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Hojo Jutsu: Haya Nawa - "Das schnelle Seil" in Budo und Bujutsu

Hojo Jutsu: Haya Nawa - "Das schnelle Seil" in Budo und Bujutsu

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Hojo Jutsu: Haya Nawa - "Das schnelle Seil" in Budo und Bujutsu

Bewertungen:
3.5/5 (4 Bewertungen)
Länge:
345 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
5. Apr. 2017
ISBN:
9783738684780
Format:
Buch

Beschreibung

Dieses Buch befasst sich mit der Handhabung des Seils in den fernöstlichen Kampfkünsten als Binde- und Fixierhilfsmittel.
Immer wieder stellten sich die Autoren die Frage, wie es am Ende einer möglichen Kampfsituation, in der ein Gegner überwunden wurde, weiter gehen soll. Der Satz: "Wir kontrollieren den Gegner" war ihnen zu wenig. Denn: Wie lange kontrolliert man einen überwundenen Gegner mit bloßer Technik ohne zusätzliche Sicherungsmaßnahmen? Bis er eingeschlafen ist und man heimlich davonschleichen kann? Vorher ist ja nicht zu erwarten, dass der Gegner von seinen Absichten ablässt.
Walter Baier und Norbert Mahl fragten sich: "WAS KOMMT DANACH?" Die Antwort fanden sie sehr bald: "HOJO JUTSU" HOJO JUTSU ist die Kunst, Gegner und Gefangene mittels Seil zu sichern und kampfunfähig zu halten. Dieses Buch bietet alle Grundlagen, um mit dem "Haya Nawa" - dem "schnellen Seil" - umgehen zu können.
Herausgeber:
Freigegeben:
5. Apr. 2017
ISBN:
9783738684780
Format:
Buch

Über den Autor

Walter Baier, geboren 1948 in Wien. Er ist Experte für Arbeitsvorbereitung, Planung und Steuerung. Er begann 1983 mit dem Studium der Kampfkünste. Seine Hauptdisziplin ist AIKIDO (3. Dan). Dazu kommen noch ALL-STYLE-KARATE (4. Dan) und IAIDO (2. Dan). Weitere Kampfkünste, die Walter Baier betreibt: GOSHIN-TAIJUTSU, KOBUDO, NINJUTSU.


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Buchvorschau

Hojo Jutsu - Walter Baier

Empfindungen

1. Teil

Einführung

Japan ist rund 378.000 km² groß und besteht aus ca. 3.500 kleineren und größeren Inseln. Da aber ein großer Teil (4/5) des Landes Gebirge ist, müssen heute ca. 128 Millionen Menschen (um 1600 waren es noch ca. 20 Millionen) auf ca. 20 % der Grundfläche (ca. 75.600 km²) leben und sich Landwirtschaftsgebiete, Industriegebiete und Stadtregionen teilen. Erdbeben, Vulkanausbrüche und Überschwemmungen prägten und prägen noch heute das Land und die Menschen. Durch diese Naturereignisse entstanden einerseits sehr hohe Disziplin, ein innerer Zusammenhalt der Clans und ein unwahrscheinliches Durchhaltevermögen. Die andere Seite zeigt dagegen eine hohe Kriminalität, Machtausübung, Korruption, Unterdrückung und Ausbeutung.

Um die dunkle Seite im Rahmen zu halten, hielten sich viele reiche Familien eigene Krieger. Ausgebildet waren sie vorwiegend in den Kampfkünsten wie Schwert, Lanze, Bogenschießen und auch im Umgang mit dem Seil. Ihre Aufgabe war es, das Gebiet des Herrschers zu kontrollieren, zu sichern und für ihn in den Krieg zu ziehen.

Hojojutsu ist die Kunst der Fesselung und eine Teildisziplin der Kampfkünste. In vielen Fällen war/ist es notwendig, eine Person zu fesseln, um diese an der Flucht zu hindern bzw. ruhig zu stellen. Für die Festnahme einer Person war es nicht notwendig, eine schöne und dem Stande gemäße Fesselung anzubringen, sondern sie sollte in diesem Fall schnell und sicher angebracht werden. Haya Nawa (das schnelle Seil - bis 5 Meter) ist für eine solche Situation die erste Ausbildungsstufe im Hojojutsu.

Um eine sich wehrende Person zu fesseln ist es notwendig, die Fähigkeiten der Kampfkunst ohne Waffen sowie die der Fesselung zu besitzen. Der Gegner muss in eine optimale Festhalteposition gebracht werden, so dass noch eine Hand für die Handhabung des Seiles frei bleibt. Daher übten sich viele Krieger in der Geschicklichkeit und Schnelligkeit in der Verteidigung ohne Waffen und der Kunst des Fesselns. Wie notwendig dies war, zeigt uns ein Abriss aus der japanischen Geschichte.

Der spanische Missionar des Jesuitenordens Franciser de Xavier (1506-1552) gründete die erste christliche Gemeinde auf der Insel Honshu. Es ist also nicht überraschend, dass zu jener Zeit ganze Samurai-Armeen unter christlichem Banner kämpften und Schwerter trugen, die mit christlichen Motiven verziert waren.

Durch einen Befehl des japanischen Militärdiktators Toyotomi Hideyoshi wurde dem Volk streng untersagt Waffen zu besitzen. Es folgte darauf die sogenannte „Jagd nach den Schwertern", während der alle Bauern entwaffnet wurden.

Der Shogun Tokugawa Ieyasu erließ im Jahre 1614 ein Edikt, welches das Christentum kurzerhand verbot. Es durfte nur einen Gott in Japan geben und dies war der Ternno. Zur jener Zeit lebten ca. 300.000 Christen in Japan. Einheimische Christen wie ausländische Missionare wurden gleichermaßen systematisch festgenommen und gefoltert. Wer in die Hände der Gefolgsleute des Shoguns fiel, hatte nur die Wahl, abzuschwören oder zu sterben. Man kann sich leicht vorstellen, wie schnell und effizient solche Befehle in einem Land ausgeführt werden, wenn Not an Nahrung, Lebensraum und Land ist.

Wurde die Person überwältigt und gefesselt, konnte diese ohne viel Aufwand abgeführt werden. Nach dem Verhör wurde sie dann dem Herrscher oder einem Gericht vorgeführt. Bei der Gegenüberstellung eines Gefangenen mit dem Herrscher wurde in Japan auf Etikette sehr geachtet. Die Person musste gemäß ihres Standes gebührend gefesselt werden. So wurde z. B. eine Person in gehobener Position so gefesselt, dass die Fesselung ein schönes geometrisches Ornament bildete. Dagegen genügte bei Handwerkern eine Fesselung ohne Muster und ohne Schönheit. Ein weiteres Merkmal war auch (um die bis zur Verurteilung vermutete Unschuld zu erkennen), dass in der kompletten Fesselung kein Knoten (außer der letzten Sicherung) vorhanden sein durfte. Die verschiedenen Fesselungstechniken ergaben sich aber auch durch die unterschiedlichen Bekleidungen wie Rüstung, Festgewand oder der Arbeitskleidung, je nach Berufsstand.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts hatte jede japanische Region, bzw. jeder Clan, seine eigenen Fesselungstechniken. Erst Shimizu Takagi und Takayama Kanichi systematisierten die Fesselungsmethoden. 1927 wurde das Hojojutsu auch in die Ausbildung der japanischen Polizei aufgenommen. Im japanischen Alltag der Polizei hat sich das Hojojutsu gegenüber den Handschellen weitgehend durchgesetzt.

Das Seil ist ein wichtiger Begleiter des Menschen und dient nicht nur für das Zusammenhalten der Bekleidung oder Befestigung diverser Gegenstände, sondern wird in vielen Berufen und Freizeitaktivitäten verwendet.

Um einen kleinen Überblick über die Vielfalt der Anwendung zu bekommen werden hier einige Anwendungsgebiete aufgezählt:

Angler, Anstreicher, Autofahrer, Ballonfahrer, Bauer, Baumpfleger, Bergsteiger, Bogenschütze, Brunnengräber, Buchbinder, Camper, Chirurg, Dachdecker, Drachensteiger, Elektriker, Falkner, Fechter, Feuerwehr, Fischer, Florist, Fuhrmann, Fußballspieler, Gärtner, Gepäcksträger, Goldgräber, Hängemattenknüpfer, Hausfrau, Hufschmied, Jäger, Juwelier, Kanufahrer, Kerzenzieher, Koch, Korbmacher, Krankenschwester, Künstler, Kunsttischler, Kutscher, Metzger, Militär, Modellbauer, Müller, Näher, Netzknüpfer, Obsthändler, Packer, Pfadfinder, Polizei, Polsterer, Radfahrer, Reiter, Schneider, Schuhmacher, Segelmacher, Skifahrer, Sportsegler, Stiefelmacher, Takler, Tennisspieler, Teppichknüpfer, Theater, Weber, Zimmermann, Zirkusleute, und etliche mehr ...

In diesem Buch befassen wir uns mit der Fesselung von Personen und beschränken uns auf die Fixierung von Armen und Händen. In unseren Beispielen wird der Gefangene von mehreren Personen bewacht, und damit ist Gegenwehr oder Flucht ausgeschlossen. Eine Person tritt von hinten zu dem Gefangenen und fesselt diesem die Hände auf den Rücken. Die Kunst des Fesselns besteht aber nicht nur in der Schnelligkeit, sondern vor allem darin, den Gefangenen dabei nicht zu verletzen und ihm nicht die Möglichkeit zu geben, sich zu befreien.

Um diese Handlung schnell durchführen zu können, verwenden wir nur kurze Seile zwischen 2,5 und 5 Meter. Längere Seile sind dafür nicht geeignet, da sich der Zeitaufwand wesentlich erhöht.

Materialien

Hanf

Faser aus dem Stängel der Hanfpflanze

Vorkommen: Italien, Amerika, Russland, auch Deutschland

Fasern 1-2 m lang

Manila

Faser aus dem Stamm einer wilden Bananenart (Musa)

Vorkommen: Philippinen, Antillen, Neuseeland

Fasern von 2 m Länge und mehr

Sisal

Fasern

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