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Eine Jugend in Hitlers Reich: Erinnerungen eines Zeitzeugen

Eine Jugend in Hitlers Reich: Erinnerungen eines Zeitzeugen

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Eine Jugend in Hitlers Reich: Erinnerungen eines Zeitzeugen

Länge:
197 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Aug 7, 2013
ISBN:
9783848219575
Format:
Buch

Beschreibung

Mit einer bemerkenswerten Ehrlichkeit schildert der Autor seine erlebte Jugend in Hitlers Reich. Er scheut sich nicht, Tabus zu durchbrechen und vom heutigen „Zeit-geist“ abzuweichen, wenn er seine Meinung mit Fakten, Veröffentlichungen oder Aussagen von Zeitzeugen belegen kann. Durch eigenes Erleben und durch ein mehrjähriges Studium der Ursachen zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges ist mit diesem Buch ein wertvoller Beitrag zum Verständnis einer Jugendzeit im Hitlerreich entstanden.

Die Jugend des Autors (Jahrgang 1927) stand unter dem Gebot der national-sozialistischen Erziehung zur Volksgemeinschaft. In seinem Buch schildert er seine Schulzeit, den Dienst bei der Hitlerjugend, seinen Einsatz als Flakhelfer, seinen Kampfeinsatz als Soldat in der 11. Panzerdivision, seine Leidenszeit als Kriegsgefangener in einem US-Lager auf den Rheinwiesen. Überzeugt von den Idealen der damaligen Zeit hat diese Jugend die Härte und die Schrecken des Krieges ertragen. Die Nachkriegszeit erlebte der Autor als junger Schriftsetzer in der sowjetischen Besatzungszone. Er flüchtete im März 1949 durch die Werra in den Westen. Er arbeitete in Nachtschicht in einem Zeitungsbetrieb und überstand eine abenteuerliche Prozedur bei der Erlangung einer Aufenthaltsgenehmigung für Westdeutschland.

Es ist verständlich, dass ein junger Mensch, der in seiner Lebensentwicklung durch diese Jugendzeit „verbogen“ wurde, wissen will, was waren die Ursachen zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Davon berichtet der zweite Teil des Buches. Der Autor schreibt selbst: „Ich habe an diesem Thema immer wieder gearbeitet, vielleicht auch gelitten, oft gezweifelt und dann vieles aufgeschrieben und das Geschehene somit verarbeitet, dass ich heute ohne Emotionen auf diese Zeit zurückblicken kann.“

Dieses Buch erscheint wegen der großen Nachfrage in zweiter Auflage mit erweitertem Umfang zu dem 2009 veröffentlichten Titel„Erinnerungen eines Zeitzeugen“.
Wie gesagt: ein bemerkenswertes, historisch wertvolles Buch, flüssig und interessant geschrieben. -
Herausgeber:
Freigegeben:
Aug 7, 2013
ISBN:
9783848219575
Format:
Buch


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Buchvorschau

Eine Jugend in Hitlers Reich - Döring-Ernst von Gottberg

Quellenverzeichnis

„Erlebte Geschichte – eine Jugend in Hitlers Reich"

Aufgewachsen in einer außergewöhnlichen Zeit

Zweite, erweiterte und überarbeitete Ausgabe zu der 2009 bereits erschienenen Veröffentlichung „Erinnerungen eines Zeitzeugen"

*

Meine Jugendzeit von 1927-1949

von

Döring-Ernst v. Gottberg

Dieses Buch wurde geschrieben zum Gedenken an meinen Kameraden, den Soldaten Harry Lindenlaub.

Er fiel bei Kampfhandlungen im Raum Furth im Wald an meiner Seite am 27. April 1945 im Alter von 17 Jahren

in seiner Überzeugung für ein damals nationalsozialistisches Deutschland.

*

Kein Mensch kann die Zeit seiner Geburt selbst bestimmen.

„Das zufällige Geburtsdatum ist für den einzelnen Menschen und für seine Lebenseinstellung immer entscheidend und für sein Denken und Handeln bestimmend gewesen."

(Ottfried Graf Finkenstein)

Ein sehr persönliches Vorwort

Diese Aufzeichnungen wurden geschrieben von einem Angehörigen einer um ihre Anerkennung betrogenen Generation. Diese Generation umfasst die Geburtsjahrgänge von etwa 1918-1930, also Jahrgänge, die zu jung waren, um durch eine Wahlentscheidung oder durch ihre berufliche Stellung Einfluss auf das damalige politische Geschehen nehmen zu können. Sie wuchsen auf in einer Zeit in der die Einordnung in die „Volksgemeinschaft oberstes Prinzip staatlicher Erziehung war. Der Sohn des Arbeiters stand gleichwertig neben dem Sohn eines Professors in Reih und Glied. Dieses Prinzip führte zum gegenseitigen Vertrauen und zur gegenseitigen Achtung und Unterstützung. Die Erziehung zur Einordnung in die Gemeinschaft ermöglichte das Durchhalten in den Schrecken des Krieges aber auch in dem Willen und in der Kraft zum Wiederaufbau nach Beendigung des Krieges (dem „sogenannten Wirtschaftswunder in der Bundesrepublik Deutschland).

Als dieses Prinzip nicht mehr galt, entwickelte sich der Individualismus des Einzelnen bis hin zu den Auswüchsen des sogenannten „Raubtier-Kapitalismus (Ausdruck von Altkanzler Helmut Schmidt, 2007). Die persönlich erlebte Geschichte der in den Ruhestand oder in den Tod verschwundenen Generation wurde bewusst negativ dargestellt. Zu Unrecht wurde der Einfluss dieser Generation mit Ausdrücken wie „Nazi, „Rechtsextremist oder „Mitschuldiger am „Holocaust ins Abseits geschoben. Man versagte dieser Generation, die im Krieg davon überzeugt war, ihre Heimat verteidigen zu müssen, die Achtung und Anerkennung ihrer Lebensleistung. Diese Generation hatte nicht die „ Gnade der späten Geburt, eine Wortwahl von Altkanzler Helmut Kohl, die er 1988 ergänzte: „Die Gnade der späten Geburt ist nicht das moralische Verdienst meiner Generation, der Verstrickung in Schuld entgangen zu sein. Gnade meint hier nichts weiter als den Zufall des Geburtsdatums.

In einer Diktatur muss man sich dem „Zeitgeist unterordnen. Heute können wir uns glücklich schätzen, in einer freiheitlichen Demokratie mit einer durch die Verfassung geschützten Meinungsfreiheit zu leben. Es gehört nur ein wenig Mut dazu, das niederzuschreiben, was man selbst erlebt hat und was man nach einem sorgfältigen langen Studium der historischen Tatsachen für richtig erkannt hat. Ich habe meinem Buch einen umfangreichen Quellennachweis zugeordnet, um zu beweisen, dass es namhafte Historiker gibt, die im gleichen Sinn wie ich über die Vergangenheit urteilen. Kein Leser braucht sich meiner Meinung anzuschließen, aber allein schon zu wissen, dass es Zeitzeugen gibt, die die Vergangenheit anders erlebt haben und darüber anders urteilen als der heutige „Zeitgeist, das sollte schon diese Veröffentlichung wert sein.

„Erinnerung wagen heißt „sich seiner Erinnerung zu stellen. Diese Aufzeichnungen sollen keine politische Wirkung haben, keine Rechtfertigung oder Klage erheben, sie sollen einer künftigen Generation, die einmal wissen will, wie war es in der Lebenszeit dieser sogenannten „betrogenen Generation, ein ungeschminktes Bild aus dem Leben und Denken der Deutschen in der damaligen Zeit vermitteln. Der Vorwurf der „betrogenen Generation richtet sich an eine deutsche Gesellschaftsschicht, die durch Nachlässigkeit, Wegsehen oder „Nicht-besser-Wissen die „re-education-Politik der Siegermächte achtlos übernahm und eine zum Teil längst vor Hitler geschaffene Ordnung zerstörte. Der Vorwurf richtet sich auch an die deutsche Politik, die nicht den Mut aufbrachte, ihren deutschen Soldaten, ihren Vertriebenen, Flüchtlingen und Spätheimkehrern, den Leistungen des Wiederaufbaus nach 1945, ihren eigenen geschundenen Landsleuten, ein gebührendes Denkmal zu setzen zur Achtung des Ansehens ihrer Väter- und Großvätergeneration. Der Fortbestand einer nationalen Würde wurde nach Kriegsende vernachlässigt. So kam es zu einer nationalen Identitätskrise und die „betrogene Generation bekam weder eine Möglichkeit zur Rechtfertigung noch zu einer Respektierung ihrer Lebensleistung. Diese persönlichen Aufzeichnungen sollen ein stilles Zeugnis ablegen, wie es wirklich in der Lebenszeit dieser „betrogenen Generation in Deutschland gewesen ist.

Verpflichtung

Bei dieser Darstellung meiner „Erinnerungen eines Zeitzeugen verpflichte ich mich zur absoluten Wahrheit in der Aufzeichnung meiner damaligen Empfindungen. Ich weiß, dass meine Ausarbeitung bei nachfolgenden Generationen auf Unverständnis, vielleicht sogar auf eine kritische Ablehnung stößt. Wer aber wissen will, wie diese „außergewöhnliche Zeit von der damaligen Jugend empfunden wurde, der sollte vorurteilsfrei die „Erinnerungen eines Zeitzeugen" auf sich wirken lassen und der Zeit gedenken, in der die Menschen damals ihr persönliches Leben einrichten mussten.

Es wird den Nachkommen meiner Generation kaum möglich sein sich vorzustellen, wie eine Jugend in einer Zeit der politischen Diktatur aufgewachsen ist. Nach allem was man heute hört über das nationalsozialistische System, muss diese Jugend damals zwischen staatlicher Macht, Härte, Gehorsam, Militarismus und Konzentrationslagern aufge wachsen sein. Das wurde so aber nicht empfunden. Auch diese Jugend war unbekümmert und fröhlich und machte ihre Späße. Ein wenig will ich davon berichten. Ich meine, dass es gut ist, wenn ein Zeitzeuge diese Aufzeichnungen seinen Nachkommen hinterlässt.

Kein Mensch kann sich die Zeit aussuchen, in die er hineingeboren wird.

Ich wurde am 20. August 1927 als zweiter Sohn der Eheleute Gerhard und Cornelie v. Gottberg in Stettin geboren. Das war etwas mehr als fünf Jahre vor Hitlers Machtübernahme. Damals war es eine unruhige, wirtschaftlich und politisch schwierige Zeit. Ständige Proteste und Krawalle kündigten die revolutionäre Entwicklung in Deutschland an. Die Arbeitslosigkeit stieg auf 5,3 Millionen, im Februar 1932 sogar auf etwa 6 Millionen Menschen. Die Weltwirtschaftskrise mit dem „Schwarzen Freitag" an der New Yorker Börse (24. Oktober 1929) bringt auch die Inflation nach Deutschland.

Zum Zeitpunkt meiner Geburt waren meine Eltern sicherlich nicht wohlhabend, denn mein Vater hat mich später und immer ein wenig betrübt daran erinnert, dass er seine geliebte Briefmarkensammlung zu einem viel zu geringen Preis veräußern musste, um für mich die Babyausstattung und einen Kinderwagen zu kaufen. Mein Vater war Bürgermeister in der Kreisstadt Naugard mit etwa 7.000 Einwohnern gewesen. Vielleicht unerfahren, aber redlich und korrekt hatte er die Polizei angefordert, wenn wieder Schlägereien und Straßenkämpfe zwischen der SA und den Kommunisten stattfanden. Das nahmen die Nationalsozialisten dem parteilosen Bürgermeister übel, man bedrohte ihn und löste ihn schließlich ab. Meine Eltern zogen nach Stettin Neu-Westend.

Als ich geboren wurde, war mein Vater arbeitslos. Als freier Schriftsteller schrieb er heimatkundliche Geschichten und historische Novellen, die selten genug Zeitungen für ein geringes Honorar veröffentlichten. Sparsamste Haushaltsführung war angesagt, aber wir Kinder bemerkten nichts von den finanziellen Sorgen der Eltern. –

Natürlich habe ich die Zeit vor 1933 nicht mit Bewusstsein erlebt, aber später wurde von den Eltern oft darüber gesprochen wie traurig und deprimierend das Leben in der ungeliebten Weimarer Republik gewesen ist. Die Bevölkerung war in der konservativen, oft engstirnigen Zeit des Kaiserreichs aufgewachsen und an Recht, Ordnung und Bürgerruhe gewöhnt. Nun nach dem Ende des Ersten Weltkrieges herrschte Chaos und es gab keine Orientierungspunkte. Als Folge des Versailler Diktats waren die Lebensverhältnisse aller Deutschen durch Hungersnöte, Geldentwertung, Willkürakte der Siegermächte, Armut, Arbeitslosigkeit, wirtschaftlichen Niedergangs und ständiger parteipolitischer Streitigkeiten so stark verändert, dass die demokratischen Regierungen kein Vertrauen bei der Bevölkerung fanden. Viele Produktionsbetriebe, Höfe und Güter, besonders in Ostdeutschland, gingen in den Konkurs oder wurden von Kriegsgewinnlern zu Spottpreisen aufgekauft. Die Bevölkerung sah keine Hoffnung, aus dieser nationalen Depression herauszukommen.

1932 schrieb der spätere erste Bundespräsident Theodor Heuss: „Die Geburtsstätte der nationalsozialistischen Bewegung war nicht München, sondern Versailles, Hitler wurde in Versailles geboren." Und 1933 erklärte der ehemalige preußische Ministerpräsident und Sozialdemokrat Otto Braun: „Das Phänomen Hitler war ein Reflex auf das Unrecht von Versailles". So war es dann auch: Als Hitler bekannt wurde, der in seinen Reden die Abwendung der härtesten Bedingungen des Versailler Diktats versprach, die Beseitigung der Arbeitslosigkeit und eine neue gesellschaftliche Ordnung, erhielt er aus allen Bevölkerungskreisen genug Stimmen, die ihn auf legalem Weg zur Macht führten. Für viele Wähler war Hitler bestimmt nicht das herbeigesehnte Vorbild und der bestmögliche Kanzler, aber ein „Retter aus der Not."– Bei Hitlers Amtseintritt waren in Deutschland im Januar 1933 noch über 6 Millionen Arbeitslose registriert. Vier Jahre später im Juli 1937 waren es nur noch 0,56 Millionen Arbeitslose. In den westlichen Industriestaaten verlief nach der Wirtschaftskrise vom 24/25. Oktober 1920 die Erholung eher schleppend und geriet 1937 wieder ins Stocken. In Großbritannien betrug 1938 die Arbeitslosigkeit 12,9%, in den USA sogar 26,4 Prozent*).

Vielleicht setzt 1933 mein erstes Bewusstsein ein, denn ich erinnere mich noch, dass meine Mutter am 30. Januar 1933 ihre beiden Jungen an die Hand nahm und sie zu dem eindrucksvollen und von der Bevölkerung mit Begeisterung begleiteten Aufmarsch der SA mit Fackeln und Musikkapellen in die Stadt führte. Man muss bedenken, dass es damals noch kein Fernsehen gab und das Radio in den Kinderschuhen steckte, so dass meine Mutter zu Recht sagte, diesen Tag, dieses Ereignis von Hitlers Machtübernahme müssen wir miterleben!

Ich war neun Jahre, als in Berlin 1936 die Olympischen Spiele statt fanden. Das ganze Land war im Rausch und stolz auf die Leistungen aller Sportler. Wir Jungen verfolgten die Medaillengewinne in den Sportmeldungen und sammelten Zeitungsbilder. In der Erinnerung sind mir noch der große Erfolg des USA-Läufers Jesse Owens und das Reitturnier der deutschen Equipe. Auch an den 9. November 1938 kann ich mich erinnern. Wir standen entsetzt und sprachlos vor der brennenden Synagoge in Stettin und den zertrümmerten Fensterscheiben der Geschäfte der Juden. Man merkte erst jetzt, wo überhaupt Geschäfte der Juden waren. Man empfand Mitleid mit den Betroffenen, und als Jugendlicher verstand man nicht, warum das geschah. Man ging beschämt und traurig weg von den Stätten des Unheils und wollte mit dieser Abwendung zeigen, dass man mit diesem Pogrom nichts zu tun haben wollte. Wer unvoreingenommen diese Reaktion der Bevölkerung gesehen hat, musste erkennen, dass eine solche unmoralische

Handlung keinesfalls die Zustimmung der Bevölkerung gefunden hat. Die bisherige wohlwollende Unterstützung des nationalsozialistischen Systems hatte einen Riss bekommen. Ich erinnere mich, dass mein Vater am Mittagstisch sagte, dass diese Handlung nicht vom Führer angeordnet sein kann. Er vermutete, es war Brandstiftung von unbelehrbaren SA-Männern als Antwort auf den am 7. November 1938 erfolgten tödlichen Anschlag auf den deutschen Botschaftsangestellten Ernst Eduard vom Rath in Paris durch den jüdischen Attentäter Herschel Grynszpan. Es sollte Jahrzehnte dauern, bis ich in einem Antiquariat zufällig den Abdruck einer Verordnung der Reichskanzlei vom 10. November 1938 fand, mit der der Stellvertreter des Führers noch am frühen Morgen jede Fortführung dieses Pogroms strikt unterband. So begrenzte sich dieses Vorkommnis auf eine Nacht. Hitler war Reichskanzler und Staatsmann und im Hinblick auf die moralische Auswirkung solcher antisemitischen Brandlegungen auf die Stimmung im In- und Ausland stand er darüber, eine so unehrenhafte Handlung dulden zu wollen.

Im Jahr 1937 zogen wir um in die Friedrich-Karl-Straße 39, eine große Vier-Zimmer-Wohnung mit zwei Balkonen zur Straßenallee. Mein Vater bekam 1932 eine Anstellung als Redakteur für Lokales und für Heimatkunde an der „Pommerschen Zeitung" und wurde ab 1937 Kulturreferent für Heimatpflege bei der Provinzialverwaltung Pommern. Damit war die Familie finanziell abgesichert.

Meine Mutter trat im April 1933 in die NSDAP ein, mein Vater wenig später. Ohne diese Mitgliedschaft hätte er seine berufliche Anstellung nicht bekommen. Meine Eltern folgten mit diesem Parteieintritt dem allgemeinen Trend. Schließlich erhielt die NSDAP 33,1% aller Stimmen bei der Reichstagswahl vom 6.11.1932 (Wahlbeteiligung 80,5%) und bereits 43,9% bei der Reichstagswahl vom 5.3.1933 (Wahlbeteiligung 88,8%). Bei der Reichstagswahl vom 12.11.1933, also nur neun Monate nach dem Antritt Hitlers als Kanzler, erhielt die NSDAP bereits 92% (Wahlbeteiligung 95%), ein fast unvorstellbares Wahlergebnis! – Wenn ich dieses außergewöhnliche Wahlergebnis aus heutiger Sicht bewerten möchte, dann wird mir verständlich, warum Hitler von breiten Bevölkerungsschichten gewählt wurde. Ein Volk, das in der Nachkriegszeit gedemütigt wurde, wird letzten Endes versuchen, sich mit Gewalt zu befreien. Und dieses deutsche Volk, das vor 1914 in einem selbstbewussten Reich gelebt hatte und dessen demokratische Regierung durch die harten Bedingungen des Versailler Diktats keine Chance erhielt, sich beim Volk populär zu machen, wurde leicht zum Opfer eines Demagogen. Hitler ist nicht durch eine „Ergreifung der Macht" an die Regierung gekommen, wie es heute oft heißt, sondern durch ein völlig legales Wahlergebnis. Man hoffte

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