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Erfolgreich den Erfolg vermeiden: Ein schlecht gemeinter Ratgeber

Erfolgreich den Erfolg vermeiden: Ein schlecht gemeinter Ratgeber

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Erfolgreich den Erfolg vermeiden: Ein schlecht gemeinter Ratgeber

Länge:
279 Seiten
3 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
1. Feb. 2014
ISBN:
9783735771742
Format:
Buch

Beschreibung

Es sieht so aus, als würden viele wie hypnotisiert "dem Erfolg" nachlaufen. Kritisch beleuchtet zeigt sich aber: Erfolg macht viel Arbeit, erzeugt Stress, schafft Probleme, Erfolg kann sogar den Charakter versauen - kurz: Erfolg nervt! Diese anektotischen "Anti-Memoiren" beleuchten die Gefahren des Erfolges und geben lebendige Ratschläge zu dessen nachhaltiger Vermeidung. Das ungewöhnliche Regelwerk richtet sich besonders an Frauen, denn es werden viele "typisch weibliche" Mechanismen und Denkfallen intensiv auf die Schippe genommen. Das Buch ist ein temporeicher Mix aus Erfahrung, Psychologie und Comedy. Es soll sicherstellen, dass wir uns in krisensicheres Phlegma einkuscheln können, ohne jemals ein schlechtes Gewissen bekommen zu müssen.
Herausgeber:
Freigegeben:
1. Feb. 2014
ISBN:
9783735771742
Format:
Buch

Über den Autor

Nicole Diercks ist eine 1967 in Hamburg geborene Bayerin und arbeitet als selbstständige Erfolgs-Beraterin und Provokationstherapeutin an der Nordsee. Parallel betreut sie Opfer aus Beziehungen mit Cluster-B-Gestörten, und betreibt darüber eine weit gefächerte Aufklärung über Bücher, Vorträge und einen Youtube-Kanal. https://www.youtube.com/channel/UC294n63zf1jPjBMtTqn57WQ


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Buchvorschau

Erfolgreich den Erfolg vermeiden - Nicole Diercks

Inhalt

Selbstsabotage und Erfolgsvermeidung

Über den Erfolg

Kapitel 1

Die Anti-Waltons

Kapitel 2

Mutti würde niemals lügen

Kapitel 3

Hanni und Nanni

Kapitel 4

Für immer und ewig!

Kapitel 5

Es muss keinen Spaß machen

Kapitel 6

Die andere Wahrheit

Kapitel 7

Endlich Liebe!

Kapitel 8

Die lange Suche

Kapitel 9

Jetzt wird endlich alles gut!

Kapitel 10

Lektionen gegen die Selbstachtung

Quellennachweise

Selbstsabotage und Erfolgsvermeidung

Wenn wir über die Mechanik der Erfolglosigkeit sprechen, müssen wir dabei auch tief in die vielfältige Welt der Selbstsabotage eintauchen. Diese liegt nämlich der hartnäckigen Nichterreichung von Zielen, dem permanenten Scheitern glorreicher Pläne, dem Vergessen reich machender Ideen und dem wiederholten Verfehlen persönlicher Erfolge heimlich oft zugrunde.

Mit Selbstsabotage hat man es immer dann zu tun, wenn …

- einem plötzlich etwas viel Wichtigeres einfällt, das man jetzt dringend machen muss …

- man plötzlich zu müde ist, um heute überhaupt anfangen zu können …

- man mysteriöserweise gar nicht erst an das neue Projekt denkt …

- man seine Unterlagen nicht zusammenhat. Wenn wichtige Dinge entweder unauffindbar, plötzlich kaputt oder eigentlich sowieso völlig unbrauchbar sind …

- man noch ganz wichtige Dinge/Infos/Kontakte braucht, um anfangen zu können, und irgendwie nicht an diese herankommt …

- man stundenlang persönliche E-Mails beantwortet, obwohl man eigentlich ja …

- man aus dem „schnellen Nickerchen vorher" einfach nicht mehr hochkommt …

- man sich plötzlich dabei erwischt, wie man die Speisekammer aufräumt …

- man plötzlich irgendwo sehr unangenehme Befindlichkeiten/Schmerzen hat …

- man sich plötzlich in eine zehrende Diskussion verstrickt wiederfindet …

- man plötzlich Hunger bekommt und danach so elend vollgefressen ist, dass außer auf dem Sofa zu flacken, wirklich gar nichts mehr geht …

- man „nur ganz kurz noch eben" eine Sendung im TV fertig anschauen wollte und dann irgendwie stundenlang hypnotisiert vor der Mattscheibe kleben blieb …

- man eine völlige Handlungsblockade erleidet und nicht mal anfangen kann …

- man den innerlichen Kontakt zum Projekt vollkommen verloren hat …

- man Sachen denkt wie: „Das ist doch alles Murks, wen soll das eigentlich interessieren??"

- man sich vor dramatischen Stimmungsrutschen nicht retten kann …

- man plötzlich glaubt, von einem völlig falschen Ansatz ausgegangen zu sein und alles noch einmal von vorne, diesmal dann richtig, aufziehen zu müssen …

- man so schlecht geplant hat, dass einem alles wie ein riesiges, Angst machendes und unüberwindliches Knäuel vorkommt …

- man „toxische Spielkameraden" um sich hat, die einem eigentlich gar nicht guttun, die einen in ihre Probleme verstricken und die einem die Energie absaugen …

- man einen Fehler entdeckt hat und nun glaubt, daran gescheitert zu sein, oder dass man überhaupt zu doof für das ganze Vorhaben sei …

- man plötzlich der Meinung ist, all das dauere doch viel zu lange und lohne sich am Ende eigentlich gar nicht …

- man einfach nicht richtig denken kann und den Kickstarter fürs Kurzzeitgedächtnis nicht wiederfindet: Birne leer …

- man tausend unwichtige Dinge vorschiebt, weswegen man jetzt nicht anfangen kann. Dieses Phänomen ist umgangssprachlich bekannt als Aufschieberitis, der korrekte Fachbegriff dafür lautet Prokrastination …

- man plötzlich übergangslos das Interesse an seiner eigenen Arbeit und seiner eigenen Idee verloren hat …

- man einfach, verflixt noch mal, die Zeit nicht findet, um sich endlich mal dranzusetzen. Immer ist irgendwas anderes los …

- man der Meinung ist, dass man ganz entspannt im Urlaub damit anfängt oder, noch besser, in den Weihnachtsferien …

- man der Meinung ist, nur in einem ganz speziellen Umfeld die angepeilte Leistung erbringen zu können. Dieses Umfeld ist aber irgendwie nicht herstellbar …

- man glaubt, seinen Job und dieses Vorhaben niemals unter einen Hut bringen zu können. Wenn man glaubt, das sowieso nur ohne geregelten Job je hinzukriegen …

- man glaubt, dass man zur Durchführung viel mehr Geld benötigt, als man mittelfristig zur Verfügung stellen kann …

- man schlechte Kritik einfordert und sich dann damit so verhält, als hätte Gott gerade höchstpersönlich ein Spott-Fax geschrieben …

- man plötzlich glaubt, zu unwürdig für die eigenen Ideen zu sein …

- man mit tausend täglichen Tücken zu kämpfen hat: von verlorenen Autoschlüsseln bis hin zu Virusinfektionen. Man will ja wirklich anfangen, aber das Leben lässt einen irgendwie einfach nicht …

- man heimlich glaubt, dass man es eigentlich gar nicht nötig haben sollte, sich so dermaßen anstrengen zu müssen …

- man auf die „große Chance, die „überfällige Rettung oder die „glorreiche Entdeckung" wartet, anstatt den Popo einfach mal vom Sofa zu stemmen und etwas Reales dafür zu tun …

- man solchen (Liebes-)Kummer hat, dass es einem einfach nicht zumutbar ist, jetzt damit anfangen zu müssen. Außerdem kann man gerade wirklich nicht, man fühlt sich viel zu elend, um brillant zu sein …

- man ständig das Ziel wechselt und nichts je zu Ende bringt …

- man tausend verschiedene, spannende Ziele hat und nur hin und her springt. Wenn diese Ziele in keinem sinnvollen Überbau zueinanderstehen. Wenn nichts jemals richtig fertig wird und alles in einem undurchdringlichen Netzwerk von „erst-wenn-dies-dann-geht-das" zusammenhängt …

- man glaubt, dass diese Entscheidung jetzt zu 100 % richtig zu sein hat …

- man fürchtet, dass man „in dieser Sache hier" dann für immer und alle Zeit einzementiert sein wird und daher keine Entscheidung dafür treffen kann …

- man weiß, dass nur ein absolut lückenlos perfektes Ergebnis den eigenen Ansprüchen auch nur ansatzweise wird genügen können …

- alle Lösungsvorschläge auf scheinbare Probleme sofort mit „Ja, aber …!" beantwortet werden …

- man sich nicht die Erlaubnis gibt, ganz klein anzufangen und auch Fehler machen zu dürfen. Wenn man glaubt, sofort sterben zu müssen, wenn man scheitern sollte …

- man nur die ganz großen Fragen stellt, nur weltumspannend zu planen bereit ist und heute mindestens noch schnell das quadratische Rad erfinden muss. Wenn man nur hypnotisiert auf „das ganz große Ding" starrt …

- man sich mit niedrigfrequenter Zerstreuung volldröhnt, anstatt Nahrung für die Seele und das Projekt aufzunehmen …

- man sich nicht erlaubt hat, sich bei dieser Arbeit amüsieren zu dürfen. Wenn man glaubt, dass es anstrengend, hart und schwer sein muss …

- man unzutreffende und grausame Selbsturteile anwendet. Man erlaubt sich nicht, blockiert zu sein, man ist schlichtweg nur zu faul und von Haus aus zu blöd …

- man eigentlich gar nicht daran glaubt, dass man es schaffen kann …

- man glaubt, man wolle dieses Projekt. In Wahrheit sucht man aber eigentlich etwas ganz anderes, was man sich aber nicht einzugestehen traut …

- . . .

Klingt das jetzt irgendwie fast lustig? Ist es aber nicht, hier wird echtes Leid geschmiedet. Wer in einer Selbstsabotage-Schleife festhängt, fühlt sich dem Tode näher als dem Leben. Er fühlt sich von seinen Kräften, seiner Inspiration, seiner Vision auf magische Weise abgeschnitten, als läge plötzlich ein schrecklicher Bann auf ihm. Er fühlt sich als Versager, und das ist er auch tatsächlich, denn er versagt sich den eigenen Erfolg. Das Geheimnis dahinter lautet: Wer sich selber sabotiert, der will eigentlich gar nicht erfolgreich sein! Interessant dabei ist nun natürlich: Und warum will er das eigentlich gar nicht, obwohl er doch genau das vorzuhaben glaubt???

Dazu müssen wir erkennen: Selbstsabotage ist nur ein Symptom, aber nicht die Ursache. Das heißt, wir können uns jetzt lebenslang mit der Aufdeckung, der Benennung und Herkunft von verschiedensten Spielarten der Selbstsabotage beschäftigen und kommen der Lösung unserer Blockaden doch keinen Millimeter näher. Wir müssen wissen: Selbstsabotage ist die Auswirkung eines inneren Widerstandes. Und wo kommt dieser Widerstand her??? Die Antwort auf diese Frage ist vielschichtig und absolut individuell. Ein paar Gesetzmäßigkeiten kann man jedoch festlegen: Widerstand tritt immer dann auf, „wenn nicht alle Teilnehmer eines Teams im selben Boot sitzen und in die gleiche Richtung blicken. Das gilt für weltliche Teams genauso wie für „Innere Teams (siehe: Friedemann Schulz von Thun „Miteinander Reden, Teil 3"). Wenn in unserem „Inneren Team die Stimme eines Angsthasen hockt und von grausamen Weltuntergangsfantasien faselt, dann wird er so lange alles blockieren, bis er angehört und ganzheitlich beruhigt wurde. Wir müssen uns mit allen Aspekten unseres Selbst versöhnen! Solche inneren Nörgelstimmen holt man sich nur dadurch auf die Seite der zuversichtlichen Macher, indem man dann das Tempo drosselt und/oder die Schritte verkleinert. So weit verkleinert, bis sie keine Angst mehr machen. Dieser kleine Angsthase braucht Sicherheit! Und das ist auch gut so, denn das ist unser evolutionäres Programm der vorausahnenden Gefahrenvermeidung: Veränderungen machen Probleme – Probleme machen Angst – Angst heißt, es gibt eine Bedrohung – Bedrohungen können ganz schnell tödlich ausgehen! Man bedenke nur mal: Unser Höhlen-Urahn veränderte seinen Status von „in-der-Höhle-am-Feuer-rumhocken in „aus-der-Höhle-rauslatschen"… Und mit Pech war er dann sogleich eine Lebendfutterspende! Unsere Biologie hinkt uns einfach in mehrfacher Hinsicht ein paar Jahrtausende hinterher, so ist das nun einmal. Und die Angst vor Veränderungen hat uns, trotz eines Lebens voll schnellster Veränderungen, leider immer noch nicht verlassen. Dass der Wechsel der präferierten Eissorte nicht konsequent lebensbedrohliche Konsequenzen hat, das wissen wir zwar, trotzdem fühlen wir uns oft irgendwie auch ein bisschen unwohl dabei, jetzt einfach mal etwas ganz Neues zu wagen. Wer weiß schon, was dabei dann hinterher rauskommt …

Aber wie erwischt man nun diesen ängstlichen Störenfried? Man muss lernen, sich aufmerksam zuzuhören und auf seine „gemischten oder gar „widerstreitenden Gefühle zu achten … Irgendwo da stiftet er seine Unruhe. Wenn er hörbar ist, dann meistens mit folgender Textbeilage: „Ja, aber …!!!" Das ist ein untrügliches Zeichen für einen höchst aktiven Widerstand. Man meint, man habe es mit einem normalen dreidimensionalen Problemchen zu tun? Man kann es aber einfach nicht auflösen, weil von irgendwoher immer ein mehr oder weniger logischer Einwand kommt? Da hat jemand Angst und versucht, das heimlich unserem Gehirn als „rationale Bedenken" unterzuschieben! Das ist die Stelle, wo viele Erfolge einfach versterben. Weil wir gefangen sind in einem Labyrinth aus Widerständen, Widerworten, klugen Einwänden und nicht allzu klugen, aber dramatisch sehr gut inszenierten Einwänden aus unserem Inneren. Und all das, bevor wir den verdammten Pinsel überhaupt mal in der Hand gehabt haben, um unser Meisterwerk zu kreieren …!

Die größte Krux auf der Jagd nach dem Erfolg ist und bleibt jedoch der beschädigte oder mangelnde Selbstwert und die unzureichende oder gar fehlende Selbstliebe. Wenn wir nicht wissen und nicht formulieren können, wer wir sind und was wir wollen, dann sind wir überall zum Scheitern verurteilt, weil wir zum Spielball derer werden, die das nämlich ganz genau wissen. Wenn wir uns persönlich nicht erfolgreich fühlen (und das heißt: anerkannt, geliebt, zugehörig, positiv wirksam), dann werden wir auch nirgendwo anders im Leben Erfolg haben können. Das ist ein universelles Gesetz, auf das man sich immer verlassen kann. Warum es so todsicher funktioniert: Wenn die Festplatte einen Virus hat, haben auch alle darauf programmierten Anwendungen diesen Virus. Der Virus der mangelnden Selbstakzeptanz wirkt wie folgt: Wir suchen uns Projekte, in denen wir glänzen könnten, wenn sie überhaupt zu stemmen wären (was sie in aller Regel nicht sind), um uns, unserer Herkunftsfamilie und der Welt allgemein zu beweisen, dass wir doch wer sind und dass wir doch was können! Endlich doch noch manuell nachlegitimiert als „normal und „o.k.. Das sind leider sogenannte „toxische Motive: Sie scheinen einem Sachzwang zu folgen, haben es aber in Wirklichkeit nur auf Anerkennung, Selbstwertkorrektur, Heilung und Wiedergutmachung abgesehen. Es handelt sich um ein „Kompensationsprojekt. Und das bedeutet glashart: Der Sprit wird in den falschen Tank gefüllt und das arme Projekt verhungert …

Ein schwerer Denkfehler auf dem Weg zum Erfolg ist außerdem der in Deutschland verbreitete Irrglaube, dass man nur dann brillant sein kann, wenn man sich auch brillant und „super-duper-gut" fühlt. Seien wir doch auch mal realistisch zur Abwechslung und fragen uns: Wann ist das denn bitte schon mal der Fall? In aller Regel doch nur im Anfangsschub einer vermeintlich genialen Idee. Ein euphorischer Zustand, der einer Verliebtheit nicht ganz unähnlich ist: beschleunigter Puls, Gedankenrasen, Benebeltheit, leichte Besessenheitsgefühle. Dann kommt die Realität, und sobald die ersten Hürden auftauchen, hängt das Köpfchen doch ganz schnell wieder runter, oder? Man kann so nicht weitermachen, weil man sich so uninspiriert und derangiert fühlt. Morgen. Übermorgen. Nächste Woche. Nächsten Monat. Ostern … Tja.

Alles in allem ist das vielleicht der größte GAU überhaupt, denn wir haben wahrscheinlich vorher niemanden gecastet, der uns dabei hilft, das Formtief zu ignorieren, weiter an die Idee (und an uns!) zu glauben und einfach weiterzumachen. Wir glauben: Wenn wir uns schlecht mit unserer Idee fühlen, dann liegt das unzweifelhaft nur daran, dass die Idee schlecht ist und wahrscheinlich wir selber auch! Merke: Triff niemals eine Entscheidung, wenn Du Dich nicht gut fühlst. Mach einfach nur weiter. Das ist übrigens ein Geheimnis, das die Erfolgreichen von den Erfolglosen unterscheidet: Die Erfolglosen haben aufgegeben, wenn sie sich nicht mehr gut mit ihrer Idee fühlten. Die Erfolgreichen haben einfach weitergemacht, so lange, bis sie sich wieder gut fühlten.

Es ist wichtig, Erfolge nicht alleine zu planen und nicht alleine durchziehen zu wollen. Ohne Mannschaft in den Kulissen sind wir schnell verloren. Selbst die größten Revolutionäre waren nicht alleine: weder Jesus Christus noch Che Guevara oder Christoph Kolumbus! Viele von uns nutzen nicht die Kraft von Teams, von Freunden oder der Familie oder auch der von ausgebildeten, externen Unterstützern und Beratern.

Es ist zum Beispiel meine Berufung, diese Lücke für Sie zu schließen, Ihnen zu helfen, Ihre Sabotagemechanismen auszuhebeln, Sie dabei zu unterstützen, herauszufinden, was Sie eigentlich wirklich wollen, und Sie dann dazu zu bringen, auch wirklich den Erfolg zu haben, den Sie schon immer verdienen!

Über den Erfolg

ERFOLG = „Das Erreichen selbstgesteckter Ziele"

Ich habe Euch kollektiv unbekannterweise geduzt, jedoch gemeint ist diese Anrede wie das britische respektvoll-höfliche YOU. Unter Freunden spricht es sich oft einfach leichter, wenn man sich duzen darf – nicht wahr?

Natürlich erreicht man sowieso nichts, wenn man gar nicht erst losgegangen ist und vorsichtshalber auch gar nicht erst auf etwas Bestimmtes abzielte … Komischerweise schaffen wir es aber dennoch, uns dann trotzdem damit „erfolglos" zu fühlen. Wir haben wohl oft damit gerechnet, dass sich unterwegs was Passendes ergeben würde und dass wir dann nebenbei irgendwas Nettes erreichen könnten. Ganz ohne das Risiko eines Plans und des möglichen Scheiterns, wohlgemerkt! Irgendwann sind wir dann schließlich total enttäuscht von uns selber, weil wir es gar nicht erst gewagt hatten, mal irgendwas zu wollen … Das ist schon mal ein guter Grundstein für latente Depressionen, Sinnkrisen, diätophobes Übergewicht, Schulden, Selbstwertverlust und ausgedehnte Midlife-Crisis …

Trotzdem kann hier ein findiger Therapeut immer noch schnell den Hebel finden und Euch dann wieder voll auf die Startbahn „Richtung Erfolg" verhelfen. Wollt Ihr das etwa?! Ist Euch denn überhaupt klar, was das dann bedeutet?! Erfolg heißt: richtig gut zu investieren. Und Investitionen verpflichten bekanntermaßen. Verlorene oder versenkte Investitionen aller Art können einen übrigens jahrelang, manchmal sogar lebenslang, komplett von der Erfolgsbahn radieren. Und man hat immer eine gute Ausrede zur Hand: seine Depressionen! Es ist ganz logisch, denn wir alle sind ressourcenabhängig, und das heißt: Wir brauchen ein Repayment – einen angemessenen Tauschwert für unsere Investitionen. Sonst fühlen wir uns erst betrogen, dann sinnentfremdet und schließlich ausgebrannt.

Die große Gefahr gelungener Investitionen ist jedoch auch jedem klar: Wer einmal Erfolg hatte, wird aller Wahrscheinlichkeit nach süchtig davon und will dann 1. den Erfolg behalten und 2. immer mehr davon! Eine Schleife blinder Betriebsamkeit, blinden Strebertums und permanenter Verlustangst setzt ein. Der Erfolg, so wie wir ihn heutzutage benutzen, ist ja komplett vom Außen her beantwortet (mit Geld, Machtzuwachs und Ruhm). Das heißt: Unser Erfolg macht uns zum Sklaven eines so launischen, wie auch vergesslichen Publikums. Die da draußen sagen, was sie haben wollen, und wir versuchen dann halt, die richtige Mischung für deren momentanen Geschmack herzustellen. Viele Überlegungen, wie großer Erfolg funktioniert, hat es schon gegeben, eigentlich bleibt davon nur eine einzige brauchbare Erkenntnis: „Eine Idee, dessen Zeit gekommen ist, ist durch nichts aufzuhalten!"

Und die glücklichen Erfolgreichen haben diesen unterirdischen Gesellschafts-Stream, diese Zeitgeistquelle zufällig dann mal angestochen. Dafür spricht, dass die meisten Erfolgreichen berichten, „von der plötzlich herausschießenden Welle des Erfolgs selber vollkommen überspült worden zu sein … Sie hatten doch eigentlich nur mal … Wer konnte denn so was ahnen??" Weil nämlich der launische Publikumsgeschmack sich zwar permanent im Untergrund entwickelt, aber erst dann offen anspringt, wenn er eine passende Resonanz im Außen findet. Das kann ein Song von Madonna sein, ein iPhone, ein Facebook-Account, ein Band von Harry Potter, eine Designerjeans oder eine Zigarettenmarke. Es ist etwas, über das sich das Publikum in ihrem aktuellen Zeitgeist identifizieren, angleichen und ausdrücken kann.

So, nun stelle man sich aber nur mal vor, unsere Madonna habe plötzlich keine Lust mehr auf blonde Haare … Sich in so einer Position des Welteigentums das Platinblond einfach rauswachsen zu lassen, kann man dann aber mal vergessen. Denn wenn unsere Madonna jetzt eine andere Haarfarbe will, benötigt sie aber auch eine Änderung, in der Philosophie und in der Stilrichtung. Ansonsten kauft das Publikum ihr die Veränderung nicht ab und wird sie prompt fallen lassen. Einfach, weil sie 1. nicht mehr „unsere Madonna" ist und 2. sie dabei dann auch nichts Neues bringt. Großer einseitiger Erfolg ist irgendwann immer unverbrüchlich mit dem Aussehen und dem Auftreten der Person verbunden. Der Star wird zum Symbol seines eigenen Erfolges und zugleich sein Sklave und Schatten. Die Person verschwindet quasi hinter der Leuchtkraft des Symbols, das überhaupt erst den Erfolg geschaffen hat. Viele tragische Geschichten gibt es, in denen das Symbol die eigentliche Person dahinter schließlich vollkommen verschlang. Denn das Publikum lässt ein geliebtes Symbol nicht mehr los, egal, wie sehr der Protagonist dahinter auch strampeln mag! Um die vierzig herum scheinen viele Menschen diese Art der Selbstgeißelung dann nicht mehr zu ertragen und brechen schließlich aus. Marylin Monroe versuchte sich vergeblich, in die ernste Schiene zu verlegen und das dumme Blondinenimage abzustreifen. Sie überlebte die Metamorphose nicht und tötete sich schließlich selber. Prinzessin Di sattelte auf Charity-Queen und Popprinzessin um und machte mit ihrer privaten Flucht in die Öffentlichkeit die Gier nach intimen Einblicken nur noch schlimmer. Romy Schneider litt „unter dieser verdammten Kaiserin, die wie Zuckerwatte an mir klebt …!, schaffte den Sprung in die ernste Schiene auch nicht und ging schließlich in den Freitod. Ihr folgte Sylvia Seidel, die aus dem jugendlichen Schatten der Ballettmaus „Anna nicht mehr heraustreten konnte. Losgelassen hat das Publikum, trotz des Todes ihrer Stars, bis heute keines ihrer vielen, tragischen Symbole – egal, wofür die Inhaber eigentlich selber hatten stehen wollen …

Nur zwei Extremfälle bringen das Publikum zum Loslassen. Erster Extremfall: Veränderungen ohne Verbesserungen. Wie zum Beispiel Prince und Vaya con Dios, die sich so lange umbenannten, bis keiner mehr durchblickte. Oder Gloria von Thurn und Taxis, die Berühmtheit durch ihre unbedachten verbalen Schnaxeleien sowie ihr schräges Outfit erlangte – und die mit Pottschnitt und Perlenkette keine müde Schlagzeile mehr wert ist. Der zweite Extremfall endet oft tragisch: mit Misserfolg. Rex Gildo realisierte erst in den Neunzigern, dass er kein Comeback hatte, sondern dass die Leute ihn auslachten – und stürzte sich in den Tod. Ebenfalls ein Ende setzte sich einer der beiden Brüder von Milli Vanilli, der den Spott nicht ertrug. Als bei einem Auftritt nämlich das Playback hängen blieb, wurde allen klar, dass da mal wieder Frank Farian trällerte und die süßen Jungs einfach nur gut zucken konnten. Man kann es nun natürlich auch übertreiben mit

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