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Heavenly Man: Die atemberaubende Geschichte von Bruder Yun - Aufgeschrieben von Paul Hattaway

Heavenly Man: Die atemberaubende Geschichte von Bruder Yun - Aufgeschrieben von Paul Hattaway

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Heavenly Man: Die atemberaubende Geschichte von Bruder Yun - Aufgeschrieben von Paul Hattaway

Bewertungen:
4.5/5 (20 Bewertungen)
Länge:
438 Seiten
5 Stunden
Freigegeben:
22. Juni 2012
ISBN:
9783765570629
Format:
Buch

Beschreibung

Von der Polizei nach Namen und Wohnort gefragt, will er beides nicht preisgeben, um die Christen in seiner Hauskirche und in seinem Heimatland China nicht zu gefährden. Er antwortet: "Ich bin ein Mann des Himmels. Ich wohne im Evangeliumsdorf." So kommt Bruder Yun zu seinem Spitznamen "Heavenly Man".

Ein Leben wie im Abenteuerroman. Oder besser: wie eine neue Version der Apostelgeschichte. Mit 16 zum Glauben gekommen. Erhält von Gott Aufträge, auch in Träumen und Visionen. Mehrfach verhaftet, aber auf wundersame Weise entkommen. Schließlich doch Gefängnis und schwerste Folterungen. Durch Gottes Gnade standhaft geblieben. Er bleibt ein Zeuge Gottes. Durch ihn und zahllose andere Christen breitet sich das Evangelium in China wie in riesigen Wellen aus.
Mit seinem Buch will er Gottes Taten bezeugen und die Christen im Westen aufrütteln. Damit in ihnen die Liebe zu Gott und den Menschen wieder stark wird.
Freigegeben:
22. Juni 2012
ISBN:
9783765570629
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Heavenly Man - Bruder Yun

Hattaway

1. Bescheidene Anfänge

Mein Name ist Liu Zhenying. Meine christlichen Freunde nennen mich Bruder Yun.

Eines Morgens im Herbst 1999 erwachte ich in der Stadt Bergen an der Westküste Norwegens. Mein Herz war bewegt. Ich hatte in ganz Skandinavien in Kirchen gesprochen, den dortigen Christen von den chinesischen Hauskirchen erzählt und sie eingeladen mitzuhelfen, ganz China und die umliegenden Länder zu evangelisieren. Meine Gastgeber hatten mich gefragt, ob ich das Grab von Marie Monsen besuchen wolle, die eine große lutherische Missionarin in China gewesen war und die Gott von 1901 bis 1932 in mächtiger Weise gebraucht hatte, um die Kirche in verschiedenen Teilen meines Landes zu erwecken. Ihr Dienst war besonders wirksam im südlichen Teil der Provinz Henan, aus der ich stamme.

Frau Monsen war klein von Gestalt, doch eine Riesin im Reich Gottes. Die chinesische Kirche wurde nicht nur durch ihre Worte beeinflusst, sondern auch durch ihren aufopferungsvollen Lebensstil herausgefordert. Sie war eine kompromisslose Nachfolgerin Jesu Christi, ein leuchtendes Vorbild für uns, wie wir für den Herrn auch Leiden ertragen können.

Gott gebrauchte Marie Monsen in mächtiger Weise, ihr Dienst war von vielen Zeichen und Wundern begleitet. Sie kehrte 1932 nach Norwegen zurück, um für ihre alten Eltern zu sorgen. Zu dieser Zeit war ihr Werk in China abgeschlossen, sie kam nie wieder dorthin zurück. Doch ihr Vermächtnis lebt in der chinesischen Kirche bis heute weiter: Ihr kompromissloser Glaube, ihre Leidenschaft und das Beispiel eines veränderten Herzens, das sich ganz und gar der Sache Christi verschrieben hat.

Nun war es mir also vergönnt, ihr Grab in ihrem Heimatland zu besuchen. Als sie in unseren Teil Chinas kam, gab es dort nur wenige Christen und die Kirche war schwach. Heute gibt es Millionen von Gläubigen. In ihrem Namen wollte ich Gott für das Leben dieser Frau danken. Ob wohl ein anderer chinesischer Christ je diese Ehre gehabt hatte?

Unser Wagen blieb vor dem Friedhof stehen. Er lag am Hang eines Hügels in einem engen Tal, durch das ein Fluss floss. Wir gingen ein paar Minuten herum und hofften, ihren Namen auf einem der vielen Hundert Grabsteine zu entdecken. Da wir Monsens Grab jedoch nicht finden konnten, gingen wir zur Friedhofsverwaltung. Der Angestellte dort kannte ihren Namen nicht, also sah er in einem Buch nach, in das die Namen der Toten eingetragen sind, die dort begraben liegen. Nachdem er das Buch durchgeblättert hatte, sagte er uns etwas, das ich nur schwer glauben konnte: „Marie Monsen ist tatsächlich 1962 hier bestattet worden. Doch ihr Grab wurde viele Jahre lang nicht gepflegt. Deshalb ist es heute nur eine leere Parzelle ohne Grabstein."

In der chinesischen Kultur wird die Erinnerung an die Menschen, die große Dinge getan haben, viele Generationen lang wachgehalten. Daher hätte ich mir nie vorstellen können, dass so etwas geschehen könnte. Die norwegischen Christen erklärten, dass Marie Monsen bei ihnen immer noch in großer Achtung stand und dass sie die Erinnerung an sie auf verschiedene Weise wachgehalten hätten. So hätte man ihre Biografie Jahrzehnte nach ihrem Tod veröffentlicht. Doch für mich war ihr namenloses Grab eine Beleidigung, die wieder gutgemacht werden musste.

Ich war sehr traurig. Mit schwerem Herzen ermahnte ich die norwegischen Christen, die mich begleiteten: „Ihr müsst diese Frau Gottes in Ehren halten! Ich gebe euch zwei Jahre, um ein neues Grab mit einem Grabstein zu errichten, das die Erinnerung an Marie Monsen wachhält. Wenn ihr das nicht tut, werde ich persönlich dafür sorgen, dass einige Brüder den ganzen Weg von China nach Norwegen gehen, um diesen Grabstein zu errichten! Viele Brüder in China sind gute Steinmetze, denn sie haben viele Jahre um des Evangeliums willen in Arbeitslagern verbracht. Wenn ihr euch nicht darum kümmert, werden sie es tun."

Ich wurde 1958, im chinesischen Schaltjahr, geboren, als das vierte von fünf Kindern. Ich kam in einem alten, traditionellen Bauerndorf namens Liu Lao Zhuang zur Welt, das im Bezirk Nanyang liegt, im südlichen Teil der Provinz Henan im Norden Chinas.

Henan ist mit fast 100 Millionen Einwohnern Chinas bevölkerungsreichste Provinz. Trotzdem gab es dort, wo ich aufwuchs, viel Platz für mich – viele Hügel, die ich erobern, und Bäume, auf die ich klettern konnte. Das Leben war zwar hart, aber ich erinnere mich auch an fröhliche Zeiten, als ich ein kleiner Junge war.

Alle 600 Einwohner unseres Dorfes waren Bauern, und so ist es bis heute geblieben. Viel hat sich nicht geändert. Meist werden Kartoffeln, Mais und Weizen angebaut. Aber auch Kohl und verschiedene Sorten von Wurzelgemüse.

Unser Haus war eine einfache Konstruktion aus getrocknetem und gepresstem Lehm mit einem Dach aus Stroh. Der Regen fand stets die Löcher im Dach, während im Winter die eisigen Winde durch die Ritzen in den Wänden bliesen. Wenn die Temperatur unter den Gefrierpunkt sank, verbrannten wir Maisblätter, um uns warmzuhalten. Kohle konnten wir uns nicht leisten.

Oft war es im Sommer so heiß und feucht, dass wir in unserem schlecht belüfteten Haus nicht schlafen konnten. So wurden die Betten nach draußen gebracht, und unsere ganze Familie gesellte sich zu den anderen Dorfbewohnern, die in der kühleren Luft im Freien schliefen.

„Henan bedeutet „südlich des Flusses. Der mächtige Gelbe Fluss teilt den nördlichen Teil der Provinz ab. Seine häufigen Überflutungen haben den Menschen, die an seinen Ufern wohnen, jahrhundertelang große Not bereitet. Das wussten wir schon als Kinder, aber für uns war der nördliche Teil von Henan Millionen Meilen entfernt. Unser Dorf lag in den Hügeln des südlichen Teils der Provinz, sicher vor den verheerenden Fluten und insgesamt recht abgeschieden.

Wir waren nur mit der nächsten Ernte beschäftigt. Unser ganzes Leben drehte sich um den Kreislauf von Pflügen, Pflanzen, Bewässern und Ernten. Mein Vater sagte immer, es sei ein Kampf, überhaupt genug Nahrung für uns alle zu gewinnen. In den Feldern brauchte man alle Hände, und so musste ich von klein auf zusammen mit meinen Brüdern und Schwestern mithelfen. Daher kam auch der Besuch der Schule viel zu kurz.

In anderen Teilen Chinas stehen die Bewohner von Henan in dem Ruf, so störrisch wie Esel zu sein. Vielleicht war es diese Sturheit, die die Leute in Henan davon abhielt, das Christentum anzunehmen, als protestantische Missionare es 1884 zum ersten Mal in unsere Provinz brachten. Viele Missionare haben sich ohne großen sichtbaren Erfolg in Henan abgemüht. 1922, nach fast vierzig Jahren missionarischer Bemühungen, gab es nur 12.400 protestantische Christen in der gesamten Provinz.

Diejenigen, die die Religion der „fremden Teufel" annahmen, wurden in ihrem Umfeld lächerlich gemacht und geächtet. Oft nahm die Opposition auch gewalttätigere Formen an: Christen wurden geschlagen, manche sogar wegen ihres Glaubens getötet. Die Missionare waren großen Verfolgungen ausgesetzt. Sie wurden von vielen Leuten als Werkzeuge des Kolonialismus angesehen, die von ihren jeweiligen Ländern geschickt worden waren, um die Kontrolle über Herz und Geist des chinesischen Volkes zu gewinnen, während ihre Regierungen das Land seiner Naturschätze beraubte.

Die Empörung über die Ausländer erreichte im Jahr 1900 ihren Höhepunkt, als eine Geheimgesellschaft, „die Boxer" genannt, einen landesweiten Angriff auf Ausländer anzettelte. Die meisten konnten dem Blutbad entkommen, aber viele Missionare befanden sich in entlegenen ländlichen Gebieten im Innern Chinas, weit weg von der Sicherheit der großen Küstenstädte. Die Boxer ermordeten auf brutale Weise mehr als 150 Missionare und Tausende von Chinesen, die Christen geworden waren.

Diese tapferen Menschen, die gekommen waren, um unserem Land aufopferungsvoll zu dienen und uns die Liebe des Herrn Jesus Christus zu bringen, wurden abgeschlachtet. Sie waren gekommen, um uns von Christus zu erzählen und unsere Lebensqualität zu verbessern, indem sie Krankenhäuser, Waisenhäuser und Schulen bauten. Wir haben es ihnen mit dem Tod vergolten.

Danach dachten einige Leute, nach den abschreckenden Ereignissen von 1900 würden nie wieder Missionare nach China kommen. Sie irrten sich.

Am 1. September 1901 legte ein großes Schiff im Hafen von Schanghai an. Eine junge, allein stehende Frau aus Norwegen ging die Laufplanken hinunter und betrat zum ersten Mal in ihrem Leben chinesischen Boden. Marie Monsen gehörte zu einer neuen Welle von Missionaren, die sich, inspiriert von den Märtyrern des vorangegangenen Jahres, dem missionarischen Dienst in China verschrieben hatten.

Monsen blieb über dreißig Jahre. Eine Zeit lang lebte sie auch in unserem Bezirk Nanyang. Dort ermutigte und lehrte sie eine kleine Gruppe chinesischer Christen, die dort entstanden war.

Marie Monsen war anders als die meisten anderen Missionare. Sie schien nicht allzu sehr darauf bedacht, einen guten Eindruck auf die chinesischen Kirchenführer zu machen. Oft warf sie ihnen vor: „Ihr seid alle Heuchler! Ihr bekennt Jesus Christus mit euren Lippen, aber eure Herzen gehören ihm nicht ganz! Tut Buße, bevor es zu spät ist, Gottes Gericht zu entkommen!" So verkündete sie das reinigende Wort Gottes.

Monsen sagte den Christen, es genüge nicht, sich mit den Lebensberichten von wiedergeborenen Christen zu beschäftigen, sondern sie selbst müssten radikal wiedergeboren werden, um ins Reich Gottes zu kommen. Mit einer solchen Lehre wandte sie sich gegen das reine Kopfwissen und zeigte jedem Einzelnen, dass er für sein eigenes geistliches Leben Gott persönlich verantwortlich sei. Viele Menschen wurden ihrer Sünde überführt, und das Feuer der Erweckung fegte durch die Dörfer im Innern Chinas, wo immer sie hinkam.

In den vierziger Jahren hörte meine Mutter eine andere westliche Missionarin. Auch wenn sie nicht alles verstand, war sie tief beeindruckt von dem, was sie da vernahm. Besonders gern sang sie die Lieder und hörte die biblischen Geschichten, die die kleinen Gruppen von Evangelisten erzählten, während sie im Land umherzogen. Bald begann meine Mutter, in die Kirche zu gehen, und vertraute ihr Leben Jesus Christus an. Sie war damals etwa zwanzig Jahre alt.

1949 wurde China ein kommunistisches Land. Innerhalb weniger Jahre wurden alle Missionare vertrieben, Kirchen wurden geschlossen und Tausende von chinesischen Pastoren kamen ins Gefängnis. Viele verloren ihr Leben. Meine Mutter erlebte mit, wie die Missionare Nanyang in den frühen fünfziger Jahren verließen. Nie hat sie vergessen, dass sie Tränen in den Augen hatten, als sie von ihren bewaffneten Begleitern zur Küste begleitet wurden. Ihr Dienst für den Herrn hatte ein abruptes Ende gefunden.

Allein in der Stadt Wenzhou in der Provinz Zhejiang wurden 1950 neunundvierzig chinesische Pastoren in Arbeitslager nahe der sowjetischen Grenze geschafft. Viele wurden zu bis zu zwanzig Jahren verurteilt, für ihr „Verbrechen", das Evangelium gepredigt zu haben. Von diesen neunundvierzig Pastoren kehrte nur einer nach Hause zurück, achtundvierzig starben in der Gefangenschaft.

In meiner Heimat Nanyang wurden Gläubige an den Wänden ihrer Kirche gekreuzigt, weil sie Christus nicht verleugnet hatten. Andere wurden an Pferdewagen gekettet und zu Tode geschleift.

Ein Pastor wurde gefesselt und an ein langes Seil gebunden. Die Behörden, aufgebracht, dass der Mann Gottes seinen Glauben nicht verleugnen wollte, zogen ihn mit Hilfe eines improvisierten Krans hoch in die Luft. Vor Hunderten von Zeugen, die gekommen waren, um ihn fälschlicherweise der „Konterrevolution zu bezichtigen, wurde der Pastor ein letztes Mal von seinen Verfolgern aufgefordert zu widerrufen. Er rief zurück: „Nein! Nie werde ich den Herrn verleugnen, der mich gerettet hat! Das Seil wurde losgemacht und der Pastor knallte auf den Boden.

Die Peiniger untersuchten ihn und entdeckten, dass er noch nicht ganz tot war. So zogen sie ihn ein zweites Mal in die Luft und ließen ihn dann herunterfallen, so dass er vollends starb. In diesem Leben war der Pastor tot, doch er lebt im Himmel weiter als einer, der treu war bis in den Tod.

Das Leben war nicht nur für Christen schwierig. Mao machte ein Experiment, welches der „Große Sprung" nach vorn hieß und zu einer riesigen Hungersnot in ganz China führte. Es war für die Nation in Wirklichkeit ein großer Sprung zurück. Allein in meiner Provinz Henan starben schätzungsweise 8 Millionen Menschen den Hungertod.

In diesen schwierigen Zeiten zerstreute sich die kleine, junge Gemeinde in meinem Heimatbezirk Nanyang. Die Christen waren wie Schafe ohne Hirten. Auch meine Mutter trat aus der Kirche aus. In den folgenden Jahrzehnten, in denen sie keinerlei Gemeinschaft mit anderen Christen hatte und auch nicht Gottes Wort hörte, vergaß sie das meiste, was sie als junge Frau gelernt hatte. Ihre Beziehung zum Herrn erkaltete.

Am 1. September 2001 – genau auf den Tag hundert Jahre, nachdem Marie Monsen zum ersten Mal nach China gekommen war, um dort ihre missionarische Arbeit zu beginnen – versammelten sich über dreihundert norwegische Christen auf dem Friedhof von Bergen zur Einweihung und zum Gedenken. Ein schöner neuer Grabstein wurde enthüllt in Gedenken an Marie Monsen, finanziert aus Beiträgen verschiedener Gemeinden und einzelner Christen.

Auf dem Grabstein sah man ein Foto von Monsen und ihren chinesischen Namen. Die Aufschrift lautete:

Marie Monsen 1878–1962

Missionarin in China 1901–1932

Als ich den Christen in China berichtete, dass Marie Monsen wieder einen Grabstein hatte, waren sie dankbar und erleichtert.

Niemals dürfen wir die Opfer der Menschen vergessen, die Gott gebraucht hat, um sein Reich zu errichten. Sie verdienen Ehre und unsere Achtung.

2. Ein Hunger wird gestillt

Hört mir zu, ihr Bewohner der Inseln und ihr Völker in der Ferne! Schon vor meiner Geburt hat der Herr mich in seinen Dienst gerufen. Als ich noch im Mutterleib war, hat er meinen Namen genannt" (Jesaja 49,1).

Der Herr hat mich im Alter von sechzehn Jahren in seine Nachfolge berufen. Es war das Jahr 1974 und seit 1966 wütete in China die Kulturrevolution.

Zu der Zeit war mein Vater sehr krank. Er litt an einer schweren Form von Asthma, die sich zum Lungenkrebs ausweitete. Dann bildeten sich auch im Magen Metastasen. Der Arzt sagte ihm, dass er nicht geheilt werden könne und bald sterben werde. Meiner Mutter sagte man: „Es gibt keine Hoffnung für Ihren Mann. Gehen Sie nach Hause und bereiten Sie sich auf seinen Tod vor." Nacht für Nacht lag mein Vater in seinem Bett und konnte kaum atmen. Da er sehr abergläubisch war, bat er einige Nachbarn, einen taoistischen Priester kommen zu lassen, um die Dämonen aus ihm zu vertreiben, denn er glaubte, er sei krank, weil er die bösen Geister beleidigt habe.

Die Krankheit meines Vaters verschlang unser ganzes Geld, unseren gesamten Besitz und all unsere Energie. Weil wir so arm waren, hatte ich erst zur Schule gehen können, seit ich neun Jahre alt war, und nun musste ich sie mit sechzehn Jahren schon wieder verlassen, weil mein Vater Krebs hatte. Meine Geschwister und ich waren gezwungen, Essen von unseren Nachbarn und Freunden zu erbetteln, um zu überleben.

Mein Vater war Hauptmann in der Armee der Nationalisten gewesen. Weil er gegen die Kommunisten gekämpft hatte, war er bei den anderen Dorfbewohnern verhasst und während der Kulturrevolution Verfolgungen ausgesetzt. Er hatte viele Männer im Kampf getötet und war beinahe selbst ums Leben gekommen. In einem Bein hatte er zwölf Narben von Geschosswunden. Als ich zur Welt kam, nannte mein Vater mich „Zhenying, das heißt „Held der Garnison.

Viele fürchteten sich vor meinem Vater. Nachbarn gingen ihm aus dem Weg, weil er ein so hitziges Temperament hatte. Als die Roten Garden während der Kulturrevolution kamen, um ihn anzuklagen, musste er viele harte Verhöre und Schläge über sich ergehen lassen. Er nahm all seinen Mut zusammen und weigerte sich, irgendwelche „Verbrechen" zuzugeben. Als er gefragt wurde, wie viele Menschen er getötet hatte, schwieg er. Hartnäckig zog er es vor, geschlagen oder sogar getötet zu werden, statt ihnen zu sagen, was sie hören wollten.

Mein Vater hatte zwei Seiten. Die meisten Menschen wussten nur, dass er sehr hart und oft übellaunig war. Das stimmte auch. Er lehrte seine Kinder vor allem zwei Dinge. Erstens: Wir sollten gegen andere grausam und hart sein, und zweitens: Wir sollten immer tüchtig arbeiten.

Aber ich erinnere mich auch an seine sanftere Seite. Er versuchte immer, seine Frau und seine Kinder vor Gefahren von außen zu schützen. Alles in allem hatte ich eine sehr gute Beziehung zu meinem Vater.

Wir hofften, dass sich mein Vater wieder erholen würde, aber sein Zustand wurde immer schlimmer. Meine Mutter befand sich unter großem Druck. Sie stand vor der Aufgabe, fünf Kinder alleine erziehen zu müssen. Sie wusste nicht, was aus uns werden sollte, wenn unser Vater starb. Die Lage war so hoffnungslos, dass sie sogar an Selbstmord dachte.

Eines Nachts lag meine Mutter im Bett und war schon halb eingeschlafen. Plötzlich hörte sie eine sehr klare, sanfte und mitfühlende Stimme sagen: „Jesus liebt dich." Sie kniete sogleich auf dem Boden nieder, bekannte unter Tränen ihre Sünden und legte ihr Leben wieder in die Hand des Herrn Jesus Christus. Wie der verlorene Sohn fand meine Mutter heim zu Gott.

Sogleich rief sie uns Kinder zusammen und forderte uns auf, zu Jesus zu beten. Sie sagte uns: „Jesus ist die einzige Hoffnung für Vater. Als wir hörten, was geschehen war, übergaben wir alle unser Leben Gott. Dann legten wir unsere Hände auf meinen Vater und riefen während der ganzen Nacht immer wieder ein einfaches Gebet: „Jesus, heile Vater! Jesus, heile Vater!

Am nächsten Morgen fühlte sich mein Vater viel besser! Zum ersten Mal seit vielen Monaten hatte er wieder Appetit. Innerhalb einer Woche war er vollständig gesund, vom Krebs keine Spur mehr! Gott hatte ein großes Wunder getan.

In unserer Familie geschah eine Erweckung und unser Leben veränderte sich radikal. Das war eine so eindrucksvolle Zeit, dass alle seine fünf Kinder bis zum heutigen Tag Jesus nachfolgen, fast dreißig Jahre, nachdem er meinen Vater geheilt hat.

Meine Eltern waren Gott so dankbar für dieses Wunder, dass sie die gute Nachricht sogleich unserem ganzen Dorf erzählen wollten. In jenen Tagen war es verboten, irgendwelche öffentlichen Versammlungen abzuhalten, doch meine Eltern hatten eine Idee. Sie schickten uns Kinder aus, um Verwandte und Freunde in unser Haus einzuladen.

Die Leute kamen zu uns, ohne zu wissen, warum sie eingeladen worden waren. Viele nahmen an, dass Vater gestorben war, und so waren sie bereits für das Begräbnis gekleidet! Sie waren erstaunt, dass Vater sie an der Tür begrüßte und sich offenbar bei guter Gesundheit befand!

Als alle unsere Verwandten und Freunde eingetroffen waren, baten meine Eltern sie ins Innere des Hauses. Sie verschlossen die Türen, verhängten die Fenster und erklärten allen, dass Vater vollständig geheilt worden war, weil wir zu Jesus gebetet hatten. Alle unsere Verwandten und Freunde knieten nieder und nahmen freudig Jesus als ihren Herrn an.

Das waren aufregende Zeiten. Ich nahm Jesus nicht nur als meinen persönlichen Retter an, sondern ich wurde ein Mensch, der dem Herrn von ganzem Herzen dienen wollte.

Meine Mutter hatte nie Lesen und Schreiben gelernt, aber sie wurde die erste Predigerin in unserem Dorf. Sie leitete eine kleine Gemeinde in unserem Haus. Auch wenn meine Mutter nicht mehr viel von Gottes Wort wusste, ermahnte sie uns immer wieder, unseren Blick auf Jesus zu richten. Wenn wir zu ihm riefen, half Jesus uns in seiner großen Barmherzigkeit. Wenn ich auf diese ersten Tage zurückblicke, bin ich überwältigt, wie Gott meine Mutter gebrauchte, obwohl sie Analphabetin war und nicht viele Kenntnisse hatte. Doch ihr Herz gehörte ganz und gar Jesus. Einige, die heute bekannte Hauskirchenleiter in China sind, lernten Gott zum ersten Mal durch den Dienst meiner Mutter kennen.

Zuerst wusste ich nicht, wer Jesus eigentlich war. Aber ich hatte miterlebt, wie er meinen Vater gesund gemacht und unsere Familie befreit hatte. So überließ ich mich vertrauensvoll dem Gott, der uns gerettet hatte. In dieser Zeit fragte ich meine Mutter häufig, wer Jesus in Wirklichkeit war. Sie sagte mir: „Jesus ist der Sohn Gottes, der für uns am Kreuz starb und all unsere Sünden und Krankheiten auf sich genommen hat. Er hat all seine Lehren in der Bibel aufgezeichnet."

Ich fragte sie, ob es irgendwelche Worte Jesu gab, die ich selbst nachlesen könnte. Sie entgegnete: „Nein. Alle seine Worte sind verschwunden. Von seiner Lehre ist nichts übrig geblieben." Das war zur Zeit der Kulturrevolution, als man keine Bibeln auftreiben konnte.

Von diesem Tag an war es mein großer Wunsch, eine eigene Bibel zu besitzen. Ich fragte meine Mutter und andere Christen, wie eine Bibel aussah, aber keiner wusste es. Einer hatte einige handgeschriebene Teile der Schrift und Liedblätter gesehen, aber keine ganze Bibel. Nur ein paar ältere Christen konnten sich erinnern, vor vielen Jahren Bibeln gesehen zu haben. Das Wort Gottes war in diesem Land rar geworden.

Ich hatte großen Hunger nach einer Bibel. Meine Mutter sah meine Verzweiflung und erinnerte sich an einen alten Mann, der in einem anderen Dorf lebte. Dieser Mann war vor der Kulturrevolution Pastor gewesen.

Gemeinsam machten wir uns auf den langen Weg zu seinem Haus. Als wir ihn fanden, erzählten wir ihm von unserem

Wunsch: „Wir möchten so gern eine Bibel sehen. Haben Sie eine?"

Sofort nahm sein Gesicht einen ängstlichen Ausdruck an. Dieser Mann hatte wegen seines Glaubens schon fast zwanzig Jahre im Gefängnis verbracht. Er blickte mich an und sah, dass ich so jung und arm war, mit meinen zerrissenen Kleidern und bloßen Füßen. Er verspürte Mitleid mit mir, wollte mir aber dennoch nicht seine Bibel zeigen.

Ich kann es ihm nicht verdenken, denn in jenen Tagen gab es in ganz China nur sehr wenige Bibeln. Niemandem war es gestattet, überhaupt ein anderes Buch zu lesen außer Maos kleinem roten Buch. Wenn jemand mit einer Bibel erwischt wurde, wurde diese verbrannt und die ganze Familie ihres Besitzers mitten im Dorf grausam geschlagen.

Der alte Pastor sagte mir einfach: „Die Bibel ist ein Buch vom Himmel. Wenn du eine haben willst, musst du zum Gott des Himmels beten. Nur er kann dir ein Buch vom Himmel geben. Gott ist treu. Er antwortet immer denen, die ihn von ganzem Herzen suchen."

Ich vertraute seinen Worten vollkommen. Als ich nach Hause kam, legte ich einen Stein in mein Zimmer und kniete mich jeden Abend zum Gebet darauf. Ich konnte nur mit einem einfachen Gebet bitten: „Herr, bitte schenk mir eine Bibel. Amen." Zu dieser Zeit wusste ich nicht, wie man beten soll, aber ich machte über einen Monat lang so weiter.

Nichts geschah. Ich bekam keine Bibel.

Wieder ging ich zum Haus dieses Pastors. Dieses Mal besuchte ich ihn allein. Ich sagte ihm: „Ich habe auf Ihren Rat hin zu Gott gebetet, aber ich habe immer noch keine Bibel bekommen, obwohl ich sie mir so sehr wünsche. Bitte, bitte, zeigen Sie mir Ihre Bibel. Ich will nur einen Blick darauf werfen, das wird mir genügen! Ich muss sie nicht berühren. Sie halten sie in der Hand und dann will ich zufrieden sein, wenn ich sie nur ansehen darf. Und wenn ich einige Worte abschreiben darf, werde ich als glücklicher Mensch nach Hause zurückkehren."

Der Pastor sah das Verlangen meines Herzens. Er redete wieder mit mir: „Wenn es dir ernst ist, solltest du nicht nur niederknien und zum Herrn beten, sondern auch fasten und weinen. Je mehr du weinst, desto eher wirst du eine Bibel bekommen."

Ich ging nach Hause, und von da an aß und trank ich morgens und nachmittags nichts mehr. Am Abend aß ich nur eine kleine Schale gekochten Reis. Ich schrie wie ein hungriges Kind zu seinem himmlischen Vater und wollte mit seinem Wort erfüllt werden. Die nächsten hundert Tage betete ich um eine Bibel, bis ich es nicht länger aushielt. Meine Eltern glaubten, ich würde den Verstand verlieren.

Wenn ich heute, Jahre später, auf diese Zeit zurückblicke, würde ich sagen, dass diese Erfahrung das Schwierigste war, was ich je ertragen musste.

Dann endlich, nachdem ich monatelang zu Gott gefleht hatte, meine Gebete zu erhören, hatte ich eines Morgens um vier Uhr eine Vision vom Herrn, während ich neben meinem Bett kniete.

In dieser Vision stieg ich einen steilen Berg hoch und versuchte dabei, einen schweren Karren vor mir herzuschieben. Ich war auf dem Weg zu einem Dorf, in dem ich um Essen für meine Familie betteln wollte. Ich mühte mich sehr ab, denn in meiner Vision war ich hungrig und durch ständiges Fasten geschwächt. Der alte Karren war nahe daran, zurückzurollen und auf mich zu fallen.

Dann sah ich drei Männer in entgegengesetzter Richtung den Berg heruntergehen. Ein freundlicher alter Mann, der einen sehr langen Bart hatte, zog einen großen Karren, der mit frischem Brot beladen war. Zwei weitere Männer gingen auf jeder Seite des Karrens. Als der alte Mann mich sah, verspürte er großes Erbarmen mit mir. Er fragte: „Hast du Hunger? Ich erwiderte: „Ja. Ich habe nichts zu essen. Ich bin auf dem Weg, um Essen für meine Familie zu holen.

Ich weinte, weil meine Familie so schrecklich arm war. Wegen der Krankheit meines Vaters hatten wir alle Wertgegenstände verkauft, um Medikamente zu bezahlen. Wir hatten wenig zu essen und jahrelang waren wir gezwungen, Freunde und Nachbarn um Essen zu bitten. Als der alte Mann mich fragte, ob ich hungrig sei, konnte ich nicht an mich halten und brach in Tränen aus. Nie zuvor hatte ich von irgendjemandem so herzliche Liebe und Mitleid verspürt.

In der Vision nahm der alte Mann einen roten Sack mit Brot von seinem Wagen und bat seine beiden Diener, ihn mir zu geben. Er sagte: „Du musst es gleich essen."

Ich öffnete den Sack und sah, dass ein frisches Brötchen darin war. Als ich es in den Mund steckte, verwandelte es sich sogleich in eine Bibel! Sofort kniete ich mich mit meiner Bibel nieder und rief voller Dankbarkeit: „Herr, dein Name ist es wert, gepriesen zu werden! Du hast mein Gebet nicht verworfen. Du hast mir diese Bibel geschenkt. Ich will dir für den Rest meines Lebens dienen."

Ich wachte auf und begann, das Haus nach der Bibel zu durchsuchen. Meine Familie schlief. Die Vision war so real gewesen, dass ich zutiefst verzweifelt war und laut weinte, als ich begriff, dass alles nur ein Traum war. Meine Eltern eilten in mein Zimmer, um zu sehen, was passiert war. Sie dachten, dass ich nach all dem Fasten und Beten verrückt geworden war. Ich erzählte ihnen von meiner Vision, aber je mehr ich ihnen erzählte, desto mehr hielten sie mich für verrückt. Meine Mutter sagte: „Der Tag ist noch nicht angebrochen und niemand ist zu unserem Haus gekommen. Die Tür ist verschlossen."

Mein Vater hielt mich fest im Arm. Mit Tränen in den Augen rief er zu Gott: „Lieber Herr, hab Erbarmen mit meinem Sohn. Bitte lass ihn nicht den Verstand verlieren. Ich bin bereit, wieder krank zu werden, wenn nur mein Sohn nicht verrückt wird. Bitte, schenk meinem Sohn eine Bibel!"

Meine Mutter, mein Vater und ich knieten nieder und weinten zusammen, Arm in Arm.

Plötzlich hörte ich ein schwaches Klopfen an der Tür. Eine ganz leise Stimme rief meinen Namen. Ich eilte hin und rief durch die geschlossene Tür: „Bringen Sie mir das Brot? Die leise Stimme erwiderte: „Ja, wir haben ein Festmahl für dich.

Sofort erkannte ich: Es war dieselbe Stimme, die ich in der Vision gehört hatte.

Rasch öffnete ich die Tür, und vor mir standen dieselben beiden Diener, die ich in der Vision gesehen hatte. Ein Mann hielt einen roten Sack in der Hand. Mein Herz raste, als ich den Sack öffnete und meine eigene Bibel in den Händen hielt!

Die beiden Männer verschwanden rasch in die Stille der Nacht. Ich presste meine neue Bibel an mein Herz und fiel auf die Knie. Immer wieder dankte ich Gott für dieses Geschenk! Ich versprach Jesus, dass ich von diesem Augenblick an sein Wort verschlingen würde wie ein hungriges Kind.

Später fand ich die Namen dieser beiden Männer heraus. Der eine war Bruder Wang und der andere Bruder Sung. Sie kamen aus einem weit entfernten Dorf. Sie erzählten mir später von einem Evangelisten, dem ich nie begegnet war. Er hatte während der Kulturrevolution unendlich für den Herrn gelitten und war während der Folterungen fast gestorben.

Ungefähr drei Monate, bevor ich meine Bibel bekam, hatte dieser alte Evangelist eine Vision vom Herrn empfangen. Gott zeigte ihm einen jungen Mann, dem er seine Bibel geben sollte, die er versteckt hatte. In dieser Vision sah er unser Haus und die Lage unseres Dorfes.

Wie viele Christen zu dieser Zeit hatte der alte Mann seine Bibel in einer Büchse versteckt und tief im Boden vergraben, in der Hoffnung, der Tag würde einmal kommen, an dem er sie ausgraben und wieder lesen könnte. Trotz dieser Vision brauchte der Evangelist ein paar Monate, bevor er sich entschloss, der Aufforderung des Herrn zu folgen. Er bat zwei andere Christen, mir die Bibel zu bringen. Diese gingen dann die ganze Nacht durch, bis sie an unser Haus kamen.

Von diesem Augenblick an betete ich in festem Glauben zu Jesus. Ich vertraute vollkommen darauf, dass die Worte, die in der Bibel standen, Gottes Worte an mich waren. Ich hatte die Bibel immer bei mir. Selbst während ich schlief, legte ich sie auf meine Brust. Ich verschlang ihre Lehre wie ein hungriges Kind.

Dies war das erste Geschenk, das ich von Gott im Gebet empfing.

DELING: Ungefähr um dieselbe Zeit, als Gott meinen Mann auf den Dienst für das Evangelium vorbereitete, zog er auch mich zu sich und bereitete mich darauf vor, Yuns Partnerin zu werden. Ich wurde 1962 im Bezirk Nanyang in der Provinz Henan geboren, in einem Dorf namens Yenzhang. Yuns Dorf war nur ein paar Meilen entfernt.

Meine Familie war sehr arm. Wir waren sieben Kinder und hatten kaum Kleider und Essen.

Wenn ich an meine Kindheit denke, erinnere ich mich an glückliche Zeiten, aber auch an Zeiten, in denen wir ums Überleben kämpften. Unser Feld war über eine Meile weit von unserem Haus entfernt. So mussten wir jeden Tag dorthin und wieder zurück gehen und dabei schwere Arbeitsgeräte schleppen. Auch mussten wir unsere Tiere jeden Tag aufs Feld und wieder zurück führen.

Wir Kinder hatten die Aufgabe, die geerntete Baumwolle in zwei schweren Körben, die an einer Stange hingen, zurück zu unserem Haus zu bringen. Dabei rutschten wir oft aus und fielen in den Schlamm. Manchmal brauchten wir über eine Stunde, nur um unsere Last nach Hause zu tragen. Es war eine harte und erschöpfende Arbeit.

Mein Leben war vom Kampf gegen die Bluterkrankheit bestimmt. Wenn ich mich schnitt, floss das Blut lange Zeit, ohne aufzuhören. So wickelte ich meine Hände und Füße in alte Lumpen, um die Blutung zu stillen.

Weil meine Mutter unter einem unglaublichen Druck stand, wurde sie seelisch krank. Während des Tages schien sie ganz normal zu sein, aber nachts hörten wir oft, wie sie mit sich selbst sprach, lachte und weinte. Manchmal redete sie mit der Wand, als sei sie ein Mensch.

Als meine Mutter das Evangelium annahm, kam allmählich der Friede Gottes über sie, und sie wurde wieder gesund. Das war ein mächtiges Zeugnis für unsere Familie und unsere Nachbarn.

Ich wandte mich zunächst wegen meines schrecklichen körperlichen Leidens an Jesus. Meine Nachbarin, eine Christin, machte mir ein einfaches Versprechen: „Wenn du an Jesus glaubst, wird er dich heilen."

Mit achtzehn Jahren vertraute ich mein Leben Jesus an.

Am ersten Abend als Neubekehrte wurde ich zu meiner ersten Hauskirchenversammlung mitgenommen. Plötzlich kamen Leute vom Büro für Öffentliche Sicherheit, und wir mussten alle zu Fuß in der Dunkelheit fliehen. Das war mein erster Eindruck, was es bedeutete, dem Herrn zu folgen.

Ein paar Tage, nachdem ich getauft worden war, erhielt ich im Schlaf eine Vision vom Herrn. Eine Person führte mich zu einem See, der mit kristallklarem Wasser gefüllt war. Mir wurde gesagt, ich solle meine Hände und Füße waschen, weil ich wegen meiner Krankheit sehr viele Wunden hatte. In der Vision tauchte ich meine geschundenen Hände und Füße ins Wasser und sah, wie meine Haut vollkommen geheilt und erneuert wurde. Als ich am nächsten Morgen aufwachte, entdeckte ich, dass meine Haut aussah wie die eines neugeborenen Babys! Was mir in der Vision geschehen war, war auch in Wirklichkeit geschehen, während ich schlief!

Bis auf den heutigen Tag habe ich nie mehr an der Bluterkrankheit gelitten.

Weil ich ein so großes Wunder erlebt hatte, war der Herr sehr real für

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Rezensionen

Was die anderen über Heavenly Man denken

4.3
20 Bewertungen / 15 Rezensionen
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Leser-Rezensionen

  • (5/5)
    This book is absolutely life-changing! I put off reading it because it sounded a bit incredulous but I am so glad I read it. I have a greater understanding of the persecution our brothers and sisters experience in China and the great miraculous working of God in those areas of need. I cried at their suffering and their deep faith. I cried at our own complacency and lukewarmness. It is a must read for all of us who have forgotten that there are those who need our prayers all around the world - for not everyone is free to follow Christ.
  • (5/5)
    This is a powerful story of a Chinese Christian missionary. Every time I read it I find that my faith is renewed and I am astonished that people have trouble believing in the existence of a loving God. The book is also written very well.
  • (5/5)
    An incredible account of a pioneer of the underground Christian movement in China. Revealing insight into the persecution Chinese Christians truly suffer at the hands of a ruthless, barbaric government. A documentary of the incredible miracles God performed to enable this dear Christian brother's ministry to survive and florish. The most incredible documentary I have ever read. Inspiring, gripping, hunbling, insightful and convicting ... an absolute "must read" for any Christian.
  • (5/5)
    The Heavenly Man by Brother Yun is . . . wow. If you're interested in the recent history of China and the growth of Christianity there since the '70s, this is the book for you. If you're interested in how Christianity can be revived, this is the book for you. If you want to read current history that mirrors the book of Acts, this is the book for you. If you're a sceptic of Christianity, please read this book; it is the strongest testimony and proof I can imagine for Christianity.
  • (4/5)
    Compelling story about a Chinese Christian's personal experiences as he strives to live for God and do his will.
  • (5/5)
    This best seller describes how Christianity spread through China despite the Government's attempts to destroy the Church and where simply owning a Bible could have horrific consequences if discovered by the authorities. This book details many miracles and visions that Brother Yun and his wife witnessed as a result of the Holy Spirit enabling people to come to Jesus. Brother Yun also describes his experiences in prison in horrific detail and how God worked through these dark times in his life. An incredible book to encourage you in your faith!
  • (1/5)
    I felt uncomfortable when reading this book firstly due to the title. Should anyone really name themselves "The Heavenly Man?" I found the many miracles almost unbelievable and would like to have seen other sources that supported his version of events. I'm just not sure I can accept that these things really happened and as another reviewer has pointed out, several of the stories mirror things that happened in scripture down to the last detail (Yun's escape from prison)

    I wouldn't recommend this as it may confuse a non-believer or a not so discerning believer...
  • (4/5)
    This is an extremely challenging read. Living in a world where we expect comfort and complain about the mildest trials, it is healthy and encouraging to read the testimony of the Chinese Christians. Brother Yun came to faith through the Holy Spirit's power through vision, an astonishing provision of a bible and through opening his eyes and heart to the truth of His word. This was in rural China - many miles away from great evangelists. Let his personal relationship with Jesus inspire you to know your Lord more and to live in obediance to him. Through obediance we live out God's kingdom on this earth.'The simple fact that the Chinese church has grown into a force tens of millions strong today is a sign not only of God's existence but his matchless power': quote from the preface of the book
  • (5/5)
    Remarkable man. Very inspiring book.
  • (5/5)
    This must be one of the best books I've read.
  • (5/5)
    One of the most encouraging books regarding the power and work of God in one man's life and the reulting influence on the Chinese church
  • (4/5)
    Very challenging book. Makes you really think about how you would react in similar circumstances.
  • (5/5)
    The life story of an amazing Chinese Christian. The real moral of the story was that he should have listened to his wife...
  • (5/5)
    This amazing book details the miraculous journey of Brother Yun as he seeks to serve God despite a hostile Chinese authorities.
  • (5/5)
    Amazing and inspirational book. This will definitley open your eyes to things. A modern day Book of Acts