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Im Bann der Lilie 3
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Im Bann der Lilie 3
eBook139 Seiten1 Stunde

Im Bann der Lilie 3

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Über dieses E-Book

Chevalier Marcel Saint-Jacques und sein neuer Gefährte Silvio sind auf der Flucht vor dem Marquis Julien de Montespan, der mit Hilfe des englischen Geheimdienstes versucht hatte, Silvio zu ermorden. Marcel machte ihn kurz vor dessen Ableben zum Vampir, und beide Männer kehren zurück nach Frankreich, wo Marcel das Gestüt seines Vaters wieder aufbauen möchte. Doch der Chevalier hat Silvio noch nicht vollständig in einen Redempteur wandeln können und sucht nun nach Juliens letztem Geheimnis - dem Geheimnis der Lilienringe, den alle "Erlöser" tragen. Der Marquis will seinerseits Marcel zurückgewinnen und läßt Silvio in Le Havre auf ein Schiff in die Kolonien entführen. Währenddessen kommt es zwischen Julien und Marcel zu einem sinnlich-gefährlichen Showdown.
SpracheDeutsch
HerausgeberClub der Sinne
Erscheinungsdatum9. März 2013
ISBN9783955272029
Im Bann der Lilie 3
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    Buchvorschau

    Im Bann der Lilie 3 - Carol Grayson

    Impressum

    „Im Bann der Lilie, Teil 3" von Carol Grayson

    herausgegeben von: Club der Sinne®, Allee der Kosmonauten, 12681 Berlin, Januar 2011

    zitiert: Grayson, Carol: Im Bann der Lilie, Teil 3, 2. Auflage

    © 2011

    Club der Sinne®

    Inh. Katrin Graßmann

    Allee der Kosmonauten 28a

    12681 Berlin

    www.Club-der-Sinne.de

    kontakt@club-der-sinne.de

    Stand: 01. März 2012

    Gestaltung und Satz: Club der Sinne®, 12681 Berlin

    Cover: Hintergrund - © Andrew Beierle, www.sxc.hu

    Fleur de lis – Quelle: Wikipedia

    Covergestaltung: Club der Sinne®

    ISBN 978-3-95527-202-9

    eBooks sind nicht übertragbar!

    Es verstößt gegen das Urheberrecht, dieses Werk weiterzuverkaufen oder zu verschenken!

    Weitere eBooks von Carol Grayson/Carola Kickers finden Sie hier:

    http://www.club-der-sinne.de/index.php?manufacturers_id=58

    http://www.club-der-sinne.de/index.php?manufacturers_id=36

    Carol Grayson

    Im Bann der Lilie

    Teil 3

    27.Mai 1800

    „Nicht aufhören", stöhnte Silvio und ließ sich in die nach Veilchen duftenden, frischen Kissen fallen, die ihn federnd auffingen. Marcel hatte eben noch Silvios Hemd langsam aufgeknöpft. Mit einer einzelnen Rose fuhr er sanft über die jugendlich zarte Haut seiner Brust, so dass die samtene Weichheit der Blüten sich mit dem Biss der Dornen abwechselte und hauchfeine, rosige Striemen auf seinem Oberkörper hinterließ. Der duftenden Spur der Blüten auf der jungen Haut folgte Marcel mit seinen Lippen und bedeckte mit zärtlichen kleinen Küssen den Körper des Geliebten vom Hals hinunter bis den Beinkleidern, die er nun ebenso langsam hinunterzog, um seine Liebkosungen dort fortzusetzen, wo sie bereits sehnsüchtig erwartet wurden. Silvio erschauerte. Eine silberne Kaminuhr tickte einen leisen Rhythmus dazu, nur unterbrochen von den hingebungsvollen Seufzern und den keuchenden Atemzügen der beiden Liebenden. Der kalte, stoßweise Atem der beiden Vampire hüllte den Raum mit den schweren Vorhängen in die Atmosphäre einer nebligen Novembernacht. Und während die letzten Kerzendochte in den Leuchtern erloschen, erglühten die beiden schimmernden, geschmeidigen Körper bei jeder Bewegung in einem bläulichen Licht ähnlich einer Gasflamme in der Nacht, um dann ebenfalls zu erlöschen und mit der Dunkelheit zu verschmelzen. Kurz bevor der Morgen graute, fielen sie beide eng umschlungen in einen erlösenden, todesähnlichen Schlummer. Marcels Arm war besitzergreifend um die Hüfte seines Gefährten geschlungen. Er war stolz auf Silvio, sein Geschöpf, sein Freund, sein Ein und Alles.

    Was Marcel bei Silvios Rettung und Wandlung nicht bedacht hatte, war ein weiteres Geheimnis der Vampire, welches sein Erschaffer, der Marquis de Montespan ihm noch nicht verraten hatte: Ohne den Ring mit dem Liliensiegel würde Silvio immer nur ein Gespiele bleiben, ohne die mentalen Kräfte, die mit zunehmendem Alter als Untoter wachsende Macht, ohne die entsprechende Tarnung während seines notwendigen Schlafes. Er war leicht aufzuspüren und leicht zu töten für einen der älteren Untoten.

    Woher kamen diese Siegelringe? Wer schuf sie?

    Diese Fragen hatte der junge Chevalier nie gestellt. Das wäre auch nicht so einfach gewesen: Er hätte zwar bei einem Goldschmied eine Kopie seines eigenen Ringes herstellen lassen können, doch er verfügte nicht über die Kenntnisse, dieses Siegel zu weihen. So, wie sich der Fluch des Blutes bei der Wandlung duplizierte, so wurde auch die Macht des Siegels geteilt. Aber davon wussten die beiden jungen Männer nichts.

    Sie waren wieder zuhause, oder – besser gesagt – Marcel Saint-Jacques war zuhause, obwohl er sich geschworen hatte, nie wieder hierher zurück zu kehren. In Frankreich, im Bezirk Châtellerault in dem heruntergekommenen Haus seines Vaters, das die Wirren der französischen Revolution unbeschadet überstanden und nach dem Tod seiner rachsüchtigen Halbschwester Elise lange Zeit leergestanden hatte. Natürlich war alles Wertvolle während der Aufstände und auch danach stückweise entwendet worden. Selbst die Türen schienen noch begehrtes Diebesgut gewesen zu sein oder hingen bei ihrer Ankunft nur noch halb in den Angeln. Die einst mit Gemälden und Wandteppichen übersäten Wände – kahl und leer. Sogar einige der kostbaren Seidentapeten waren herunter gerissen worden. Nur einige weniger gut erhaltene Möbel hatten die Plünderer zurückgelassen. Die waren ihnen wohl zu schwer gewesen. Aber selbst die hatte man immer noch als Feuerholz gebrauchen können, so dass nur noch lose Bretter vorhanden waren. Das Innere des gesamten Anwesens glich eher einer Ruine als einem ehrwürdigen Herrensitz, abgesehen von den ungebetenen Gästen und dem fahrenden Volk, das in den letzten Jahren hier übernachtet hatte. Die einst weiß getünchte Fassade und die meisten Fenster waren vom Efeu erobert und in ein dichtes, grünes Kleid gehüllt worden, welches das Tageslicht aussperrte. Ein erbärmlicher Anblick erwartete die beiden jungen Männer am Ziel ihrer Reise, das sie mitten in der Nacht erreichten. Bis hierher waren sie viele Tage von Italien aus geritten. Unerkannt, in der Dunkelheit, der sie angehörten wie die Wölfe, Eulen und Nachtfalter. Unstete Jäger waren sie, genau wie dieses Getier, auch wenn sie sich äußerlich wie noble Herrschaften zu kleiden wussten.

    Für einen Augenblick hatte sich Marcels untotes Herz zusammengekrampft, als er an die glücklichen vergangenen Zeiten seiner menschlichen Kindheit in diesem Haus und seine Mutter dachte. Aber dann tauchte auch wieder die Erinnerung an seine hasserfüllte Halbschwester Elise auf, die selbst vor einem Brudermord nicht zurückgeschreckt war. Er schüttelte den Kopf, als wolle er diese Erinnerungen aus seinem Geist verscheuchen wie aufdringliche Spatzen. Sie flogen davon. Die beiden Männer stiegen aus dem Sattel. Hier galt es, wieder aufzubauen und nicht, in der Vergangenheit zu schwelgen. Ein solcher Aufbau würde viel Zeit kosten – und ein kleines Vermögen!

    Mit den Belohnungen, die er als Auftragsmörder für reiche adelige Erben nach der Revolution verdient hatte, war es dem jungen Chevalier nach Monaten gelungen, das Anwesen wieder in einen halbwegs akzeptablen Zustand zu versetzen und sogar einige Bedienstete einzustellen. Nahezu seit einem Jahr lebten die beiden jungen, attraktiven Vampire in diesem schlossähnlichen Gebäude ungestört und frönten ihrer Lust aneinander ebenso wie dem Blutdurst, den sie in der gleichnamigen, nahegelegenen Kleinstadt Châtellerault zweimal wöchentlich zu stillen pflegten. Natürlich, ohne Spuren beziehungsweise Leichen zu hinterlassen, denn schließlich wollten sie ihr Dasein unentdeckt noch länger genießen.

    Allerdings benötigte man für den Erhalt eines so großen Anwesens weiterhin regelmäßig Geld, selbst wenn die früheren Ländereien enteignet worden waren und das Grundstück um gut die Hälfte geschrumpft war. Dieses umfasste immerhin noch mehrere Hektar Wald- und Weideland. Letzteres konnte man an Bauern verpachten. Aber auf die Dauer musste Marcel sich etwas einfallen lassen. Das Erbe seines Vaters in Form eines kleinen jährlichen Unterhaltes hatte die Revolution ebenfalls verschlungen. Was tun? Die einstige Pferdezucht des Vaters wieder ins Leben rufen? Dessen Geschäftsverbindungen mit den Kolonien wieder aufleben lassen? Oder gar seinem einstigen Dienst als „Problemlöser" des Adels wieder aufnehmen? Hierfür war er, ohne Forderungen zu stellen, reich entlohnt worden. Der junge Vampir fand das eine wie das andere wenig verlockend in Anbetracht seiner Unsterblichkeit auf Erden. Dennoch musste er sich diesen allzu menschlichen Voraussetzungen stellen. Auch Vampire konnten normalerweise nicht in die Zukunft schauen. Vielleicht war es das, was den Marquis so an der Sternkunde interessiert hatte?

    Marcels Gedanken kehrten zurück zu seiner eigenen und Silvios Zukunft: Pferde waren im Krieg immer begehrt, gerade jetzt, wo Napoleon als erster Konsuln Frankreichs neue Eroberungen plante. Die edlen Tiere wurden auf den Schlachtfeldern genauso dahingemetzelt wie die Soldaten. Ein einträgliches Geschäft also, und die Stallungen am Hause waren nahezu unversehrt geblieben, wenn auch stark renovierungsbedürftig. Sein Vater hatte ihn genug über Pferde und ihre Qualitäten gelehrt, um die Zucht wieder aufnehmen zu können.

    Als der Chevalier am nächsten Morgen erwachte, stand daher sein Entschluss fest: Er wollte zusammen mit Silvio zum großen Viehmarkt nach Paris, um einen guten Hengst und mehrere Zuchtstuten einzukaufen. Remonten{1} wurden vom Militär direkt aufgekauft. Sie würden ganz von vorne beginnen müssen.

    Andererseits – da war dieser Fluch, dem die beiden jungen Engel der Nacht folgen mussten, der sie an die Dunkelheit und das Blut der Lebenden kettete wie an die Verdammnis selbst. Sie mussten sich ausschließlich davon ernähren. Nur dann waren sie fähig, wie die „echten" Lebenden zu existieren. Nur dann schmeckte der edle Wein in den Kristallgläsern, nur dann fühlten sie einander mit solch leidenschaftlicher Intensität wie in der vergangenen Nacht. Dies war der einzige Wermutstropfen in ihrem zurzeit mit Glück und Genuss erfüllten Dasein. Aber auch dieser Fluch ließ sich in der Hauptstadt Paris bestimmt sehr viel besser ertragen als hier auf dem Lande. Dort ließe sich das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden: Sie würden sich ein kleines Stadtpalais anmieten, Soireen geben, ins Theater und in die Oper gehen. Er würde Silvio all die Pracht der Hauptstadt zeigen, auch wenn Frankreich von den Reformen Napoleons verändert wurde. Im Laufe der Zeit war Marcels Mischlingsherkunft vergessen worden, nur sein adeliger Name war von

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