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Lyrik
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eBook652 Seiten2 Stunden

Lyrik

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Über dieses E-Book

Benötigt heutzutage noch jemand Lyrik? Zumindest der Autor, lebend und dichtend nun auf unbestimmte Zeit in Berlin Prenzlauer Berg. Dort zufällig gelandet und lebend. Die Gedichte sind vielgestaltig wie der Autor selber. Es gibt kaum Dinge, die ihn nicht zu lyrischer Gestaltung angeregt haben.
SpracheDeutsch
HerausgeberBooks on Demand
Erscheinungsdatum31. März 2015
ISBN9783738660166
Lyrik
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Autor

Frank Kminkowski

Frank Kminkowski arbeitete drei Jahre lang in verschiedenen Berufen an der Trasse. Als letztes als Großhebezeugführer. Inzwischen lebt er in Berlin, Prenzlauer Berg.

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    Buchvorschau

    Lyrik - Frank Kminkowski

    Uhr

    VORWORT

    Achmatova A. aleixandre V. alberti R. appollinaire G. aragon L. arendt E. bartel K. budelaire C. brecht B. becher J. R. benn G. bukowski Ch. catullus G. V. chamisso A. char R. eluard P. enzensberger H. M. fühmann F. gerhardt P. gressmann U. goethe J. W. gryphius A. guillen J. halas F. heine H. hermlin S. herweg G. hesse H. hölderlin F. homer holz A. huppert H. inoue Y. jessenin S. jewtuschenko J. kleist H. klopstock F. lorca F. G. lorenz K. loerke O. majakowski V. marx K. mickel K. mickiewicz A. müller H. nabokov. V. neruda P. ören A. okudshawa B. pasternak B. L. puschkin A. radicvic R. rennert J. rilke R. M. rimbaud A. ringelnatz J. ritsos J. schiller F. shakespeare W. stadler E. strittmatter E. toller E. trakl G. uhlik R. ungaretti G. vallejo C. villion F. von chamisso A. von droste-hülshoff A. wagner R. weisbach R. whitmann walt woronow J. zwetajewa M. andre auch irgendwo dazwischen Kminkowski, ich und des volkes Mund. Wie nun kommt man meinen Gedichten bei und was ist überhaupt ein Gedicht. Man kann die Worte, einzelne oder Reihen als Metapher auffassen oder einfach so wie sie dastehen. Eine Metapher ist ein Bild. Jedes Wort und jeder Satz hat einen bildlich bestimmten Inhalt. Man malt also mit Worten. Manchmal sind mehrere Schichten in einem Gedicht übereinander gelegt. Überschriften bilden einen wertenden Kommentar zum Gedichts. Das Wesen eines Gedichts muss nicht immer unbedingt etwas mit Rhythmus zu tun haben. Es gibt vorgeprägte Rhythmen, die schon seit Jahrhunderten existieren, auf die man zurückgreifen kann. Es gibt Innenreime und Außenreime, Reime von Silben. Das Wesen eines Gedichts hat nicht immer unbedingt was mit der Länge zu tun. Manche Gedichte kommen geschrumpft daher, eine Sache die der Leser mit seinem Wissen und seiner Phantasie aufblasen muss. Das Wesen eines Gedichtes liegt einfach ausgedrückt in seiner Einmaligkeit, die nur ein wahrer Dichter ihm geben kann. Dichter und Leser begeben sich auf gemeinsame Fahrt. Ein Abenteuer in Form von gedanklichem Genuss. Gedichte, meine, alles kleine Bücher.

    VORSCHLAG FÜR MEINEN GRABSTEIN

    Jetzt bin ich hier wo keiner hin möcht

    Aber alle irgendwann landen

    Geboren zehn Jahre nach dem Krieg

    Gestorben irgendwann

    DURCHDRINGEN

    Als ich ein Dreher war

    War ich auch ein Dichter.

    Als ich mit den Millimetern kämpfte,

    kämpfte ich auch mit Worten.

    Schweiß.

    Zehntel und Hundertstel waren nicht leicht zu handhaben,

    nicht leicht zu handhaben waren Inhalt und Form.

    Mich durchs Metall zu beißen hatte ich gelernt;

    später lernte ich von gestandenen Dichtern.

    Das Bohrwerk fraß acht Stunden des Tages;

    Stunden des Tages fraß das Papier.

    Die Schreibmaschine beherrschte ich fachgerecht.

    Durch den Schweiß der Arbeit schwammen Anfänge.

    Zeilen - Arbeit und Schweiß.

    Das Portemonnaie hörte auf zu reden,

    Jedes Ding redete mit mir.

    Als ich ein Dreher war,

    War auch ein DICHTER ICH.

    SEHNSUCHT

    Der Himmel hat sein Metallkleid angelegt,

    schimmert bläulich orange goldrot lila.

    Das Feld vorm Haus mit Krähen reich besät,

    lauscht dem Wind, hört stumm die kalten Lieder.

    Am Schreibtisch tagsüber hat Fernweh sich in mir geregt; in der

    Abendstunde jetzt kommt es wieder.

    So muss ich morgen früh wohl fort nun gehen,

    in andere Städte lang mich umzusehen.

    Rom die via appia vielleicht entlang

    Spartakus zu treffen mit den seinen,

    Paris: pere lachais ’ner Bank

    Goyas Spaniens zu beträumen.

    In Petersburg vorm Winterpalais

    die Sonne sank, wird morgen vielleicht

    anders scheinen.

    Fluten unscharf nun mir ins Zimmer rein:

    papierne Gäste statt einsam Bier, Fusel, billiger Wein,

    Zu früh Verstorbene werden per Lyrik

    wieder wie so oft meine besten Kumpel sein.

    UENENDLICHE MÖGLICHKEITEN

    Rosen so rot

    lebend oder tot

    Mainelke ist tot

    in meine Lyrik

    Press euch in die Zeilen

    Werde nicht stolpern

    Nicht eilen

    verletzend ihr mir auch mit Dornen droht

    Blätter so Grün, zur Knospe euer Blick

    werd euch teilen

    die Häute über die Ohren

    ziehen

    auf abgefahren Asphaltstraßen

    im schwarzweißen Wams

    werde ich die

    durch den Kakao ziehen

    die kommen so daher

    bewaffnet ansonsten aber leer

    mein Blick ist schwer

    der Teller im Wachsen

    an den Horizonten die Feuer

    Prometheus

    Wer gibt ihn

    Und dann die Wasser

    Süße im Schwinden

    Jahre nach Millionen

    BEI DER ARBEIT

    Du siehst das Bohrwerk schlafend vor dir stehen.

    Metalle glänzen kalt dich an und schweigen,

    dass Drehzahl Vorschub richtgen Gang beim Drehen

    trittst heran deine Macht ihm nun zu zeigen.

    Geschmeidig fühlst du Späne abroll‘n, fließen,

    was von der Zeichnung grübelnd du ersonnen,

    im Stahlwerk vorgetränkt durch Schweiß beim gießen,

    fängt durch dich an jetzt Formen zu bekommen.

    Die Augen wandern hin zu Skalenwerte,

    die Ohren lauschen jedem fremden Laut,

    wenn du mal Maße eingetippt verkehrte,

    weil müde vielleicht du warst aus Versehen.

    Es könnte einen halben Wartburg kosten,

    im Betrieb allen an die Taschen gehen.

    LEBEN UND DICHTEN

    Der Rhythmus seit er sich fest versponnen,

    er weit von außen in mein Innern drängte,

    vom Ohr durchs Hirn die alte Blutbahn sprengte,

    ab da hab ernsthaft endlich wohl begonnen

    mein Dasein besser ordnend einzurichten.

    Ich kehrte ein am Urstrom aller Worte,

    den Menschen ihnen ihrem Arbeitsorte,

    begann zu feilen zu schreiben – ja zu dichten.

    Dies Feuer niemals richtig will’s verglimmen,

    in Nächten nicht und nicht in meinen Tagen

    auch wenn die Worte zueinander stimmen.

    So tauchen auf doch immer neue Fragen,

    die Neugier nie will sie mir mehr verrinnen

    erst wenn die Freunde erdwärts dann mich tragen.

    ODESSA (vom Schreiben)

    Flimmerfarben auf der Landebahn

    Vielleicht kam ich mit dem Flugzeug an

    Oder trieb als silberblaue Welle her

    Barke in der Sonne Glitzer auf dem Meer

    Himmel frisch bemalt in zartem Perlmuttblau

    Augengleich am Weg so manche Frau

    Bäume alle satt in ihrem Grün

    Führen raschelnd mich zum Mahnmal hin

    Meine sieben Jahre sind vorbei,

    Isaak, ob es schon ausreichend sei

    Wo deinen Jahre doppelt zählen

    Babel, Freund, soll ich zweimal sieben wählen?

    SEMANTIK

    Wie ist es mit dem Regen,

    der warm zur Erde fiel,

    was tat er mit den Wegen

    bei seinem Prasselspiel?

    Die an den Zweigen hingen,

    vereinzelt schlingern ab,

    was hört man Blätter singen

    beim Schlaf im Wintergrab.

    Wenn wir uns nieder legen,

    zerfließend unsere Brust,

    was treiben wir im Schweben,

    ich hätt es gern gewusst.

    Doch manche Worte klingen

    zu hart mir und zu rau

    mit ihren harten Schwingen,

    sie schlagen rot zu grau.

    NACHTGEDANKEN

    In der Ketten Straße jault ein Hund;

    auf dem Markt singt einer traurig Lieder,

    vielleicht das der Grund,

    muss an dich denken Freund - immer wieder.

    Schritten wir nicht oft herum,

    manchmal bis die Morgenvögel sangen,

    wollten alles ohne Rücken krumm.

    Flaschen nie die Gläser klangen.

    Löcher in den Taschen damals du;

    für alle Fälle Sprüche;

    durchgelatschte alte Schuh;

    ausgefallene Gerichte in der Küche.

    In mein Zwiebellederportemonaie

    Legtest du mir grüne Scheine,

    trankst statt Mocka immer Tee

    und dann unsere großen Träume.

    Nur an Mädchen Hirn und Herz gedacht,

    über Jenny und die Krupskaja gesprochen,

    nie des Nachbarn dicke Frau belacht;

    Finger nur nach Salem gelb gerochen.

    Ich fahr immer noch Reichsbahn, Bus,

    warte immer noch auf die große Liebe,

    geh sonntags auch zu Fuß;

    bin schon dreißig, werde trotzdem nicht müde;

    ob ich was Falsches sagte, was vergas,

    kamst heute vorgefahren mit ’nem neuen Wagen

    und dieser Frau, die nur blöde lachte, schwieg und aß; und dich

    nur, dich konnt’ übers Wetter ich befragen.

    WÜNSCHE

    Strick mir bitte ein paar dicke Socken,

    die Füße sind mir ach so bitter kalt,

    geb heiße Milch, den Zucker, Haferflocken,

    so werden wir hundert Jahre alt.

    Schöner bist du irgendwie geworden.

    So weiß wie Schnee es glitzert deine Haut,

    deine Nähe macht mich warm, geborgen,

    die Zunge locker, meine Gedanken laut.

    Du solltest sie wissen all die Träume,

    die ich hüte, großzieh lang in mir,

    sind mir wichtig, keine Schäume.

    Trete ein in meines Herzens Tür.

    Werd’ die Wände all dir zeigen,

    die Narben, den Faden, der sie verschloss.

    Möchte nur noch dichten, für dich schreiben

    und nie, dass ich von dir gehen muss.

    WITTSTOCK MITROPA MORGENS UM SECHS

    Da ist die Friseurin jung und müde,

    von der Forst einer mit rotem Gesicht,

    setzten sich auf durchgesessene Stühle.

    Ist die Maloche, die man bespricht.

    ’n Busfahrer schlürft Kaffee,

    hört halb dem Rentner neben ihm zu.

    Am Eingang ein Aufwischlappen fehlt;

    und niemand bekommt die Türe richtig zu!

    ’n Eisenbahner schimpft laut übers Wetter;

    der Rentner bestellt Schnaps, bestellt Bier.

    Paar Berufsschüler zählen ihre letzten Groschen.

    Die Friseurin schließt krachend die Tür!

    Zerknittert ich nach Schicht dazwischen,

    lausch dem Gequatsche, schlürf Fusel und rauch,

    kein staatstragender Satz hier zu erwischen;

    alle sind nur vom täglichen Einerlei geschlaucht.

    HÖLDERLIN IM FILM

    Goldene Hände Freunde die Doktoren er war ein Schlosser

    Nicht mehr der Jüngste jung aber trotz allem dennoch

    Tausende Arbeiter geführt durch Klugheit sie war die Chefin

    MOSKAU GLAUBTE DEN TRÄNEN NICHT die leis sie vergoß

    An einem Sonntag in der Metro trafen sich beide

    Ausflugskleidung sie er alte dreckige Schuh

    Du wirst mir sagen wollen ist Kino nein

    Mein Freund ist Wahrheit Zeiten sind wo das Glück

    Kunst Frau und Mann sie strömen gleichen

    Fluss eine Diotima den Friedrich

    ERINNERUNGEN

    Sonntags bekamen wir lose Milch zu kaufen.

    Waldmeisterbrause löschte unseren Durst

    An der Ecke privat noch der Laden

    Marken für Butter und Wurst

    Statt fern sah man aus dem Fenster

    Radios krächzten mühsam und alt

    In Waschküchen wusch man Wäsche

    Vaters Bier wurde im Keller kalt

    Reiseschecks rieselten selten

    Wochenende ging sonnabends erst an

    Mit Fahrrädern fuhr man zelten

    Frauen nach Ja-Wort erst zum Mann

    Grotewohl, Pieck an den Wänden

    Ja, wer reichte ihnen in Pankow die Hand

    Für wen wurd gesammelt die Spenden

    Von wem die DDR schon gekannt

    Wie unser Leben damals gelaufen

    Denkst du manchmal noch daran

    War zu klein um Schweres zu nennen

    Meines erst in den Fünfzigern begann

    GESCHICHTE/N

    Es gellt mir manchmal noch im Ohr

    Sein Schimpfen, hab es nie vergessen

    wie hinterm Skoda Lenkrad er gesessen

    Und musste plötzlich bremsen kurz davor.

    Zur Erde Fotos werden gesandt

    Weltall man zum Mond kann fliegen

    kaum vom bittren Blut beim Siegen

    wahr gekündet von der Revolution im Land.

    Farbe, blaue, trübes Funzellicht,

    Vater störte sich oft an Äußerlichkeiten,

    ich wollt so gerne mal tiefsinnig mit ihm streiten,

    Doch mein Schulwissen reichte nicht.

    Irgendwer faselte, dass wir fast uns schon …,

    ich sei reifer geworden mit den Jahren,

    durfte nun endlich hin und wieder auch sein Auto fahren

    Führ mich nicht auf wie Vaters braver Sohn.

    Dachte nun, es gibt wieder Krach

    nächtlich Soldaten, rote,

    Vater per Stoppzeichen, um paar Papirossi baten

    Ein Nichtraucher kramt im Handschuhfach

    „Liegen, Frank, immer hier bereit - …

    muss die Muschkoten auch bisschen bedenken"

    Ich grinste, ließ voll Witz meine Blicke senken

    Wird mit Älterwerden man erst gescheit?

    ELTERN ZEITLÄUFE

    Hab die Brocken nicht vergessen,

    mit warmer Milch, dem Zucker drin, arme Ritter.

    Hab nicht vergessen wie ihr an meinem Bett gesessen

    als Husten doll, mein Fieber schlimm.

    Auch an den Doktor muss ich denken,

    in sein altes Gesicht hab ich gespuckt.

    Wollt niemand damit kränken;

    neugierig ich Vaters kalten Kippen geschluckt.

    Umsorgtet, Eltern, mich in vielen Jahren,

    bis in der Zehnten mit Zwei ich aus der Schule kam,

    wir uns bis da fast irgendwie meistens einig waren,

    jetzt aber Sand im Getriebe ruckt.

    Ständig stand eure Tür bis dato für mich offen,

    braucht Hilfe ich, zum Beispiel wenn ich krank,

    dafür und vor allem schuld ich dank.

    Andre für mich komplizierte Dinge

    - noch komplizierter später waren.

    VORBILDER

    Morgens gibt es immer Tee,

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