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Der gefeierte Springfrosch von Calaveras County

Der gefeierte Springfrosch von Calaveras County

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Der gefeierte Springfrosch von Calaveras County

Länge:
232 Seiten
3 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
20. Feb. 2015
ISBN:
9783843804851
Format:
Buch

Beschreibung

In dieser Auswahl der besten Mark Twain Kurzgeschichten zeigt der Altmeister immer wieder, dass der Wilde Westen abseits aller Klischees auch eine sehr komische Seite hat. Twain, der als Vater der amerikanischen Literatur" bezeichnet wird, erzählt hier über Greenhorns und Aufschneider, Leichenbestatter und Kannibalismus. Er erklärt, wie man eine Erkältung kuriert und warum Lügen eine Kunst ist und fällt in seinem berühmten Aufsatz ein vernichtendes Urteil über die ›furchtbare deutsche Sprache‹, die sich angeblich jeglichem gesunden Menschverstand widersetzt. Mark Twain besitzt einen scharfen, intelligenten aber auch liebevollen Blick für die Eigentümlichkeiten seiner Mitmenschen. Sein trockener Humor und seine süffisante Sprache machen die Geschichten so zu dem was sie sind: komisch, kurzweilig, zeitlos.
Herausgeber:
Freigegeben:
20. Feb. 2015
ISBN:
9783843804851
Format:
Buch

Über den Autor

Mark Twain was the pen name of Samuel Langhorne Clemens (1835–1910), who grew up in Hannibal, Missouri, and worked as a printer, riverboat pilot, newspaperman, and silver miner before his short story “The Celebrated Jumping Frog of Calaveras County” brought him international attention. He would go on to write two of the great American novels, The Adventures of Tom Sawyer and The Adventures of Huckleberry Finn, and many other enduring works of fiction, satire, and travelogue. He is one of the most widely recognized figures in US history.


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Buchvorschau

Der gefeierte Springfrosch von Calaveras County - Mark Twain

dannen.

UNTERHALTUNG MIT EINEM

LEICHENBESTATTER

»Also diese Leiche«, sagte der Leichenbestatter, indem er die gefalteten Hände des Verstorbenen anerkennend tätschelte, »war ein wirklich guter Kerl – und zwar in jeder Hinsicht. Er war so offen, so bescheiden und einfach in seinen letzten Momenten. Seine Freunde wollten einen Metallsarg – mit nichts anderem wollten sie sich zufriedengeben. Ich konnte aber keinen kriegen, die Zeit war einfach zu knapp – das war klar zu sehen.

Die Leiche sagte also, macht nichts, bastle mir einfach eine Kiste zusammen, in der ich mich bequem ausstrecken kann, ihm war der Stil des Sarges nämlich ziemlich egal. Sagte, ihm sei Platz wichtiger als Stil, zumindest in seiner letzten Behausung.

Seine Freunde wollten auch ein silbernes Namensschild auf dem Sarg, auf dem stehen sollte, wer er war und wo er herkam. Also Ihnen muß ich ja wohl nicht sagen, daß ein so frivoles Ding in einer Kleinstadt wie der unseren nicht zu haben ist. Und was sagte da wohl unser Leichnam?

Der Leichnam sagte, weißle mein altes Kanu, und schreib die Adresse und das allgemeine Ziel mit einem in schwarze Farbe getauchten Pinsel und einer Schablone drauf, vielleicht noch mit einem Vers aus irgendeinem passenden Kirchenlied, und nagele das Ganze auf den Sarg, versehen mit der Aufschrift ›Gebühr zahlt Empfänger‹, und damit hat sich’s. Ihm machte das nicht mehr Sorgen als mir oder Ihnen – ganz im Gegenteil, er war so ruhig und vernünftig wie ein Leichenwagenpferd; meinte, da wo er hingehe, träfe es wahrscheinlich auf mehr Anerkennung, wenn man selbst ein pittoresker Charakter sei, als wenn man in einem übertriebenen Sarg mit einem polierten Türschild ankäme.

Wirklich ein wunderbarer Mann. Ich für meinen Teil habe lieber mit so einer Leiche zu tun, als mit all denen, die ich in den vergangenen sieben Jahren unter die Erde gebracht habe. Man hat einfach das Gefühl, daß wertgeschätzt wird, was man tut. Der Herr sei gepriesen – solange er begraben wurde, bevor er zu verwesen begann, war ihm alles recht; sagte, daß es seine Verwandten wohl gut mit ihm meinten, wirklich gut mit ihm meinten, aber diese ganzen Vorbereitungen würden den Ablauf ja doch nur verzögern, und er wollte nicht allzu lange herumliegen. So einen klaren Kopf haben Sie sicher noch nie gesehen – so ruhig und kühl. Ein ausgesprochen kluger Kerl, das war er. Ganz erstaunlich. Ein Riesenabstand von der einen Seite des Kopfes bis zur anderen. Immer und immer wieder tobte ein Gehirnfieber an einer Stelle seines Kopfes, und der Rest wußte gar nichts davon – war nicht mehr davon betroffen, als ein Injun-Aufstand in Arizona die Atlantikstaaten betrifft.

Nun, die Verwandten wollten ein großes Begräbnis mit allen Schikanen, aber der Leichnam sagte, das sei ihm einerlei – wollte keine Prozession – nein, ein Haufen Hinterbliebener sollte im Leichenwagen fahren, und er selbst wollte an einem Seil hinterdreingezogen werden. Er war wirklich der bescheidenste Tote, den ich je zu treffen das Vergnügen hatte. Eine schöngeistige, einfache Natur – das war er wirklich, darauf geb’ ich mein Wort. Er wollte die ganze Sache halt genau so, wie er sich das vorstellte, und es bereitete ihm Vergnügen, seine Pläne zu schmieden. Er bat mich, Maß zu nehmen und seine Anweisungen entgegenzunehmen; dann ließ er den Priester hinter einer langen Kiste mit einem Tischtuch darüber Aufstellung nehmen – die sollte den Sarg darstellen – und seine Beerdigungspredigt lesen, und dabei rief er an den guten Stellen immer: ›Zugabe, Zugabe!‹ und wies den Priester an, alle Lobhudeleien fallenzulassen; und dann ließ er den Chor herbeirufen, damit er die der Gelegenheit angemessenen Melodien heraussuchen konnte, und bestimmte, daß man ›Meine Biber haben Fieber‹ spielen sollte, weil er das Lied immer gern gehört hatte, wenn ihm schwer ums Herz war, und getragene Musik machte ihn sowieso nur traurig; und als sie das Lied dann mit Tränen in den Augen sangen (denn sie hatten ihn alle lieb) und seine Verwandten mit Trauer im Herzen um ihn herumstanden, da lag er nur so da, mit sich und der Welt zufrieden, klopfte im Takt und zeigte allen, wie sehr es ihm gefiel; und bald wurde er ganz aufgeregt und wollte mitsingen, denn er war auf seine Stimme zeitlebens ziemlich stolz gewesen; aber sobald er seinen Mund auftat und zu singen anhob, da verließ ihn der Atem.

Ich habe nie einen Mann gesehen, der so plötzlich verschied. Ach, es war schon ein großer Verlust – ein schlimmer Verlust für diese kleine Provinzstadt. Nanana, ich habe jetzt aber wirklich keine Zeit mehr, hier herumzuplappern – muß den Deckel aufnageln und ihn an seine letzte Ruhestätte bringen; und wenn Sie mir helfen wollen, dann schieben wir ihn mal eben in den Leichenwagen und machen uns auf den Weg. Seine Verwandten sind sicher schon da – machen sich rein gar nichts aus den Anordnungen des Verstorbenen, sobald der Betreffende tot ist; wenn’s nach mir geht, dann werden seine letzten Wünsche respektiert, und ich ziehe ihn hinter dem Leichenwagen her, sonst will ich verdammt sein. Meiner Meinung nach ist es wirklich keine großartige Mühe, zu tun, was ein Toter für sein Wohlergehen wünscht, und keiner hat ein Recht, ihn zu täuschen oder zu übervorteilen; und wenn mir eine Leiche vertraut, dann werde ich auch tun, was sie von mir verlangt, und sei es, daß der Leichnam möchte, daß ich ihn ausstopfe und gelb anmale und als Souvenir behalte – verstehen Sie?!« Er ließ seine Peitsche knallen und machte sich mit seiner uralten Ruine von Leichenwagen auf den Weg, und ich setzte meinen Spaziergang fort. Ich hatte eine wertvolle Lektion gelernt, nämlich daß eine gesunde Fröhlichkeit in jeder Branche möglich ist. Diese Lektion wird mir aller Wahrscheinlichkeit lange gute Dienste leisten, denn es wird viele Monate dauern, bis ich die Erinnerung an die Bemerkungen und Umstände vergessen werde, die sie begleiteten.

DIE GEFÄHRLICHKEIT,

IM BETT ZU LIEGEN

Der Mann am Schalter sagte:

»Wollen Sie auch eine Unfallversicherung abschließen?«

»Nein«, sagte ich, nachdem ich eine Weile darüber nachgedacht hatte. »Nein, ich glaube nicht; heute reise ich zwar den ganzen Tag im Zug. Aber morgen reise ich überhaupt nicht. Geben Sie mir ein Versicherungsbillet für morgen.«

Der Mann sah verstört aus. Er sagte:

»Aber es geht doch um eine Unfallversicherung, und wenn Sie mit dem Zug reisen …«

»Wenn ich mit dem Zug reise, dann brauche ich keine Versicherung. Wovor ich mich am meisten fürchte, ist zu Hause im Bett zu liegen.«

Ich hatte mich hinreichend mit der Thematik beschäftigt. Im Jahr zuvor hatte ich auf meinen Reisen über 30 000 km zurückgelegt, und zwar fast ausschließlich mit dem Zug; das Jahr zuvor waren es 40 000 km gewesen, die Hälfte davon auf dem Meer, die andere Hälfte per Eisenbahn; und wieder ein Jahr vorher hatte ich 16 000 km hinter mich gebracht, ausschließlich per Zug. Ich schätze, wenn ich all die kleineren Reisen mitberechne, dann muß ich während der drei genannten Jahre insgesamt beinahe 100 000 km zurückgelegt haben. Und nicht ein einziger Unfall.

Eine ganze Zeit lang sagte ich mir jeden Morgen: »Nun bin ich schon so lange davongekommen – die Wahrscheinlichkeit wird immer größer, daß es diesmal passiert. Ich werde lieber auf Nummer Sicher gehen und eine Versicherung abschließen.« Und jedesmal konnte ich mit Gewißheit davon ausgehen, daß nichts passierte und ich zu Bett ging, ohne ein Gelenk ausgerenkt oder einen Knochen gebrochen zu haben. Ich wurde dieser täglichen Mühsal müde und begann, Versicherungsbillets zu kaufen, die einen Monat lang gültig waren. Ich sagte mir: »Kein Mensch kann 50 Nieten in einem einzigen Losbündel haben!«

Aber ich hatte mich geirrt. Nie war ein Gewinn in meinen Losen. Ich las jeden Tag von Eisenbahnunglücken – die Presse war voll davon; aber irgendwie kam ich immer davon. Ich erkannte, daß ich eine ganze Menge Geld in der Unfallbranche angelegt, aber nie einen Profit gemacht hatte. Ich wurde langsam mißtrauisch, und ich machte mich auf die Suche nach jemandem, der diese Art von Lotterie gewonnen hatte. Ich fand genügend Leute, die Geld investiert hatten, aber nicht eine einzige Person, die jemals einen Unfall gehabt oder einen Cent daran verdient hatte. Ich hörte auf, Unfallversicherungsbillets zu kaufen und machte mir meinen eigenen Reim darauf. Das Resultat war erstaunlich. DIE GEFAHR LAG NICHT IM REISEN, SONDERN IM ZUHAUSEBLEIBEN.

Ich las Statistiken und war über alle Maßen erstaunt zu erfahren, daß trotz all der reißerischen Zeitungsschlagzeilen über Eisenbahnunglücke in den vergangenen 12 Monaten nicht einmal dreihundert Personen ihr Leben verloren hatten. Die Erie-Strecke war laut der Liste die mörderischste aller Trassen. 62 Menschen waren dort gestorben – oder waren es 26? Ich weiß es nicht mehr so genau, aber ich erinnere mich, daß auf dieser Strecke doppelt so viele Menschen ums Leben gekommen waren als auf irgendeiner anderen. Doch Tatsache war immerhin, daß die Erie-Strecke immens lang und mehr befahren war als irgendeine andere im ganzen Land; die doppelt so hohe Todesrate war also nicht sehr überraschend.

Weitere Recherchen ergaben, daß die Erie-Linie zwischen New York und Rochester in beiden Richtungen täglich acht Passagierzüge unterhielt, insgesamt also 16; und durchschnittlich wurden pro Tag 6000 Personen befördert. Über sechs Monate ergibt das etwa eine Million – die Gesamtbevölkerungszahl von New York City. Von dieser Million kommen auf der Erie-Strecke in genannten sechs Monaten etwa 13 bis 23 Menschen ums Leben; und in derselben Zeit sterben etwa 13 000 New Yorker in ihren Betten! Kalte Schauer liefen mir den Rücken hinunter, die Haare standen mir zu Berge. »Das ist ja furchtbar!« sagte ich. »Die eigentliche Gefahr ist nicht das Reisen mit der Eisenbahn, es sind vielmehr diese tödlichen Betten. Ich werde nie wieder in einem Bett schlafen!«

Meine Berechnungen hatten wesentlich weniger als die Hälfte der Erie-Strecke einbezogen. Es lag auf der Hand, daß auf der Gesamtstrecke täglich mindestens 11 000 oder 12 000 Menschen transportiert wurden. Auf vielen der vergleichsweise kurzen Strecken um Boston ist der Verkehr mindestens halb so stark; auf sehr vielen Strecken. Viele Strecken im Unionsgebiet werden für den Passagiertransport genutzt. Deshalb war es nur fair, davon auszugehen, daß täglich durchschnittlich 2500 Passagiere auf jeder der Strecken des Landes unterwegs waren. In unserem Land gibt es 846 Bahnstrecken, 846 × 2500 ergibt 2 115 000. Auf den Eisenbahnstrecken Amerikas reisen also jeden Tag über zwei Millionen Menschen; 650 Millionen pro Jahr (Sonntage nicht mitgerechnet). Das geschieht tatsächlich – gar keine Frage; wo sie jedoch das ganze Rohmaterial herbekommen, unterliegt eindeutig nicht den Gesetzen der Arithmetik; denn ich habe genaue Kalkulationen angestellt und herausgefunden, daß es so viele Menschen in den Vereinigten Staaten gar nicht gibt, es fehlen mindestens 610 Millionen. Wahrscheinlich werden dieselben Menschen mehrfach verwendet.

In New York leben achtmal so viele Einwohner wie in San Francisco; in letzterer Stadt sterben pro Woche 60 Menschen, in New York hingegen 500 – wenn sie Glück haben. Das ergibt 3120 Todesfälle pro Jahr in San Francisco, achtmal so viele in New York – sagen wir mal ca. 25 000 oder 26 000. Die gesundheitliche Situation ist in beiden Städten gleich. Es ist also davon auszugehen, daß dies für das ganze Land gilt, und folglich ergibt sich, daß 25 000 Menschen aus jeder Million pro Jahr das Zeitliche segnen. Das ist ein Vierzigstel unserer Gesamtbevölkerung. Von dieser Million werden 10 000 oder 12 000 erstochen, erschossen, ertränkt, gehenkt, vergiftet oder in ähnlich brutaler Weise getötet, sie verbrennen beispielsweise, weil ihre Gaslampe umfällt und den Reifrock in Flammen hüllt, werden in Kohlenminen verschüttet, fallen von Hausdächern, brechen durch den morschen Boden einer Kirche oder einer Bibliothek, schlucken Wunderheilmittel oder begehen Selbstmord. Die Erie-Bahnstrecke tötet 23–46 Menschen; die übrigen 845 Strecken töten jeweils etwa ⅓ eines Menschen; und der Rest der Million, d. h. die erschreckende Zahl von neunhundertsiebenundachtzigtausendundeinunddreißig Leichen, sterben auf natürliche Weise in ihren Betten!

Sie werden verstehen, daß ich das Risiko, in einem Bett zu schlafen, nicht mehr auf mich zu nehmen gewillt bin. Die Eisenbahn reicht mir völlig.

Und mein Rat an alle Menschen ist: Bleiben Sie nicht länger zu Hause als unbedingt nötig; aber wenn Sie eine Weile zu Hause bleiben müssen, dann kaufen Sie sich ein Bündel dieser Versicherungsbillets, und bleiben Sie nachts wach. Man kann gar nicht vorsichtig genug sein.

[Jetzt wird sicher klar, weshalb ich dem Billetverkäufer so geantwortet hatte, wie es am Anfang dieses Sketches beschrieben wird.]

Die Moral dieses Aufsatzes ist, daß gedankenlose Menschen sich mehr über die Eisenbahnverwaltung in den Vereinigten Staaten beschweren, als gerechtfertigt werden kann. Wenn wir in Betracht ziehen, daß jeden Tag und jede Nacht des Jahres ganze 14 000 Eisenbahnwaggons verschiedener Arten, beladen mit Leben und bewaffnet mit dem Tod, durch das Land donnern, dann wird klar, daß das eigentliche Wunder nicht darin liegt, daß 300 Menschen in 12 Monaten umkommen, sondern daß es nicht 300 × 300 sind!

ÜBER DEN VERFALL DER KUNST

DES LÜGENS

ESSAY; ZUR DISKUSSION; VORGETRAGEN BEI EINEM TREFFEN DES HISTORICAL AND ANTIQUARIAN CLUB ZU HARTFORD UND EINGEREICHT FÜR DEN 30-DOLLAR-PREIS. NUN ZUM ERSTENMAL VERÖFFENTLICHT.*

Es ist zu beachten, daß ich nicht implizieren möchte, daß die Gewohnheit zu lügen in irgendeiner Form beeinträchtigt oder unterbrochen wurde – nein, denn die Lüge, als Tugend, als Prinzip, trägt die Zeichen der Ewigkeit; die Lüge, als Wiederherstellung, als Trost, als Zuflucht in Zeiten der Not, als vierte Grazie, als zehnte Muse, beste und zuverlässigste Freundin des Menschen, ist unsterblich und wird nicht von der Erde verschwinden, solange dieser Club besteht. Meine Beschwerde gilt lediglich dem Verfall der Kunst des Lügens. Kein Mann von höherem Gemüt, kein Mann von rechtem Empfinden kann über die plumpen und schlampigen Lügen der heutigen Zeit nachdenken, ohne ob der Prostitution dieser so noblen Kunst in Gram zu verfallen. In dieser illustren Gesellschaft gehe ich das Thema natürlich mit der angemessenen Bescheidenheit an; es ist ja beinahe so, als wolle eine alte Jungfer den Müttern Israels die Kinderpflege naheführen. Es obliegt mir nicht, Sie zu kritisieren, verehrte Herren, sind doch fast alle von Ihnen älter als ich selbst – und mir in dieser Sache sicher überlegen –, sollte ich also an der einen oder anderen Stelle den Eindruck erwecken, so geschieht dies in den meisten Fällen im Geiste der Bewunderung, nicht etwa um der krampfhaften Fehlersuche willen; denn hätte diese edelste aller Künste überall dieselbe Aufmerksamkeit, Förderung und gewissenhafte Pflege und Entwicklung erfahren wie in diesem Club, so müßte ich dieses Klagelied nicht anstimmen, noch eine einzige Träne vergießen. Ich sage das nicht, um Ihnen zu schmeicheln: Ich sage es im Geiste einer gerechtfertigten und bewundernden Anerkennung. [Es war mein Ansinnen gewesen, an dieser Stelle Namen zu nennen und spezifische Beispiele zu geben, aber die um mich herum zu 65 beobachtenden Anzeichen führten zu der Entscheidung, Bestimmtheiten zu vermeiden und mich an Allgemeines zu

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