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Die Entwicklung der indogermanischen Religionen
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Die Entwicklung der indogermanischen Religionen
eBook1.000 Seiten11 Stunden

Die Entwicklung der indogermanischen Religionen

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Über dieses E-Book

Das Buch bietet eine Übersicht über die gesamten indogermanischen Religionen.
Der Schwerpunkt ist dabei die Herausarbeitung des roten Fadens, der die Entwicklung der religiösen Vorstellungen durchzieht: zunächst von der Altsteinzeit bis zur mittleren Jungsteinzeit, als sich die Vorfahren der Indogermanen von den mesopotamischen Ackerbauern trennten und zu nomadischen Viehzüchtern wurden, und dann weiter von der ursprünglichen indogermanischen Religion zu ihren Zweigen in den verschiedenen indogermanischen Völkern.
Zu diesen Völkern gehören die Kelten, Germanen, Römer, Balten, Slawen, Thraker, Griechen, Skythen, Hethiter, Luwier, Lyder, Palaier, Perser, Mitanni, Armenier und Inder.
Die Entwicklung beginnt bei solch grundlegenden religiösen Erlebnissen wie dem Nahtod-Erlebnis der Schamanen und führt dann u.a. über die Entwicklung der Mysterien um 600 v.Chr. bis heute.
Durch die Konzentration auf die innere Logik der Entwicklung entsteht ein Bild der Religionen, in dem die einzelnen mythologischen Motive als sinnvolle Beschreibung der Welt deutlich werden.
SpracheDeutsch
HerausgeberBooks on Demand
Erscheinungsdatum16. Dez. 2014
ISBN9783738687064
Die Entwicklung der indogermanischen Religionen
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Autor

Harry Eilenstein

Ich bin 1956 geboren und befasse mich nun seit 45 Jahren intensiv mit Magie, Religion, Meditation, Astrologie, Psychologie und verwandten Themen. Im Laufe der Zeit habe ich ca. 240 Bücher und ca. 50 Artikel für verschiedene Zeitschriften verfasst. Seit 2007 habe ich meine jahrzehntelange Nebentätigkeit ausgeweitet und bin nun hauptberuflich Lebensberater. Dies umfasst die eigentlichen Beratungen, aber auch das Deuten von Horoskopen, Heilungen, Rituale, Schwitzhütten, Feuerläufe, Hilfe bei Spukhäusern u.ä. Problemen, Ausbildung in Meditation und Feng Shui und vieles mehr. Auf meiner Website www.HarryEilenstein.de findet sich ein Teil meiner Artikel und auch ein ausführlicher Lebenslauf.

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    Buchvorschau

    Die Entwicklung der indogermanischen Religionen - Harry Eilenstein

    Literaturverzeichnis

    I Die Entwicklung der Religion – Teil 1

    Eine Beschreibung der Entwicklung der indogermanischen Religionen kann von einer sehr reichhaltigen Überlieferung ausgehen. In dem religiösen Schrifttum der Indogermanen finden sich viele Übereinstimmungen wie z.B. das Wort Dyaus für Gott, das sich Lateinischen als Dis, im griechischen als Zeus, im germanischen als Ziu/Tyr und im Indischen als Deva, die die Verwandtschaft dieser Religionen miteinander deutlich machen.

    Eine Ausnahme in Bezug auf die reichhaltige Überlieferung bilden die Tocharer, die in Westchina lebten – von ihnen sind keine frühen Überlieferungen erhalten geblieben, sondern lediglich Schriften aus der Zeit, in der sie bereits seit längerem den buddhistischen Glauben angenommen hatten.

    Die Verwandtschaft der indogermanischen Völker miteinander steht seit längerem außer Zweifel, da sich die Sprachen dieser Völker auf eine gemeinsame Ursprache, das Indogermanische, zurückführen lassen. Die indogermanische Sprache ist mittlerweile sowohl vom Wortschatz als auch von der Grammatik und der Aussprache her weitestgehend rekonstruiert worden ist. Ein weiterer Beweis für die Verwandtschaft der indogermanischen Völker ist ihre nahe genetische Verwandtschaft – so haben z.B. ein Spanier und ein Däne eine deutlich ähnlichere DNS als z.B. ein Engländer und ein Japaner.

    Die Grundlage des Versuches, die Entwicklung der indogermanischen Religionen zu beschreiben, ist zunächst einmal der Vergleich dieser Religionen, durch den die bestehenden Ähnlichkeiten deutlich werden. Durch diesen Ansatz kann man ähnlich wie beim Vergleich der Sprachen unterscheiden, welche Religionen sich stärker gleichen und welche weniger. Dabei sollte man im allgemeinen davon ausgehen können, daß sich Religionen, die sich sehr ähnlich sind, erst vor relativ kurzer Zeit zu selbständigen Religionen entwickelt haben, und solche Religionen, die sich stark unterscheiden, schon länger voneinander getrennt sind.

    Es besteht natürlich immer auch die Möglichkeit von gegenseitiger Beeinflussung oder von Parallelentwicklungen. Was jeweils vorliegt, muß man dann anhand der Situation von Fall zu Fall entscheiden.

    Auf diese Weise kommt man wie beim Vergleich der Sprachen zu einem Stammbaum der Religionen, der dem Stammbaum der Sprachen und auch dem genetischen Stammbaum weitestgehend entspricht.

    Die Grundvorstellung dabei ist recht schlicht: Die ursprünglichen Indogermanen haben sich immer wieder einmal in verschiedene Stämme aufgespalten und verschiedene Landschaften besiedelt. Wenn sich nun sowohl die Sprachen als auch die Religionen kontinuierlich weiterentwickelt haben, zeigen verschieden große Unterschiede auch verschieden nahe Verwandtschaften an.

    Um die Entwicklung der indogermanischen Religionen jedoch nicht nur statisch im Sinne eines Verwandtschaftsgrades beschreiben zu können, sondern dynamisch als eine einsichtige Folge von Veränderungen, ist ein anderer Ansatz notwendig: Für ein solches tiefergehendes Erfassen der Religionsentwicklung ist das Verständnis der Funktion der Religionen in einer menschlichen Gemeinschaft erforderlich. Dies bedeutet, daß auch die jeweiligen Lebensumstände der untersuchten Gemeinschaft mit in die Betrachtung einbezogen werden müssen.

    Wenn man davon ausgeht, daß Religion eine Funktion innerhalb einer Gemeinschaft hat, dann ergibt sich daraus, daß die Entwicklung von Religionen nicht zufällig verläuft, sondern einer inneren Logik folgt, die aufgespürt werden kann und in engem Zusammenhang mit den jeweiligen Veränderungen in den Lebensum-ständen steht.

    Einen ausreichenden Anfangsverdacht für die Vermutung, daß die Entwicklungen von Religionen einer inneren Logik folgen, liefert z.B. die Beobachtung, daß auf der ganzen Welt der Schamanismus zu finden ist, daß die Unterwelt überall mit dem Wasser verknüpft ist, Seelen als Vögel oder Menschen mit Flügeln dargestellt werden oder daß alle Ackerbauern das Gleichnis zwischen dem angebauten Getreide/ Reis Mais und den Menschen kennen und daraus einen Korn- und Totengott gestaltet haben – soviele Regelmäßigkeiten können nicht rein zufällig entstanden sein.

    Die Beschreibung der Entwicklung der indogermanischen Religionen von einem solchen Blickwinkel erfordert, daß der Ausgangspunkt der Entwicklung bekannt ist, also die religiösen Vorstellungen zum Zeitpunkt des indogermanischen Urvolkes, das sich noch nicht in die verschiedenen späteren Völker aufgeteilt hatte.

    Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, auch die den indogermanischen Religionen vorangegangenen Entwicklungsstufen der Religion zu betrachten, um zu einem Verständnis für die Ausgangssituation zu gelangen. Daher beginnt dieses Buch zunächst mit einer zusammenfassenden Darstellung dessen, was in religiöser Hinsicht über die Altsteinzeit und die Jungsteinzeit erschlossen werden kann.

    Die Beschreibung dieser Vorstellungen und Entwicklungen ist hier nur kurz gefaßt, da ich sie bereits allgemein in Muttergöttin und Schamanen, in Hinblick auf die Germanen in Odin und in Bezug auf die Kelten in Der Kessel von Gundestrup ausführlich dargestellt habe.

    I A Die Aufgabe der Religion

    Die Religion war lange Zeit schlicht und einfach das Weltbild der Menschen. Erst mit dem Entstehen der Philosophie seit ca. 500 v.Chr. und dann verstärkt mit der Entstehung der Naturwissenschaften ab ca. 1650 n.Chr. gab es ein nicht-religiöses Weltbild.

    Daraus ergibt sich, daß es die Aufgabe der Religionen war, die Welt zu beschreiben und dadurch den Menschen Orientierung zu geben. Daher waren Mythen zunächst einmal eine Darstellung der Welt und der Vorgänge in ihr.

    Die Themen der Religion ergaben sich daher aus den Lebensumständen der Menschen. Letztlich hielten die Mythologien fest, welche Verhaltensweisen sinnvoll waren – und zum Teil auch, welche zu einem nicht erwünschten Ergebnis führen.

    Daneben muß man dann auch mit einer Darstellungen der Dynamiken rechnen, die sich aus den Veränderungen dieser Lebensumstände ergaben und eine neue Beschreibung der Welt erforderten. Mann darf in diesem Zusammenhang vermuten, daß die neuen Beschreibungen jeweils Weiterentwicklungen und Umdeutungen der alten Beschreibungen waren, sodaß sich in der Regel in einer neuen Mythen ihre Verwurzelung in einer älteren Mythen feststellen läßt. Dies liegt daran, daß es ganz allgemein so ist, daß sich das Unbekannte nur mit dem bereits Bekannten beschreiben läßt.

    Das zentrale Thema der Religion und vor allem des religiösen Kultes ist die Beziehung der Menschen zu den Ahnen, zu den Göttern bzw. zu dem Einen Gott. Genau dies ist die Bedeutung des Wortes Religion: Wiederanbindung.

    Die Auffassung von Religion an sich hängt (heutzutage) in sehr starkem Maße davon ab, ob man Ahnen, Gottheiten und den Einen Gott für etwas Reales und auch konkret Erlebbares hält. Wenn dies zutrifft, erscheint Religion als eine sinnvolle Beschreibung der Welt, wenn man jedoch zu dem Schluß kommt, daß es solche religiöse Wesen nicht gibt, dann erscheint die Religion als ein prälogisches, vornaturwissenschaftliches und somit falsches Weltbild.

    Um die Entwicklung der Religion zu verstehen, ist sinnvoll, sie (als geistiges Experiment) aus dem Blickwinkel eines Menschen zu betrachten, für den solche Wesen real sind, denn nur dann kann man die innere Logik der Entwicklung der Religionen begreifen.

    Die Frage, die von Menschen, für die Mythen und Götter real sind, an die Religionen gestellt wird, lautet somit Wie ist meine Verbindung zum Ganzen? Wie stehe ich innerhalb des Ganzen? Welche Verhaltensweisen sind daher sinnvoll und fördern mein Überleben und mein Glück?

    Diese Fragen sind auch heute noch von derselben Bedeutung für jeden Menschen wie früher, nur daß man sie heutzutage eher mit den Hilfsmitteln der Naturwissenschaften zu beantworten versucht. Früher wäre die eben genannten Fragen nur anders formuliert worden: In welchem Verhältnis stehe ich zu dem Einen Gott?, Wann stehen mir die Götter zur Seite? und noch früher Wann helfen mir meine Ahnen, die schon im Jenseits sind?.

    Um es einmal mit einem mythologischen und zugleich psychologischen Bild auszudrücken, ist das Thema der Religion die Suche nach der Verbindung zu dem Größeren, Wohlgesonnenen, Helfenden, Schützenden ... das Urbild der Religion ist somit die Nabelschnur des Embryos zu seiner Mutter ...

    I B Die Analogie zwischen Geschichte und Biographie

    Ein hilfreiches Werkzeug bei der Untersuchung der Entwicklung der Religionen ist die Analogie zwischen der Entwicklung der Menschheit als Ganzes und der individuellen Entwicklung eines Menschen. Kurz zusammengefaßt sieht diese Analogie wie folgt aus:

    In der Altsteinzeit haben die Menschen mitten in der Natur als Teil der Natur gelebt – alles war Teil eines Ganzen und man lebte von der Hand in den Mund.

    Dies entspricht der oralen Phase des Babys, das sich und die Welt auch nicht unterscheidet und erst alles einmal in den Mund nimmt.

    In der Jungsteinzeit entsteht die Unterscheidung von Ackerland und Wildnis, komplexere sprachliche und soziale Strukturen aufgrund der vielfach größeren Anzahl von Menschen, die zusammenleben und aufgrund der im Vergleich zur Jagd wesentlichen komplexeren Tätigkeit in der Landwirtschaft.

    Dies entspricht der analen Phase des Kleinkindes, das nun sprechen lernt und zwischen mein und nicht-mein, zwischen gut und böse unterscheiden kann und gerne und oft und vehement Nein! sagen kann.

    Während des Königtums wird alles auf den König ausgerichtet, der das ganze Land zentral lenkt.

    Dies entspricht der phallischen Phase, in der sich das Kind als Mittelpunkt der Welt sieht und in der sich seine wichtigste Entdeckung mit einem Wort zusammenfassen läßt: Ich!!!

    Die nächste Phase ist der Materialismus, in dem die verschiedensten Zusammenhänge entdeckt, Maschinen erfunden, Imperien gegründet und alle Möglichkeiten erprobt werden.

    Dies entspricht offensichtlich der Pubertät (genitale Phase), in der der Jugendliche seine Möglichkeiten erprobt.

    Die nächste Phase hat gerade in den letzten Jahrzehnten begonnen und ist durch die Erkenntnis der Verbundenheit aller Dinge miteinander geprägt: Die Notwendigkeit, gemeinsam Lösungen für die Abrüstung, die Überbevölkerung, die Umweltverschmutzung, die Ausbeutung der Rohstoffe usw. zu finden.

    Dies ist die adulte Phase, also das Erwachsenwerden, in dem man aus Vertrauen und Verantwortung heraus Teil einer eigenen Familie wird.

    Diese Phase ist von Sigmund Freud, von dem diese Einteilung der menschlichen Entwicklung in vier Phasen stammt, nicht mehr beschrieben worden.

    Wenn man davon ausgeht, daß sich auch die beiden letzten Phasen im Leben eines Menschen in der kollektiven Entwicklung widerspiegeln werden, kann diese Analogie noch weitergeführt werden:

    Man kann vermuten, daß in der Zukunft eine Phase folgen wird, in der die Kooperation erfolgreich an die Stelle der Konkurrenz getreten sein wird und in der daher ein großer Freiraum für den Einzelnen entsteht.

    Dies entspricht der geronten Phase, in der die Kinder aus dem Haus sind und die Lebensgrundlage gesichert ist und in der man sich seinen Hobbys und seinen alten Wünschen zuwenden kann.

    Schließlich könnte noch eine Phase folgen, die durch die Erkenntnis der Einheit hinter aller Vielheit geprägt ist.

    Dies könnte man in der individuellen Biographie die tutorale Phase nennen, in der der Einzelne als Weiser die jüngeren Menschen lehrt.

    Diese Analogie ermöglicht es, die Ergebnisse der Untersuchungen über die einzelnen Phasen der Religionsentwicklung von einem allgemeineren Standpunkt aus zu betrachten und zu prüfen, ob sich von dieser Warte aus der eine oder andere Zusammenhang deutlicher erkennen läßt.

    Wenn dieser Ansatz sinnvoll ist, würden die indogermanischen Religionen als eine Entsprechung zu der phallischen Phase erscheinen, in der die Menschen kollektiv nach der eigenen Mitte, nach Selbständigkeit und Eigenverantwortung gesucht haben. Dieses entstehen des „Ichs" läßt sich an drei Phänomenen leicht wiedererkennen:

    - der König der in dieser Phase gegründeten Reiche, der politisch der Mitte entspricht;

    - der Stammesgott, der kollektiv den selbstbestimmten Menschen darstellt; sowie

    - die Erneuerung der Religion um 600 v.Chr. durch Lao-tse, Kung-futse, Buddha, Jaina, Zarathustra, Zalmoxis, Sokrates, Plato und andere, die alle