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Paul Klee

Paul Klee

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Paul Klee

Bewertungen:
3/5 (3 Bewertungen)
Länge:
428 Seiten
2 Stunden
Freigegeben:
Sep 15, 2015
ISBN:
9781783106899
Format:
Buch

Beschreibung

Paul Klee gehört zu den Künstlern, die sich nur schwerlich einer bestimmten kunstgeschichtlichen Bewegung zuordnen lassen. In engem Kontakt mit Wassily Kandinsky und Franz Marc gehörte er wie diese der expressionistischen Künstlergruppe Der Blaue Reiter an. Später knüpfte er Verbindungen zum Bauhaus und unterrichtete sogar Malerei an der Dessauer Schule. Seiner Ansicht nach ging es bei der Kunst keineswegs um die Produktion, sondern vielmehr darum, die Dinge äußerst sichtbar werden zu lassen. In seinen Gemälden vereinte Klee geschickt die zu Beginn des 20. Jahrhunderts vorherrschenden Tendenzen. Er führte kubistische und orphistische Elemente in den deutschen Expressionismus ein und verlieh seinen eigenen Werken eine surrealistische und melancholische Poesie. Der Autor führt uns hier die Wunder der Klee’schen Welt vor Augen, in der jeder Pinselstrich die Macht der Farben bestätigt.
Freigegeben:
Sep 15, 2015
ISBN:
9781783106899
Format:
Buch

Über den Autor


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Paul Klee - Paul Klee

Schweiz.

AUSZÜGE AUS DEN TAGEBÜCHERN

Rote und weiße Kuppeln, 1914. Aquarell und

Gouache auf Papier auf Karton, 14,6 x 13,7 cm.

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf.

Kindheit, Jugend und die ersten Studienjahre

München, 1881 bis 1901

Ein ästhetisches Gefühl war schon ganz früh entwickelt, man zog mir, als ich noch Röcke trug, zu lange Unterhosen an, sodass ich selber den grauen Flanell mit dem roten Wellenbesatz sehen konnte. Als jemand anklingelte, versteckte ich mich, um zu vermeiden, dass Besuch mich in diesem Zustand sehen konnte (zwei bis drei Jahre).

Meine Großmutter, Frau Frick, lehrte mich sehr früh mit farbigen Stiften zeichnen.

Die Leiche meiner Großmutter machte mir gewaltigen Eindruck. Eine Ähnlichkeit war nicht zu entdecken. Wir mussten weit entfernt bleiben. Dazu flossen die Tränen der Tante Mathilde wie ein stilles Bächlein. Noch lang gruselte mir, wenn ich an jener Tür vorbeiging, die in den Keller jenes Spitals hinabführt, wo man die Leiche vorläufig untergebracht hatte.

Dass man bei Toten entsetzt sein konnte, hatte ich also selber erfahren, Tränen vergießen aber hielt ich für eine Sitte der Erwachsenen (fünf Jahre).

Im Traum überfielen mich oft Vaganten. Ich wusste mir aber stets dadurch zu helfen, dass ich vorgab, selber ein Vagant zu sein. Das half bei den Kollegen stets (etwa sieben Jahre).

Im Restaurant meines Onkels, des dicksten Mannes der Schweiz, standen Tische mit geschliffenen Marmorplatten, auf deren Oberfläche ein Gewirr von Versteinerungsquerschnitten zu sehen war. Aus diesem Labyrinth von Linien konnte man menschliche Grotesken herausfinden und mit Bleistift festhalten. Darauf war ich versessen, mein „Hang zum Bizarren" dokumentierte sich (neun Jahre).

„Es tröstet ihn die Schwester", hieß die illustrierte Stelle eines Gedichtes. Auf den Trost der Schwester aber gab ich nichts, weil sie unästhetisch aussah (sechs bis acht Jahre).

Aufenthalt in Basel Herbst 1897 und 1898 (nach dem Abschluss der Schulausbildung mit der Matura) bei meinen Verwandten. Man sorgte sehr nett für meine Unterhaltung. Man hatte eine gewisse Bewunderung für meine Begabungen. Ich fühlte mich wohl. Meine Pubertät erzeugte auch gewisse schüchterne Beziehungen zu meiner Kusine D. Typische Dinge, ganz uneingestanden.

Einen herrlichen Spaziergang machte ich mit D. durch die Rebberge von Weil hinauf nach Tüllingen. Die weite obstreiche Ebene sehe ich noch zu unsern Füßen liegen.

Viel Theaterbesuch. Oper hauptsächlich. Eine Ballettaufführung. Manchen Vierzeiler dichtete ich zum Ausgleich mangelhafter Befriedigungen.

Ebenso echte als schlechte Kunst. 24. 4. 1898.

Bern. 12. 12. 1897. Ich nahm nach einiger Zeit wieder einmal einige meiner Skizzenbücher zur Hand und blätterte darin. Dabei fühlte ich wieder etwas wie Hoffnung in mir erwachen. Zufällig erblickte ich in der Fensterscheibe mein Spiegelbild und stellte Betrachtungen an über den zu mir herausblickenden Menschen. Ein ganz sympathischer Bursche auf einem Stuhl, den Kopf an ein weißes Kissen gelehnt, die Beine auf einem anderen Stuhl. Das graue Buch über dem Zeigefinger der einen Hand zugeklappt. Hielt sich unbeweglich still, von sanftem Lampenlicht umflossen. Oft schon hatte ich ihn erforscht. Nicht immer gelang es. Heute aber verstand ich ihn.

Im Steinbruch, 1913. Aquarell auf Papier auf Karton,

22,4 x 35,3 cm. Zentrum Paul Klee, Bern.

Vor der Stadt, 1915. Aquarell auf Papier auf Karton,

22,5 x 29,8 cm. The Berggruen Klee Collection,

The Metropolitan Museum of Art, New York.

Bern. 27. 4. 1898. „Setzen Sie sich und lernen Sie es besser!", hieß es in der Mathematik, aber das ist vorbei und vergessen. Gegenwärtig spielt sich draußen das erste Gewitter des Jahres ab. Ein frischer Wind von Westen streicht über mich, bringt Thymianduft und Eisenbahnpfiffe, spielt mit meinem feuchten Haar. Die Natur liebt mich doch! Sie tröstet mich und verspricht mir.

An solchen Tagen bin ich gefeit. Außen lächelnd, innen freier lachend, ein Liedchen in der Seele, ein zwitscherndes Pfeifen auf den Lippen, werfe ich mich auf das Bett, dehne mich, hüte die schlummernde Kraft.

Westwärts, nordwärts, gehe es, wohin es will: Ich glaube!

Ich schrieb einige Novellen, vernichtete sie aber insgesamt. Anno 1898. Doch nahm ich mich auch wieder in Schutz.

Dass die Produkte nichts Rechtes sind, ist noch kein Beweis ungöttlicher Abstammung. In einem solchen Latein-Milieu muss man ja jede Realität als Halt entbehren. Was gibt einem ursprünglichen Trieb der verblasste Humanismus für Nahrung? Man ist ganz auf die Wolken angewiesen. Reiner Drang ohne Stoff. Überhohe Berge ohne Fuß.

Rückblick: Zuerst war ich ein Kind. Dann schrieb ich nette Aufsätze und konnte auch rechnen (bis zum elften bis zwölften Jahr). Dann bekam ich die Leidenschaft für Mädchen. Dann kam eine Zeit, wo ich die Schulmütze hinten am Kopf trug und den Rock nur mit dem untersten Knopf zuknöpfte (bis fünfzehn). Dann fing ich an, mich als Landschafter zu fühlen, und beschimpfte den Humanismus. Vor der Sekunda wäre ich gern durchgebrannt, was aber der Eltern Willen verhinderte. Ich fühlte nun ein Martyrium. Nur das Verbotene freute mich. Zeichnungen und Schriftstellerei. Als ich ein schlechtes Examen bestanden hatte, fing ich in München das Malen an.

Nachdem ich mich als Knirrschüler durchgesetzt hatte, begann die Aktzeichnerei etwas an Reiz einzubüßen, und andere Dinge, Lebensfragen wurden wichtiger als der Glanz in der Knirrschule. Es wurde mitunter auch geschwänzt. Ich sah auch (mit Recht) gar nicht ein, dass aus fleißigen Aktstunden jemals Kunst werden könnte. Dieses Einsehen vollzog sich aber nur im Unterbewusstsein. Wenn mich das Leben, das ich so wenig kannte, mehr als alles anzog, so hielt ich das doch für eine Art Lumperei von mir. Ich schien mir charakterschwach, wenn ich der Stimme im Innern mehr Gehör schenkte als den äußeren Geboten.

Kurz, ich sollte vor allem ein Mensch werden, die Kunst würde dann daraus folgern. Dazu gehörten natürlich Beziehungen zu Frauen. Eine meiner ersten Bekanntschaften war Fräulein N. aus Halle an der Saale. Ich hielt sie allerdings aus einem Irrtum für frei und für geeignet, mich in jene Mysterien zu führen, um die sich diese Welt, das „Leben", einmal dreht. Viel später, als sie für mich gar nicht mehr in Betracht kam, erfuhr ich dann von ihrer unglücklichen Liebe zu einem Sänger. Vielleicht war es gut für mich, so hat sich diese Dame nicht allzufest an mich anklammern können.

Ich hatte sie in einem (gemischten) Abendakt kennengelernt, plötzlich wurde ich da von einer Tochter des Professors V. in Bern angesprochen, die mich von Bern her äußerlich kannte. So geriet ich ins Damenlager hinüber, wo man das Aktmodell, einen sexuell sehr erregbaren Mulatten, von hinten sah. Die Schweizerin stellte mich einer Ostpreußin vor. Ich überlegte, ob das wohl das richtige Studienobjekt für mich war. Aber der Anreiz war zu unentschieden. Die Richtige sollte mir am nächsten Abend vorgestellt werden, in der Person der erwähnten N. Ein blondes blauäugiges Ding, Sopranstimme, mehr zierlich. Ich blieb ohne weiteres in ihrer Nähe und ging auf dem Heimweg neben ihr. Man bewunderte die winterliche Schönheit der Leopoldstraße, auf deren Bäumen im Licht magischer Bogenlampen schwerer Schnee lag.

Ohne Titel, 1914. Aquarell und Feder

auf Papier auf Karton, 17,1 x 15,8 cm.

Kupferstichkabinett, Kunstmuseum Basel, Basel.

Hommage an Picasso, 1914.

Öl auf Karton, 38 x 30 cm. Privatsammlung.

Haller kam nun auch nach München, er setzte es durch, statt in Stuttgart Architekt zu werden. Er kam in die Knirrschule, wo er sich, als ich kam, schon sehr zu Hause fühlte. Allerdings hatte ihm die Freundschaft des „besten Schülers seit zehn Jahren" gute Dienste getan, die er bei seiner Einführung wohl auszunützen verstand. Dazu kam sein frisch zugreifendes Wesen, das schon damals etwas Mitreißendes an sich haben konnte. Ich fand also den Aktsaal durch sein Gelächter desto heimischer. Nun bildete sich um uns eine schweizerisch angehauchte Talentgruppe, die sich alles erlauben durfte, besonders Spott und Hohn den heterogenen Elementen.

Rückblick: Inspektion meiner selbst, ganz vor mir, der Literatur, der Musik Valet gesagt. Meine Bestrebungen, eine verfeinerte Sexualerfahrung zu gewinnen, in jenem einen Fall aufgegeben. An die bildende Kunst denke ich kaum, ich will nur an meiner Persönlichkeit arbeiten. Dabei muss ich konsequent sein und jegliche Audienz vermeiden. Dass ich dann wohl Ausdruck in der bildenden Kunst finden werde, ist noch am wahrscheinlichsten.

Ein kleines Leporelloregister all der Geliebten, die ich nie besaß, mahnt ironisch an die große sexuelle Frage. Die Reihe des Registers beschließt der Anfangsbuchstabe des Wortes „Lily" mit der Bemerkung: abwarten. Diese Dame, meine spätere Frau, lernte ich im Herbst 1899 musizierenderweise kennen.

Die Ansicht, dass die Malerei der richtige Beruf ist, festigt sich mehr und mehr. Nur das Wort hat außerdem noch Reiz. Vielleicht bei voller Lebensreife werde ich mich seiner noch einmal bedienen.

Zu Fräulein Schiwago stand ich sehr merkwürdig. Ich verehrte sie sehr, aber ohne mich zu verlieren. Dazu war ich innerlich wohl schon zu sehr mit Lily verbunden, ohne Garantien, ohne Risiko, rein ich.

Schiwago schien mir zuerst außerdem dadurch unzugänglich, weil es schien, dass zwischen Haller und ihr etwas bestehe oder im Gange sei. (Dass ihr diese Zurückhaltung nicht einmal recht war, erfuhr ich erst 1909.)

Oft bin ich vom Teufel besessen, mein Missgeschick auf jenem so problemreichen Sexualgebiet machte mich nicht besser. In Burghausen hatte ich große Schnecken auf verschiedene Weisen geärgert. Jetzt unterliege ich in dieser, womöglich noch entzückenderen Thunerseegegend ähnlichen Versuchungen. Unschuld reizt mich. Der Gesang der Vögel geht mir auf die Nerven, jeden Wurm möchte ich zertreten.

Ich skizzierte ein Testament. Drin bat ich alles an Kunstbestrebungen vorhandene zu vernichten. Ich wusste wohl, wie kümmerlich das alles war und wie nichtig im Vergleich zu den vorgefühlten Möglichkeiten. Zeitweise sank ich ganz in Bescheidenheit zusammen, wollte Illustrationen für Witzblätter machen. Später würde ich dann immer noch die eigenen Gedanken illustrieren können. Was bei solcher Bescheidenheit herauskam, waren mehr oder weniger raffinierte technisch-grafische Experimente. Es ist bequem, einen zuschanden gewordenen Willen als überspannte Verirrung zu bezeichnen.

Dieser Sommer gibt mir zu viel Zeit zum Nachdenken. Zum Arbeiten ohne Aktmodell und Schule bin ich nicht weit genug. Abend ist es schließlich geworden und Herbst. Wie betäubt vom Tag und seiner Plage bin ich erwacht und sehe, dass schon Blätter fallen. In diesen Boden soll ich nun säen? Im Winter soll ich hoffen? Das wird finstere Arbeit. Aber doch Arbeit.

Herbst 1900. Der Vergleich meiner Seele mit den verschiedenen Stimmungen der Landschaft kehrt häufig wieder als Motiv. Meine dichterisch-persönliche Auffassung der Landschaft liegt dem zugrunde. „Es ist Herbst. Dem Strom meiner Seele schleichen Nebel nach."

Es beginnen religiöse Gedanken aufzutreten. Das Natürliche ist die erhaltende Kraft. Das Individuum, welches sich vernichtend über das Generelle erhebt, verfällt der Schuld. Es gibt aber noch etwas Höheres, das über Positiv und Negativ steht. Das ist die Allmacht, die diesen Kampf übersieht und leitet.

Vor dieser Allmacht könnte ich bestehen, und ethisch bestehen wollte ich.

Vollständig bezecht, fantasierte ich eine Nacht in meinem Tagebuch über das Thema Lily. Wie tief ging mir das alles, was von ihr kam. Sogar eine eifersüchtige Variation war dabei. Die Sinnlichkeit feierte Orgien. In der Schlussvariation figurierten zum Cantus firmus Worte, die wir gewechselt hatten.

Aschermittwoch. Der Rausch ist dahin, aber stärker als mein Elend ist die Gewalt Deines Bildes, unter Larven ein holdes Angesicht.

Der Englische Garten ist abermals Garten der Gefühle und der Konfusionen. Ich schwöre, dass ich schon bald ermüde, bei meiner nicht ganz einwandfreien Ehre.

Lily und wieder Lily. Abermals fühle ich mich bestärkt in meinen Gefühlen zu ihr und kurz darauf wieder erschüttert. Weder Weg noch Steg. Von den Folgen im Studium schweige ich.

Etwas formell teilt sie mir mit, dass wir das Duospiel fortsetzen wollen, das gnädige Fräulein. Ich denke doch nur an sie. Alles andere gewinnt mir keine Miene ab.

Mein unruhiges Leben ließ eine vorübergehende Spur in meinem Körper zurück. Nervöse Herzaffektionen quälten mich, besonders im Schlaf. Dieses Herz ward zum Thema in meinen Kompositionsübungen. Aber ich tat doch alles, um mich davon zu befreien, und mein zukünftiger Schwiegervater erlebte an mir einen ärztlichen Triumph.

Gedanken über Porträtkunst. Mancher wird nicht die Wahrheit meines Spiegels erkennen. Er sollte bedenken, dass ich nicht dazu da bin, die Oberfläche zu spiegeln (das kann die fotografische Platte), sondern dass ich ins Innere dringen muss. Ich spiegele bis ins Herz hinein. Ich schreibe Worte auf die Stirn und um die Mundwinkel. Meine Menschengesichter sind wahrer als die wirklichen.

Im Frühjahr 1901 stellte ich folgendes Programm auf: Zuoberst die Kunst des Lebens, dann als idealer Beruf: Dichtkunst und Philosophie, als realer Beruf: die Plastik und zuletzt in Ermangelung einer Rente: die Illustration.

Ich habe ein neues Leben begonnen. Und diesmal gelingt es! Tief lag ich zu Boden. Alles sei mir erlaubt, glaubte ich, auszukosten sei meine Stärke. Zum Narrentanz ging ich, ein schmutziger Lump. Die Liebe der Jungfrau hat mich erlöst von solcher Gestalt. Ich sah mein Elend, und da war es schon halb gebannt. Der Schrecken raffte mich auf. Ich will ernst werden und besser. Durch den Kuss des liebsten Weibes ist alle Not von mir genommen. Ich werde arbeiten. Ein guter Künstler will ich werden. Die Bildhauerei erlernen. Meine Begabung ist in erster Linie formal. Diese Erkenntnis nehme ich mit auf den Weg.

Stuck meinte, mir zur Bildhauerei zuraten zu dürfen, wenn ich dann wieder malen wollte, könnte ich das Erlernte gut brauchen. Ein Beweis dafür, dass er nichts von der Welt der Farbe versteht. Und er riet mir, zu Rümann zu gehen. Als Stuckschüler hoffte ich, da ohne weiteres eintreten zu können.

Der Alte verlangte aber ein Eintrittsexamen von mir. Ich bat um Dispens, denn schon der Umstand, dass man es von mir verlangte, war für mich mit Recht so viel wie ein Durchfall. Er aber wurde bei dem Ansinnen ganz aufgeregt: „Ich habe selber einmal ein Aufnahmeexamen machen müssen." Das klang königlich. Dann unterzog er meine Zeichnungen einer scharfen Kritik, an einigen ließ er aber doch etwas dran. Schließlich ging ich, ohne ihm in der Examensfrage entgegenzukommen. Ein wenig hatte ich vielleicht doch imponiert. Ob er wohl auf ein Wiedersehen rechnete?

Kleines Tannenbild, 1922.

Öl auf Nesseltuch auf Karton, 31,6 x 20,2 cm.

Vermächtnis Richard Doetsch-Benziger,

Kunstmuseum Basel, Basel.

Warnung der Schiffe, 1917. Feder,

Aquarell auf rohweißem Papier, auf rosa

eingefärbtem Büttenpapier, 24,2 x 15,6 cm.

Grafische Sammlung, Staatsgalerie Stuttgart, Stuttgart.

Astrale Automaten, 1918.

Aquarell auf Papier, 22,5 x 20,3 cm.

Beyeler Foundation, Riehen/Basel.

Ein Engel serviert ein kleines Frühstück, 1920.

Lithografie, 19,8 x 14,6 cm. Sprengel Museum, Hannover.

Die sieben Worte des Propheten von Rümann:

I. Vorschriften lass ich mir keine machen.

II. Ein Zeichner allerersten Ranges sind Sie übrigens auch nicht, wie ich sehe.

III. Dies ist ja ganz hübsch gezeichnet.

IV. Aber dieser Kopf verdient das Prädikat schlecht.

V. Von einer Probearbeit werden nur Leute dispensiert, die schon jahrelang modelliert haben.

VI. Ich habe selber einmal eine Probearbeit machen müssen. (Hier ging ich.)

VII. Guten Tag, Herr Klee.

„Der Schönheit diene ich durch Zeichnung ihrer Feinde (Karikatur, Satire)", sagte ich des Öfteren. Aber das ist noch nicht alles, ich muss sie auch direkt gestalten, mit voller Überzeugungskraft. Ein weiteres, erhabenes Ziel. Halb im Schlummer wagte ich mich schon auf diese Bahn. Es wird wach geschehen müssen. Sie ist vielleicht länger als mein Leben.

Der Strebende wird das Irdische nie ruhig genießen. Die ersten Umformungen (Nachformung der neu erlebten Welt) sind

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