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Stichworte von A bis Z: zu Bildung, Jugend und Gesellschaft in der DDR 1949-1990

Stichworte von A bis Z: zu Bildung, Jugend und Gesellschaft in der DDR 1949-1990

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Stichworte von A bis Z: zu Bildung, Jugend und Gesellschaft in der DDR 1949-1990

Länge:
365 Seiten
3 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Aug 13, 2013
ISBN:
9783732206049
Format:
Buch

Beschreibung

Das Buch enthält über 800 Stichworte zu den Gebieten Bildung, Jugend und Gesellschaft in der DDR. Es behandelt insbesondere Themen wie Schule, Lehrer, Aus- und Weiterbildung sowie die Bildungsabschlüsse auf den einzelnen Ebenen. Ebenso sind vielfältige Inhalte zum Thema Jugend aufgenommen worden. Sie finden die Begriffe Pioniere, FDJ und GST genauso wie Jugendweihe oder der militärische Nachwuchsgewinnung.
Ergänzend erfolgte die Aufnahme einiger Stichworte aus dem gesellschaftlichen Alltag in der DDR. Dabei wurden insbesondere die Bereiche einbezogen, die Einfluss auf die Bildung und die Entwicklung der Jugend hatten.
Herausgeber:
Freigegeben:
Aug 13, 2013
ISBN:
9783732206049
Format:
Buch

Über den Autor

Heute Rentner, früher Lehrer und Jurist. Als Hobbyfotograf unterwegs in Berlin und Brandenburg. Interesse versprürt er insbesondere beim Fotografieren von Gullydeckeln, Wasserpumpen, und Kunstwerken wie Kirchen, aber eben auch den Buddy Bären, den er schon ein paar Jahre hinter jagt ohne alle vor die Kamera zu bekommen. Gerne mag er auch Wortspiele und Sprüche. Ein zweites Hobby ist die Philatelie, wozu auch schon mehrere Bücher im Buchhandel erschienen sind. Das letzte ehrwähnenswerte oder auch am längsten zurückliegendes Interesse gilt der Geschichte insbesondere der DDR und dabei die Geschichte der Jugend und Schule.


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Buchvorschau

Stichworte von A bis Z - Klaus-Dieter Stamm

Stichworte von A bis Z

zu Bildung, Jugend und Gesellschaft in der DDR

1. Auflage

Klaus-Dieter Stamm, Berlin

Books on Demand

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Abkürzungsverzeichnis

Stichworte

Literatur/Quellen

Ausblick und Einblick

Vorwort

Zwanzig Jahre ist es her, dass Deutschland wieder vereinigt ist. Die vorliegende Zusammenstellung von Stichworten verfolgt die Absicht, einen Einblick in den Bereich Bildung, Jugend und Gesellschaft im Osten Deutschlands, dies alles ohne Wertung weder aus der damaligen noch aus der heutigen Sicht zu geben. Bei aller versuchten Unparteilichkeit ist dies natürlich sowohl für Wissenschaftler/Autoren aus dem Osten als auch aus dem Westen Deutschlands eine nicht zu unterschätzende Anstrengung. Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich mit dieser Herangehensweise weder auf der einen Seite noch auf der anderen Beifall finden werde. Dies war auch niemals seine Absicht.

Den Versuch ist es jedoch wert.

Wofür soll das vorliegende Buch dienen:

gegen das Vergessen derer, die die Zeit erlebt haben und

für das Kennlernen für die, die das Land und die Zeit nicht direkt erlebt haben.

Kurzum: Es soll für alle Bürger sein, die sich über die Bildung und Jugend in der DDR ohne ideologische Verbrämung informieren oder auch nur Lebensläufe „Made in GDR" verstehen wollen.

Eigentlich sollte dieser Teil erst der zweite Teil meines Projektes werden. Geplant war als erstes eine Zeittafel zum Thema von 1945 bis 1991. Viele Vorarbeiten sind dafür seit 1990 getan und ich bin optimistisch, dass auch dieses Buch in überschaubarer Zeit erscheinen wird.

Im Jahre 2002 erfolgte der Großteil der Erarbeitung des vorliegenden Buches, aber fertig war es noch lange nicht. Stichworte zu der Zeit von 1949 bis 1990 gibt es viele, die es verdient hätten aufgenommen zu werden. Eine Abgrenzung war schwer, insbesondere dadurch, dass Bildung und Jugend eine bedeutende Rolle im gesellschaftlichen Leben der DDR spielten und es so vielerlei Verbindungen zu den anderen Bereichen gab.

Die Stichworte sind alphabetisch geordnet. Besteht ein Eintrag aus mehreren Worten, so wurde zunächst nur das erste Wort zur Grundlage gelegt. Im Interesse des Umfanges des Buches wurde die allgemein üblichen Abkürzungen aus dieser Zeit wie DDR, FDJ, GST, DSF u. Ä. verwendet. Eine Abkürzungsübersicht steht am Anfang des Buches. Ein → bedeutet stets dort finden Sie näheres.

Zum Schluss gilt mein Dank all denen, die mich in meinem Vorhaben unterstützt und mir wertvolle Hinweise gegeben haben. Nur beispielhaft seien hier Rosemarie Siebert, Karl Heinz Lock und Dr. Reinhard Stamm genannt. Dank natürlich auch an meine Frau und die Familie, die mich stets unterstützten.

Widmen möchte ich das Buch meinem Vater Hans Joachim Stamm, der mich in den ersten Jahren wesentlich unterstützte. Leider konnte er die Endfassung nicht mehr erleben – der Krebs war stärker.

Für Hinweise bin ich wie immer dankbar, denn der Fehlerteufel schleicht sich wie bekannt fast überall ein.

Berlin, 5. Oktober 2010 Klaus-Dieter Stamm

Abkürzungsverzeichnis

Stichworte

A

Abberufung

Die Abberufung war ein Rechtsakt zur Beendigung eines Arbeitsrechtsverhältnisses, das durch Wahl oder →Berufung (z. B. eines Schuldirektors, Dozenten) begründet wurde. Sie konnte aus verschiedenen Gründen erfolgen, z. B. wegen krankheitsbedingter Berufsunfähigkeit, wegen Erreichens einer Altersgrenze oder ohne Frist im Rahmen eines Disziplinarverfahrens. Die Abberufung von Schuldirektoren und deren Stellvertretern sollte nach Möglichkeit unter Einhaltung einer Frist von drei Monaten zum Ende eines Schul- oder Lehrjahres erfolgen. Unmittelbar an die Abberufung erfolgte i. d. R. die Weiterbeschäftigung als Pädagoge (z. B. →Fachberater, Inspektor), wobei die in der Zwischenzeit erworbene Qualifikation zu berücksichtigen war. Für die neue Beschäftigung wurde ein Arbeitsvertrag abgeschlossen oder es erfolgte, wenn es in Rechtsvorschriften vorgesehen war, eine erneute →Berufung.

ABC-Schützen

Als ABC-Schützen wurden die Schulanfänger bezeichnet. Die Sechsjährigen wurden am ersten Wochenende des Septembers in feierlicher Form in die 1. Klasse der Schule aufgenommen.

ABC-Zeitung

Die ABC-Zeitung wurde seit dem 1. Juli 1946 monatlich vom Zentralrat der FDJ für die →Jungpioniere und Schüler der →uUnterstufe herausgegeben. In dieser Zeitung wurden vor allem unterstützende Beiträge für das Lernen in den ersten Schuljahren veröffentlicht. Die Beiträge sollten dazu dienen, dass die Kinder spielerisch auf hohem pädagogischem Niveau ihre Umwelt kennenlernten. Die ABC-Zeitung organisierte u. a. auch die 1. Stufe der →Mathematikolympiade für die Klassenstufen 1 bis 4 (ABC-Olympiade).

Abendoberschule

Die Abendoberschule war eine auf der Grundlage des Schulgesetzes von 1959 eingerichtete Ausbildungsstätte die neben der beruflichen Tätigkeit zum Abitur führte und damit die Berechtigung zu einem Hochschulstudium verlieh. →Volkshochschule

Abendstudium

Das Abendstudium war eine Studienform an Hoch- und Fachschulen, die durch eine Verbindung von →Direkt- und →Fernstudium gekennzeichnet war. Es wurde vorwiegend an betrieblichen Außenstellen der Hoch- bzw. Fachschulen durchgeführt. Das Abendstudium gab den Studierenden die Möglichkeit, ohne Unterbrechung der Berufstätigkeit einen Hoch- bzw. Fachschulabschluss zu erwerben. Die Vorlesungen, Seminare u. a. Lehrveranstaltungen fanden i. d. R. am Abend oder am Wochenende statt. Die Studierenden erhielten ebenso wie im →Fernstudium vielfältige Unterstützungen, darunter auch in bestimmten Umfang bezahlte Freistellungen von der Arbeit zur Erfüllung ihrer Studienaufgaben. Die Studienzeit betrug im Fachschulabendstudium je nach Fachrichtung etwa vier bis fünf Jahre, im Hochschulabendstudium fünf bis sechs Jahre. In Abendlehrgängen der Volkshochschulen, welche z. T. auch in den betrieblichen Ausbildungsstätten stattfanden, konnte auch das Abitur nachgeholt werden.

Abitur

Bei dem Abitur handelte es sich um die durch Reifeprüfungen in hochschulvorbereitenden Bildungswegen erworbene Hochschulreife. Das Abitur als Zeugnis allgemeiner Bildung brachte die Befähigung zum Studium an einer Universität oder Hochschule zum Ausdruck. Hauptwege zum Abitur waren die →erweiterte Oberschule und die →Berufsausbildung mit Abitur. Daneben gab es auch die Möglichkeiten durch den Besuch und Abschluss der →Spezialschulen und →Spezialklassen, der →Arbeiter-und-Bauern-Fakultät, der Abiturlehrgänge an den →Volkshochschulen, durch die Teilnahme an einjährigen Formen der Hochschulvorbereitung an Hochschuleinrichtungen (→Vorkurse), den →Fachschulen oder betrieblichen Bildungseinrichtungen eine allgemeine oder eine auf bestimmte Fachrichtungen begrenzte Hochschulreife zu erwerben. Das Abitur in der DDR war ein Zentralabitur.

Abitur mit Berufsausbildung

Mit dem Beginn des Schuljahres 1960/61 wurde für alle Schüler der erweiterten Oberschule (EOS) eine berufliche Grundausbildung eingeführt. Dafür waren zunächst zwei Tage der Woche im Ausbildungsbetrieb vorgesehen. Da dies organisatorisch aufwendig war, wurde ab dem Schuljahr 1963/64 auf einen Rhythmus von 3 Wochen in der Schule und einer Woche im Betrieb umgestellt und die volle Berufsausbildung mit Facharbeiterabschluss realisiert. Dies bedeutete im Allgemeinen eine Berufswahl schon nach der 8. Klasse. Diese Form der Ausbildung wurde lediglich bis zum Aufnahmejahrgang 1966 mit Abschluss im Schuljahr 1969/70 aufrechterhalten. →Berufsausbildung mit Abitur

Abiturprüfung

Für das Abitur galt eine einheitliche Prüfungsordnung. Es umfasste die schriftlichen Abschlussprüfungen in den Fächern →Deutsche Sprache und Literatur (Aufsatz), →Mathematik, →Russisch und in einem der Fächer →Physik, →Chemie oder →Biologie, die mündlichen Prüfungen in mindestens zwei jedoch höchstens fünf Fächern sowie Prüfungen im Sportunterricht. Die Festlegung der mündlichen Prüfungen für den einzelnen Abiturienten erfolgte auf Vorschlag des Klassenlehrers (in Abstimmung mit den Fachlehrern) durch den Direktor der Schule.

Abiturstufe

Im Schulsystem der DDR gab es ab 1946 im Anschluss an die achtjährige →Grundschule eine vierjährige Oberschule (Klassen 9 bis 12) und ab 1965 in einer Übergangszeit bis 1982 eine zweijährige erweiterte Oberschule (Klassen 11 und 12) mit vorgeschalteten →Vorbereitungsklassen (Klassen 9 und 10), die zur Erlangung der Hochschulzugangsberechtigung führten. Die zur Hochschulreife führenden Bildungseinrichtungen, die Abiturstufe bzw. Abiturklassen, umfassten hauptsächlich die erweiterte Oberschule mit den Klassen 11 und 12, aber auch die verschiedenen Spezialschul- und Sonderschulklassen 11 und 12, die Abiturklassen der Berufsausbildung, die Abiturlehrgänge (Gesamtlehrgänge) und die Sonderreifelehrgänge der Volkshochschulen sowie die →Arbeiter-und-Bauern-Fakultäten. Die fachgebundene Hochschulreife konnte außerhalb dieses Systems auch in einer Sonderreifeprüfung an den Universitäten und Hochschulen erworben werden. An den →Ingenieur- und →Fachschulen erwarben die Studierenden die fachgebundene Hochschulreife mit der Abschlussprüfung.

Abminderungsstunde

Lehrer oder auch Erzieher, die besondere Aufgaben bei der Bildung und Erziehung der Schüler (→Klassenleiter), zur pädagogischen Beratung der Kollegen (→Fachberater) oder zur Leitung einer Schule (→Zeitfonds für Leitungstätigkeit) eingesetzt waren, konnten eine Abminderung ihrer Pflichtstunden im Rahmen der direkten pädagogischen Tätigkeit mit Schülern erhalten. Der Umfang der Abminderungsstunden wurde durch Anweisung des zuständigen Ministers oder Staatssekretärs festgelegt. Bestimmte Abminderungsstunden (u. a. →Klassenleiterstunde) waren jedoch auch einheitlich für alle Pädagogen in den arbeitsrechtlichen Vereinbarungen (z. B. →RKV) zwischen dem zuständigen staatlichen Leiter und der Gewerkschaft festgelegt.

Abschlussarbeit

Eine Abschlussarbeit war das zur Prüfung am Ende eines Fachschulstudiums vorzulegende Werk. Ihre Verteidigung war ein Bestandteil der Abschlussprüfung. Die Abschlussarbeit konnte entsprechend den jeweiligen Studienplänen in schriftlicher oder praktischer Form (z. B. künstlerische Arbeit) angefertigt werden.

Abschlussprüfung

1. Oberschule

Die Abschlussprüfung diente am Ende der 10. Klasse der Oberschule um dem Nachweis, inwieweit der Prüfungsteilnehmer die in den Lehrplänen geforderten Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten erworben hatte und in der Praxis anwenden konnte. Sie bestand aus der schriftlichen und der mündlichen Prüfung sowie der Prüfung im Sportunterricht. Die schriftliche Prüfung umfasste Deutsche Sprache und Literatur, Mathematik, Russisch und eines der Fächer Physik, Chemie oder Biologie. Mündliche Prüfungen wurden in mindestens zwei Fächern durchgeführt. Die Prüfung im Sportunterricht umfasste den 100-m-Lauf, Hoch- oder Weitsprung, Kugelstoßen oder Keulenweitwurf und Ausdauerlauf. Auf der Grundlage der Abschlussprüfung wurde unter Berücksichtigung der Jahresleistung das Abschlusszeugnis ausgestellt.

2. Hoch- und Fachschulwesen

Sie wurde auch Examen genannt und erfolgte am Ende des Fachschulstudiums bzw. am Ende einzelner Lehrgebiete des Hochschulstudiums. Sie konnten entsprechend den Studienplänen in mündlicher, schriftlicher bzw. praktischer Form erfolgen.

Absolvent

Im weiteren Sinne die Bezeichnung für eine Person, die ein bestimmtes Ausbildungsprogramm in einer Bildungseinrichtung erfolgreich abgeschlossen hat; im engeren Sinne ein ehemaliger Student einer Hoch- oder Fachschule, der das Studium erfolgreich absolviert hat. Nach dem Abschluss eines Fach- oder Hochschulstudiums galt für den Absolventen eine dreijährige Absolventenzeit (Absolventenordnung vom 3. Februar 1971 – GBl. II Nr. 37 S. 297). In dieser Zeit erhielten die Absolventen eine besondere Förderung bei ihrer Arbeit und unterlagen Beschränkungen beim Wechsel ihres Arbeitsplatzes. Der Arbeitsvertrag der Absolventen konnte beiderseits vor Ablauf einer Dreijahresfrist nicht ohne triftigen Grund und nur mit besonderer staatlicher Erlaubnis (bei Pädagogen durch den Bezirkschulrat) geändert oder aufgehoben werden.

Abteilung für Berufsbildung und Berufsberatung

Die Abteilung für Berufsbildung und Berufsberatung war das Fachorgan des Rates des Bezirkes bzw. des Kreises für die Anleitung und Kontrolle der Berufsbildung im jeweiligen Territorium. Der Abteilung in den Kreisen unterstanden die kommunalen Berufsschulen.

Abteilung Volksbildung

Die Abteilung Volksbildung war im Allgemeinen um das bei den Räten der Bezirke, der Kreise, Stadtkreise oder Stadtbezirke gebildete Fachorgan, das für die Bildung und Erziehung der Kinder und Jugendlichen an den allgemeinbildenden Schulen und anderen Einrichtungen der Volksbildung verantwortlich war. Die Abteilung wurde durch einen Schulrat, der Mitglied des jeweiligen Rates war, geleitet. Auch bei den Kreis- und Bezirksleitungen sowie dem ZK der SED bestanden Abteilungen Volksbildung, die für die politischideologische Arbeit in den Volksbildungseinrichtungen im jeweiligen Territorium verantwortlich waren.

Abteilungsgewerkschaftsleitung (AGL)

In den Betrieben mit mehr als 300 Werktätigen war es der Gewerkschaft erlaubt, auch auf der Ebene der Abteilungen Gewerkschaftsleitungen zu bilden. Die AGL unterstanden der jeweiligen →Betriebsgewerkschaftsleitung (BGL). In dem 1978 In-Kraft-Getretenen →Arbeitsgesetzbuch der DDR wurden den AGL viele weit reichende Zustimmungs- und Mitwirkungsrechte bei betrieblichen Entscheidungen z. B. bei Kündigungen oder Disziplinarverfahren, übertragen.

Abteilungsparteiorganisation (APO)

In Betrieben und Institutionen mit insgesamt mehr als 150 Parteimitgliedern konnten Abteilungsparteiorganisationen gebildet werden. Sie gliederten sich in mehrere →Parteigruppen und waren Teil der übergeordneten →Betriebsparteiorganisation (BPO).

Abteilungsunterricht

Abteilungsunterricht war die zeitweilige Aufteilung einer Schulklasse in Abteilungen, denen sich der Lehrer abwechselnd zuwandte, während die anderen Abteilungen sich jeweils mit der Lösung eigener Aufgaben beschäftigten (Stillbeschäftigung). Er spielte im Bildungswesen der DDR bis in die sechziger Jahre hinein (bis zur Zusammenlegung wenig gegliederter Landschulen zu Oberschulbereichen) eine wichtige Rolle.

Abzeichen „Für gute Arbeit in der Schule"

Das Abzeichen Für gute Arbeit in der Schule war seit 1960 die wichtigste Form des Lobes der Pionierorganisation für Pioniere, die sich in der Schule durch besondere Leistungen auszeichneten. In jedem Schuljahr konnten ein bis zwei Pioniere pro Klasse dafür vorgeschlagen werden. Das Abzeichen konnte an Feiertagen der Republik und der Pionierorganisation, insbesondere dem Geburtstages von Ernst THÄLMANN oder zur Schulabschlussfeier (der Regelfall) verliehen. Die Übergabe wurde in würdiger Form bei Appellen (der Regelfall), Gruppenversammlungen oder Treffs mit der →Patenbrigade durchgeführt. Die Ausgezeichneten wurden in das Ehrenbuch der →Pionierfreundschaft eingetragen. Das Abzeichen zeigte zwei Kinder, die gemeinsam ein aufgeschlagenes Buch in der Hand halten, sowie das Emblem der →Pionierorganisation „Ernst Thälmann". Auf einem Anhänger war das Jahr der Verleihung aufgeprägt.

Abzeichen für gutes Wissen

Im Rahmen der Schulung der FDJ-Mitglieder wurde 1950 vom Zentralrat der FDJ das →Studienjahr der FDJ beschlossen. In jeweils einjährigen Studienjahren sollten sich die FDJler mit der marxistisch-leninistischen Weltanschauung vertraut machen. Dies geschah i. d. R. in den FDJ-Grundorganisationen, differenziert nach tätigkeitsbedingtem Interesse und Bildungsstand der Jugendlichen im Rahmen der →Zirkel junger Sozialisten. Als Abschluss konnte nach einem (Prüfungs-)Gespräch das „Abzeichen für gutes Wissen" verliehen werden. Die Bedingungen für den Erwerb des Abzeichens haben sich ebenso wie das Aussehen des Abzeichens im Laufe der Jahre mehrfach geändert. Das Abzeichen konnte in drei Stufen (Bronze, Silber, Gold) erworben werden, wobei stets die vorangegangene Stufe schon erworben sein sollte.

Abzeichen für hohe Leistungen zu Ehren der DDR

Das Abzeichen wurde jährlich, erstmals am 7. März 1967, an FDJ-Mitglieder und Pioniere für vorbildliche Leistungen in der Schule verliehen.

Akademie

Der Begriff der Akademie wurde vielfältig gebraucht. So bezeichnete er u. a. große zentralisierte Forschungseinrichtungen, aber auch Fachhochschulen mit einer geringen Anzahl von Fachrichtungen, in der Studenten ausgebildet wurden und die zugleich wissenschaftliche Forschungsarbeit leisteten (z. B. Bergakademie Freiberg sowie die medizinischen Akademien).

Oft wurden mit dem Wort Akademie auch Institutionen der Aus- und Weiterbildung der Werktätigen bezeichnet (z. B. Betriebsakademie, Frauenakademie).

Ebenso wurde der Begriff Akademie für zentrale Weiterbildungseinrichtungen von Hochschulkadern verwendet, die meistens mit wichtigen Forschungsaufgaben verbunden waren.

Kunsthochschulen trugen ebenfalls oft die Bezeichnung Akademie.

Akademie der pädagogischen Wissenschaften (APW)

Die APW war das Ausbildungs- und Leitzentrum für Wissenschaft und Forschung auf allen Gebieten der Pädagogik. Sie ging entsprechend der Verordnung des Ministerrates der DDR vom 31. August 1970 mit Wirkung vom 15. September 1970 aus dem →Deutschen Pädagogischen Zentralinstitut, weiteren wissenschaftlicher Einrichtungen und dem Wissenschaftlichen Rat des Ministeriums für Volksbildung hervor und hatte ihren Sitz in Berlin. Sie war dem Ministerium für Volksbildung unterstellt und untersuchte bildungspolitische und pädagogisch-theoretische Grundfragen des sozialistischen Erziehungswesens, analysierte und verallgemeinerte praktische Erfahrungen aus dem Schulalltag, erarbeitete und erprobte Lehrpläne und Lehrbücher. Für die Bearbeitung von Forschungs- und Planungsaufgaben unterhielt sie über 20 Institute und Arbeitsstellen. Einen wichtigen Platz nahm auch die Ausbildung von Schulfunktionären ein. Im Haus des Lehrers in Berlin befand sich die →Pädagogische Zentralbibliothek.

Akademische Grade

Mit dem erfolgreichen Abschluss eines Hochschulstudiums wurde den →Absolventen ein akademischer Grad verliehen. Hiermit erfolgte die Bestätigung der Qualifikation durch eine Universität, eine Hochschule oder ihnen gleichgestellter wissenschaftlicher Institutionen in Anerkennung von wissenschaftlichen Leistungen. Es gab drei aufeinander aufbauende Grade. Der erste akademische Grad war das →Diplom (z. B. →Diplomlehrer). Aufbauend darauf konnte nach dem Promotionsverfahren A der akademische Grad „Doktor eines Wissenschaftszweiges und ggf. nach der →Promotion B „Doktor der Wissenschaften (Dr. sc.) verliehen werden.

Aktiv

1. Als Aktiv wurde im Sprachgebrauch der DDR eine zahlenmäßig meist kleinere Gruppe von Personen verstanden, die im Staatsapparat, in der Wirtschaft, aber auch in der SED, in den Massenorganisationen, im kulturellen und im Bildungsbereich zur Lösung kurzfristiger, aber auch dauerhaft zur Lösung längerfristiger Aufgaben gebildet wurde. Die Bildung eines Aktivs wurde von der unmittelbar bzw. übergeordneten Leitungsebene angeordnet bzw. vorgeschlagen. Ihm konnten sowohl beratende wie ausführende Funktionen übertragen werden. Die Angehörigen eines Aktivs galten als besonders kompetent und einsatzfreudig. Von ihrer Zusammenarbeit wurden daher besondere Ergebnisse bei der Erfüllung gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und kultureller Aufgaben erwartet. →Elternaktiv

2. Als Aktiv wurden auch die bewusstesten und fähigsten Mitglieder einer Struktureinheit (Gruppe, Grundorganisation) bezeichnet. Als Pionier- bzw. FDJ-Aktiv bezeichnete man auch die Funktionäre einer Struktureinheit. Die wichtigste Arbeitsform war die →Aktivtagung.

3. Daneben fanden sich Aktive vor allem in den Betrieben. Sie stellen eine besondere Form der Arbeitsorganisation dar, wobei der Begriff Aktiv nicht immer deutlich von dem des sozialistischen Kollektivs oder der →Brigade unterscheiden ließ. In derartigen Aktiven konnten sowohl Angehörige des gleichen Arbeitsbereiches mit unterschiedlicher beruflicher Qualifikation, als auch Werktätige aus verschiedenen Produktions- bzw. Verwaltungsbereichen zusammengefasst werden

Aktivist

Aktivist war die Kurzbezeichnung für den Ehrentitel →Aktivist der sozialistischen Arbeit, aber auch für Werktätige die über einen längeren Zeitraum gute Arbeit geleistet hatten, ohne dass sie den Titel verliehen bekamen.

Aktivist der sozialistischen Arbeit

Mit der Tat Adolf HENNECKE´s in einer Schicht 300 % zu schaffen wurde die Aktivistenbewegung begründet. Durch die Ausnutzung aller Reserven, durch Senkung der Kosten und Erhöhung der Qualität eine ständige Steigerung der Arbeitsproduktivität sie

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