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Die Windkraft-Terroristen

Die Windkraft-Terroristen

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Die Windkraft-Terroristen

Länge:
277 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
May 6, 2015
ISBN:
9783738671483
Format:
Buch

Beschreibung

Terror ist das Damoklesschwert über uns allen. Aber niemand kennt bisher Windkraft-Terroristen. Außer dem Privatermittler und Krimischreiber Heiner Holbein.

Eine auffallend gutgewachsene Literaturwissenschaftlerin, genannt die schöne Linguistin, will über den berühmten Autor Holbein promovieren. Der wird in seinem Domizil Opfer kleinerer Anschläge, bis ein islamisches Rechtsgutachten als Fatwa auf seinem PC erscheint und ihn als Schriftsteller zum Tode verurteilt.

Da taucht plötzlich Holbeins ewige Geliebte wieder auf, die unvergleichliche Biologin mit den 3 Doktortiteln. Sie arbeitet neuerdings im Auftrag des französischen Geheimdienstes und versucht einen Terroranschlag zu vereiteln, bei dem das tödlich-giftige Senfgas Yperit in neu gebauten Windkrafträdern versprüht werden soll. Die schöne Linguistin, die den großartigen Autor auch als Mann verehrt, gerät unter Verdacht, Hauptdrahtzieherin in dem Senfgaskomplott zu sein. Sie und ihr brutaler Stiefsohn, der Syrienheimkehrer.

Ort der Handlung ist die bekannte Stadt Bad Paulgau und das im Teilflächennutzungsplan für Windkraft vor-gesehene Gebiet von Steinbrunn. Um den geplanten Bau der Windkrafträder schon vor einem Anschlag der Terroristen zu verhindern will die geniale Biologin Schwarzstörche ansiedeln…

Fast ein literarischer Krimi, der nur so von Satire strotzt.
Herausgeber:
Freigegeben:
May 6, 2015
ISBN:
9783738671483
Format:
Buch

Über den Autor

Über den Autor…ist bereits alles gesagt. Aber wenn Du ihn wirklich verstehen willst, geneigter Leser, dann musst Du begreifen, dass er Dir beim Lesen jedes Satzes buchstäblich schmunzelnd über die Schultern schielt. Rainer Kretzschmar, Diplom-Soziologe und Pferdewirtschaftsmeister aus Bad Saulgau in Oberschwaben, schreibt Romane, Krimis und satirische Mischformen.


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Buchvorschau

Die Windkraft-Terroristen - Rainer Kretzschmar

ÜBER DEN AUTOR…ist bereits alles gesagt. Aber wenn Du ihn wirklich verstehen willst, geneigter Leser, dann musst Du begreifen, dass er Dir beim Lesen jedes Satzes buchstäblich schmunzelnd über die Schultern schielt.

Rainer Kretzschmar, Diplom-Soziologe und Pferdewirtschaftsmeister aus Bad Saulgau in Oberschwaben, schreibt Romane, Krimis und satirische Mischformen.

ÜBER DIESES BUCH

Terror ist das Damoklesschwert über uns allen. Aber niemand kennt bisher Windkraft-Terroristen. Außer dem Privatermittler und Krimischreiber Heiner Holbein.

Eine auffallend gutgewachsene Literaturwissenschaftlerin, genannt die schöne Linguistin, will über den berühmten Autor Holbein promovieren. Der wird in seinem Domizil Opfer kleinerer Anschläge, bis ein islamisches Rechtsgutachten als Fatwa auf seinem PC erscheint und ihn als Schriftsteller zum Tode verurteilt.

Da taucht plötzlich Holbeins ewige Geliebte wieder auf, die unvergleichliche Biologin mit den 3 Doktortiteln. Sie arbeitet neuerdings im Auftrag des französischen Geheimdienstes und versucht einen Terroranschlag zu vereiteln, bei dem das tödlich-giftige Senfgas Yperit in neu gebauten Windkrafträdern versprüht werden soll. Die schöne Linguistin, die den großartigen Autor auch als Mann verehrt, gerät unter Verdacht, Hauptdrahtzieherin in dem Senfgaskomplott zu sein. Sie und ihr brutaler Stiefsohn, der Syrienheimkehrer.

Ort der Handlung ist die bekannte Stadt Bad Paulgau und das im Teilflächennutzungsplan für Windkraft vorgesehene Gebiet von Steinbrunn. Um den geplanten Bau der Windkrafträder schon vor einem Anschlag der Terroristen zu verhindern will die geniale Biologin Schwarzstör-che ansiedeln…

Fast ein literarischer Krimi, der nur so von Satire strotzt.

Dies ist ein Roman. Alle Figuren und Handlungen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen oder Ereignissen sind rein zufällig.

„Manchmal wissen wir Dinge, auch wenn wir nicht wissen, dass wir sie wissen….

Man kann es Intuition oder Scharfblick nennen. Einen sechsten Sinn gibt es jedenfalls nicht. Es ist ein simpler mentaler Vorgang, bei dem das Gehirn eine Situation aufnimmt und eine Schnellsuche der eigenen Dateien durchführt, um aus der Masse von Erinnerungen und Wissen eine unmittelbare Entsprechung auszuwerfen, einen ersten Eindruck, weil jener erste Gedanke auf einem Hinweis des Unterbewusstseins fußt. Der Trick besteht darin, das eigene Gehirn darauf zu trainieren, die Hinweise aufzugreifen."

( Michael Robotham, Todeswunsch, Goldmann 2011 Seite 190 ff )

Inhaltsverzeichnis

TEIL I

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

TEIL II

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

TEIL III

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

TEIL IV

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

TEIL V

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

TEIL VI

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

TEIL VII

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

TEIL VII

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

TEIL I

1.

Der erste Satz ...

Ihm fehlen Prädikat, Objekt und damit der Inhalt, wie dieser zweite Satz behauptet. Damit stellt sich auch nicht die Frage, was uns der Autor damit sagen will. Es sei denn, der Leser suche einen Inhalt in den drei Punkten, die dem ersten Satz angefügt sind. Vielleicht wittert er in diesen Punkten etwas Geheimnisvolles. Denn viele Autoren messen dem ersten Satz ihres Romans hohe Bedeutung bei.

Nicht so Heiner Holbein, der bekannte Profiler, ehemaliger Privatdetektiv und Krimi-Schreiber. Er findet es unter seiner Würde, mit einem ungewöhnlichen Auftakt gleich eingangs protzen zu müssen. Er ist sich seiner Originalität ohnehin bewusst.

Er sitzt an seinem Notebook und tastet (von Tasten) sich an die ersten Sätze seines neuen Romans heran. Sie gleiten mit der üblichen Anfangsbehäbigkeit aus den noch steifen Schreibfingern in die PC-Tastatur. Erst allmählich steigert sich dann die Fließgeschwindigkeit. Von Taste zu Taste. Bei einem Pferd würde man schreiben: es läuft sich ein.

Holbein lehnt sich zurück.

Autorendenkpause.

Eben nachdenklich. In mittelmäßiger Zufriedenheit. Mit einem leisen Zittern in den Fingern, die sich noch zieren, aus weiteren Buchstaben Wörter zu bilden, um dann neue Sätze entstehen zu lassen.

Und ausgerechnet in diese hoch heikle Phase schrillt das leidige E-Mail-Eingangs-Signal.

Holbein versucht Nervenstärke zu bewahren. Aber gestört bleibt gestört. Lieber gleich der Störung auf den Grund gehen als hadern. Vielleicht lauert nur digitaler Werbemüll als Spam. Er klickt die E-Mail-Seite an:

„Betreff: Promotion über Holbeins Werk.

Von: Hadice Abass M.A. "

Aufmachen? Allen Avira-Anweisungen zum Trotz?!

Sich einen literarischen Trojaner aufladen?

Eine Hadice kennt Holbein nicht. Abass?

Ihm fällt nur ein: Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abass …(So schrieb der alte Kollege Karl May vor allzu langer Zeit.)

Zögern. Zögern. Zögern. „Hadice" klingt gut. Das mit der Promotion scheint wohl ein übler Scherz. Wirkt aber für einen Virenangriff zu speziell. Oder?

Und M.A. gilt immerhin als akademischer Titel.

Holbein klickt die Mail an.

2.

Sehr geehrter Herr Holbein,

es ist sicher unverzeihlich, Sie auf diese Art zu belästigen. Also folgt zunächst der Versuch einer Rechtfertigung:

Nach Abschluss meines Studiums der Literaturwissenschaften, beabsichtige ich zu promovieren mit dem Thema: „Der Autor Heiner Holbein und die relative Autonomie des literarischen Feldes nach Pierre Bourdieu".

Nur um meiner Arbeit die nötige Authentizität zu sichern, nehme ich Kontakt zu Ihnen auf. .Ich würde Ihnen gern ein paar Fragen stellen. Selbstverständlich respektiere ich jede Art von Ablehnung Ihrerseits und verspreche dann, Sie nicht weiter zu belästigen. Die Doktorarbeit müsste in diesem Falle ohne Sie auskommen. Vielleicht erlauben Sie mir ja, Sie einmal anzurufen.

In großer Hochachtung

Hadice Abass M.A.

Holbein holte Luft. Sehr tief sogar.

Der literarische Beelzebub in Frauengestalt! Möglicherweise im Ganzkörperkondom der Burka? Und das Ganze offenbar noch ernst gemeint?

Endgültig aus dem Konzept gebracht, tippt Holbein in einer Mischung aus Wut und Neugier auf „Antworten" in seinem E-Mailprogramm.

3.

Hallo Hadice Abass,

Ihr schöner Name zwingt mich, meine Zurückhaltung gegenüber digitalen Belästigungen aufzugeben. Wenn es denn der Wissenschaft dient, rufen Sie mich an. Möglichst umgehend, damit ich weiter arbeiten kann.

H.H.

Holbein hatte seine Festnetz-Nummer angegeben, die wir hier aus Gründen des Datenschutzes ausblenden.

Er musste nicht lange warten.

Nach dem dritten Klingelton nahm er das Gespräch an.

- Holbein!

- Hallo Herr Holbein, hier ist Hadice Abass. Sehr freundlich, dass Sie gleich Zeit für mich haben. Ich versuche, mich kurz zu fassen.

- Das ist gut. Hallo Hadice. Ihre Stimme klingt angenehm. Wie sehen Sie denn aus?

- Warum wollen Sie das wissen?

- Ja glauben Sie etwa, ich möchte, dass eine Schreck-schraube über mich promoviert?

- Verstehe. Aber als findiger Autor wissen Sie, dass man sich selbst nicht realistisch einschätzen kann. Meine Agentur hält mich für ein brauchbares Model. Schulter-lange schwarze Haare, dunkler Teint und rabenschwarze Augen. Wollen Sie meine Body-Maße?

- Unbedingt. 11

- Also gut: 91-61-91. Da man herausgefunden hat, dass Männer es am anziehendsten finden, wenn das Verhältnis von Taille zu Hüfte 0,7 beträgt, erfülle ich diese Voraussetzung bis auf ein paar Zehntel. Können Sie eine Doktorandin im Fach Linguistik mit diesen Gegebenheiten akzeptieren?

- Sie sind Linguistin? (Holbein zerlispelte das Wort mit spitzer Zunge.) Ihrem Namen nach könnten Sie Muslimin sein. Modeln Sie für Burka-Trachten?

- Ich bin in Kairo geboren als Muslimin, praktiziere aber nicht den Islam, trage keine Burka, keinen Schleier und bin auch nicht verstümmelt. Falls Sie das interessiert?

- „Ein unversehrter Unterleib verheißt uns schönen Zeitvertreib". Verzeihen Sie meine vulgäre Geschmacklosigkeit. So etwas überfällt mich einfach. Aber als Autor interessiert man sich nun mal für alles. Das könnten Sie doch bereits wissen, wenn Sie zumindest eins meiner vielen Bücher gelesen haben. Haben Sie doch, oder?

- Ich habe alle gelesen, die veröffentlicht sind. Würde ich sonst über Sie promovieren? Aber dabei kommen wir schon zu meiner ersten Frage: Kann ich etwas über die unveröffentlichten Romane erfahren, die Sie ja gelegentlich zitieren?

- Aha, daher weht der Wind! Sie sollten sich schon mit diesen Zitaten begnügen, allein aus urheberrechtlichen Gründen. Sie wollen mich hoffentlich nicht ausspionieren für Ihre Dissertation?

- Sie sind wohl nicht für Gleichberechtigung? Mich nach meinen Maßen fragen und dann…

- Natürlich bin ich ein alter Macho. Aber unsere Un-gleichberechtigung besteht darin, dass Sie alles über mich wissen, eben aus meinen Romanen. Und ich weiß über Sie ja erst sehr wenig.

- Und schon sind wir bei der zweiten Frage: Im Vorspann Ihrer Romane liest man stereotyp, über den Autor sei bereits alles gesagt. Das glaube ich zum Beispiel nicht.

- Sie wollen doch bitte keine Enthüllungs-Dissertation verfassen…

- Natürlich nicht. Ich werde nur über das schreiben, was zu lesen ist. Nur lässt sich der Autor nicht von seinem Werk trennen. Und damit streifen wir auch schon Bour-dieus Konzept der relativen Autonomie. Aber ich will Sie auf keinen Fall mit literaturwissenschaftlichem Fachjargon zumüllen. Das hieße, Ihre großzügige Geduld über Gebühr zu strapazieren. Soll ich Ihnen vielleicht ein Foto von mir mailen?

- Nicht schlecht, Frau Spe…, Sie wissen offenbar, was sich im Umgang mit Autoren gehört. Da Sie selbst Autorin sind oder werden wollen, verstehen Sie es, neugierig zu machen. Das ehrt Sie. Es würde meinem Sinn für intellektuelle Redlichkeit (den Spruch von mir kennen Sie ja auch) widersprechen, Ihr Angebot abzulehnen. Also los: mailen Sie!

- Auf bald. Ich danke Ihnen für dieses erste Gespräch.

Die Verbindung war unterbrochen.

Holbein lehnte sich zurück.

Na ja!

Ihm kam spontan der Satz in den Sinn: Bitte, promovier mich nicht! Und er verbot sich die zweite Version, die sich aufdrängte: Provozier mich nicht…

Wobei er längst geschnallt hatte, dass da was auf ihn zukommen könnte. Wenn sie für das erste Gespräch dankte, erwartete sie ein zweites. Holbein musste zugeben, dass es unerquicklichere Kommunikationen gab. Neugierig genug schien sie zu sein. Und aus der Neugierde entwickelte sich oft eine ganz andere Begierde. Holbein überlegte, ob er zukünftig das Wort „Neubegierde" mal verwenden sollte. Er tippte es in den PC und wunderte sich, dass die Rechtschreibprüfung es nicht rot rügte. Vielleicht ein verlockender Köder für eine Linguistik-Doktorandin…

Holbein spürte, wie ihm minimale Schamröte über die Wangenknochen kroch. Hatte er sich doch erst kürzlich strenge Enthaltsamkeit in puncto Neubegierde auferlegt. Schmunzelnd räumte er ein, dass dieses neue Wort tatsächlich im Satzgefüge keinerlei Aufsehen erregte.

Er wusste aber nicht, ob die selbstauferlegte Kasteiung sich auch auf den E-Mail-Verkehr erstreckte. Er hatte schließlich diesen Neuverkehr nicht begonnen. Es handelte sich ausdrücklich um Nötigung. Und wie der Rechtschreibteufel es wollte, selbst das Wort „Neuverkehr" blieb ohne Beanstandung.

4.

Holbein traf Vorkehrungen.

Er änderte den E-Mail-Eingangs-Sound in der Systemsteuerung seines Notebooks auf Festival. Das ergab einen erhabenen Fanfaren-Doppelklang.

Warum er das tat?

Jetzt bloß keine dummen rhetorischen Fragen!

Holbein wartete doch auf das Foto.

Trara! Trara!!

Die Mail war da!

Ungeduldig starrte Holbein auf den grünen Punkt vor dem Ankündigungstext der neuen Mail:

„H.H. Totentanz IM: IMAM"

Was sollte denn das?

Und schon öffnete sich eine große, schwarz-weiße Graphik, von oben nach unten. Sie entpuppte sich als altes Segelschiff aus Holz. Vollbesetzt mit nackten, um Hilfe schreienden Gestalten. An dem abgeknickten Mast zerrte ein Totenkopfgerippe, um das Boot kentern zu lassen. Daneben der Text:

FATWA GEGEN DEN SCHRIFTSTELLER HEINER HOLBEIN

(„Der Schiffer. Holzschnitt aus der Reihe ‚Totentanz‘ von Hans Holbein dem Jüngeren")

WIE DEIN NAMENSVETTER HALTEN AUCH WIR EI-NEN TOTENTANZ FÜR DICH BEREIT. DEINE SATA-NISCHE DARSTELLUNG DER ERMORDUNG VON DREI GLÄUBIGEN SALAFISTEN AUF SEE IN DEINEM LETZTEN ROMAN VERURTEILT DICH ZUM TODE!

Gezeichnet: IM: IMAM

Holbein traute seinen Augen nicht. Die minimale Schamröte changierte in ein dunkles Wut-Rot. Hatte diese Doktoranden-Schlampe den Verstand verloren? Ja was glaubte sie denn, sich erlauben zu können?! Das war mehr als jeder schlechte Scherz. Bloß weil er nach ihren Maßen gefragt und um ein Bild gebeten hatte? Die Rache einer verklemmten Muslimin, die sich beleidigt fühlte?

Das gab es doch nicht! Wollte sie den „Autor satirischer Mischformen" (wie das im Vorspann immer hieß) auf den Arm nehmen? Geschmacklos!

Holbein sprang auf.

Er wählte ihre Rufnummer, die er vom Display vorsorglich gespeichert hatte.

- Hadice Abass.

- Sind Sie von Allah und allen anderen Geistern verlassen, mir einen solchen Dreck zu mailen? Belästigen Sie mich bloß nie wieder. Götz von Berlichingen!

In seiner Rage hatte Holbein die Aus-Taste nicht gleich gedrückt. Also musste er mitanhören, was fast wie ein Aufschrei klang:

- Aber ich habe Ihnen doch noch gar nichts gemailt!

Holbein holte Luft. Diesmal noch tiefer:

- Was sagen Sie da?

- Ich habe nach einem besonders geeigneten Foto gesucht, weil ich Sie nicht enttäuschen wollte. Das hat solange gedauert. Sind Sie bitte, bitte, nicht sauer auf mich. Ich schicke das Foto sofort…

- Sie haben mir nicht diese makabre Fatwa gemailt?!

- Um Himmelswillen nein! Wie käme ich dazu?

Holbeins rote Wut verwandelte sich langsam wieder in ein freundlicheres Rosé:

- Na, dann entschuldigen Sie. Aber ich dachte…

- Wer schickt Ihnen denn eine Fatwa?! So etwas gibt es doch nicht!

- Anscheinend doch. Ich bin zum Tode verurteilt. Das wird Ihrer Dissertation hoffentlich einen ganz neuen Kick verleihen…

- Sind Sie jetzt von allen guten…

- Nein, bestimmt nicht. Da hat sich wohl irgendein Kollege ‘nen üblen Scherz erlaubt. Vergessen wir es.

- Aber mit einer Fatwa scherzt man doch nicht...

- Ich muss selbst erst einmal in Ruhe darüber nachdenken. Vielleicht finde ich ja den Absender heraus.

- O.K. Und ich maile Ihnen jetzt endlich das versprochene Foto. Oder wollen Sie es nicht mehr?

- Aber natürlich will ich. Dann à bientôt!

- À bientôt!

Ihr Französisch klang akzentfrei. Das gefiel Holbein natürlich. Er hatte sich wieder gesetzt und gefangen.

Sofort arbeiteten seine beigen Zellen auf Hochtouren. Es war verdammt voreilig gewesen, den Erhalt dieser lächerlichen Todesdrohung an eine Wildfremde auszuposaunen! Wie konnte er sich nur so aufführen! Er, der obercoole Profiler, ließ sich von einer Ulk-Mail auf die Palme bringen? Unverzeihlich! Diese Doktorandin würde ihn für einen kleinkarierten Spießer halten. Ein plattes Aus für seinen edlen Autoren-Nimbus! Mein Gott, Holbein!

Das würde er wieder aufs Feinste ausbügeln müssen. Hoffentlich sah sie wenigstens gut aus…

Beschämt änderte Heiner Holbein, der ziemlich Ältere, den E-Mail-Eingangssound von Festival zurück auf Standard. Dann sprach er zu sich selbst, was er sonst nie tat:

„Mein lieber Holbein, du wirst tatsächlich alt! Holbein, der Ältere, das ist noch geschmeichelt."

5.

Holbein schüttelte den Kopf.

Er saß immer noch vor seinem Notebook und starrte die Adresse der Fatwa-Mail an:

IMAM @trash-mail.com. (Es folgten wirre Buchstaben-und Ziffernfolgen. Offenbar handelte es sich um eine dieser sich selbstauflösenden Wegwerfadressen.

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