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Herr Hobelmann: Humoreske

Herr Hobelmann: Humoreske

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Herr Hobelmann: Humoreske

Länge:
90 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Jun 15, 2015
ISBN:
9783738613698
Format:
Buch

Beschreibung

Der junge Franz Kettenbrock kommt nach neun Jahren in Havanna nach Deutschland zurück und beschließt, seinen geliebten alten Onkel zu überraschen. Im Zug trifft er auf den jungen Doktor Karl Helmerdick. Eine Verwechslungskomödie nimmt ihren Lauf …
Korrektur gelesen und in neuer deutscher Rechtschreibung.
Herausgeber:
Freigegeben:
Jun 15, 2015
ISBN:
9783738613698
Format:
Buch

Über den Autor

Friedrich Gerstäcker (1816-1872) wanderte mit knapp 21 Jahren nach Amerika aus, kehrte nach einem abenteuerlichen Leben sechs Jahre später zurück und begann mit Übersetzungen und der Herausgabe seines Tagebuches. Als einer der erfolgreichsten deutschen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts erlebt sein Werk Neuauflagen bis in die heutige Zeit, überwiegend leider jedoch gekürzte und veränderte Ausgaben. Die Friedrich-Gerstäcker-Gesellschaft e.V., Braunschweig, legt mit dieser Ausgabe die ungekürzten und unbearbeiteten Originalausgaben wieder vor.


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Buchvorschau

Herr Hobelmann - Friedrich Gerstäcker

Inhaltsverzeichnis

Angaben zum Buch

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

Impressum

Angaben zum Buch

Friedrich Gerstäcker

Herr Hobelmann

Humoreske

Herausgeber:

Jürgen Müller

Straße des Friedens 11

09509 Pockau-Lengefeld

Deutschland

Der junge Franz Kettenbrock kommt nach neun Jahren in Havanna nach Deutschland zurück und beschließt, seinen geliebten alten Onkel zu überraschen. Im Zug trifft er auf den jungen Doktor Karl Helmerdick. Eine Verwechslungskomödie nimmt ihren Lauf …

Korrektur gelesen und in neuer deutscher Rechtschreibung.

Friedrich Gerstäcker lebte von 1816 bis 1872. Bereits 1837 reiste er für sechs Jahre nach Amerika und führte das abenteuerliche Leben eines Jägers in der Wildnis. Seine Erlebnisse brachte er, nach Deutschland zurückgekehrt, erfolgreich zu Papier.

Jürgen Müller wurde 1960 geboren. Er lebt in Pockau-Lengefeld, einer kleinen Stadt im Erzgebirge. Nebenberuflich arbeitet er als Herausgeber und Korrekturleser von E-Books (Abenteuerverlag Pockau) sowie als An- und Verkäufer von Gebrauchtbüchern (Bücherstube Pockau). Er schreibt seit seinem 14. Lebensjahr.

1. Kapitel

„Bitte, Herr Kondukteur, ein Coupé, wo nicht geraucht wird!"

„Nicht geraucht? – Jawohl. – Wohin?"

„Yvenburg!"

Der Kondukteur öffnete eins der nächsten Coupés des dicht mit von der Leipziger Messe kommenden Fremden besetzten Zuges, und der junge Mann, der sich ein Nichtrauchcoupé erbeten hatte, lächelte still vor sich hin, als er nur noch einen einzigen Passagier in dem innern Raum entdeckte. Die in der Mitte befestigte Lampe verbreitete allerdings bloß einen düstern Schein im Wagen, so dass sich sein Gesicht nicht deutlich erkennen ließ; das ist aber unterwegs auch nicht nötig, denn es kommt bei unserer jetzigen Eisenbahnfahrt in der Tat wenig darauf an, mit wem man die kurze Zeit der Reise beisammen ist. Lernt man sich doch selten oder nie näher kennen, als eben nötig bleibt, „Guten Morgen" zu sagen.

Der junge Fremde schien übrigens kein Neuling unterwegs. In kurzer Zeit hatte er sein weniges Gepäck zweckmäßig untergebracht und einen buntfarbigen wollenen Überwurf, der ein ausländisches Gepräge trug, zusammenrollend und unter den rechten Ellenbogen schiebend, lehnte er sich behaglich in seine Ecke zurück und sah still und schweigend vor sich nieder, bis der Kondukteur die Billette coupiert und den Wagen wieder geschlossen hatte. Dann aber sich zu seinem ebenso schweigsamen Reisegefährten wendend, sagte er:

Wir sitzen hier in einem Coupé, wo nicht geraucht wird, nicht wahr?"

„Allerdings", lautete die lakonische Antwort.

„Aber es ist Ihnen doch vielleicht einerlei, wenn ich mir eine Zigarre anzünde?", fuhr der Fremde fort.

„Einerlei? Nein, entgegnete der Mitbesitzer des Nichtrauchcoupés, „einerlei ist es mir gar nicht, denn wenn Sie rauchen, rauch’ ich mit.

„Das soll ein Wort sein!, lachte der junge Fremde, indem er aus der Brusttasche eine äußerst fein aus Stroh geflochtene Zigarrentasche nahm und seinem Nachbar hinüberreichte. „Bitte, versuchen Sie einmal meine Havannas. Dass sie echt sind, garantiere ich Ihnen.

„Man kann es in den anderen Coupés gar nicht aushalten, sagte der Erste, indem er mit dankender Verbeugung eine Zigarre nahm, „sie sind gedrängt voll von polnischen Juden.

„Aus dem nämlichen Grunde habe ich mir ein Nichtrauchcoupé erbeten. Wenn wir nur keine Dame hereinbekommen!", sagte der zuletzt Eingetroffene.

„Das ist in der Nacht kaum zu fürchten; es gehen zu viel Züge bei Tage, und nach der Messe reisen Damen gewiss nicht in der Nacht, wenn sie nicht notgedrungen müssen. – Die Zigarre ist übrigens vortrefflich."

„Schmeckt sie Ihnen?"

„Ausgezeichnet – ich habe noch keine bessere geraucht."

„Sie wohnen in Yvenburg?"

„Ich gedenke dort zu wohnen. Ich komme von Würzburg, wo ich eine Zeitlang praktiziert, und will mich jetzt in Yvenburg als Arzt niederlassen."

„Als Arzt? – Vortrefflich. Da wünsche ich Ihnen oder vielmehr Ihren Patienten Glück."

„Wir können es zu beiden Teilen gebrauchen", lachte jener, und die beiden jungen Leute lehnten sich schweigend in ihre Ecken zurück, um von jetzt an ihren eigenen Gedanken nachzuhängen. An den verschiedenen Stationen, an denen angehalten wurde, ließ man sie auch ungestört. Unterwegs stiegen nur noch wenige Passagiere ein, und die wenigen wünschten auf der Fahrt alle ihre Zigarre zu rauchen, belästigten sie also nicht.

Der Tag dämmerte gerade, als sie sich dem Ziel ihrer Fahrt näherten.

„Haben Sie schon ein Logis, Herr Doktor?", fragte der Fremde, während er sein Reisegepäck zusammenlegte, um es beim Aussteigen gleich bei der Hand zu haben.

„Ich? – Ja. Ein Privatlogis, das ich beziehen werde. Und Sie?"

„Ich will einen Onkel von mir überraschen, den ich seit neun Jahren nicht gesehen habe. Ich komme allerdings ein wenig früh, und der alte Herr wird im ersten Augenblick von der Störung nicht angenehm überrascht sein. Aber das schadet nichts; die Freude ist nachher desto größer."

„Sie waren längere Jahre verreist, wie mir scheint."

„Ich komme direkt aus Havanna."

„Daher also die vortrefflichen Zigarren."

„Von denen ich Sie bitte, sich noch eine anzuzünden."

„Aber ich beraube Sie."

„Nicht im Mindesten. – Ah, da sind wir."

Der Zug hielt; die beiden jungen Leute stiegen aus, grüßten einander, und der Havannese fuhr gleich darauf in einer Droschke über die Brücke in die Stadt hinein, während ihm der neue Doktor langsamer und seinen Umständen mehr entsprechend zu Fuß folgte.

Die Maschine schnaufte und pustete und blies den weißen Qualm aus, wie erhitzt vom raschen Lauf und frische Kräfte jetzt zum neuen sammelnd. Während sich dann die lebendige Menschenlast, die sie eben erst herbeigeschafft, nach allen Richtungen hin zerstreute, drehte es sich um, das kochende, glühende Ungeheuer, fasste mit den eisernen Zangen den nächsten schwerbeladenen Zug und schnaubte keuchend wieder hinaus, scheinbar mitten ins blanke Feld hinein, anderen Städten, anderen Ländern zu – rastlos, ruhelos mit der unermüdlichen eisernen Brust.

2. Kapitel

Es war noch früh, denn bei den schon wieder ziemlich kurzen Tagen fanden sich die Stadtbewohner nicht so rasch aus ihren Betten. Nur die Mädchen gingen nach Brot oder Milch, um das Frühstück für die Herrschaft herbeizuschaffen, und hier und da rasselte ein mit ausgeschlachtetem Fleisch behangener Wagen die Straße herauf, seine Ladung den nächsten Hallen zuzuführen. Unser junger Fremder wusste aber doch, trotz seiner langen Abwesenheit von dem Vaterland,

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