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Freud in 60 Minuten

Freud in 60 Minuten

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Freud in 60 Minuten

Länge:
105 Seiten
45 Minuten
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 30, 2015
ISBN:
9783738671070
Format:
Buch

Beschreibung

Der Wiener Arzt und Psychoanalytiker Sigmund Freud hypnotisierte seine Patienten, deutete ihre Träume und entdeckte dabei die Dimension des Unbewussten. Jeder Mensch, so Freud, hat verborgene Wünsche, Sehnsüchte und Triebe, die ihn unterschwellig beeinflussen. Dabei spielen auch Lust und Sexualität von Kindheit an eine große Rolle. Der Säugling lebt noch ganz nach dem „Lustprinzip“, nimmt alles in den Mund, schreit wenn er etwas begehrt und lacht, wenn es ihm gut geht. Doch er muss bald lernen, dass er den Eltern, den Lehrern und der Gesellschaft mit ihren Regeln gehorchen muss. Das infantile „Lustprinzip“, so Freud, wird brutal vom „Realitätsprinzip“ abgelöst. Jeder Erdenbürger macht diese Erfahrung.

Dabei – und bei der Entwicklung unserer Sexualität und unserer Beziehungen kommt es manchmal zu Kränkungen und Traumatisierungen. Freud war Arzt und praktizierte eine revolutionäre Behandlungsmethode, die Psychoanalyse. Er entdeckte als Erster, dass das Lebensgefühl der Menschen oft aus Erlebnissen herrührt, die man zwar nicht ändern aber emotional neu bewerten kann. Mehr noch: Freud erklärt uns eindrucksvoll, wie unser „psychischer Apparat“ Tag für Tag funktioniert und wir in jeder Sekunde blitzschnell unsere Triebe, Gedanken und Wahrnehmungen verarbeiten. Nicht ohne Grund wurde Freud von Lesern der New York Times zum bedeutendsten Denker des 20. Jahrhunderts gewählt.

In dem kleinen Buch „Freud in 60 Minuten“ wird dessen revolutionäre und neuartige Sicht auf den Menschen an vielen Beispielen und mit über vierzig Zitaten schrittweise erklärt. Denn alle wichtigen Bausteine seiner Theorie von der oralen Phase, dem Ödipuskomplex, dem Triebkonflikt, der Sublimierung, der Verdrängung, dem Widerstand, der Symptombildung, der Übertragung bis hin zur Therapie bauen aufeinander auf. Im zweiten Teil des Buches wird gefragt: „Was nützt uns Freuds Entdeckung heute?“ Es ist erstaunlich, wie wichtig und hilfreich seine Erkenntnisse für unsere ganz persönliche Lebensgestaltung sein können, wenn man sie richtig anwendet.

Das Buch ist in der beliebten Reihe „Große Denker in 60 Minuten“ erschienen.
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 30, 2015
ISBN:
9783738671070
Format:
Buch

Über den Autor

Dr. Walther Ziegler ist promovierter Philosoph und Hochschullehrer. Als Auslandskorrespondent, Reporter und Nachrichtenchef des Fernsehsenders ProSieben produziert er in den 90er Jahren Filme auf allen Kontinenten. Seine Reportagen wurden mehrfach preisgekrönt. Von 2007 bis 2016 leitet er die Hochschule für Film- und Fernsehstudiengänge auf dem Gelände der Bavaria Filmstadt und bildet junge Journalisten aus. Er ist Autor zahlreicher philosophischer Bücher. Als langjährigem Journalisten gelingt es ihm, das komplexe Wissen der großen Philosophen spannend und verständlich auf den Punkt zu bringen.


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Buchvorschau

Freud in 60 Minuten - Walther Ziegler

Dank an Rudolf Aichner für seine unermüdliche und kritische Redigierung,

Silke Ruthenberg für die feine Grafik, Angela Schumitz, Lydia Pointvogl, Eva Amberger,

Christiane Hüttner, Dr. Martin Engler für das Lektorat

und Dank an Prof. Guntram Knapp, der mich für die Philosophie begeistert hat.

Inhalt

Freuds große Entdeckung

Freuds Kerngedanke

Orale, anale und phallische Phase

Der Ödipuskomplex

Der Triebkonvikt

Der psychische Apparat

Libido und Triebbefriedigung

Die Sublimierung

Die Verdrängung

Abwehr und Symptombildung

Therapie und Übertragung

Heilung und Psychosynthese

Aus Es soll Ich werden

Das Unbehagen in der Kultur

Was nützt uns Freuds Entdeckung heute?

Dem Lustprinzip folgen: Lustgewinn suchen – Unlust vermeiden

Aus Es soll Ich werden −

vom Lustprinzip zum Realitätsprinzip

Zwischen Scylla und Charybdis − das Geheimnis der guten Erziehung

Angst gehört zum Leben – mit ihr umgehen lernen, heißt leben lernen

Zitatverzeichnis

Freuds große Entdeckung

Sigmund Freud (1856-1939) ist zweifellos einer der bedeutendsten Denker des zwanzigsten Jahr hunderts. Wie kein anderer hat er unser modernes Selbstverständnis geprägt, die Art und Weise, wie wir uns selbst sehen. Es ist sein Verdienst, dass wir uns heutzutage nicht mehr nur als rationale Verstandeswesen, sondern auch als Gefühlswesen mit Ängsten, Wünschen und Sehnsüchten begreifen. Zweitausend Jahre lang hat die Philosophie den Menschen nur von seiner Vernunft her interpretiert. „Ich denke, also bin ich", sagte beispielsweise der französische Philosoph René Descartes und behauptete, dass das logische Denken das Wesen des Menschseins ausmache. Der Körper sei nur der Diener des Geistes.

Freud widerspricht dieser Auffassung fundamental. Es sei genau umgekehrt. Der Mensch, so entgegnet er provokativ, ist ein Triebwesen, ein „Homo Natura". Er folgt vor allem seinen Trieben, Bedürfnissen und Instinkten. Der Geist ist nur ein sekundäres Phänomen, ein Diener der Triebe. Denn, so Freud:

Unsere Wahrnehmung der Welt und unser Handeln sind nach Freud weniger von Vernunft als von Gefühlsregungen bestimmt, derer wir uns nicht bewusst werden. Wir glauben zwar stets logisch und vernünftig zu handeln, in Wirklichkeit aber werden wir von unbewussten Wünschen regiert. Wenn man der Wahrheit ins Auge sehe, könne man nur zu der Schlussfolgerung kommen:

Die Philosophen hätten sich mit ihrer Überhöhung der Vernunft geirrt und wären zweitausend Jahre lang einem falschen Weg gefolgt. Mit dieser radikalen Feststellung machte er sich die gesamte abendländische Philosophie zum Feind. Der Philosoph Heidegger warf ihm vor, er „begaff e Seelenzustände, Karl Jaspers bezeichnete die Entdeckung unbewusster Sehnsüchte und Triebe gar als „Afterphilosophie. Angesichts dieser massiven Kritik stellte Freud nüchtern fest:

Tatsächlich haben die Philosophen Freuds Annahme des Unbewussten zuerst als logischen Widerspruch kritisiert: Entweder hat Freud recht und es gibt in der Psyche tatsächlich einen unbewussten Bereich, dann aber können wir logischerweise nichts über diesen Bereich wissen, denn er ist ja unzugänglich. Auch Freud selbst könnte dann keine Bücher darüber schreiben. Oder aber wir können das Unbewusste doch mit unserem Wachbewusstsein erfassen, dann aber ist das, was wir erfassen, nicht mehr

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