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Frankfurt Ripper: Aus dem Leben eines Serienkillers

Frankfurt Ripper: Aus dem Leben eines Serienkillers

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Frankfurt Ripper: Aus dem Leben eines Serienkillers

Länge:
266 Seiten
3 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
18. Okt. 2013
ISBN:
9783944124278
Format:
Buch

Beschreibung

Name: Klaus Scholz
Alter: 60
Wohnort: Frankfurt am Main
Erlernter Beruf: Programmierer im Vorruhestand
Derzeitige Tätigkeit: Serienmörder
Lebensziel: "Mein Wikipedia-Eintrag soll länger werden als der von Fritz Haarmann."
Bevorzugte Opfer: Beliebig. Hauptsache, die Schlagzeilen stimmen.
Hobbys: bloggen, basteln, Kuchen essen, Tee trinken
Webseite: frankfurtripper.wordpress.com (mit vielen Videos und Fotos seiner Taten)
Waffen: Messer, Hammer, Grillspieß, Schlagbohrer, Bügeleisen, Kettensäge und Kalaschnikow.
Familienstand: Ledig. Besucht regelmäßig seine demente Mutter im Pflegeheim.
Besondere Kennzeichen: Cord-Sakko und Holzfällerhemd.
Sachdienliche Hinweise: "Frankfurt Ripper" erzählt die Geschichte von Klaus Scholz und ist das Psychogramm eines krank gewordenen Geistes und Satire auf eine ruhmsüchtige Gesellschaft, die sich mit aller Gewalt an den Rand des Abgrunds twittert.

Klaus Scholz könnte Ihr Nachbar sein. Der freundliche, ältere Herr mit dem Cord-Sakko, der höflich grüßt, wenn er die Mülltüten rausträgt. Doch wissen Sie, was er darin aufbewahrt?
Klaus Scholz lebt in einem Frankfurter Einfamilienhaus, ist zwangsweise im Vorruhestand und besucht seine demente Mutter im Pflegeheim. Sein neues Lebensziel: Er will Deutschlands bekanntester Serienmörder werden. Seine Opfer wählt Scholz danach aus, welche ihm die fettesten Schlagzeilen einbringen. Unter dem Pseudonym "Frankfurt Ripper" bloggt er im Internet über seine Taten und gewinnt viele Anhänger. Bald zieht sich sein blutiger Pfad durch facebook und Youtube - und es scheint, als mache er vor nichts halt.
Wie wird ein Spießer zum Serienmörder? Was weckt die Bestie hinter der Maske des Biedermanns?
Herausgeber:
Freigegeben:
18. Okt. 2013
ISBN:
9783944124278
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Frankfurt Ripper - Martin Olden

Kriminologe

1

Frankfurt, 19. April 2013

Tropfen rinnen über die Fensterscheibe des Apartments in der Berliner Straße.

„Bist du lange durch den Regen gelaufen?"

Die junge Frau, die sich Clara nennt, schaut mich an. Ihre Augen sind groß und grün und haben noch nicht viel vom Leben gesehen.

„Nein", antworte ich.

„Kommst du hier aus Frankfurt?"

Ihre Stimme klingt hell, beinahe kindlich.

Ich schüttele den Kopf. „Nein."

„Wo kommst du denn her?"

„Aus Quakenbrück."

Sie lacht. So wie die Jungs und Mädchen damals in der Schule: „Quakenbrück – Klaus kommt aus Entenhausen! Quak, Quak, Quak!"

„Von dem Ort habe ich noch nie gehört. Wo liegt das?"

„In Niedersachsen. In der Nähe von O…O…Osnabrück." Ihre Fragen machen mich nervös. Das Stottern kommt wieder.

„Aber du wohnst in Frankfurt?"

Ich nicke. „In Sindlingen."

„Ich wohne in Bornheim, meint Clara lächelnd. „Zusammen mit meinem Freund und unserem kleinen Hund. Ich find`s schön da.

Sie hat einen Freund. Ob er weiß, womit sie ihr Geld verdient? Ich schaue zum Fenster. Der Aprilregen lässt nicht nach. Clara legt ihre feingliedrige Hand auf mein Knie. Ihre Berührung ist mir unangenehm. Ich möchte am liebsten weglaufen, aber ich kann nicht. Ich habe etwas zu erledigen.

„Was machst du so beruflich?", fragt sie.

„Ich war Programmierer."

Ihre Augen blitzen. „Cool! Für Playstation und so?"

„Nein. Systemprogrammierer in einem R…R…Rechenzentrum. Unsere Kunden waren Firmen und B…B…Banken."

„Und das machst du jetzt nicht mehr?"

„Ruhestand", sage ich knapp.

„Echt? Bist du schon so alt? Siehst gar nicht danach aus."

Es gelingt mir, meine Gesichtsmuskeln zu der Andeutung eines Grinsens zu verziehen. „Danke."

„Wie alt bist du?"

„Sechzig. Seit h…h…heute."

„Krass! Herzlichen Glückwunsch!"

Ich spüre, wie sich ihre feuchten Lippen gegen meine Wange pressen.

„Da müssten wir eigentlich drauf anstoßen, meint Clara. „Aber dummerweise ist kein Alkohol im Kühlschrank. Den müssen die Gäste selbst mitbringen, wenn sie welchen mögen. Hast du was dabei?

„Nein. Ich trinke n…n…nie."

„Schade. Dann feiern wir eben ohne. Bin ich etwa dein Geburtstagsgeschenk?", fragt Clara sanft. Ihre künstlichen, rosa gelackten Fingernägel fahren durch meine grau-braunen Schläfen, über meine hohe Stirn bis zu dem lichten Haar an meinem Hinterkopf.

„Ja, das könnte man s…s…sagen", antworte ich.

„Geschenke packt man aber aus, weißt du?, flüstert Clara in mein Ohr und legt meine Hand in den Ausschnitt ihrer gelben Bluse, die sie unter einem weißen Hosenanzug trägt. „Oder möchtest du lieber, dass ich dich auspacke?

Ihre Hand gleitet in meinen Schritt. Ich zucke zusammen. Für Schweinkram bin ich nicht hergekommen. „Du bekommst noch dein H…H…Honorar", sage ich und nestele einen Briefumschlag aus der Innentasche meines braunen Cordsackos.

„Ach, das Geld … ja. Du hast für eineinhalb Stunden gebucht, richtig? Das macht 300 Euro."

„Bitte. Ich gebe ihr den Umschlag. Clara öffnet ihn, zählt das Geld und sagt dabei: „Weißt du, ich find` den Job als Escort-Dame irgendwie spannend. Man trifft viele verschiedene Typen. Mit manchen macht sogar der Sex Spaß. Trotzdem will ich das nicht ewig machen. Ich würde später gerne Model werden oder Schauspielerin. Sie kichert. „Auf jeden Fall reich und berühmt. Wäre der Hammer, wenn ich mal in der Zeitung stehen würde. Mit meinem richtigen Namen natürlich. Clara ist ja nur mein Künstlername bei der Agentur."

„Den Wunsch kann ich n…n…nachvollziehen. Du schaffst das", sage ich ernst.

„Wow, glaubst du echt an mich?", fragt Clara enthusiastisch und schüttelt ihre blonde Mähne.

„Ich garantiere dir, dass du in die Z…Z…Zeitung kommst."

Clara legt den Umschlag auf einen gläsernen Tisch, der vor dem Ledersofa steht, auf dem wir sitzen. Sie sieht auf das King Size Bett mit den weißen Laken, das den größten Raum im Wohnzimmer des Escort Agentur-Apartments einnimmt. Dann beginnt sie, mein kariertes Hemd aufzuknöpfen.

„Also Klaus, wie wollen wir`s machen? Was hättest du gerne?"

„Ich will vorher ins B…B…Badezimmer", sage ich und stehe auf.

„Okay. Soll ich mich in der Zwischenzeit schon mal ausziehen?"

Ich nicke hastig. „Ja, gut."

Rasch gehe ich durch den Flur an einer kleinen Küche vorbei ins Bad, das genauso gewöhnlich eingerichtet ist wie der Rest der Wohnung. Es könnte das Zuhause von jedermann sein. Keine Spur von Bordell-Atmosphäre. Was innerhalb dieser Wände regelmäßig getrieben wird, ahnt draußen niemand. Das Apartment liegt in einem unauffälligen Frankfurter Mietshaus. Den Namensschildern auf den Klingelknöpfen nach zu urteilen, teilen sich Deutsche, Türken, Marokkaner und Jugoslawen die drei Etagen. Im Erdgeschoss ist ein Sushi-Laden. Ich lasse Wasser über meine behaarten Handrücken laufen und spritze mir auch einen Schwall ins Gesicht. Zur Erfrischung. Um klar zu werden. Ich brauche jetzt meine volle Konzentration. Im Spiegel sehe ich wie das Wasser über meine geschwungenen, dichten Augenbrauen tropft, die ich von meinem Vater geerbt habe. Darunter liegen Augen, klein und blau wie die von Mama. Ich wische mit einem Handtuch über meine leicht gebogene Nase und die tiefen Falten, die links und rechts davon abzweigen. Sie rahmen meine schmalen Lippen und das kantige Kinn ein. Wie Furchen, die sich im Laufe der Jahre in ein Bergmassiv eingegraben haben. Aus der Hosentasche meiner Jeans ziehe ich das Smartphone und logge mich unter meinem Benutzernamen „Frankfurt Ripper" in meinen Twitter Account ein. Ich tippe die Nachricht: „Opfer # 6 ist dran. Benutze wieder das Messer. Details später im Blog unter http://frankfurtripper.wordpress.com."

2

Frankfurt, 16. Januar 1963

„Hey Fischkopp! Du hast ja `n Eierwärmer aufsitzen!"

Wir standen auf dem Pausenhof der Körner Schule. Michael Becker zeigte auf meine rot-schwarz gemusterte Bommelmütze. Ein pausbäckiger Junge, der mich auf dem Kieker hatte, seit ich drei Wochen zuvor mit meinen Eltern von Quakenbrück nach Frankfurt gezogen war.

„Die hat mir meine Mama gestrickt", antwortete ich.

„Was für ein hässliches Ding!, schrie Michael und tanzte um mich herum. Dabei sang er: „Fischkopp trägt `nen Eierwärmer, Fischkopp trägt `nen Eierwärmer!

Ich wollte in eine andere Ecke des Hofs gehen. Michael hielt meinen Arm fest. Paul und Kurt, zwei seiner Freunde, kamen dazu. Sie kreisten mich ein.

„Habt ihr schon mal einen so hässlichen Hut gesehen?", fragte Michael.

Die beiden lachten schallend und schüttelten sich in gespieltem Ekel.

„Das ist kein Hut, sondern eine Mütze", stellte ich klar.

„Unser Kläuschen ist ein Klugscheißer!", rief Kurt.

„Hast auf alles `ne Antwort, häh?", fragte Paul hämisch.

„Seine Mama hat ihm den Eierwärmer gestrickt. Das passt gut. Die sieht nämlich genauso scheußlich aus!", schrie Michael.

„Das nimmst du zurück", brummte ich.

„Wieso? Stimmt doch! Ich hab` sie gesehen. Die hat Zähne wie `n Pferd. Er machte Geräusche, die wie wiehern klingen sollten. „Deine Mutter ist ein Gaul! Deine Mutter ist ein Gaul!

„Sei still!"

„Und wenn nicht? Was dann? Fischkopp! Fischkopp!" Michael riss mir die Mütze vom Kopf und rannte weg, gefolgt von Paul und Kurt.

„Gib sie wieder her!", rief ich und spurtete hinterher.

Michael blieb stehen. Er drehte sich zu mir um und zerrte an den Strickfäden der Mütze. „Die kannst du gleich in den Müll schmeißen", grinste er.

Ich zitterte am ganzen Körper. „Mach sie nicht k…k…kaputt. Meine Mama hat sie m…m…mir geschenkt", flehte ich stotternd. Es war das erste Mal, dass ich beim Sprechen über die Buchstaben stolperte.

„Is` mir piep egal", entgegnete Michael. Er riss weiter an meiner Mütze.

Ich fühlte, wie sich meine Faust ballte. Ganz automatisch. Ohne dass ich darüber nachgedacht hätte. In der nächsten Sekunde schlug ich zu. Michael heulte und hielt sich die Hand vor die Nase. Blut lief heraus. Es kümmerte mich nicht. Ich hämmerte weiter auf sein Gesicht ein. Er duckte sich. Ich traf den Kopf. Mit beiden Fäusten. Gleichzeitig trat ich nach seinem Unterleib. Michael fiel auf den Boden. Jammerte wie ein Mädchen. Das spornte mich an. Ich stieß ihm mit dem Absatz meiner Schuhe ins Gesicht, als ob ich eine Ameise zertreten wollte. Bamm-Bamm-Bamm. Paul und Kurt liefen weg, kreischten um Hilfe. Ich kniete mich auf Michael und drosch auf seine feiste, blutige Nase ein. Es war herrlich! Ich konnte gar nicht aufhören! Herr Bachmann, unser Hausmeister, musste mich mit beiden Armen umschlingen und von Michael wegziehen.

„Scholz! Du kommst zum Direktor!", brüllte Dr. Pfeiffer, der in der Pause Aufsicht führte.

„Ja, gut", meinte ich gelassen und setzte meine Mütze wieder auf. Ich war mir keiner Schuld bewusst.

3

Frankfurt, 21. April 2013

Der Imkerweg in Sindlingen ist friedlich um acht Uhr morgens. Von meinem Haus aus kann ich die Pferdekoppel sehen, auf der ein paar der Tiere gemütlich grasen. Ich trete hinaus in die Frühlingsluft, die nach dem Regen der letzten Tage frisch und würzig riecht. Mein Weg führt mich über den gepflasterten Hof, hin zu dem gusseisernen Tor, das mein Grundstück vor ungebetenen Besuchern schützt. Ich schaue auf meine Armbanduhr. Herr Schubert wird seinen Kiosk gleich öffnen. Ich möchte wie immer als Erster da sein, um die aktuelle Ausgabe der BILD zu kaufen. Bin gespannt, ob Clara und ich es wie geplant in die Schlagzeilen geschafft haben. Als ich das Tor abschließe, höre ich die brüchige Stimme meiner Nachbarin. „Herr Scholz! Kommen Sie mal!"

Ich mache die paar Schritte hinüber zu Frau Diekmanns Haus. Ein roter Backsteinbau – genau wie meiner.

„Was gibt`s denn?", frage ich freundlich.

„Schauen Sie! Eben hat ein Paketmann geklingelt und mir diese Kiste hingestellt. Sie ist für meine Tochter. Aber ich weiß nicht, wie ich das Ding ins Haus bekommen soll."

Frau Diekmann schüttelt ihren Runzelkopf, von dem ein Gewirr braun gefärbter Locken absteht, als trage sie eine Clownsperücke. Sieht lustig aus. Sie müsste jetzt um die achtzig sein. Wie Mama. Ich konnte sie schon immer gut leiden.

„Die Katrin ist nicht da. Sie bringt den Patrick zur Schule. Und mein Schwiegersohn … ach, von dem wollen wir gar nicht reden. Keine Ahnung, wo der sich wieder rumtreibt. Frau Diekmann winkt ab und wirft mir einen Blick aus wässrig braunen Augen zu, die zu einem Cocker-Spaniel passen würden. „Könnten Sie so freundlich sein und das Paket rein tragen? Ich bin ja noch relativ gut beieinander, aber das ist selbst für mich zu viel.

„Sicher", sage ich und hebe den Karton an. Unproblematisch. Ein toter Körper wiegt schwerer.

„Ja, da sieht man, was ein starker Mann wert ist, sagt meine alte Nachbarin und klatscht dabei in die Hände. „Sie haben aber auch noch immer eine drahtige Figur, Herr Scholz. Ganz wie Ihr Vater früher.

Mein Vater war ein Phänomen. Er blieb sein ganzes Leben lang schlank. Obwohl er gerne aß und nie Sport trieb. Auch das haben wir gemeinsam.

„Wo darf ich das Paket hinbringen?"

„Oh, wir stellen es am besten auf die Anrichte im Flur. Folgen Sie mir!"

Sie tappt mit gebeugtem Rücken vor mir her. Bucklig geworden durch die Last ihrer Jahre, dem Krebstod des Mannes, der verkorksten Ehe der Tochter und der Sorgen um das verschuldete Haus. Ein Schicksal unter Millionen. Ohne Belang für das öffentliche Interesse.

„Wie geht es eigentlich Ihrer Mutter?", fragt Frau Diekmann, während wir die Treppen zur Eingangstür hinaufgehen.

„Den Umständen entsprechend."

„Grüßen Sie sie von mir. Sie kann froh sein, einen Sohn wie Sie zu haben. Ich muss sie unbedingt mal wieder besuchen. Aber Sie sehen ja … ich bin noch voll im Haushalt eingespannt. Wer weiß, wie lange ich das noch schaffe."

„Sie werden bestimmt hundert Jahre alt", meine ich lächelnd.

Frau Diekmann lacht gackernd. „Ja, ja. Die Gesundheit bleibt doch das Wichtigste im Leben. Alles andere ist bloß eine Zugabe. Sie zeigt mit ihrem knochigen, von Altersflecken gesprenkelten Finger auf ein Schränkchen im dunklen Hausflur. „Hierhin, bitte!

Ich stelle das Paket ab. Die betagte Dame strahlt mich an wie ein junges Mädchen. „Vielen, vielen Dank, Herr Scholz. Und entschuldigen Sie, dass ich Sie aufgehalten habe."

„Kein Problem. Ich war auf dem Weg zu Herrn Schubert. Brauchen Sie etwas? Eine Zeitschrift vielleicht?"

„Oh danke, nein, sagt Frau Diekmann mit einer wegwerfenden Handbewegung. „Ich lese das alles gar nicht mehr. Die schreiben doch nur über Mord- und Totschlag. Warum kann nicht einmal etwas über nette Menschen wie Sie in der Zeitung stehen?

„Keine Ahnung", sage ich achselzuckend.

4

Blog Beitrag „Frankfurt Ripper"

Opfer # 6

19. April 2013

Sie nannte sich Clara. Ein Escort-Girl. Ihr Körper war schön. Jung. Straff. Unverbraucht. Nachdem ich mir im Badezimmer des Agentur Apartments die Hände gewaschen hatte, fand ich Clara im Schlafzimmer auf dem Bett liegend vor. Bekleidet mit einem rosafarbenen Büstenhalter und dem dazu passenden String-Tanga. Ich betrachtete sie. Clara fragte: „Willst du da stehen bleiben mit den Händen in der Tasche und mich anschauen? Komm! Zieh dich aus und lass uns Spaß haben!"

Ich kniete mich neben sie auf das Bett. Zog meine Hände aus den Sakkotaschen. Sie steckten in puderfreien Latex-Handschuhen der Marke PARAM. In der rechten Hand hielt ich ein japanisches Gyuto-Messer mit einer neunzehn Zentimeter Klinge aus Suminagashi-Edelstahldamast. Clara riss die Augen auf, wollte schreien, aber ich ließ ihr keine Zeit mehr zu reagieren. Ich drückte die linke Hand auf ihren Mund und führte mit dem Messer einen blitzschnellen Drosselschnitt entlang ihrer Kehle aus. Als die Klinge in ihre Haut eindrang, versuchte sie mit Armen und Beinen zu strampeln, nach mir zu schlagen und zu beißen. Doch ich schnitt viel zu flink, als dass sie eine ernsthafte Chance gehabt hätte. Aus den geöffneten Halsvenen strömte ihr Blut in Kaskaden über meine Hände und die Bettlaken. Ich löste die linke Hand von ihrem Mund. Claras Pupillen begannen sich bereits einzutrüben und ihre Schreie kamen als gurgelnde, unverständliche Laute aus ihrem Mund, da ich Luftröhre und Kehlkopf durchtrennt hatte. Um sicherzugehen, dass sie sterben würde, setzte ich das Gyuto-Messer in Höhe ihres Herzens an und rammte es ihr bis zum Heft in die Brust. Clara wand sich krampfartig. Die letzten Zuckungen. Ich nahm ein Büschel ihrer blonden Haare zwischen die Finger und wischte damit die blutverschmierte Klinge sauber. Erleichterung machte sich in mir breit. Ich hatte es vollbracht. Wieder mal. Seid gespannt, was ich als Nächstes plane. Ihr lest von mir, Euer Frankfurt Ripper!

7 Kommentare:

Mister Blonde

„Ich hätte sie vorher ordentlich durchgefickt, Mann!"

Norman1960 @ Mister Blonde

„Du bist krank, Typ!"

Mister Blonde @ Norman1960

„Selber krank. Oder warum liest du den Scheiß?"

Norman1960 @ Mister Blonde

„Ich lese alles über Serienmörder. Fasziniert mich."

Mister Blonde @ Norman1960

„Ich sag ja: krank!"

Norman1960 @ Mister Blonde

„Spast!"

Mister Blonde @ Norman1960

„Fick dich!"

5

Frankfurt, 21. April 2013

Alfred Schubert lehnt sich aus dem schmalen Fenster seines Kiosks. Er schaut mich aus listigen braunen Augen an, während er über seinen kurz getrimmten Oberlippenbart fährt. „Geht`s Ihnen gut, Herr Scholz?"

„Ja, danke."

Schubert grinst. „Das ist schlecht. Sogar sehr schlecht. Wissen Sie auch wieso?"

Ich weiß es nicht. Aber ich werde es sicher gleich erfahren. Wer bei Alfred Schubert Zeitungen, Zigaretten, Saure Drops, Eis, Limonade oder Bier kauft, bekommt Lebensweisheit gratis dazu. Ich bin mir gar nicht mehr sicher, seit wann Schubert den Laden in Sindlingen führt. Er kam aus Berlin, soviel weiß ich noch. War das Mitte der 80er Jahre oder schon Ende der 70er? Ich könnte Mama danach fragen bei meinem nächsten Besuch. Ob ich eine vernünftige Antwort bekäme, ist allerdings fraglich. Auf jeden Fall ist Schubert gut und gerne zehn Jahre älter als ich. Doch er denkt nicht daran, seinen Kiosk zu schließen oder einem jüngeren Nachfolger zu übergeben. Warum sollte er? Die Arbeit erfüllt ihn mit Freude. Das Alter spielt dabei keine Rolle. Im Gegenteil. Das tägliche Geschäft hält ihn scheinbar jung. Früher mochte ich ihn nicht. Da ging mir sein Geschwätz auf die Nerven. Mittlerweile höre ich ihm gern zu. Er ist sehr belesen und seine Sichtweise auf gewisse Themen finde ich interessant.

„Also, warum ist es schlecht, wenn es mir gut geht?", frage ich zurück.

„Sie sind `n ruhiger und ausgeglichener Mensch, Herr Scholz, sagt Schubert. Sein Berliner Dialekt ist noch schwach zu hören. „Und das macht Sie zu einer Gefahr für die deutsche Wirtschaft. Ehrlich. Is` wahr. Er kratzt sich an seinem fast kahlen Schädel. „Schauen Sie, ein zufriedener Mensch ist ein schlechter Konsument. Er hat keinen Kummer, den er mit Alkohol, Tabak oder anderen Drogen betäuben müsste. Er kauft keine teuren Uhren, Autos oder Immobilien, um sich gut und wertvoll zu fühlen. Oder Glücksratgeber, die ihm Tipps geben, wie er sein Leben aus- und einrichten sollte. Nein, so ein Typ hat alles, was er braucht. Der ruht in sich. An Bürgern, die sich wohl fühlen geht Deutschland zugrunde, das sage ich Ihnen."

„Dann fänden Sie es also besser, wenn es mir schlecht ginge?", frage ich entgeistert.

„Aus menschlicher Sicht natürlich nicht. Aber als Unternehmer müsste ich mir das wünschen. Doch zum Glück gehöre ich noch zum alten Schlag, so wie Sie. Ich tanze nicht nach der Pfeife des Mafia-Kapitalismus wie Frau Merkel und Konsorten in Berlin. Soll ich Ihnen sagen, warum unsere Kanzlerin sich dermaßen anbiedert bei Wirtschaftsverbänden und Konzernbossen? Weil sie aus dem Osten kommt! Unter der Knute des Bolschewismus groß geworden ist. Dort lernte sie Strippen ziehen, bespitzeln und intrigieren – steckte aber innerlich voller Neidgefühle auf den Klassenfeind aus dem Westen und seine Konsumgüter. In der ehemaligen Täterä-Tätä gab`s ja nüscht zu koofen. Nach der Wiedervereinigung konnte sie ihren unbefriedigten Trieben freien Lauf lassen und nun ist die Raffgier ihr neues Manifest. Die Merkel muss im Übermaß kompensieren, was ihr früher verwehrt blieb. Wie ein Kind, das nie Weinbrandbohnen probieren durfte und später, als Erwachsener, Alkoholiker wird. Deshalb hält unsere eiserne Lady auch am Euro fest. Es geht nicht um Stabilität und Wirtschaftswachstum, von dem alle Bürger profitieren. Das Wohl des Einzelnen ist, wie gesagt, eher hinderlich für die Wirtschaft. Nein, es geht ihr allein um persönlichen Gewinn an Macht und Einfluss. Der Euro ist

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