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Datenschutz bei Facebook: Wie Nutzer ihre Daten am besten schützen können

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Datenschutz bei Facebook: Wie Nutzer ihre Daten am besten schützen können

Länge:
226 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
May 29, 2013
ISBN:
9783848284412
Format:
Buch

Beschreibung

Facebook ist das größte soziale Netzwerk der Welt. Allein in Deutschland ist statistisch gesehen bereits jeder vierte Bundesbürger Mitglied bei facebook. Zunehmend mit den Nutzerzahlen häufen sich jedoch auch die Beschwerden und Kritik bezüglich des Datenschutzes bei facebook seitens Verbraucher- und Datenschützern, aber auch seitens Nutzern des sozialen Netzwerks.
In diesem Buch werden die Stärken und Schwächen des Datenschutzes bei facebook aus Sicht der Nutzer näher beleuchtet. Dabei wird der Ist-Zustand des Datenschutzes bei facebook betrachtet und darauf aufbauend werden positive und negative Aspekte des Datenschutzes aus Nutzersicht identifiziert. Bezüglich der negativen Aspekte werden konkrete Handlungsempfehlungen und Lösungsansätze gegeben werden, wie der Nutzer seine Daten bei facebook besser schützen kann und worauf zum Schutz der eigenen Daten zu achten ist.
Zusätzlich wird in einer Studie untersucht, wie das Datenschutzbewusstsein der Nutzer bei facebook ist und was die Nutzer konkret tun, um ihre eigenen Daten zu schützen.
Herausgeber:
Freigegeben:
May 29, 2013
ISBN:
9783848284412
Format:
Buch

Über den Autor


Buchvorschau

Datenschutz bei Facebook - Marcus Forschepoth

1. Einleitung

1.1 Ausgangssituation und Problemstellung

Facebook ist die größte Kommunikationsplattform der Welt mit derzeit über eine Milliarde aktiven Nutzern (Stand: Dezember 2012).¹ Allein in Deutschland ist statistisch gesehen bereits jeder vierte Bundesbürger Mitglied bei facebook, was einer Nutzerzahl von etwa 25,1 Millionen entspricht (Stand: März 2013).² Im Januar 2010 hatte facebook etwa 5,8 Millionen Nutzer in Deutschland, was das rasante Wachstum verdeutlicht.³

Doch mit zunehmender Nutzerzahl häufen sich jedoch auch die Beschwerden und die Kritik bezüglich des Datenschutzes bei facebook durch Verbraucher- und Datenschützer, aber auch seitens Nutzern des sozialen Netzwerks. So haben bis Mai 2010 beispielsweise Werbeunternehmen wie Double Click persönliche Daten der Nutzer erhalten (u.a. Name und Adresse), wenn diese auf Werbeanzeigen bei facebook geklickt haben. Johannes Caspar, Hamburgs Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit, hat im Juli 2010 u.a. deshalb ein Bußgeldverfahren gegen facebook eingeleitet, da der Umgang mit sensiblen Daten der Nutzer für ihn als mangelhaft einzustufen war.

Ebenfalls im Jahr 2010 sorgte Mark Zuckerberg, Gründer von facebook, erneut für Schlagzeilen: über Nacht sollten plötzlich fortan zahlreiche facebook Informationen der Nutzer, wie z.B. Wohnort oder Liste aller facebook Freunde öffentlich zugänglich, also für jeden (auch für nicht facebook-Nutzer) einsehbar sein. Er begründete dies damit, dass Menschen damit einverstanden seien, Informationen über sich mit anderen zu teilen und diesbezüglich immer offener würden. Die sozialen Normen der Datenpreisgabe hätten sich weiterentwickelt, sodass facebook sich nur daran anpassen würde. Viele Mitglieder empfanden dies jedoch als eine Art Zwangsentblößung. Sie konnten zwar weiterhin entscheiden, ob die von facebook öffentlich gemachten Daten wieder ausschließlich privat zugänglich sein sollten, jedoch wurden die Mitglieder weder vorher gefragt, ob Sie bestimmte Daten plötzlich automatisch öffentlich zugänglich machen möchten, noch wurden Sie vorher darüber informiert.

Ende 2011 kam das Unternehmen erneut in die Kritik der Datenschützer, als der österreichische Jurastudent Max Schrems alle Daten, die facebook über ihn gespeichert hatte, anforderte indem er von seinem gesetzlichen Auskunftsrecht Gebrauch machte.

Das Ergebnis war erschreckend: Der Student erhielt 1222 DIN A4 Seiten und ein PDF- Dokument mit 496 MB voller persönlicher Daten. Darunter waren längst gelöscht geglaubte Chatprotokolle, Angaben zu Interessen und Hobbies, genutzten Applikationen und eigene E-Mail-Adressen.

Daraufhin beschwerte sich Schrems wegen 22 Punkten bei der irischen Datenschutzbehörde, welche für die Kontrolle der irischen facebook Niederlassung zuständig ist. Er beschwerte sich u.a. wegen eines Verdachts der Anwendung ungültiger Datenschutzbestimmungen und eines unverhältnismäßigen Eingriffs in die Privatsphäre der Nutzer. Außerdem kritisierte er die mangelhaften Hinweise seitens facebook über die Datenverwendung und die fehlende Zustimmungsmöglichkeit des Nutzers bei Änderung von Datenschutzbestimmungen und Funktionen rund um facebook.

Auch im Jahr 2012 hielten die Datenschutzskandale und die Kritik rund um facebook an. Presseberichte wie zum Beispiel »facebook verfolgt Nutzer nach dem Ausloggen weiter« ⁸ oder Berichte, nach denen das Landgericht Berlin die Geschäftsbedingungen von facebook für rechtswidrig erklärt, sind nur einige Beispiele. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg äußert sich dagegen mittlerweile dahingehend, dass facebook eine global führende Rolle im Hinblick auf Transparenz, Kontrolle und Privatsphäre seiner Nutzerdaten einnehmen möchte.⁹

Nachdem ein kurzer Überblick über die Ausgangssituation und dem problematischen Umgang mit Nutzerdaten seitens facebook in der Vergangenheit gegeben wurde, soll nachfolgend zunächst das Ziel dieser Arbeit näher erläutert werden. Dabei wird auch auf die Hypothesen und Forschungsfragen eingegangen.

1.2 Erkenntnisinteresse und Zielsetzung der Arbeit

Das Ziel der Arbeit besteht darin, die derzeitigen Stärken und Schwächen des Datenschutzes bei facebook aus Sicht der Nutzer zu beleuchten. Dabei wird zunächst der Ist-Zustand des Datenschutzes bei facebook betrachtet und darauf aufbauend sollen positive und negative Aspekte des Datenschutzes aus Nutzersicht identifiziert werden. Bezüglich der negativen Aspekte sollen Handlungsempfehlungen und Lösungsansätze gegeben werden, wie der Nutzer seine Daten bei facebook besser schützen kann und worauf zum Schutz der eigenen Daten zu achten ist.

Zur Untersuchung der Datenschutzaspekte werden zunächst zwei Hypothesen und vier Fragestellungen aufgestellt werden, die bei der Analyse unterstützend seien sollen:

Forschungsfragen:

Welche Daten der Nutzer und nicht registrierten Personen werden in welchem Umfang und zu welchem Zweck von facebook genutzt?

Welche Folgen kann eine unbedachte Preisgabe von persönlichen Daten bei facebook haben?

Welche Sicherheits- und Datenschutzrisiken sind mit der Nutzung von Applikationen (Apps) und Anwendungen von Dritten verbunden?

Wie kann der Nutzer seine persönlichen Daten am besten schützen und was muss facebook verbessern, um Nutzerdaten besser (gemäß dem geltenden Rechtsrahmen in Deutschland) schützen zu können?

Aufgestellte Hypothesen:

Facebook gibt sensible Nutzer- und Profildaten (z.B. Hobbies, Adresse, Vorlieben...) immer noch an seine Werbepartner sowie an Dritte weiter.

Die Standard-Einstellungen zum Datenschutz für Nutzer sind bei facebook nicht ausreichend.

Nachfolgend wird nun der Aufbau und das methodische Vorgehen dieser Arbeit erläutert, bevor dann im Anschluss die Grundlagen zu facebook (u.a. globale Entwicklung und Grundfunktionen) thematisiert werden.

1.3 Aufbau und Methodik der Arbeit

Die Arbeit untergliedert sich in einen theoretischen und zwei praktische Teile. Der theoretische Teil soll zunächst die Grundlagen zu facebook beleuchten. Dies ist wichtig, da im Hauptteil, den Stärken und Schwächen des Datenschutzes bei facebook, tiefer ins Detail bezüglich bestimmter facebook-Funktionen gegangen wird. Ohne Verständnis der Grundfunktionen ist es schwer möglich, die daraus resultierende Datenschutzkritik nachzuvollziehen.

Der praktische Teil der Arbeit setzt sich wiederum aus zwei Teilen zusammen: Zum einen der Analyse der Stärken und Schwächen des Datenschutzes bei facebook. Hier wird zwischen kontrollierbarem und unkontrollierbarem Datenschutz für den Nutzer unterschieden, d.h. wo kann der Nutzer aktiv am Schutz seiner Daten mitwirken und wo ist er den Richtlinien und Umsetzungen von facebook ausgesetzt. Bezüglich der Unterteilung in kontrollierbaren und unkontrollierbaren Datenschutz werden Einzelaspekte von facebook analysiert (z.B. die Privatsphäre-Einstellungen, Applikationen, personalisierte Werbung und Social Plug-ins). Es wird jeweils zunächst der Ist-Zustand des Datenschutzes erläutert. Anschließend findet eine Bewertung auf positive und negative Aspekte hin statt und abschließend werden Lösungsansätze für facebook und Handlungsempfehlungen für den Nutzer gegeben.

Bei der Analyse wird facebook zunächst so betrachtet, wie das eigene Profil für einen neuen Nutzer nach der Registrierung ohne Anpassung von Datenschutz-Einstellungen und Funktionen voreingestellt ist. Nahezu sämtliche Einstellungen sind bei facebook konfigurierbar. Dies wird bei der Analyse ebenfalls mit berücksichtigt und untersucht. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei der Analyse auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für beiderlei Geschlecht, obwohl nur die männliche Form (z.B. der facebook Nutzer) in der Analyse verwendet wird.

Der zweite praktische Teil umfasst eine durchgeführte Studie, welche das Datenschutzbewusstsein der facebook-Nutzer untersuchen soll. Zunächst wird das Ziel und Vorgehen der Befragung erläutert, danach werden die Daten interpretiert und darauf aufbauend Handlungsempfehlungen für facebook abgeleitet, bei welchen Datenschutzaspekten Verbesserungsbedarf für facebook besteht. Die Studie soll auch zur Aufklärung und Sensibilisierung der Nutzer bezüglich des Schutzes ihrer eigenen Daten bei facebook beitragen, da die Ergebnisse nach der Durchführung der Befragung anonym in zusammengefasster Form einsehbar sein werden. Folgende Tabelle gibt nochmals einen Überblick über den Aufbau dieser Arbeit:

Tabelle 1: Schematischer Aufbau der Arbeit

Quelle: eigene Darstellung

Da facebook jedoch auch als mobile Version für Smartphones als sogenannte facebook-App verfügbar ist, soll an dieser Stelle eine thematische Eingrenzung auf die Webseitenversion von facebook¹⁰ bei der Analyse vorgenommen werden. Die Mobile Version wird bei der Analyse zwar auch berücksichtigt, aber nicht tiefgreifender behandelt, da dies über den Rahmen dieser Arbeit hinaus gehen würde. Im Focus geht es also bei der Betrachtung von Datenschutzaspekten um das klassische facebook-Portal www.facebook.com.

Im nun folgenden Gliederungspunkt werden die theoretischen Grundlagen zu facebook behandelt. Dabei wird als erstes eine Begriffserläuterung von Social Media und sozialen Netzwerken vorgenommen. Die Bestimmung dieser Begriffe ist wichtig, um eine Abgrenzung vornehmen zu können und somit den Untersuchungsgegenstand facebook besser eingrenzen zu können.

¹    Vgl. facebook Ireland Ltd. (2012b), o.S.

²    Vgl. allfacebook.de (2012), o.S.

³    Vgl. Friebe (2011), S. 12.

⁴    Vgl. Ebd.

⁵    Vgl. Spiegel Online GmbH (2010), o.S.

⁶    Vgl. Spiegel Online GmbH (2011), o.S.

⁷    Vgl. Ebd.

⁸    Bergert (2012), o.S.

⁹    Vgl. VDI Verlag GmbH (2011), o.S.

¹⁰  Erreichbar durch einen Browser unter http://www.facebook.com.

2. Theoretische Grundlagen zu facebook

2.1 Definitionen und Begriffserläuterungen

2.1.1 Definition Social Media

Unter Social Media (auf Deutsch: soziale Medien) versteht man eine Vielzahl von Internetanwendungen, die es dem Nutzer ermöglichen (selbsterstellte) Inhalte mit anderen Personen auszutauschen. Hierunter fallen zum Beispiel Blogs, Foren, Video-und Bewertungsportale und soziale Netzwerke. Im Vordergrund steht bei Social Media immer die Beziehung zwischen Menschen, d.h. Menschen konsumieren nicht mehr nur, wenn sie im Internet sind, sie kreieren auch Inhalte durch die Nutzung von Social Media.¹¹

Kaplan und Haenlein haben 2010 ein Klassifikationsmodell von Social Media entwickelt, welches nachfolgend dargestellt ist:

Tabelle 2: Klassifikation von Social Media nach Kaplan und Haenlein

Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Kaplan und Haenlein (2010), S.62.

Zunächst wird zwischen einer hohen und einer niedrigen Selbstdarstellung der Nutzer unterschieden. Die zweite Unterscheidungsdimension umfasst den Anteil der Medienreichhaltigkeit und die soziale Präsenz bei der Nutzung der Social Media-Anwendung. Sie kann niedrig, mittel oder hoch sein. Soziale Präsenz beschreibt den Grad, bei dem ein Gesprächspartner in einer

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