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Im Bann der Lilie 2
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eBook122 Seiten1 Stunde

Im Bann der Lilie 2

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Über dieses E-Book

Der Marquis de Montespan ist immer noch auf der Suche nach dem verlorenen Gefährten und verdingt sich bei Napoleon als Feldarzt. Bonaparte ist im Besitz des Portraits von Saint-Jacques, das er Julien als Lohn für seine Dienste verspricht. Doch er selbst ist beeindruckt von dem Bild und sieht es als Glücksbringer für seine Schlachten an. Er hat nicht vor, sein Versprechen zu halten!

So führt das Schicksal Erschaffer und Geschöpf wie Treibholz zu- aber auch wieder auseinander. Kurz vor der Seeschlacht von Abukir kommt alles anders: Der Schiffsjunge Silvio erobert das Herz des Chevaliers Saint-Jacques. Doch der Marquis trachtet dem neuen Freund des Chevaliers nach dem Leben. Der englische Geheimdienst hilft ihm dabei. Werden die beiden jungen Männer rechtzeitig entkommen können?
SpracheDeutsch
HerausgeberClub der Sinne
Erscheinungsdatum9. März 2013
ISBN9783955271978
Im Bann der Lilie 2
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    Buchvorschau

    Im Bann der Lilie 2 - Carol Grayson

    Impressum

    „Im Bann der Lilie, Teil 2" von Carol Grayson

    herausgegeben von: Club der Sinne®, Allee der Kosmonauten, 12681 Berlin, Dezember 2010

    zitiert: Grayson, Carol: Im Bann der Lilie, Teil 2, 2. Auflage

    © 2010

    Club der Sinne®

    Inh. Katrin Graßmann

    Allee der Kosmonauten 28a

    12681 Berlin

    www.Club-der-Sinne.de

    kontakt@club-der-sinne.de

    Stand: 01. März 2012

    Gestaltung und Satz: Club der Sinne®, 12681 Berlin

    Cover: Hintergrund - © Andrew Beierle, www.sxc.hu

    Fleur de lis – Quelle: Wikipedia

    Covergestaltung: Club der Sinne®

    ISBN 978-3-95527-197-8

    eBooks sind nicht übertragbar!

    Es verstößt gegen das Urheberrecht, dieses Werk weiterzuverkaufen oder zu verschenken!

    Weitere eBooks von Carol Grayson/Carola Kickers finden Sie hier:

    http://www.club-der-sinne.de/index.php?manufacturers_id=58

    http://www.club-der-sinne.de/index.php?manufacturers_id=36

    Carol Grayson

    Im Bann der Lilie

    Teil 2

    Was, zum Teufel, hatte er sich nur dabei gedacht? In wenigen Stunden würde die Sonne aufgehen, und er brauchte dringend eine schützende Unterkunft! Vielleicht hätte er doch mit Graziella und dem Zirkus weiterziehen sollen?

    Marcel Saint-Jacques reute sein überstürzter Aufbruch bereits. Ruhelos war er seit dem Streit mit dem Marquis Julien de Montespan durch die schlafende Stadt gestreift, ausgesetzt der winterlichen Kälte, die er dank seines Daseins als seelenloser Engel der Nacht nicht einmal spürte. Trotz seines Zornes auf die Überheblichkeit des Marquis fühlte er sich doch nach wie vor zu dem attraktiven älteren Vampir und Erschaffer hingezogen. Dessen Blick hatte ihn fast angefleht zu bleiben, als er, Marcel, erzürnt über den unnötigen Mord an dem getreuen Kutscher Gaspard das Haus verließ! Doch Juliens Stolz ließ kein nachgiebiges Wort über seine Lippen kommen.

    Marcel hatte soviel von ihm lernen können. Und bestimmt hatte Julien ihm noch nicht alle Geheimnisse ihrer Rasse verraten. Der schlaue Fuchs liebte es, ihm immer nur Bruchstücke ihrer besonderen Fähigkeiten zu offenbaren. Er, der unerfahrene Lehrling, musste dieses verwirrende Puzzle stets wieder neu zusammensetzen. Und jede Antwort schien neue Fragen aufzuwerfen. Nichtsdestotrotz hatte er Julien de Montespan sehr viel zu verdanken. Nicht nur seine jetzige Existenz als Engel der Finsternis. Im Moment allerdings empfand er eine unerträgliche Leere. Aber da war immer noch diese Angst und Unsicherheit in ihm, sich dem Marquis gänzlich anzuvertrauen, obwohl es keinerlei Standesunterschiede mehr zwischen ihnen beiden gab, seit dieser ihn als Mündel adoptiert hatte.

    Er hatte diese Leere im Herzen schon einmal verspürt, als er geduldet, aber dennoch gefürchtet, mit den Zirkusleuten unterwegs gewesen war. Auch die Sinnlichkeit der schönen Artistin Graziella hatte diese nur vorübergehend ausfüllen können.

    Wo sollte er bloß hin?

    Mitten in seinem Grübeln hatten ihn seine Schritte unmerklich auf einen kleinen Friedhof etwas außerhalb von Paris gelenkt, der offensichtlich seit längerer Zeit nicht mehr gepflegt wurde. Auf den Grabmonumenten las er adelige Namen. Heute wurden die Adeligen nach ihrer Hinrichtung nur noch verscharrt!

    In den letzten Jahren hatte sich die Natur die Grabstätten zurück erobert. Ein Mausoleum schien dem jungen Vampir genau die richtige Ruhestätte zu sein. Mit seinen mentalen Kräften öffnete er das schwere Eichenportal, dessen Schnitzereien ein fürstliches Wappen zeigten und vom wilden Wein bereits überwuchert wurde. Zwei steinerne Sarkophage aus edlem schwarzbraunem Marmor befanden sich im Innenraum, der wie eine kleine Kapelle ausgestattet war und nun mit den Spinnweben und den verwelkten Blumen einen morbiden Charme versprühte. Offenbar waren die Särge nie gänzlich geschlossen worden und warteten mit schräg gestellten steinernen Deckeln bis heute auf ihre Bewohner. Die Luft roch staubig und abgestanden. Es geschah oft, dass Adelsfamilien vorsorglich solche großzügigen Bauwerke für ihr Ableben errichten ließen. In diesen unruhigen Zeiten war den Erbauern wohl die ewige Ruhe in solcher Pracht nicht vergönnt gewesen. Welch ein Glücksfall für Marcel! Ohne zu zögern schloss er die schweren Holztüren hinter sich und schob den Querbalken vor (aus welchem Grunde man diesen angebracht hatte, war ihm nicht ganz klar, denn sicherlich benötigten die Verstorbenen keine derartigen Barrikaden mehr). Dann legte er sich wie selbstverständlich in eines der kühlen Behältnisse und fiel mit dem ersten Sonnenstrahl in einen tiefen Schlaf.

    Dieser dauerte länger als geplant, und Marcel Saint-Jacques erwachte erst, als die intensive Süße von Jasminblüten wie eine unsichtbare Wolke durch das Mausoleum zog und ihn hinaus lockte in eine duftige Frühlingsnacht.

    Das geschah im Jahre 1797.

    Zwei Jahre zuvor brodelten in Paris Verrat und Verleumdung aufgrund zahlloser Spitzel in den Adern der Stadt. Nach dem Tode der Königin Antoinette hatte der Revolutionsführer Maximilien de Robespierre seine blutige Herrschaft begonnen und ein neues Terrorgesetz beschlossen, das jeden Rechtsbeistand ausschloss und auch für Konventmitglieder galt. In den nächsten sechs Wochen wurden 1285 Todesurteile gefällt. Nichts und niemand war nun mehr sicher vor seiner Geheimpolizei, die die unersättliche Madame Guillotine mit immer neuen und zunehmend unschuldigen Opfern fütterte. Auch wenn der „Bürger Julien" als Heilkundiger eine Sonderstellung innehatte und diese unruhigen Zeiten ein wahres Volksfest für einen Vampir darstellten, so war auch er seines Lebens nicht unbedingt mehr sicher. Ohne einen Vertrauten oder einen Wächter war er tagsüber während seines Schlafes hilflos, auch wenn all seine Sinne während dieses Zustandes aktiv waren. Um vieles quälender war jedoch die Einsamkeit, nachdem seine eigene Unvorsichtigkeit die zarten Bande zwischen ihm und seinem Schützling wieder auseinander gerissen hatte.

    Als nach der Feudalherrschaft des Adels bald auch die Macht des Klerus angegriffen wurde und sogar Kirchen entweiht wurden, schien der Teufel persönlich in der französischen Hauptstadt zu wüten.

    Überall traf man auf zerstörte, religiöse Symbole. Die Priester ertränkte man in den Flüssen. Die Menschenrechte wurden außer Kraft gesetzt. Zensur ersetzte die Pressefreiheit. In Lyon wurden zweitausend Menschen vor die Tore der Stadt getrieben und von Kanonen zusammengeschossen, weil sie sich gegen diese Zensur wehrten. Täglich verlas man neue Listen mit den Namen angeblicher Verräter, die zum Tode verurteilt wurden.

    Nun fasste auch der Marquis den Entschluss, die Stadt zu verlassen. Monatelang hatte er ruhelos nach Marcel gesucht, und seine Sorge um den jungen Vampir wuchs mit jedem Tag des Schreckens ebenso wie das Verlangen, ihn wieder zu sehen. Fast täglich hatte er sich Vorwürfe gemacht. Er hätte den alten Gaspard nicht gleich töten sollen und erst recht nicht im Beisein des jungen Marcel, der im Gegensatz zu ihm immer noch einen Hauch seiner Menschlichkeit bewahrt hatte. Aber gerade diese Sensibilität war es ja, die ihn zunehmend betört hatte, ebenso wie seine Anmut und Schönheit, die ihn schon als Mensch ausgezeichnet hatten.

    In einer dunklen Neumondnacht verließ Julien de Montespan zu Pferd die schlafende Stadt an der Seine. Den Wachen am Stadttor gab er als Médécin nur die kurze Auskunft, dass er zu dieser späten Stunde zu einem Patienten außerhalb der Stadt gerufen worden war und es sich um eine ansteckende Krankheit handeln würde. So stellte niemand aufdringliche Fragen. Man ließ ihn passieren, und Julien gab dem Braunen die Sporen. Wenn er gewusst hätte, dass sein Weg nur wenige Meter von dem vergessenen Friedhof, der Ruhestätte seines geliebten Marcel, vorbeiführte …

    Doch die untoten Seelen konnten einander nicht im Ruhezustand wahrnehmen. Das war eine reine Schutzfunktion ihres Daseins, um Angriffe durch ihresgleichen zu vermeiden. So entfernte Julien sich im Galopp wieder weiter von Paris. Er war von der Idee besessen, seine Kutsche wieder ausfindig zu machen und hoffte inständig, dass das geheime Versteck unter dem Sitz, worin er ein Bildnis seines geliebten Gefährten vor ihrer Flucht aus dem Schloss verborgen hatte, unentdeckt geblieben war.

    Wenige Monate nachdem der Marquis de Montespan die Hauptstadt verlassen hatte, hielt Robespierre seine letzte Rede vor dem Parlament. Sein Verfolgungswahn wurde ihm erst im Geheimen, dann immer offenkundiger als Irrsinn attestiert. Allerdings wurde er nach seiner Verhaftung und Ächtung befreit. Seine Getreuen verschanzten sich im Rathaus, das kurze Zeit später gestürmt wurde. Die Verfolgten begingen derweil Selbstmord. Nur Robespierre überlebte, mit einem Schuss in den Unterkiefer, den er sich selbst zugefügt hatte. Er wurde zum Spott des Volkes halbtot aufgebahrt und sollte nunmehr ebenfalls der Guillotine zum Fraß vorgeworfen werden. Bis zuletzt sah er sich selbst immer noch als Märtyrer und tatsächlich – der Gedanke der Revolution

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