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Kreatives Marketing für Künstler

Kreatives Marketing für Künstler

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Kreatives Marketing für Künstler

Länge:
466 Seiten
4 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Mar 21, 2011
ISBN:
9783842398603
Format:
Buch

Beschreibung

Marketing und Spiritualität können eine Symbiose eingehen, sagt Christian Bedor. In seinem neuesten Buch zeigt der Autor Wege auf, wie man einerseits durch tägliches Lesen und Schreiben an seine Ressourcen gelangt und andererseits im Markt Ausschau halten kann, um neue Strategien zu entwickeln. Künstler-Netzwerke und Verkaufstechniken werden ebenso angesprochen wie die eigene Lebens-Arbeits-Balance. Anhand der Tagestexte lässt sich in sukzessiven Schritten ein gesundes Wachstum erreichen, um "Künstler-Marketing für sich selbst" zu machen. Bedor ermutigt gerade angehende Künstlerinnen und Künstler dazu, sich auf ihren Marketing-Weg einzulassen und ihn mit Mut und Ausdauer zu verfolgen. Ein inspirierendes Buch sowohl für gestandene Künstler als auch für alle Menschen, die sich auf neue, kreative Blickwinkel einlassen möchten.
Herausgeber:
Freigegeben:
Mar 21, 2011
ISBN:
9783842398603
Format:
Buch

Über den Autor

Christian Bedor ist Buchautor, Postkarten-Künstler, Müllzeit-Los-Croupier, Arbeitskabarettist und Video-Künstler. Studienabschluss M. A., Filmwissenschaften, Neuere Philologien, Mediensoziologie. Beteiligungen: Gedichte, Kurzgeschichten, satirische Fragmente für die Kabarett-Bühne sowie Fotos und Texte für die Mail-Art-Projekte UNI/VERS, Hrsg.: Guillermo Deisler, Halle/Saale und DIE SPINNE, Hrsg.: Dirk Fröhlich; Dresden. Ende der 1980er Jahre entstanden Foto- und Text-Motive für s/w-Postkarten. Später folgten Farbpostkarten zu den Bereichen Witz, Satire und Ästhetik. Parallel dazu entwickelte Christian Bedor die mobile Entertainment-Tombola Müll-Zeit-Lose plus Messestand. Unzählige Menschen zogen in den vergangenen Jahren auf Messen, Straßenfesten, Feiern an seiner roten Bauchladenmülltonne Lose und gewannen seine Kunstprodukte: Filme, Bücher, Postkarten. Seit mehreren Jahren strahlt ALEX-TV, Berlin, monatlich die satirische Film-Serie Personalberatung Team Verreckt, PTV, Arbeitskabarett, aus, in der Bedors Mülltonnen eine zentrale Rolle spielen. Auf diversen Video-Portalen im Internet finden sich PTV-Klipse. Komplette Folgen auf www.mediathek-hessen.de


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Buchvorschau

Kreatives Marketing für Künstler - Christian Bedor

Bedor

1. JANUAR

Solange wir Menschen leben, stellen wir viele Fragen. Eine davon heißt zum Beispiel: Woher kommen wir, wohin gehen wir?

Auf unserem Weg als Künstler begegnet uns die oben erwähnte Frage nicht nur im lebensphilosophischen oder religiösen Sinne, sondern sie hat eine große Bedeutung hinsichtlich unserer künstlerischen Entwicklung. Schaut man in die Vergangenheit, stellt man fest, dass die wenigsten Biographien von Künstlern vorgezeichnet waren. Darüber hinaus sind sie nie deckungsgleich. Die Pfade von Künstlern verlaufen immer unterschiedlich. Es gibt nicht DEN Weg eines Künstlers.

Eine Möglichkeit, eine Tagesantwort darauf zu erhalten, wohin der nächste künstlerische Schritt führen soll, ist, diese Frage in sein Tagebuch zu schreiben.

Am Folgetag nehmen Sie Ihr Buch hervor, lauschen auf die Antwort und notieren sie. Über Nacht entwickelt sich manche Lösung.

Wichtig dabei ist, dass Sie sich genügend stille Zeit zum „Empfangen" gönnen, denn spirituelle Antworten kommen oft auf leisen Sohlen.

Manche Menschen verbinden diese eine Frage mit einem Gebet an den Schöpfer. Praktisch mit einem Schreibgebet.

Gedanke für Heute

Ich möchte Kontakt mit der Höheren Macht aufnehmen, in dem ich schriftlich eine Tagesfrage an sie stelle und die Tagesantwort am nächsten Tag bekomme.

2. JANUAR

Die meisten von uns sind erwachsene Menschen und haben eine gehörige Portion Lebenserfahrung. Sie sind eingebunden in Beziehungen, gehen regelmäßig einer Tätigkeit nach, die ihnen das finanzielle Auskommen sichert. Manche befinden sich in Übergangsphasen und erhalten zeitweise staatliche Unterstützung.

Nach außen hin scheinen wir unser Leben zu meistern. Aber wie sieht es innen aus? Was betrübt uns? Welche Wünsche und Träume haben wir hinsichtlich einer Kreativität, die wir leben, ja zum Ausdruck bringen und zeigen möchten?

Stellen wir etwa fest, dass wir unsere Kunstausübung über Jahre vermieden haben und blockiert sind? So sehr, dass uns jegliche Lebensfreude abhanden kam?

In A.R.T.S.-Meetings sind wir nicht allein. Wir teilen dort unsere Ängste, Sorgen sowie Nöte und bekommen von der Gemeinschaft anderer Künstler künstlerische Ausdauer, Erfahrung, Mut, Kraft und Hoffnung mit auf den Weg.

Gedanke für Heute

Gleich zu Beginn eines jeden Jahres möchte ich mich daran erinnern, dass mit dem Beschreiten des Weges zur eigenen Kreativität mein Heilungsprozess begann.

3. JANUAR

Heute lieh ich mir für drei Tage kostenfrei beim „Offenen Kanal" eine digitale Video-Kamera aus, die ich einige Wochen zuvor telefonisch hatte buchen lassen. Mit Stativ, Mikrofonen, Kabeln. Das Wetter spielte an diesem kalten Januartag mit, so dass ich die gewünschten Außenaufnahmen machen konnte.

Vor ca. einem Monat hatte ich ein Brainstorming auf mehreren Blättern angefertigt, um an den Drehtagen die Wünsche und Ideen umzusetzen. Darüber hinaus lasse ich mich spontan inspirieren, sobald die Kamera zum Einsatz kommt. Nach Überspielen einzelner Sequenzen auf den PC arbeitete ich mich in mein Filmschnittprogramm ein. Das bereitete mir eine kindhafte Freude, denn ich ging spielerisch vor. Ja, ich bin kreativ. Und dafür bin ich dankbar. Das Aufnehmen von Bildern und Tönen sowie das spätere Schneiden macht Spaß. Es ist ganz anders als mit Analog-Video-Schnittplätzen. Eben digital. Und mit diesem PC-Programm kann ich unter anderem den Originalton sperren und zum Beispiel neue Kommentare aufsprechen, Musik oder Geräusche unterlegen. Ganz nach Belieben.

Gedanke für Heute

Jedes Mal, wenn ich mir überlegt habe, welche Wünsche ich kreativ umsetzen möchte und dieses in für mich gesunden Schritten tue, habe ich Erfolg.

4. JANUAR

Schon am Morgen war ich voller Dankbarkeit. Dafür, dass ich lebte. In mein Tagebuch schrieb ich ein paar Skizzen. Ich skizzierte etwas. Mit Buchstaben. Nicht mit Strichen. Ich war mal wieder im Element. Danach standen Alltäglichkeiten auf dem Programm: Einkaufen, Saugen und Putzen. Da ich am Wochenende erneut produzieren möchte, werde ich Samstag nicht zum Saubermachen kommen. Oder anders: ich möchte mich dann komplett auf meine Kunst einlassen. Das Einkaufen ging dank meiner Liste schnell vonstatten.

Zu Hause angekommen packte ich das Essen aus, räumte es an seinen Platz und saugte anschließend die Wohnung. Später putzte ich den Boden. Es gibt hier Stellen ohne Teppich. Ad hoc war ich dankbar dafür, dass ich kein Messie mehr bin. Um wie vieles unbeschwerter es sich putzen lässt, wenn es freie Flächen in der Wohnung gibt. Und alle Gegenstände ihren Ort haben. Herrlich. Aber an manchen Tagen brauche ich etwas mehr Disziplin, um diese Ordnung einzuhalten. Wie schnell wachsen doch wieder kleine Stapel. Zum Beispiel aus Papier von Geschäftsbriefen bzw. Werbeprospekten. Oder es entstehen Kleiderhügel. Auf Sesseln, Stühlen. Ist ein super Platz dafür. Nach dem Essen war mir danach, mich ein paar Minuten lang auszuruhen. Das tat mir sehr gut. Anschließend arbeitete ich mit meiner Filmschnittsoftware weiter.

Gedanke für Heute

Auch für das Verrichten alltäglicher Arbeiten bin ich dankbar. Sie gehören zu meinem Künstlerleben.

5. JANUAR

Als kreative Menschen nutzen wir alle unsere Sinne auf eine besondere Weise und wissen darum, dass es Möglichkeiten gibt, verschiedene Kanäle anzusprechen, um künstlerisch aktiv zu bleiben.

Musik kann dazu beitragen, unsere emotional-spirituelle Energie in eine positive Richtung zu fördern. Manche lieben es, Serenaden zu hören während sie malen. Andere wiederum bevorzugen Discotitel oder einen romantischen, langsamen Walzer, um sich energetisch in eine gute Schwingung zu bringen.

Einige von uns können Flöte, Mundharmonika oder Gitarre spielen und bevorzugen es, sich selbst mit wohlklingenden Tönen zu begleiten. Ob Volksweise oder ein Popkonzert, Musik kann uns dem Alltag für ein paar Stunden entheben und uns in eine andere Welt führen. Gelegentlich erinnern uns Harmonien an vergangene Zeiten, führen uns an bestimmte Ereignisse in unserem Leben, öffnen unser Herz in besonderer Weise. Glück, Freude, Trauer, aber auch neue, kreative Ideen können uns begegnen.

Wir können Musik ganz bewusst kontrolliert einsetzen, um vergangene Bilder in uns zu sehen, die scheinbar verschüttet schienen. Benutzen wir einen Kopfhörer dazu, haben wir einen noch engeren Kontakt zu dem Gehörten und schotten uns mehr von äußeren Einflüssen ab.

Gedanke für Heute

Ich möchte Musik als Schreibunterstützung einsetzen und damit experimentieren.

6. JANUAR

Oft haben wir schon als Kind erfahren, dass Ereignisse keine Beständigkeit haben. Mancher von uns hatte glückliche Augenblicke, zuweilen erlebten wir traurige Momente, aber immer Wandel. Dieses Erleben setzte sich in der Jugend fort.

Und auch als Erwachsene geht es uns nicht anders. Im Laufe unseres Daseins widerfuhren uns Wechselfälle des Lebens: Umbruchphasen, Veränderungen.

Sei es nun in unseren Beziehungen, während der künstlerischen Entwicklung, am Arbeitsplatz oder was unser Zuhause angeht. Wir leben die Gegenwart, erfahren manchmal glückliche Begebenheiten – kennen Schwebezustände des emotionalen und existenziellen Nicht-genau-Wissens – aber auch Trauer.

Es ist eine biologische Gesetzmäßigkeit, dass wir uns entwickeln, Lebenserfahrungen sammeln. Wie bei einem Kokon legen wir das Alte ab und orientieren uns nach etwas Neuem, wobei mancher Kokon ein Meilenstein für uns ist. Oder ein Stein in der Mauer unseres Künstlerschlosses, das wir Schritt für Schritt bauen.

Unser Künstlerdasein besteht nicht mehr ausschließlich als Vision, sondern wir haben ein Fundament unter unser Luftschloss gebaut und wohnen in unserem Künstlerhaus. Vor allem emotional.

Gedanke für Heute

Jedes künstlerische Projekt war ein wichtiger Meilenstein auf unserem Weg und wir schließen es als Lebenserfahrung ab. Ob es ein so genannter Misserfolg oder Erfolg war.

7. JANUAR

Mancher Mensch denkt, ein Gemälde, ein Kinofilm oder ein Roman entstehe an einem Tag. Dass für diese Kunstprodukterstellung einige Tage, manchmal Jahrzehnte vonnöten waren, machen sich nur wenige Menschen klar.

Schritt für Schritt, Stunde um Stunde, Tag für Tag kommen wir Künstler der Fertigstellung unseres Produkts näher. Und wir erleben dabei viele innere Prozesse. Momente von Energie und Ausgeglichenheit. Momente der Freude, des Glücks. Aber auch Augenblicke des Stillstands, des nicht Weitergehens, des Zweifelns.

Rechnen wir die Schaltjahre mit, haben wir pro Jahr 366 Tage Zeit, unserer kreativen Tätigkeit nachzugehen. Das klingt viel, denn: Was kann ein Mensch innerhalb eines Jahres alles tun? Oder: Was kann er alles unterlassen?

Pro Tag haben wir 24 Stunden Zeit. Wichtig für die Erstellung eines Kunstprodukts ist, dass wir jeweils pro Tag eine kreative Handlung ausüben. Das kann das Schreiben von Tagesseiten sein oder auch das 60-minütige Arbeiten an einer Kurzgesichte. Entscheidend ist die Kontinuität.

Da Künstler sich selbst eine 24-Stunden-Struktur geben müssen, gehören diese täglichen, einzelnen Arbeitsschritte mit auf unsere Aufgabenliste, die wir für uns erstellen sollten.

Mit dieser Liste verpflichten wir uns für unseren Weg und folgen damit einem Tag nach dem anderen – inklusiver kreativer Tätigkeit.

Gedanke für Heute

Tag für Tag komme ich meinem Selbst näher.

8. JANUAR

Es gibt unterschiedliche Techniken, um seiner Kreativität auf die Spur zu kommen. Eine davon ist das Schreiben von Tagesseiten. Wir nehmen dazu am günstigsten ein festes Buch, liniert, im Format A4 und schreiben – am besten morgens – aufs Gratewohl drauflos. Gut bewährt hat sich ein Füller, denn Kugelschreiber verändern das Schriftbild nachteilig.

In der Vergangenheit haben selbst namhafte Schriftsteller immer morgens Tagebuch geschrieben, um im ausgeruhten Zustand ihr schreibendes Tagwerk zu beginnen. Schreibt man die Seiten morgens, hat man außerdem diese kreative Tageshandlung vollbracht und schiebt sie nicht den ganzen Tag über vor sich her, bzw. streicht am Ende den Punkt von der Aufgabenliste, weil man am Abend zu müde ist.

Beim Schreiben der Tagesseiten ist es wichtig, die Gedanken fließen zu lassen und nicht zu zensieren. Man schreibt das auf, was einem im Augenblick durch Kopf oder und das Herz geht. Das kann die Einkaufsliste für den Tag sein, die Eindrücke des vergangenen Wochenendes oder auch Wünsche für die Zukunft. Den Themen werden keine Grenzen gesetzt; es sei denn, man begrenzt sich beim Schreiben selbst.

Nach dem Füllen der drei Seiten werden diese weggelegt. Sie werden kurz danach nicht noch einmal gelesen. Das kann man – Wochen später machen. Je nach Gusto.

Gedanke für Heute

Im PC-Zeitalter kann man die Seiten auch am Rechner verfassen und dann abspeichern.

9. JANUAR

A.R.T.S. bedeutet Artists Recovering Through the Twelve Steps. Dieses 12-Schritte-Programm wurde in den USA speziell von Künstlern für Künstler gegründet und seit Jahren existieren in einigen deutschen Städten Meetings – f2f (face to face – bei denen sich die Menschen in konventionellen Räumen treffen). Parallel dazu gibt es ein deutsches Online-Meeting von A.R.T.S., das als E-Mail-Meeting registriert ist und das Künstler im wahrsten Wortsinn 24 Stunden lang aufsuchen können, sofern die technischen Voraussetzungen dazu gegeben sind.

Spirituelle Künstlernetzwerke sind sehr wichtig, damit es in einem geschützten, spirituellen Raum einen Austausch unter Gleichgesinnten gibt. In diesem Meeting kann man über seine Sorgen, Probleme, über Freuden und Erfolge reden. Es dringt nichts an die Öffentlichkeit, sofern sich die Mitglieder an die Regeln halten. Fürs Online-Meeting gilt dies allerdings eingeschränkt, weil das Internet keinen sicheren Schutz bietet.

Wir lernen die A.R.T.S.-Grundsätze kennen, lernen den Kontakt zur Höheren Macht aufzubauen und sammeln Wissen darüber, wie wir mit unseren Vermeidungen, Enttäuschungen und Entmutigungen umgehen können. Im Programm teilen wir Mut, Erfahrung, Kraft, Hoffnung sowie künstlerische Ausdauer.

Gedanke für Heute

Durch meine Teilnahme an A.R.T.S.-Meetings wächst einerseits die Gemeinschaft, andererseits begebe ich mich auf den Weg der inneren Heilung.

10. JANUAR

Schriftsteller, die der Öffentlichkeit kaum bekannt sind, haben häufig das Problem, dass sie mit dem, was sie schreiben, primär nach dem Markt schielen und so schreiben möchten, wie es sich am besten verkauft. Sie verbiegen sich damit und schreiben nicht nach ihrem Schreibstil oder nach dem, was ihr Herz sagt. Das kann zu Schreibstörungen führen bis hin zu massiven Blockaden.

Als Grundsatz gilt: Das Geschriebene sollte erst mal dem Gefallen, der es geschrieben hat. Das ist auch der wichtigste Antrieb, um mit dem Schreiben fortzufahren. Denn in uns sind Themen, die uns – manchmal schon seit langer Zeit – beschäftigen und diese Themen möchten schriftlich artikuliert werden. Natürlich ist denkbar, dass unsere innersten Angelegenheiten sich mit denen anderer Menschen decken. Das stellen wir dann fest, wenn wir mit unserer Kunst an die Öffentlichkeit gehen.

Manche Kursleiter, die sich mit dem kreativen Schreiben befassen, sagen, dass unser Gedicht, unsere Kurzgeschichte oder gar das Drehbuch für einen Film längst in uns ist – wir sollten es nur zu Papier bringen.

Und hier ist die beste Methode, einfach die Ideen aufs Papier fließen zu lassen, Tag um Tag ein Textgerüst aufzubauen, das dann im Zuge des weiteren Schreibprozesses mit mehr Leben erfüllt wird.

Gedanke für Heute

Das so genannte Lektorat folgt später. Wobei ein Lektorat nicht zwingend das Streichen ganzer Passagen ist, sondern häufig ein Umstellen vorhandener Textteile.

11. JANUAR

„Klappern gehört zum Handwerk", sagt der Volksmund und es ist eine Binsenweisheit, dass auch wir Künstler klappern müssen, um von der Öffentlichkeit, von Auftraggebern sowie Käufern gesehen und gehört zu werden. Nun ist es uns selten in die Wiege gelegt worden, Pressemitteilungen zu verfassen oder rhetorisch rund aus dem Stand TV-Interwiews zu geben.

Jedoch lässt sich auch das erlernen.

Die selbstverfasste Pressemitteilung zu der ersten eigenen Vernissage muss nicht 5 Seiten lang sein. Es reicht eine DIN-A4-Seite mit den wichtigsten Informationen sowie einer Kurz-Vita. Das Blatt sollte zeitnah – am besten zusammen mit einem guten Porträt und oder Foto eines ausgestellten Bildes – an verschiedene Medien versandt werden. Entweder klassisch per Brief oder als E-Mail mit Anhang.

Manche Journalisten bevorzugen gleich das Papier samt Fotos auf dem Tisch, andere wiederum präferieren die elektronische Post, denn dann können sie zeitsparend den Text in ihr Programm übernehmen. Fragen Sie am besten vorher in der Redaktion nach, was gewünscht ist. Auch bzgl. des Bilddateiformats.

Wichtig ist, dass wir unseren künstlerischen Weg dokumentieren und ein Archiv anlegen. Denn dieser angelegte Fundus birgt ein gutes Potenzial für Interessierte – z. B. Journalisten.

Gedanke für Heute

Sollte ich für das Verfassen einer Pressemitteilung Hilfe benötigen, werde ich Künstler fragen, die damit Erfahrung haben oder einen Workshop besuchen.

12. JANUAR

Auch wir Künstler müssen von Zeit zu Zeit immer wieder mal Eingebungen erhalten, spirituell auftanken. Dazu dienen eigene Verabredungen, so genannte Kreativ-Treffen. Es ist vorteilhaft, diese Audienzen mit uns selbst in den Terminkalender zu schreiben und den Termin mit einem Prioritätenbuchstaben zu versehen und einzuhalten.

Der Kreativ-Treff, den wir ausschließlich mit uns abhalten, dient dazu, unsere künstlerische Quelle, die zuweilen wie ein nie versiegender Jungborn sprudeln kann, nicht über Gebühr zu beanspruchen, sondern ihr wichtige Ruhephasen einzuräumen, damit wir sie nicht bis zum dem Punkt anzapfen, an dem sie austrocknet.

Wir haben die Möglichkeit, uns in einen Park einzuladen, am Waldrand spazieren zu gehen, einen Laden mit Krimskrams aufzusuchen, einen alten, schönen Videofilm zu sehen, in einer Kirche zu sitzen und Musik zu hören, oder in einem Café zu verweilen. Und es tut uns gut, wenn wir das einmal pro Woche für mindestens zwei Stunden machen. Wir werden offener für neue Inspirationen und Führungen.

Gedanke für Heute

Wichtig ist, dass wir unser Künstlerkind nähren, ihm Raum für ungezwungenes Spiel, Freude und Phantasie verschaffen. Phantasie beim Spiel belebt unser Künstlerherz und ist die Voraussetzung für zukünftige gute Arbeit.

13. JANUAR

Im Anfangsstadium unserer Kunstaktivitäten haben wir selten einen Agenten, der uns rsp. unsere Kunstprodukte vertritt. Sei es, dass es sich dabei um Kohlezeichnungen oder einen einstudierten Tanz handelt. Viele von uns wünschen sich einen Galeristen, der die komplette Organisation der Vernissage inklusive einer guten Medienarbeit übernimmt. Schriftsteller ersehnen sich für ihr erstes Manuskript einen Spitzenverlag, der sie damit gleich zum Bestsellerautor in den Sternenhimmel pusht mit Hilfe renommiertester Talkshows.

Was hindert uns daran, für unsere Kunst und die damit verbundenen Produkte zu Beginn des künstlerischen Pfades selbst einzustehen, eigene Aktivitäten zu entwickeln? Ein „Selbst-Marketing für mich" zu machen?

Wir können mit Hilfe des PC Plakate für eine Lesung entwerfen. Mit einem treffenden Titel, den erforderlichen Daten. In Kopiershops lassen sich Plakate oder Flyer produzieren. Direkt von der mitgebrachten Datei, beispielsweise auf einer CD oder dem USB-Stick.

Es ist möglich, beim Café um die Ecke zu fragen, ob in absehbarer Zeit eine Autorenlesung, eine Fotoausstellung stattfinden kann. Die Medienarbeit folgt im Anschluss, wenn sämtliche Rahmendaten abgesteckt sind.

Damit schaffen wir Öffentlichkeit und vertreten uns und unsere Kunst selbst. Darüber hinaus lernen wir in kleinen, gesunden Schritten, mit unserer Angst umzugehen.

Gedanke für Heute

Ich überlege, welche Möglichkeiten des Selbstmarketings ich habe und setze sie

14. JANUAR

Das Schreiben von Tagesseiten unmittelbar am Morgen ist ein sehr guter Anfang, um mit unserem Höheren Selbst in Verbindung zu treten. Wir füllen schreibend-spielerisch drei Seiten mit dem, was uns durch Herz und Kopf geht. Ohne kritische Schreibwächter, ohne Zensoren.

Neben körperlichen und seelischen Befindlichkeiten oder dem gestrigen Ärger über die Partnerin, können kreative Ideen an die Oberfläche gespült werden. Auch diese lassen wir aufs Papier oder den PC-Monitor fließen.

Die erste wichtige, kreative Handlung des Tages haben wir somit abgeschlossen. Je nach Tagesprogramm können wir in der Folge z. B. ein neues, künstlerisches Projekt beginnen bzw. an diesem für uns neuen Lebenstag mit all seinen Höhen und Tiefen an einem bestehenden Werk weiterarbeiten.

Wir beginnen praktisch NUR FÜR HEUTE wieder neu.

Sollte das Anfangen erst am Nachmittag oder am Abend sein, vergegenwärtigen wir uns der spirituellen Schreibenergie, die uns die Tagesseiten gaben.

Gedanke für Heute

Jeder neue Tag ist im Leben eines jeden Menschen neu. Wir wissen nicht, was uns erwartet und was wir erwarten dürfen. Es bleibt uns, dem Schöpfer zu vertrauen.

15.JANUAR

Angehende Künstlerinnen und Künstler, aber auch ‚alte Hasen’ haben ganz gerne eine Entschuldigung, innerhalb von 24 Stunden nicht spirituell mit dem Höheren Selbst und damit mit ihrer Kreativität in Verbindung zu treten. In diesen Momenten vermeiden wir, unserer Kreativität Raum zu geben.

Eine gute Möglichkeit, nicht zu vermeiden, ist das Mitsichführen eines Reisetagebuches. Das kann klassisch aus Papier bestehen, aber auch in elektronischer Form – zum Beispiel ein Diktiergerät. Bspw. haben manche Handys ein kleines Notizprogramm.

Namhafte Komiker waren dafür bekannt, dass sie nicht nur ein Notizheft bei Tag mit sich führten, sondern auch nachts ein handliches Heft oder Buch samt Stift auf dem Nachttisch liegen hatten. Immer dann, wenn sie nach dem Wachwerden den Wunsch hatten, ihre Ideen zu fixieren, taten sie es unmittelbar. Auch dann, wenn sie durch Träume in der Nacht wach wurden.

Entscheidend ist, dass wir Gedanken schriftlich fixieren. Nichts anderes machen kreative Köpfe in Werbeagenturen während eines Brainstormings.

Ein Gedanke für Heute

Heute möchte ich mir ein kleines Reisetagbuch kaufen und es zukünftig täglich mitsamt einem für mich passenden Schreibgerät mit mir führen sowie Gedanken/Ideen hineinschreiben

16. JANUAR

Viele von uns haben schon als Kinder eine künstlerische Ader entwickelt und diese auch gelebt. Ob wir nun malten, mit Knetgummi Phantasiefiguren herstellten oder die ersten Gedichte schrieben.

Während dieser Zeit des Heranwachsens gab es bei einigen immer wieder Menschen im näheren Umfeld, die unsere kreativen Ideen lächerlich machten, sie abwerteten oder gar vernichteten. Es gab wenig aufbauende Worte, geschweige denn eine kontinuierliche Förderung samt zeitlichem Raum, die kreativen Felder mit Spiel, Spaß und Phantasie-Leben zu füllen.

Kinder haben in den seltensten Fällen die Möglichkeit, sich vor solchen Negativattacken zu schützen und werden schnell verunsichert. Darunter leidet ihre Seele, weil der ungelebte, kreative Bereich verkümmert.

Als Erwachsener kann ich mir heute alte Muster bewusst machen und dadurch eine Veränderung meiner Einstellung erreichen.

Ein Gedanke für heute

Ich möchte als Erwachsener keine Spirale der Abwertung mehr zulassen. Ich kann mich für eine eigene Wertschätzung meiner Kunst entscheiden und mich somit schützen.

17. JANUAR

Häufig ist es so, dass wir mit ‚Nichtkünstlern’ weder über unsere Fortschritte noch über unseren Weg als Künstler bzw. über unsere (Existenz-)Ängste sprechen können.

Ähnlich wie andere Menschen, die spirituell in 12-Schritte-Gruppen an sich arbeiten, benötigen wir Künstler die Gemeinschaft von Gleichgesinnten. Während eines anonymen Künstlermeetings befinden wir uns in einem prozessbegleitenden Schutzraum, in dem wir über unsere Entstehungs- und Entwicklungsprozesse sprechen können.

Einerseits teilen wir Mut, Erfahrung, künstlerische Ausdauer, Kraft, und Hoffnung – andererseits finden wir Methoden, wie wir unsere Kunst ausüben, statt sie zu vermeiden.

Jeder spricht nur über sich und seine kreativen Projekte. Es werden weder Ratschläge erteilt, noch wird bewertet oder ein Feedback gegeben. Dieser spirituelle Austausch innerhalb der Gruppe fördert unser kreatives Wachstum und lässt zudem wichtige Künstlernetzwerke entstehen.

Durch das Vorbild und die Freundschaft von anderen genesenden Künstlern in einem Meeting werden neue Mitglieder ermutigt, in Berührung mit ihrer kreativen Kraft zu gelangen und ihre Kunst nur „für heute" auszuüben.

Gedanke für Heute

Durch die Spiritualität in den Gruppen erhalte ich eine Kraft, die mich auf meinem künstlerischen Weg begleiten wird. Die spirituelle Gemeinschaft hilft mir, auf dem Weg zu bleiben.

18. JANUAR

Jeder Sportler, der sich auf einen Wettkampf vorbereitet, hat kontinuierlich Trainingsphasen, zu denen selbstverständlich Zeiten der Erholung gehören. Eine Angestellte benötigt neben ihren täglichen Verrichtungen immer wieder Pausen. Mittags, am Abend, an Wochenenden. Kein Mensch ist dazu in der Lage, ohne Ruhephasen bzw. Schlaf ein gesundes Leben zu führen, deswegen ist die Formel „24/7", die manche auf den Lippen tragen, eine Farce und tendiert in die Praxis umgesetzt Richtung Arbeitssucht. Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass Menschen, die am Schlaf gehindert wurden, sterben können.

Auch wir Künstlerinnen und Künstler müssen mit unseren Energien und Kräften haushalten, wenngleich es manchmal schwierig ist, gerade dann, wenn es fließt, eine Pause zu machen oder beizeiten den Pinsel aus der Hand zulegen.

Dennoch sind Mußezeiten Zeiten des Wachsens und des Fortschritts. Wir erholen uns ganz bewusst von den Anstrengungen unserer kreativen Handlungen und legen eine Rast ein, ungeachtet eines bestimmtes Ziels. Wir dürfen einfach nur sein, ohne von uns selbst oder anderen über unser Tun und/oder unsere Leistung definiert zu werden.

Gedanke für Heute

Ein Gebet, eine Meditation oder auch nur das stille Sitzen in einem Sessel erfrischen meine Seele, meinen Geist und meinen Körper.

19. JANUAR

Uns Menschen widerfahren hin und wieder Alpträume in unserem Leben. Davon sind auch Künstler nicht ausgenommen. Träume waren immer Begleiter der Menschheit, sie sind Begleiter unserer Existenz. Ob sie nun gut sind oder weniger gut. Die Schlafbilder und -töne können für uns Wegweiser sein. Und mit diesen Hinweisen lässt sich unterschiedlich umgehen.

Eine Form ist, sie aufzuschreiben, kurz nachdem man aufgewacht ist. Denn dann sind die Traumsequenzen am frischesten. Erscheinen uns Notizen zu anstrengend, können wir ein Diktiergerät verwenden. Das hat den Vorteil, dass wir uns mit geschlossenen Augen auf die Bilder besinnen können, die noch in uns sind und diese unmittelbar beschreiben. Die Traumarbeit mit einem Diktiergerät ist weniger anstrengend.

Ähnlich wie beim Schreiben von Tagesseiten sollten die ausgesprochenen Träume nicht zensiert werden. Wir beschreiben die Bilder so gut es geht.

Nach dieser Arbeit legen wir das Notizbuch oder Diktiergerät zur Seite. Je nach Gefühlslage können wir nach dem Aufstehen im Wachzustand den Traum lesen/hören und ihn weiterverarbeiten; z. B. indem wir das Diktierte niederschreiben.

Wir können uns aber auch mit einem zeitlichen Abstand von mehreren Stunden oder Tagen dem Traum nähern.

Gedanke für Heute

Träume können wichtige Zielwegweiser auf unserem Künstlerweg sein.

20. JANUAR

Unser Leben und unsere Kunst sind dynamische Prozesse. Deswegen ist es selten so, dass wir in allen Bereichen immer eine Balance erreichen. Wir sind lediglich dazu in der Lage, die einzelnen Felder wie künstlerische Leistung, Sinn, Spiritualität, Körper, Liebe, Kontakt annährend in ein Gleichgewicht zu bringen.

Wobei ein solcher Gleichklang nicht über Tage und Wochen anhalten wird, denn wir sind täglich Veränderungsprozessen unterworfen. Inneren und äußeren. Hatten wir heute noch das Gefühl, dass die meisten Anteile unseres Balance-Mobiles austariert erschienen – weil wir zufrieden waren – kann sich morgen das Blatt wenden, denn unsere Einstellung hat sich gewandelt. Oder wir erhalten von außen Impulse, reagieren darauf, schon dreht sich das Mobile und bewegt z.B. die Liebe in ein anderes Licht.

Unsere Kunst- und Lebensbereiche stehen in einer Abhängigkeit zueinander. Gewichten wir z. B. die Anteile Gesundheit und Geld zu stark, müssen wir zwangsläufig andere Bereiche vernachlässigen. Das gleiche gilt für unsere Kunstausübung: Wir sollten unsere Kunst in unser Leben integrieren, aber nicht ausschließlich an unseren Kunstprojekten arbeiten. Ohne eine klare Lebens- und Arbeitsorientierung, wie wir welche Segmente gewichten

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