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Die Rückkehr der Verantwortung: Kleine Christliche Gemeinschaften als Kirche der Nähe
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eBook169 Seiten2 Stunden

Die Rückkehr der Verantwortung: Kleine Christliche Gemeinschaften als Kirche der Nähe

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Über dieses E-Book

In den vergangenen Jahren ist die Aktualität und Herausforderung einer "Kirche in der Nachbarschaft", einer "Kirche in den Lebensräumen der Menschen" kontinuierlich gestiegen.

Die nähere Zukunft mit ihren sozialen und gesellschaftlichen Herausforderungen macht eine solche neue Nachbarschafsorientierung und Solidarität im Nahraum auch für die Kirche noch viel dringlicher. So scheinen die Kleinen Christlichen Gemeinschaften (KCG) und die kirchlichen Projekte und Initiativen, die diese Trends aufnehmen ein wichtiger Beitrag für eine basisnahe und sozialsensible Kirche zu sein.

Die theologischen und sozialpolitischen Beiträge des zweiten Hildesheimer Symposions zum Pastoralansatz der Kleinen Christlichen Gemeinschaften wollen diese Entwicklung der Kirche beleuchten und fördern. Es geht um die Entfaltung und Profilierung einer zukünftigen Kirchengestalt, die sich als lebendiges Netzwerk in den Lebensräumen der Menschen zeigt.
SpracheDeutsch
HerausgeberEchter Verlag
Erscheinungsdatum26. Juli 2011
ISBN9783429060046
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    Buchvorschau

    Die Rückkehr der Verantwortung - Echter Verlag

    Teil I:

    Der Sozialraum der Nähe:

    Ort der Verantwortung

    Klaus Dörner

    Kirche im Sozialraum?

    Überlegungen zur Bedeutung und Chance

    sozialraumorientierter Gemeinschaft

    „Die Rückkehr der Verantwortung – dieser Titel unserer Gesamtveranstaltung ist groß, bedeutungsschwer, ja, pathetisch. Für meine Disziplin, die Medizin, macht mich dieser Titel geradezu neidisch. Denn hier registrieren wir eher das Gegenteil, den Rückzug der Verantwortung aus der Medizin, keineswegs nur in Deutschland, sondern eher als international beklagte Bewegung, die sich heute schon in der Forschungsrichtung der „medical deresponsibilization materialisiert hat. Ich kenne keinen Mediziner, der sich jetzt schon trauen würde, eine Veranstaltung mit diesem Titel zu überschreiben.

    Es könnte also durchaus sein, dass die Kirche hier schon weiter ist als die Medizin. Natürlich ist das kein Zufall. Auch der Heilige Geist weht ja nur bei Gelegenheit, also anlassbezogen. Unser Titel nimmt also Bezug auf die Strukturkrise der Kirche, also auf die Massenaustritte, den Priestermangel, die Schließung oder Fusion von Kirchengemeinden, den Rückzug auf die Pastoral mit mehreren Pfarreien, sodass die einzelnen Christen „ihre" Kirchengemeinde verlieren.

    Es wäre aber ziemlich trostlos, wenn diese unvermeidliche, äußere Antwort der Kirchenverwaltungen die einzige Problemlösung sei; denn diese würde eine Art Todesspirale der Kirchengemeinden einläuten.

    Nun gibt es aber seit einiger Zeit eine Gegenbewegung von unten, eine Rückbesinnung auf Kernbereiche dessen, was wir Kirchengemeinde zu nennen gewohnt sind. Darum soll es heute gehen, um das, wofür es auch schon ein Kürzel gibt, KCG, also um die „Kleinen Christlichen Gemeinschaften, im evangelischen Raum u. a. als „Hauskreise geläufig. Was das ist, kann man bei einer so jungen Bewegung noch nicht genau sagen, sie ist zum Glück noch nicht standardisiert. Für mein Verständnis am hilfreichsten ist die Beschreibung von Christian Hennecke, wonach Kirche-Sein einmal aus den Menschen besteht, die an einem Ort, in einer Nachbarschaft von Gott gerufen sind, weshalb der von dem Rabbi-Lehrer Levinas inspirierte Philosoph Bernhard Waldenfels den Menschen als das antwortende Wesen bestimmt. Zum anderen lebt diese kirchliche Gemeinschaft aus dem Wort Gottes, also der Gegenwart Gottes. Zum Dritten weiß Kirche sich immer gesamt an dem Ort, wo sie ist, was zugleich ihr soziales Handeln ausmacht. Zum Vierten weiß die Kleine Christliche Gemeinschaft sich immer mit der ganzen Kirche verbunden. Was fünftens die so miteinander verbundenen Menschen tun, ist immer nach vorne offen, ohne wissen zu können, wohin es uns führt, auch dies zugleich ein zentrales anthropologisches Merkmal. Und sechstens geschieht dies immer in dem Bewusstsein, vor Gott und mit Gott auf einem Weg ins Unbekannte zu sein. So sind wir stets von Gott für den Anderen herausgefordert. Nun vollzieht sich diese Rückkehr der Verantwortung, diese zunehmende Bereitschaft und Richtungsumkehr, weniger von uns aus aktiv zu handeln, sondern wieder auf den Anruf Gottes zu antworten, keinesfalls zufällig zur selben Zeit, in der die Bürger in der Breite zum ersten Mal seit 150 Jahren beginnen, sich nicht mehr nur um ihre gesund-egoistischen Eigeninteressen zu kümmern, sondern auch – durchaus nachbarschaftlich – wieder mehr auf den Anruf fremder Anderer zu antworten, sich wieder mehr von der Not anderer Menschen herausfordern zu lassen. Das sind nun freilich keine beliebigen Anderen. Der Hilfebedarf psychisch Kranker oder Behinderter z. B. hätte das nie bewirken können, schon weil es sich hier um kleine Minderheiten handelt. Vielmehr handelt es sich hier um den Hilfebedarf der Alterspflegebedürftigen und Dementen, die sich in den letzten Jahrzehnten so vermehrt haben, dass nahezu alle Familien und damit alle Bürger fast zu jeder Zeit sich von ihrem Anruf herausgefordert sehen, auf ihren Hilfebedarf zu antworten und damit Verantwortung zurückkehren zu lassen, ob sie wollen oder nicht, und dies um so mehr, als heute fast alle Altershilfebedürftigen sich nicht mehr in der früher gut akzeptierten Sonderwelt der Pflegeheime entsorgen lassen, sondern in den eigenen vier Wänden integriert sein wollen. Daher habe ich meinem Reisebericht über meine zwölfjährige diesbezügliche Feldforschung den Titel gegeben: „Leben und sterben, wo ich hingehöre" (Neumünster: Paranus

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