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COLUMBO - Das Chaos hat einen Namen: Kurzgeschichten, Band 3

COLUMBO - Das Chaos hat einen Namen: Kurzgeschichten, Band 3

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COLUMBO - Das Chaos hat einen Namen: Kurzgeschichten, Band 3

Länge:
130 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
12. Jan. 2011
ISBN:
9783839160350
Format:
Buch

Beschreibung

Widerspenstige Büromiezen, rosa Mäuse, tyrannische Hundefriseure, peinliche Liebesspiele oder handfeste Tierarztphobien …

Nach den beiden ersten erfolgreichen Columbo-Büchern erlebt der Golden-Retriever auch im dritten Band jede Menge verrückte Abenteuer. In 34 Kurzgeschichten – manchmal aus Sicht des Vierbeiners, oft aus Sicht des Menschen – werden die lustigen Erlebnisse des charmanten Chaoten und seines Frauchens erzählt. Zahlreiche Fotografien laden große und kleine Tierfreunde in Columbos aufregende Welt ein.
Herausgeber:
Freigegeben:
12. Jan. 2011
ISBN:
9783839160350
Format:
Buch

Über den Autor

1978 in Berlin geboren, Werbekauffrau (IHK), Unternehmerin: ARTIVISTA.de seit 2000, Studium an der Humboldt-Universität zu Berlin: Neuere dt. Literatur und Kulturwissenschaften, Preisträgerin (verschiedene Auszeichnungen Literatur/ Kommunikationsdesign) Autorin mit mehr als 20 Publikationen, darunter Bestseller-Fachbücher: "Grundlagen des MARKETING" und "Grundlagen des ONLINE MARKETING"


Ähnlich wie COLUMBO - Das Chaos hat einen Namen

Buchvorschau

COLUMBO - Das Chaos hat einen Namen - Barbara Schilling

Schilling

Büromieze

Weihnachten, Silvester - vorbei die schönen freien Tage. Nun muss Frauchen wieder malochen. Das Gute daran: Ich darf mit! So langweile ich mich nicht allein zu Hause, sondern mache das Büro unsicher. Ich mische öde Meetings auf, kündige Stunden vorher den Postboten an und bin Meister im Auflecken von verschüttetem Kaffee, so lange er gesüßt ist. Ansonsten bewache ich Frauchens Schreibtisch, jage Staubmäuse oder stöbere im Fotoatelier in den Requisiten. Besonders gern mag ich dort die schwarze Federboa, die fusselt so schön, die weiße habe ich schon zerlegt, ähm, was Frauchen prompt von ihrem Lohn abgezogen wurde, weil mich mein weißes Federkleid auf Brust und Rücken dummerweise verraten hat … Manchmal, wenn ich schneller an der Tür bin als mein Frauchen, begrüße ich auch stürmisch die Kunden, die stets im sauberen, ordentlichen Businessdress ankommen und hellbefellt von meinen Annäherungsversuchen wieder gehen. Nicht selten staube ich sogar ein Leckerchen ab, weil ich doch so ein Süßer! bin. Ich weiß, he he, darum übe ich auch stets den gekonnten Augenaufschlag, der jeden arbeitenden Zweibeiner schwach werden lässt. Schließlich bin ich nicht nur Hund, sondern hauptberuflich auch Geschäftsmann und dementsprechend berechnend: pro Stunde zwei erfolgreiche Augenaufschläge, pro Augenaufschlag einen Hundekeks – das macht nach Adam Riese … sagen wir mal vier Hundekekse pro Stunde; man muss sich das Leben eben schön rechnen– „selbstwertdienliche Verzerrung" heißt das glaube ich im Fachjargon. Tja, ich habe gelernt, wie man sich die Rosinen aus der Realität herauspickt.

Eine solche Rosine ist auch der Besuch der Mieze im Büro: Sie soll in der Mittagspause zum Tierarzt gebracht werden. Die Mieze scheint soweit ganz fidel, zumindest begrüßt sie mich stürmisch und faucht laut aus ihrem verriegelten Körbchen. Hui, das kleine Miststück muss ich mir mal näher anschauen. Wütend schlägt sie mit ausgefahrenen Krallen gegen ihr Gefängnis; fast tut sie mir leid, aber sie jetzt zu befreien wäre purer Selbstmord, so sauer wie sie mich taxiert. Sie scheint in mir ihren natürlichen Feind zu sehen, vielleicht hat sie auch einfach nur Schiss vor dem Tierarzt – das wäre ihr nicht zu verdenken. Dennoch werde ich das unbestimmte Gefühl nicht los, dass Frauchen und selbst mein größter Fan, der Azubi, es kaum begrüßen würden, wenn das befreite Kätzchen und ich uns den Klischees entsprechend eine wilde Verfolgungsjagd über Hängeregister und Konferenztische hinweg liefern würden. Auch wenn der Unterhaltungswert und Spaßfaktor für alle Beteiligten sicher riesig wäre. Vor allem, da ich mir noch nicht im Mindesten sicher bin, wer hier wen durch die Bude scheuchen würde … Mann, schaut die Mieze fies aus der Wäsche, ist wohl heute mit der ganz falschen Pfote aufgestanden.

Ich könnte mich dafür einsetzen, dass sie ein Tellerchen Milch bekommt, womöglich beruhigt das ihre gereizten Nerven. Schließlich kann ich in diesem Laden hier nach all den Jahren einiges bewegen, he he. Andererseits, wenn ich mir anschaue, was sie dort für einen Rabatz veranstaltet, dürfte man unmöglich die Körbchentür öffnen; wir müssten ihr die Milch aus sicherer Entfernung mit einem Strohhalm einflößen, wenn sie sich nicht beruhigt, wonach es derzeit nicht aussieht. Eher gleicht ihr Gebaren einer irre wütenden Comic-Katze auf Speed. Ich als alter Bürohengst und ausgemachter Büroliebling bin mir natürlich meiner Privilegien bewusst. Nicht allein, dass jeder dritte Keks aus der Dose an mich geht, oder ich mein eigenes Körbchen an ausgesuchter Stelle habe, von wo ich die Büroräume perfekt überblicken kann. Im Grunde ist jedem Einzelnen hier klar: Ich bin der eigentliche Chef! Also, muss ich mir jetzt mal etwas einfallen lassen, um dieses wild gewordenen Etwas zur Räson zu bringen. Ok, bellen bringt nichts, habe ich schon versucht. Ah jetzt weiß ich, was zu tun ist. Der andere Chef, also der es laut der Visitenkarten ist – aber die kriege ich auch noch irgendwann - muss her. Seine Katzenhaarallergie wird ihn schon dafür sorgen lassen, dass diese kratzbürstige Madame Leine ziehen muss. Ist zwar nicht die feine Art, aber die Katze wollte ja nicht hören, jetzt muss sie fühlen. Unauffällig schleiche ich mich bei der nächsten Gelegenheit ins Chefbüro und streife so lange um die Beine des Hundefreundes, bis dieser sich tätschelnd zu mir hinunter beugt und verspricht: „Na gut, komm mit. Wir holen dir einen Keks, aber nicht Frauchen verraten. Ich versuche bestätigend zu nicken, da sind wir schon auf dem Weg zur Küche. Jippie, einen Keks gibt es auch noch, wie wunderbar – gleich zwei Fliegen mit einer Klappe, jubiliere ich innerlich. Gespannt verfolge ich, wie der große Mann vor mir plötzlich abrupt stehen bleibt. „Was ist denn das?! höre ich ihn ausrufen. Einen Moment lang herrscht Schweigen im gesamten Büro. Dann stottert die Sekretärin aufgeregt: „Ähm, meine Katze – sie ist krank und … Der Chef schaut nur stumm die Mieze an. Hi hi, nun hat ihr Stündlein geschlagen, jetzt kann sie sich auf etwas gefasst machen, wie sie da hässlich vor ihm wütet. Der Mann tritt näher und streckt beschwichtigend die Hand aus. „So ein schönes Tier! Ich traue meinen Ohren nicht. Die Sekretärin lacht hektisch auf. Das kann doch nicht wahr sein! Unter der Berührung seiner Hände wird das Kätzchen plötzlich lammfromm, leckt ihm sogar dieselben. Belustigt mustert der Chef sowohl seine schwitzende Angestellte als auch die Katze und scherzt grinsend: Na, unsere Büromiezen wieder …! Mit einem Augenzwinkern verschwindet er in der Küche, um der Katze etwas Milch zu holen. „Das arme Tier muss ganz verwirrt sein", konstatiert er mitfühlend. Ja, verwirrt bin ich allerdings auch! Verdrängt ist die Katzenhaarallergie des Chefs. Vergessen sind mein Keks und ich in Gänze … Miau!

Sex(y) in the city

Wenn Columbo und ich Besorgungen machen, entwickelt sich unser kleiner Ausflug nicht selten zu einem wahren „Event". Denn nicht allein, dass mein hoch geschätzter Vierbeiner keine Gelegenheit auslässt, meine Coolness und nicht selten die der anderen Leute gleich dazu auf die Probe zu stellen, oft wird er auch noch ermutigt. Mit Schmatz-und Grunzlauten, die ans Unanständige grenzen, versuchen Passanten meinen Hundekönig zu sich zu locken. Genauso häufig trabt dieser erwartungsvoll auf sie zu, aber nicht, weil ihn die auditiven Auswüchse sich sonst erwachsen gebärdender Menschen angelockt haben, sondern weil die Lockrufe häufig von einer Tasche begleitet werden, die in ihm die unauslöschliche Hoffnung auf das Beste überhaupt wecken: FRESSEN. Ziehen die hundefellgeilen Menschen bei seinem braven Kommen jedoch keinen

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