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Moabiter Sonette

Moabiter Sonette

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Moabiter Sonette

Länge:
86 Seiten
29 Minuten
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 6, 2015
ISBN:
9783738618587
Format:
Buch

Beschreibung

Haushofer wurde in Berlin-Moabit von einem Kommando der SS ermordet. In seiner Manteltasche wurden Gedichte gefunden, die er während seiner Haft geschrieben hatte und die später unter dem Titel „Moabiter Sonette“ veröffentlicht wurden.
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 6, 2015
ISBN:
9783738618587
Format:
Buch

Über den Autor

Albrecht Georg Haushofer (7. Januar 1903 bis 23. April 1945) schrieb auch unter den Pseudonymen Jürgen Dax und Jörg Werdenfels. Er war ein deutscher Geograph, Diplomat, Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.


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Buchvorschau

Moabiter Sonette - Albrecht Haushofer

Inhaltsverzeichnis

IN FESSELN

NÄCHTLICHE BOTSCHAFT

TIBETISCHES GEHEIMNIS

WELLENRUFE

AN DER SCHWELLE

DER SCHIERLINGSBECHER

BARBARENTUM

RUNDMARSCH DER GEFANGENEN

DIE WÄCHTER

GERÄUSCHE

SILVESTERSEGEN

LAWINEN

MASCHINENSKLAVEN

QUI RESURREXIT

OM MANI PADME HUM

SPATZEN

DIE MÜCKE

GEIGENSPIEL

BEETHOVEN

FIDELIO

GEFÄHRTEN

HEIMAT

ACHERON

OLYMPISCHES FEST

VISION DER FACKEL

ARENA

DIE TIGER-AFFEN

ASTI SPUMANTE

DER FREUND

MUTTER

DER SCHWANENRING

PARTNACHALM

ABSCHIED

HONIG

DER ARZT

DER BRUDER

DER VATER

SCHULD

VERHÄNGNIS

RATTENZUG

DIE GROSSE FLUT

VERBRANNTE BÜCHER

ALEXANDRIEN

GOTTVERTRAUEN

UNTERGANG

DIE GROSSEN TOTEN

DAS ERBE

WANDLUNG

ENTFESSELUNG

NEMESIS

DEM ENDE ZU

NACHBARN

MYTHOS

SESENHEIM

MEMPHIS

KÖNIG AMENEMHAT

PAIDEIA

WISSEN

KASSANDRO

DIE BEIDEN FRÖSCHE

PERSISCHE LEGENDE

KARDINAL BALUE

BOETHIUS

SIR THOMAS MORE

BHAGAVADGITA

FRITJOF NANSEN

ALBERT SCHWEITZER

MIYAJIMA

KOSMOS

OMAR KHAJJAM

DER FASAN

PAOLO E FRANCESCA

TRAUMGESICHT

KAMI

WAHRSAGE

WIND VOM MEER

JAN MAYEN

VAL TUOI

ZEIT

adlima - Die grüne Reihe

Impressum

IN FESSELN

Für den, der nächtlich in ihr schlafen soll,

so kahl die Zelle schien, so reich an Leben

sind ihre Wände. Schuld und Schicksal weben

mit grauen Schleiern ihr Gewölbe voll.

Von allem Leid, das diesen Bau erfüllt,

ist unter Mauerwerk und Eisengittern

ein Hauch lebendig, ein geheimes Zittern,

das andrer Seelen tiefe Not enthüllt.

Ich bin der erste nicht in diesem Raum,

in dessen Handgelenk die Fessel schneidet,

an dessen Gram sich fremder Wille weidet.

Der Schlaf wird Wachen wie das Wachen Traum. 

Indem ich lausche, spür’ ich durch die Wände

das Beben vieler brüderlicher Hände.

NÄCHTLICHE BOTSCHAFT

Noch andre Botschaft rieselt aus der Nacht

in meines Wesens kaum bewußte Schichten,

im Wellengang von Tönen und Gesichten

wird mir von Toten letzter Sinn gebracht.

Zu deuten das Gefühlte, bleibt versagt.

Die Toten rufen uns auf eigne Weise

mit Klängen wie von einer Sternenreise –

nur eines weiß ich, da der Morgen tagt.

So wenig in den stoffgebundnen Reichen,

seit Schöpfertum im Sonnenkreis begann,

ein Körnchen Staub verlorengehen kann,

so wenig darf ein Seelenhauch entweichen.

Wohin er weht, wenn er dem Leib entflieht –

die Frage scheut, wer keine Grenze sieht.

TIBETISCHES GEHEIMNIS

In jenem Land, wo klare Winterstürme

die höchsten Gipfel dieser Welt umwehn,

soll man auf seltne Künste sich verstehn,

geborgen in den Schutz der Klostertürme.

Die Weisesten der Weisen leben dort,

in Zellen eingemauert, ihrem Denken.

Der Seele streng beherrschte Strahlung lenken

sie andern zu, gelöst von Zeit und Ort.

Was Fugenspiel und Symphonie dem Tauben,

was Rot und Grün dem Farbenblinden scheinen,

ist solche Kunst für stoffgebundnes Meinen.

Wo

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