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Die Wolken

Die Wolken

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Die Wolken

Länge:
85 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 27, 2015
ISBN:
9783956768989
Format:
Buch

Beschreibung

Aristophanes (* zwischen 450 v. Chr. und 444 v. Chr. in Athen; † um 380 v. Chr. ebenda) war ein griechischer Komödiendichter. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der griechischen Komödie, insbesondere der Alten Komödie, und des griechischen Theaters überhaupt. (Auszug aus Wikipedia)
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 27, 2015
ISBN:
9783956768989
Format:
Buch

Über den Autor

Often referred to as the father of comedy, Aristophanes was an ancient Greek comedic playwright who was active in ancient Athens during the fourth century BCE, both during and after the Peloponnesian War. His surviving plays collectively represent most of the extant examples of the genre known as Old Comedy and serve as a foundation for future dramatic comedy in Western dramatic literature. Aristophanes’ works are most notable for their political satire, and he often ridiculed public figures, including, most famously, Socrates, in his play The Clouds. Aristophanes is also recognized for his realistic representations of daily life in Athens, and his works provide an important source to understand the social reality of life in Ancient Greece. Aristophanes died sometime after 386 BCE of unknown causes.


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Die Wolken - Aristophanes

Personen

Die Wolken

Erste Szene

Morgendämmerung. Straße einer Vorstadt von Athen. Wohnung des Sokrates. In deren Nähe das Haus des Strepsiades, in dessen Schlafzimmer man hineinsieht

Strepsiades. Pheidippides. Im Hintergrund Sklaven. Alle schlafend auf ihrem Nachtlager

Strepsiades erwacht und gähnt:

I-uh! I-uh!

Allmächtiger Zeus, welch ewig lange Nächte!

Nein, zum Verzweifeln! – Will's denn gar nicht tagen?

Den Hahnenschrei hab' ich doch längst gehört. –

Die Sklaven schnarchen – – Sonst vertrieb man's ihnen!

Mit der Faust agierend, auffahrend

Ein wahres Elend, der verdammte Krieg!

Man muß sich scheu'n sogar, die Kerls zu prügeln.

Und auch mein hoffnungsvoller Junker dort,

Der wacht die ganze Nacht nicht auf und farzt,

In Geißfelldecken fünffach eingewickelt! –

Meinthalb! – Ich deck' mich zu und schnarche mit. –

Nach einer Pause

Ja, wenn ich schlafen könnte! – Au, das zwickt,

Das Zahlen, Rossefüttern, Schuldenmachen

Für dieses Früchtchen da! – Und er? – Mit langen

Gelockten Haaren reitet er und fährt,

Und träumt von nichts als Rossen. – Ich – verzweifle.

Sooft der Monat halb vorüber ist:

Da rückt der Zins heran. – He, Bube, Licht!

Und bring das Hausbuch! – Muß doch nachsehn, wem

Ich alles schuld', und was die Zinsen machen.

Ein Sklave bringt Licht und Buch

Laß sehn: was bin ich schuldig? – Pasias –

Zwölf Pfund! – dem Pasias zwölf? – wofür? – Aha!

Der Goldfuchs, den ich kauft'! – Ein Auge gäb' ich

Darum, hätt' ich gespart die goldnen Füchse!

Pheidippides im Schlafe

Philon, das geht nicht! Fahr auf deiner Bahn!

Strepsiades: Da habt ihr's! Das ist grade mein Ruin!

Von nichts als Rossen spricht er selbst im Traum.

Pheidippides wie oben:

Wie viele Fahrten gilt's mit dem Gespann?

Strepsiades: Mir gilt's! Mich, deinen Vater, jagst du 'rum!

Liest weiter im Buch

Pasias! – »Was lastet sonst für Schuld auf mir?« –

Amynias – für Rad und Sitz: drei Minen.

Pheidippides wie oben:

Fort mit dem Roß zur Schwemm', und dann nach Haus!

Strepsiades lauter:

Mich schwemmst du weg von Haus und Hof, du Schlingel!

Der will sein Geld zurück, zehn andre drohn

Mich aufzupfänden für die Zinsen –

Pheidippides erwachend:                         Vater,

Was stöhnst und wälzt du dich die ganze Nacht?

Strepsiades: Die Brummer beißen mich zum Bett hinaus.

Pheidippides: Hör, Alter, laß mich noch ein wenig ruhn!

Strepsiades: Schlaf du nur zu; die ganze Schuldenlast,

Das sag' ich dir, fällt doch auf deinen Kopf! –

Verdammte Kupplerin, die mich beschwatzt,

Daß ich zum Weibe deine Mutter nahm!

Das schönste Leben hätt' ich auf dem Lande:

Hübsch durcheinander, recht im Speck und Dreck,

Behaglich unter Honig, Woll' und Trestern!

Da nahm ich, Bauer, aus dem Haus Megakles

Megakles' Nichte, städtisch, üppig, stolz

Und flott, die eingefleischte Koisyra:

Als ich mit der das Hochzeitsbett bestieg,

Roch ich nach Hefe, Käs und schmutz'ger Wolle,

Sie nach Pomade, Schmink' und Zungenküßchen,

Hoffart, Verschwendung, Schlemmerei und Buhlschaft.

Faul war sie nicht, o nein, sie zettelte

Am Webstuhl, und ich zeigt' ihr oft mein Wams

Und sprach verblümt: ›Frau, du verzettelst viel!‹

Sklave: In unsrer Lamp' ist nicht ein Tropfen Öl!

Strepsiades: Was brennst du denn auch die versoffne Ampel?

Komm her, ich will dir! Schlägt nach ihm

Sklave:                               Aber, Herr, warum denn?

Strepsiades: Was steckst du grad den dicksten Docht hinein?

Sklave ab

Danach, als uns dies Söhnchen ward beschert,

Will sagen, mir und meiner wackern Ehfrau,

Gleich zankten wir uns über seinen Namen:

Sie wollt' ein ›Hippos‹ dran, 'nen Ritternamen,

Philipp, Charipp, Xanthipp, Kallipides,

Ich, nach dem Großpapa: Pheidonides.

Wir stritten hin und her, bis wir zuletzt

Eins wurden, ihn Pheidippides zu nennen.

Sie nahm ihn auf den Arm und streichelt' ihn:

›Wenn du mal groß bist und im Purpurrock

Zur Stadt fährst wie Megakles‹ – ›Nein, wenn du

Im Schafpelz‹ – fiel ich ein – ›vom Phelleuswald

Heim mit den Ziegen fährst, wie einst dein Vater – –‹

Was half's? Auf meine Lehren hört' er nicht,

Und hat mir nun auch Hab und Gut verrösselt.

Da sinn' ich nun die Nacht durch hin und her,

Und einen Ausweg hab' ich jetzt gefunden,

Nein, göttlich, einzig! – Folgt er mir, bin ich

Geborgen! – Vorderhand will ich ihn wecken;

Doch ja recht sanft! – Laß sehn, wie mach' ich das? –

Pheidippides! Geht an sein Lager

                    Pheidippides'chen!

Pheidippides:                                   Vater?

Strepsiades: Komm, küsse mich und gib mir deine Hand!

Pheidippides steht auf:

Da! Und was weiter?

Strepsiades:                     Sag: hast du mich lieb?

Pheidippides: Das weiß Poseidon dort, der Gott der Rosse!

Strepsiades: Ich bitt' dich, laß den

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