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Muttergöttin und Schamanen: Die Entwicklung der Religion von der Altsteinzeit bis zu den frühen Königreichen

Muttergöttin und Schamanen: Die Entwicklung der Religion von der Altsteinzeit bis zu den frühen Königreichen

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Muttergöttin und Schamanen: Die Entwicklung der Religion von der Altsteinzeit bis zu den frühen Königreichen

Bewertungen:
5/5 (1 Bewertung)
Länge:
274 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 16, 2014
ISBN:
9783738687002
Format:
Buch

Beschreibung

Die religiöse Entwicklung des Menschen ist abgesehen von den letzten fünf "kurzen" Jahrtausenden über zwei Millionen Jahre lang von dem Bild der Mutter geprägt gewesen, die Geborgenheit, Wärme, Nähe und Nahrung gab.
Seit mindestens 300.000 Jahren haben unsere Vorfahren schon die Vorstellung von einer Seele. Seit dieser Zeit gibt es auch schon Spezialisten für die Verbindung zu den Verstorbenen: die Schamanen, die ihren "Beruf" durch ein Nahtoderlebnis erlangten, bei dem sie sich wie auch heute noch Menschen nach schweren Unfällen über ihrem eigenen Körper schweben sahen - weshalb die Seelen überall als Vögel dargestellt werden.
Es sind immerhin rund 30 Worte und auch die Grammatik der Steinzeitmenschen bekannt - und sogar, welches Tierkreiszeichen die allermeisten von ihnen hatten ...
Gehen Sie mit auf Entdeckungsreise zu ihren Urururahnen, deren Leben sich in diesem kleinen Büchlein bunt und lebendig entfaltet!
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 16, 2014
ISBN:
9783738687002
Format:
Buch

Über den Autor

Harry Eilenstein has worked intensively on magic, religion, meditation, astrology, psychology, and related subjects for more than forty years. He has published roughly 130 books and 50 articles. Since 2007, he has worked as a full-time life coach where he integrates astrology, healing rituals, sweat lodges, fire runs, help with haunted houses, meditation, feng shui, and much more.


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Muttergöttin und Schamanen - Harry Eilenstein

Zusammenfassung

1. Quellen der Kenntnis über die Steinzeit

Kenntnisse über eine Zeit, die zum Teil eine Million Jahre zurückliegt, scheinen ja zunächst einmal etwas recht zweifelhaftes zu sein. Und auf welche Weise sollte man sogar wissen können, welche Vorstellungen die Menschen vor so langer Zeit über die Welt gehabt haben? Die körperliche Gestalt läßt sich ja noch recht sicher aus den Knochenfunden dieser Menschen rekonstruieren, aber religiöse Vorstellungen hinterlassen zunächst einmal keine materiellen Spuren – und religiöse Bücher gibt es erst seit 5.000 Jahren.

Zum Glück gibt es aber doch eine ganze Reihe von Möglichkeiten, etwas über die Menschen aus der Steinzeit und ihre religiösen Vorstellungen herauszufinden.

Die solideste Grundlage für alle solche Überlegungen bilden zunächst natürlich die archäologischen Funde: Knochen von Menschen, die Orte, an denen sie gefunden wurden, Steinwerkzeuge, evtl. Schmuck, weitere von Menschen benutzte oder veränderte Gegenstände in der Nähe der Knochenfunde wie z.B. Anhäufungen von Rötel, die geographische Lage des Ortes, von dem die Funde stammen, das Klima, das damals dort geherrscht hat und die Tiere und Pflanzen, die die Menschen demzufolge damals vorgefunden haben ...

Aufgrund der Fundorte und ihrem Alter läßt sich die Ausbreitung der Menschen auf den verschiedenen Kontinenten feststellen. Dadurch entsteht ein Stammbaum, der schließlich bei den heutigen Völkern endet.

Dieser archäologische Stammbaum der Menschen läßt sich auf eine einfache biologische Weise überprüfen: Nahe verwandte Völker, die noch vor relativ kurzer Zeit gemeinsame Vorfahren hatten wie z.B. Italiener und Griechen sollten ähnlichere Gene haben als Völker, deren gemeinsame Ahnen schon weiter zurückliegen wie z.B. Italiener und Indianer. Durch die Ähnlichkeit der Gene läßt sich der jeweilige Verwandtschaftsgrad feststellen, sodaß sich letztlich ein umfassender Stammbaum für alle Völker ergibt.

Die so gefundenen Zusammenhänge werden durch eine weitere Beobachtung bestätigt: Völker, die sich erst vor kurzem voneinander getrennt haben, haben eine noch recht ähnliche Sprache wie z.B. alle romanischen Völker. Völker, die sich schon vor längerer Zeit voneinander getrennt haben wie z.B. die Gesamtheit der Völker, die eine indogermanische Sprache sprechen, weisen schon größere Unterschiede in der Sprache auf. Noch weiter zurück finden sich dann die gemeinsamen Vorfahren z.B. der indogermanischen und der semitischen Sprachen, zu denen unter anderem das Arabische, das Hebräische und das Altägyptische gehören.

Bei der Entwicklung der Sprachen ist zwar auch mit einer gegenseitigen Beeinflussung der Sprachen von benachbarten Völkern zu rechnen, aber die Sprachverwandtschaften sind doch ein nützliches Hilfsmittel bei der Erforschung des Stammbaumes der Menschen.

Erfreulicherweise (für die Forscher) stimmen die drei Stammbäume, die sich aus der Archäologie, dem genetischen Vergleich und dem Vergleich der Sprachen ergeben, fast in jedem Detail miteinander überein.

Die Sprachforschung hat dabei auch herausgefunden, daß es ca. drei Dutzend Worte gibt, die allen Sprachen gemeinsam sind, was bedeutet, daß diese Worte bereits von den Ahnen aller heutigen Völkern benutzt worden sind. Damit ist nicht nur ein Teil des altsteinzeitlichen Vokabelschatzes bekannt, sondern auch noch zumindest ein Teil der Dinge, die die damaligen Menschen benannt haben – was Rückschlüsse darauf zuläßt, worauf sie ihre Aufmerksamkeit gerichtet und worüber sie nachgedacht haben. Es hat sich auch herausgestellt, daß Menschen überall auf der Welt immer dieselbe Grammatik spontan „neu erfinden", wenn viele Menschen mit den verschiedensten Sprachen zusammenleben und gemeinsam eine neue Sprache erschaffen, weshalb anzunehmen ist, daß dies auch die Grammatik gewesen ist, die die Menschen in der Steinzeit benutzt haben.

Ein weiterer, naheliegender Ansatz ist die Untersuchung der Weltanschauung von heutigen sogenannten Naturvölkern, wobei dabei immer auch zu bedenken ist, daß sie möglicherweise schon Elemente der Weltanschauung von weiterentwickelteren Völkern z.B. über Handelsverbindungen mit in ihre Weltanschauung aufgenommen haben. Aber zumindest ist die Ethnologie, die sich mit solchen urtümlichen Weltanschauungen befaßt, eine wichtige Quelle für Anregungen zum weiteren Nachdenken über die Menschen in der Steinzeit und ihr Weltbild.

Eng damit verbunden ist die Erforschung der frühesten schriftlichen religiösen Quellen wie den ägyptischen Pyramidentexten, dem persischen Zend-Avesta oder dem indischen Rig-Veda – schließlich findet sich in diesen Schriften der Übergang von den nur erschlossenen religiösen Vorstellungen zu den schriftlich belegten, historischen Vorstellungen, zu denen sich die steinzeitliche Weltanschauung schließlich weiterentwickelt hat.

Eine sehr wichtige Quelle ist auch die Betrachtung der äußeren Notwendigkeiten, Möglichkeiten und Gegebenheiten der Menschen in der Steinzeit wie Jagd, Feuer, Wanderungen, Kälte, dem Leben in kleinen Sippen, Geburt, Tod usw., da sich aus diesen wesentlichen Themen die Vorstellungen über die Welt ergeben.

Es gibt noch eine Quelle für Erkenntnisse über die Vorstellungen der Menschen in der Steinzeit, die zunächst vielleicht etwas verwundert, die aber durchaus hilfreich ist. Dies sind die Verhaltensweisen von Tieren, die ja zu den Verwandten der Menschen zählen und die daher in ihrem Verhalten durchaus einige Gemeinsamkeiten mit den Menschen aufweisen, die auch für die Frage nach den religiösen Vorstellungen von Interesse sind. Dazu zählt unter anderem die Entwicklung des Sozialverhaltens bei den Säugetieren und Vögeln und auch die seltsame Angewohnheit vieler Tiere, sich in regelmäßigen Abständen in großer Anzahl zu versammeln.

Natürlich ist auch die Psychologie ein wichtiges Hilfsmittel, denn auch die Steinzeitmenschen werden eine Psyche gehabt haben, deren Weiterentwicklung schließlich zu unserer heutigen Art von Psyche geführt hat und die daher auch einige der grundlegenden Eigenschaften „heutiger Psychen" bereits gehabt haben wird wie z.B. die zentrale Stellung der Mutter für Neugeborene oder die Möglichkeit der Entstehung von Traumata.

Eine Methode, mit der sich auch einiges zu dieser Untersuchung beisteuern läßt, ist die Betrachtung der inneren Logik der Entwicklung: Alle neuen Dingen haben sich aus dem vorherigen Zustand heraus entwickelt, wobei neue Entwicklungen in aller Regel auch einen deutlich erkennbaren Anlaß haben.

Ein weiteres hilfreiches Werkzeug bei der Untersuchung der Weltanschauung der Menschen in der Altsteinzeit ist die Analogie zwischen der Entwicklung der Menschheit als Ganzes und der individuellen Entwicklung eines Menschen. Kurz zusammengefaßt sieht diese Analogie wie folgt aus:

In der Altsteinzeit haben die Menschen mitten in der Natur als Teil der Natur gelebt – alles war Teil eines Ganzen und man lebte von der Hand in den Mund.

Dies entspricht der oralen Phase des Babys, das sich und die Welt auch nicht unterscheidet und alles erst einmal in den Mund nimmt.

In der Jungsteinzeit entsteht die Unterscheidung von Ackerland und Wildnis, komplexere sprachliche und soziale Strukturen aufgrund der vielfach größeren Anzahl von Menschen, die zusammenleben und aufgrund der im Vergleich zur Jagd wesentlichen komplexeren Tätigkeit in der Landwirtschaft.

Dies entspricht der analen Phase des Kleinkindes, das nun sprechen lernt und zwischen mein und nicht-mein, zwischen gut und böse unterscheiden kann und gerne und oft und vehement Nein! sagen kann.

Während des Königtums wird alles auf den König ausgerichtet, der das ganze Land zentral lenkt.

Dies entspricht der phallischen Phase, in der sich das Kind als Mittelpunkt der Welt sieht und in der sich seine wichtigste Entdeckung mit einem Wort zusammenfassen läßt: Ich!!!

Die nächste Phase ist der Materialismus, in dem die verschiedensten Zusammenhänge entdeckt, Maschinen erfunden, Imperien gegründet und alle Möglichkeiten erforscht und genutzt werden.

Dies entspricht offensichtlich der Pubertät, in der der Jugendliche seine Möglichkeiten erprobt.

Die nächste Phase hat gerade in den letzten Jahrzehnten begonnen und ist durch die Erkenntnis der Verbundenheit aller Dinge miteinander geprägt: Die Notwendigkeit, gemeinsam Lösungen für die Abrüstung, die Überbevölkerung, die Umweltverschmutzung, die Ausbeutung der Rohstoffe usw. zu finden.

Dies ist die adulte Phase, also das Erwachsenwerden, in dem man aus Vertrauen und Verantwortung heraus Teil einer eigenen Familie wird.

Man kann vermuten, daß in der Zukunft eine Phase folgen wird, in der die Kooperation erfolgreich an die Stelle der Konkurrenz getreten sein wird und in der daher ein großer Freiraum für den Einzelnen entsteht.

Dies entspricht der geronten Phase, in der die Kinder aus dem Haus sind, die Lebensgrundlage gesichert ist und in der man sich seinen Hobbys und seinen alten Wünschen zuwenden kann.

Schließlich könnte noch eine Phase folgen, die durch die Erkenntnis der Einheit hinter aller Vielheit geprägt ist.

Dies könnte man in der individuellen Biographie die tutorale Phase nennen, in der der Einzelne als Weiser die jüngeren Menschen lehrt.

Diese Folge von sieben Schritten findet sich auch in dem Lebensbaum aus der Kabbala. Da die Einbeziehung dieses Analogie-Systems aber voraussetzen würde, daß zunächst der kabbalistische Lebensbaum erklärt wird (was sehr viel Raum in Anspruch nehmen würde), und weil die eben beschriebenen sieben Entwicklungsschritte bereits die wichtigsten Informationen enthalten, wird die Struktur des Lebensbaumes in dieser Betrachtung nicht weiter berücksichtigt.

Eine detaillierte Beschreibung der Analogie-Logik der Kabbala findet sich in meinem Buch „Blüten des Lebensbaumes".

Schließlich gibt es noch eine letzte Quelle, die von großer Wichtigkeit ist: die spirituellen Erlebnismöglichkeiten der Menschen.

Ein Beispiel hierfür sind die Nahtod-Erlebnisse, also die Dinge, die Menschen erlebt haben, die klinisch tot waren, aber dann doch wieder ins Leben zurückgekehrt sind. Bei dieser „Jenseitsreise" erleben fast alle Personen, daß sie ihren Körper verlassen und über ihm schweben. Es gibt zunächst einmal keinen Grund anzunehmen, daß die Menschen in der Steinzeit solche Situationen anders erlebt haben sollten.

Da sich bei allen Völkern die Seele als Vogel, als Mensch mit Federkleid, als Vogel mit Menschenkopf usw. findet, ist es naheliegend, diese Vogel-Symbolik der Seele eben auf das Erlebnis des Schwebens bzw. Fliegens bei einem Beinahe-Tod zurückzuführen.

2. Vorgeschichte der Menschen

Die Menschen sind nicht plötzlich auf der Erde erschienen, sondern haben sich aus den Primaten heraus entwickelt, die ihrerseits aus den Säugetieren entstanden sind, die wiederum von den Reptilien abstammen usw.

Daher gibt es für manche prägenden menschlichen Erfahrungen wie z.B. die Geburt, den Tod oder die Sexualität bereits eine lange Vorgeschichte, die die Menschen mit vielen ihren Tier-Vorfahren teilen. Eine kurze Übersicht über diese sehr alten tierisch-menschlichen Erfahrungen könnte daher zur Orientierung sehr hilfreich sein.

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-4.000.000.000 Tod und Geburt hat es nicht immer gegeben – sie waren erst eine Erfindung der Vielzeller. Die Einzeller vermehren sich durch Zellteilung, also durch Verdoppelung und nicht durch die Bildung eines Ablegers. Beide Hälften des Einzellers sind Fortführungen des ursprünglichen Einzellers und es gibt bei ihnen keine Mutter und kein Kind - die beiden neuen Zellen sind noch immer dieselbe Zelle wie die urspünglichen Zelle – sozusagen „selbsterschaffene Geschwister".

Ein Einzeller stirbt auch keines natürlichen Todes, da er entweder wächst oder sich teilt. Der erste Einzeller, der vor 4.000.000.000 Jahren entstand, ist im Grunde immer noch derselbe wie jede Bakterie von heute – obwohl sich dieser Ur-Einzeller in seinem Aufbau natürlich sehr viel weiterentwickelt hat und heute sehr viele verschiedene Körper hat.

-3.500.000.000 Die Einzeller begannen sehr bald, sich von Zeit zu Zeit aneinanderzulagern und dabei Teile ihrer DNS auszutauschen und auf diese Weise ihre Entwicklung deutlich zu beschleunigen. Dies war die Erfindung der Sexualität und somit der allererste Anfang aller Gottheiten mit einer sexuellen Symbolik.

-800.000.000 Die Vielzeller, die die Geburt und den Tod erfanden, waren die Volvox-Kugeln, die aus einer luftballonartigen Hülle bestehen, in dem neue kleine Volvox-Kugeln heranwuchsen. Wenn die „Mutter-Kugel groß genug ist, platzt die Hülle, die „Baby-Kugeln schlüpfen und die ursprüngliche Volvox-Kugel stirbt.

Tod und Geburt sind also sehr alte Erfahrungen sowohl des Menschen als auch aller seiner vielzelligen Vorfahren. Hier findet sich die letzte Wurzel aller Vorstellungen um Geburt und Tod.

-550.000.000 Die Fische hatten die Selbsterhaltung, die Ernährung, die Sexualität sowie die Erlebnisse von Geburt und Tod bereits auf Vielzellerebene voll ausgebildet, wobei die Sexualität allerdings noch unpersönlich und nicht so deutlich partnerbezogen ist und bei ihr auch keine körperliche Vereinigung stattfindet, sondern nur eine Ei- bzw. Samenablage am gleichen Ort.

-350.000.000 Bei den Amphibien, in die sich die Fische nach und nach verwandelten, als sie das Land zu erobern begannen, findet auch noch keine sexuelle Vereinigung statt, aber Männchen und Weibchen treffen schon deutlicher zusammen, um gemeinsam Eier und Samen abzulegen. Dies kommt somit der menschlichen Auffassung von Sex schon etwas näher.

Es gibt aber etwas bei den Amphibien, das man für den Ursprung eines der ältesten Symbole des Menschen überhaupt ansehen könnte: die rote Farbe des Blutes als Symbol für das Leben, das schon in der frühen Altsteinzeit sehr ausgiebig in der Gestalt des roten Ockers verwendet worden ist und sich noch im frühen Ägypten in Gebrauch findet, wie die Schminkpaletten oder die rot gefärbten Mauern der frühesten Tempel zeigen.

Mit dem Blut und der roten Farbe ist auch die Vorstellung einer Lebenskraft verbunden, die natürlich zu dieser Zeit noch keinen Begriff hatte, aber als inneres Bild in den Instinkten durchaus vorhanden gewesen sein wird.

-300.000.000 Die Reptilien, die sich aus den Amphibien entwickelten, haben schließlich die Paarung erfunden und sind somit die Urururahnen solcher Vorstellungen wie die Vereinigung von Shiva und Shakti, von Nut und Geb zu Beginn der Zeit, des Tantra-Yoga und vieler anderer sexueller Symboliken.

Ebenso liegt hier die fernste Wurzel für das Symbol der Höhle und des geschützten Raumes, da die Reptilien die Erfinder des Eies mit einer festen Schale aus Kalk sind, die das Ei vor dem Austrocknen schützte. Zu den mit diesem Ur-Ei verbundenen Vorstellungen gehört der Mutterschoß, das Ei des Phönix auf dem Urhügel, aber auch die Höhle, das Horn, der heilige Tempelbezirk und der Schutzkreis.

-280.000.000 Die Pelyco-Saurier, die die Vorläufer der Säugetiere gewesen sind, lebten in großen Herden zusammen. Wahrscheinlich kümmerten sie sich schon im Gegensatz zu ihren übrigen Reptilien-Vorfahren und -Zeitgenossen, die ihre Eier sich selbst überließen, in nennenswertem Maße um ihren Nachwuchs -möglicherweise als Gruppe um alle neu geschlüpften Saurier. Hier läge dann der Ursprung des Brutpflegeinstinktes und der Geborgenheit in einer Gruppe. Dadurch weitet sich hier die noch unpersönliche Geborgenheit im Ei auf die kollektive Geborgenheit in der Gruppe aus.

Die Entdeckung des Vorteils des Lebens in Herden oder großen Gruppen, die es auch bei anderen Tieren wie vielen Fischarten oder bei den z.B. Bienen und Ameisen gab, ist eine sehr grundlegende Verhaltensweise, ohne die die ganzen späteren Entwicklungen des Menschen nicht denkbar wären. Hier liegt der Ursprung für das Denken in Gruppen- und Familien-Begriffen, für Zusammenarbeit, für Spezialisierung und nicht zuletzt für jede Art von Geborgenheit.

Hier liegt auch das erste Wir-Gefühl und die Aufteilung der Welt in ein Innen und ein Außen, bei der das Innen mehr als nur den eigenen Leib umfaßt. Dies könnte man als die früheste Wurzel für den späteren Korngott-Tierherrn-Gegensatz (z.B. Osiris und Seth oder Baldur und Hödur) auffassen, der die Welt in einen freundlichen, inneren Kreis und in einen äußeren, bedrohlichen Bereich aufteilt.

-200.000.000 Als aus den Pelyco-Sauriern die ersten Säugetiere entstanden, kam eine neue Qualität hinzu: die nährende und beschützende Mutter. Das Säugen und Gestilltwerden ist eine zentrale Erfahrung aller Säugetiere - es ist kein Zufall, daß das am weitesten verbreitete Wort ma auch das einfachste ist und die Mutter bezeichnet und von der Entstehung her der Ruf nach ihr ist: sie ist das Zentrum des Lebens und der Orientierung der Säugetiere. Ebensowenig ist es ein Zufall, daß eines der ältesten bekannten Worte, das nicht wie ma ein einfacher Ruf, sondern ein konkretes Wort ist, ma-liq'a ist, das eben das Säugen bzw. das Saugen bezeichnet.

Hier liegen die fernen Anfänge aller Muttergottheiten und aller Vorstellungen von Fürsorge, Wärme, Ernährtwerden und von Geborgenheit bei einem konkreten anderen Wesen der eigenen Art, also eine persönliche Geborgenheit, die über die Geborgenheit in der homogenen Gruppe der Pelyco-Saurier und die unpersönliche Geborgenheit im Ei hinausgeht.

Diese Qualität ist der Ursprung der Mutter aller Dinge der Altsteinzeit und der Muttergöttinnen wie Hathor, Isis, Ishtar, Demeter, Hera, Saraswati und vielen anderen und auch der Ursprung aller Symbole, die sich im Laufe der Zeit aus der Milch entwickelt haben - von dem Milchsee am Anfang der Zeit aus der indischen Mythologie über den Soma-Trank der Inder, den Göttermet der Germanen und den Balché-Trank der Mayas bis hin zu dem Lebenselixier der Alchemisten.

-100.000.000 Der nächste wichtige Entwicklungsschritt war die Entwicklung der Vordergliedmaßen bei einigen Säugetieren von reinen Fortbewegungsorganen zu Klauen und schließlich zu einer Vorform der Hand. Diese „Handtiere" (Primaten) waren die Vorläufer aller Handwerker und jeder gezielten Gestaltung der eigenen Umwelt. Insofern könnte man hier die Wurzel von solchen Göttern wie Chnum, Ptah und Jahwe, die die ersten Menschen aus Ton formten, sehen.

-50.000.000 Die Entwicklung des Großhirns ermöglichte den höheren Säugern im Allgemeinen und den sich aus ihnen in Afrika entwickelnden großhirnbetonten Primaten im Besonderen über die bisherigen Verhaltensweisen, die auf Innenbildern und

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