Erfreu Dich an Millionen von E-Books, Hörbüchern, Magazinen und mehr

Nur $11.99/Monat nach der Testversion. Jederzeit kündbar.

Dead End 2 - Der Dissident

Dead End 2 - Der Dissident

Vorschau lesen

Dead End 2 - Der Dissident

Länge:
35 Seiten
26 Minuten
Herausgeber:
Freigegeben:
8. Okt. 2014
ISBN:
9783906195223
Format:
Buch

Beschreibung

Die Freundschaft zu Victor Ruìz liegt 20 Jahre zurück, doch über ein Foto auf Facebook holt sie den Ich-Erzähler wieder ein. Es ist zwar nur Ruìz' Sohn Mario, den er erkennt, aber er kontaktiert ihn und ist plötzlich mitten in den Erinnerungen an die alten Zeiten, zwischen Heroin, Bier und Philosophie. In die Gegenwart holt ihn ein Gespräch mit Mario. Dieser gibt ihm die Spur zu seinem Vater in Kairo und nach einem dringenden Hilferuf von Victor reist der Ich-Erzähler ebenfalls nach Ägypten. Und dort ist ganz schnell nichts mehr so, wie gedacht.

In dieser Reihe von Short Stories, oder »Noir Shorts«, untersucht David Signer Wendepunkte in Leben, die vom einen auf den anderen Tag aus dem Lot geraten. Eben noch im Alltag verhaftet finden sich die Protagonisten plötzlich an fremden, düsteren Orten wieder, in Situationen, die sie überfordern, die die Grundfesten ihrer Existenz erschüttern. Oder in denen ihre Existenz zu einem jähen Ende kommt.
Herausgeber:
Freigegeben:
8. Okt. 2014
ISBN:
9783906195223
Format:
Buch

Über den Autor


Verwandte Kategorien

Buchvorschau

Dead End 2 - Der Dissident - David Signer

Impressum

Als das Taxi aus der Kurve kam, lag die Straße auf einmal in dichtem Nebel. Selbst die Straßenlampen waren wie versteckt. Es war lange nach Mitternacht, alles menschenleer. Es war, als ob etwas auf mich wartete. »Halten Sie an!«, sagte ich dem Fahrer, obwohl wir noch nicht zu Hause angekommen waren. Ich stieg aus, er brauste davon. Dann blieb ich stehen und schaute mich um. Ein kalter Wind blies mir durch die Jacke. In der Stille zog ich den Schal enger um meinen Hals.

Während ich mich zu Fuß auf den Nachhauseweg machte, erinnerte ich mich an eine Szene an einer Holztheke: Die Barkeeperin bückte sich, hob etwas vom Boden auf und sagte mir: »Ich glaube, Sie haben etwas verloren.« Dann reichte sie mir eine kleine Glasscherbe.

Ich konnte mich nicht entsinnen, wann das gewesen war und wo, ja, ob ich es tatsächlich erlebt oder nur geträumt hatte.

Als ich die Wohnungstür aufschloss, roch es nach Heu und Kot. Meine Nichte hatte mir ihre Meerschweinchen überlassen, bevor sie nach Australien gegangen war. Der Fernseher lief; ich hatte vergessen, ihn auszuschalten. Auf dem Fenstersims stand ein Manneken-Pis-Figürchen aus Bronze. Die heruntergedimmte Lampe im Schlafzimmer flackerte.

Ich schaltete den Computer ein, holte mir einen Zahnstocher und ein Glas Rioja und surfte auf Facebook. Zufällig landete ich bei einem entfernten Bekannten. Ich guckte unter seinen »Freunden«, da stach mir ein Bild ins Auge. Ich musste in meinem Gedächtnis kramen, bis ich darauf kam, woher ich das Gesicht kannte. Victor! Victor Ruiz. Der Spanier. Wir hatten – vor zwanzig Jahren – eine stürmische Freundschaft, wenn man so sagen kann. Nun war ich ihm seit mindestens einem Jahrzehnt nicht mehr begegnet. Aber hier auf Facebook nannte er sich Mario Ruiz. Mario, Mario … Ich versank in wirre Gedanken. Als ich wieder auftauchte, begriff ich: Ja, er hatte damals einen Sohn, kurz bevor wir uns aus den Augen verloren. Mario. Der junge Mann auf dem Bildschirm, der aussah wie Victor vor zwanzig Jahren, musste sein Sohn sein. Ich klickte auf sein Profil. Jahrgang 1990, Politologie-Student.

Es war nicht nur lange her, seitdem ich Victor das letzte Mal gesehen hatte, sondern auch, seitdem ich das letzte Mal an ihn gedacht hatte. Aber nun

Sie haben das Ende dieser Vorschau erreicht. Registrieren Sie sich, um mehr zu lesen!
Seite 1 von 1

Rezensionen

Was die anderen über Dead End 2 - Der Dissident denken

0
0 Bewertungen / 0 Rezensionen
Wie hat es Ihnen gefallen?
Bewertung: 0 von 5 Sternen

Leser-Rezensionen