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Alexander und Aristoteles: Eine späte Begegnung

Alexander und Aristoteles: Eine späte Begegnung

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Alexander und Aristoteles: Eine späte Begegnung

Länge:
129 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Aug 24, 2015
ISBN:
9783739294728
Format:
Buch

Beschreibung

Alexander der Große (so wurde er später von der Nachwelt benannt) war drei Jahre lang ein Schüler von Aristoteles.
In diesem Buch findet eine fiktive Wiederbegegnung in Babylon, ca 4 Wochen vor dem Tod Alexanders, statt.
Alexander berichtet darin von seinen Schlachten und seinem Feldzug nach Osten, der ihn bis nach Indien führte.
Eine gewaltige Leistung für das Heer und für ihn als Führerpersönlichkeit im relativ jugendlichen Alter.
Aristoteles nimmt dabei die Rolle des philosophischen Zuhörers oder Interviewers ein, der die Entscheidungen und Pläne aus seiner Sicht zum Teil kritisch hinterfragt.
Im Buch soll die Person Alexanders aus seiner Sicht geschildert werden, dass der Leser sich in ihn hineindenken kann. So ähnlich ist es in einem meiner früheren Bücher erfolgt, als es um Echnaton und Nofretete ging (Tagebücher vom Nil)
Herausgeber:
Freigegeben:
Aug 24, 2015
ISBN:
9783739294728
Format:
Buch

Über den Autor

Dr. Dietrich Volkmer hat Zahn-Heilkunde in Hamburg und Frankfurt studiert. Eigene Praxen in Eschborn (bei Frankfurt) und Bad Soden. Im Jahr 1984 Aufgabe der eigentlichen Zahnarzt-Tätigkeit. Dr. Volkmer arbeitet zur Zeit mit naturheilkundlichen Verfahren wie Störfeld-Diagnostik, Elektroakupunktur, Vegatest, Homöopathie, Schüssler-Salzen. Nebenher galt sein Interesse verschiedenen Themen wie Astrologie, Symbollehre, Ägyptologie und der Kultur des antiken Griechenlands. Verschiedene Reisen führten ihn oft nach Ägypten, nach Griechenland, zweimal auf die Osterinsel, dreimal nach Namibia und zuletzt dreimal in die Mönchsrepublik Athos. Aus diesen Interessen sind viele Bücher entstanden. www.literatur.drvolkmer.de; www.buchtipps.drvolkmer.de www.privat.drvolkmer.de


Buchvorschau

Alexander und Aristoteles - Dietrich Volkmer

2015

Einzug Aristoteles’ in Babylon

Es ist ein warmer Morgen im Mai 323 vor Christo in Babylon. Die Sonne steht noch tief und die Häuser und Palmen werfen lange Schatten.

Die Kunde von den Eroberungen und Siegen Alexanders hat sich in der ganzen damaligen Welt herumgesprochen und so ist Babylon voll mit Gesandten und Botschaftern aller Herren Länder, um dem König von Asien, wie er sich jetzt nennt, ihre Aufwartung zu machen und Geschenke zu überbringen.

Auf einer Sänfte, getragen von vier muskulösen Makedonen, zieht ein älterer Mann in Babylon ein. Es ist Aristoteles, der frühere Lehrer Alexanders. In einer Herberge am Rande der Stadt hat er die Nacht verbracht. Gut geschlafen hat er nicht. Die fremden Geräusche, die Aufregung und insgesamt die Umtriebigkeit der Stadt haben seine Nachtruhe ein wenig gestört. Aber jetzt ist er voller Tatendrang und gespannt auf seinen früheren Schüler, vom dem augenscheinlich die gesamte bekannte Welt spricht.

Er ist in eine helle Toga gekleidet, die er lässig über die Schulter geworfen hat, und eitel, wie man es ihm nachsagt, mit einem goldenen Gürtel geschmückt hat.

Um sich in dem Menschengewimmel einen Weg zu bahnen, ruft der rechte vordere Träger ständig; „Platz da, Platz da, für den Weisesten der Weisen, dem Lehrer unseres Königs."

Um dem alten und so klugen Herrn eins auszuwischen – denn sicher beherrscht der die Landessprache nicht – schreit er seine Ausrufe auf persisch.

Die Menschen auf der Strasse schauen ihnen neugierig hinterher.

„Sag mir, was rufst du da ständig?" will nun Aristoteles wissen, der noch immer trotz seines fortgeschrittenen Alters bemüht ist, den Dingen auf den Grund zu gehen und zu fragen.

Der Träger dreht sich schmunzelnd um: „Es ist persisch. Ich könnte es auch auf griechisch rufen, aber das ist hier eine Fremdsprache, das versteht fast kein Mensch, von unseren Makedonen und einigen Persern einmal ausgenommen. Zudem wollte ich dir beweisen, dass auch wir bei den Zügen Alexanders einiges dazu gelernt haben, so zum Beispiel an fremden Sprachen und Gebräuchen."

„Du hast meine Frage nicht beantwortet," insistierte Aristoteles.

„Richtig, das hätte ich fast vergessen. Wie du siehst, hier ist wesentlich mehr los als in Athen. Und so muss ich uns eben mit meinen Ausrufen ständig einen Weg durch das Menschengewimmel bahnen."

In der Tat: Aristoteles staunte über die quirlige Strassenszenerie, Menschen in den unterschiedlichsten Kleidungen und Haartrachten, mit grossen Bärten und kahlgeschoren, hellhäutig und dunkelhäutig, kurzum ein Spektrum, wie er es in Athen noch nie erlebt hatte. Und die Gerüche! An den Strassen hatten fliegende Händler ihr Stände aufgebaut.

Garküchen verbreiteten den Duft orientalischer Gewürze.

„Mein Schüler Theophrastus hätte sicher seine Freude an dieser Duftvielfalt," dachte

Aristoteles so bei sich, „er müsste sein ganzes Buch „De odoribus noch einmal überarbeiten und neu schreiben.

Er sann einen Moment nach, dann plagte ihn wieder seine sprichwörtliche Neugierde.

„In Hellas kursiert das Gerücht, Alexander will Babylon zur Hauptstadt seines neuen Reiches machen. Ist daran etwas wahr? Wir Griechen fühlen uns etwas zurückgesetzt. Sollen Athen und Makedonien jetzt zur Provinz eines asiatischen Großreiches degradiert werden?"

„Darauf kann ich dir keine Antwort geben, Herr. Da musst du schon Alexander selbst fragen oder seine Freunde Ptolemaios und Seleukos. Mit denen handelt er alles aus seit Hephaistion tot ist.

Zudem bin ich selbst angewiesen worden, kein Wort über politische Ziele zu verlieren, "

„Wie ist denn das mit Hephaistion passiert?"

„So richtig weiss das keiner. Er wurde schwächer und schwächer und starb schliesslich in Ekbatana. Die Ärzte haben angeblich versagt, wurde gemunkelt, deshalb wurden sie von Alexander streng bestraft."

„Auch Ärzte sind nur Menschen, sie tun sicher ihr Bestes, auch bei Hephaistion, aber gegen den Willen der Götter sind sie machtlos."

„Aber sagt man nicht von Alexander, dass er als Nachkomme von Achilleus und sogar Herakles unter besonderem Schutz der Götter stehe. Gilt das nicht auch für seine besten Freunde?"

Aristoteles überlegte einen Moment.

„Das mit Achilleus kann ich zwar bestätigen, denn seine Mutter Olympias stammt von einem Nachfahren eines Sohnes von Achilleus ab. Aber die Geschichte mit Herakles – ich weiss nicht so recht – das scheint mir mehr eine Erfindung seiner Mutter Olympias zu sein, die ihrem Sohn von klein auf seinen besonderen Status tagein tagaus eingebleut hat. Wenn bestimmte Dinge immer wieder wiederholt werden, dann wendet man sich entweder gelangweilt ab oder man glaubt sie selbst irgendwann. Aber unabhängig davon, Alexander ist ein stolzer, selbstbewußter und durchsetzungsfähiger Mensch mit einem scharfen Verstand. Doch ab und zu bricht das Ungestüme in ihm durch. Das konnte ich damals schon in Miëzei bei seiner Ausbildung erkennen. Und bislang haben die Götter ihre schützende Hand über ihn gehalten. Ob seine besten Freunde ebenfalls einbezogen sind, vermag ich nicht zu sagen."

Aristoteles machte eine kleine Pause.

„Jetzt will ich aber die Umgebung ein wenig genauer anschauen. Erzähle mir, wo wir eigentlich sind."

„Wir nähern uns dem Zentrum Babylons. Ich hoffe, du bist durch die lange Reise nicht allzu müde und kannst die Pracht der Paläste und Tempel geniessen."

Inzwischen tauchte vor ihnen am Ende der Prozessionsstrasse das Ishtar-Tor auf. Aristoteles starrte ganz gebannt auf die farbige Pracht der Mauern und des riesigen Tores mit seinen exotischen Tieren, den Stieren und Fabelwesen. Die orientalischen Vorstellungen von architektonischer Kultur und Ästhetik waren so gänzlich anders als die der Griechen mit ihren Tempeln und Heiligtümern.

Sie durchquerten das Tor und Aristoteles konnte seinen Blick von den farbigen Keramiken nur schwer lösen.

Sie hielten vor einem prunkvollen Palast, zu dem eine breite Treppe hinaufführte. Zwei riesige, steinerne Löwen bewachten den Eingang.

Ein kleiner Junge, der ständig mit ihnen mitgelaufen war, sprang schnell die Treppen hoch und verschwand, von den beiden Wachen unbehelligt, im Inneren des Palastes.

Die vier Träger setzten die Sänfte ab und Aristoteles stieg vorsichtig aus.

„Der König hat uns den Auftrag erteilt, hier zu warten. Er möchte dich persönlich begrüssen. Eine grosse Auszeichnung, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf."

Die persönliche Begegnung

Ein Fanfarensignal erschall, zwei makedonische Soldaten mit Helm und Brustpanzer bekleidet, in den Händen je einen Speer traten heraus. Die beiden großen Türflügel öffneten sich und Alexander trat heraus.

Mit leichtem Schritt kam er die Stufen herunter und ging auf Aristoteles zu.

Man merkte ihm eine leichte Beklemmung an, denn er hatte gegenüber Aristoteles ein schlechtes Gewissen.

Seit dem Tod des Kallisthenes, eines Neffen Aristoteles’, hing eine leichte dunkle Wolke zwischen beiden. Der damalige Mordversuch an Alexander durch die Pagen sollte angeblich von Kallisthenes initiiert worden sein, obwohl man es ihm nicht nachweisen konnte. Bei Aufsässigkeit und Verschwörung gegen ihn kannte Alexander kein Erbarmen – auch wenn es langjährige Freunde und Kampfgenossen waren. Kallisthenes hatte die Aufgabe des Kriegsberichterstatters übernommen und sollte die Ruhmestaten Alexanders den zukünftigen Generationen überliefern.

Aber Alexander wäre nicht Alexander gewesen, hätte er nicht beherzt alle Bedenken über Bord geworfen. Er umarmte seinen alten Lehrer herzlich und hiess ihn willkommen.

„Lass dich anschauen. Ich hoffe, die Reise war für dich nicht allzu anstrengend. Du bereitest mir eine grosse Freude, mir nach meiner Rückkehr aus Indien einen Besuch abzustatten."

Insgeheim war Aristoteles etwas konsterniert. Welch ein Unterschied zu dem Jüngling, mit dem er damals die Ilias und die Odyssee durchgeackert hatte. Sein Gesicht war etwas angeschwollen, war von Narben gezeichnet und auch seine Augen hatten nicht mehr diese ungeheure Strahlkraft der Jugend.

Aber er liess sich nichts anmerken.

„Ganz Hellas erzählt von deinen Taten. Vieles hast du mir von den fremden Ländern, durch die du gezogen bist, zukommen lassen. Aber ein persönliches Gespräch mit meinem berühmtesten Schüler lag mir doch am Herzen. Ich danke dir, dass du mir ab Tarsos einige Soldaten zu meinem Schutz entgegengeschickt hast."

„Manche Gegenden sind noch immer etwas unsicher. Daher erschien mir eine Begleitung von Bedeutung. Aber wir wollen unsere Unterhaltung nicht länger hier draussen pflegen. Schau, viele Neugierige haben sich angesammelt. Lass uns hineingehen. Du wirst dich sicher über ein Bad und etwas Erfrischung freuen. Danach hoffe ich auf einen lebhaften Gedankenaustausch und

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