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Die Liebe des Ulanen. Lieferung 5: Ein Abenteuerroman aus der Zeit des deutsch-französischen Krieges

Die Liebe des Ulanen. Lieferung 5: Ein Abenteuerroman aus der Zeit des deutsch-französischen Krieges

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Die Liebe des Ulanen. Lieferung 5: Ein Abenteuerroman aus der Zeit des deutsch-französischen Krieges

Länge:
62 Seiten
53 Minuten
Herausgeber:
Freigegeben:
Jun 11, 2015
ISBN:
9783738613063
Format:
Buch

Beschreibung

Die sogenannten "Münchmeyer"-Romane, fünf Fortsetzungsromane, die der Schriftsteller Karl May zwischen 1882 und 1888 für den Dresdner Verlag H. G. Münchmeyer verfasste, gelten allgemein als Tiefpunkt von Mays Schaffen. Dennoch handelt es sich um hochinteressante Zeitdokumente. -

"Die Liebe des Ulanen. Ein Original-Roman aus der Zeit des deutsch-französischen Krieges" wurde zwischen September 1883 bis Oktober 1885 in 107 Lieferungen und 1.724 Seiten in der Zeitschrift "Deutscher Wanderer" veröffentlicht. Bei der vorliegenden Bearbeitung handelt es sich um eine freie Nacherzählung. Sie überträgt den Text in aktuelles Deutsch und moderne Rechtschreibung, behält aber den ursprünglichen Aufbau in wöchentlichen Lieferungen und, wo immer möglich, die von May gewählte inhaltliche Struktur bei. -

Der Original-Text ist nachzulesen auf den Webseiten der Karl-May-Gesellschaft oder beim Projekt Gutenberg.
Herausgeber:
Freigegeben:
Jun 11, 2015
ISBN:
9783738613063
Format:
Buch

Über den Autor

Karl May, geb. am 25. Februar 1842 als fünftes Kind des Webers Heinrich May und dessen Ehefrau Wilhelmine im sächsischen Hohenstein-Ernstthal. Bitterarme Kindheit und Jugend. Ausbildung zum Volksschullehrer. Konflikte mit dem Gesetz, Gefängnisaufenthalte. Triviale Kolportageromane. Bestsellerautor. In Nordamerika, dem Orient und Mexiko spielende abenteuerliche Reiseerzählungen. Volksschriftsteller. Bekannt und beliebt seine Helden Old Shatterhand, Winnetou, Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar. Prozesse wegen Anschuldigungen, er sei ein »Geborener Verbrecher«, »Verderber der Jugend«, seine Werke »Schund« und enthielten »Plagiate«. Im anerkannten Alterswerk zugleich allegorisch verschlüsselte Menschheitsfragen. Leidenschaftlicher Pazifist: »Wie man den Krieg führt, das weiß jedermann; wie man den Frieden führt, das weiß kein Mensch. Ihr habt stehende Heere für den Krieg, die jährlich viele Milliarden kosten. Wo habt ihr eure stehenden Heere für den Frieden, die keinen einzigen Para kosten, sondern Milliarden einbringen würden?« (Ardistan und Dschinnistan I, S. 16) Am 30. März 1912 stirbt May in Radebeul bei Dresden. [Detaillierter Lebenslauf siehe Joerg K. Sommermeyer, Ardistan und Dschinnistan II, Nachwort, S. 297 ff., OrSyTa 32020, KAR 9, Orlando Syrg, Berlin und Lahnstein 2020]


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Inhaltsverzeichnis

Die Liebe des Ulanen. Lieferung 5

Impressum

Die Liebe des Ulanen. Lieferung 5

Müller gönnte sich dieses wonnige Gefühl für einige Sekunden, ehe er sich zu einer Antwort durchrang.

»Ich danke Ihnen für Ihre Güte, Mademoiselle! Als Mann von Ehre hatte ich den Obersten zu fordern, aber er ist der Gast des Hauses, dessen Diener ich gegenwärtig bin.«

»Das tut nichts zur Sache«, sagte sie in sehr bestimmtem Ton. »Kennen Sie den Großpapa?«

Zu gut, viel zu gut, viel besser, als ich wollte! - Aber das konnte Müller natürlich nicht sagen. »Das ist nach so kurzer Zeit noch kaum möglich.«

»Wobei ich Ihnen anhöre, dass Sie sich schon eine Meinung von ihm gebildet haben – und wie sollten Sie auch nicht. Lassen Sie mich Ihnen nur sagen, dass mein Großvater selbst ein leidenschaftlicher Fechter und Schütze ist. Einem Kampf zuzusehen, ist seine liebste Passion. Hätten Sie den Obersten gefordert, so hätte Großpapa Ihnen das gewiss nicht übel genommen. Ich bin im Gegenteil überzeugt, dass er fest damit gerechnet hatte und Ihnen von Herzen gern sekundiert – o, mein Gott!«

Dieser Ruf galt einem besonders grellen Blitz, der, fast zeitgleich begleitet von einem gewaltigen Donnerschlag, das ganze Felsengewirr vor dem Turm taghell erleuchtete. Der Blitz musste in unmittelbarer Nähe niedergefahren sein, vielleicht in einen der Fischteiche im nächsten Dorf. Und in seinem Licht war deutlich eine hohe, weiße Gestalt zu erkennen gewesen, die sich dem Turm näherte. Selbst als der Blitz erloschen war, sah man den langen weißen Fleck durch das Dunkel immer näher kommen, langsam, mit Bewegungen von unwirklicher Erhabenheit und ohne jede Hast inmitten des strömenden Regens, als sei diese Gestalt tatsächlich ein überirdisches Wesen, dem die elementaren Gewalten der Erde nichts anzuhaben vermochten.

Marion war bis in die Mitte des Turms zurückgewichen, jetzt fasste sie voll Entsetzen nach Müllers Arm.

»Liama, der Geist meiner Mutter!« Sie starrte hinaus in den Regen mit einem Ausdruck tiefsten Grauens im schönen Gesicht, drängte sich in den schmalen Raum hinter der Treppe und zog Müller mit sich. Von dort konnte dieser den vermeintlichen Geist kaum noch sehen, aber wenn er um die Ecke lugte, glaubte er doch zu erahnen, wie etwas Weißes durch und über die Felsen schwebte, immer näher, genau auf den Turm zu, und es kam aus der Gegend des Grabs. Müller hielt sich wahrlich nicht für abergläubisch, konnte sich aber dem Eindruck, den dieses Wesen auf ihn machte, doch nicht völlig entziehen.

Und nun gar Marion! Soeben war sie noch eine selbstbewusste junge Frau gewesen, doch nun wurde sie in einem Wimpernschlag wieder zum Kind, zu einem ängstlich weinenden Mädchen, das um die tote Mutter klagte. Wie alt mochte sie gewesen sein, als ihre Mutter starb? Sie schmiegte sich fester und fester an Müller, bebend am ganzen Körper, so eng, dass er unwillkürlich den Arm um sie legte. Sie schien es gar nicht zu bemerken. Und als die unheimliche Gestalt jetzt den Eingang erreicht hatte, wendete sie sich ab, presste die Augen zusammen und barg den Kopf an Müllers Brust.

Unter diesen Umständen konnte Müller seinen ursprünglichen Plan, das vermeintliche Gespenst aufzuhalten und anzusprechen, nicht verfolgen. Oder vielleicht hätte er es gekonnt, hätte er die Baronesse von sich geschoben und wäre hinter der Treppe hervor getreten.

Aber so dringend war die Klärung dieser Frage wohl auch wieder nicht.

Unter der Tür wendete sich die Erscheinung um, so dass sie zurück zum Wald blickte, erhob beide Arme und rief mit tiefer, klangvoller Stimme:

»Allah, ia Allah! Im Namen des allbarmherzigen Gottes! Lob und Preis dem Weltenherrn, dem Allerbarmer, der da herrschet am Tage des Gerichts.« So viel konnte Müller verstehen, dann verließen ihn die wenigen Arabisch-Kenntnisse, die er den Büchern seines Vaters entnommen hatte. Die Gestalt ließ die Arme sinken, betete jedoch weiter, bis sie mit einem letzten »Allah, ia Allah, akbar Allah!« dem Wald den Rücken zuwendete und tiefer ins Turmgemach trat, ohne die verängstigten Lauscher dort zu bemerken. Mit unhörbaren Schritten glitt sie die Stufen hinauf, die Müller und Fritz vor wenigen Minuten erst solche Schwierigkeiten bereitet hatten, und verschwand im oberen Stockwerk.

Und als ob ihre Worte Wunderkräfte besäßen, zuckte ein letzter Blitz vom Himmel, ein fürchterlicher Donnerschlag erscholl, und dann ward es still. Der Regen goss noch eine Minute lang hernieder, dann wurde er dünner und hörte auf. Die Helligkeit des Tages kehrte zurück. - War die fremdartige Erscheinung noch immer im oberen Teil

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