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Sunny und der König von Hollywood: Sunny's Hollywoodstern - The Royal Edition

Sunny und der König von Hollywood: Sunny's Hollywoodstern - The Royal Edition

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Sunny und der König von Hollywood: Sunny's Hollywoodstern - The Royal Edition

Länge:
269 Seiten
4 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Jun 27, 2014
ISBN:
9783735729088
Format:
Buch

Beschreibung

Kennt Ihr den König von Hollywood oder vielleicht die singenden Hollywoodsterne? Nein? Dann solltet Ihr dieses Buch lesen. Diese royale Ausgabe beinhaltet wieder spannende Stories, die sich ganz sicher auch als Geschenk eignen. Es sind ausgewählte Geschichten, verrückte Begebenheiten, aber auch so manche nachdenkliche Story, in welcher sich vielleicht Groß und Klein wiederfinden mag. Kindergeschichten oder nicht, diese Stories sind für jedermann! Also, kommt ganz einfach mit ins Land der Illusionen, in die Welt der Märchen, in Sunnys geheimnisvolles Königreich und lasst Euch so richtig verzaubern vom Märchenerzähler von Hollywood!
Herausgeber:
Freigegeben:
Jun 27, 2014
ISBN:
9783735729088
Format:
Buch

Über den Autor

Nick schreibt schon seit vielen Jahren. Waren es anfangs unzählige Gedichte, kamen später auch dutzende Kindergeschichten und Fantasy-Stories hinzu. Das Leben liegt auf der Straße, so sieht Nick die Welt. Von großartigem Theater hält er nichts - er schreibt lieber im Verborgenen. Man muss die Augen offenhalten, dann findet man immer etwas. Doch man muss sensibel sein, um manch wundersame Kleinigkeit zu bemerken, so Nicks Devise. Die Stille macht‘s, dann kommen die Ideen wie von selbst. Und so ist alles, was Nick auf seinem Lebensweg entdeckt, -irgendwie- eine Geschichte oder auch ein Gedicht. Nicks Welt sind die Worte, die gesprochenen und die geschriebenen.


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Buchvorschau

Sunny und der König von Hollywood - Nick Living

Drive

Eine kleine Weihnachtsgeschichte

Der kleine Sunny aus Hollywood wusste mal wieder überhaupt nicht, wie es weitergehen sollte. Irgendetwas zwackte genau dort, wo sich seine Lunge befand und irgendwie schien auch der Kopf zu schmerzen. Seit dem Morgen fühlte sich der kleine Junge überdies schwächlich und ihm war ausgesprochen schwindelig, so wie es wirklich noch niemals war. Und ausgerechnet jetzt musste Weihnachten sein! Nein, so sollte es doch gar nicht sein, so konnte doch überhaupt nichts werden? Wieso in Gottes Namen zwickte und zwackte es überall? Seine Mami meinte, dass er sich mal wieder ein wenig mehr um seine Schulaufgaben kümmern sollte und vielleicht das eine oder andere bemerken möge, was da um ihn herum passierte. Wenn man immer nur an sich selbst denkt, sich andauernd um seine eigenen Sorgen dreht, sieht man gar nicht mehr, dass die Welt auch noch etwas anderes beherbergt.

Sunny sah das natürlich ein, doch als er so über einen kleinen Weihnachtmarkt an der „Fountain Ave" trödelte, kamen die Schmerzen mit unverminderter Härte wieder zurück.

Am Weihnachtsbaum, der in der Dämmerung magisch leuchtete und funkelte, blieb er stehen und beobachtete die vorüberlaufenden Leute. Sie schienen alle irgendein Ziel zu haben, kümmerten sich um ihre Einkäufe und dachten wohl gar nicht daran, wie traurig andere doch waren. Mit Tränen in den Augen setzte er sich auf eine etwas abgelegene Bank und stöhnte laut. Die Weihnachtssongs fand er einfach nur zum Weinen und ansonsten kam ihm die gesamte Welt vor, als sei sie stehengbleiben. Wie konnte denn so etwas nur geschehen? Hatte er vielleicht am Ende gar dieses neumodische Burn-Out-Syndrom? War er vielleicht krank und musste schleunigst ins Krankenhaus?

Plötzlich raschelte es neben ihm und ein Weihnachtsmann, derer gerade in diesen Tagen Dutzende in Hollywood unterwegs sein mochten, setzte sich ächzend neben ihn. Sunny fand das überhaupt nicht lustig, wollte er doch viel lieber allein sein und seine trübe Stimmung mit sich und dem Herrn ausmachen. Der Weihnachtsmann schien zunächst gar keine Notiz von ihm zu nehmen und kramte ewig lange in seinem großen dunkelbraunen Jutesack herum. Dann zog er eine feuerrote Feierwehr hervor, hielt sie hoch und lachte laut. „Ha!, rief er dann, „Da ist sie ja! Toll, nicht? Sunny wusste gar nicht, wie er reagieren sollte und drehte sich weg. Der Weihnachtsmann jedoch ließ sich davon nicht beirren, stellte die Feuerwehr neben Sunny und hustete dann recht laut. Instinktiv rutschte Sunny ein wenig von dem vermeintlichen Weihnachtsmann weg, wollte so demonstrieren, dass er einfach nicht gestört werden wollte, und zwar von niemandem, nicht einmal vom Weihnachtsmann, der ja sowieso gar kein echter war. Der Missachtete aber schaute lange zu seinem kleinen unwirschen Nachbarn auf der Bank und sagte dann: „Hast wohl schlechte Laune, was? Aber macht ja nichts. Ich habe gute und irgendwo in der Mitte müssten wir es doch zusammen aushalten, meinst du nicht? Sunny war das ganze mehr als unangenehm, und das komische Gerede des Weihnachtsmannes sollte ihn eigentlich zum Schmunzeln veranlassen, aber da war die schlechte Laune, dieses ewige Zwacken am ganzen Leibe, das ihn einfach nicht gutgelaunt sein ließ. Und so gab er sich seinen bohrenden Gefühlen hin und sagte gar nichts. Der Weihnachtsmann aber meinte nur: „Ich sehe, wir verstehen uns blendend. Aber sag mal, wie findest du diesen Weihnachtsbaum dort drüben? Ist der nicht schief und krumm und irgendwie überhaupt nicht schön? Hätten die von der Stadt nicht etwas Besseres dort hinsetzen können? Na ja, die können es eben nicht! Eine Schande, findest du nicht auch? Eine Weile blieb es ruhig, nachdem der Weihnachtsmann das gesagt hatte und dann drehte sich Sunny doch noch zu ihm, zog ein vorwurfsvolle Gesucht und meinte zickig: „Das finde ich aber nicht! Ich finde den Baum wunderschön und er sieht auch richtig weihnachtlich aus! Nein, die Stadt hat wirklich einen schönen Weihnachtsbaum dort hingestellt, ja, das finde ich! Der Weihnachtsmann schob seine runde Nickelbrille auf die Nase und schaute schweigend zu dem kleinen Sunny neben sich. Dann strich er sich durch seinen langen weißen Bart und sagte leise: „Aha, findest du! Na dann will ich mal nichts sagen! Sunny rutschte ein kleines Stückchen an den Weihnachtsmann heran und fand ihn ganz plötzlich gar nicht mehr so albern wie eben noch. Und weil auch seine Laune angesichts des schönen Weihnachtsbaumes wieder etwas besser wurde, sagte er schließlich: „Ja, ich finde das! Aber heute ist alles irgendwie blöd. Es zwickt und zwackt überall, und da kann ich halt nicht lachen. Doch den Baum finde ich schön, und das bleibt auch so! Wieder schaute der Weihnachtsmann über seine Nickelbrille und schmunzelte ein wenig, aber nur ein ganz kleines bisschen. Dann meinte er: „Ach mach dir nichts draus. Bei mir zwickt und zwackt es auch manchmal, und glaube mir, ich bin viel älter als du, da zwickt es viel mehr und viel öfter. Aber ich sag mir dann: Ich lebe und ich lebe gern auf dieser einzigartigen Welt. Denn die ist schön, sehr schön sogar. Ich darf die Menschen um mich herum erleben, die Vögel sehen, und auch den Schnee, wenn Winter ist. Und dann darf ich den Weihnachtsbaum sehen, auch, wenn er krumm ist. Aber ich finde es schön. Ich finde gut, dass ich mit dir hier reden kann. Findest du das nicht auch? Sunny schaute zu dem Weihnachtsmann da neben sich und fand ihn immer sympathischer. Er wusste ja auch, dass die Welt wirklich wunderbar war und dass er sich an allem freuen konnte, was es so gab. Und das Zwacken, das verging auch mal wieder, das wusste er genau! Ja, und alles um ihn herum, waren das nicht alles irgendwie kleine Wunder? Wunder, die er sehen und erleben konnte, wie er es wollte? Wie er das so dachte, rannen plötzlich dicke Tränen über seine Wangen und er musste sich das Gesicht abwischen. Leider hatte er mal wieder kein Taschentuch dabei, aber der Weihnachtmann konnte aushelfen. Schnell zog er ein Taschentuch hervor und gab es dem schluchzenden Sunny. Der wischte sich damit die Tränen aus dem Gesicht und sagte mit bebender Stimme: „Ja, alles hier sind kleine Wunder, die wir viel zu wenig zur Kenntnis nehmen. Ich glaube du hast recht, Weihnachtsmann. Ich glaube auch, dass ich mehr an all das denken muss, als immer nur an mein Zwacken. Denn es ist so schön, dass ich lebe und all das hier auf Erden sehen kann und auch darf. Ich finde, ich muss mehr DANKE sagen. Der Weihnachtsmann schaute den kleinen Jungen da neben sich mit einem großen und einem zwinkernden Auge an und meinte dann: „Ja, wenn du das selbst weißt, dann ist es doch gut. Mehr ist´s ja auch nicht, du musst einfach leben, dann wird es immer gut, glaube mir. Weißt du, dein Papa könnte es dir ebenfalls sagen, denn er weiß das auch, und deine Mami auch und all die vielen Leute die du kennst wissen das, auch deine Lehrerin Mrs. Simms. Beim letzten Wort musste er niesen und Sunny lachte aus voller Kehle. Aber dann wurde er wieder ernst, denn woher wusste dieser Weihnachtsmann, der ihn eigentlich gar nicht kannte, wie seine Lehrerin hieß? Das konnte er ja gar nicht wissen. Und wie er so nachdachte, nahm der Weihnachtsmann die feuerrote Feuerwehr und drückte sie Sunny in die Hände. „Hier, das ist jetzt dein Weihnachtsgeschenk! Freu dich dran, es ist nur führ dich! Sunny hielt die Feuerwehr in seinen Händen und wusste gar nicht, was er sagen sollte. Eben noch wollte er sich erkundigen, woher er Mrs. Simms kannte und nun? Solch eine Feuerwehr hatte sich Sunny wirklich immer gewünscht und doch nie bekommen. Eigentlich wussten nur sein Papa, und seine Mami von diesem heimlichen Wunsch. Vielleicht hatten die es dem Weihnachtsmann gesagt, aber woher kannten sie ihn nur? Wie ging das alles überhaupt zusammen? Das war schon ziemlich merkwürdig! Sunny konnte sich gar nicht sattsehen an der kleinen Feuerwehr. Er war regelrecht vertieft in das tolle Ding, und als er wieder aufschaute und sich beim Weihnachtsmann bedanken wollte, war der Platz neben ihm leer. Ein wenig irritiert schaute sich der kleine Junge um, wollte schon wieder traurig und mutlos werden, da vernahm er deutlich die warmherzige Stimme des Weihnachtsmannes: „Sei nicht traurig und fürchte dich nicht. Ich bin da, wenn du nur an mich glaubst. Und denk immer dran – nur ja nicht soviel jammern, lebe kleiner Mann, lebe! Denn das Leben ist einzigartig und es ist wunderschön. Frohe Weihnachten Sunny! Sunny konnte es nicht glauben, schaute sich nach allen Seiten um, doch da war keiner. Aber diese Stimme, war sie nicht real und gleich neben ihm? Und woher um alles in der Welt kannte dieser sonderbare Weihnachtsmann seinen Namen-was ging hier nur vor? Weil er es sich einfach nicht erklären konnte, wurde er sehr traurig. Aber da, wie aus dem Nichts kam sein Papa hinter dem Weihnachtsbaum hervor und lief zielgerichtet auf seinen kleinen Sohn zu. Die beiden waren überglücklich, sich an diesem wundersamen Ort getroffen zu haben, auf diesem mysteriösen Weihnachtsmarkt der Träume. Sunny erzählte von seinem Erlebnis und auch, dass er an diesem Tage schlecht gelaunt war und gar nicht so optimistisch. Der Papa betrachtete sich seinen kleinen Sohn und meinte dann, dass der Weihnachtsmann schon recht hatte, wenn er meinte, dass man einfach nur leben sollte. Woher er aber Sunnys Namen kannte und von dessen Wunsch wusste, ein Feuerwehrauto zu bekommen, konnte er auch nicht sagen.

Und schließlich sagte mit einem gewissen unheimlichen Unterton, den Sunny noch tagelang beschäftigte:

„Ich war´s nicht, sondern ER,

der richtige Weihnachtsmann"

Das Attentat

Der kleine Sunny aus Hollywood interessierte sich neuerdings sehr für das Militär. Er wollte zu den „Marines und suchte nach allen möglichen und unmöglichen Informationen, die er hierzu nur finden konnte. Er ließ es sich auch nicht mehr ausreden und war doch noch viel zu klein, um bei den Soldaten seinen Dienst tun zu können. Allerdings wusste er genau, wenn er groß wäre, dann würde er auf jeden Fall sein Vaterland bei den „Marines verteidigen, ganz bestimmt. Auch seine Mami fand, das er sich das alles noch einmal überlegen möge, immerhin war ja wirklich noch sehr viel Zeit, und es würde sich ganz bestimmt noch sehr viel ereignen, um den kleinen Jungen von einem zu ihm passenden Beruf zu überzeugen.

Es schien jedoch so, als habe sein Schicksal diesen Satz gehört, denn was sich an den folgenden Tagen ereignete, schien tatsächlich Sunnys beruflichen Weg in einer ganz bestimmten Weise vorzuzeichnen.

Wie er eines schönen Tages so über den „Sunset Boulevard" schlenderte, fiel ihm auf, dass nicht weit von ihm entfernt eine lange schwarze Limousine am Straßenrande hielt. Ein dicker Mann, um den unzählige schwarz gekleidete Bodyguards herumsprangen, stieg aus dem Wagen und lief schnurstracks in ein kleines Gebäude hinein. Sunny fand das interessant, wollte sich die schwarze Limousine genauer ansehen und wollte auch die schwarz gekleideten Leibwächter von der Nähe betrachten.

Als er jedoch vor dem recht unscheinbaren Gebäude stand, war da nichts, außer diesem schwarzen Auto. Die Scheiben waren so dunkel und verspiegelt, dass er nicht in das Innere schauen konnte und von den Bewachern fehlte jede Spur. Neugierig schlich er um das Gebäude herum und stand alsbald vor einem Hintereingang, der natürlich verschlossen war. Auf der kleinen Wiese gleich neben dem Eingang stand eine hölzerne Bank, auf die er sich setzte, um beim Warten ein bisschen in die Sonne zu schauen und vielleicht sogar ein wenig zu träumen. Es war wirklich sehr angenehm und die Sonne schien drückend warm vom Himmel herab. Langsam schwammen kleine weiße Wölkchen am Himmel entlang und Sunny träumte davon, wie er in einer schillernden Uniform durch die Lande zog und schließlich bei den „Marines" auf einem riesigen Kriegsschiff anheuerte, um das Land zu verteidigen. Wie er so träumte und wieder in den Himmel blinzelte, schien ihm, als wenn sich auf dem Dach des gegenüberliegenden Hauses etwas bewegt hätte. Eigentlich interessierte ihn das nicht, aber irgendetwas in ihm drängte ihn, diese Sache mal ein wenig zu beobachten. Er konnte es sich einfach nicht erklären, aber es war wie eine innere Macht, die ein gewisses Unbehagen in ihm auslöste. Vorsichtig erhob er sich und versteckte sich hinter einem dicken Baum. Und weil er etwas sehen wollte, ohne gleich entdeckt zu werden, holte er einen kleinen Spiegel aus seiner Hosentasche, in welcher sich so allerlei unbekannte Dinge befanden, und hielt ihn neben den Baumstamm. Auf diese Weise konnte er genauestens beobachten, was sich auf dem Dach so tat, ohne dass er gleich bemerkt würde. Plötzlich öffnete sich die Hintertür, die eben noch verschlossen war und der dicke Mann erschien. Hinter ihm liefen die schwarz gekleideten Männer und umringten ihn sofort. Kein Zweifel, Sunny hatte sich nicht geirrt, das musste eine Sicherheitstruppe sein, die den dicken Mann beschützte. Wieder schaute Sunny in den Spiegel, aber da war im Moment keiner. Der Dicke lief über die Wiese und blieb plötzlich stehen, offenbar hatte er Sunny bemerkt und dann tuschelte er etwas zu einem der Männer. Der kam schnurstracks zu Sunny und wollte ihn verjagen, aber da bemerkte der aufgeweckte Junge etwas Längliches auf dem Dach, das genau auf den Dicken und die Männer gerichtet wurde. In diesem Augenblick wusste Sunny, was es war und er rief laut zu den Männern, dass sie sich in Sicherheit bringen sollten, weil man offensichtlich eine Waffe auf sie richtete. Wie von der Tarantel gestochen sprangen die Leibwächter auf der Wiese herum, starrten auf den vermeintlichen Gewehrkolben und zogen ihre Pistolen. Doch auf diese Entfernung zu treffen, schien beinahe unmöglich. Außerdem wurden sie derart von der Sonne geblendet, dass sie das Ziel mit großer Sicherheit verfehlen würden. Da drehte Sunny seinen Spiegel ein ganz klein wenig und spiegelte das grelle Sonnenlicht in die Richtung des Gewehres. Die Person auf dem Dach schien irritiert und zielte immer wieder neu, konnte offenbar nichts erkennen, weil Sunnys Spiegel einfach zu sehr blendete und so verschwand der Gewehrlauf plötzlich. Drei der Männer waren unterdessen losgerannt, um das Dach des gegenüberliegenden Hauses zu stürmen. Als sie oben waren, konnten sie den Täter auf frischer Tat stellen, denn Sunnys Spiegel hatte ihm derart die Augen verblitzt, dass er für einige Minuten, für wertvolle Minuten, nichts mehr sehen konnte. Ohne Gegenwehr ließ er sich festnehmen und konnte der rasch eintreffenden Polizei übergeben werden. Sunny war stolz, denn er hatte soeben jemandem, der sehr wichtig schien, das Leben gerettet.

Es stellte sich heraus, dass es sich bei dem Täter um einen lang gesuchten Killer handelte, der schon seit einigen Tagen sein gefährliches Unwesen in der Gegend trieb. Er konnte seiner gerechten Strafe zugeführt werden. Der dicke Mann war ein reicher Geschäftsmann aus Boston, der wegen dringender Geschäfte nach Hollywood gekommen war. Dem kleinen mutigen Sunny gegenüber zeigte er sich sehr dankbar und wollte ihm einen hohen Geldbetrag überweisen. Sunny aber winkte nur ab, denn das Geld interessierte ihn weniger. Viel wichtiger war ihm, für wenige Minuten ein richtiger Personenschützer gewesen zu sein. Leider durfte er diesen Job nicht ausführen, denn er war wie gesagt einfach noch zu jung dafür. Es gab jedoch noch eine andere Möglichkeit: Er konnte zu einem Lehrgang als Personenschützer für Kinderstars in eine recht begehrte Ausbildungstruppe vermittelt werden. Das war wie ein Lob, wie eine lang ersehnte Anerkennung für den kleinen mutigen Sunny. Nie hätte er es sich träumen lassen, dass er mit einem simplen Spiegel einen solch großen Erfolg einheimste.

Der Geschäftsmann reiste wieder ab und Sunny ging fortan jeden Tag zur Sicherheitstruppe für kleine Hollywood-Stars. Ja, dort fühlte er sich richtig wohl und durfte schon nach wenigen Wochen den ersten Kinderstar aus einer ziemlich bekannten Fernsehserie beschützen. Das war einfach toll und angehende Kinder-Bodyguard wusste nun, was er wirklich wollte; er wollte Personenschützer werden, dies natürlich erst, wenn er groß wäre. Und als er seinen Spiegel zückte und das helle Sonnenlicht in die Baumkrone einer hohen Palme spiegelte, glaubte er einen schwachen Silberstreif am Himmel zu erkennen. Der Silberstreif glitzerte so geheimnisvoll wie all die vielen Hollywoodsterne auf dem „Walk-of-Fame" und schien wohl zu sagen:

Du schaffst es, kleiner Sunny!

Das Wunderbad

Mrs. Simms, die Lehrerin des kleinen Sunny aus Hollywood, wollte ihr Haus renovieren lassen. Zwar gestaltete sich dieses Vorhaben sehr schwierig, weil die würdige Dame eine ganze Reihe Extrawünsche vorzubringen hatte, doch der Wunsch, ein richtig tolles Haus zu besitzen, spornte sie ungeheuer an. So mussten die Handwerker mal diverse Materialien heranschaffen, dann wieder alles herausreißen, weil es Mrs. Simms dann doch nicht gefiel. Nach ungefähr sechs Monaten harter Arbeit, Dutzenden Nervenzusammenbrüchen und einem Handwerkeraufgebot von dreißig starken Männern war es dann teilweise geschafft. Das gesamte Haus glänzte in einem neuen Schein und selbst der Garten war völlig neu gestaltet. Nur das Badezimmer, welches sich gleich neben Mrs. Simms Schlafzimmer in der ersten Etage befand, schien von alledem unberührt. Einerseits hatte die sonst recht einfallsreiche Lehrerin keine richtige Idee, wie dieses Zimmer wohl mal aussehen mochte, andererseits war der Raum noch gar nicht so abgewirtschaftet, dass er nun eine solche Sanierung nötig hätte. Mrs. Simms allerdings sah das alles ganz anders. Und weil ihr nichts einfiel, erschien sie eines Abends bei dem kleinen Sunny und verwickelte ihn in ein Gespräch. Der Sinn des Ganzen aber bestand einzig und allein darin, dem erfindungsreichen kleinen Jungen eine geniale Idee abzuluchsen, nur, um am Ende das schönste und beste Badezimmer aller Zeiten und natürlich in den Hollywood Hills, wo sie ja lebte, zu besitzen.

Zwar durchschaute Sunny diesen verwegenen Plan, zeigte sich aber dennoch einverstanden. Und deswegen saß er mal wieder Tag und Nacht an seinem Schreitisch oder auf der Terrasse und sann nach einem richtig tollen Badezimmer für seine anspruchsvolle Lehrerin. Eines Tages hatte er die zündende Idee – es sollte ein Badezimmer mit einem automatischen Waschbecken sein, bei welchem man nur sagen musste, was rauskommen sollte, eine vollelektronische Toilette, auf welcher der Lokus schon vor Beginn der Aktion wusste, was er tun sollte und wundersamen bunten Badfliesen, die den Benutzer des Raumes einen freundlichen Gruß zukommen ließen und danach sofort zu singen begannen.

Die überaus schwierigen Arbeiten begannen und schon nach vier Wochen war das Badezimmer fertig. Mrs. Simms war überglücklich, doch zuvor wollte Sunny einen Test durchführen, damit beim ersten Einsatz bei seiner Lehrerin auch alles richtig funktionierte. Als er das Zimmer betrat, fächelte auch schon frische Luft, die mit Kamille und anderen Kräutern angereichert war, durch den Raum und die Fliesen begannen ein wundersames Liedchen zu singen. Es hörte sich an wie ein überirdischer Choral und war so lieblich und fein, dass dem kleinen Sunny die Tränen übers Gesicht rollten. Ja, so sollte es sein, und er wusste, dass sich Mrs. Simms sehr über all die vielen ausgefallenen Dinge, diesen unfassbaren Luxus freuen würde. Auf dem Lokus wurde er mit den Worten: „Herzlich Willkommen! auf das Freundlichste begrüßt und der Rest erfolgte vollautomatisch. Schließlich trat er ans Waschbecken, und dort erkundigte sich der nützliche Gegenstand erst einmal nach der gewünschten Wasserhärte. Als Sunny weiches Wasser erbat, trat dies aus einer goldenen Armatur wie ein zauberhaft dahinrieselnder Wasserfall aus einer anderen Welt hervor, um die Hände des einfallsreichen Schülers zu benetzen. Das Wasser war mit Duftzusätzen versetzt und während es lief, erklang eine liebliche Melodie aus der Tiefe der Wand. Schließlich und nachdem sich Sunny die Hände sauber gewaschen hatte, schwenkte ein blütenweißes Handtuch aus der Wand, an welche sich Sunny die Hände abtrocknen konnte. Zum Abschluss des Besuches im Badezimmer formten sich die bunten Fliesen noch zu einem Hologramm, welches sich ehrfürchtig vor Sunny verneigte wie ein Diener in Livree und verabschiedete den kleinen Jungen höflich mit den Worten: „Danke für den Besuch, ich habe mich gefreut, bitte komm doch bald wieder

Sunny war entzückt, mit einem solch wundervollen Badezimmer hatte nicht einmal er, der ja den Einfall dazu hatte, gerechnet. Damit war das Zimmer abgenommen und Sunny überreichte freudestrahlend seiner Lehrerin am darauffolgenden Tag die Schlüssel zu dem extravaganten Raum.

Mrs. Simms war wirklich hin und hergerissen und besuchte das Badezimmer beinahe stündlich. Die netten Begrüßungen und dieser atemberaubende Duft betörte sie und schon nach einer Woche lud sie den Bürgermeister ein, um das neue Zimmer vorzuführen. Leider hatte sich unterdessen ein bösartiges Computervirus in die komplizierte Elektronik des Zimmers eingeschlichen und die gesamte Anlage total durcheinandergebracht. Als nun der Bürgermeister diesen Ort aufsuchen musste, und er von Mrs. Simms mit den sanftesten Worten auf diesen Gang bestens vorbereitet schien, wurde er von einer rauen, irgendwie nicht so ganz intakten Stimme begrüßt: „Was willst du denn hier?! Der Bürgermeister erschrak sich, glaubte jedoch noch nicht an einen Fehler im System und besuchte die Toilette. Dort aber passierte das Gleiche. Ziemlich ruppig wurde er mit den Worten: „Nun mach schon! angeherrscht und die Wasserspülung entpuppte sich als ein alles mitreißender Wasserfall. Eigentlich wollte der Bürgermeister ja schnellstens wieder aus dem furchterregenden Raum

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