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Perry Rhodan 63: Das Tabora (Silberband): 9. Band des Zyklus "Der Schwarm"

Perry Rhodan 63: Das Tabora (Silberband): 9. Band des Zyklus "Der Schwarm"

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Perry Rhodan 63: Das Tabora (Silberband): 9. Band des Zyklus "Der Schwarm"

Länge:
706 Seiten
8 Stunden
Freigegeben:
Jun 17, 2011
ISBN:
9783845330624
Format:
Buch

Beschreibung

Seit gut zwei Jahren bedroht ein kosmisches Gebilde die Zivilisationen der Milchstraße: Es ist der Schwarm, eine Ansammlung aus Tausenden von Sonnen und Planeten, umgeben von einem Schmiegeschirm, die anscheinend seit Äonen durch das Universum reist. Eine Strahlungswelle eilt dem Gebilde voraus, die den Intelligenzen der Milchstraße den Verstand raubt. Nur wenige erweisen sich als immun, darunter Perry Rhodan.

Bei ihren Einsätzen gegen die Invasoren erfahren die Terraner mehr über den Schwarm, seine Geschichte und seine Bewohner. Doch alles Engagement nützt nichts: Das gesamte Solsystem mit all seinen Planeten sowie Milliarden von Menschen wird vom Schwarm verschluckt. Kurz darauf tobt die Schlacht um die Heimat der Menschen. Tausende von Raumschiffen greifen den Schutzschirm an, der das Solsystem beschützt. Noch hält der Schirm, doch sein Zusammenbruch ist abzusehen - damit wäre das Ende der Erde nicht mehr aufzuhalten.

In dieser hoffnungslos erscheinenden Lage bricht ein Cyno sein Schweigen. Der Angehörige eines uralten Volkes weist Perry Rhodan den Weg zum Tabora. Und dies ist nichts anderes als der Schlüssel zur Macht im Schwarm ...
Freigegeben:
Jun 17, 2011
ISBN:
9783845330624
Format:
Buch

Über den Autor


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Perry Rhodan 63 - Clark Darlton

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Nr. 63

Das Tabora

Pabel-Moewig Verlag GmbH, Rastatt

Seit gut zwei Jahren bedroht ein kosmisches Gebilde die Zivilisationen der Milchstraße: Es ist der Schwarm, eine Ansammlung aus Tausenden von Sonnen und Planeten, umgeben von einem Schmiegeschirm, die anscheinend seit Äonen durch das Universum reist. Eine Strahlungswelle eilt dem Gebilde voraus, die den Intelligenzen der Milchstraße den Verstand raubt. Nur wenige erweisen sich als immun, darunter Perry Rhodan.

Bei ihren Einsätzen gegen die Invasoren erfahren die Terraner mehr über den Schwarm, seine Geschichte und seine Bewohner. Doch alles Engagement nützt nichts: Das gesamte Solsystem mit all seinen Planeten sowie Milliarden von Menschen wird vom Schwarm verschluckt. Kurz darauf tobt die Schlacht um die Heimat der Menschen. Tausende von Raumschiffen greifen den Schutzschirm an, der das Solsystem beschützt. Noch hält der Schirm, doch sein Zusammenbruch ist abzusehen – damit wäre das Ende der Erde nicht mehr aufzuhalten.

In dieser hoffnungslos erscheinenden Lage bricht ein Cyno sein Schweigen. Der Angehörige eines uralten Volkes weist Perry Rhodan den Weg zum Tabora. Und dies ist nichts anderes als der Schlüssel zur Macht im Schwarm ...

Vorwort

Wieder einmal sind wir am Ende eines großen Zyklus von PERRY RHODAN angelangt. Letzte Rätsel werden gelöst und gleichzeitig neue Perspektiven eröffnet. Einige Fragen bleiben offen, so etwa die nach den Erbauern des Schwarms, der zuletzt vor einer Million Jahren auf seinem unbekannten Weg durch die Milchstraße zog. Wer waren diese Unbekannten, was ihre Motive?

Die Antwort wird noch auf sich warten lassen, doch schon jetzt zieht spürbar ein Hauch kosmischer Wind durch die Romane, vor allem durch den furiosen Doppelband von William Voltz, der den Kern dieses Buches bildet – und den eigentlichen, vorweggenommenen Abschluss des Schwarm-Zyklus. Es ist dies bereits ein Stück von der Faszination, welche die PERRY RHODAN-Serie zunehmend prägen wird: die Konfrontation mit dem Unbegreiflichen, die Ahnung von fremden, unglaublich hoch entwickelten Mächten, die im Hintergrund die Fäden ziehen. Genau dies meinte ich, als ich zu Beginn dieses Zyklus davon schrieb, dass »der Schwarm« gewissermaßen einen Wendepunkt in der größten Weltraumserie darstellen würde.

Die Titel der Originalromane sind diesmal: Die Zeit mutiert (564) von Ernst Vlcek; Gucky, der Meisterdieb (565) von Clark Darlton; Planet im Hyperraum (566) und Der Mann aus dem Eis (567) von William Voltz, sowie Rebellion der Cynos (568) und Das Korps der Cappins (569) von H. G. Ewers.

Ich freue mich auf den nun folgenden Altmutanten-Zyklus und bedanke mich bei allen, die mit Kritik und Vorschlägen die PERRY RHODAN-Buchreihe begleiten; diesmal stellvertretend bei Stefan Koch aus Hannover, auf dessen Vorschlag die etwas aktualisierte Zeittafel zurückgeht. Hinter jedem Absatz befindet sich nun und künftig der Nummernbereich der Hardcover (HC), in denen die entsprechende Handlung zu finden ist.

Horst Hoffmann

Zeittafel

1971/84 – Perry Rhodan erreicht mit der STARDUST den Mond und trifft auf die Arkoniden Thora und Crest. Mit Hilfe der arkonidischen Technik Einigung der Menschheit und Aufbruch in die Galaxis. Das Geistwesen ES gewährt Rhodan und seinen engsten Wegbegleitern die relative Unsterblichkeit. (HC 1–7)

2040 – Das Solare Imperium ist entstanden und stellt einen galaktischen Wirtschafts- und Machtfaktor ersten Ranges dar. In den folgenden Jahrhunderten Bedrohung durch die Posbi-Roboter und galaktische Großmächte wie Akonen und Blues. (HC 7–20)

2400/06 – Entdeckung der Transmitterstraße nach Andromeda; Abwehr von Invasionsversuchen von dort und Befreiung der Völker vom Terrorregime der Meister der Insel. (HC 21–32)

2435/37 – Der Riesenroboter OLD MAN und die Zweitkonditionierten bedrohen die Galaxis. Nach Rhodans Odyssee durch M 87 Sieg über die Erste Schwingungsmacht. (HC 33–44)

2909 – Während der Second-Genesis-Krise kommen fast alle Mutanten ums Leben. (HC 45)

3430/38 – Das Solare Imperium droht in einem Bruderkrieg vernichtet zu werden. Bei Zeitreisen lernt Perry Rhodan die Cappins kennen. Expedition zur Galaxis Gruelfin, um dem Ganjo Ovaron zu seinem Recht als Herrscher der Ganjasen zu verhelfen und eine Pedo-Invasion der Milchstraße zu verhindern. (HC 45–54)

3441/43 – Die MARCO POLO kehrt nach zeitlicher Verzögerung in die Milchstraße zurück und findet die Intelligenzen der Galaxis verdummt vor. Der Schwarm dringt in die Galaxis ein. Gleichzeitig wird das heimliche Imperium der Cynos aktiv. (HC 55–63)

Prolog

Als Perry Rhodan Mitte des Jahres 3441 mit der MARCO POLO von Gruelfin in die Milchstraße zurückkehrt, findet er eine ihm fremd gewordene Galaxis vor. Mit Ausnahme relativ weniger Immuner sind alle Intelligenzen verdummt – auch auf Terra herrscht das Chaos. Verantwortlich für die Verdummung ist die Veränderung der galaktischen Gravitationskonstante durch die Vorhut eines ungeheuerlichen Gebildes aus Sternen, Planeten und Raumfahrzeugen, das sich über Tausende Lichtjahre ausdehnt und mit Transitionen in die Milchstraße schiebt: der Schwarm!

Perry Rhodan bricht mit dem Kreuzer GOOD HOPE II auf, um die Geheimnisse des Schwarms zu ergründen und letztlich dafür zu sorgen, dass in der Milchstraße wieder normale Verhältnisse einkehren. Reginald Bull konzentriert sich anfangs darauf, mit der INTERSOLAR so viele Immune wie möglich aufzulesen.

Im Herbst 3441 verlassen erstmals Objekte den Schwarm: Erkundungs- und Vermessungsschiffe. Ihnen folgen gewaltige Pilzraumer; sie landen auf Planeten, deren Bewohner keine Mittel und Waffen gegen sie finden. Es erfolgt eine so genannte Sekundäranpassung der Gravitationskonstante, in deren Verlauf die verdummten Menschen einen Teil ihrer Intelligenz zurückerhalten. Die Gattung des Homo superior, des »Übermenschen«, dagegen stirbt restlos aus. Als neue ernstzunehmende Bedrohung der galaktischen Völker erweisen sich die Cynos, deren heimliches Imperium die Geschicke der Milchstraße viele Jahrtausende lang unerkannt beeinflusst haben soll. Sie haben ihre Anonymität aufgegeben und verfolgen geheimnisvolle Ziele.

Im Frühjahr 3442 beginnen die Pilzraumschiffe auf den ersten von ihnen besetzten Planeten, die Atmosphäre aufzuheizen und die Gravitation hochzutreiben. Gleichzeitig verlassen große Flotten von Wabenraumschiffen der so genannten Gelben Eroberer den Schwarm und landen auf diesen Welten. Wie sich herausstellt, benötigen die Gelben Eroberer diese neugeschaffenen Umweltbedingungen, um sich zu teilen, während die Bewohner der Planeten qualvoll sterben.

Um endlich die Wahrheit über den Schwarm und dessen Herrscher zu erfahren und das Grauen zu beenden, fasst Perry Rhodan den Entschluss, eine Fünfte Kolonne in den Schwarm zu schicken. Rhodan dringt mit der MARCO POLO ebenfalls in den Schwarm ein und sorgt für Verwirrung und Panik. Die Space-Jet GEVARI landet mit einer ausgesuchten Mannschaft auf verschiedenen Geheimplaneten, und Menschen begegnen den Herrschern des Schwarms, den so genannten Götzen oder Karduuhls. Sie finden dabei heraus, dass die Schwarmgötzen durch ein Sekret der Gelben Eroberer – die sich selbst Karties nennen – extrem langlebig werden und deshalb davon abhängig sind, dass sich die Karties außerhalb des Schwarms teilen.

Mit diesem Wissen kehrt Perry Rhodan aus dem Schwarm und ins Solsystem zurück, das kurz davor steht, vom Schwarm bei einer seiner nächsten Transitionen geschluckt zu werden. Rhodans Plan ist es, die Erde vom Schwarm aufnehmen zu lassen und den Götzen vorzuspielen, die Menschheit stünde noch im Atomzeitalter. Es geht ihm darum, Zeit zu gewinnen und den Gegner glauben zu machen, dass er in den Terranern ein williges Hilfsvolk gewinnen könne – während Einsatzkommandos im Schwarm Sabotageakte verüben und nach den verwundbaren Stellen der Götzen suchen.

Das Solsystem wird um neunhundert Lichtjahre in den Schwarm versetzt, Rhodans Bluff wird durchschaut. Jetzt geht es um das nackte Überleben der Menschheit. Noch schützt der systemumspannende Paratronschirm die Solarier, und Perry Rhodan begegnet den immer wütenderen Angriffen der Schwarmgötzen damit, dass er ein Einsatzkommando losschickt, um mit Stato die wichtigste Schaltwelt des Schwarms zu zerstören.

In dieser Situation bricht ein Cyno sein Schweigen und informiert die Terraner über den Schlüssel zur Macht über den Schwarm. Es ist das Tabora ...

1.

März 3443; Der Schwarm

»... Dragon vom Girl ... geortet ... Solsystem ... unseren ... Schirm ... Flower ...«

Peter Mangrove glaubte im ersten Augenblick, dass sich jemand einen Scherz mit ihm erlaubte. Der Funkspruch ergab überhaupt keinen Sinn. Eigentlich war es nur ein Fragment, denn starke Störungen verstümmelten ihn fast zur Gänze. Aber da es darin um Drachen, Mädchen, einen Schirm und Blumen ging, musste er einfach annehmen, dass es sich um einen Streich eines Betrunkenen handelte.

Der Funkspruch wiederholte sich, und diesmal hörte er sich so an: »... Kapitän Pantyr ... ruf... Paratronschirm ... vermuten ... Solsystem ... hier ist ... Girl ...«

Jetzt wurde Mangrove hellhörig.

Er war in der Hauptschaltzentrale von Imperium-Alpha und zwar in der Außenring-Wachgruppe beschäftigt. Das hieß, dass er alle jene Funksprüche und Ortungsergebnisse auffing und auswertete, die von den Mikrosonden außerhalb des Paratronschirms aus dem Schwarm empfangen und durch winzige Strukturlücken ins Solsystem weitergeleitet wurden. Mangrove wusste über die Schiffsbewegungen der Schwarmflotte ebenso Bescheid, wie über die Manöver der eigenen Einheiten.

Seit das Solsystem um über 900 Lichtjahre transitiert und an die halb lichtschnelle Schwarmgeschwindigkeit angepasst worden war, hatte man das Sondennetz des Außenrings erneuert und sogar verdichtet. Perry Rhodan hatte das angeordnet, weil er eine verstärkte Aktivität der Schwarmgötzen befürchtete.

Seine Befürchtungen hatten sich bestätigt. Zwar hatten die Götzen eingesehen, dass sie mit roher Gewalt nichts ausrichten konnten und auf weitere direkte Angriffe ihrer Flotte auf den Paratronschirm verzichtet. Dafür hatten sie zu List und Tücke gegriffen, was sich als viel wirksamer erwies. Am Beispiel Ü'Krantomürs und seines Parapsibionten Yorgho hatte es sich gezeigt, dass die Götzen auch die psychologische Kriegsführung zu handhaben verstanden.

Deshalb war man im Solsystem auf alle Eventualitäten vorbereitet. Und Mangroves Ärger verwandelte sich in Misstrauen, je öfter sich der Funkspruch wiederholte. Er kam nie vollständig durch, sondern war jedes Mal von Störgeräuschen überlagert.

So lautete die dritte Version: »... Forschungsschiff ... haben den ... Solsystem bitte ... und schleusen ... Paratronschirm ... Girl ...«

Mangrove ließ die Fragmente der einzelnen Sendungen vom Computer speichern, um so nach und nach den richtigen und kompletten Wortlaut zu erhalten.

Nach der siebten Wiederholung war es geschafft, der Computer warf den vollständigen Text aus: »Kapitän Pantyr Dragon vom Forschungsschiff FLOWER GIRL ruft das Solsystem. Wir haben den Paratronschirm geortet und vermuten, das Solsystem vor uns zu haben. Solsystem bitte melden! Bestätigen Sie unseren Funkspruch und schleusen Sie uns durch den Paratronschirm.«

Peter Mangrove leitete den Funkspruch sofort an Roi Danton weiter.

»Was sollen wir davon halten?«, fragte Danton und schob die Abschrift des Funkspruchs an Atlan weiter.

Der Arkonide las die wenigen Zeilen mit ausdruckslosem Gesicht. Als er damit fertig war, blickte er zu Rhodans Sohn auf und sagte schleppend. »Es scheint sich um den Hilferuf eines unserer Raumschiffe zu handeln.«

»Dir scheint diese Sache auch nicht zu gefallen«, meinte Danton. »Ich war sofort misstrauisch und habe Nachforschungen angestellt. Dabei ist herausgekommen, dass ein Forschungsschiff mit der Bezeichnung FLOWER GIRL überhaupt nicht auf der Erde registriert ist. Ich habe alle Datenquellen angezapft, aber weder bei der Explorerflotte, noch sonstwo auf Terra sind Kapitän Pantyr Dragon und die FLOWER GIRL bekannt.«

»Das ist im höchsten Maße mysteriös«, murmelte Atlan.

In diesem Moment erschien Perry Rhodan in dem kleinen Konferenzraum der Hauptschaltzentrale.

»Hat man dir den Inhalt des Funkspruchs mitgeteilt?«, fragte Danton. Nachdem Rhodan genickt hatte, wollte er wissen: »Was hältst du davon?«

»Wir werden die Angelegenheit weiterverfolgen«, antwortete Rhodan. »Wenn es sich um einen in Not geratenen Raumfahrer handelt, müssen wir ihm beispringen. Roi, veranlasse, dass man die FLOWER GIRL mit einem Richtstrahl anfunkt. Wir brauchen genauere Informationen, bevor wir etwas unternehmen.«

Während Danton sich mit der Außenring-Wachgruppe in Verbindung setzte, sagte Atlan: »Weißt du schon, dass weder dieser Pantyr Dragon noch sein Schiff auf Terra bekannt sind? Das sollte uns zu denken geben.«

Rhodan nickte kaum merklich. »Ich habe es mir sofort gedacht. Aus dem Funkspruch geht klar hervor, dass Kapitän Dragon nur vermutet, das Solsystem vor sich zu haben. Das zeigt auch, dass er keine Ahnung davon hat, was mit dem Sonnensystem geschehen ist.«

»Das kann ein Täuschungsmanöver sein«, warf Atlan ein.

»Was willst du damit sagen?«

»Das liegt doch auf der Hand«, sagte Atlan. »Es kann sein, dass der Notruf nur ein Trick der Götzen ist, um eine Fünfte Kolonne ins System einzuschleusen.«

»Wir werden auf der Hut sein«, versicherte Rhodan. »Andererseits müssen wir auch damit rechnen, dass der Notruf echt ist. Wenn es sich um ein Schiff handelt, das aus irgendwelchen Gründen in den Schwarm verschlagen wurde, müssen wir Hilfe leisten.«

Atlan verzog spöttisch die Mundwinkel. »Willst du mir dann auch verraten, wie dieses Schiff in den Schwarm gelangt sein soll, Perry? Seit wir die zentrale Steuerungswelt Stato vernichtet haben, ist der Schmiegeschirm des Schwarms nach beiden Seiten hin praktisch undurchdringlich.«

Rhodan ging nicht darauf ein.

»Wir werden zwei Leichte Kreuzer ausschleusen«, sagte er. »Die Kreuzer sind schnell genug, um den außerhalb des Paratronschirms patrouillierenden Schwarmschiffen in den Linearraum zu entkommen, noch bevor diese auf sie aufmerksam werden können. Dadurch ersparen wir uns eine aufwendige Begleitflotte, was den zusätzlichen Vorteil hat, dass die beiden Kreuzer im geheimen operieren können. Sie sollen die FLOWER GIRL anfliegen und herausfinden, was es mit ihr für eine Bewandtnis hat ...«

Die beiden Aufklärungsschiffe hießen CARNUNTUM und HALLSTATT. Sie waren gerade zu einem Flug in den Schwarm von einer terranischen Raumstation gestartet, um astronomische Messungen vorzunehmen, als Rhodans Einsatzbefehl sie erreichte.

Beide Schiffe gingen gleichzeitig in eine kurze Linearetappe über und kamen nahe einer der vier Strukturschleusen an der Innenseite des Paratronschirmes in den Normalraum zurück. Ohne die Geschwindigkeit zu verringern, flogen sie auf die vorprogrammierte Strukturschleuse zu, die sich erst im letzten Augenblick öffnete.

Da es von außerhalb nicht möglich war, die Vorgänge hinter dem Paratronschirm mit lichtschnellen oder auch hyperschnellen Ortungsimpulsen zu beobachten, wurden die CARNUNTUM und die HALLSTATT von den Schwarmschiffen erst bei der Ausschleusung entdeckt.

Bevor die Schwarmschiffe sich noch den neuen Gegebenheiten anpassen und ein Abfangmanöver durchführen konnten, hatten die beiden schnellen Kreuzer mit ihrem extrem hohen Beschleunigungsvermögen bereits einen ausreichend großen Sicherheitsabstand zwischen sich und ihre Verfolger gebracht.

Zwischen den beiden Schiffen und Imperium-Alpha wurden einige Rafferfunksprüche gewechselt, wobei die Sonden des Außenringes als Relaisstationen dienten.

CARNUNTUM: »Wir befinden uns auf Kurs. Die Schwarmschiffe haben wir erst einmal abgeschüttelt.«

Imperium-Alpha: »Dann werden wir die FLOWER GIRL anfunken. Geht auf Peilfrequenz und schaltet die Hyperortung ein!«

CARNUNTUM: »Funkortung läuft! Hyperortung auf Empfang!«

HALLSTATT: »Hyperortung auf Empfang! Funkpeilung läuft!«

Imperium-Alpha: »Terra ruft die FLOWER GIRL! FLOWER GIRL bitte melden. Wir haben Ihren Notruf empfangen. Starke Störgeräusche machten einwandfreien Empfang unmöglich, so dass wir erst jetzt antworten können. Senden Sie mit höchster Kapazität, damit wir Sie anpeilen können. Terra ruft Kapitän Pantyr Dragon von der FLOWER GIRL!«

FLOWER GIRL: »... verstanden ... höchste Zeit ... tatsächlich das Solsystem? ... phantastisch ... Peilung ermöglichen ...«

Imperium-Alpha: »Terra an FLOWER GIRL! Funken Sie weiterhin auf dieser Frequenz, bis wir ein klares Peilergebnis erzielt haben. Bleiben Sie auf Sendung, Kapitän Dragon!«

Während die Funkpeilung und die Hyperortung bei den beiden Leichten Kreuzern auf Hochtouren lief, kam es an Bord der CARNUNTUM zu einem Zwischenfall.

Der Astronom, der die wissenschaftliche Leitung der Expedition hatte, rief in der Hauptzentrale an und stellte den Kommandanten, Major Omar Voisell, zur Rede.

»Was geht hier vor?«, rief der Astronom aufgebracht vom Bildschirm des Interkoms. »Es war beschlossen, in die Regionen der Schwarmmitte einzufliegen. Warum weichen Sie um fast dreißig Grad vom ursprünglich vorgesehenen Kurs ab, Major?«

»Regen Sie sich wieder ab, Demidestapha«, sagte der Kommandant. »Wir haben Order erhalten, ein in Not geratenes Schiff zu bergen.«

Demidestapha beruhigte sich schnell. Er war jener Astronom, der zusammen mit seinem Zwillingsbruder, dem Ezialisten Demidegeve, den Beweis erbracht hatte, dass die vom Schwarm scheinbar verdrängten Sterne der Galaxis weiterhin an ihren Koordinaten existierten. Allerdings waren sie in energetische Sphären gehüllt und solchermaßen abgekapselt und im Schwarm nicht stofflich existent.

Demidestapha war mit den beiden Leichten Kreuzern ausgeschickt worden, die Natur dieser »energetischen Sphären« zu ergründen. Er sah jedoch ein, dass die Rettung in Not geratener Raumfahrer vorrangig behandelt werden musste.

»Kennen Sie die Koordinaten der Unglücksstelle?«, erkundigte sich Demidestapha.

»Ja, eben haben wir ein klares Peilergebnis erhalten«, antwortete Major Voisell. »Wir haben die Hypertaster auf die Quelle der Funkimpulse ausgerichtet und ... Aber das ist unmöglich?«

»Was ist passiert?«

»Die Funkimpulse kommen geradewegs aus der Koma eines Kometen!«

»Wieso soll so etwas unmöglich sein«, sagte Demidestapha zu dem verdutzten Kommandanten. »Die Koma eines Kometen bietet für ein Raumschiff einen geradezu idealen Ortungsschutz. Geben Sie mir die Koordinaten, dann kann ich unabhängig von der Ortungszentrale Untersuchungen anstellen.«

Nachdem Demidestapha die gewünschten Unterlagen bekommen hatte, gab er sie in die Automatik des 5-D-Teleskops ein, das sein verstorbener Zwillingsbruder konstruiert hatte.

Es behagt mir nicht, dass du von mir immer wie von einem Toten denkst, Stapha, meldete sich Demidegeves Geist.

»Schon gut«, murmelte der Astronom gedankenverloren und betrachtete den Bildschirm des Teleskops, der das Okular ersetzte.

Überhaupt nichts ist in Ordnung, begehrte Geve auf. Es ist auf den Tag genau zehn Wochen her, dass ich meinen Körper verlor und mich zu dir flüchtete. Mein Gott, manchmal wünsche ich mir, lieber tot zu sein, als in deinem Körper wie in einem Gefängnis eingesperrt. Hörst du mir überhaupt zu, Stapha?

»Da ist der Komet«, murmelte Stapha. Seit sein telepathischer Zwillingsbruder bei einem Raumschiffsunglück seinen Körper verloren hatte und sein Geist zu ihm geflüchtet war, hatte es sich Stapha angewöhnt, laut zu sich selbst zu sprechen. Es war die einzige Möglichkeit, sich trotz der störenden Gedanken seines Bruders zu konzentrieren.

Was hast du nur für einen knochentrockenen Wissenschaftlergeist, meldete sich wieder Geve. Hast du denn nur die Sterne im Kopf? Seit ich in dir bin, habe ich noch kein einziges weibliches Wesen zu Gesicht bekommen. Ich halte das nicht mehr aus!

»Lass mich mit deinen Weibergeschichten in Frieden«, sagte Stapha unwillig. »Du bist in meinem Körper nur Gast und musst dich meinen Wünschen fügen.«

Geve kicherte lautlos. Wetten, dass ich ganz leicht die Kontrolle über deinen Körper gewinnen könnte! Soll ich es dir zeigen?

Stapha saß über dem Bildschirm des Telekoms gebeugt, auf dem der Komet vergrößert zu sehen war, und stellte Berechnungen an. Plötzlich hoben sich seine Hände gegen seinen Willen und vollführten Schwimmbewegungen.

»Lass den Unsinn, Geve!«, rief Stapha zornig.

Ich verlange Gleichberechtigung, drangen Geves Gedanken zu Stapha durch. Erinnerst du dich noch an unsere Abmachung, dass wir unser beider Wesen zu einer starken Persönlichkeit vereinen wollten? Bisher hast du dich immer davor gedrückt.

Plötzlich sprach Geve durch Demidestaphas Mund: »Ich möchte, dass wir endlich aus unserer Symbiose etwas machen!«

Demidestapha hielt sich die Ohren zu.

»Es ist zum Wahnsinnigwerden mit diesem Quälgeist!« Er seufzte. »Also schön, Geve, wir werden uns ernsthaft über unser Problem unterhalten, aber lass mich vorher diese Sache zu Ende bringen.«

»Wir werden sie gemeinsam erledigen«, sagte Geve durch Staphas Mund.

Ein uneingeweihter Beobachter hätte den Astronomen für schizophren halten müssen, weil er mit zwei Stimmen sprach, die sich Rede und Antwort standen. Und in der Tat war es das auch – eine Schizophrenie auf parapsychischer Ebene: Zwei Personen wohnten in einem Körper, sprachen aus einem Mund.

»Wir sind noch zehn Milliarden Kilometer von dem Kometen entfernt«, stellte Geve fest.

»Er bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von fünfundvierzig Kilometern in der Sekunde vorwärts«, sagte Stapha. »Wenn er auf diesem Kurs bleibt, dann wird er in ungefähr achtzehn Jahren das Solsystem erreichen.«

»Wieso zweifelst du daran, dass er den Kurs beibehält?«, fragte Geve.

»Weil ich bezweifle, dass es sich um einen Kometen handelt, deshalb«, antwortete Stapha.

»Und worauf stützt du deine Vermutung?«

»Es ist reine Gefühlssache«, sagte Stapha. »Theoretisch wäre es möglich, dass das Solsystem während der Transition diesen Kometen eingefangen hat. Aber noch wahrscheinlicher ist es, dass die Götzen für uns eine Falle gestellt haben.«

»Schau einmal an, der knochentrockene Wissenschaftler gibt plötzlich etwas auf seine Gefühle«, spottete Geve. »Da bin ich aber gespannt, was dabei herauskommt.«

Demidestapha wollte die Beobachtung des Kometen weiterführen, doch dieser verschwand von einem Augenblick zum anderen vom Bildschirm. Ein Blick durch das Bullauge des Observatoriums zeigte ihnen, dass auch alle anderen Sterne des Weltraums verblasst waren.

»Linearetappe«, stellte Geve fest.

Kurze Zeit später fiel die CARNUNTUM wieder in den Normalraum zurück. Der Kugelraumer der Städte-Klasse war nun nur noch zehntausend Kilometer von dem Kometen entfernt und leitete das Bremsmanöver ein, um sich seiner Geschwindigkeit anzupassen.

Der Interkom schlug an, und Major Voisell meldete sich.

»Untersuchen Sie den Himmelskörper mit Ihren Instrumenten, Demidestapha«, bat er den Astronomen. »Ich brauche Ihre Ergebnisse schnellstens, um sie mit den Daten der Hyperortung vergleichen zu können.«

»Warum fordern Sie die Vergleichswerte nicht von der HALLSTATT an?«, erkundigte sich Demidestapha.

»Weil die HALLSTATT die Schwarmwachschiffe ablenkt, damit wir hier ungestört arbeiten können«, antwortete der Kommandant ungehalten. »Machen Sie schon, Demidestapha!«

Stapha nahm eine Feinjustierung des 5-D-Teleskops vor, tastete das Beobachtungsprogramm ein und wartete, bis die Automatik die Daten auswarf.

»Er sieht mir ganz und gar wie ein waschechter Komet aus«, meinte Geve spöttisch. »Er hat zwar noch keinen Schweif, dafür ist die Entfernung zur Sonne zu groß, aber die Koma ist schon recht stattlich, und auch die Enveloppe ist deutlich erkennbar. Was sagt dir dein Gefühl jetzt?«

»Selbst wenn es sich tatsächlich um einen Kometen handelt, kann er von den Götzen manipuliert worden sein«, sagte Stapha.

Das 5-D-Teleskop druckte die Untersuchungsergebnisse aus. Stapha warf einen kurzen Blick darauf, runzelte die Stirn und stellte eine Bildsprechverbindung zur Kommandozentrale her.

»Folgendes habe ich herausgefunden«, meldete er Major Voisell. »Die Koma durchmisst vier Kilometer und weist ein typisches Bandenspektrum auf, das das Kennzeichen für das Leuchten von Molekülen ist. Die chemische Verbindung von Kohlenstoff, Wasserstoff in Form von CH und Kohlenstoff-Stickstoff als Cyan herrschen bei den Neutralen vor. Bei den Ionen treten Kohlenmonoxyd und Kohlendioxyd hervor. Der Kern selbst durchmisst dreihundertfünfundzwanzig Meter und besteht zu 89,7 Prozent aus Eisen. Aber das ist noch nicht alles. So unwahrscheinlich es auch klingt – es ist auch eine Metalllegierung vorhanden, die dem Terkonitstahl entspricht.«

»Es ist Terkonitstahl!«, sagte Major Voisell. »Und zwar handelt es sich um eine Hohlkugel mit einem Durchmesser von 1,97 Meter. Das hat die Hyperortung einwandfrei ergeben.«

»Eine Bombe«, stellte Demidestapha fest.

»Strengen Sie Ihr Gehör an, Major, vielleicht hören Sie sogar das Ticken«, sagte Geve mit veränderter Stimme aus Demidestaphas Mund.

Major Voisell runzelte die Stirn. »Haben Sie Stimmbruch?«, fragte er.

Major Voisell nagte an seiner Unterlippe, während er auf den Bildschirm des Metalltasters starrte. Darauf war ein Ausschnitt des Kometenkerns als grauer Untergrund und darauf ein hellerer, stecknadelgroßer Punkt zu sehen. Der Farbenindex des Metalltasters wies den helleren Punkt eindeutig als Terkonitstahllegierung aus.

»Es könnte sich natürlich um eine unserer Robotsonden handeln«, vermutete der Kommandant der CARNUNTUM, »die die Notsignale des Forschungsschiffes FLOWER GIRL aufgefangen und gespeichert hat und nun abspielt. Sparks, wie ist der Empfang?«

Der Funker nickte. »Ausgezeichnet. Aus dieser Nähe wirkt sich die Koma des Kometen nicht mehr störend auf den Funkverkehr aus. Ich empfange den automatisch abgestrahlten Notruf einwandfrei.«

Der Erste Offizier wandte sich an den Kommandanten: »Wenn es sich tatsächlich um eine unserer robotischen Forschungssonden handelt, dann frage ich mich, wie sie auf den Kern des Kometen kam.«

»Die Götzen«, sagte Major Voisell in verschwörerischem Ton. »Die Götzen haben die Sonde präpariert und sie dann auf dem Kometen deponiert. Sie rechneten mit unserer Neugierde.«

»Ich glaube, Sie haben sich zu sehr von den Hirngespinsten des Astronomen beeinflussen lassen, Major«, sagte der Erste Offizier respektlos.

»Wieso?«

»Nun, Imperium-Alpha hat die FLOWER GIRL angerufen und Antwort erhalten«, begründete der Erste Offizier. »Auf dem Kometenkern muss sich demnach mehr als nur eine vollrobotische Anlage befinden. Vielleicht ist dieser Kapitän Dragon eine Schöpfung der Götzen – wer weiß? Aber andererseits wäre die Terkonitstahlkugel auch groß genug, um einem durchschnittlich großen Menschen Platz zu bieten.«

»Sie meinen, die Kugel könnte eine Art Rettungsboot sein?«, meinte Major Voisell zweifelnd. Er machte eine abschließende Handbewegung. »Genug der Spekulationen. Ich werde einen Funkspruch abschicken, und zwar über Telekom, damit die Schwarmschiffe die Sendung nicht anmessen können. Vielleicht erhalten wir dadurch Aufklärung.«

Der Kommandant der CARNUNTUM ließ aus dem Funkraum eine Telekomleitung in die Hauptzentrale legen. Vorher gab er Alarm an alle Gefechtsstationen. Er wollte gegen alle Eventualitäten gewappnet sein. Sollte sich die fast zwei Meter durchmessende Terkonitstahlkugel als eine Art trojanisches Pferd der Götzen herausstellen, dann würde er hart und erbarmungslos zuschlagen.

»Kreuzer CARNUNTUM ruft FLOWER GIRL«, sprach Major Voisell ins Telekom. »Wir sind ausgeschickt worden, um die Überlebenden des Forschungsschiffes FLOWER GIRL an Bord zu nehmen. Kapitän Pantyr Dragon, bitte melden! Die CARNUNTUM befindet sich dreißig Kilometer vom Kometenkern entfernt, wir haben alle Vorbereitungen für die Bergung getroffen.«

Major Voisell brauchte nicht lange auf eine Antwort zu warten.

»Es wird aber auch Zeit, dass man ein Rettungskommando geschickt hat«, ertönte eine empörte Frauenstimme aus dem Lautsprecher. »Wir dachten schon, Sie wollten bis zum Jüngsten Tag warten, bevor Sie sich zu der längst fälligen Rettungsaktion entschließen könnten. Was zögern Sie denn noch immer? Setzen Sie endlich Ihre Traktorstrahlen ein und bergen Sie die FLOWER GIRL.«

Dem Kommandant der CARNUNTUM schwindelte. Ihm verschlug es fast die Sprache. Alles, was er sagen konnte, war: »Kapitän Dragon ist nicht allein?«

»Dumme Frage«, kam wieder die wütende Frauenstimme aus dem Telekom. »Warum sollte er sich allein an Bord eines Forschungsschiffes befinden. Ich bin Dr. Daisy Dragon, Kosmohistorikerin und seine Schwester. Wenn Sie noch mehr über uns wissen wollen, dann holen Sie uns endlich auf Ihr Schiff. Wir haben lange genug ausgeharrt. Aber machen Sie schnell, sonst hetze ich Pluto auf Sie.«

»Pluto?«, machte Major Voisell. Er begriff immer weniger. »Soll das heißen, dass sich noch eine dritte Person in dieser winzigen Rettungskugel befindet?«

»Mann, sind Sie schwer von Begriff!«, stöhnte Dr. Daisy Dragon. »Erstens ist Pluto keine Person, sondern unser Hund, und zweitens handelt es sich nicht um eine Rettungskugel, sondern um das Forschungsschiff FLOWER GIRL!«

»Dieses Weib macht mich noch verrückt!«, sagte Major Voisell verzweifelt. »Ich begreife immer weniger. Verdammt! Wir haben eine Hohlkugel mit einem Durchmesser von 1,97 Meter geortet, aber kein Raumschiff. Wollen Sie mich ...«

»Nein!«, wurde er von der Frauenstimme unterbrochen. »Kommandant, die 1,97 Meter durchmessende Terkonitstahlkugel ist die FLOWER GIRL! Wenn Sie immer noch nicht begriffen haben, dann will ich Ihnen weiterhelfen. Welches Volk ist von so kleinem Wuchs, dass ...«

»Siganesen!«, platzte Major Voisell triumphierend heraus. Er lächelte entschuldigend in Richtung seines Ersten Offiziers und meinte: »Manchmal ist man auch wie vernagelt!«

Wenig später wurde das siganesische Forschungsschiff FLOWER GIRL mittels Traktorstrahl an Bord der CARNUNTUM geholt.

Das Eintreffen der beiden siganesischen Forscher und ihres Haustiers verursachte unter der Mannschaft von Imperium-Alpha einiges Aufsehen. Ihr Schicksal erweckte aller Interesse, vor allem aber stellte man sich die Frage, wie es ihnen gelungen war, mit der FLOWER GIRL in den Schwarm einzudringen.

Vorerst wurde darüber jedoch noch nichts bekannt, denn die siganesischen Geschwister und ihr winziger Hund mussten jene Kontrollen über sich ergehen lassen, die auf alle Neuankömmlinge in Imperium-Alpha warteten. In diesem speziellen Fall kam noch hinzu, dass man die Befürchtung hegte, die Götzen könnten irgendwie die Hände im Spiel haben.

Über das Aussehen und die Eigenschaften der beiden Siganesen erhielt die Mannschaft gleich nach ihrer Ankunft ziemlich erschöpfend Auskunft.

Professor Dr. Pantyr Dragon war 13,89 Zentimeter groß. Sein Fachgebiet war Mikrobiologie. Wenn man nach der allgemeinen Ansicht ging, dass Siganesen redegewandt, eitel, stolz waren und gegenüber normalgroßen Menschen ihre Winzigkeit mit Frechheit und Spott zu kompensieren versuchten, dann war Pantyr Dragon kein typischer Vertreter seines Volkes. Er war eher ein bescheidener, in seinen Äußerungen zurückhaltender Wissenschaftler, der nur aus sich herausging, wenn die Sprache auf sein Fachgebiet kam. In der frisch angelegten Personalakte wurde sein Alter mit 546 Jahren angegeben, sein Körpergewicht mit 583,17 Gramm.

Seine Schwester war da schon aus einem ganz anderen Holz geschnitzt. Sie war nur 12,54 Zentimeter groß und um fast zweihundert Jahre jünger – zumindest hatte sie ihr Alter mit 351 Jahren angegeben. Gucky, der sich bei ihrer Durchleuchtung in einem Nebenzimmer aufhielt und ihre Gedanken telepathisch überprüfte, wusste es jedoch besser.

Er behauptete: »Sie hat sich aus purer Eitelkeit glatt um hundert Jahre jünger gemacht.« Über ihre Redegewohnheiten wusste er zu sagen: »Sie ist frech wie ein Rohrspatz und hat ein Mundwerk wie ein Dauerredner.«

Als der Beamte, der ihre Personalakte anlegte, sie nach ihrem Geburtsort fragte, antwortete sie schnippisch: »Ich wurde auf Ertrus geboren. Sieht man mir das nicht an?«

Daisy Dragon besaß, wie alle Siganesen, eine lindgrüne Haut und tiefschwarzes Haar; für siganesische Begriffe war sie eine ausgesprochene Schönheit.

Pluto war eine Art siganesischer Schäferhund, 5,58 Zentimeter hoch und 7,34 Zentimeter lang. Er war nur schwer von Daisy Dragons Seite wegzubekommen, aber selbst nachdem sie ihn durch gutes Zureden dazu gebracht hatte, sich von ihr zu trennen, gestaltete sich seine Untersuchung schwierig.

Eine Minute lang saß er still, aber als er die auf einem Antigravstrahl schwebende Mikrosonde, die ihn durchleuchten sollte, über sich schweben sah, sprang er nach ihr und verschluckte sie.

Daisy Dragon erklärte später zu diesem Vorfall: »Sicher hat er die Sonde für eine Fliege gehalten. Er frisst nämlich für sein Leben gern Fliegen. Das hat er sich auf Taphour angewöhnt.«

Pluto besaß noch eine zweite Unart – er konnte an keinem Stiefel vorbeigehen, ohne ein Hinterbein zu heben.

»Das ist ebenfalls eine selige Erinnerung an Taphour«, erklärte Daisy während der folgenden Befragung, als Pluto von Guckys blankpolierten Stiefeln magisch angezogen, seinem inneren Drang nicht mehr widerstehen konnte. Gucky ließ ihn als Strafe dafür solange einen Meter über dem Boden schweben, bis Daisy versprach, fortan besser auf ihn aufzupassen.

Außer dem Mausbiber, dem siganesischen Geschwisterpaar und ihrem Mini-Schäferhund waren bei der Befragung noch drei weitere Personen anwesend:

Roi Danton, der an Stelle Perry Rhodans die Vernehmung leitete; Danton erhoffte sich neue Erkenntnisse und Informationen über den Schwarm und vielleicht Hinweise auf eine wirksamere Methode zur Bekämpfung der Götzen.

Der Astronom-Spezialist Demidestapha-Geve, der als astronomischer Berater hinzugezogen worden war.

Der Cyno Arman Signo, Techno-1 und Kommandant der ATON, die vor drei Monaten mit 60 Cynos auf Terra gelandet war. Arman Signo hatte das gleiche Aussehen angenommen wie die übrigen Männer seiner Mannschaft, von denen nur Kukuruzku eine Ausnahme bildete. Er war 1,85 Meter groß, schlank, schwarzhaarig, wirkte muskulös und besaß blaue Augen.

Der Cyno hatte darum gebeten, bei dieser Befragung dabeisein zu dürfen, um eventuell auftauchende Fragen von Wichtigkeit sofort zu klären und zu verhindern, dass die Terraner sich auf irrige Spekulationen einließen.

»Was hat es mit dieser Welt Taphour sonst noch auf sich?«, erkundigte sich Roi Danton. »Ich irre doch nicht, wenn ich annehme, dass es sich bei Taphour um einen Planeten handelt?«

»Sie haben richtig getippt«, bestätigte Daisy Dragon über die Verstärkeranlage ihrer Kombination. »Auf Taphour hat alles angefangen.«

Und dann erzählte sie ihre Geschichte, die bei Einbruch der Verdummungswelle begann und mit der abenteuerlichen Odyssee der FLOWER GIRL durch den Schwarm endete.

Daisy und Pantyr Dragon hielten sich schon zwei Wochen auf der Dschungelwelt Taphour auf, als sie endlich auf die Eingeborenen stießen, derentwegen sie gekommen waren.

Die Taphourer waren aus Echsen hervorgegangen. Sie besaßen Linsenköpfe wie die Blues, ein auf dem Schädel sitzendes, großes Teleskopauge und ein riesiges zahnbewehrtes Maul, das die Hälfte des flachgedrückten Kopfes beanspruchte. Ihre kurzen Hälse gingen in einen schlanken Oberkörper über, der sich im Unterleib birnenartig erweiterte. Sie hatten drei paar Arme mit fünffingrigen Händen und zwei kurze, stämmige Beine mit großflächigen Füßen. Sie waren intelligent und besaßen eine primitive Zivilisation: Holzhütten, einfache, steinerne Werkzeuge und Waffen, als Schmuck trugen sie bunte, behauene Steine und Trophäen von erlegten Raubtieren; sie bemalten ihre Schuppenkörper mit Erdfarben und machten auf primitiven Instrumenten Musik.

Das exotische Aussehen war für die Geschwister Dragon nicht maßgebend. Sie waren nur nach Taphour gekommen, um einem Gerücht nachzugehen, das sie auf Siga gehört hatten. Es hieß, dass die Taphourer einen ähnlichen Verkleinerungsprozess durchmachten wie die Siganesen. Daisy und Pantyr Dragon waren hergekommen, um das Geheimnis der Taphourer zu ergründen und vielleicht Rückschlüsse auf die noch nicht ganz erforschten Vorgänge auf Siga ziehen zu können.

Jetzt konnten sie sich mit eigenen Augen davon überzeugen, dass etwas Wahres an den Gerüchten sein musste. Es gab Taphourer, die fast zwei Meter groß waren, und andere, die kaum einen halben Meter maßen. An verschiedenen Körpermerkmalen konnten sie feststellen, dass es sich keineswegs um »Kinder« handelte. Es waren voll ausgewachsene Echsenwesen, nur eben ein Viertel so groß wie die übrigen.

Nachdem sie die Eingeborenen einige Tage aus der Sicherheit ihres Raumschiffes beobachtet hatten, fanden sie einige weitere Besonderheiten heraus.

Die kleinen Taphourer stellten die Herrscherklasse dar und wohnten im Wrack eines terranischen Raumschiffes, während die voll ausgewachsenen Taphourer die Holzhütten bewohnten und ihren kleineren Artgenossen Geschenke und Opfer darbrachten. Die Geschenke wurden an einem vier Meter hohen Holzobelisken abgeliefert, der die Form eines Stiefels hatte. Die Kleinen kamen nur aus dem Raumschiffswrack, um die Gaben anzunehmen und gleich darauf wieder zu verschwinden. In ihrer Begleitung befanden sich normalgroße terranische Hunde, deren Rasse aber nicht mehr zu erkennen war, weil sie offensichtlich eine Mutation durchgemacht hatten. Diese Hunde hatten die Angewohnheit, jedes Mal, wenn sie mit ihren kleinen Besitzern bei dem Obelisken ankamen, ein Bein zu heben. Als Pluto, Daisys siganesischer Schäferhund, das sah, tat er es seinen größeren Vettern nach. Diesen Brauch vergaß er auch nicht während der Verdummung.

Daisy und Pantyr Dragon besaßen an diese Zeit nur eine recht lückenhafte Erinnerung. Sie wussten nur noch, dass die gesamte Tierwelt von Taphour von diesem Tag an wie verwandelt war; ehemals friedliche Spezies wurden zu reißenden Bestien und fielen sogar über ihre eigenen Artgenossen her. Auch die Taphourer sanken in noch tiefere Primitivität zurück.

Eines Tages entdeckten die außer Rand und Band geratenen Eingeborenen die FLOWER GIRL und versuchten, die 1,97 Meter durchmessende Terkonitstahlkugel mit Prügeln und Steinen zu zerstören. Da Daisy und Pantyr Dragon ebenfalls verdummt waren, konnten sie das Schiff nicht starten und sich nur durch Flucht in die Wildnis retten.

Sie wussten nicht, wieviel Zeit vergangen war, als plötzlich am Himmel ein leuchtendes Gebilde auftauchte. Darin tat sich ein gigantischer Riss auf, in dem Taphour mitsamt seiner Sonne verschwand.

Gleichzeitig mit diesem Ereignis erhielten Daisy und Pantyr Dragon ihre Intelligenz zurück, ebenso wurden die Tiere und die Eingeborenen wieder normal. Erst jetzt gelang es den beiden Siganesen die Ereignisse zu rekonstruieren. In den Speichern ihres Raumschiffes fanden sich während der Verdummung automatisch aufgezeichnete Funksprüche, die ihnen einige Aufschlüsse gaben.

Die ganze Galaxis war verdummt, ein riesiges, lichtjahrtausendegroßes Gebilde war aufgetaucht, das der »Schwarm« genannt wurde. Dieser Schwarm hatte das Taphour-System aufgenommen, wodurch der Verdummungseffekt aufgehoben wurde.

Die siganesischen Geschwister begannen mit der Reparatur ihres Raumschiffs, das von den verdummten Eingeborenen beschädigt worden war. Dabei fanden sie auch heraus, was es mit dem angeblichen Verkleinerungsprozess der Taphourer auf sich hatte. Sie wurden Augenzeugen eines Rituals und sahen, wie die Eingeborenen Kleinkinder einbalsamierten und im Raumschiffswrack aussetzten. Damit war das Rätsel gelöst: Die solcherart mit Pflanzenextrakten behandelten Jung-Taphourer wuchsen nicht mehr und blieben Zeit ihres Lebens einen halben Meter groß. Auf diese Art und Weise schufen sich die Eingeborenen offensichtlich die Götzen, die sie anbeteten.

Daisy und Pantyr Dragon blieben nicht mehr lange genug, um die letzten Geheimnisse dieses Volkes zu ergründen. Als sie die Reparaturen an ihrem Raumschiff beendet hatten, verließen sie Taphour, um im Schwarm nach Siganesen oder anderen Menschenvölkern zu suchen.

»Das hätte ich beinahe zu erwähnen vergessen«, warf Daisy Dragon an dieser Stelle ein. »Auf Taphour gab es Schwärme von Fliegen, fette Brummer, die es aus irgendeinem Grund hauptsächlich auf Pluto abgesehen hatten. Dadurch wurde er zu einem meisterlichen Fliegenfänger und begann, diese Insekten als Delikatesse zu schätzen.«

Roi Danton hatte sich inzwischen die Unterlagen über den Planeten Taphour kommen lassen und meinte: »Taphour und seine Sonne Ran-Tpah gehörten zu den ersten Himmelskörpern dieser Galaxis, die vom Schwarm aufgenommen wurden. Aber das nur am Rande. Fahren Sie bitte fort. Jetzt kommen Sie langsam zu dem Punkt, der auch für uns interessant sein dürfte.«

»Mach du weiter, Pan«, bat Daisy Dragon ihren Bruder.

Die siganesischen Geschwister waren für die lange Reise gewappnet. Sie ahnten, dass sie in diesem fremden Universum nicht so schnell auf Wesen der Galaxis stoßen würden. Dennoch, so sagten sie sich, würde Taphour sicherlich nicht die einzige Welt sein, die vom Schwarm aufgenommen wurde.

Die erste Zeit widmeten sie dem Studium der innerhalb des Schwarms gebräuchlichen Sprache – dem Interkarties. Sie mieden die fremden Schiffe und begaben sich nur in die Nähe bewohnter Planeten, um ihre Kenntnisse in Interkarties zu vervollständigen.

Als sie die Basissprache perfekt beherrschten, widmeten sie sich wieder der vordringlichsten Aufgabe, der Suche nach Menschen. Sie durchkreuzten den Schwarm wochenlang nach allen Richtungen und kamen dabei oftmals in die gefährliche Nähe von Kriegsschiffen des Schwarms. Obwohl die FLOWER GIRL im Vergleich zu der riesigen Weite des Schwarms nur ein winziges Staubkörnchen darstellte, wurde sie einige Male geortet und entging der Vernichtung durch Strahlenbeschuss nur knapp.

Einmal kreuzte die FLOWER GIRL den Weg einer Wabenschiff-Flotte. Durch Abhören des Funkverkehrs erfuhren Daisy und Pantyr Dragon, dass sich an Bord »teilungsbedürftige Karties« befanden, die den Schwarm verlassen wollten, um in der Galaxis eine Geburtswelt aufzusuchen. Damit stand ihr Plan augenblicklich fest. Aber noch bevor sie sich der Flotte der »Gelben Eroberer« anschließen konnten, wurden sie von starken hypnosuggestiven Impulsen überschwemmt. Es gelang ihnen gerade noch, sich dem fremden Zwang durch ein Überwechseln in den Linearraum zu entziehen.

Sie gaben ihre Hoffnung dennoch nicht auf, eines Tages in die Galaxis entfliehen zu können. Während sie durch Abhören des Funkverkehrs auf ihre zweite Chance warteten, setzten sie ihre Suche nach einer Welt mit Menschen fort.

Dabei stießen sie auf Kristallplaneten, auf Planeten mit seltsamen Bewohnern und fremdartigen Zivilisationen, auf eine Sonne mit vier Lichtjahren Durchmesser (wie sich herausstellte, handelte es sich dabei um die Zentrale Statiksonne, deren einziger Planet Stato von den Terranern später vernichtet worden war), auf Schwarmflotten mit Schiffen der seltsamsten Formen – und schließlich wieder auf eine Teilungsflotte der Karties.

In den Schiffscomputern der FLOWER GIRL waren alle bisher gesammelten Daten gespeichert und die beiden siganesischen Wissenschaftler waren überzeugt, dass diese Unterlagen dem Solaren Imperium bei der Bekämpfung dieses anscheinend übermächtigen Gegners behilflich sein konnten. Sie schlossen sich der Teilungsflotte an und sahen, wie die Wabenraumschiffe gegen den undurchdringlich gewordenen Schmiegeschirm prallten und verglühten.

Die FLOWER GIRL kehrte um und machte sich wieder auf die Suche nach Menschen. Daisy und Pantyr Dragon hatten ihre Hoffnung auf einen Erfolg schon beinahe aufgegeben, als sie nach einer Linearetappe auf das vom Paratronschirm umspannte Solsystem stießen. Anfangs vermuteten sie nur, das Solsystem vor sich zu haben, da sie nicht wussten, dass es vom Schwarm aufgenommen worden war. Aber ihre Vermutung wurde bald zur Gewissheit, als sie eine Reihe von Funksprüchen abhörten, die zwischen den solaren Stationen und den im Schwarm befindlichen 4000 terranischen Schiffen ausgetauscht wurden.

Aus dem Schutz des Kometen, wohin sie sich wegen der vielen patrouillierenden Schwarmschiffe zurückgezogen hatten, sandten sie ihren Notruf ab.

»Dort holte uns die CARNUNTUM mit Traktorstrahlen an Bord«, endete Pantyr Dragon.

Seine Schwester schloss sofort an: »Bestimmt ist vieles von dem Material, das wir gesammelt haben, längst überholt. Aber manches davon könnte immerhin neue, bisher unbekannte Erkenntnisse bringen. Und wenn es nur dazu dient, Wesen wie jene aus dem Meteorschwarm, oder die Bewohner des Planeten mit dem goldenen Ringsystem zu studieren und besser verstehen zu lernen ...«

»Was wissen Sie über Tronko Y Artefo?«, unterbrach Arman Signo die Siganesen. Aller Augen richteten sich auf den Cyno, der zum ersten Mal sein Schweigen brach.

»Ich habe diesen Namen vorher noch nie gehört«, sagte Daisy Dragon überrascht.

Arman Signo lächelte entschuldigend. »Verzeihen Sie, ich habe einen zu raschen Gedankensprung gemacht. Sie erwähnten einen Planeten mit einem goldenen Ringsystem. Haben Sie ihn selbst gesehen?«

»Wir sind mit der FLOWER GIRL in einigen Millionen Kilometern an ihm vorbeigeflogen«, erklärte die Siganesin. »Aber wir haben Aufnahmen gemacht, auf denen das golden leuchtende Ringsystem deutlich zu sehen ist. Außerdem befinden sich die Koordinaten dieses Planeten im Bordcomputer der FLOWER GIRL.«

»Tronko Y Artefo«, murmelte Arman Signo. Er wandte sich an Roi Danton: »Könnten Sie eine Besprechung mit Perry Rhodan für mich vereinbaren? Ich habe ihm eine wichtige Mitteilung zu machen.«

»Hängt es mit diesem Planeten zusammen?«, fragte Danton.

»Jawohl, damit – und mit dem Tabora.«

2.

»Es freut mich, Signo, dass Sie sich wieder zur Zusammenarbeit mit uns entschlossen haben«, sagte Perry Rhodan und erhob sich von seinem Platz, als der Cyno und Gucky in dem kleinen Büro materialisierten.

Atlan und Lord Zwiebus blieben am Arbeitstisch sitzen. Der 2,20 Meter große Pseudo-Neandertaler trug eine maßgeschneiderte Kombination und hatte die unvermeidliche Keule zwischen den Beinen eingeklemmt. Er fühlte sich in seiner Kleidung sichtlich unwohl, rutschte ständig auf seinem Platz herum und kratzte sich an allen möglichen Körperstellen.

Das veranlasste Gucky zu der Bemerkung: »Wenn du Ungeziefer hast, dann musst du es nicht unbedingt so aufdringlich demonstrieren.«

Lord Zwiebus grunzte nur. Er machte ein düsteres Gesicht und betrachtete den Cyno mit gesenktem Kopf. Die Gegenwart eines Cynos machte ihn immer unsicher. Sein Instinkt sagte ihm, dass mit diesen humanoid erscheinenden Wesen einiges nicht stimmte.

»Wir sind gekommen, um mit den Terranern zusammenzuarbeiten, Rhodan«, sagte Arman Signo. »Wenn wir bisher zurückhaltend waren, dann lag das an den Umständen. Es war gut, dass Sie mich an der Vernehmung der beiden Siganesen teilnehmen ließen. Ohne es selbst zu wissen, haben sie uns einen sehr wichtigen Hinweis gegeben. Jetzt haben wir einen Ansatzpunkt.«

»Die Dragons haben einen Planeten mit einem golden leuchtenden Ringsystem entdeckt, das den Saturnringen ähnlich sein dürfte«, platzte Gucky heraus, der sich an den Rand des Arbeitstisches gesetzt hatte und die Beine herunterbaumeln ließ. »Als Signo das hörte, war er auf einmal ganz aus dem Häuschen. Stimmt's?«

»Das ist richtig – wenn sich die letzte Redewendung auf meinen Zustand der Aufregung bezieht«, stimmte Arman Signo zu. »Uns ist ein Planet mit einem goldenen Ringsystem seit langer Zeit unter der Bezeichnung Tronko Y Artefo bekannt. Diese Welt birgt ein wertvolles Geheimnis.«

»Tronko Y Artefo – das bedeutet soviel wie Hüter der Reinheit«, murmelte Atlan.

»Das ist ziemlich exakt übersetzt«, bestätigte der Cyno.

Rhodan runzelte die Stirn. »Warum haben Sie uns von dieser Welt noch nicht erzählt, Signo?«, fragte er.

»Was hätte es für einen Sinn gehabt?«, sagte Signo und blickte Rhodan in die Augen. »Wenn ich Sie über die Existenz dieser Welt informiert hätte, wäre Ihnen damit nicht geholfen gewesen. Denn die Koordinaten hätte ich Ihnen nicht nennen können – sie sind auch mir nicht bekannt. Tronko Y Artefo ist erst jetzt wieder aktuell geworden, da die siganesischen Forscher durch Zufall darauf gestoßen sind.«

»Ich habe das Gefühl, dass Sie noch viel wertvolles Wissen vor uns verbergen, Signo«, sagte Atlan und sah den Cyno durchdringend an.

Der lächelte schwach. »Wenn ich den Terranern all mein Wissen preisgeben würde, dann wäre damit nur ihre Neugierde gestillt – aber helfen würde es ihnen nicht.«

»Lassen wir das«, verlangte Rhodan. Er wandte sich an den Cyno. »Sind Sie bereit, uns zu sagen, welches Geheimnis der Planet mit dem seltsamen Namen Hüter der Reinheit verbirgt?«

»Ich sagte schon, dass das Problem jetzt aktuell geworden ist«, antwortete Arman Signo. Er zögerte.

»Wir hören«, drängte Atlan.

Lord Zwiebus beugte sich in seinem Sitz weit vor und umfasste den Griff seiner Keule mit beiden Händen. Gucky sprang vom Tisch, als sich der Cyno langsamen Schritts näherte und neben Atlan Platz nahm. Der Arkonide und Rhodan ließen ihn nicht aus den Augen.

Arman Signo schloss die Augen und begann zu erzählen.

»Vor langer Zeit genoss mein Volk die Freundschaft eines unscheinbaren, aber mächtigen Wesens. Sein Name lautet Tabora. Das Tabora besitzt unglaubliche, ja, unheimliche Fähigkeiten, die aufzuzählen ich im Augenblick nicht in der Lage bin. Solange mein Volk die Freundschaft des Tabora genoss, ging alles gut. Aber dann wurde es von Verrätern aus unseren eigenen Reihen entführt. Das Tabora galt für uns lange Zeit als verschollen, bis wir dahinterkamen, dass es den Karduuhls zugespielt worden war. Es bedurfte langwieriger Nachforschungen, um herauszufinden, wo die Götzen das Tabora versteckt hielten. Endlich bekamen wir die Information, dass es nach Tronko Y Artefo gebracht worden war, zu jener Welt, die als einzige ein golden leuchtendes Ringsystem besitzt. Damit war uns allerdings nicht geholfen, weil uns die Koordinaten des Planeten nicht bekannt waren.«

Der Cyno machte eine Pause und blickte Rhodan an. Noch bevor irgend jemand etwas sagen konnte, fuhr er fort: »Jetzt sind wir im Besitz dieser Koordinaten. Es kann keinen Zweifel daran geben, dass der Planet mit dem goldenen Ringsystem, den die beiden siganesischen Wissenschaftler entdeckten, mit dem Hüter der Reinheit identisch ist. Rhodan, wir haben die Möglichkeit, diese Welt anzufliegen und den Götzen das Tabora zu entreißen.«

Rhodan hatte das Kinn nachdenklich in die Hand gestützt. Nach einigen Sekunden des Schweigens sagte er: »Wer weiß, ob dieses Wagnis dafürsteht.«

»Es steht dafür«, versicherte Arman Signo eifrig. »Das Tabora besitzt ungeheure Macht, seine Fähigkeiten sind beinahe ultimat.«

»Das ist eine ziemlich nebulöse Umschreibung«, warf Atlan spöttisch ein.

»Das ist richtig«, meinte auch Rhodan. »Sie werden uns schon etwas mehr über das Tabora sagen müssen, Signo, wenn Sie uns dafür interessieren wollen.«

»Sie glauben doch nicht, dass ich Sie belüge!«, rief Arman Signo empört aus. »Ich versichere Ihnen, dass alle meine Angaben richtig sind.«

»Das Dumme daran ist nur, dass Ihre Angaben nichts als vage Andeutungen sind«, meinte Rhodan und lächelte schwach. »Sagen Sie uns präzise, was das Tabora eigentlich ist.«

Der Cyno wand sich. »Das Tabora ist der Schlüssel zur Macht im Schwarm. Mehr kann ich darüber nicht sagen. Wer es besitzt und wer vor allem seine Freundschaft genießt, der kann den Schwarm indirekt beherrschen.«

»Das hört sich vielversprechend an«, sagte Rhodan. »Aber was ist das Tabora nun wirklich? Auf welche Art und Weise kann man über dieses Wesen zur Macht im Schwarm gelangen?«

»Das Tabora war eines der bestgehüteten Geheimnisse meines Volkes«, antwortete der Cyno.

Rhodan seufzte resigniert.

Atlan beugte sich zu dem Cyno hinüber und sagte: »Warum diese Ausflüchte, Signo? Geben Sie uns eine Beschreibung des Tabora. Wenn wir es suchen sollen, dann müssen wir auch wissen, wonach wir suchen. Erläutern Sie uns seine Fähigkeiten, damit wir eine Vorstellung davon haben, welcherart seine Macht ist.«

»Ich bin nicht in der Lage, weitere Auskünfte darüber zu geben«, sagte Signo unnachgiebig. »Aber wenn Sie meinen Vorschlag annehmen und eine Expedition nach Tronko Y Artefo starten, dann werde ich Sie begleiten. Oder können Sie sich dazu

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