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Zwischen Rückzug und Widerstand: Stationen eines Landsers nach den großen Siegen

Zwischen Rückzug und Widerstand: Stationen eines Landsers nach den großen Siegen

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Zwischen Rückzug und Widerstand: Stationen eines Landsers nach den großen Siegen

Länge:
395 Seiten
3 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Feb 24, 2012
ISBN:
9783844825435
Format:
Buch

Beschreibung

Dieses Buch schildert die Erlebnisse meines Großonkels als einfacher Landser im 2. Weltkrieg. Als Soldat der rheinländischen Dom-Division nahm er ab Ende 1942 am Russlandfeldzug teil, überlebte ihre Zerschlagung während der russischen Sommeroffensive 1944 und geriet als Angehöriger der neu aufgestellten 26. Volksgrenadier - Division in den Strudel der letzten deutschen Offensive in den Ardennen. Als er direkt von der Schulbank in den Krieg zog, war die Kette fast ununterbrochener Siege der Wehrmacht im Osten, Westen, Norden und Süden abgebrochen. Auf die glorreiche Zeit der Siege folgte nun die bittere Zeit der Niederlagen und des ständigen Rückzugs. In dieser Zeit war er Soldat, erlebte Leid und Schrecken, Drill und Kommiss, Kameradschaft und Menschlichkeit sowie das unterschiedliche Wesen des Krieges im Osten und Westen.
Herausgeber:
Freigegeben:
Feb 24, 2012
ISBN:
9783844825435
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Zwischen Rückzug und Widerstand - Ralf Hauto

Erschießungskommando

Hart werden, um Mensch zu bleiben

Es war im Sommer des Jahres 1942. Der 2. Weltkrieg war an einem seiner toten Punkte angelangt. Die Kette fast ununterbrochener Siege im Osten, Westen, Norden und Süden war abgebrochen. Es herrschte ein Stillstand an fast allen Fronten. Die Stimmung unter der einheimischen Bevölkerung auf dem Lande wurde allmählich kritischer. Sie war zwar noch nicht gebrochen, denn viele glaubten daran, dass sich nach einer kurzen Pause die deutschen Armeen noch weiter in das feindliche Land vorkämpfen und neue Angriffe bevorstehen wurden. Vor allem verfolgte man damals gerade die schweren Wüstenkampfe in Nordafrika, wo Erwin Rommel der Held der Stunde war. Am 24. Juli 1942 wurde ich als Soldat einberufen. Unauffällig und rasch wechselte ich die Schultasche mit einem langen Schießprügel. Neunzehn Jahre würde ich im August werden. Mein Gott, was war ich jung und unerfahren und hatte so gut wie nichts von dieser Welt gesehen außer die heimatlichen Kirchtürme meiner niederrheinischen Heimat. Ein herrlicher Sommermorgen stieg auf. Draußen auf den Feldern stand das Korn wie ein wogendes Meer. Es war ein gutes Erntejahr, das jetzt begann. Wie oft hatte ich in jungen Jahren im Abstand von einem Jahr Abschied genommen, um eine deutsche Auslandsschule in Holland zu besuchen. Vor drei Jahren wurde diese wegen des bevorstehenden Einmarsches der deutschen Truppen nach Holland, Belgien und Frankreich geschlossen. So verbrachte ich die letzten Jahre der Gymnasialzeit auf dem Kreisgymnasium für Jungen in Heinsberg. Der Abschied von Eltern und Geschwistern war etwas zögernd und schwer. Unser schönes Dorf mit der herrlichen Lindenallee, die sich wie ein langer grüner Dom mitten durch den Ort zog, lag bald im Morgentau hinter mir. Die hohe Kirche überragte alles und bewachte die Häuserreihen und einzelnen bäuerlichen Behausungen wie eine Henne ihre Küken. Damals ahnte ich nicht, dass mein erster Weg zurück zur Heimat einen gewaltigen Umweg über Russland nehmen sollte.

Der Zug verließ in langsamer Fahrt das kleine Kreisstädtchen. Unterwegs fanden sich noch mehrere Bekannte von der Heinsberger Schule ein. Wir hatten alle dasselbe Ziel: Venlo in Holland. Die Fahrt führte über Düren, wo wir einige Stunden Aufenthalt hatten. Von Düren aus war der Zug hauptsachlich mit angehenden Rekruten, mit angehendem Kanonenfutter, für die vielen Fronten gefüllt. Am Abend sahen wir das schöne Grenzland um Aachen, der alten Kaiserstadt und plötzlich lag die deutsche Grenze hinter uns. Lieder, Melodien und Weisen von Wiedersehen, Wanderlust und Liebe klangen durch die Nacht. Es mag um Mitternacht gewesen sein, als der Transport endlich in den Bahnhof des Städtchens Venlo einlief. Dort mussten wir aussteigen. Durch das Bahnhofsmikrofon bekamen wir Anweisung, uns auf dem Bahnsteig zu sammeln. Es war eine lange stattliche Kolonne von schätzungsweise 500 jungen Männern, behangen mit Koffern, Paketen, Pappkartons und Kisten. Weisungsgemäß marschierten wir durch die stillen Straßen der Stadt. Es war ein fast endloser Weg und alle wurden müde und schläfrig trotz der Erwartung über das Wie und Wo der Kaserne und ihres Lebens, das man schon vorher als Paradies der Schikanen ausgemalt hatte. Erst als wir der neuen Maasbrücke näher kamen, wusste ich, dass wir zur Hendrijkkaserne¹ kommen sollten. Gleich der erste Eindruck über das Kasernenleben, noch ehe man es genossen hatte, war für uns Zivilisten niederschmetternd. Über zwei Stunden lang standen wir auf dem großen aufgeweichten Kasernenplatz, über den sich vor Stunden ein heftiges Gewitter entladen hatte. Die halbe Zeit seines Lebens steht der Soldat vergebens! – dies war die erste bittere Pille, die wir schlucken musste. Das erste Fluchen, die erste Ungeduld und Verwünschungen brachen sich Bahn und gingen von Mund zu Mund, von Gruppe zu Gruppe. Nach etwa zwei Stunden in kühler nasser Nachtluft führte man uns weiter in den nahe gelegenen Ort Blerick², in ein ehemaliges Nonnenkloster, das man in eine Kaserne umgewandelt hatte. Warten, warten, schon mehr als die halbe Nacht war schlaflos vorbeigegangen. Dann endlich strömte die Masse in den Bau, in die Zimmer oder Stuben, wie man das militärisch nannte. Peinlichste Sauberkeit hatte man wohl erwartet. Es roch nach Seife und Scheuerpulver. Bald lagen alle flach und noch ehe das Licht ausging war ich in einen tiefen traumlosen Schlaf gefallen. Frühmorgens blitzte das Licht auf. Es wurde mir rot und blau vor den Augen. Ich stand bereits neben dem Bett, als ich erst richtig wach wurde. Alle sahen nur noch den Herrn Unteroffizier mit der Trillerpfeife im Mund und mit Augen, als wolle er uns zum Frühstück verschlingen. Es machte ihm sichtlich Freude, die zivile Bande auf Schwung zu bringen. Ich stellte fest, dass ich nicht der letzte war, denn einige schnarchten weiter, trotz Licht, Pfeifen und Rufen. Nun ja, es war der erste Auftakt zum dem großen Orchesterstück, das ab nun gespielt werden sollte. Und der erste Auftakt geht selten glatt ab. Zum Nachdenken oder gar zu persönlichen Begrüßungen verblieb keine Zeit. Noch ein paar müde Worte, ein Gähnen und Strecken. Ein paar ganz Sture brachten es sogar fertig und legten sich nach einem Blick auf die Armbanduhr nochmals flach. Erst jetzt bemerkten wir, dass wir auch einen Stubengefreiten hatten und er war schlimmer als der Unteroffizier vom Dienst. Unter einem Hagel von Schimpfworten übelster Art fuhren die Sturen wie von einer Tarantel gestochen von ihrem Strohsack auf, machten verwunderte Augen und wagten es auch noch, ein Mäulchen aufzuziehen. Dem war aber schnell ein Ende bereitet. Jetzt ging das Anziehen in einem Affentempo los wie es bei einem plötzlichen Brand nicht schneller hatte geschehen können. Auf Schwung bringen war einer der ersten Ausdrücke, den man neben den mehr oder weniger schönen Zitaten zuerst zu Gehör bekam. Diejenigen, die diesen Zirkus schon beim Reichsarbeitsdienst kennen gelernt hatten, verzogen keinen Muskel mehr, aber die meisten waren wie ich Neulinge, frisch von Mutters Rockzipfel abgestaubt. So ging also hier das schöne Zivilleben zu Ende, endgültig oder zumindest für eine Reihe von Jahren. Man hielt unwillkürlich beim Anziehen an, stierte auf die Schrankwand, die bald Spind genannt werden musste, bis die Heimatträumerei durch den Herrn Stubengefreiten jäh unterbrochen wurde. Ihr seid doch hier nicht mehr zu Hause, ihr Armleuchter. Aber wartet nur ab, ihr werdet noch zugebogen. Das Frühstuck war kurz und mehr ein Verschlingen der noch von daheim mitgebrachten Stullen. Mein Gott, was weht hier ein Wind! Die Uhr ging doppelt so schnell als wie Hause und beim Pfiff Raustreten saßen wir noch beim letzten Schluck dieses braunen Wassers, dass sie hier Kaffee nannten. Im Vergleich zu den folgenden Tagen verlief der erste Kasernentag doch noch etwas im Rahmen. Auf der Kleiderkammer wurden uns die erforderlichen Klamotten verpasst: Stahlhelm und Lederstiefel, meist zu groß oder zu klein, Rock und Hose sowie Unterwäsche in einem aufreizenden grün. Beschwerden wurden mit einem Passt, mein Herr, passt haargenau abgetan. Wir standen erst im Begriff, als rostiges Eisen in die Glut gelegt zu werden. Wie erst, wenn die Hammerschläge niedersausten und das weiche Eisen zurechtbogen! Die Kaserne war der Amboss, die Hämmer liefen deutlich gekennzeichnet umher, die Glut war unerschöpflich und wurde ständig feuriger, aber das weiche Eisen waren wir, gestern noch in der Verpackung eines Zivilanzuges, der nun im wahrsten Sinne des Wortes an den Nagel gehängt wurde. Die Firma hieß Kommiss und der Versandtort war angeblich Russland!

Die Glut wuchs in der brennenden Sonne der Augusttage und die Hämmer sausten mit wachsender Begeisterung auf das rohe Eisen, dass die Funken nur so sprühten. Seit Tagen baumelte ein langes Schießgewehr auf unserem Buckel. Die Magenpartie verengte sich langsam durch das Lederkoppelschloss, auf dem der verheißungsvolle Spruch stand: Gott mit uns. Ja, Gott mit uns, wir hatten es nötig, eine der ersten Einsichten, zu denen man zwangsläufig kommen musste. Im Laufe der Woche konnte man das Koppel Loch für Loch enger schnallen. Die gebotene Verpflegung war für uns junge Burschen nicht ausreichend. Selbst an den Grundnahrungsmitteln, wie Brot und Kartoffeln, fehlte es an allen Ecken und Kanten. Wir kannten zwar von zu Hause aus auch keine Speisekarte, aber Sattessen war immer noch möglich gewesen. Am 8. August 1942 fand auf dem großen Kasernenplatz der Hendrijk-Kaserne unsere Vereidigung auf Führer, Volk und Vaterland statt. Das war wohl der feierlichste Akt im Kommissleben. Ich schwöre… und die Sonne stand im Zenit und schmorte auf den Stahlhelmen. Einige brachen ohnmächtig zusammen. Aber ein jeder fühlte nur zu deutlich, welche Verpflichtung er hiermit abgegeben hatte bzw. abgeben musste. Die Folgen konnte niemand ahnen. Damit gaben wir den letzten Hosenknopf des Zivillebens auf der Kleiderkammer ab. Erst nun fing man an, Soldat zu werden und das Zivilleben nur noch in Gedanken oder Fehltritten nachzuschleifen. Jedenfalls kam ein jeder von uns etwas verändert von diesem feierlichen Akt zurück zur Kaserne, zur 2. Kompanie des Infanterieregiments 78³. Anschließend saßen wir bei einem Festschmaus zusammen, hoch oben unter dem Gebälk des Nonnenklosters, wo einmal frommere Sprüche in den Himmel gestiegen waren, als von dem ziegelroten Pflaster des Antreteplatzes. Auch schien es jedem eine Henkersmahlzeit zu sein und der endgültige Abschluss einer Zeit, die wir erst wieder im späteren Lebensalter einmal wieder sehen sollten und schätzen durften. Ein neuer Auftakt begann, die Trommeln wirbelten grausam, die Pfiffen schrillten, Gewehre und Kochgeschirre knallten und schepperten zusammen und in dumpfem, schwerem Schritt wackelte das Pflaster unter den unseren genagelten Stiefeln. Frühmorgens, wenn die Hähne krähn, zieh'n wir zum Tor hinaus! Diese Musik hielt lange Wochen, ja Monate an. Früher soll es sogar zwei Jahre gedauert haben. Das Hügelgelände an der nahen Grenze war unser Übungsfeld, der Sturzacker der Nation, die offene Sauna und der Sandkasten für spielende Jünglinge. Die Lebenslustigen nannten es Sahara, denn es gab dort mehr Sand als Brot. Jedenfalls hatte der Etappenkriegsschauplatz seine Mucken und Mulden. Sie waren fast tagtäglich angefüllt vom Geschrei der Unteroffiziere, vom Geknalle der Platzpatronen und dem Pusten und Keuchen der angehenden Landser. Gott sei Dank gab es aber auch genug Büsche, Heide und Sandhügel, die uns für einige Momente dem Auge der Herren entzogen. Immerhin konnte man das mit Deckung entschuldigen. Hier fanden wir Gelegenheit, uns auszuruhen von den Schikanen der Treiber und Luft in unsere Lungen zu lassen. Zuerst schien uns das ein Spiel zu sein, wenigstens für uns abgehärtete Landjugend, aber bei wachsender Erschöpfung artete das Kriegspielen aus. Warum das alles, warum? Aber man konnte keinen Gedanken zu Ende denken, Ruhe war ein Fremdwort geworden und Schlaf war teuer wie Gold. Die so genannte Sturheit kann nur langsam eingetröpfelt werden. Erst wenn der Ochse in der Karre stehen bleibt und unter einem Hagel von Schlagen keinen Fuß mehr vor den anderen setzt, dann ist die Tugend der Sturheit langsam herangereift und der Keim zu einer Eigenschaft gelegt, die sehr oft kostbar war und das Kommissleben um vieles erleichterte. Herdenvieh, stur und hart, das sich treiben lässt bis der letzte Schweißtropfen gefallen ist. Komisszeit lässt keine Zeit zum Nachdenken. Das sollte man endgültig den Pferden überlassen, weil die einen größeren und längeren Kopf haben. Zu Beginn der Rekrutenzeit gab es keinen Ausgang. Das war eine sehr harte Nuss nach immer harten Wochen der Ausbildung. Aber nach gewissen Wochen des Schindens glaubte man, uns doch für ein paar Stunden auf die Menschheit loslassen zu können, allerdings unter der Obhut eines Gefreiten oder Unteroffiziers. Voller Neid blickten wir auf die Glücklichsten der Glücklichen - auf die Zivilisten. Da flanierten die Jungens in unserem Alter, ein Mädchen am Arm, und sandten uns höhnische Blicke nach. Erst jetzt lernte man die Vergangenheit zu schätzen, frei zu sein und ohne Zügel herumzulaufen. Wilde Hasen gehen zugrunde, wenn sie eingesperrt werden.

Unsere Ausbildung in der Kaserne war von Anfang an darauf ausgerichtet, uns in möglichst kurzer Zeit frontverwendungsfähig zu machen. An erster Stelle stand stets die Handhabung der wichtigsten infanteristischen Waffen: Karabiner, Maschinenpistole, leichtes Maschinengewehr, Stiel- und Eierhandgranate. Die erforderlichen Handgriffe wurden bis zum Umfallen eingehämmert. Nebenher liefen natürlich das Verhalten im Feindgelände sowie die natürliche Körperabhärtung in Form von Märschen weiter, die sich von 20km an steigernd bis zum schwersten Gepäckmarsch über 40km entwickelten. Unsere Ausbilder waren ausnahmslos Frontunteroffiziere, die das Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse, das Infanteriesturmabzeichen oder das deutsche Kreuz in Gold trugen. Es fiel uns nicht schwer, ihre Ratschläge für die vor uns liegende Zeit anzunehmen. So mancher Hinweis kam uns zugute, den wir in späterer Zeit beherzigen konnten. Diese kamen schließlich von Leuten, die bereits eine entsprechende praktische Erfahrung im Felde aufzuweisen hatten. Die Gesichter unserer Schleifer waren verwittert und tief sonnengebräunt. Von einer Verwundung genesen, waren sie als Grundausbilder in der Kaserne tätig und bildeten hier den Nachwuchs für die Front aus. Der Dienst war hart und kannte keine Rücksicht. Aber unsere Ausbilder entpuppten sich bei einem Gespräch unter vier Augen auch als Menschen, wenn auch unter einer recht rauen Schale. Unser Gruppenführer war ein echter westfälischer Junge von 27 Jahren, ein so genannter Aktiver, der das Kriegshandwerk von Grund auf erlernt hatte. Diese Leute gaben ihre Erfahrungen aus dem Frontleben an uns weiter und verstanden es, uns in kurzer Zeit zu brauchbaren jungen Soldaten auszubilden. Sie wussten genau, wo die Grenze der Belastbarkeit lag oder wie hoch sie zu schrauben war. Im Nachhinein muss ich ihnen bescheinigen, dass ihr Verhalten durchweg korrekt war und auch die Übungen, die wir damals als Schikanen betrachteten, für den Beginn des Frontlebens von Nöten waren. Bei einer Pause nach einer Schießübung mit scharfer Munition nahm mich unser Gruppenführer zur Seite und fragte mich, ob ich mich für die Offizierslaufbahn entscheiden könnte. Diese Frage konnte ich beim besten Willen nicht sofort beantworten. Ich wich aus und gab unserem Unteroffizier zu verstehen, ich würde zunächst einmal die Feuerprobe an der Front abwarten. Diese Entscheidung habe ich eigentlich nie bereut. Unsere Ausbildung lief weiter. Wir mussten hart werden, um Mensch bleiben zu können. Wir glaubten damals, Opfer einer Tyrannei zu sein, Zuchthäusler und was nicht alles. Erst viel später merkten wir, dass diese Abhärtung einen Sinn hatte, so unglaublich das klingt. Und diese Härte hatte vor allem den Zweck des Durchhaltens in Situationen, wo der Mensch sich aufzugeben droht. Den vor uns liegenden Strapazen wären wir nicht gewachsen gewesen, denn sie grenzten oftmals an das Unmenschliche. In diesen Kriegsjahren war der Kasernendrill trotzdem nicht mehr so stark ausgeprägt wie in Friedenszeiten. Man hatte keine Zeit zu verlieren. Die Ausbildung musste in wenigen Monaten durchgepeitscht werden. Und das war sehr wohl möglich, wie wir später noch sehen sollten.

¹ die Frederik Hendrikkazerne in Venlo wurde von 1913-2002 militärisch genutzt und 2007 endgültig geschlossen.

² Blerick ist heute größter Stadtteil von Venlo.

³ Infanterieersatz-Bataillon 78 aufgestellt bei der Mobilmachung am 26.08.1939. Das Bataillon unterstand der 166. Division und stellte den Ersatz für die 26. Infanteriedivision, welche in Russland kämpfte.

Zugfahrt nach Russland

Eines Tages dampfte ein langer Transportzug, fast nur aus langen Güterwaggons bestehend, vom Maastrichter Bahnhof ab. Zuvor hatten wir einen Gemeinschaftsgottesdienst besucht und dabei durch einen Militärgeistlichen die Generalabsolution erhalten. Wir wussten nichts über das Ziel der bevorstehenden Fahrt, nur, dass es jetzt an die Front gehen sollte. So wurde hin- und hergerätselt, aber etwas Konkretes wusste niemand, selbst nicht die begleitenden Unteroffiziere und Feldwebel.

Das herrliche Westfalenland sahen wir in der herbstlichen Dämmerung der letzten Tage des Monats September. Das Landschaftsbild Westfalens ist mir heute noch in guter Erinnerung geblieben. Ich sah es in den darauf folgenden Jahren des Öfteren wieder, aber es hatte nie mehr den stimmungsvollen Glanz jenes späten Septembertages, als wir gen Osten fuhren. Die Sonne ging blutrot unter und dazu die Höfe, die Weiden und Felder. Es war eine herrliche Fahrt und wir saßen von früh bis spät in der Nacht an der offenen Waggontür. Ich hatte dieses Deutschland noch nicht gesehen. In der Nacht brauste der Zug über Hannover hinaus nach Berlin. Im Morgengrauen erreichten wir die Außenbezirke der Reichshauptstadt. Ich sah sie zum ersten Mal. Hinter dem Häusermeer Berlins dehnte sich die Landschaft und ebbte ab, je weiter wir nach Osten fuhren. Kurz vor der polnischen Grenze sahen wir die ersten strohbedeckten Hütten. Der Warthegau lag vor uns. Der Eindruck eines fruchtbaren, gesegneten Landes. Riesige Höfe mit unabsehbaren Ländereien erstreckten sich entlang der Bahnlinie. Die Fahrt führte weiter über Posen, Warschau, Siedlce, einem Städtchen nordöstlich von Warschau, wo ich im darauf folgenden Jahr in ein Lazarett eingeliefert wurde. Brestlitowsk war das Tor in die ehemals von den Russen besetzte polnische Zone. Von dort ab verlief die Bahnstrecke fast ununterbrochen durch die östlichen Mischwälder, Nadelholz-, Birken- und Buchenwälder, die jetzt ihr herbstliches Gewand angelegt hatten. Die Wachen des Transportzuges wurden verstärkt, denn die Partisanengefahr war besonders in den unergründlichen Wäldern um die Großstadt Minsk sehr stark und gefürchtet. Die Schienenstränge, auf denen nicht nur Mannschaftsnachschub für die Ostfront sondern auch riesige Mengen an Kriegsmaterial befördert wurden, waren von Maschinengewehrnestern bewacht, bestehend aus kleinen Holzburgen und Verteidigungsanlagen. Diese Behausungen lagen mehrere hundert Meter voneinander entfernt. Pendelposten waren die ganze Nacht unterwegs. Diese Wachmannschaften führten wohl am Tage ein gutes Leben, waren aber in der Nacht zu bedauern. Die Partisanen schlichen aus den dichten und unzugänglichen Wäldern heran, überfielen die Wachmannschaften, machten sie nieder und brachten dann Sprengsätze an den Schienensträngen an. Unser Transportzug hielt in kleinen Orten und auch ab und zu auf freier Strecke, um Wasser zu fassen. In den nächsten Tagen kam der Transport verhältnismäßig nur langsam weiter. Streckenweise fuhr der Zug im Schritttempo. Vor uns dehnte sich die weite russische Ebene. Viehherden grasten auf den Weiden, und die Hirten saßen am Lagerfeuer oder ritten im Trab hinter der Herde her. Es war ein durchaus friedvolles Bild. Zum ersten Male sah ich eine russische Landschaft, die Einsamkeit ebener Weiten und die primitiven Behausungen dieses östlichen Volkes. An einem Vormittag hatten wir Gelegenheit, den Zug für zwei Stunden zu verlassen. Einige hundert Meter hinter einer Bahnübergangsschranke lag ein kleines Bauerndorf, an ein größeres Waldstick angelehnt – ein typisch russisches Dorf. Es mochte im Ganzen etwa 20 Häuser zählen Wir waren natürlich neugierig, wie denn diese Bauernkaten⁴ von innen eingerichtet waren. Mit Tabak und Zigaretten ausgerüstet machten wir uns auf in das Dorf. Der erste Blick in eine russische Bauernkate war erschütternd. Eine ältere Matka⁵ fuhrwerkte mit einer langen Gabel im Backofen herum. Sie glich einem alten Lumpenweib. Geschickt angelte sie den runden schwarzen Topf aus der Holzglut und setzte ihn auf den gestampften Lehmfußboden. Sie murmelte unverständliche Worte und war anscheinend einen solchen Besuch gewohnt. Wir tauschten die Rauchwaren gegen Eier und Butter, teils auch gegen ein Stück Brot ein. Manche Häuser waren etwas sauberer eingerichtet und man fand ein einigermaßen sauberes Bett vor. Heiligenbilder und Ikonen füllten rings um die Wände aus. Der Kaminofen war weiß gekalkt und die Bude sauber ausgefegt. Ein Bauer stand mit seiner Tochter auf der Tenne und schwang den Dreschflegel. Das Mädchen schien polnischer Abstammung zu sein. Sie war freundlich und doch zurückhaltend. Auf einem anderen Bauernhof kicherten drei junge Mädchen herum. Sie waren noch sehr jung und unbefangen. Ihre Kleidung trug dazu bei, sie älter erscheinen zu lassen. Alle waren mit Flachsspinnen beschäftigt. Obwohl keine von ihnen die deutsche Sprache beherrschte, verstanden sie dennoch unsere Wünsche nach Tauschgeschäften. Es waren nette, robuste Geschöpfe, aber scheu wie junge Pferde. Ihre geschickten Handgriffe mussten wir immer wieder bewundern. Sogar kleine Kinder zupften an dem Flachsknäuel herum und hockten sich dabei auf die Erde. Wir mussten bald zurück zum bereitstehenden Transportzug. Ein Hornist blies zur Weiterfahrt, die Lokomotive pfiff dreimal und weiter ging die Fahrt in die unbekannte Welt. Überall sahen wir das gleiche Bild, hunderte von Kilometern änderte es sich nicht. Es waren und blieben strohbedachte Hütten, bunte Viehherden und Panjepferdchen⁶ vor den vierrädrigen Wagen.

Bahnhof Minsk - ein Johlen und Schreien, ein Durcheinander von Russisch und Deutsch auf dem Bahnsteig. Ein buntes Volk, Zigeuner, Händler, Schieber mit Traglasten, Säcken, Packen, drängt sich an die einlaufenden Züge heran. Die Kinder schreien, die Landser schreien, das ganze Volk schreit. Ein paar hagere, zerlumpte Burschen waren vor uns aufgetaucht, der eine mit Zeitungen, der andere mit Schreibpapier und ein Dritter mit einem Schuhputzkasten. Pan⁷- Brot!, - das einzig Verständliche, was wir heraushören konnten. Die Jugend hier sah erbärmlich aus, verwahrlost, hungrig und verdreckt. Die Bahnsteige glichen eher einem Markplatz. Minsk zeigte große Steinbauten neben besseren Holzbauten. Seine Vorstädte waren schmutzig und verkommen. In der Bahnhofsverpflegungsstelle gab es warme Suppe, von Deutschen Rot-Kreuz-Schwestern eingeschenkt. Im Aufenthaltsraum des Bahnhofs klang blechern Musik, die von Lautsprecherdurchsagen unterbrochen wurde. Es war ein ununterbrochenes Kommen und Gehen und man selbst war einer der vielen Menschen in feldgrauer Uniform, die zum ersten Mal gen Osten sollte. Urlauber mit schwer beladenem Rücken und einem Leuchten im Gesicht, eilten zu den Zügen und sprangen über die Schienen.

Unaufhaltsam rollte der Transport in schnurgerader Richtung nach Osten. Man konnte nur staunen, wie dieses weiträumige Land so schnell von deutschen Truppen erobert werden konnte. Im Gelände sah man kaum eine Spur von Kriegsschäden, Verwüstungen oder Granat- und Bombentrichtern. Ab und zu sahen wir ausgebrannte Lokomotiven und Waggons als Zeugen der Partisanentätigkeit am Schienenstrang liegen. Einmal war es ein kompletter Transport, der zerschmettert und ausgebrannt wie ein Stahlskelett am Bahndamm lag. Daran konnte man erkennen, dass die Partisanengefahr nicht von der Hand zu weisen war. Bäche, klar wie Silber, Pfützen, kleine Teiche und Wassertümpel, Weideland und Wald und nochmals Wald, der zumindest bis hundert Meter beidseits der Bahnlinie abgeholzt war, das waren die Bilder aus Russland, die man nie vergessen konnte. Die Abholzung der Wälder war als Schutz gegen plötzliche Partisanenüberfalle gedacht. Nach 12-tägiger Fahrt wurden wir in einem kleinen Ort mit Verladerampe ausgeladen. Nach zwei Stunden war der gesamte Transport leer und sauber ausgefegt, die Pferde und Fahrzeuge in den Häusern untergebracht. Wir bezogen Quartier für die halbe Nacht in dem kleinen Ort.

⁴ Kate : bescheidenes Bauernhaus

⁵ Matka : polnisch für Mutter bzw. Mütterchen

⁶ Panjepferd (von russisch pan = Herr) fand vor allem in der Landwirtschaft in Osteuropa Verwendung und zeichnete sich durch Härte und Anspruchslosigkeit aus. Der Begriff Panjepferd ist eher als Sammel- denn als Rassebezeichnung ansehen.

⁷ pan = russisch für Herr und Landserausdruck für russische Soldaten

Der Ersatz wird verteilt

Am Morgen um etwa 8 Uhr ging der Marsch los. Wir befanden uns hinter der großen und bedeutenden Stadt Orel im Mittelabschnitt der Ostfront. Die voll gepfropften Tornister drückten schwer. Nach einem 30km Marsch zelteten wir in der Nähe eines Dorfes. Hundemüde und erschöpft verkrochen wir uns in unsere mitgebrachten Viermannzelte. Ein wenig Stroh als Matratze und zwei Decken zum Zudecken; das genügte vollauf. Am kommenden Morgen war das Zelt nass vom funkelnden Tau. Die Augen klebten, aber gefroren hatte niemand. Schnell wurde draußen ein kleines Reisigfeuer angefacht, an dem wir uns die bleiernen Beine verstampften. Die Knochen schmerzten von der schweren Last des Gepäcks, das wir den ganzen Tag nicht vom Buckel bekommen hatten. Der ganze Körper war steif und unbeweglich. Die Tragriemen des Gepäcks hatten sich tief in Schultern und Hüften geschnitten. Gegen 8 Uhr ging der Marsch wieder los. In der Ferne hörte man bereits ein dumpfes Grollen und Donnern, aber die Front war noch etliche Kilometer entfernt. An diesem Tage stapften wir sogar annähernd 40km herunter. Das war angesichts des überschweren Gepäcks der Beginn einer Schikane. Die Stimmen der Landser erstickten im Fluch. Es war einfach grausam. Warum war nur diese Eile geboten? Manche von uns fielen um wie tote Fliegen. Bei der Ankunft am Regimentsgefechtsstand waren wir alle total erschöpft. Aber der lange Marsch hatte sein Ende noch immer nicht gefunden.

Zunächst ließ man uns 2 Stunden nutzlos vor der Kate stehen, in der die Schreibstube untergebracht war. Endlich erschienen ein Offizier und ein beleibter Schreiber, so dass die Aufstellung beginnen konnte. Ich stand also als 20. Mann im ersten Glied. Das sollte ich niemals mehr vergessen! Bei allen Zählappellen hatte ich immer wieder darauf geachtet, dass mein Freund Josef von der Heinsberger Schule und ich zusammenblieben, damit wir evtl. auch in die gleiche Einheit gerieten. Ausgerechnet bei diesem Zählappell sollten die Würfel fallen. Nr. 20, Arm hoch! Wir kamen als Ersatz zum Regimentsreiterzug, immerhin zunächst einmal nicht mit der Nase ganz vorne in die Schützengräben. Die anderen Landser wurden auf die Bataillone verteilt. Die empfangsbereiten Obergefreiten und Unteroffiziere standen schon vor uns, um ihren Nachschub abzuholen. Hiermit trennte ich mich also von meinem langjährigen Freund Josef, mit dem ich u.a. auch die letzten zwei Jahre der Gymnasialzeit verbracht hatte. Es sollte ein Abschied für immer werden. Wie in einem späteren Kapitel erwähnt, sah Josef die Heimat nicht wieder. Mittlerweile war es Abend geworden und wir saßen noch immer auf unseren Affen⁸. Eine furchtbare Wut hätte mich packen können, denn die Sturheit trieb hier allzu bunte Blüten. Es gab nicht einmal eine kleine Verpflegung. Noch am selben Abend schickte man uns in ein Dorf, wo die Stabskompanie untergekommen war. Dort verbrachten wir nochmals zwei Stunden Wartezeit. Oberleutnant Lemke, der damalige Führer der Stabskompanie, hielt eine kurze Ansprache und gab uns einen Überblick über die Lage an der Front, über unsere Aufgaben und über unser Tun und Treiben. Am Himmel stiegen die ersten Leuchtkugeln aus den vordersten Gräben hoch. Darauf erfolgten kurze Maschinengewehrschüsse, aber das alles war noch 2 bis 3km entfernt. Nun, hier gab man uns endlich etwas zu essen: Brot, Butter, Käse und sogar eine süße Milchsuppe konnte der Koch ausschenken. Wir waren gerade im Begriff uns in die umliegenden Häuser zu verdrücken, als ein neuer Marschbefehl für den späten Abend bekannt gegeben wurde. Wir sollten noch in dieser Nacht zu unserem Zug marschieren, der irgendwo in der Steppe lag. Hatte man denn alle Menschlichkeit vergessen? Mit solchen Überraschungen wurden wir aber bald etwas vertrauter. Vorerst gab es nur Überraschungen am laufenden Band. Was blieb uns jungen Marschierern übrig? Jeder Befehl war heilig. Wir setzten uns mit etwa 30 Mann in Marsch zu dem etwa 7km entlegenen Reiterzug. Es war ein Gang nach Canossa! Das Fluchen und die Verwünschungen nahmen kein Ende. - Hein, ein Westfale älteren Datums, keuchte nur noch am Stock. Den Jüngsten von uns standen die Tränen in den Augen. Aber es half alles nichts. Der Weg war hart und beschwerlich Er führte durch eine einsame, gespenstische Grassteppe. An den Wegegabelungen standen Richtungsanzeiger, deren Aufschriften wir aber wegen der Finsternis nicht lesen konnten. Ein Fahrzeug wäre jetzt ein rettender Engel gewesen, es hätte zumindest unsere schweren Affen aufladen können. Der Weg führte weiter durch ein abgebranntes Dorf, das teilweise Steinbauten aufwies. Es war ein grausiges Bild für uns Neulinge. Ausgebrannte Kaminreste standen in den Ruinen umher. Kein Leben war zu sehen. Am Wegrand standen ein paar Geschütze eines Infanteriegeschützzuges. Von hier aus waren es noch 2km bis zu den Unterkünften des Reiterzuges. Der Atem blieb uns fast stehen. Schafften wir das noch? Man biss auf die Zähne und es ging dennoch. Das Land glich, soweit man in der Dunkelheit erspähen konnte, einer einzigen großen Steppe. Hier und da konnte man einzelne Baumgruppen als schwarze Schatten erkennen. Plötzlich bogen wir nach rechts ab. Ein schmaler Pfad führte uns in eine in der Nacht kaum sichtbare Mulde. Sie erstreckte sich mehrere hundert Meter schlangenförmig dahin. Zunächst sah man nichts von Bunkern oder Unterständen, nur vereinzelte Sträucher. Nach einiger Wartezeit erschien der Zugführer Oberfeldwebel Franke. Wir wurden für diese Nacht auf die vorhandenen 4 Bunker aufgeteilt. Zum ersten Male sah ich so eine Unterkunft von innen. Ich konnte gerade noch aufrecht darin stehen. Die Wände ringsum bestanden lediglich aus rohen Balken und Baumstammen sowie ungehobelten Brettern. Ein Kerzenlicht brannte auf dem roh gezimmerten Tisch des Bunkers und warf gespenstische Schatten rundum auf die Einrichtung. Trotz der äußersten Erschöpfung, die man uns zugemutet hatte, wurde noch eine Weile mit den neuen Kameraden erzählt, die auf Nachricht aus der Heimat warteten. Es gab unzählige Fragen. Heimatgenossen fanden sich hier und da zusammen und teilten für die Nacht das Bett. Wir anderen hauten uns auf den Fußboden, nahmen den Affen als Kopfkissen und versanken unter den Wolldecken in einen todesähnlichen Schlaf. Draußen war es noch dunkel, als wir aufgerüttelt wurden. Gleich am Morgen sollte es mit Spaten und Schaufel an die Arbeit gehen, damit wir baldmöglichst einen eigenen Bunker beziehen konnten. Damit wurde auch eine neue Gruppe aufgemacht. Wir traten in der Mulde zur Ausgabe der Werkzeuge an. Ein Haufen Spaten und Schaufeln lag vor uns. Nach kurzer militärischer Arbeitseinteilung gingen wir sofort an die Ausschachtung unseres Bunkers. Hatte man doch erwartet, dass hier der Kasernenbetrieb fremd geworden wäre, so hatte man sich gewaltig getauscht. Es wurde mit der Zeit noch schlimmer in Bezug auf Ausrüstungsappelle und Waffenreinigen. Teils mussten wir mit kleinen Feldhackspaten beginnen. Ohne Unterbrechung wurde geschuftet, denn die Unterkunft sollte so schnell wie möglich fertig werden. Es war angesichts der teils primitiven Werkzeuge eine große Erdbewegung zu machen: die Ausmaße der Ausschachtung betrugen 6,50m x 5,00 n x 2,20m. Holz war inzwischen in genügender Menge herangeschafft worden, aber es fehlte noch an Werkzeug und besonders an Nägeln. In den nahe liegenden Trümmern des zerschossenen Dorfes klopften wir Steine zum Mauern

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