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Unterm Berg beim Zwerg

Unterm Berg beim Zwerg

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Unterm Berg beim Zwerg

Länge:
83 Seiten
54 Minuten
Herausgeber:
Freigegeben:
May 6, 2015
ISBN:
9783739251035
Format:
Buch

Beschreibung

Verrückt-frivol, schräg-witzig, manchmal auch nachdenklich - das Zwergenleben in Kurzgeschichten und Reimen bis der Mützenzipfel steht.
Herausgeber:
Freigegeben:
May 6, 2015
ISBN:
9783739251035
Format:
Buch

Über den Autor

Sina Blackwood (Pseud.) wurde 1962 in Sebnitz geboren und verbrachte ihre frühe Kindheit inmitten der Natur. Das hat sie geprägt und spiegelt sich auch in ihren Werken wider. Durch den Umzug ihrer Familie nach Dresden entdeckte sie ihre Liebe zu Museen und Kunstsammlungen. Nach dem Gymnasium und der Lehre zur Wirtschaftskauffrau im Einzelhandel verschlug es sie für einige Jahre an die Ostsee. Inspiriert durch die Schönheit der Landschaft begann sie mit dem Schreiben und hörte nicht mehr auf. Bis April 2021 veröffentlichte sie über 50 Bücher, sowie zahlreiche Kurzgeschichten in Anthologien und Online-Magazinen. Seit dem Jahr 1996 lebt sie in Chemnitz. Sie ist Mitglied im Freien Deutschen Autorenverband. Seit 2016 macht sie sich auch als Herausgeberin einen Namen.


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Buchvorschau

Unterm Berg beim Zwerg - Sina Blackwood

Inhaltsverzeichnis

Gleich doppelt ein Zwerg Sina Blackwood

Der Krieg der Gartenzwerge Matthias Albrecht

Der Außerirdische Sina Blackwood

Frieso, der Bergwerkszwerg Matthias Albrecht

Die wahre Geschichte der Tochter des Grafen Weiß-Wittchen Sina Blackwood

Scorpio, der Gnom Matthias Albrecht

Weihnachts-Wichtel Sina Blackwood

Tommotoi, der Riesenzwerg Matthias Albrecht

Rumpelstößchen Sina Blackwood

Zwergengold Matthias Albrecht

Kuno der Kampfzwerg Sina Blackwood

Schneewichtel und die zwölf Kleinwüchsigen Matthias Albrecht

GeSCHNAPPt Sina Blackwood

Der Hauskobold Matthias Albrecht

Verbotene Liebe Sina Blackwood

Gleich doppelt ein Zwerg

– Sina Blackwood –

Es schleicht der Zwerg durch Berg und Tann,

weil er wohl nicht mehr schlafen kann.

Die ganze Nacht lag er schon wach,

ihn plagt ein großes Ungemach.

Sein Vetter, Beutelfried der Große,

hat nämlich mehr in seiner Hose.

Man sagt, Fips’ Augenschmaus Dietlinde

drum oft zu Beutelfried verschwinde.

„Verdammter Mist! Was mach ich nur?

Da hilft kein Zetern, keine Kur …

Wen kann ich fragen, wer mir helfen?

Ich geh am besten zu den Elfen!"

Dass das der größte Fehler war,

ist schon am nächsten Morgen klar.

Der Kuckuck ruft, statt „Guten Morgen",

„Na? Hast du in der Hose Sorgen?"

Die Frösche grinsen kichernd „quaaaak",

versau’n ihm fast den ganzen Tag.

Am Ende geht er nicht mehr raus

und brütet finst’re Pläne aus.

Wird grimmig, böse und gemein,

das findet Hutzeleide fein.

Die zaubert gern zum Zeitvertreib

und Fips nimmt sie zum Eheweib.

Gemeinsam sind sie nicht zu stoppen,

man hört sie nächtelang laut *

(*Blümchen pflücken)

So gibt’s im Berg, nach ein paar Jahren,

Giftzwerge in hellen Scharen.

Krieg der Gartenzwerge

– Matthias Albrecht –

In einer deutschen Kleingartenanlage soll sich Anfang der Siebzigerjahre etwas zugetragen haben, welches die vielgepriesene und gleichermaßen gescholtene Spießbürgeridylle in einem neuen, Augen schmerzenden Licht, erscheinen ließ.

Es war auf den ersten Blick ein völlig normaler Gartenverein mit völlig normalen Kleingärtnern und ebenso normalen Problemen. Das Besondere: Fast die Hälfte der Pächter hatte zwischen den Beeten, auf den Wegen, in den Ecken und überall dort, wo auch nur eine Handbreit ungenutzter Platz vorhanden war, Gartenzwerge aufgestellt. Pro Parzelle fand sich etwa ein Dutzend Zwerge, welche den durch die Anlage flanierenden Spaziergängern in die Augen stachen. Große und kleine, solche aus Terrakotta oder Plastik, immer aber farbenfrohe und unter ihren Zipfelmützen mehr oder weniger lustig dreinblickende, sich in klassischer Pose gebärdende Wichtel: Schubkarre schiebend, einen Fliegenpilz empor haltend, Gartengeräte tragend – Sie wissen schon.

Eine ganze Weile – was sage ich – jahrelang ging das gut, und niemand störte sich daran. Jeder fand dieses Gebaren völlig in Ordnung; schließlich fühlte man sich deutsch mit Herz und Seele, und Gartenzwerge gehören zu dieser Nation nun mal ebenso wie Bratwurst mit Senf, auf Hochglanz polierte Autos, Pünktlichkeit, Ordnungsliebe, Bürokratie und Spießigkeit. Bis eines Tages nach und nach …

… neue Pächter in die leerstehenden Gärten einzogen. Und mit ihnen auch eine Generation Gartenzwerge, welche unsere alteingesessenen, konservativen Parzellenfreunde zuvor nie zu Gesicht bekommen hatten: Da stand inmitten eines Steingartens ein Plastik-Heino und schmetterte – stilecht mit Sonnenbrille und Gitarre ausgestattet – sein „Haselnuss-Lied". Neben einem Wasserfass lehnte ein der Welt entrückter Kiffer mit heruntergelassenen Jeans und zog an seinem Joint. Ein in schwarzem Lack und Leder Halbnackter schwang wollüstig seine Peitsche über einer vor ihm knienden – gleichermaßen nackten –, in rotes Leder gewandeten Zwergenschönheit, und inmitten des Vorbeetes streckte ein hemdsärmeliger Börsianer auf dem Fahrersitz eines knallroten Plaste-Porsches dem gleichermaßen erstaunten wie verärgerten Betrachter den Mittelfinger entgegen.

Hey, ging’s noch? Was sollte das? Wollten deren Besitzer nur provozieren? Oder ihre eigene, „moderne" Weltsicht präsentieren? Oder was? Oder wie?

Eine Woche lang schauten sich die „Altvorderen" die Sache Hälse reckend und kopfschüttelnd an, und in der nächsten begnügten sie sich damit, ihrem Unmut öffentlich und verbal Luft zu machen. Als sich jedoch diese unerhörte Zwergen-Generation das Feld nicht freiwillig zu räumen anschickte, wandte man sich zunächst an den Vorstand und – weil längere Zeit nichts passierte – schließlich an den Bundesvorstand, der, aus welchem Grund auch immer, dieser Misere noch gar nicht andächtig geworden war.

Gartenzwergdiskrepanzen? Was? Wie? Ist das euer Ernst? Oder wollt ihr uns zum Narren halten?

Natürlich war man auf höherer Ebene nicht gewillt, sich einzumischen oder gar eine Entscheidung zu treffen, deren Vorgeplänkel man ohnehin nicht nachvollziehen konnte. Gartenzwerge? Damit beschäftigten sich allen Ernstes die Verantwortlichen des Vereins?! Was für ein haarsträubender Unfug!

Und so kam es, wie es zwangsläufig kommen musste: Die Sache eskalierte. Es begann damit, dass über Nacht fünf Zwergen der Avantgarde mit Lackfarbe aus der Spraydose die Gesichter geschwärzt wurden. Am nächsten Tag hatten zehn Terrakotta-Klassiker

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