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Yoga in der Physiotherapie: Theorie und Praxis
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eBook219 Seiten1 Stunde

Yoga in der Physiotherapie: Theorie und Praxis

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Über dieses E-Book

Yogaübungen verbinden Körper, Geist und Atem zu einer Einheit und ermöglichen damit einen Behandlungsansatz, den eine reine Bewegungstherapie nicht leisten kann.

Regelmäßiges Üben fördert nicht nur die Gesundheit und gleicht körperliche Defizite aus, sondern trägt gleichermaßen zu mentaler Stärke, Gelassenheit und zum Wohlbefinden bei.

Monika Pohl stellt über 30 klassische Yoga-Übungen für Erwachsene und Kinder unter besonderer Beachtung physiotherapeutischer Erkenntnisse vor. Präzise Beschreibungen, mögliche Varianten sowie Hinweise und Tipps zur korrekten Ausführung und Wirkungsweise machen das Buch zum wertvollen Ratgeber für den Therapeuten in seiner Arbeit mit Patienten oder Klienten und motivieren dazu, Yoga als Ausgleich zum eigenen Beruf in den Alltag zu integrieren.

Das Buch will Physiotherapeuten, aber auch Bewegungspädagogen, Ärzten und Heilpraktikern Mut machen, ihr Behandlungsrepertoire auf ganzheitliche Weise zu erweitern.
SpracheDeutsch
Erscheinungsdatum1. Feb. 2013
ISBN9783790510201
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    Yoga in der Physiotherapie - Monika Pohl

    eingebüßt.

    1.1   Geschichte und Tradition

    Yoga kommt aus Indien und lässt sich bereits seit mehr als 3500 Jahren durch Quellen zuverlässig belegen. Er gehört zu den sechs klassischen Schulen(Darshanas) der indischen Philosophie, welche eine Reihe geistiger und körperlicher Übungen umfasst, zugleich den Geist schult und einen Übungsweg, der zur Selbstverwirklichung führt, darstellt. Der Begriff Yoga geht auf die Wurzel „yuj zurück und bedeutet „verbinden, anschirren von zwei oder mehreren Pferden vor einen Wagen. Dabei ist hier sinnbildlich die Vereinigung des Körpers mit der Seele zur Sammlung und Konzentration gemeint.

    Im 5. und 6. Jhd. v. Chr. entwickelte sich in Indien der Buddhismus. Als Begründer der buddhistischen Lehre gilt Siddhartha Guatama, der auch als historischer Buddha (wörtlich „Erwachter") bezeichnet wird. Da er sich selbst jahrelang Yoga-Praktiken unterzog, finden sich viele Elemente des Yoga in den Meditationspraktiken und der Heilslehre des Buddhismus wieder. So wurden das Sitzen in der Stille, die Atembeobachtung und Atemlenkung (Pranayama) sowie das Zurückziehen der Sinne (Pratyahara) fester Bestandteil des buddhistischen Übungsweges.

    Ursprünglich war Yoga ein rein spiritueller Weg, der vor allem die Suche nach Erleuchtung durch Meditation zum Ziel hatte. Seit der Entwicklung des Yogasystems durch den Weisen Patanjali vor etwa 2000 Jahren hat sich der klassische Yoga weitgehend von seiner religiösen Bindung gelöst, wird heute als universell angesehen und kann als Übungsweg von Menschen unterschiedlicher Religionen und Weltanschauungen begangen werden. Die unterschiedlichen Yogahaltungen entstanden erst im Laufe der Zeit, als man die positive Wirkung der körperlichen Übungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen erkannte. Noch heute gibt es viele verschiedene Formen des Yoga, oft mit einer eigenen Anschauung und Praxis. Einige meditative Formen legen ihren Schwerpunkt auf die geistige Konzentration, andere mehr auf körperliche Übungen und den Atem, wieder andere Richtungen betonen die Askese. In Westeuropa und Nordamerika hat sich der körperbezogene Übungsweg des Hatha Yoga etabliert.

    1.2   Yoga-Philosophie

    Da Yoga ursprünglich aus Indien stammt, liegen die Wurzeln der Yoga-Philosophie im Hinduismus und in Teilen des Buddhismus. Das Individuum wird hier als ein Reisender im Wagen des materiellen Körpers gesehen. Der Wagen ist der Körper, der Kutscher der Verstand, die fünf Pferde die Sinnesorgane, der Fahrgast die Seele, und das Geschirr heißt im Indischen „Yoga".

    Die philosophischen Grundlagen des Yoga wurden vor allem von Patanjali, einem indischen Gelehrten, der das Yoga-Wissen aus der Zeit um Christi Geburt im Yoga-Sutra (einem Leitfaden, bestehend aus Versen in Sanskrit, der damaligen Sprache der Gelehrten) niederschrieb, formuliert. Damit begründete er gleichzeitig die systematische Wissenschaft des Yoga, die bis heute aktuell geblieben ist. Weitere Aufzeichnungen zum Thema Yoga finden sich in der Sammlung philosophischer Schriften des Hinduismus, den Upanishaden und der Bhagavadgita (heilige Schrift Indiens). Als eine klassische Anleitung für Hatha Yoga gilt die Hatha Yoga Pradipika („Leuchte des Hatha Yoga"), geschrieben von Swami Swatmarama. Dieser Text wurde im 15. Jahrhundert n. Chr. verfasst und setzt sich aus älteren Schriften und eigenen Yoga-Erfahrungen des Autors zusammen. Heute gibt es zahlreiche moderne Übersetzungen des Hatha Yoga Pradipika.

    1.3   Der Yogaweg des Weisen Patanjali

    Im wichtigsten Grundlagentext des klassischen Yogas, der Yoga-Sutra, stellt Patanjali fest, dass unsere geistige Verfassung darüber entscheidet, wie wir handeln. Um diese zu erkennen, ist es notwendig, innezuhalten und sich gegenüber den Geschehnissen in die Rolle des inneren Beobachters zu begeben. In seinem Leitfaden finden wir zwei hilfreiche Empfehlungen, um den Geist zu ordnen und zu klären: das Einhalten eines bestimmten Übungsweges – des Achtgliedrigen Pfades (Ashtanga Marga) – und das Entwickeln einer inneren Gelassenheit. Die acht Stufen bauen auf einander auf. Damit ist jede Stufe unverzichtbar und keine bedeutender als die andere. Sie geben wertvolle Denkanstöße für ein bewusstes und zufriedenes Leben durch Anregungen für einen rücksichtsvollen Umgang mit sich selbst und mit allen Lebewesen. Weitere Schritte bestehen im Einüben der Asanas, der Regulierung des Atems, dem Rückzugs der Sinne nach innen, der Konzentration auf das Wesentliche, der Meditation und schließlich im Verschmelzen mit dem, was wir tun, fühlen oder empfinden und der Umwelt als Zustand der Offenheit, Hingabe und des Annehmens.

    1.4   Hatha Yoga

    Hatha Yoga ist eine Form des Yoga, bei dem das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist vor allem durch körperliche Übungen, Atemübungen und Meditation angestrebt wird. Hauptsächlich beschäftigt sich Hatha Yoga mit dem Fließen und Vermehren unserer Lebensenergie (Sanskrit „Prana, entspricht in etwa dem chinesischen Chi). Wörtlich übersetzt bedeutet Hatha „Kraft oder Gewalt, intensives Bemühen, womit die Anstrengung unterstrichen werden soll, die notwendig ist, um das eigentliche Ziel zu erreichen. Mystisch gesehen setzt sich das Wort Hatha aus den Silben „ha (Sonne) und „tha (Mond) zusammen und wird als Ausdruck der Einheit von Gegensätzen verstanden. Ein weiterer Bestandteil des Hatha Yoga sind körperliche Reinigungstechniken (Kriyas). Sie sollen helfen, den physischen Körper zu reinigen, indem sie auf unterschiedliche Art und Weise die Ausscheidungssysteme des Körpers anregen und unterstützen. Nach indischer Auffassung besteht jeder Mensch aus fünf Körperhüllen (Koshas), die wie bei einer russischen Holzpuppe ineinander verschachtelt sind. Diese fünf Körper interagieren miteinander und sind durch die Energie-Knotenpunkte (Chakras) miteinander verbunden. Veränderungen in einem dieser Körper wirken sich auf alle anderen aus. So wirkt sich beispielsweise eine Blockade im geistigen Bereich auch in charakteristischer Weise auf den Atem und in der Folge auf den physischen Körper aus.

    Der Hatha Yoga setzt zunächst außen am Nahrungs-Körper an, um zum Energie-Körper zu gelangen, weiter nach innen zum Mental-Körper vorzudringen und um später den Unterscheidungs- und zuletzt den Glückseligkeits-Körper zu erreichen.

    Zu den wohl bekanntesten Hatha Yoga-Meistern des 20. und 21. Jhd. zählen, neben vielen anderen herausragenden Persönlichkeiten, Swami Sivananda (1887-1963) und B.K.S. Iyengar. Im westlichen Kulturkreis wird unter Yoga hauptsächlich Hatha Yoga verstanden, was ich im Folgenden des besseren Verständnisses wegen auch fortsetzen möchte.

    1.5   Chakras – Ebenen des Bewusstseins

    In der Lehre des Yoga sind die Chakras wichtige Zentren unserer körperlichen und geistigen Verfassung und somit für unsere Gesundheit verantwortlich. So wie das Gehirn über Nervenzellen oder Neuronen die körperlichen, geistigen und intellektuellen Funktionen lenkt, so leiten Chakras das Prana, die in allen Lebewesen ruhende kosmische Energie, um sie in spirituelle Energie umzuwandeln und über Kanäle, Nadis, in den Körper zu befördern. Die Chakras sind entlang der Wirbelsäule angeordnet. Obwohl sie nicht sichtbar sind und sich auch nicht genau lokalisieren lassen, so sind sie jedem potentiell über die Erfahrung zugänglich. Man kann sie sich am besten wie Schwungräder vorstellen, die die Energie von einer niederen auf eine höhere Schwingungsebene befördern. Die Chakras repräsentieren die unterschiedlichen Bewusstseinsebenen und entfalten bei Aktivierung eine ihrer Lage und Zuordnung entsprechende Wirkung. Es gibt elf Chakras, darunter sieben Hauptchakras. Zu den Hauptchakras gehören das Wurzelchakra, das Sakralchakra, das Solarplexus-Chakra, das Herzchakra, das Halschakra, das Stirn- und das

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