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Töchter der Triaden - Band3

Töchter der Triaden - Band3

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Töchter der Triaden - Band3

Länge:
388 Seiten
5 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
10. Sept. 2014
ISBN:
9783958650305
Format:
Buch

Beschreibung

Der Wirtschaftsanwalt und Berater einer chinesischen Triade, Perkin, glaubt am Ende seiner Odyssee zu sein. Diese hatte ihn nach Südchina, Macau, Hongkong und Japan geführt. Da eröffnet ihm seine zukünftige Frau, dass sie krank ist. Sie benötigt einen geeigneten Stammzellenspender. Die Zeit eilt. Aber auf dem Rückflug nach Singapur gibt das Schicksal keine Ruhe. Ihr Flugzeug muss auf indonesischem Hoheitsgebiet notlanden. Und hier wird Perkin mit Haftbefehl gesucht...
Herausgeber:
Freigegeben:
10. Sept. 2014
ISBN:
9783958650305
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Töchter der Triaden - Band3 - Hef Buthe

Töchter der Triaden

Teil 3

Falschspiel

Asien-Trilogie

Hef Buthe

Impressum:

Cover: Karsten Sturm, Chichili Agency

Foto: fotolia.de

© 110th / Chichili Agency 2014

EPUB ISBN 978-3-95865-030-5

MOBI ISBN 978-3-95865-031-2

Urheberrechtshinweis:

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotografie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Autors oder der beteiligten Agentur „Chichili Agency" reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Kurzinhalt

Der Wirtschaftsanwalt und Berater einer chinesischen Triade, Perkin, glaubt am Ende seiner Odyssee zu sein. Diese hatte ihn nach Südchina, Macau, Hongkong und Japan geführt. Da eröffnet ihm seine zukünftige Frau, dass sie krank ist. Sie benötigt einen geeigneten Stammzellenspender. Die Zeit eilt. Aber auf dem Rückflug nach Singapur gibt das Schicksal keine Ruhe. Ihr Flugzeug muss auf indonesischem Hoheitsgebiet notlanden. Und hier wird Perkin mit Haftbefehl gesucht…

1 Jakarta

Zwei kräftige Arme halfen uns aus dem Boot. Es hatte uns vom Hotelstrand des Bali Hilton an das schwimmende Flugzeug gebracht. Ich erkannte den Mann sofort, er mich aber nicht. Auf meiner Mönchsglatze stachen die ersten Haare wieder durch die Kopfhaut. Noch sah ich obenherum wie ein Kapuziner Affe aus, der den Friseur geschwänzt hatte. Dafür wuchs mein Gesichtshaar umso schneller. Mit dem Fünftagebart glich ich mehr einem Primaten als meinem Passbild.

Es war der rothaarige Ire Jack, der in Singapur meinen Fluchthelfer, den Kühlwagenfahrer, kurzerhand eliminiert und mich in sein Rennboot verfrachtet hatte, um mich auf hoher See seinem Zwillingsbruder zu übergeben. Der hatte mich mit einem Wasserflugzeug gleicher Bauart innerhalb der chinesischen Gewässer in einem Schlauchboot abgesetzt und der Dinge harren lassen, die da kommen würden. Und an den Begebenheiten, die dann gekommen waren, knabberte ich jetzt noch, oder vielleicht schon wieder.

Siu schwang sich in den freien Co-Pilotensitz. „Ich darf doch?, säuselte sie. „Ich bin schwanger und da ist mir der Laderaum zu unbequem. Der Ire nickte und brachte die Maschine in den Wind. „Wenn Sie mir noch sagen, in welche Richtung ich Sie bringen soll, will ich nichts mehr von Ihnen wissen."

Ich suchte mir den Sitz hinter dem Piloten, der vor Urzeiten einen Sinn für einen Beobachter, Funker oder Bordingenieur gehabt hatte. Er war klappbar und bequemer als der Frachtboden, der mit allerlei Gebinden in Jutesäcken vollgestopft war.

„Wer hat Sie beauftragt und wurden Sie schon bezahlt?", schwang mein Misstrauen mit. Der Ire nickte und trieb die Maschine zur Höchstleistung. Siu beobachtete jeden seiner Handgriffe und was er wann tat, wenn die Instrumente etwas anzeigten. Wir hoben ab.

„Mir wurde Geld gezahlt und man hat mich telefonisch informiert, dass mir das Ziel erst von einer Frau nach dem Start mitgeteilt würde. Mehr weiß ich nicht. Also. Wir sind in der Luft. Wohin soll ich jetzt fliegen? Ich habe für viertausend Kilometer Treibstoff an Bord. Service gibt es nicht." Der Ire musterte Siu und steckte sich eine Zigarre an. Die Frage war berechtigt. Wohin wollten wir eigentlich? Jeder Mensch hatte nach einem Abenteuer nur einen Wunsch, nach Hause zu kommen. Das kannte er und dort fühlte er sich sicher. Siu musterte mich und schien auf die gleiche Antwort zu warten. Ich war mir nicht schlüssig, ob es in der Situation, in der ich mich befand, einen Sinn machte, jetzt Singapur direkt anzufliegen.

„Wir fliegen nach Norden, entschied ich. „Auf der Höhe von Jakarta werde ich weiter entscheiden.

„Wie Sie meinen, Sir. Ich bin hier nur der Kutscher." Der Ire stieg auf Höhe und legte die Maschine in eine Linkskurve.

Siu rollte mit den Augen und fauchte mich auf Kantonesisch an: „Spinnst du jetzt komplett? Trägst du dich etwa mit dem Gedanken, die Angelegenheit Habibie alleine auszufechten, ohne die Informationen von Helen abzuwarten?"

Ich atmete tief durch und schüttelte den Kopf. Ich würde es schon irgendwie schaffen, die Situation, wie Siu es formulierte, auszufechten. Ich kannte Helen. Sie liebte alles, was glänzte und nach Geld roch. Sie hatte Ho zur Ehe zwingen wollen, was auch vielleicht geklappt hätte, wenn sie nicht das Kind, unser Kind, verloren hätte. Helen war bei Ho und würde alles tun, um auch dort zu bleiben. Sie liebte es, im Zentrum der Macht zu sein. Seit ihrer Entführung durch Ho in Hongkong würde sie sich inzwischen wieder unentbehrlich gemacht haben. Das war ihre Spezialdisziplin als Anwältin.

„Helen wird mir nicht mehr helfen, murmelte ich. „Ich muss es alleine versuchen. Ich kann es auf keinen Fall auf einen Prozess ankommen lassen, nur weil Habibie sich vor seinem Volk rechtfertigen muss, wozu 500 Millionen für die Produktion eines blöden Wasserflugzeugs in den Urwald gesetzt wurden.

Siu schürzte die Lippen und nickte andeutungsweise.

„Verstehe, du darfst dein Gesicht in Singapur nicht verlieren, probierst es alleine und, solltest du gewinnen, ist deine Reputation wieder hergestellt. Du bist dann vertrauenswürdig für die Gauner, die die Börse manipulieren." Sie streifte sich die Kopfhörer über und sah in die Nacht hinaus. Die grün leuchtenden Instrumente und die Glut der Zigarre des Piloten waren unsere einzigen Begleiter.

„Perkin, hör dir das mal an. Du kannst doch diese Sprache", riss mich Siu aus dem Halbschlaf und stülpte mir den Hörer über die Ohren. Es dauerte ein paar Sekunden, bis ich die Sprache einsortiert hatte. Es war Deutsch. Eine Frau sprach mit unserem Piloten, der sich offensichtlich keine Sorgen machte, dass hier jemand an Bord Deutsch verstand. So ließ er Siu bewusst oder unbewusst am Sprechfunk mithören.

„Welche Richtung hat der Fluggast vorgeschlagen?"

„Vorerst Jakarta und dann weitere Anweisungen. Es scheinen Chinesen auf der Flucht vor den Behörden zu sein", knurrte der Pilot.

„Wo bist du jetzt? Er sah auf das GPS. „Nähere mich Bawean, ein Eiland ohne Flughafen. 180 Kilometer östlich von Surabaya. Etwa auf halbem Weg in der Javasee nach Kalimantan.

„Wie kommt man da wieder weg?"

Der Pilot lachte trocken.

„Mit der Fähre, die einmal die Woche kommt, oder man versucht es mit einem Privatboot. Aber die Einheimischen dort sind eher Seeräuber als hilfreiche Menschen. Ich würde dort keine Nacht bleiben wollen." Die Stimme tuschelte mit jemandem.

„Gut, täusche einen Schaden vor und setze deine Passagiere dort aus, und hör sofort auf lebende Fracht zu fliegen, wenn das nicht mit uns abgesprochen ist. Pause und knatternde Geräusche. „Liefer die Ladung wie besprochen ab, und dann will der Boss mit dir über deine Nebengeschäfte reden. Out and over. Der letzte Befehl klang gepresst und verhieß für Jack nichts Gutes.

Ich reichte Siu den Kopfhörer zurück und erklärte in schnellen Sätzen, um was es ging und wer unser Pilot war. Sie nickte. „Dann lachen wir mal eben, als hätten wir einen Witz gemacht und ich konzentriere mich auf den Landevorgang. Diese alte Dame von Flugzeug ist nicht leicht zu fliegen. Wenn ich weiß, wie das geht, lege ich den Piloten um. Wenn man ihn findet, können es ja Seeräuber gewesen sein."

Nach Witzemachen war mir absolut nicht. Siu zog ein besorgtes Gesicht. „Ich habe von deiner Entführung damals nicht viel mitbekommen, aber die hatte Xantia ausgeheckt. Ob July daran beteiligt war, kann ich nicht nachvollziehen. Die war mit der Organisation des Ho Imperiums beschäftigt." Sie sah dem Iren zu, der begann der Anweisung zu folgen und in einen langsamen Sinkflug überging. Der rechte Motor begann zu stottern und setzte dann ganz aus.

„Sorry. Wir haben ein technisches Problem. Ich muss mal kurz landen, kommentierte er und schaltete die Landescheinwerfer ein. „Dauert nicht lange. Die alte Dame hat mal wieder Verdauungsprobleme. Das kenne ich schon.

Siu folgte jeder Handbewegung und glich sie mit den Ergebnissen der Instrumente ab.

„Ob sich Mutter und Kind noch lange solch einen Stress leisten könne, wage ich zu bezweifeln, murmelte sie. „Also lass dir mit unserer Heirat mal langsam etwas einfallen. Das Kind braucht einen Vater, bevor es das Licht der Welt erblickt.

„Du wirst hier niemand töten. Ich muss wissen, wer die Frau ist, die hier die Befehle in perfektem Deutsch gibt", fauchte ich.

Siu schüttelte den Kopf. „Wie mein Herr und Gebieter wünscht. Aber ich darf mich doch über den Landevorgang schlaumachen. Oder? Wenn der Kerl einen Fehler oder nur die geringste Bewegung macht, die nicht zum Führen eines Flugzeugs dient ...", dann schwieg sie und registrierte jeden Vorgang, der nötig war, um einen fliegenden Dinosaurier zu landen, der auch noch schwimmen konnte.

„Wo landen wir?", versuchte ich Siu vom Piloten abzulenken. Sie war wieder verdächtig nervös, und somit konnte sie sehr spontan reagieren.

„Da vorne unter uns liegt eine kleine Insel. Sehen Sie sie? Der Ire zeigte auf ein Eiland, das mitten in einer vom Vollmond glitzernden See schwamm. „Es nennt sich Bawean und hat einen geschützten Hafen. Da kann ich den Schaden reparieren, und Sie können sich solange die Beine vertreten. Am Pier gibt es ein kleines Lokal, in dem es immer etwas zu essen gibt … das kann ich empfehlen. Ich bedaure die Panne, möchte aber nicht, dass die Lady verhungert. Siu kochte innerlich und versenkte die rechte Hand da, wo der Revolver steckte.

„Was ist das für ein Drehschalter über uns?" Sie deutete auf die Bedientafel an der Cockpitdecke, die auch die beiden Gashebel für die Motoren barg. Der Ire ließ sich nicht beirren und bereitete die Landung vor.

„Könnten Sie bitte ihr Fenster aufmachen? Ihre Zigarre stinkt und mein Kind verträgt das nicht." Der Pilot zog die Scheibe zur Seite und warf seinen Stumpen hinaus.

„Sorry, daran habe ich nicht gedacht. Aber jetzt muss ich mich konzentrieren."

Siu hatte plötzlich beide Hände oben. Die Rechte gab einen Schuss durch das geöffnete Fenster und die Linke drehte an dem Schalter, von dem sie gewusst haben musste, wozu er diente.

„Starten Sie jetzt bitte den ausgefallenen Motor, und dann fliegen Sie in die Richtung, die Ihnen mein Begleiter vorgegeben hat. Sie haben angeblich für viertausend Kilometer Treibstoff an Bord. Warum schalten Sie dann den Tank für den Motor ab, um einen Defekt vorzutäuschen? Hat das etwas mit dem Funk von vorhin zu tun? Antworten Sie wahrheitsgemäß. Sonst lege ich Sie um. Ich bin nämlich nicht nur schwanger und eine blöde Frau, sondern auch Pilotin, die sich schon mit diesem Oldtimer vertraut gemacht hat. Es würde mich geradezu jucken, dieses Ding mal selbst zu fliegen. Ich glaube, ich lege mir auch so ein Flugzeug zu. Geben Sie es freiwillig ab, oder muss ich Sie hier irgendwo versenken?" Jack knurrte etwas in einem Dialekt, das nicht freundlich klang, startete den Motor und zog die Maschine wieder auf die Flughöhe von zweieinhalbtausend Metern.

Siu kontrollierte jede seiner Bewegungen und schoss wieder. Der Ire schrie auf und hielt sich den Schenkel.

„Sind Sie wahnsinnig geworden? Siu schüttelte den Kopf. „Nein. Sie ändern unmerklich mit dem Seitenruder die Flugroute Richtung Kalimantan. Das war nicht vereinbart, Jakarta war vorgegeben. Aber, zu Ihrer Beruhigung, ich bin auch noch Ärztin und den Streifschuss werde ich Ihnen bei Gelegenheit behandeln. Also, keine Tricks mehr.

Der Ire biss die Zähne zusammen und nahm den alten Kurs ein. Siu schmunzelte.

Die Sonne ging langsam auf. So wie damals, als ich noch in dem Rennboot gesessen hatte, in dem mich unser jetziger Pilot im Jachthafen von Singapur entführt hatte.

„Herr Anwalt, der Klient gehört Ihnen", lächelte sie.

Alles, was ich von ihm wusste, war eigentlich nur, dass sein Vornamen Jack war. Ein Allerweltsname, der stimmen konnte oder auch nicht. Alles andere würde vor keinem Gericht der Welt Bestand haben, da es unter Waffengewalt erzwungen worden war. Jack erhielt seine Befehle für seine Fracht von immer anderen Zentralen, die ihn im Voraus und in bar bezahlten. So hatte ihm ein Bote hunderttausend für unseren Flug überbracht. Sonst flog er mal hier hin, mal dort hin. Alle Ziele lagen irgendwo im indonesischen Inselgewirr, für das die Wasserflugzeuge der Donner Flugzeugwerke gedacht waren, deren indonesische Produktion aber schon vor Baubeginn durch massive Betrügereien seitens der deutschen Hersteller abgestürzt war.

Siu behielt den Kompass und das GPS im Auge. In einer Stunde würden wir uns auf der Höhe von Jakarta befinden und ich musste eine Entscheidung treffen, in welcher Richtung ich weiterfliegen wollte. Von Jakarta waren es nur verlockende vier Stunden Flug nach Singapur, um in der Sicherheit des Vogels zu sein, der in seinen Käfig heimkehrte. Aber ich konnte mir keinen Mehrfrontenkrieg leisten, wenn ich, von welcher Seite auch immer, in den Lizenzkampf um Macau eingespannt wurde. Mir fielen ChiChis Vorträge über die Strategien von Sunzi ein: Wenn du deinen Feind schlagen willst, werde sein Freund.

„Wie ist die Kennung der Maschine? Ich klopfte Jack auf die Schulter. Der zuckte zusammen und sah sich sofort mit Sius Waffe konfrontiert. „HK-S 508. Ist ja schon gut. Die Lady ist mir zu nervös. Sind alle Schwangeren so unberechenbar? Darauf erhielt er keine Antwort.

„Siu, du wirst mich jetzt mit dem Tower des Soekarno Airport Jakarta verbinden. Gerate bitte nicht wieder an einen Verehrer von July."

Jack hieb auf das Steuer ein. „Das geht nicht. Sie wollen da doch wohl nicht landen?"

„Warum nicht? Das Flugzeug hat ein Fahrgestell, um auch auf Pisten oder Flugzeugträgern zu landen. Oder sehe ich das falsch? Hat es vielleicht mit der Ladung zu tun, die hinten in Säcken schlummert? Wartet vielleicht die Polizei auf dich?" Jack wischte sich den Schweiß von der Stirn. Er sollte langsam verbunden werden. Die Hose tränkte sich mit Blut.

„Woher soll ich wissen, was ich transportiere? Ich hole es bei A ab und bringe es nach B", versuchte er eine Erklärung.

„So, wie du mich im Jachthafen von Singapur aufgesammelt hast, um mich an deinen Bruder zu übergeben. Der wusste auch von nichts. Ihr wisst immer alle von nichts, aber genau, wohin ihr das „Nichts abzuliefern habt. Siu, stell mir eine Verbindung her.

Siu atmete tief durch, sagte aber nichts und rief den Tower.

„So, so. Die Maschine ist in Hongkong gemeldet. Ich stützte mich auf Jacks Schultern ab. „Damit ist sie bei der Fluggesellschaft der Cathay und bei einem Stanley Ho als Eigentum in den Büchern ... sehr interessant.

„Die Verbindung steht." Siu zog sich die Sprecheinheit vom Kopf und reichte sie mir.

„Soekarno Tower? Hier spricht Perkin Elmar. Wir wurden entführt und ich bitte um Begleitschutz, da wir mit der Maschine keine Erfahrung haben. Weiterhin bitte ich darum, mit Staatspräsident Dr. Jusuf Habibie direkt verbunden zu werden. Er erwartet mich." Einen Moment schwieg der Tower, es knisterte nur.

„Tower an HK-S 508. Wir haben Sie auf dem Bildschirm, und Sie müssen wir an die Sicherheit übergeben. Zwei Abfangjäger sind auf dem Weg zu Ihnen. Folgen Sie deren Anweisung, sonst wird man Sie abschießen. Out an over."

Jack schüttelte den Kopf. „Tut mir leid, Mr. Perkin. Das war ein blöder Auftrag. Wir brauchten das Geld. Wenn Sie es als Genugtuung sehen wollen … mein Bruder wurde damals öffentlich als amerikanischer Spion hingerichtet." Siu spielte mit dem Revolver.

„Wer war der Auftraggeber?"

Jack zuckte kurz die Schultern. „Das weiß ich nicht. Wir bekamen eine Million versprochen, wenn wir nach einem bestimmten Plan vorgingen, eine männliche Person bei der Überführung zur Staatsanwaltschaft in Singapur zu befreien. Wir sollten sie zum Jachthafen bringen und ... Jack wedelte hilflos mit der linken Hand. „Na ja, den Rest kennen Sie besser.

„Habt ihr das Geld bekommen?", mischte sich Siu ein.

Jack nickte. „Ja, das habe ich ins Geschäft gesteckt. Mit meinem Bruder musste ich ja nicht mehr teilen. So konnte ich mir diese Maschine leisten. Die andere Catalina hatten die Chinesen beschlagnahmt."

Bis dahin stimmte seine Aussage.

„Wie hast du das Geld bekommen? Auf ein Konto oder in bar? Weißt du, von wem das Geld ist? Du musst doch von jemandem den Auftrag erhalten haben?"

Jack schüttelte den Kopf. „Ich weiß von nichts. Da können Sie fragen, sooft Sie wollen." Er legte die Maschine in eine steile Linkskurve. Siu, die nicht angeschnallt war, fiel über mich ...

Was nun geschah, dauerte nur eine Sekunde. Eine Sekunde, die mein und Sius Leben kosten konnte. Ein Schuss löste sich und besprenkelte das Cockpit mit Blut. Jack hatte sich selbst erschossen. Seine Schädeldecke klebte rund um und an uns. Sein massiger Körper fiel auf das Steuer und drückte die Maschine in einen Sturzflug. Siu kreischte: „Zieh ihn sofort in den Sitz zurück. Sonst kann ich die Maschine nicht halten, und wir schlagen wie eine Bombe auf ..."

Langsam verfluchte ich meine Idee, mich stellen zu wollen. Zwei Abfangjäger hatten uns nach fünf Minuten in die Mitte genommen und Siu aufgefordert, die Catalina zu beschleunigen, da wir unterhalb ihrer Minimalgeschwindigkeit flogen. Sie hatten Angst, dass wir das als Vorteil nutzen würden, um im Tiefflug zu entkommen. Ich hatte Jack aus dem Sitz gewuchtet und ihn zu den Säcken im Frachtraum gelegt, die einen modrigen Geruch von sich gaben. Jack hatte sich mit einem Navy-Colt erschossen, den ich in seiner Hand beließ. Woher er den so schnell gehabt und sich nicht gegen Sius Drohung gewehrt hatte, war jetzt müßig zu fragen. Er hatte Selbstmord begangen, und ich durchsuchte seine Taschen und die Fracht. Es musste einen Grund geben, warum Jack nicht in Jakarta landen wollte.

Die Säcke enthielten nur Erde und Steine.

„Hast du was gefunden?" kam es vom Cockpit.

„Nur Dreck und Steine. Dafür bringt man sich doch nicht um."

„Da dies eine Ho Maschine ist, transportiert sie garantiert nichts, was legal ist. Siu öffnete das Schiebefenster und warf ihre Waffe hinaus. „Besser so ..., kommentierte sie und rief die Flugleitzentrale.

„HK-S 508 an Tower. Könnt ihr mir bitte sagen, wo bei diesem Flugzeug der Hebel für das Fahrwerk ist, oder ob ich besser wassern soll? Ich scheine undurchsichtige Fracht an Bord zu haben."

Siu lächelte und winkte den Kampfflugzeugen zu.

„Was zur Hölle hast du vor? Die Fracht besteht aus Dreck. Mehr nicht ... und dies hatte der Mann um den Hals. Kannst du mir das erklären? Gibt es diese Ringe inzwischen im Kaugummiautomaten?"

Siu sah kurz von den Instrumenten auf und kaute auf der Unterlippe. „Das ist der Ring eines Überbringers der Huang. Scheiße. Das hätte ich wissen müssen. Etwas stimmt da nicht."

Yashi, der Mönch aus dem Kloster Koyasan, der das Erbe seines Mönchsbruders Cho Li auf meinem Anwesen angetreten hatte, hatte mich und die anwesende Haushälterin Ti Wu und ihren Verlobten, Commander Chow, seines Zeichens pensionierter Polizeichef von Singapur, über die Geheimnisse der Huangringe aufgeklärt. Für den normalen Betrachter sahen sie alle gleich aus. Für den Eingeweihten des Huang-Clans wurde ihre Bedeutung durch die Anordnung der Steine sichtbar. Für die Überbringer waren sie nur soviel wie ein Passwort wert, mit dem nur der Empfänger etwas anfangen konnte, um den Lieferanten als legitimiert zu identifizieren.

July hatte mir solch einen Ring gegeben, der von ihrem Vater Ho als Sender erkannt worden war, der seinen Träger an jedem Ort der Welt aufspüren konnte. Den hatte sie mir als Versprechen hinterlassen mich zu heiraten. Ho hatte ihn zerstört. Damit war July über diesen Ring nicht mehr auffindbar. Siu hatte zwei Ringe, die angeblich aus dem Erbe ihres Vaters waren. Und jetzt tauchte noch einer bei dem Kerl auf, der es vorgezogen hatte, sich zu erschießen. Den Piloten Jack kannte ich als knallharten Mann, der nur seinen Auftrag erledigte und dabei vor Mord nicht zurückschreckte. Wer waren die, oder war es inzwischen der Huang, der sich anschickte, mit Gewalt in den Kampf um die Spiellizenzen auf Macau einzugreifen? Warum flog ein Killer eine Maschine, die zu Hos Flugpark gehörte, trug den Ring der Huang um den Hals und brachte sich um, weil ich die Flugsicherung von Jakarta um Hilfe bat? War es die Fracht? Warum hatte uns July ausgerechnet dieses Flugzeug besorgt, um unerkannt aus Indonesien zu kommen?

„Hast du eine Idee, wie das alles zusammenhängt? Siu schüttelte den Kopf. „Ich habe ein anderes Problem, als mir darüber den Kopf zu zerbrechen. Sie klopfte an ein Instrument, wie es jeder tat, dem die Anzeige auf dem Barometer nicht gefiel.

Einer der Motoren stotterte. Siu drehte an dem Schalter für die Benzinzufuhr. Es half nichts. Es knallte ein paar Mal. Siu versuchte einen Neustart. Auch nichts. „Scheiße. Der Motor hat keinen Öldruck mehr, fluchte sie. „Der da hinten hatte doch recht. Die alte Dame hat ihre Macken. Und sofort kam ein Kommentar unserer Begleiter: „HK–S 508, Ihr Steuerbordmotor brennt. Stellen Sie die Propellerblätter auf Segelstellung, schalten Sie die Benzinzufuhr und die Zündung ab. Da ist ein Drehregler über Ihnen und sehen Sie zu, dass Sie sofort eine Notwasserung machen können. Halten Sie die Maschine bei der Landung leicht mit der Nase nach oben. Sonst schneiden Sie unter. Sie dürfen nicht unter hundert Knoten kommen, sonst hält Sie ein Motor nicht in der Luft. Die See ist ruhig. Genügend Gegenwind von Norden. Wir bleiben bei Ihnen, bis Sie die Küstenwache aufnimmt. Viel Glück."

Sius Hände umklammerten das Steuer wie die Hörner eines angreifenden Stiers. Ihre Knöchel traten weiß hervor, Blut tropfte aus der Unterlippe. Sie merkte es nicht, dass sie sich selbst biss. „Scheiße, brüllte sie. „Ein Gespräch auf der Basisfrequenz. Wieder diese Frau. Übernimm du. Ich kann jetzt nicht ...

Es war wieder die weibliche Stimme, mit der Jack auf Deutsch gesprochen hatte.

„Wo bist du?"

„Ich fliege Jakarta an", versuchte ich Jacks Stimme zu imitieren.

„Bist du wahnsinnig? kam es zurück. „Die Fracht muss an ihren Bestimmungsort.

„Geht nicht. Habe Motorschaden und muss landen."

Die Stimme hielt das Mikrofon zu und tuschelte mit jemandem im Hintergrund.

„Gut. Dann lande so, dass die Maschine sofort mit der Fracht versinkt. Die darf auf keinen Fall den Behörden in die Hand fallen. Hast du mich verstanden?" Ich nickte. Aber das sah nur Siu, die mit der Catalina kämpfte, die keine Lust mehr zu haben schien, in der Luft zu bleiben.

„Und was ist mit mir? Ich habe den Ring. Wem soll ich ihn geben?"

Wieder tuschelte es. „Na schön, weil du es bist ... Die Frauenstimme wurde härter, fast zynisch. „Merke dir die folgende Telefonnummer: 622 233 911 Das ist unser Kontaktmann Vorort. Er wird dir helfen.

Siu kämpfte mit dem Flugboot.

„Sie machen das sehr gut, Miss, kam es von einem der Begleitjäger. „Nehmen Sie die Nase etwas höher und geben jetzt Vollgas auf dem verbliebenen Motor, bis ich Ihnen sage „Landen. Dann nehmen Sie die Fahrt raus und setzen auf." Siu nickte nur und stierte auf die entgegenkommende Wasseroberfläche. Sie schwitzte und fuhr sich mit dem Ärmel über die Augen.

„Schnauze hoch und ... landen ... jetzt." Siu zog den Gashebel zurück und setzte auf.

Von Ausrollen konnte nicht die Rede sein. Wir trieben vor uns hin. Und Siu atmete tief durch. „Bravo, gut gemacht, kam es aus dem Kopfhörer. „Treffen wir uns zum Dinner? Ich muss unbedingt die Lady kennenlernen, die solch eine Schrottbüchse landen kann. Ich schicke Ihnen einen Hubschrauber und lasse Ihnen ein Zimmer im Hilton freimachen. Wir müssen uns treffen, das gebietet meine Fliegerehre. Ach ja, fragen Sie einfach nach mir. Hassan Habibie. Dann geht das klar ... Es folgte Schweigen.

Bevor jemand von uns antworten oder nachfragen konnte, waren die beiden Jets weg und wir schwappten in der Javasee.

„Hast du mal etwas zu rauchen? Siu sah um sich, als fasse sie das alles nicht. „Was war mit dem Funkspruch vorhin?

„Unwichtig, murmelte ich. „Wir sollen nur auf die Ladung aufpassen. Ich gab ihr einen Kuss auf die blutenden Lippen, dann wurde sie ohnmächtig.

Vier Stunden später

„Perkin, Elmar. Dr. Cha, Siu", ging der Officer der Zollbehörde unsere Pässe durch und sortierte den Inhalt unserer Notfallbeutel, in denen wir seit unserer Bruchlandung mit der Challenger unser gesamtes Hab und Gut ständig bei uns trugen. Jeden Gegenstand trug er in eine Liste ein.

Was Siu damals damit bezweckt hatte, die Challenger absichtlich in die See zu stürzen, erklärte ich für mich, dass sie bei einer ordentlichen Landung ihre Fluglizenz verloren hätte. Diesen Typ Maschine durfte sie ohne Sonderausbildung nicht fliegen und ihre Tarnung wäre bei den weitreichenden Bekanntschaften Julys mit allen möglichen Fluglotsen aufgeflogen. Also hatte sie das Flugzeug angesichts eines aufkommenden Hurrican kurzerhand versenkt und Ho zur Verzweiflung getrieben, da er damit vermeintlich seine letzte Tochter verloren hatte. Ohne July bekam er seine Buchhaltung nie mehr auf die Reihe, um bei der Lizenzversteigerung mitbieten zu können. Aber das war jetzt schon wieder viele Stunden her, und July würde inzwischen wieder in den Fängen ihres Vaters sein. Ho würde sich auf seine Weise rächen und July das Schlimmste antun, was man einem solchen Wildfang antun konnte ... sie wie einen Hund anzuketten. Und das hatte Siu, die Ärztin, Pilotin und Killerin mit, für eine schwangere Frau, bemerkenswerter Kaltschnäuzigkeit eingefädelt.

Der Officer blätterte mürrisch in unseren Pässen und rauchte Kette. Gleich zwei Küstenwachboote hatten uns in die Mitte genommen und ihre Geschütze auf die Catalina gerichtet, als ginge von einem havarierten Flugboot eine staatsbedrohende Gefahr aus. Vom Landedeck eines der Schiffe hatte uns ein Hubschrauber in den Hafen von Jakarta gebracht. Und hier saßen wir nun seit Stunden einem übel gelaunten Officer gegenüber, den es nicht zu interessieren schien, dass Siu noch schlechter gelaunt war, da niemand auf ihre Bitte, etwas zu essen zu bekommen reagierte.

„Haben Sie ein Problem mit uns?" Ich ging in den Angriff über, da dieser Beamte offensichtlich nicht wusste, was er mit uns anfangen durfte. Er wartete auf eine Anweisung, die nicht kam.

„Ja, habe ich, fuhr er hoch. „Keiner von Ihnen kann mir erklären, wie Sie ins Land gekommen sind. Dann melden Sie sich als entführt. Woher und wohin? Wie kann man entführt werden, wenn man in Indonesien überhaupt nicht existiert, weil man laut Pass nicht eingereist ist? Der Officer umrundete uns wie ein Jäger, der noch nicht wusste, wo er den Hebel zum Erfolg ansetzen sollte. „Dann bringen Sie eine Leiche mit, die der Entführer gewesen sein soll. So ein Schwachsinn. Welcher Entführer erschießt sich, wenn er die Opfer schon hat? So ein Blödsinn ist mir in meinem Berufsleben noch nicht vorgekommen."

„Mir auch nicht, konterte ich. „Wenn Ihnen nichts mehr einfällt, geben Sie uns jetzt bitte einen Stempel in die Pässe, dass wir offiziell eingereist sind, lassen meine Mitarbeiterin gehen und verhaften Sie mich endlich. Es liegt nämlich ein Haftbefehl in diesem Land für mich vor.

Der Officer sank auf seinen Stuhl und wischte den Schweiß aus dem Gesicht. „Das weiß ich, Mr. Perkin. Wollen Sie ihn sehen? Wollen Sie wissen, wie ein Haftbefehl in Indonesien aussieht? Ja oder nein?"

„Warum bin ich dann noch nicht verhaftet? Ich will meine Ruhe. Etwas lief im Hintergrund ab, das den Officer daran hinderte, mich festzusetzen. Und das ärgerte ihn. „Ihr Mistchinesen richtet unser Land noch zugrunde. Ich habe eine Lohnkürzung hinzunehmen, wobei ich mit dem üblichen Hungerlohn schon kaum klarkomme. Und warum? Weil ihr Stinktiere unsere Wirtschaft derart auslaugt, dass der Staat pleite ist und wir anständigen Indonesier dafür bluten müssen.

Siu beugte sich über den Schreibtisch und den dort ausgebreiteten Inhalt unserer Rettungstaschen.

„Der Arsch von Officer geht mir auf die Nerven, murmelte sie auf Kantonesisch. Sie nahm sich ihr Scheckbuch und einen Schreiber vom Tisch des Officers und wedelte damit. „Das gehört immer noch mir. Ich darf doch, oder? Der Beamte nickte und Siu riss ein Formular heraus und füllte einen Scheck aus, schob ihn dem Beamten hin. Der nahm ihn und schüttelte den Kopf. „Was soll ich mit hunderttausend Dollar?"

„Behalten, oder den Behörden melden, dass ich mich als illegale Chinesin freigekauft habe. Dann will ich aber eine Quittung."

Der Officer wendete den Scheck hin und her und entschloss sich, uns den Einreisestempel zu geben, den er in die Pässe hieb, als wolle er sie auf der Schreibtischplatte festnageln.

„Und jetzt?, fragte ich neugierig nach. „Ist Miss Siu Indonesierin oder nur Tourist in diesem Land, mit drei Monaten Aufenthaltsgenehmigung?

Der Officer steckte den Scheck ein und fuhr sich mit den Fingern zwischen Hals und Kragen entlang. „Warten Sie draußen. Ich muss die Formalitäten klären."

Siu atmete tief durch und ließ sich auf eine Plastikbank „Made in China vor dem Gebäude fallen. Ich zündete mir die letzte Zigarre an, die ich in den Taschen des Piloten gefunden hatte. Der Tag neigte sich langsam dem Ende zu, und wir hatten beide noch nichts gegessen. Meine Finger suchten ihre und bekamen Antwort. „Sag nichts, bitte nichts. Ich bin es leid und will nur noch ein Zuhause, drückte sie fest zu und streckte sich in den langsam dünn werdenden Sonnenstrahlen.

„Ich brauche eine Mahlzeit, eine Dusche und ein Bett. Genau in dieser Reihenfolge. Ist das irgendwie machbar?"

Ob das machbar war, hing von mehr Faktoren ab als mir lieb war. Wir waren hier, weil ich von Ho den Auftrag angenommen hatte, seine Tochter July zu finden und dazu keine nachvollziehbare Spur hatte legen dürfen. Warum das alles als Geheimnis getarnt werden musste, wurde mir erst jetzt klar. Nein, das stimmte nicht. Ich hatte nur ein wenig mehr Ahnung als vorher. July hatte Hitachi durch einen Unfall sterben lassen. Dabei hatte ihr ein Killer des Clowns ChiChi geholfen, der wiederum der Halbbruder von Siu war. Siu hatte July kurzerhand aus dem Weg geräumt und sie als betäubtes Päckchen an ihren Vater zurückgeschickt. Der Clown hatte schon meinen letzten Doppelgänger eliminiert, den offensichtlich die Yakuza auf mich angesetzt hatte,

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