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Fettnäpfchenführer Paris: Ein Reiseknigge für die Stadt unterm Eiffelturm - Stadt-Edition

Fettnäpfchenführer Paris: Ein Reiseknigge für die Stadt unterm Eiffelturm - Stadt-Edition

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Fettnäpfchenführer Paris: Ein Reiseknigge für die Stadt unterm Eiffelturm - Stadt-Edition

Länge:
447 Seiten
5 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
May 22, 2015
ISBN:
9783958890947
Format:
Buch

Beschreibung

Paris ist die Stadt der Liebe - zur Mode, zum Essen und zum Genuss. Diese Leidenschaft spiegelt sich auch in der Wesensart der Seine-Metropole und ihrer Bewohner wider. Paris ist eben in allem einmalig: in Kunst und Kultur genau wie in seinen kulturellen Eigenheiten.

Autor Michael Neubauer zeigt Ihnen im Fettnäpfchenführer Paris das Leben der Stadt unter dem Eiffelturm und verrät, wie Sie dem Massentourismus entkommen und den unvergleichbaren und unwiderstehlichen Charakter der Stadt und ihrer Menschen verstehen. Erleben Sie Paris, wie die Pariser es tun!

Der »Fettnäpfchenführer Paris« zeigt Ihnen alle liebenswerten Eigenheiten der Seine-Metropole. Hitlisten verraten, was sich beim Parisbesuch lohnt und was nicht, eine Menge Insidertipps geben einen Einblick in das Paris, wie nur seine Einwohner es kennen, und offenbaren, wie und wo man die Stadt hautnah erleben kann. Besuchen Sie Paris nicht nur - lernen Sie Paris kennen.
Herausgeber:
Freigegeben:
May 22, 2015
ISBN:
9783958890947
Format:
Buch

Über den Autor


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Fettnäpfchenführer Paris

Die Stadt zu Füßen des Eiffelturms gilt als Ort der ganz großen Gefühle. Jeder, der hierher kommt, merkt sofort: Paris ist in allem großartig. In Gastronomie, Kunst, Architektur und Mode – aber auch in ihren Eigenheiten. Selbst Kenner Frankreichs scheitern immer wieder an Restaurantregeln, am großen Selbstbewusstsein der Pariser oder schlicht an der Auffahrt auf die Stadtautobahn.

Der Fettnäpfchenführer Paris hilft, die traumhafte Metropole zu verstehen und sich in typischen Pariser Situationen nicht als unwissender Tourist zu fühlen. Erfahren Sie, welche Regeln die Pariser in der Metro schätzen und wie man sowohl Massen als auch Dieben im Louvre aus dem Weg gehen kann. Fühlen Sie sich ganz pariserisch, weil sie den Eiffelturm und ein Leihrad richtig besteigen und an den schönsten Orten pausieren, wo auch die Pariser sich vom hektischen Treiben erholen. Erleben Sie den handfesten Vorteil, dass Paris nicht völlig überteuert sein muss, wenn man sich einfach nur wie die Einheimischen verhält. Und tauchen Sie ein in den Pariser Alltag voller charmanter Stadtgeschichten.

Lassen Sie sich vom Reiseknigge mitnehmen zum Staatspräsidenten im Elysée-Palast, an den Pariser Strand, nach Chinatown und Versailles – und mitten hinein ins Herz der Pariser und ihrer wundervollen Stadt.

Inhalt

Karte

Vorwort

Bonjour Paris

***

Paris bestaunen

Liebesschlösser

Die Last der Liebe

Le Louvre

Wie man das meistbesuchte Museum der Welt meistert

Die Seine

Lebensader, Transportweg, Leichenversteck

Fürs erste Mal

La Tour Eiffel

Aufzug oder Treppe? Höhenangst oder Heiratsantrag?

Architektur

Wolkenkratzer-Allergie und Präsidenten-Denkmale

Friedhöfe

Skurrile Gräber, Pilgerorte und Oasen

Gegenwartskunst

Streetart und moderne Überraschungen

Élysée-Palast

Wo das Machtzentrum Frankreichs ist

La Défense

Konzerne, Kunst und Konsum

Panthéon

Frauen in den Ruhmestempel

Paris der Pariser

Im Winter nach Paris

Weihnachts- und Dschungelgefühle in der Metropole

Exotik in Paris

China, Afrika, Indien und Japan gleich um die Ecke

Versailles

Ein Ausflug zum Schloss der Schlösser

Pariser Alltag

Französische Sprache

Bonjour, sprechen Sie Deutsch?

Le métro

Bon voyage in Frankreichs Hauptstadt

Mitbringsel

Wenn man in Paris eingeladen wird

10 x Unbedingt

Arrondissements

Warum Paris eine Schnecke ist

Mode

Die Farben der Pariserin und die Orte der Haute-Couture

Vélib’

Mit dem Leihrad durch die Stadt

Joggen & Co.

Ja wo laufen sie denn?

10 x Vorsicht

Boulevard Périphérique

Autofahren in Paris und die Mutprobe Ringautobahn

Das Dorf Paris

Von der Liebe zum Quartier und zum Markt

Paris gratis

Als Sparfuchs an die Seine

Kriminalität

Von Dieben und Terrorangst

Zug und Flug

Von fehlenden Gleisangaben und kompostierten Tickets

Banlieue

Am Rand der schönsten Stadt

Wo Paris entspannt

Paris von oben, Paris von unten

Auf Dächern entspannen, unter der Erde sich gruseln

Kino

Die Leidenschaft der Pariser für die siebte Kunst

Nachtschwärmer

Bars, Clubs und Boote

14. Juli

Den Feiertag gut feiern

Paris Plages

Paris sonnt sich am Stadtstrand

Kultur

Preiswert ins kulturelle Nachtleben

Flohmärkte

Die Liebe der Pariser zum Trödel

Alle Jahre wieder

Wein

Weinberge und Weinbars in Paris

Paris relaxt

Picknick, Terrassen und Boule im Sommer

Faire le shopping

Von Glitzer-Kaufhäusern und Bummel-Gassen

Zu Tisch in Paris

Kaffee

Wenn man nicht die Bohne versteht

Im Restaurant

Heikle Situationen beim Essengehen

4 x 3 + 1 Restauranttipps

Die Speisekarte

Wenn man keine bösen Überraschungen essen will

Baguette

Der Kampf der Bäcker um Qualität

Arbeiten und lernen in Paris

Studium und Au-pair

Lernen und leben in der Traumstadt

Coworking Space

Auf Suche nach einem Arbeitsplatz für kurze Zeit

Heimweh

Schwarzwälder Kirschtorte, Biergarten und deutscher Fußball in Paris

33 Dinge, die man mindestens einmal tun sollte

***

Epilog

Adieu Paris

Anhang

Wortschatz Speisekarte

Autor Michael Neubauer

Impressum

Karte

map.jpg

Vorwort

Bonjour Paris

Eines Morgens kam mir eine Pariserin mit einem interessanten Strickpullover entgegen. Sie trug keinen Mantel, dabei war es März und noch recht kalt in Paris. Auf dem weißen Pullover war eine große rote Wärmflasche abgebildet. Darüber stand in großen roten Buchstaben: »PARIS«.

Gerne hätte ich sie angehalten und mich mit ihr über ihren Pulli unterhalten. Aber sie verschwand schnell im Eingang der Metro. Über die Wärmflasche musste ich lange nachdenken.

Dieser Pulli sagt mehr als viele Reiseführer: Ja, Paris wärmt. Paris wärmt die Franzosen, die Touristen, selbst viele, die gerade gar nicht in Paris sind. Aber wie macht Paris das? Wie verschafft die französische Metropole einem dieses wohlige, warme Gefühl?

Mit seiner Bausubstanz aus den verschiedenen Jahrhunderten. Mit seiner Küche. Seiner Geschichte und seinen berühmten Persönlichkeiten. Seinen hochkarätigen Museen. Seiner ständigen Wiederkehr in Filmen und Büchern. Seinem Eiffelturm, der einem sogar in Form von Ziegenkäse oder als Küchenreibe begegnet. Seinem Licht, das sich von Jahreszeit zu Jahreszeit ändert. Seiner Mode.

Und natürlich mit seinen Einwohnern. Diese Lebensart, um die sie viele beneiden. Scheinbar leicht, voller Genuss, voller Perfektion, voller Schönheit und Kultur. Die Pariser scheinen zu wissen, worum es im Leben geht. Sie stellen dem Alltagstrott Eleganz entgegen.

Doch Touristen und andere Fremde, die in Paris lernen, arbeiten und leben, würden den Pullover vielleicht anders interpretieren. Nämlich dass man für Paris eine Wärmflasche braucht. Selbst die, die Paris schon recht gut kennen, erleben immer wieder diese Momente des Fröstelns: Wenn der Kellner sie schon seit zehn Minuten übersieht. Wenn einen die Speisekarte überfordert. Wenn einem das Selbstbewusstsein des Parisers auf den Zeiger geht. Wenn er einen in der Metro anraunt. Wenn Franzosen sich einfach nicht vorstellen können, dass es doch tatsächlich ein paar Menschen auf der Welt gibt, die ihre Sprache nicht beherrschen. Wenn man auf der Stadtautobahn fast gerammt wird.

Für Nicht-Pariser kann das Savoir vivre dieser Metropolen-Bewohner ganz schön anstrengend sein. Man spürt die unausgesprochenen Regeln, die geheimen Paris-Codes, kennt sie aber nicht. Da fühlt man sich gerade im Restaurant schnell wie ein Trottel und in den Augen der Pariser als schlecht erzogen.

Frankreich ist das Fettnapfland par excellence, und Paris ist le Megafettnapf. Für Pariser Risiken und Nebenwirkungen nehmen Sie diesen Reiseknigge. Denn Sie müssen ja nicht überall hineintreten. Das habe ich schon für Sie getan – während meiner Arbeit als Journalist und in meiner Freizeit.

Der Reiseknigge soll ihnen helfen, mit der Stadt schneller warm zu werden. Sich so zu verhalten, dass man sich als Neuling schon ein bisschen einheimisch fühlt. Er führt Sie zu Orten, zu denen die Pariser selbst gerne hingehen. Wo sie relaxen. Er gibt Tipps, wie man in dieser teuren Metropole sowohl Geld spart als auch Zeit – etwa beim Anstellen im Louvre und am Eiffelturm. Er gibt Ratschläge für die Stadt der Liebe, die leider mancherorts auch eine Stadt der Diebe ist. Und Sie erfahren allerlei Hintergründe – etwa über die Aufteilung der Stadt oder die Probleme mit manchen Banlieues. Er soll Ihnen Mut machen, mal eine Runde mit dem Rad zu drehen.

Aber vergessen Sie nicht, das Buch trotz aller hilfreichen Ratschläge immer wieder beiseite zu legen. Und einfach loszulaufen. Paris ist die perfekte Stadt für Zufallsentdeckungen. Hier ist der Flaneur zu Hause. Keine Sorge, alle paar hundert Meter taucht wieder eine Metrostation auf. Sie gehen nicht verloren. Aber Sie werden auf viel Schönes stoßen.

Auch das sind Momente, wo es einem ganz warm wird in Paris.

Paris bestaunen

Liebesschlösser

Die Last der Liebe

Sie halten Händchen und blicken auf die Seine. Anna und Jens stehen auf dem Pont des Arts, einer Fußgängerbrücke mit Eisengittern auf der Höhe vom Louvre und dem Institut de France. Die beiden Studenten sind seit zwei Jahren ein Paar. Sie haben Semesterferien und machen einen Wochenendtrip nach Paris. Heute wollen sie das tun, was viele Paare in der Stadt der Liebe gerne machen: Ein Liebesschloss anbringen. Schon zu Hause in Hamburg haben sie ein Schloss für diesen Zweck gekauft und ihre Namen eingravieren lassen. Aber es ist gar nicht so einfach, einen Platz dafür zu finden. Sie hängen es an eine der Schlössertrauben – direkt an das Brückengitter kommt man schon lange nicht mehr, so vollgehängt ist es. Während Jens das Schloss anbringt, filmt Anna die Liebesaktion mit dem Smartphone. Dann nimmt jeder von ihnen einen Schlüssel – und schwupps, werfen sie ihn in die Seine. Kuss! Liebesmission erfüllt.

»Auf dass unsere Liebe ewig hält!«, sagt Anna. »Und wer weiß, vielleicht kommen wir in 40 Jahren wieder her und das Schloss hängt noch?«

Glücklich, Arm in Arm, bummeln sie weiter. Als beide die Brücke verlassen, sehen sie auf den Stufen einen Schriftzug der Stadtverwaltung in Englisch: »Love without locks« (»Liebe ohne Schlösser«). Jens wird nervös: »Was bedeutet das? Wird man die Schlösser vielleicht bald abmontieren?«

Selfie statt Schloss

Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis Paris Probleme mit der Liebe bekam. Paare aus aller Welt kommen in die Stadt der Liebe, um dieselbe zu feiern. Man herzt, schmust, macht vielleicht einen Antrag. Und will sich verewigen.

Und hier liegt das Problem. Besser: Es hängt. Wie in anderen Städten hängen seit Jahren Verliebte kleine Liebesschlösser an die Brücken – als Symbol für ihre ewige Liebe. Für manche Touristen – Paare oder auch einfach nur Freundinnen – gehört dieses Ritual dazu wie ein Besuch auf dem Eiffelturm. Und selbst auf dem Eiffelturm werden immer mehr Schlösser an den Gittern gesichtet.

Beliebt für das Anbringen eines Liebesschlosses ist zum Beispiel die Brücke Pont des Arts. Die Liebenden bringen ein Vorhängeschloss mit oder kaufen es (für freche Preise) bei den illegalen Händlern bei der Brücke. Die Paare schreiben ihre Initialen darauf oder lassen sie sogar eingravieren. Dann schließen sie es an die Gitter der Brücke – und werfen den Schlüssel in die Seine. Très romantique.

Doch die Liebe wiegt schwer. Auf dem Pont des Arts biegt sich der Maschendraht unter der Last der cadenas d’amour, wie sie auf Französisch heißen, an mehreren Stellen nach hinten. Mehrere Löcher sind schon im Zaun, einige Stellen sind mit Holzverkleidungen abgedeckt oder von der Stadtverwaltung abgesperrt. Die Liebe der Menschen zerlöchert das Brückengeländer. Deswegen starteten zwei Amerikanerinnen, die in Paris leben, sogar eine Unterschriftenaktion gegen dieses Schlossritual. Die Schlösser würden die Bauwerke zerstören, die Lebensqualität mindern und die Schlüssel die Seine verunreinigen, sagen sie.

Statiker haben berechnet, dass allein der Pont des Arts eine zusätzliche Schloss-Last von bis zu 90 Tonnen tragen muss. »Das wird langsam verrückt!«, sagte der verantwortliche Bürgermeister des 6. Arrondissements. Der Bürgermeister malt schon schlimme Folgen dieser Schlösser-Zeremonie aus: Die Touristen würden ihre eigene Spezies gefährden, denn die Gitter könnten auf die Touristenboote herabfallen. Es könnte Schwerverletzte oder gar Tote durch den Liebesschlösser-Wahn geben. Er will am liebsten die 155 Meter lange und zehn Meter breite Brücke in regelmäßigen Abständen von den Ewigkeits-Schlössern befreien lassen. Andere Städte praktizieren das längst so – oder verbieten das Ritual einfach.

Im Pariser Rathaus war man zuerst nicht angetan von dieser Idee – fürchtete man doch einen Schaden für das Tourismus-Image der Stadt der Liebe. Nie werde man alle Schlösser auf einmal entfernen, sondern nur an statisch kritischen Punkten kleinere Flächen von der Liebeslast befreien. Die Touristenattraktion werde bleiben, hieß es zunächst.

Dann passierte es: 2014 brach tatsächlich eines der Brückengitter unter der Last von 500 Kilogramm Metall zusammen. Eine 2,40 Meter lange Metallschloss-Wurst lag auf der Brücke. Verletzt wurde niemand, aber die Brücke wurde sofort gesperrt. Unter einem Foto auf Twitter, das einen Stadtangestellten mit einem Eimer voller Schlösser zeigte, schrieb einer schadenfreudig: »Schade um ihre Liebe – sie endet in einem Mülleimer.«

Im Rathaus änderte man die Meinung. Seitdem die Brücken derart Schaden nehmen, gibt es eine neue Kampagne. Selfies statt Cadenas, Fotos statt Metall! Die Stadt fordert die Liebenden auf, mit der Tradition zu brechen und statt der Metall-Aktion ein Foto im Internet zu platzieren, unter dem Motto und Hashtag #lovewithoutlocks. »Unsere Brücken können Euren Liebesgesten nicht mehr Stand halten«, heißt es in der Anti-Schloss-Kampagne.

Auf der Webseite haben manche Verständnis für diesen Aufruf, die Liebe doch bitte schlosslos zu äußern: »Liebt Eure Liebe und sperrt sie nicht weg«, schreibt einer unter sein Foto. Doch im Gegensatz zum realen Schloss-Ritual scheint die Selfie-Aktion nicht zu boomen. »Ein Selfie kann diesen Liebesbeweis hier auf der echten Brücke über der Seine einfach nicht ersetzen«, sagt Jens. Wer die Schlösser knacke und abnehme, der zerstöre nichts weniger als einen Mythos und die Hoffnung der Menschen.

Sicher ist: Wenn die Liebenden nicht zur Vernunft kommen, wird die Stadt schon bald neue Schritte ergreifen. Vielleicht hofft man im Rathaus ja auch auf die Rückkehr des großen, kräftigen Unbekannten. 2011 waren über Nacht plötzlich alle Schlösser verschwunden. Bis heute streiten Stadt und Polizei vehement ab, dafür verantwortlich gewesen zu sein. Man wisse nicht, wer es war. Man wisse nur, dass immer wieder Metalldiebe ganze Gitter mit den Schlössern herausbrechen und mitnehmen. Schließlich kann man mit den Tonnen von Schlössern bei den heutigen Metallpreisen viel Geld verdienen.

Was auch niemand weiß: Ob die Verliebten, deren Schlösser damals geknackt und entfernt wurden, inzwischen wieder getrennt sind.

Do it yourself

Ein Zeichen seiner Liebe nach einem Paris-Besuch in alle Welt senden? Das ist schnell gemacht: http://lovewithoutlocks.paris.fr.

Wer die Schlösserbrücken anschauen will: Am beliebtesten sind die Brücken Pont des Arts zwischen Louvre und Institut de France [Metro: Louvre-Rivoli] und Pont de l’Archevêché hinter der Kathedrale Notre-Dame [Metro: Maubert-Mutualité]. Auch die Fußgängerbrücken Simone-de-Beauvoir zwischen dem Parc de Bercy und der Bibliothèque Nationale de France, die Brücken über den Canal Saint-Martin und die Brücke Léopold-Sedar-Senghor zwischen den Tuilerien und dem Musée d’Orsay sind Ziele der Schlösser-Fixierer.

Le Louvre

Wie man das meistbesuchte Museum der Welt meistert

Oh Gott. Ich weiß ja, der Louvre ist mit seinen 9,3 Millionen Besuchern im Jahr das meistbesuchte Museum der Welt. Das ist, als würden jeden Tag alle Einwohner einer Kreisstadt wie Wangen im Allgäu hierherkommen. Aber muss diese Kreisstadt gerade heute in der Schlange vor mir stehen? Ich stehe mir unter der Pyramide für das Eintrittsticket die Beine in den Bauch. Ich weiß, für wen ich das tue. Für eine der größten und berühmtesten Kunstsammlungen der Welt. Für Mona Lisa. Für die Venus von Milo. Aber auch für ein imposantes Gebäude, das ursprünglich eine Herrscherresidenz war.

Endlich habe ich mein Ticket. Rolltreppen schaufeln die Menschenmassen in der Hall Napoléon unter der Pyramide in die drei Flügel dieses Mega-Museums mit den Namen Sully, Denon, Richelieu. Die vielen Stimmen der Leute hallen wie in einer Bahnhofshalle. Ein Schüler ruft: »Ich kann nicht mehr laufen.« Eine asiatische Besuchergruppe setzt Kopfhörer auf für eine Führung. Die meisten Leute strömen in den Denon-Flügel. Denn dort hängt Mona Lisa. Es ist, als ob sie die Massen ansaugen würde. 15.000 Leute kommen am Tag zu ihr. Der Weg zu ihr ist gut ausgeschildert. Auf den Wegweisern steht eigenartigerweise der Name »La Joconde«. Ich laufe mal den Massen hinterher.

Es geht eine große Freitreppe hinauf in den ersten Stock. Da steht Nike von Samothrake. Die Statue der Siegesgöttin, vermutlich aus dem frühen 2. Jahrhundert vor Christus, stand einst über der Hafeneinfahrt von Samothrake. Sie erinnert an einen Seesieg der Griechen. Ihre Gestalt mit Flügeln ist imposant auf der Treppe platziert, sie scheint auf mich zuzuschweben. Viele Touristen nehmen dieses Meisterwerk der hellenistischen Bildhauer in dem Trubel kaum wahr und drängen weiter.

Der Strom der Leute bringt mich zur Mona Lisa. Da vorne hängt sie, gut geschützt hinter Panzerglas. Es ist früher Nachmittag. Man kommt kaum an sie ran, so voll ist es hier. Viele Leute schauen gar nicht in Ruhe hin, betrachten gar nicht das rätselhafte Lächeln, sondern zücken sofort ihre Kameras und Smartphones. Kleinkinder dürfen auf Papas Schulter, eine Lehrerin hält am Rande des Saals eine Plastiktüte auf, in die sich eine völlig bleiche Schülerin übergibt. Ein Wächter schaut ratlos zu.

Ich stelle mir vor, wie Mona Lisa das wohl alles aus ihrem Blickwinkel sieht. Die vielen Leute, die ihre elektronischen Geräte hochhalten. Allwissend, lebenserfahren wirkt sie. Sie hat allerdings auch einen tollen Blick auf das riesige Wandgemälde gegenüber: Die Hochzeit von Kanaa von Paolo Veronese. Bevor ich weitergehe, frage ich mich: Warum heißt auch der Saal hier Salle de la Joconde?

Wann kann ich Mona Lisa in Ruhe antreffen?

Seit Ende des 18. Jahrhunderts befindet sich das Gemälde von Leonardo da Vinci im Louvre. Das Bild ist gerade mal 77 mal 53 Zentimeter groß. Da Vinci hat es vermutlich zwischen 1503 und 1506 gemalt. Das wohl am meisten bewunderte und kommentierte Gemälde der Kunstgeschichte verwirrt so manchen deutschsprachigen Besucher mit seinem Namen. Die Identität der Abgebildeten ist bis heute nicht geklärt. Biograf Giorgio Vasari (1511–1574) soll dem Gemälde den Beinamen La Gioconda gegeben haben, was »die Heitere« bedeutet. Eine andere Theorie ist, dass es nach der Florentinerin Lisa del Giocondo benannt wurde. Der unter anderem in Deutschland gebräuchliche Name Mona Lisa hat wohl einen kleinen Rechtschreibfehler: Vermutlich sollte es Monna heißen, denn das ist die Kurzform für Madonna. Das wiederum bedeutet »Frau« und war die Anrede für sie als Ehefrau von Francesco del Giocondo. Und die französische Übersetzung des italienischen Namens Giocondo ist Joconde – daher also die vielen Joconde-Schilder im Louvre.

Einen Vier-Augen-Termin mit Mona Lisa haben wohl nur die Nachtwächter. Es gibt aber die Möglichkeit, Mona Lisa in einer viel ruhigeren Atmosphäre anzutreffen. Vor allem während der abendlichen Öffnungszeiten am Mittwoch und Freitag. »Kommen Sie an diesen Tagen nach 20 Uhr – oder morgens vor 10 Uhr«, empfiehlt eine Museumsmitarbeiterin. »Und interessanterweise ist auch am Donnerstagvormittag oft weniger los.« Die Nocturnes, also die Öffnungszeiten am Abend, sind empfehlenswert – gerade auch im Richelieu- und Sully-Flügel. Wie ruhig es dann sein kann in manchen Gängen! Und es ist ein besonderes Paris-Erlebnis, wenn es draußen dunkel ist und man durch die Museumsfenster immer wieder das nächtliche, beleuchtete Paris sieht: Notre-Dame, Eiffelturm, Champs-Élysées, Rue Rivoli, die Seine.

Ursprünglich war der Louvre eine richtige Festung, mit einer Mauer umgeben. Philipp II. August ließ sie 1190 am rechten Seineufer erbauen. Der Name Louvre könnte aus dem Lateinischen stammen von luperia, was »Wolfsbau« bedeutet. Ein Hinweis also auf diese Burg und Wehranlage – ihre Fundamente sind heute noch im Untergeschoss zu sehen. Lange Zeit diente der Louvre als Schatzkammer der Könige. Karl V. ließ die Burg schließlich umbauen, um darin wohnen zu können. Immer wieder wurde der Bau erweitert und schließlich in ein Königsschloss umgewandelt. Ab dem 16. Jahrhundert war der Louvre der Hauptwohnsitz des Königs. Doch 1682 zog der gesamte Königshof mit Ludwig XIV. nach Versailles um – und der Louvre verfiel. Allerhand Mieter zogen ein, in den Galerien wohnte eine Gruppe von Boheme-Künstlern. Im Innenhof waren Kneipen und Gauklerstände.

Dass der Louvre ein nationales Museum wurde, ist der Revolution zu verdanken – denn die Nationalversammlung beschloss, dass in dem Palast Kunstschätze des Königs und des Adels zusammengetragen und der Öffentlichkeit gezeigt werden sollten. Am Ende der Herrschaft Ludwigs XIV. hingen immerhin über 2.500 Kunstwerke im Louvre und in Versailles. Am 10. August 1793 wurde das Museum eröffnet.

Unter anderem Napoleon I. sorgte dafür, dass der Louvre zum reichsten Museum der Welt wurde: Er ließ aus jedem besiegten Land Kunstwerke nach Paris bringen. Napoleon III. ließ den Louvre weitgehend in seiner heutigen Form vollenden. Und die gläserne Pyramide? Die entstand, weil in den 1970er-Jahren die Besuchermassen nicht mehr zu bändigen waren. Staatspräsident François Mitterrand blies zum großen Umbau. Der neue Museumskomplex, heute Grand Louvre genannt, wurde 1989 fertig. Manche Pariser beschimpften die Pyramide zunächst als Käseglocke, inzwischen ist sie eines der Wahrzeichen der Stadt.

Im Louvre warten auf den Besucher 35.000 Werke: Antiquitäten, Archäologie, Kunstgewerbe, Islamische Kunst, grafische Künste, Juwelierkunst, Möbel, Kunstgegenstände, Malerei, Skulptur, Werke aus Renaissance, Manierismus, Barock, Neoklassizismus, Romantik, Realismus, Impressionismus, Symbolismus. Um die ausgestellten Werke alle anzuschauen – jedes nur zehn Sekunden – bräuchten Sie drei Tage und Nächte (die Zeit für die Wegstrecke nicht eingerechnet).

Musée du Louvre

162, rue de Rivoli, 1. Arr. • 01 40 20 53 17 • www.louvre.fr • Täglich außer Di von 9–18 Uhr, Mi und Fr 9–21.45 Uhr; geschlossen am 1. Januar, 1. Mai und 25. Dezember • Metro: Palais Royal–Musée du Louvre, Louvre-Rivoli

Do it yourself

Fragen Sie sich unbedingt vor Ihrem Besuch, was Sie sehen wollen. Schauen Sie auf die Website des Louvre. Dort gibt es bereits einen Plan zum Herunterladen [www.louvre.fr/plan], den gibt es auch am Informationsschalter in der Eingangshalle.

Um nicht stundenlang anstehen zu müssen, kaufen Sie Ihr Ticket (gültig für einen Tag) nicht erst im Museum, sondern vorher, etwa auf louvre.fr. Oder bei der Medienkaufhaus-Kette Fnac. Wer mit dem Zug an der Gare de l’Est ankommt, kann dort gleich bei der Fnac-Filiale im Bahnhofsgebäude die Tickets besorgen. Der Eintrittstag ist auf dem Ticket nicht festgelegt, es bleibt ein Jahr lang gültig.

Es gibt noch einen anderen schnellen Weg: Unter dem Louvre befindet sich Le Carrousel du Louvre, eine Shopping-Zeile, wo man auch etwas essen kann. Man erreicht sie, indem man von der Metro-Station Palais Royal–Musée du Louvre den Hinweisschildern folgt. Dort gibt es einen Tabakladen (Schild »Tabac«), der auch Louvre-Tickets verkauft. Lange anstehen muss man da selten.

Wer unter 18 oder unter 26 Jahre alt und EU-Bürger ist, darf gratis in die Dauerausstellung und muss beim Eingang nur seinen Ausweis zeigen. Freier Eintritt am 1. Sonntag im Monat (nur in den Monaten Oktober bis März) und am 14. Juli.

Durch den Seiteneingang »Porte des Lions« im Denon-Flügel kommt man auch recht schnell ins Museum (mittwoch und freitags geschlossen), wenn man im Besitz eines Tickets ist.

Es gibt an den Eingängen der Flügel Audioführer zu einer Auswahl von Werken auch in deutscher Sprache. Führungen gibt es nicht auf Deutsch, aber auf Englisch (täglich 11 Uhr). Wenn Sie Französisch sprechen: Auf www.louvre.fr/parcours kann man sich thematische Rundgänge ausdrucken – etwa zu Kunstwerken, die im Film The Da Vinci Code – Sakrileg auftauchen.

Wenn Sie Comics mögen und sich auf den Louvre einstimmen wollen: Lesen Sie Einmal durch den Louvre des französischen Zeichners David Prudhomme (Reprodukt Verlag) – eine schöne Hommage an das Museum und seine Besucher.


Die verrückten Zahlen des Louvre

Der Louvre ist nicht nur eines der größten Museen der Welt. Er ist eine kleine Stadt. Man muss sich nur diese Zahlen anschauen:

9,7 Millionen Besucher – das war der Rekord im Jahr 2012, davon sind zwei Drittel ausländische, ein Drittel französische Besucher. Amerikaner, Brasilianer und Chinesen sind bei den ausländischen Besuchern an oberster Stelle.

35.000 Werke sind ausgestellt von insgesamt 460.000, die das Museum besitzt.

Mehr als 2.000 Personen beschäftigt der Louvre, davon gehören 1.200 zum Wachpersonal. 60 Berufsgruppen sind hier insgesamt vertreten. Es gibt 65 Konservateure und 100 Dokumentaristen. Eine Abteilung der Feuerwehr mit 48 Feuerwehrmännern ist dauerhaft im Louvre stationiert.

403 Säle und Zimmer, 243.000 Quadratmeter Parkett (für die 2.500 Liter Wachs pro Monat benötigt werden), 14,5 Kilometer Gänge, 10.000 Stufen zu 72 Ebenen, 2.410 Fenster, 3.000 Schlösser, 8.000 Brandmelder.

21 Meter hoch ist die Pyramide (603 Rauten und 70 Dreiecke aus Glas, 95 Tonnen Stahl, 105 Tonnen Aluminium), sie bedeckt eine Fläche von 1000 Quadratmetern.

20 Wechselausstellungen gibt es neben der Dauerausstellung im Jahr.

2 Stunden 45 Minuten – so lange bleiben im Durchschnitt Besucher im Louvre.

Über 400 Filmdrehs gibt es im Jahr auf dem Gelände des Louvre und der Tuilerien.

2 Dependancen hat der Louvre: Der Louvre-Lens in Nordfrankreich. 2016 wird der Louvre Abu Dhabi eröffnen in einem Bau des französischen Architekten Jean Nouvel.


Schöne Orte für eine Pause

Kunst macht Hunger und Durst. Hier ist es nett:

Drinnen, also nur mit Eintrittskarte

Eine schöne Gemälde-Pause kann man im Café Mollien nicht weit von der Mona Lisa machen (Denon-Flügel). An der Treppe Mollien (1. Etage) gelegen, ist es ein netter Rückzugsort für eine Pause, aber leider mit oft langen Wartezeiten.

Draußen

Die Eintrittskarten gelten den ganzen Tag – man kann also auch das Museum verlassen. Das elegante Café Marly unten im Richelieu-Flügel ist der perfekte Ort, um von den Terrassenplätzen unter den Arkaden auf die Pyramide zu schauen. Wer dem Trubel lieber entfliehen will, der kann Richtung Palais Royal gehen. Direkt am Theater Comédie Française ist die beliebte Brasserie Le Nemours [2, galerie de Nemours] mit einer schönen Terrasse zum Leutegucken und mit Blick auf den außergewöhnlichen Metroeingang des französischen Künstlers Jean-Michel Othoniel.

Im Le Fumoir [6, rue de l’Amiral de Coligny] direkt an der Metrostation Louvre-Rivoli kann man sich mit einem Sandwich oder einem Kuchen stärken, zwischen 15 und 19 Uhr gibt es einen thé complet für 10 Euro (Getränk und Kuchen/Toast).

Bei Fleisch-Hunger: Burger gibt es bei Hand [39, rue de Richelieu]. Vorsicht: Überall louvrenahe Preise!

Preiswerter verpflegt man sich bei Cojean östlich vom Louvre [3, place du Louvre • www.cojean.fr]. Im Jardin du Carrousel vor dem Jardin des Tuileries kann man sich bei einem Kiosk von Paul, einer guten Pariser Bäckerei-Kette, ein Sandwich holen und auf einer Bank oder auf dem Rasen pausieren. Oder gehen Sie 15 Minuten durch den schönen Jardin du Palais Royal in die Rue des Petits Champs/Ecke Rue St. Anne. Dort befinden sich viele kleine japanische Restaurants mit preiswerten Suppen.

Für einen Morgenkaffee vor der Kunst bietet sich auch das Café de l’Époque an, am Ausgang der schönen denkmalgeschützten Laden-Passage Galerie Véro-Dodat [2, rue du Bouloi], ein paar Minuten vom Louvre entfernt. Wer vor dem Museum noch ein ordentliches Frühstück oder einen Brunch braucht, der findet wenige Meter vom Passagen-Ausgang enfernt Claus [14, rue Jean-Jacques Rousseau]: Ein beliebter schicker Ort, wo es tolle Müslis, le Frühstück (27 Euro!), Obstsalate und kleine Kuchen gibt.

Die Seine

Lebensader, Transportweg, Leichenversteck

Es ist Februar und die Seine zeigt, dass sie auch anders kann. Nicht nur schön sein und ruhig vor sich hinfließen. Nicht nur Bateaux-mouches-Touristenboote tragen und zum Romantikgefühl

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