover. But his life as an ass is not exactly a jolly romp, as animals, (and especially the ass) in the 2nd century AD were not afforded the consideration which we now consider their right. Lucius has to endure beatings and hard useage during his 12 month journey, although he does acquire a great store of tales to pass on to the reader - including Cupid and Psyche. His transformation, as Graves points out in his introduction, is his punishment for his unseemly interest in black magic, and the secrets that properly belong only to the gods. The book is the story of his return to the goddess’ favour and her eventual pity for him. He becomes one of the ‘twice born’, an initiate and then a priest of Isis. It is, in fact, a very moral book, although it is not a Christian morality, and Apuleius has a very poor opinion of Christians. I was fascinated to find in Lucius’ struggles to find the money for his priestly initiation an echo of the parable of the pearl of great price: “If you wanted to buy something that gave you true pleasure, would you hesitate for a moment before parting with your clothes? Then why, when about to partake of my holy sacrament, do you hesitate to resign yourself to a poverty of which you will never need to repent?” Lies breathed through silver, indeed.