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Das Hohelied des Himmels

Das Hohelied des Himmels

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Das Hohelied des Himmels

Länge:
321 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
6. Nov. 2014
ISBN:
9783738682762
Format:
Buch

Beschreibung

Dieses Buch über hermetische Astrologie entbehrt jeglichem Kommentar, da der Name des Autor Dr. Georg Lomer schon für sich selber spricht. Selbst Franz Bardon schätzte ihn sehr, da er die gleichen Lehren vertrat, wie der große Meister.
Herausgeber:
Freigegeben:
6. Nov. 2014
ISBN:
9783738682762
Format:
Buch

Über den Autor

Dr. Georg Lomer ist einer der bekanntesten Okkultisten, Astrologen und Hermetiker, welcher hoch geschätzt und verehrt wurde. Er selbst schrieb unzählige Bücher, Artikel, Aufsätze und leitete obendrein eine hermetische Zeitschrift. Seine universellen Werke zählen zu den Besten der esoterischen Literatur.


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Buchvorschau

Das Hohelied des Himmels - Georg Lomer

Gott!

1. Buch – Erster Abschnitt

Du und das Weltall

Die Auseinandersetzung mit Gott bleibt keinem denkenden und fühlenden Menschen erspart. Fassen wir „Gott" auf, als das Weltall mit allen seinen Kräften und Möglichkeiten, so handelt es sich also um die Auseinandersetzung des Einzelmenschen mit dem Weltall. Sie beginnt naturgemäß mit einer Frage.

Du trittst vielleicht in einer sternübersäten Nacht vor dein Haus und stehst überwältigt vor dem Glanze der Himmel. Du ahnst und fühlst ein höheres Ganzes, vor dem dein gebrechlicher Menschengeist in Ehrfurcht und Andacht verstummt. In diese Andachtsgefühle aber mischt sich wie von ungefähr die sehnsüchtig anklopfende Frage: „Was haben alle diese flammenden und flirrenden Welten mit mir zu tun? Wie stehen sie mit mir in Verbindung? Wo ist der goldene Faden, an dem ich mich zu ihrem Verständnis emportasten kann?"

Du wendest dich an einen unserer Astronomen und fragst. Was für eine Antwort gibt er dir?

Er gibt dir Zahlen und, wenn es hoch kommt, ein paar physikalische Tatsachen. Er spricht dir etwa von den Milchstraßensystemen des Weltenbaues und lässt dich einen Schauer anwehen aus den ungeheuren Raummaßen, in denen sich alle diese weltenfernen Dinge bewegen; du hörst, dass der Astronom Weltraumgegenden kennt, d. h. zu beobachten begonnen hat, deren Sternenlicht 100.000 und mehr Jahre braucht, um zu dir zu gelangen, dass der „nahe Fixstern Alpha Centauri in Wirklichkeit aus zwei ungeheuren Sonnen bestehe, hundertmal größer als die unsere, deren Licht noch immer über 4 Jahre braucht, um dein Auge zu treffen, und die vielleicht längst erloschen sind, wenn dieses dein Auge sie heute „sieht. Du erfährst etwa, dass der Jupiter fast 12 Jahre zu seinem Umlaufe um die Sonne brauche; dass dann und dann zu einem genau berechneten Zeitpunkte eine Sonnen- oder eine Mondfinsternis zu erwarten sei, die total oder nicht total sei, die man in Amerika oder Australien beobachten könne; dass wieder einmal ein neuer Komet entdeckt sei, oder meinetwegen ein Sternnebel, der fortan den Namen des stolzen Entdeckers tragen dürfe. Kurz, Namen, Zahlen, Erläuterungen prallen an dein hungriges Ohr, aber sie stillen deinen Hunger nicht.

Nicht einmal verlässliche Wettervoraussagen für deine Saat und Ernte vermag dir die landläufige Astronomie oder ihre Zwillingsschwester, die Meteorologie zu versprechen. Und es ist schon viel, wenn sie sich herbeilässt, an der Hand ihrer Beobachtungen die Möglichkeiten eines Weltunterganges ernsthaft zu erörtern und – selbstverständlich – beruhigend zu verneinen.

Lohnt es sich wirklich, so fragen wir, teure Sternwarten mit ihrem gewaltigen Assistenten- und Instrumentenapparat zu unterhalten, um etwa den Durchgang der Venus oder die nächste Sonnenfinsternis zu berechnen, wenn uns dies und alles andere, was wir beobachten könnten, eigentlich persönlich gar nichts angeht?

Aber es liegt uns sehr fern, die wirklichen Verdienste der neueren Himmelswissenschaft ernstlich schmälern zu wollen. Mag sie auch in der kosmischen Psychologie, im Aufbau einer modernen kosmischen Beziehungslehre versagt haben, so hat sie doch die Himmelsgeographie und Himmels-Ethnographie, – um diese Ausdrücke zu prägen, – weitschichtig ausgebaut und uns merklich nahe gebracht. Die großartigen Planetarien, welche jetzt überall in Deutschland entstehen, sind dessen Zeugnis.

Sie hat uns auch die überwältigende Genauigkeit, die gleichsam technisch durchdachte Funktionstüchtigkeit aufgezeigt, mit welcher das himmlische Räderwerk stündlich und sekündlich ineinander greift. Und hat uns damit ein Mittel in die Hand gegeben, vergangene wie kommende Zusammensetzungen des Himmelsbildes zahlenmäßig einwandfrei zu errechnen und für andere Zweige der Wissenschaft (Geologie, Altertumsforschung usw.) dienstbar zu machen. Es ist immerhin ganz lehrreich, einiges von den seltsamen Zahlenverwandtschaften zu hören, auf die z. B. neuerdings Ruths in Darmstadt so eindringlich hingewiesen hat. So entsprechen 100 Umläufe des 1. Saturnmondes genau 7 Umläufen des 4. Saturnmondes, 40 Umläufe des Neptunmondes entsprechen gerade 27 des 3. Uranusmondes, und 27 Umläufe des Neptunmondes genau zweien des 8. Saturnmondes. Und so weiter in langer Folge. Der Uranus braucht zu seinem Umlauf um das Zentralgestirn 84 d. i. 7 mal 12 Jahre, der Jupiter nicht ganz 12 Jahre. Der Saturn etwas über 4 mal 7, nämlich etwa 29 Jahre. Bestimmte Zahlen kehren überhaupt mit auffallender Regelmäßigkeit wieder, so die 7, die 12, aber auch die 13. Und wie hier die Umlaufszeiten der Haupt- und Nebenplaneten (ihrer Trabanten) auf das Merkwürdigste miteinander verflochten sind und miteinander in Beziehung stehen, so verhält es sich, – dem heutigen Stande unseres Wissens gemäß, – mit dem ganzen sichtbaren Weltall. Überall Sonnensysteme, wenn auch sehr verschiedenen Aufbaues, überall Schwärme dieser höheren Einheit, die sich in grandiosem Reigen, zu neuen Großgruppen vereint, um zentrale Kraftpunkte schwingen. Riesige Weltallslinsen oder Spiralen, deren Tausende und aber Tausende die unergründlichen Himmelstiefen bevölkern und sich ihrerseits aus Milliarden von Sonnensystemen – bis heute sind ihrer etwa 35 Milliarden herausgerechnet und wie viele mögen es in Wahrheit sein! – zusammensetzen.

Alle diese Gebilde schweben und schwingen in kaum ausdenkbaren Entfernungen von uns und unter sich im „Raume, den wir uns beileibe nicht „leer vorstellen dürfen. Er ist vielmehr der Mutterschoss sämtlicher Weltkräfte, und die Sonnen, die da in Schwärmen dahinjagen, sind nichts als die sichtbaren Verdichtungs- oder Kristallisationspunkte schwingender Kraftfelder, sind die sichtbar gewordenen Symbole ungeheurer Ätherwirbel, die von einer universellen Urkraft, einer Geistkraft gelenkt und bewegt werden.

Die Astronomie ist es, die uns den sichtbaren Leib dieser im größeren Teil für uns unsichtbaren Gottheit kennen lehrte. Was sie treibt, ist sozusagen beschreibende Himmelsanatomie, nicht mehr. Aber es ist die Anatomie eines lebendigen, ständig in brausender Bewegung befindlichen Leibes, und muss doch dazu mit sehr unzulänglichen, allzu irdischen Mitteln betrieben werden, deren Unvollkommenkeit das starke Selbstbewusstsein, die große Selbstsicherheit mancher ihrer Träger keineswegs rechtfertigt. Die fernsten Himmelskörper, von denen wir heute Kunde haben, sind so weit entfernt, dass ihr Licht Hunderttausende von Lichtjahren braucht, um zu uns zu gelangen. Was wir heute von ihnen erfahren, hat sich also vor hunderttausenden von Lichtjahren zugetragen, und niemand, d. h. kein Mensch weiß, ob sie heute überhaupt noch vorhanden sind. Selbst der nächste Fixstern, Alpha Centauri, ist über 4 Lichtjahre von uns entfernt. Wer sagt uns, dass sie heute überhaupt noch leuchtet und nicht längst erloschen ist. Ja, wir können noch weiter gehen und diesen Gesichtspunkt selbst auf unsere altvertraute Sonne anwenden. Wenn du, mein Leser, in diesem Augenblick in die Sonne schaust, so besteht theoretisch durchaus die Möglichkeit, dass sie in Wirklichkeit bereits seit sieben Minuten erloschen, also nicht mehr vorhanden ist; denn fast 8 Minuten braucht das Sonnenlicht zur Erde zu gelangen. Praktisch besteht jene Gefahr allerdings nicht; denn das Licht ist bei weitem nicht das einzige Band, mittels dessen Sonne und Erde verbunden sind und ein Untergang des Sonnensystems würde sich lange, lange vorbereiten und uns auf hundertfältige, unmissverständliche Art fühlbar werden. Auch Mutter und Kind bleiben ja lebenslang durch unsichtbare Bande innigst verbunden.

Jedenfalls zeigt uns obiger Gesichtspunkt zur Genüge, auf welchen anfechtbaren Voraussetzungen unser sogenanntes astronomisch-wissenschaftliches Weltbild beruht. Denn allen astronomischen Berechnungen liegt doch das Wellbild, wie wir es annehmen, zu Grunde, nicht wie es ist. Auch die Wissenschaft ist relativ, und was sie „objektiv" zu nennen pflegt, ist in der Tat nichts anderes als eine erweiterte Subjektivität.

Der Sturz der alten astrologischen Weltanschauung wird immer hauptsächlich auf das umfassendere Weltbild zurückgeführt, das uns die neuere Astronomie beschert hat. Nachdem die Erde entthront und die Sonne in den Mittelpunkt des Systems gerückt war, schien für alle auf die Erde bezogenen Planetenwirkungen kein Platz mehr. Sie wurden als überwundener Aberglaube verfehmt. Es waren in der Einführung dieser – wie wir heute wissen – ungerechtfertigten Umwertung nun zwar auch unheilige politische Einflüsse am Werke, denen an einer Ablenkung der europäischen Intelligenz von den Quellen der Wahrheit und Erkenntnis zu tun war; näher darauf einzugehen ist hier nicht unsere Aufgabe und Absicht. So weit jener Umschwung in der wissenschaftlichen Meinung aber ehrlich war, stützt er sich auf zwei nicht tragfähige Voraussetzungen. Erstens auf die stillschweigende Annahme, dass alle auf die Sonne als Mittelpunkt gestellten Berechnungen mehr Anspruch auf absolute Gültigkeit besäßen als jene, welche die Erde als Mittelpunkt annehmen. Man übersah, dass auch die Sonne keineswegs stillsteht, sondern wandert und ihre Stellung im Weltall ständig verschiebt, dass also alles auf sie bezogene Rechenwerk notgedrungen eine logische Lücke haben musste. Zweitens machte man sich nicht klar, dass alles, aber auch alles, was im Weltall – einschließlich des Sonnensystems – vor sich geht, uns als Erdbewohner, nicht etwa als Sonnenbewohner trifft und angeht, dass also immer die Erde und unsere Erdgebundenheit die unausweichliche Voraussetzung aller Beziehungen ist, die wir etwa als praktisch vorhanden feststellen.

Trotz dieser und anderer angreifbarer Schwächen im bisherigen astronomischen Weltbilde wiederhole ich: Geben wir der Astronomie die Ehre, die ihr unzweifelhaft gebührt und lassen wir ihr den Ruhm einer früher niemals erreichten Genauigkeit der Himmelsvermessung, im weitesten Sinne verstanden. Sie hat uns Einblicke in die Mechanik des kosmischen Räderwerkes ermöglicht, die frühere Zeitalter nicht kannten. Sie hat uns durch Aufzeigung der wahrhaft grandiosen Ausmaße der „Welt", deren Kinder wir sind, eine neue Ehrfurcht gegeben und gibt sie uns alle Tage mehr. Ist nicht schon dies Grund genug, ihr zu danken?

Wenden wir uns nun vom großen Kosmos ab und werfen einen kurzen Blick in den kleinen, d. h. in die Welt des Atoms.

Alle Gebilde und Körper bestehen bekanntlich aus gewissen Grundstoffen, den sogenannten „Elementen", von denen die Wissenschaft heute etwa hundert kennt. Manche davon kommen häufiger vor, wie Kalium, Natrium, Silicium usw., andere, wie z. B. die Metalle sind seltener, und einige wie Helium gehören auf Erden überhaupt zu den größten Seltenheiten. Der Unterschied aller dieser Elemente liegt nun aber im Bau ihrer Atome, d. h. der kleinsten, uns bekannten organisatorischen Einheiten, aus denen sie bestehen.

Worauf es zu wissen ankommt, ist nun dieses: Jedes Atom, mag es vorkommen in welchem Organismus oder Körper immer, ist grundsätzlich ganz nach Art eines kleinen Sonnensystems gebaut. Es hat einen – wie man annimmt elektro-positiv geladenen – Mittelpunkt, den sogenannten Kern, der von elektro-negativ geladenen Elektronen in rasender Geschwindigkeit umkreist wird. Der Kern entspricht im größeren System der Sonne, die umkreisenden Elektronen den Planeten. Das Ganze ein Sonnensystem im winzigsten Ausmaße. Was aber heißt hier „winzig? Und was heißt „groß? Auf die allgegenwärtige Idee des Ganzen kommt es an; und diese Idee birgt als auffälligste Tatsache die Merkwürdigkeit, dass auch in diesem Klein-Sonnensystem nach zuverlässigen Messungen die Zwischenräume zwischen den körperlichen, also „stofflichen Bestandteilen ganz ungeheuer groß, diese Stoffteilchen selber aber geradezu verschwindend geringfügig sind. Die ganze „Materie, die so lange Gegenstand erbitterter wissenschaftlicher Fehden gewesen ist, löst sich also in Kraftfelder auf, und was wir mit unseren Sinnesorganen von ihr „sehen, „hören, „fühlen" usw., ist Schein, Täuschung, Maya, Illusion, verursacht und veranlasst durch die ständige Bewegung und gegenseitige Verschiebung dieser Kraftfelder, deren Verdichtungspunkte (sozusagen) jene Elektronen sind. Mit anderen Worten, es handelt sich bei allen diesen Vorgängen um Bewegungen eines in Wirklichkeit unsichtbaren Dinges oder Wesens, die uns in Gestalt von Sinneswahrnehmungen lediglich nahe gebracht werden. Diese, die Sinneswahrnehmungen sind die Art und Form, in welcher jenes unsichtbare Urwesen, das als Beweger hinter allem steht, zu uns spricht, uns beeindruckt, uns beeinflusst.

Doch gehen wir langsam vor. Was wir fanden, heißt: Sonnensysteme im Großen, Sonnensysteme im Kleinen, Sonnensysteme überall! Das Firmament ist also nicht nur etwas außerhalb unser Befindliches, nein, es setzt sich in sämtliche Dinge und Wesen, ja es setzt sich in uns selber hinein fort. Jeder Mensch ist, grob gesprochen, ein Haufen harmonisch (oder disharmonisch) zusammengeballter Sonnensysteme, die zu ordnen, in Einklang miteinander zu halten, der Leitidee seines Organismus – im höchsten Sinne verstanden – unter- und einzuordnen, seine wesentliche, ihm eingeborene Lebensaufgabe ist. Der Mensch, als organisierter und immer besser zu organisierender Weltallsteil, wird damit im wörtlichsten Sinne zum Vollstrecker eines kosmischen Willens, ja, wird auf seinem Teilgebiete geradezu zum Weltordner. Fürwahr, eine gewaltige Perspektive. Wie dieses Ziel am besten zu erreichen, davon später mehr.

Es genüge vorläufig, zu der wichtigen Grunderkenntnis gelangt zu sein, dass sich der Kosmos unmittelbar in den menschlichen Organismus hinein fortsetzt, dass der letztere ganz und gar nach kosmischen Gesetzen aufgebaut ist, und dass es nur eine natürliche Folgerung ist, nun auch eine Verbindung der makrokosmischen mit der mikrokosmischen Rhythmik anzunehmen, eine innere Beziehung beider, die auf den Gesetzen ihres gleichartigen Aufbaues beruhen muss. „Das Gestirn ist in Dir!", sagte schon Paracelsus.

Das Gesetz des Kosmos heißt nun, wie schon angedeutet, Bewegung, und zwar rhythmische Bewegung. In ungeheurem Umschwung umkreisen den Erdgeborenen die Kraftfelder des Alls, sich jeden Augenblick, ja, jede Sekunde neu und immer wieder anders mischend und zusammenfügend.

Neu und immer anders mischen sie sich also auch in dem Erdgeborenen, der in einem gegebenen Augenblick an das Licht des Weltalls tritt. Die Art dieser Übertragung des jeweiligen Weltrhythmus ins individuelle Leben hat man sich auf die mannigfachste Weise zu erklären versucht. Am klarsten verständlich ist wohl der Hinweis auf die Tatsache, dass alle Himmelskörper, die sich um ein Zentrum drehen, mit diesem zusammen einen Kreisel bilden, dessen Bewegung nach einem ganz bestimmten, gleichfalls individuellen inneren Rhythmus geregelt ist. Der Mars-Rhythmus wird sich also beispielsweise vom Jupiter-Rhythmus, der Sonnen-Rhythmus vom Mond-Rhythmus usw. bemerkenswert unterscheiden. Schon die Achsenstellung ist ja eine andere. Erinnern wir uns an den Sonnensystembau der Atome, denken wir daran, dass die Atome der verschiedenen Elemente einen voneinander abweichenden Bau besitzen, – der Kern, die Sonne des Wasserstoff-Atoms wird z. B. nur von einem Elektron-Planeten, die Kern-Sonne des Sauerstoffs von 8, die des Urans gar von 92 Elektron-Planeten umkreist, – dann hat doch der Gedanke etwas recht Einleuchtendes, dass jedes dieser Elemente mit einer bestimmten kosmischen Achse und dadurch mit dem Himmelskörper verbunden ist, der um diese Achse schwingt.

Von diesem Standpunkte wird es verständlich, warum man gewisse, seit alters wohlbekannte Elemente, z. B. die Metalle, mit ganz bestimmten Himmelskörpern in Beziehung gesetzt hat. Warum ordnete man das Kupfer der Venus, das Eisen dem Mars unter usw.? Sollte das so ganz grund- und sinnlos geschehen sein? Wohl kaum. Die Alten waren gute Beobachter, und unsere ganze heutige Naturwissenschaft steht auf ihren Schultern, ohne dass sie es recht weiß.

Es ist ihr bekanntlich heute geglückt, die lange für unmöglich gehaltene Umwandlung der Elemente ineinander, wenn auch vorläufig in bescheidenen Grenzen, praktisch durchzuführen. Gold hat man aus Quecksilber erzeugt, und der Zerfall des strahlmächtigen Elementes Radium lässt schließlich Blei in unserer Hand zurück. Triumphe neuzeitlicher Alchemie, die uns – an Hand unserer obigen Gedankengänge – ahnen lassen, dass es auch eine praktische Alchemie des Menschen geben muss. Aus unedlen Elementen edle zu erzeugen, warum sollte es nicht möglich sein! Der Mensch, der die Schwingungsweise, die Rhythmik seines Wesenskernes zu ändern vermöchte, – welche Grenzen sollten ihm, in der unendlichen Reichweite äonenlanger Entwickelung, noch gesteckt sein?!

Es gibt aber noch andere Gesichtspunkte, um die Beziehung Makrokosmos – Mikrokosmos begreiflich zu machen. Ein elektrischer Strom bestimmter Qualität, den wir durch eine primäre Metallspirale schicken, löst in einer daneben angebrachten Sekundärspirale einen wesensverwandten elektrischen Strom aus, – die Erfahrungen der elektrischen Induktion. Oder folgender Versuch: Singst du in ein geöffnetes Klavier einen bestimmten Ton, meinetwegen ein a oder c in mittlerer Lage, so hört dein lauschendes Ohr denselben Ton aus den Tiefen des Instrumentes antworten, – die gleichgestimmte Saite gibt ihn klar und rein zurück. Das Gesetz der Resonanz! – Nun nimm einmal an, dass du selber aus einer ganzen Anzahl von Saiten zusammengesetzt bist, die auf kosmische „Töne antworten. An dir wäre es, disharmonische Töne auszuschalten, indem du dich für sie stumpf, unempfänglich machst, und dafür dich auf die reinen, hilfreichen, harmonischen „Töne abzustimmen. Eine praktische Anwendung des uralten Gesetzes von der „Harmonie der Sphären", das man solange in unserer, ach, so unaufgeklärten Zeit belächelt hat.

Sachlich festzustellen, dass diese Resonanz des individuell Menschlichen, dieses Antworten auf himmlische Vorgänge vorhanden ist, macht keinerlei Schwierigkeit. Man vergegenwärtige sich nur die Wiederholung des Erd-Rhythmus in unserem Organismus! Unentrinnbar ist er uns eingeprägt, der Wechsel von Tag und Nacht, und spiegelt sich in Gestalt von Wachen und Schlafen ganz unmissverständlich. Der Sonne zugekehrt, wachen wir und wandeln; der Sonne abgekehrt, schlafen wir und öffnen uns gleichzeitig den Strahlenwelten des nächtlichen Kosmos. Wehe uns, wenn wir uns diesen uns eingeborenen Notwendigkeiten ernstlich widersetzen. Wie sagt doch Mephisto hämisch, also sprechend: „Euch taugt der Wechsel nur von Tag und Nacht!" Hat er recht? Gibt es wirklich keinen Ausweg aus dieser Erdgebundenheit? Und wo liegt er? Wer Ohren hat zu hören…

Immerhin: Diese Gebundenheit ist normalerweise vorhanden, muss vorhanden sein, solange wir eben – Menschen sind.

Auch die Mondrhythmik spiegelt sich selbst für den laienhaftesten Blick. Wie in Ebbe und Flut die Wasser des Meeres, so beeinflusst er in der Periode des Weibes die Wasser ihres Körpers. Die Frau verhält sich also geradezu wie ein Stück Meer. Und besteht nicht der Körper von uns allen größtenteils, nämlich zu fast zwei Dritteln aus Wasser? Ist nicht das Wasser die Vorbedingung der organischen Lebensbetätigung überhaupt? Ich erinnere an den alten Satz: Corpora non agunt nisi fluida, d. i. „Alle Körper sind nur im flüssigen Zustande wirksam".

Wir begreifen es demnach, warum der Mond – als einer der „Wasserplaneten" – astrologisch von alters her als Symbol des Flüssigen, des Weiblichen, ja, der Fruchtbarkeit als solcher, aufgefasst wird. Denn nach seiner Rhythmik vollzieht sich der gesamte Fortpflanzungsvorgang bei Pflanze, Tier und Mensch. Seine innige Beziehung zu menschlichen Vorgängen liegt jedenfalls auf der Hand.

Ganz zu schweigen von der überragenden Bedeutung der Sonne für alles Irdische, also auch für das menschliche Leben, die selbst ein Kind erkennt. Von ihr sprechen wir weiter unten ausführlich.

Erde, Mond und Sonne sind nun zwar unsere „Nächsten" im Weltenraum. Wie denn aber? Sind sie die einzigen Verursacher unseres Daseins? Welche Rolle spielen die Planeten? Welche die unfindliche Fixsternwelt, deren unzählbare Sonnenschwärme uns schauernde Ehrfurcht abnötigen? Gehen sie uns nichts an, oder ist es möglich, auch ihre Rhythmen in unserem geheimnisreichen Menschenkörper wiederzufinden?

Eins ist sicher: Unser Sonnensystem und wir mit ihm stehen in dauerndem Kräfteaustausch mit dem gesamten Weltall, das ein einheitlicher ungeheurer Organismus ist. Was wir jedoch bis heute von diesem Kräfteaustausch wissen, ist praktisch so gut wie nichts. Wohl ist schon der Umstand, dass unser Lichtsinn von den viele Lichtjahre entfernten Sonnen und Weltnebeln getroffen und gereizt wird,

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