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Die Frauen der Wittelsbacher: Ein Frauenbild vom Mittelalter bis in die Gegenwart

Die Frauen der Wittelsbacher: Ein Frauenbild vom Mittelalter bis in die Gegenwart

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Die Frauen der Wittelsbacher: Ein Frauenbild vom Mittelalter bis in die Gegenwart

Länge:
126 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 7, 2014
ISBN:
9783735731999
Format:
Buch

Beschreibung

Mit ihrem vierten Buch begibt sich die Autorin Evelyne Bechmann in ein ganz neues Fachgebiet. Dieses Werk betrachtet aus geschichtlicher Sicht die sich verändernde Rolle der Frau in der Gesellschaft im Laufe der Jahrhunderte. Was lag näher, als dies an Hand der Wittelsbacher zu tun, die der Autorin Heimatstadt Landshut gegründet haben. Das Buch hat seinen Beginn im tiefsten Mittelalter und endet in der heutigen Zeit. In ihrem Fazit fasst Frau Bechmann nochmals die Errungenschaften der Frau im Laufe der Jahrhunderte zusammen. Doch ist dieses Werk keine hochwissenschaftliche Abhandlung, sondern es erzählt auf mitfühlende Art und Weise von Frauen, die sich vom wertlosen Gegenstand zur emanzipierten Frau entwickelt haben.
Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 7, 2014
ISBN:
9783735731999
Format:
Buch

Über den Autor

Die Diplom-Schriftstellerin Evelyne Bechmann, die im Mai 1956 in Landshut geboren wurde, hat bereits sechs Bücher veröffentlicht: Das Leben im Fokus der Jahreszeiten (Lyrikband), Auf sanften Flügeln durch das Land der Phantasie (Märchen- und Geschichtenbuch), Gegensätzliches (Texte zum Schmunzeln und Nachdenken für Erwachsene), Die Frauen der Wittelsbacher (Sachbuch zum Bild der Frau im Wandel der Jahrhunderte), Weitere Bücher sind in der Planung.


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Buchvorschau

Die Frauen der Wittelsbacher - Evelyne Bechmann

Gegenwart

Die Anfänge

Wir wollen uns nicht so sehr bei der Herkunft der Wittelsbacher aufhalten, dafür gibt es genügend historisch ausgerichtete Niederschriften und deshalb setze ich auch nicht um das Jahr 1000 an, sondern um 1180.

Graf Otto VIII. von Scheyern erhält im Jahre 1180 aus der Hand Kaiser Friedrichs I. (Barbarossa) das Herzogtum Bayern, zum Dank für seine geleisteten Dienste beim Italienfeldzug (zu sehen auf den Wandgobelins der Burg Trausnitz in Landshut). Heinrich der Löwe wurde geschlagen und als Kaiser abgesetzt. Der Graf aus Scheyern darf sich fortan Herzog nennen und geht als Herzog Otto I. von Wittelsbach in die Geschichte ein. Er beginnt mit dem Bau des ersten Stammsitzes der Wittelsbacher, der Burg Trausnitz in Landshut (Landeshuata = Schutz des Landes). Die vielen wilden Isararme, boten Wegelagerern Unterschlupf. Handelstreibende in Richtung Norden (Salzstraße) waren nun sicherer, mussten dafür aber natürlich Zölle entrichten. Der Sohn Ottos I., Ludwig der Kelheimer, sollte den ersten Burgbau beenden. Damit kommt auch die erste Frau der Wittelsbacher ins Spiel, Ludmilla von Böhmen (= Ludmilla von Bogen; in erster Ehe verheiratet mit dem Grafen Albert III. von Bogen).

Ludmilla von Böhmen

Nachdem der Graf Albert von Bogen im Jahr 1197 gestorben war, hinterließ er nicht nur seine nicht allzu sehr um ihn trauernde Witwe, denn der Graf soll ein echter Haudegen gewesen sein, sondern auch drei männliche Erben, die damals noch minderjährig waren. Ludmilla und die Grafschaft Bogen waren nun fast schutzlos. Im Mittelalter nicht ungefährlich, denn Raubritter konnten sich des Gebietes bemächtigen. Also musste sich Ludmilla schnellstens einen neuen Gatten suchen. Sie selbst war von Geburt eine böhmische Prinzessin. Aber es zeichnete sich bald ein ernst zu nehmender Bewerber ab, nämlich Herzog Ludwig I. Er war einer der Feinde des Grafen von Bogen gewesen. Da Ludmilla in ihrer ersten Ehe mit Graf Albert von Bogen nicht sehr glücklich war, kann man es als späte Rache verstehen, dass sie sich auf Ludwig einließ, nicht ohne ihm vorher ein Eheversprechen zu entlocken, das im Jahre 1204 eingelöst wurde. Berichte dazu sagen, dass die Gräfin in ihrem Schlafgemach einen Vorhang mit drei Rittern bemalen ließ, hinter dem sie tatsächlich drei Ritter versteckte. Bevor sie ich Herzog Ludwig hingab, entlockte sie ihm das Heiratsversprechen, das am nächsten Morgen von den drei Rittern bestätigt wurde. Für die drei minderjährigen Knaben des Grafen, so sagt man, sei der Herzog ein guter Vater gewesen. Ludwig zeugte mit Ludmilla aber auch selbst noch einen Sohn, den Erben des Hauses, Otto II. (1206-1253), der nach der Ermordung seines Vaters Ludwig auf der Donaubrücke in Kelheim (1231) nun Chef der Dynastie wurde. Durch den Tod seines Halbbruders Adalbert (1242) starb die Linie der Grafen von Bogen aus und das Erbe seines Halbbruders ging an Otto über. So hatte Ludwig mit Ludmilla eine schlaue Heiratspolitik betrieben. Ludmilla brachte somit nicht nur Ländereien mit in die Ehe, sondern auch durch das Bündnis mit dem böhmischen Könighaus, dem sie entstammte, eine gewisse Sicherheit gegen die vom Süden her vordringenden Babenberger. Und noch etwas hat uns die Herzogin hinterlassen; die weißblaue Rautenfahne der Grafen von Bogen, ziert noch heute das Wappen des Freistaats Bayern. Ludmilla aber hat ihren zweiten Mann von Herzen geliebt und als er ermordet wurde, überließ sie alles ihrem Sohn und gründete die Zisterzienserinnenabtei Seligenthal (damals außerhalb von Landshut). Dorthin zog sie sich in ihrem Schmerz zurück und wurde dort, als sie 1240 starb, auch begraben und gründete somit die erste Grablege der Wittelsbacher. Ein holzgeschnitztes Chorfries in der Afrakapelle des Klosters erinnert noch heute an diese zu Lebzeiten glückliche Ehe des Herzogspaar. Auch in der „neuen" Seligenthaler Klosterkirche (1732-34 erbaut) hängt ein großes Ölgemälde, das die Klostergründerin Ludmilla als Stifterin der Abtei zeigt.

Holzfries Ludmilla von Böhmen

Agnes von Staufen

Agnes von Staufen war die Schwiegertochter von vorstehend genannter Ludmilla und somit die Ehefrau Otto II. von Wittelsbach. Von ihr wissen wir nicht sehr viel, nur, dass durch ihre Heirat mit dem bayrischen Herzog (und durch die ihrer Schwester Irmengard mit dem Markgrafen von Baden) die Dynastie gesichert wurde, denn durch sie kam auch die Pfalz zu Bayern und sie war die Urgroßmutter des ersten Kaisers aus der Wittelsbacherlinie, Ludwig IV.. Sie brachte den goldenen Löwen auf schwarzem Grund als Wappentier nach Bayern mit. Die Tochter von Agnes, Elisabeth, bringt mit Ludwig dem Strengen, einem unbeherrschtem Mann, den Vater des Kaisers, Ludwig IV., zur Welt.

Maria von Brabant

Sie war die Frau Herzog Ludwigs des II. (des Strengen), die er, in blinder Wut und in maßloser Eifersucht auf einen vermeintlichen Nebenbuhler, schon zwei Jahre nach der Hochzeit in Jahre 1256 im Burghof der Burg Mangoldstein bei Donauwörth köpfen ließ. Die zu Unrecht beschuldigte Maria wurde nur 30 Jahre alt und hinterließ keine Kinder. Mit Maria starben der Bote eines unseligerweise verwechselten Briefes, der Vogt der Burg und zwei Hofdamen von Maria. Nur zwei Jahre zuvor hatte er seine Frau am 2. August 1254, in einem prachtvollen Festakt in Landshut geheiratet. Zu spät erkannte er seine Fehlhandlung und gründete zur Sühne das Zisterzienserkloster Fürstenfeld bei Fürstenfeldbruck, wo Marias Leichnam auch beigesetzt wurde und auch er seine letzte Ruhestätte fand. Man munkelt aber auch, dass es vielleicht gar keine Eifersuchtstat war, der Maria zum Opfer fiel, sondern eine politisch motivierte Tat. Denn der herrschende König Wilhelm (Cousin von Maria) war dahintergekommen, dass gegen ihn ein Komplott geschmiedet wurde. Auf der Seite der Staufer kämpfte auch Herzog Ludwig. Wilhelm wollte seine Cousine aus dem Wirkungsbereich des Wittelsbachers zurückholen. Dem kam der Bayernherzog zuvor, indem er sie köpfen ließ.

Wäre es Wilhelm gelungen, Maria zu holen, hätte das wohl das Ende des Herzogtums der Wittelsbacher auf dem Bayrischen Thron bedeuten können. So hatte Ludwig das Unheil abgewendet und seine junge, unschuldige Frau Maria musste dafür einen grausamen Tod sterben (wie auch zehn Tage nach ihr, ihr Cousin Wilhelm, der ebenfalls ermordet wurde). Ludwig (er hieß fortan der Strenge) musste die Gräueltat an seiner Frau nicht einmal sühnen, da er der oberste Gerichtsherr seines Landes war.

Ludwig hat übrigens noch zweimal geheiratet.

Wie muss sich seine zweite Frau Anna von Schlesien-Glogau wohl gefühlt haben, als sie erfuhr, dass ihr Gatte seine erste Frau köpfen ließ? Sie musste ihn trotzdem heiraten, denn Frauen wurden zu dieser Zeit selten gefragt, ob sie jemanden ehelichen wollten. Sie hatten zu gehorchen, um ihrer Dynastie zu dienen und dem Herrscherhaus, in das sie hineinheirateten, möglichst viele Kinder zu schenken, die wiederum durch ihre Heirat der Dynastie Vorteile verschaffen sollten. Aus der 1260 geschlossenen Ehe gingen drei Kinder hervor und Anna starb 1271 eines natürlichen, aber auch viel zu frühen Todes, denn ihr letztes Kind, ihr einziger Sohn, war damals erst vier Jahre alt.

Aus seiner dritten Ehe mit Mathilde von Hohenberg, die 22 Jahre jünger als ihr Gatte war, stammt auch

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