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Die Suche nach einem Engel

Die Suche nach einem Engel

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Die Suche nach einem Engel

Länge:
401 Seiten
5 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Jun 10, 2015
ISBN:
9783739253077
Format:
Buch

Beschreibung

„Steiner ist eine Bestie! Ein Monster, ein Sadist, dem es Spaß macht, Menschen zu quälen! Er ist der Mörder meiner Frau und meines ungeborenen Kindes!“

San Francisco 1985: Auf Bitte eines jüdischen Unternehmers begeben sich der Ex-Polizist Harry Smart und die Staatsanwältin Sandra McReady auf die Spur eines totgeglaubten KZ-Arztes.
Der Weg des Schlächters aus dem Dritten Reich führt die beiden nach Brasilien. Schnell geraten sie in einen Sog aus Gewalt und Tod, während sich zwischen ihnen Zuneigung und schließlich Liebe entwickelt. Doch für eine gemeinsame Zukunft müssen sie überleben …
Herausgeber:
Freigegeben:
Jun 10, 2015
ISBN:
9783739253077
Format:
Buch

Über den Autor

Holger Lampe wurde 1967 in Lübeck geboren. Als leidenschaftlicher Cineast von Kindheit an, mit einem Faible für Romane, Comics und Videospiele, begann er als Kleindarsteller in Fernsehserien wie „Freunde fürs Leben“ und „Alphateam“ sowie in dem James Bond-Film „Der Morgen stirbt nie“. Nach dem Studium der Filmproduktion und -regie am Hollywood Film Institute in Los Angeles arbeitete Holger Lampe mehrere Jahre in der Kinowerbung. „Die Suche nach einem Engel“ ist sein Debütroman.


Buchvorschau

Die Suche nach einem Engel - Holger Lampe

1985

- 1 -

Die Luft in dieser sternenklaren Märznacht war unangenehm kühl. Eine leichte Brise wehte vom Pazifik herüber, zog vorbei an den zweihundert Meter hohen Pylonen der Golden Gate Bridge, glitt weiter über die Bucht, um sich schließlich über dem Lichtermeer von San Francisco zu verteilen.

Von irgendwo dort ertönte Musik.

Aus der Vogelperspektive wirkten die unzähligen Fahrzeuge wie kleine, helle Punkte, die sich scheinbar ungeordnet in den endlosen, verzweigten Straßen der Stadt bewegten, während um sie herum die Wolkenkratzer als stumme Giganten in den Himmel ragten.

Von irgendwo dort unten schmetterte die Popgruppe ‚Frankie goes to Hollywood’ mit Leadsänger Holly Johnson ihren Song ‚Two Tribes’ durch die Nacht.

Die Lichter von Ampeln und Straßenlaternen schienen wie absorbiert inmitten der blinkenden Reklamen von Kinos, Diskotheken und Nachtclubs. Erleuchtete Schaufenster der Kaufhäuser und Boutiquen strahlten mit den glitzernden Diamanten in den Auslagen der Juweliergeschäfte um die Wette. Die Illumination der Nacht spiegelte sich im Lack der Autos und in den Augen der Passanten. Italienische Designerschuhe tippelten auf dem Bürgersteig entlang, vorbei an Obdachlosen, deren Blick so leer war wie der Hut, der vor ihnen lag. Junge Frauen, die an der Straße auf Kunden warteten, mit verlockenden Körpern aber toten Seelen. Drogensüchtige Jugendliche, die sich die Nadeln in dürre Unterarme stachen, und deren Zukunft schon endete, bevor sie begann.

Von irgendwoher dröhnten pumpende Bässe durch die Lautsprecher eines Radios, als Sänger Holly Johnson „We’re living in a land where Sex and Horror are the new God!" proklamierte.

Nur einen Steinwurf vom geöffneten Fenster entfernt, aus dem das Lachen der Gäste einer Party drang, starb in seinem Sessel gerade ein allein lebender alter Mann, dessen skelettierter Körper erst Monate später entdeckt werden würde, während im Block gegenüber sich Familie Fries gespannt die TV-Show ‚Glücksrad’ anschaute, und in der Wohnung direkt daneben der biedere Abteilungsleiter einer Versicherung den vierjährigen Sohn seiner Lebensgefährtin vergewaltigte. Und in der gleichen Sekunde, in der im Kreißsaal des San Francisco General Hospitals Mr. Nicholas Hammond unter Tränen der Freude erlebte, wie seine Frau Lisa ihre gemeinsame Tochter zur Welt brachte, beendete drei Straßen weiter die Klinge eines Messers das Leben eines Menschen wegen des Geldbetrages von exakt fünf Dollar.

Irgendwo Downtown, im Financial District, stand ein Taxi am Straßenrand. Aus dem halb geöffneten Fenster des Fahrers ertönten die letzten Takte des Liedes.

Der Mann hinter dem Steuer blickte in den Rückspiegel.

Seine blauen Augen hatten eine Bewegung ausgemacht.

Zwei Personen näherten sich. Der Fahrer schaltete das Radio aus. Holly Johnson verstummte.

Die hintere Beifahrertür wurde geöffnet. Ein dünnes, schwarzes Mädchen, noch keine zwanzig, mit nichts als Top, Hotpants und High Heels am Körper, kletterte auf den Rücksitz. Ihr folgte ein gut dreißig Jahre älterer Schwarzer in einem flauschigen Polarfuchspelzmantel, mit Goldringen an den Fingern und einer ihn umgebenden Wolke aufdringlich-holzigen Parfums. Er quetschte seinen beleibten Körper neben das Mädchen und nahm sogleich dreiviertel der Rückbank ein.

„Columbus, Ecke Northpoint!", brummte er mit angerauter Bassstimme.

Der Fahrer nickte, schaltete die Beleuchtung des Taxischildes auf dem Dach aus und das Taxameter ein. Dann fuhr er los, fädelte sich hinter einem Van in den Verkehr ein und gab Gas.

Das Mädchen wühlte mit zittrigen Händen ein zerknülltes Bündel Geldscheine zwischen Brüsten und Top hervor und gab sie ihrem Begleiter. Der Mann betrachtete mit missmutiger Miene den Haufen bedruckten Papiers.

„Soll das etwa alles sein?", knurrte er.

Das Mädchen zuckte zusammen und blickte ihn eingeschüchtert an. „Es ist nicht meine Schuld! Es war gestern nichts los und …"

„Ach, halt’s Maul!, polterte er los. „Du bist einfach zu blöd für den Job!

„Nein, das ist es nicht! Ich bin kaputt. Ich friere, erwiderte sie verzweifelt. „Und ich brauche dringend wieder was! Ich halt’s ohne nicht mehr lange aus!

„Verfickte Scheiße! Bei den paar Dollars, die du zusammenvögelst, willst du auch noch neuen Stoff haben?! Bist du bescheuert, du dumme Nutte?!"

Sein Blick prüfte ihre Figur und die langen Beine.

„Naja, ich will mal nicht so sein. Bevor du deinen ersten Kunden besuchst, gebe ich dir was, damit du wieder in Form kommst. Aber vorher besorgst du es mir!"

Er öffnete den Reißverschluss seiner Hose.

„Bitte nicht! Mir ist kalt! Ich habe Hunger", wimmerte sie.

„Interessiert mich einen Scheißdreck!, fauchte er. „Umsonst gebe ich dir keinen Stoff! Also halt deine Fresse, du Schlampe, und blas mir einen!

„Ich kann nicht mehr! Ich bin fertig!", schluchzte sie.

Der Mann knallte ihr mit der flachen Rechten auf den Hinterkopf, sodass sie aufschrie.

„Ich sage dir, wenn du nicht mehr kannst!, bellte er. „Und jetzt fang an!

Die blauen Augen des Fahrers zeigten sich im Rückspiegel.

„Hey Mister, entweder Sie benehmen sich hier, oder Sie können sich ein anderes Taxi suchen."

„Was war das?", brummte der Mann im Pelz ungläubig.

Er sah zum Rückspiegel und dann auf das Armaturenbrett des Taxis, an dem der Ausweis des Fahrers prangte. Das Bild zeigte einen gut aussehenden Mann, Anfang vierzig, mit hellbraunen Haaren und Grübchen im Kinn. Unter dem Foto stand sein Name.

„Harry Smart, las der Zuhälter knurrend. „Hör mal gut zu, … Smartie! Halt’ schön die Schnauze und misch’ dich hier nicht ein. Dann gibt’s vielleicht auch ’n bisschen Trinkgeld für dich.

Der Fahrer atmete tief durch und blickte wieder nach vorn.

Der Mann im Pelzmantel nickte zufrieden und wandte sich erneut dem Mädchen zu, das ihn mit bebender Unterlippe anstarrte.

„Und du leg endlich los, verdammt!"

Er drückte das wimmernde Mädchen herunter zwischen seine Beine. Sie griff in den offenen Hosenschlitz und er lehnte sich genüsslich zurück.

Die Augen im Rückspiegel blickten wieder nach hinten zum Fond. Sie sahen, wie sich der Kopf des Mädchens über dem Schoß des Mannes auf und ab bewegte.

Der Zuhälter schaute zu ihr hinunter. „So ist es gut, Prinzesschen. Immer weiter so."

Aber stattdessen stoppte sie und blickte ihn flehend an.

„Bitte, ich hab solchen Hunger …"

Er unterbrach sie, indem er ihren Kopf wieder nach unten drückte.

„Mach einfach weiter, dann kriegst du gleich einen lauwarmen Joghurt zu essen!" Der Mann lachte dreckig.

Das Mädchen fing an zu weinen. „Es reicht mir! Ich kann nicht …!"

Wütend schlug der Zuhälter ihr eine schallende Ohrfeige.

Sie schrie auf.

„Das ist der Grund, warum du so wenig einbringst!, schnauzte er sie an. „Du quatschst und jammerst zu viel. Du bist nur zum Ficken da! Und wenn du das nicht kapierst, schicke ich dich zurück in die Gosse, wo du hergekommen bist! Willst du das?!

Die Drohung ließ das Mädchen nicht verstummen. Im Gegenteil. Sie weinte nur noch lauter. Wieder schlug er zu.

„Hör auf zu flennen, verdammte Fotze!"

Wütend holte er erneut aus, das Mädchen kreischte und hielt schützend ihre Arme vor das Gesicht.

„Das war’s! Raus aus dem Wagen, du mieses Stück Scheiße!", kam es plötzlich vom Fahrer, der das Auto scharf nach rechts an den Straßenrand lenkte und so abrupt bremste, dass der korpulente Zuhälter fast von der Rückbank gerutscht wäre. Der schlanke Fahrer sprang aus dem Taxi, lief um das Auto herum und wollte gerade die Tür zum Fond aufreißen, als sie von dem Zuhälter bereits aufgestoßen wurde.

„Bist du irre, du verdammter Hurensohn?! Ich schlag dir deine verfickte Fresse ein!", bellte der Mann im Pelz, während er sich noch beim Aussteigen eilig den Hosenschlitz zuzog.

Zeit zu mehr hatte er auch nicht, denn schon landete die Faust des Taxifahrers mit voller Wucht in seinem Gesicht.

Der Zuhälter torkelte zurück gegen das Fahrzeug und schien durch den unerwarteten Angriff etwas irritiert zu sein. Er musterte kurz seinen Gegner, der kampfbereit vor ihm stand, dann stürzte er sich auf ihn, sein Pelzmantel öffnete sich dabei wie die ausgebreiteten Schwingen eines Adlers. Er griff mit einer rechten Geraden an, aber der Taxifahrer wich dem Schlag aus und prügelte zwei harte Links-rechts-Kombinationen an den Kopf des Zuhälters, der mit einem Stöhnen zu Boden ging.

Das Mädchen im Taxi saß die ganze Zeit da und beobachtete die Szene mit offenem Mund.

Ihr Ausbeuter berappelte sich, kam wieder auf die Beine.

Leicht benommen von den Schlägen aber außer sich vor Wut stürmte er auf seinen Gegner los. Der Fahrer konnte dem plumpen und zu langsamen Angriff erneut ausweichen, rammte dem schmerzverzerrt aufstöhnenden Schwarzen die Faust in die Rippen und eine platzierte Dublette an Nase und Kiefer. Noch während der Zuhälter rückwärts gegen das Taxi fiel, setzte der Fahrer nach, knallte ihm einen rechten Haken gegen die Schläfe und beendete damit den Kampf.

Verächtlich sah Harry Smart zu dem Mann hinunter, der bewusstlos neben dem Taxi lag. Blut lief dem Zuhälter aus der Nase, und einige rote Spritzer hatten seinen weißen Pelzmantel verziert.

Smart trat vor und reichte dem Mädchen die Hand.

„Kommen Sie, Miss! Ich bringe Sie zur Polizei!"

„Bist du bescheuert, Mann? Verpiss dich!", fauchte sie ihn an, während sie aus dem Auto kletterte und dabei seine Hand wegstieß.

Verwirrt blickte Smart das Mädchen an, als diese beim Anblick ihres verprügelten Zuhälters völlig durchdrehte.

„Was hast du getan? Was hast du nur getan?!"

Sie drehte sich zu Smart und begann plötzlich wie von Sinnen auf ihn einzuprügeln. „Was hast du mit meinem Jack getan, du verfickter Arsch?!"

Smart hatte fast Mühe die Schläge des Mädchens abzuwehren. „Was ist denn los mit Ihnen? Sind Sie verrückt geworden? Ich habe Ihnen geholfen!"

So schnell wie das Mädchen den Angriff begonnen hatte, so abrupt brach sie ihn wieder ab, wandte sich ihrem Ausbeuter zu und kniete sich neben ihn.

„Jack! Jack, bist du in Ordnung, mein Liebling? Sag’ doch was?!"

Fassungslos starrte Smart das Mädchen an. Sie sah zu ihm hoch, Tränen liefen ihr über das Gesicht.

„Er ist doch der Einzige, den ich habe. Der Einzige!"

Smart senkte den Blick. Kopfschüttelnd drehte er sich um und ging, stieg in das Taxi und startete den Motor. Dann fuhr er in die Nacht hinaus, während das Mädchen weinend den bewusstlosen Zuhälter in ihre Arme genommen hatte.

„Ich bleibe bei dir, Jack! Ich brauche dich doch!", schluchzte sie und legte ihren Kopf an seine Schulter.

Als Harry Smart den Flur zu seinem Apartment im 3. Stock entlangtrottete, war es bereits nach Mitternacht. Dass der unzuverlässige Hausmeister die nur schwach leuchtenden, teils flackernden Glühbirnen in den Deckenlampen noch immer nicht ausgewechselt hatte, störte ihn nicht. Er hatte sich ebenso daran gewöhnt wie an den abgewetzten, fleckigen Teppich und die abgeblätterte Farbe an den Wänden des Korridors.

Smart blieb vor seinem Apartment stehen. Gerade als er die Tür aufschloss und öffnete, hörte er hinter sich Schritte. Gedankenversunken glaubte Smart, dass es einer der Nachbarn war, der jetzt auch nach Hause kam, aber dann registrierte er, dass die Schritte von mehreren Personen stammten und diese direkt auf ihn zusteuerten. Smart fuhr herum, doch da war es schon zu spät. Der Baseballknüppel sauste heran und knallte in seine Magengrube. Smart schrie auf. Er spürte, wie der Schlag seine Eingeweide zusammenpresste, und bekam kaum noch Luft. Smart wurde gepackt und nach hinten gestoßen, hinein in die kleine 1-Zimmer-Wohnung. Er strauchelte keuchend gegen die Lehne seiner alten Couch. In dem Apartment war es nicht dunkel. Eine Leuchtreklame auf der gegenüberliegenden Straßenseite erhellte das Wohnzimmer und tauchte den Raum abwechselnd in rotes, weißes und blaues Licht.

„Oh Scheiße!", stöhnte Smart, als er aufblickte und zwei der drei Personen erkannte, die nun sein Apartment betraten und die Tür hinter sich schlossen. Einer von ihnen hieß Schwartz, ein hagerer, dauerlächelnder Ungar. Der andere war ein ausrangierter Ex-Marine namens Naismith, der sich nun als Geldeintreiber die Hände schmutzig machte. Der dritte, mit dem Baseballschläger in den Händen, war ein jüngerer Kerl im Muskelshirt.

„Hallo Harry! Wie geht’s?, grüßte Schwartz freundlich. „Sinclair hat ziemlichen Kummer wegen dir. Er fragt sich, wo sein Geld bleibt.

Smart setzte sich ächzend auf die Armlehne der Couch. Noch immer japste er nach Luft. „Sinclair macht sich Sorgen? Warum kommt er dann nicht selber, sondern schickt mir stattdessen Tick, Trick und Track?"

„Komm her, Bürschchen! Dir verpass ich …" Naismith trat wütend auf Smart zu, der sofort die Fäuste ballte.

„Ruhig, Nais! Schwartz hob beschwichtigend die Hände. „Wenn du ihm die Knochen brichst, kann er nicht arbeiten gehen. Wie soll er so die Schulden begleichen?

Der Ex-Marine hielt tatsächlich inne. Smart war erleichtert, denn erst allmählich kamen seine Gedärme zur Ruhe und er wieder zu Atem.

„Mach hier nicht einen auf Klugscheißer, Harry!, wies Schwartz ihn zurecht. „Du schuldest Sinclair inzwischen sechzehn Riesen!

„Verflucht, ich tu doch schon, was ich kann! Aber mehr ist einfach nicht drin!"

„Dein Problem! Sinclair will endlich sein Geld zurück! Er gibt dir einen letzten Aufschub von zwei Wochen! Dann hast du zehntausend zu zahlen! Und weitere zehntausend im Monat darauf!"

Smart verzog ungläubig das Gesicht. „Das sind zwanzig! Viertausend zu viel!"

„Zinsen und Bearbeitungsgebühren!, entgegnete Schwartz trocken. „Ich warne dich, Harry. Ich mache keinen Spaß. Sinclairs Geduld ist am Ende. Wenn du in zwei Wochen nicht zehn Riesen parat hast, lasse ich Nais und Lew von der Leine und dann kannst du deine Zähne vergessen!

Naismith grinste fies. „Kann’s kaum erwarten!"

„Hast du verstanden, Harry?, hakte Schwartz nach. „Ist das angekommen bei dir?

Smart sparte sich jeden Kommentar. Er war nicht mehr in der Lage sich hier und jetzt eine Prügelei mit den beiden Affen zu liefern. Außerdem hätte das an den Schulden nichts geändert. Mit schmerzverzerrter Miene rieb er sich seinen Bauch und nickte Schwartz bestätigend zu.

Dieser erwiderte zufrieden, gab seinen beiden Kompagnons einen Wink und die drei verließen das Apartment.

„Wir sehen uns, Bürschchen!", knurrte Naismith beim Hinausgehen.

„Vergiss es nicht, Harry! In zwei Wochen!", mahnte Schwartz noch einmal, bevor er die Tür hinter sich schloss.

Smart lauschte den sich entfernenden Schritten im Flur. Doch erst als er die Stimmen seiner drei Besucher draußen auf der Straße vernahm und hörte, dass sie in ein Auto stiegen und davonfuhren, entspannte er sich. Smart schüttelte den Kopf.

„Verdammte Scheiße!" Zehntausend Dollar! Wie zum Teufel sollte er so viel Geld in so kurzer Zeit beschaffen? Zweihundert war alles, was ihm für den Rest des Monats noch zur Verfügung stand.

Smart erhob sich stöhnend und schlurfte ans Fenster. Es hatte zu regnen angefangen. Nachdenklich blickte Smart in die Nacht hinaus, während die wechselnden Farben der Leuchtreklame auf sein Gesicht fielen. In den Fängen eines berüchtigten Kredithais und seiner gehirnlosen Schläger. Wie tief er mittlerweile doch gesunken war.

Frustriert trottete Smart zurück und ließ sich müde in die durchgesessene Couch fallen. Er griff sich eine auf dem Couchtisch stehende große Papiertüte und holte eine halbvolle Flasche ‚Jim Beam’ hervor. Smart schraubte den Verschluss ab, nahm ein paar kräftige Schlucke. Das leichte Brennen in seinem Hals und seinem Magen belebte ihn wieder, doch gleichzeitig fragte er sich, ob es richtig war, was er tat. Seit knapp fünf Jahren griff er zur Flasche. Immer wieder und immer öfter. Die Anonymen Alkoholiker hatten ihm nicht helfen können. Wozu auch? Im Grunde seines Herzens wollte er gar nicht von dem Alkohol wegkommen. Wie sollte er sonst sein verkorkstes Leben und auch sich selbst ertragen? Was hatte Smart denn schon Besonderes vorzuweisen? Was hatte er erreicht? Nichts! Absolut nichts! Und das war auch in Ordnung so. Nach dem, was er getan hatte. Nach dem, was er ihr angetan hatte.

Draußen näherte sich die Sirene eines Polizeiautos. Smart horchte auf. Das Heulen wurde immer lauter, bohrte sich geradezu in seinen Kopf. Schließlich preschte das Fahrzeug direkt am Haus vorbei. Die Sirene wurde wieder leiser.

Smarts Augen verengten sich. Diese Sirenen. Die kannte er, die kannte er nur zu gut. Smart erinnerte sich und seine Gedanken wanderten fort, weit fort, fünf Jahre in die Vergangenheit.

Es war außerordentlich ruhig gewesen. Keine besonderen Vorkommnisse. Eine Schicht, wie man sie sich als Polizeibeamter wünschte. Kurz vor Mitternacht fuhren Smart und sein Partner Ross Andru, ein erfahrener schwarzer Kollege, Anfang fünfzig, in ihrem Streifenwagen, rund eine Meile von Downtown entfernt, die Van Ness Avenue entlang. Smart saß hinter dem Steuer.

„Johnny hat mich gestern gefragt, wann du mal wieder vorbeikommst", bemerkte Andru.

„Du meinst, er will noch immer eine Revanche?", grinste Smart.

Andru lachte. „Genau. Hat ihn schwer gewurmt, dass du ihn bei ‚Space Invaders’ haushoch geschlagen hast. Das ist für einen Zwölfjährigen echt frustrierend."

„Tut mir leid für ihn, entschuldigte sich Smart. „Dabei habe ich mich ein paarmal schon extra abschießen lassen. Noch mehr wäre auffällig gewesen.

Andru kicherte vor sich hin. „Ich weiß, Mann. Ich hab’s gesehen. Aber du wirst es jetzt deutlich schwerer haben. Johnny hat fleißig trainiert. Die Atari-Konsole war förmlich am Glühen. Gestern hat er dreimal hintereinander fast doppelt so viel Punkte geschafft wie ich."

„Das heißt nicht wirklich was, schmunzelte Smart mit einem Seitenblick auf seinen Kollegen. „Ab einem gewissen Alter lässt bekanntlich die Reaktion nach.

Andru verzog gespielt empört das Gesicht. „Ich glaube, Johnny muss auf seine Revanche noch warten. Zunächst wirst du gegen mich antreten, du Milchbart!"

„Aber erst nachdem du deine Lesebrille aufgesetzt hast."

„Selbstverständlich. Sonst kann ich ja nicht richtig sehen!"

Beide lachten. Kleine Sticheleien über den Altersunterschied waren fester Bestandteil ihrer Konversation.

„Also? Wie sieht’s aus bei dir? Rita macht wieder ihre preisgekrönten Spareribs!"

Smart schnalzte genießerisch mit der Zunge. „Okay! Wie wäre es nächstes Wochenende? Vorausgesetzt …"

„Vorausgesetzt?"

„… ich darf Debra mitbringen."

„Debra? Ross Andru war baff. „Meinst du etwa diese ganz bestimmte Debra? Deine mysteriöse Traumfrau, die wir seit Monaten kennenlernen wollen?

Smart grinste seinen Kollegen an. „Ja, ich glaube die Beschreibung passt."

Andru klopfte ihm begeistert auf die Schulter. „Oh Mann! Du alter Geheimnistuer! Es gibt sie also doch! Rita hat schon befürchtet, dass sie nur …"

„An alle Einheiten!, ertönte plötzlich über Funk der Ruf der Zentrale. „Ein 211, Larkin Street, Ecke Union Street. Täter ist ein Weißer, um die dreißig, ca. eins achtzig groß. Trägt schwarze Lederjacke, Jeans und Baseballcap. Ist auf der Flucht mit dem Motorrad des Opfers. Achtung! Laut Zeugin ist der Täter mit einer Pumpgun bewaffnet. Ich wiederhole. An alle …

Smart und Andru sahen sich an.

„Bewaffneter Raubüberfall!, knurrte Andru. „Soweit zu einer ruhigen Nacht!

Smart schaltete Polizeilicht und Sirene ein und drückte das Gaspedal herunter.

Andru nahm das Funkgerät. „Roger, Zentrale. Hier ist Einheit Fünf. Fahren auf der Van Ness in nördlicher Richtung …"

Der Polizeiwagen preschte durch die Nacht, bog an der übernächsten Kreuzung mit quietschenden Reifen rechts ab. Zwei Blocks weiter sahen sie bereits die rotierenden blauen und roten Dachleuchten eines anderen Streifenwagens. Als sie näher kamen, entdeckte Smart einen Kollegen, der mit einer Frau redete. Der zweite Beamte stand im Licht einer Straßenlaterne neben einem regungslos am Boden liegenden Mann, sah Smart und Andru und deutete mit hektischen Handzeichen in die Richtung, in die der Täter geflüchtet war. Smart bremste gar nicht erst, sondern gab weiter Gas, jagte geradeaus die Straße hinunter. Andru warf beim Vorbeifahren am Tatort noch einen Blick zu dem leblosen Opfer. Er bemerkte, dass dessen hellblaues Hemd im gesamten Bauchbereich großflächig dunkel gefärbt war.

„Bei dem bringt die Ambulanz nichts mehr, sagte er mit versteinerter Miene. „Der Typ hat ihm den ganzen Bauch zerschossen.

„Scheiße!", fluchte Smart.

Das Polizeiauto raste mit heulender Sirene die Straße entlang, überholte zwei Fahrzeuge, die rechtzeitig und respektvoll Platz machten. Andru schaute links und rechts aus dem Fenster, prüfte die Umgebung. Die meisten Gebäude in dieser Gegend waren zwei- oder dreistöckige Wohnhäuser, teilweise gab es Innenhöfe. Der Flüchtige konnte sich überall hier verstecken, längst untergetaucht sein, während sie sonst wo nach ihm suchten.

„Da vorn ist er!", rief Smart plötzlich.

Andru sah geradeaus. Knapp zweihundert Meter vor ihnen bog ein Motorradfahrer ohne zu blinken sehr schnell nach links in eine Seitenstraße ab.

Smart trat das Gaspedal bis zum Anschlag herunter. „Das muss er sein!"

„Möglich, entgegnete Andru. „Oder ein anderer Typ, der es zu eilig hat.

Er griff das Funkgerät, um Meldung an die Zentrale zu machen.

In dem Moment erreichten sie die Stelle, an welcher der Motorradfahrer abgebogen war. Smart riss das Steuer herum, lenkte den Polizeiwagen mit hoher Geschwindigkeit nach links in die einspurige Seitenstraße hinein. Das Heck des Wagens brach aus, kollidierte fast mit den am Straßenrand parkenden Fahrzeugen, doch Smart hatte das Auto rasch wieder unter Kontrolle.

„Verdammt, Harry!, fluchte Andru. „Fahr nicht so schnell! Wir knallen noch irgendwo gegen!

„Keine Panik, mein Freund!, bemerkte Smart mit schiefem Grinsen. „Ich habe alles im Griff! Ich will nur nicht, dass uns dieses Dreckschwein entkommt! Er schaute den Bruchteil einer Sekunde zu seinem Partner. „Du etwa?"

Plötzlich riss Andru die Augen auf. „Pass auf!", brüllte er.

Smart sah erschrocken nach vorn. Im Scheinwerferlicht, keine fünf Meter mehr entfernt, stand eine kleine Person. Ein dunkelhaariges Mädchen, nicht älter als acht Jahre. Es sah das heranrasende Fahrzeug, kreischte schrill. Smart trat mit aller Kraft auf die Bremse. Doch da prallte der Streifenwagen schon mit voller Wucht gegen das Kind, zertrümmerte sämtliche Knochen in dem zierlichen Körper. Die kleine Gestalt wurde hochgeschleudert. Smart sah, wie das Mädchen auf ihn zuzufliegen schien. Es gab einen fürchterlichen Knall, ein Scheppern, als der Kopf des Kindes gegen die harte Windschutzscheibe schlug, Blut und Gehirnmasse spritzte, sich über das splitternde Glas verteilte, und der zerschmetterte Körper dann nach hinten, aus Smarts Blickfeld heraus, verschwand.

Mit quietschenden Reifen kam das Polizeiauto zum Stehen.

„Großer Gott!", stammelte Andru und riss die Tür auf, rannte hin zu dem leblosen Mädchen, das knapp zehn Meter hinter dem Streifenwagen auf dem kalten Asphalt der Straße lag.

Smart kauerte hinter dem Steuer, leichenblass, keuchend, geradeaus starrend, die Hände noch fest das Lenkrad umklammernd. Nur langsam ließ er es los, öffnete die Tür und stieg aus. Er war wie betäubt. Die Umgebung, Geräusche, er nahm nichts mehr wahr. Mit zitternden Beinen wankte er auf das tote Kind zu, neben dem sein Kollege hockte und weinte. Smart registrierte den merkwürdig verdrehten Körper des Mädchens, ihren Kopf, um den sich eine große Blutlache auf der Straße immer weiter ausbreitete und ihre geöffneten Augen. Ihre großen, geöffneten Augen, die ihn ansahen und zu fragen schienen: Warum? Warum nur?

Dann fiel er neben ihr auf die Knie.

Smart wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Fünf Jahre. Fast auf den Tag genau fünf Jahre war das jetzt her und es kam ihm vor, als wäre es erst letzten Monat geschehen. Der ungläubige Blick des Mädchens, das, wie sich später herausstellte, aus der elterlichen Wohnung geschlichen war, nur um die entlaufene Katze zu suchen, verfolgte ihn seitdem in immer wiederkehrenden Alpträumen. Smart dachte über sich nach. Was war er nur für ein Haufen Dreck? Er hatte durch Unachtsamkeit und Dummheit ein unschuldiges, wertvolles Leben zerstört. Alles, was sie noch hätte werden können. Alles, was sie noch hätte tun können in den kommenden Jahrzehnten. Ausgelöscht. Für immer. Durch seine Schuld.

Smart nahm einige kräftige Schlucke Bourbon.

In dieser einen Nacht änderte sich sein Leben. Privat und beruflich brach es auseinander. Eine Pechsträhne folgte der nächsten. Smart existierte zwar noch, aber er lebte nicht mehr. Er war ein Nichts und ein Niemand. Und das empfand er selbst als gerecht. Denn seit jener Nacht hatte er kein Glück mehr verdient.

Smart blickte auf den großen Kalender, der gegenüber an der Wand hing, sah das von ihm eingezeichnete Kreuz am morgigen Datum. Ihrem Todestag. Dem Tag, an dem er wieder einmal testen würde, ob er zumindest noch existieren durfte. Doch warum bis morgen warten?

Erneut genehmigte er sich einen ordentlichen Schluck. Dann stand er auf, die Flasche in der Rechten. Der Bourbon tat seine Wirkung. Smart wankte ein wenig, als er zu dem alten Schreibtisch ging, der am Fenster stand. Er setzte sich auf den knarrenden Holzstuhl und stellte die Flasche auf dem Tisch ab. Langsam zog er die oberste Schublade auf.

Sein Blick fiel auf einen 36er Smith & Wesson Revolver. Behutsam, fast ehrfurchtsvoll, nahm er die schwere Waffe und legte sie vor sich auf den Tisch. Wieder langte er in die Schublade. Eine Schachtel mit Patronen kam zum Vorschein. Smart öffnete sie, wühlte eine einzelne Patrone heraus und platzierte diese neben dem Revolver. Einen Moment lang betrachtete er die Tötungsutensilien. Nochmals genehmigte er sich einige Schlucke aus der Flasche, stellte sie ab und atmete tief durch. Dann ergriff Smart den Revolver und mit schnellen Bewegungen entsicherte er ihn, öffnete die Trommel, legte die Patrone ein, schob die Trommel zurück und gab ihr mit der Handfläche einen kräftigen Schwung. Die Trommel rotierte, wurde langsamer und blieb schließlich stehen.

Viermal hatte er es bereits getan. Viermal hatte ihm das Schicksal zu seinem eigenen Erstaunen noch die Chance auf eine weitere Runde gegeben. Smart hob die Waffe, hielt sich den Lauf des Revolvers gegen die Schläfe. Seine Hand zitterte. Er fühlte die Kälte des Metalls an seinem Kopf. Vielleicht würde sein Leben gleich vorbei sein. Vielleicht war es das jetzt. Langsam drückte sein Finger den Abzug nach hinten. Smart schluckte. Er war betrunken, aber er wusste genau, was er hier tat. Er spürte die Schläge seines wild pochenden Herzens bis zur Kehle hinauf. War es Schweiß oder eine Träne, die an seiner Wange herunterlief? Seine Hand zitterte immer mehr. Smart schloss die Augen. Dann drückte er ab.

Klack!! Ein Adrenalinstoß, der sich anfühlte wie ein Stromschlag, jagte durch seinen Körper und ließ ihn zusammenzucken. Seine völlig überdrehten Sinne meldeten Smart, was passiert war: nichts. Es war nichts passiert. Smart saß immer noch auf dem Stuhl. Er war immer noch am Leben, und er hatte immer noch seinen verdammten Kopf auf den Schultern. Schwer atmend senkte Smart den Revolver, legte ihn zurück auf den Tisch. Smart brauchte eine Zeit lang, bis sich der Pegel der Stresshormone in seinem Körper gelegt hatte. Er betrachtete die Waffe. Aufschub. Das Schicksal hatte ihm wieder ein Jahr gegeben.

Er wischte sich Schweiß und Tränen aus dem Gesicht. Dann griff er die Flasche Bourbon und stürzte ihren Inhalt hinunter.

- 2 -

Der frisch polierte Lack des schwarzen Mercedes-Benz 500 SEL glänzte in der Vormittagssonne, als die Limousine vor dem Gerichtsgebäude am Civic Center Plaza anhielt. Ein Chauffeur in perfekt sitzender, dunkelblauer Uniform kletterte vom Fahrersitz, marschierte zur hinteren Tür und öffnete sie. Im gleichen Moment eilten ein Dutzend Reporter und Fotografen sowie zwei Fernsehteams zu dem Wagen und tauchten die nun aussteigenden Personen in ein Meer aus Blitzlichtern und Fragen. Die drei Objekte der Begierde waren Fred und Jessica Wilson sowie ihr Sohn Richard.

Fred Wilson war ein Mittfünfziger Selfmademan, der mit Grundstücken im Silicon Valley und Immobilien in ganz Kalifornien seit Anfang der Siebziger ein Millionenvermögen aufgebaut hatte. Ein gebräunter, graumelierter Alpha-Mann im Armani-Dress mit enormem Selbstbewusstsein und Charisma. Seine blonde Frau Jessica war Anfang vierzig und hatte bis vor wenigen Jahren noch als Model gearbeitet. Obwohl sie wie immer blendend aussah, hielt sie sich, dem Anlass entsprechend, zurück, war nur dezent geschminkt und trug ein hellgraues Kostüm. Es hatte in der Vergangenheit immer wieder Gerüchte gegeben, dass sie vor über zwanzig Jahren als koksendes Filmsternchen in einem Underground-Porno die Beine breitgemacht hatte, aber auf mysteriöse Weise verschwanden die wenigen Kopien dieses Streifens, nachdem sie und Fred ein Paar geworden waren. Crew und Schauspieler konnten sich wundersamerweise nicht mehr an Jessica erinnern. Die beiden Mitarbeiter, die es doch taten, arbeiteten bald darauf in Kanada.

Als Letzter stieg Richard aus dem Auto. Ein Anzug tragendes Würstchen mit einem fast schon ekelerregend arroganten Grinsen und stark gegelten, nach hinten gekämmten blonden Haaren. Richard hatte mit seinem Milchgesicht keine Ausstrahlung und Charme sowieso nicht. Er war von Beruf Sohn und das reichte aus. Seine Noten an der Privatschule, die durch Vater Fred jedes Jahr großzügige Donationen erhielt, waren exzellent und so würde er demnächst entweder nach Stanford oder Harvard gehen. Auch über Richard gab es Getuschel. Von Partys mit exzessivem Drogenkonsum war ebenso die Rede wie von bestochenen Lehrern, aber wie bei Mutter Jessica verdunsteten auch bei Sohn Richard sämtliche Gerüchte ins unbestätigte und vor allem unbeweisbare Nichts.

Familie Wilson baute sich vor dem Mercedes auf. Sohn und Mutter lächelten verbindlich, während Vater Fred mit stechendem Blick signalisierte, dass es besser war, seinem Rudel nicht zu nahe zu kommen,

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