Genießen Sie diesen Titel jetzt und Millionen mehr, in einer kostenlosen Testversion

Kostenlos für 30 Tage, dann für $9.99/Monat. Jederzeit kündbar.

Gamechangers: Wenn du das Spiel gewinnen willst, ändere die Regeln

Gamechangers: Wenn du das Spiel gewinnen willst, ändere die Regeln

Vorschau lesen

Gamechangers: Wenn du das Spiel gewinnen willst, ändere die Regeln

Bewertungen:
5/5 (1 Bewertung)
Länge:
635 Seiten
6 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 13, 2015
ISBN:
9783864702983
Format:
Buch

Beschreibung

Revolutionäre neue Strategien für Unternehmen und Marken. Lektionen von Leuten, die das Spiel gewinnen. Was machen Amazon, Spotify, Airbnb und Uber besser als andere? Was macht sie besser?
Gamechangers sind Firmen, die die Geschäftswelt völlig umkrempeln. Beispiele dafür sind
- Airbnb für die Hotelbranche,
- Uber für Taxiunternehmen und
- Spotify für die Musikwelt.
Gamechangers denken innovativ und disruptiv. Für sie sind die Märkte ein Kaleidoskop unendlicher Chancen. Gamechangers agieren schneller, dynamischer und radikaler als ihre Wettbewerber und fokussieren sich auf Wachstumsmärkte. Peter Fisk ist einer von ihnen. Der renommierte Unternehmensberater untersucht den Erfolg der Gamechangers in hundert Beispielen quer durch alle führenden Branchen. Noch wertvoller: Er legt die Denke dieser neuartigen Unternehmenslenker offen - eine Denke, die unsere Zukunft bestimmen wird. Dieses Buch ist ein praxisorientierter Leitfaden mit smartem 'Handwerkszeug' für diese Zukunft.
Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 13, 2015
ISBN:
9783864702983
Format:
Buch

Über den Autor


Ähnlich wie Gamechangers

Ähnliche Bücher

Buchvorschau

Gamechangers - Peter Fisk

TEIL 1

SIND SIE BEREIT?

Die neue Generation von Unternehmen gewinnt dadurch, dass sie das Spiel ändert. Sie wollen nicht nur etwas besser sein, sie denken größer … sie sehen die Dinge anders und denken andere Dinge … sie definieren und gestalten Märkte in ihrem eigenen Sinne. Sie kombinieren alle unternehmerischen Tricks des 21. Jahrhunderts, um die Menschen zu begeistern und zu inspirieren … um das Potenzial der Menschen zu stärken und ihr Leben zu verbessern. Und natürlich um zu gewinnen.

1SPIELEN … DAS SPIEL SPIELEN

DAS SPIEL SPIELEN, DAS SPIEL ÄNDERN

Moonshots" sind die unglaublichen, scheinbar unmöglichen Ideen, welche die Welt verändern.

Google X ist eine solche Moonshot-Fabrik. Voller kreativ denkender Menschen und Optimisten, welche die großen Chancen und die herausforderndsten Probleme suchen, die mit etwas Fantasie und viel Innovation unsere Welt zu einem besseren Ort machen könnten. Angefangen bei intelligenten Autos bis hin zu Datenbrillen verbindet das Google-X-Team technologische Möglichkeiten mit dem menschlichen Bedarf, um eine kühnere, inspirierendere Zukunft zu schaffen.

So kommen wir voran.

Von der Weltsicht Galileos bis zur Mechanik da Vincis, von Fords Autos bis zu Bells Telefonen, von den Apple-Geräten bis zu den Dyson-Staubsaugern – all diese Erfindungen bereichern die Gesellschaft und verbessern das Leben. Die Märkte entstehen aus neuen Möglichkeiten: indem Dinge anders gesehen und andere Dinge gedacht werden. Marken übernehmen große Ideen, die Innovation macht daraus Geschäftsfelder und schafft zukünftiges Wachstum.

Wir leben in der unglaublichsten Zeit.

Tage eines exponentiellen Wandels und voller Möglichkeiten, die nur durch unsere Fantasie begrenzt sind. Eine Welt, in der unmögliche Träume Wirklichkeit werden können. Eine Periode der Großartigkeit. Von Alibaba bis Zespri, von Ashmei bis Zidisha, Azuri und Zipcar entsteht überall in der Welt aus dem Strudel des wirtschaftlichen und technologischen Wandels eine neue Generation von Unternehmen.

Gamechangers sind ehrgeiziger, haben weitreichendere Visionen und durchdachte Ziele. Sie sehen Märkte als Kaleidoskope unbegrenzter Möglichkeiten, die sie zu ihrem Vorteil zusammenfügen und definieren. Vor allem haben sie großartige Ideen. Diese realisieren sie mit Marken, die zur richtigen Zeit und am richtigen Ort Resonanz bei ihrer Zielgruppe finden. Bei diesem Prozess helfen ihnen Daten und Technologien, vor allem aber vielfältige menschliche Erfahrungen. Soziale Netzwerke stärken die Reichweite und Vielfalt, während neue Geschäftsmodelle das Mögliche profitabel machen.

Unsere Herausforderung besteht darin, diese neue Welt sinnvoll zu gestalten, die neuen Möglichkeiten in innovativer Weise zu nutzen und uns als Gewinner zu positionieren.

WAS IST IHR SPIEL?

Branson ließ sein typisches Grinsen aufblitzen und strich sich mit der Hand durch sein struppiges, widerspenstiges Haar.

„Das Geschäft ist wie das beste Spiel, das Sie sich überhaupt vorstellen können."

Wir sprachen über seine Multi-Milliarden-Dollar-Investitionen in Finanzdienstleistungen, Medien und Telekommunikationsunternehmen, Fluggesellschaften und Raumfahrt. Er beschrieb seine Verantwortung gegenüber Hunderttausenden von Mitarbeitern und Millionen von Kunden.

Und er nannte es ein Spiel.

Er hatte Spaß daran, die allgemeinen Vorstellungen von konventionellen Strategien und Strukturen, insbesondere in den größten Unternehmen, infrage zu stellen. Die Essenz von Virgin, sagte er, bestehe darin, die Dinge signifikant anders und besser zu machen.

Er sprach über seine Bewunderung für junge Leute und für die nächste Generation von Unternehmern – insbesondere diejenigen in schnell wachsenden Märkten, die begierig und leidenschaftlich an die Sache herangehen. Und er erzählte, dass er von revolutionären Persönlichkeiten mit Symbolcharakter wie Nelson Mandela und Steve Jobs inspiriert sei.

„Man muss anders denken, ungehemmt wie ein Kind. Man darf nie aufgeben und muss Ziele haben, die einem wirklich wichtig sind. Man muss mehr Risiken eingehen, erfinderisch sein, einen positiveren Einfluss auf das Leben anderer Menschen haben, unglaublichen Spaß haben, aber man muss auch spielen, um zu gewinnen."

Ich fragte ihn, was ihn antreibe. „Die Dinge anders zu machen, unerwartet und ein bisschen verrückt", sagte er. „Es geht darum, das Spiel zu spielen. Aber die beste Methode, zu gewinnen, ist, das Spiel zu ändern."

Branson sagte, er sei nicht zu alt, um eine ganze Nacht lang durchzufeiern. Er spiele gern Tennis und zwar nachdem er jeden Morgen eine Stunde lang die Küste der ihm gehörigen Necker Island entlanggeschwommen ist.

Seit seiner frühesten Unternehmung, der Gründung einer Schülerzeitung, hatte er immer eine andere Herangehensweise an die Dinge. Er gründete seine erste Fluggesellschaft ohne Kenntnisse der Reisebranche, aber er hatte eine großartige Idee: kostengünstige Reisen anzubieten, die modern waren und Spaß machten. Und er hatte eine Marke, die zumindest von einigen Leuten geliebt wurde. Er sah die Möglichkeit, eine disruptive Innovation in den Markt zu bringen, indem er sich auf die Seite des Kunden stellte. Als er im Mobilfunksektor tätig wurde, machte er sich das Netzwerk eines anderen Unternehmens zunutze, um weiter und schneller zu wachsen, und richtete sein Angebot auf eine neue Generation von Verbrauchern aus.

Selbst hinter Virgin Galactic, seinem jüngsten und verrücktesten Unternehmen, steckt mehr, als man vermuten würde. Er hatte keine Erfahrungen im Bereich der Raumfahrt. Aber er tat sich mit dem Gleitflugzeug-Designer Burt Rutan zusammen, um die Dinge anders zu machen: Er will sein Weltraumflugzeug von einem Trägerflugzeug aus starten, das mit Algensprit aus seinen Algenfarmen in der Karibik angetrieben werden soll. Auf diese Weise will er die Kosten und CO2-Emissionen stark reduzieren und tägliche Starts und Landungen ermöglichen.

Die vielleicht überraschendste Enthüllung ist, dass der Weltraum nicht die wirkliche Grenze darstellt. Bransons wahre Ambition für Virgin Galactic sind Interkontinentalreisen. Stellen Sie sich einen einstündigen Flug von Rio nach Jakarta oder von Kapstadt nach Peking vor. Es könnte unterwegs zwar etwas schwerelos werden, aber andererseits könnte das auch unsere Weltsicht verändern.

Während Branson noch immer spielte, war es in Peking bereits Abend.

Li Ka-Shing setzte sich zum Abendessen, um seine bevorzugte Schlangensuppe zu sich zu nehmen. Der in Chaozhou geborene und in Hongkong wohnende Vorstandsvorsitzende von Hutchison Whampoa ist der reichste Mann Asiens, der Bloomberg zufolge ein Vermögen von circa 30 Milliarden Dollar hat.

Dennoch lebt er relativ bescheiden, trägt einfache Kleidung und eine Seiko-Uhr für 50 Dollar am Handgelenk. Zudem hat er einen großen Teil seines Vermögens für die Bildung und die medizinische Forschung gestiftet.

Er ist ein Mann, der das Geschäft als ein uraltes Spiel betrachtet, das in der Fünf-Elemente-Lehre der chinesischen Kultur wurzelt, wo die fünf Elemente – Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser – in einer zyklischen Abfolge zusammenkommen.

Sie können diese Phasen in Lis geschäftlichen Investitionen sehen, zu denen Bauwesen und Energie, Bergbau und Technologie, Logistik und Bankwesen gehören. Insgesamt machen seine Unternehmen über 15 Prozent der Marktkapitalisierung der Hongkonger Börse aus.

Li macht auch gern ein Spiel vor der Arbeit. Jeden Morgen um 6:00 Uhr spielt er im Hong Kong Golf Club mit seinem Spielpartner, dem Filmmogul Raymond Chow, vom Abschlag.

Während Asien als Wirtschaftsmacht immer stärker wird, ist das Alte immer noch wichtig. Und auch der große alte „Weise von Omaha", der Investor Warren Buffett, kennt immer noch das Spiel.

Buffett, der doppelt so reich ist wie sein asiatischer Kollege, überrascht gern seine Aktionäre, wenn sie sich beim „Woodstock der Geschäftswelt", der Jahresversammlung von Berkshire Hathaway, treffen. Vergessen Sie raffinierte Grafiken, welche die Komplexität der Finanzmärkte erklären. Hier geht es anders zu. Wenn das Licht gedimmt wird, kommt von der Bühne ein dröhnendes Motorengeräusch und der 80-jährige Buffett, der eine Lederjacke trägt, kommt auf einer glänzenden Harley Davidson hereingefahren. Er schnappt sich eine Gitarre und fängt an, einen Song zu spielen. Seinen Jahresrückblick. Seine Aktionäre lieben es.

Tatsächlich ist es interessant, wie spielerisch die berühmtesten Unternehmer der Welt an die Sache herangehen.

Mark Zuckerberg fing im Alter von etwa zehn Jahren an, Software zu schreiben. Wie sein Vater einmal sagte: „Andere Kinder spielten Computerspiele, Mark entwickelte welche." Immer wenn er auf ein neues Spiel stieß, hackte er den Code, um es zu verbessern.

Facebook selbst fing als ein Spiel an. Als Zuckerberg an der Harvard University Psychologie und Informatik studierte, wurde er von seinem Studium bekanntlich schnell abgelenkt, indem er ein Spiel namens FaceMash entwickelte. Damit lud er seine Mitstudenten ein, für die heißesten Mädels (und Jungs) auf dem Campus abzustimmen.

Bald änderte er das Spiel unter dem Druck einiger Kommilitonen und der Universitätsverwaltung. Das war die Geburtsstunde von Facebook. Und eine Milliarde Menschen folgte.

LEBEN IN EINER WELT STÄNDIGER VERÄNDERUNGEN

Über die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in einem Kreis, der durch den Längengrad 106,6 und den Breitengrad 26,6 definiert ist und in einem Umkreis von 4.100 Kilometern um Guiyang, Provinz Guizhou in Südwest-China. Eine kurze Momentaufnahme unserer sich verändernden Welt zeigt den dramatischen Wandel, der jedes Geschäftsfeld erfasst oder erfassen wird.

Mittelklasse Die Weltbevölkerung hat sich in den letzten 50 Jahren verdoppelt , wobei eine Verlagerung von den niedrigen zu den mittleren Einkommensgruppen erfolgt ist und eine neue Generation von Verbrauchern entstanden ist (OECD).

Jung und Alt Da die Lebenserwartung mit einem Alter von über 70 Jahren stark angestiegen und gleichzeitig die Geburtenrate von fünf Kindern auf 2,5 gesunken ist, leben wir länger und haben andere Prioritäten (UN).

Megastädte Die Stadtbevölkerungen werden von 3,6 Milliarden im Jahr 2010 auf 6,3 Milliarden im Jahr 2020 wachsen und damit 96 Prozent des weltweiten Bevölkerungswachstums ausmachen (Weltbank).

Flutwarnung Im Jahr 2050 könnten mindestens 20 Prozent der Weltbevölkerung einer Flutgefahr ausgesetzt sein, darunter viele Städte. Dies stellt ein wirtschaftliches Risiko für Vermögenswerte in Höhe von 45 Billionen Dollar dar (Weltbank).

Der Guiyang-Kreis

Marken kommen und gehen mit viel größerer Regelmäßigkeit; Produkte werden auf der ganzen Welt hergestellt; kleine Unternehmen arbeiten in Netzwerken zusammen.

Geschäftswelt Über 40 Prozent der Unternehmen, die im Jahr 2000 in den Fortune 500 waren, gab es im Jahr 2010 schon nicht mehr. 50 Prozent werden im Jahr 2020 in den Wachstumsmärkten angesiedelt sein (Fortune).

Made in the world 55 Prozent aller Produkte werden nun in mehr als einem Land hergestellt und ebenso etwa 20 Prozent aller Dienstleistungen (WTO).

Klein ist besser 70 Prozent der Menschen fühlen sich von kleinen Unternehmen besser verstanden als von großen. Die Mehrheit der weltweiten Unternehmenswerte ist nun in privater Hand.

Vertrauen in Unternehmen Während 55 Prozent der Erwachsenen darauf vertrauen, dass Unternehmen das Richtige tun, vertrauen nur 15 Prozent darauf, dass Unternehmensführer die Wahrheit sagen (Edelman).

Die technologische Innovation schreitet unaufhaltsam voran. Momentan bezieht sie sich auf digitale Medien und den Mobilfunksektor, aber es wird in Zukunft immer mehr um saubere Energie und Biotechnologie gehen.

Immer an : 24 Prozent der Weltbevölkerung haben ein Smartphone. Sie checken es normalerweise 150 Mal am Tag und verbringen 141 Minuten damit (Meeker).

Digitale Märkte : 80 Prozent der Websites stammen aus den USA, 81 Prozent der Internetnutzer wohnen jedoch außerhalb der USA. 70 Prozent des Wertes aller E-Commerce-Transaktionen bezieht sich auf B2B-Transaktionen (IAB).

Internet-Content Der Content im Internet hat sich zwischen 2010 und 2013 verdreifacht; 70 Prozent sind nun Videos. Die Halbwertszeit von Content in sozialen Medien beträgt drei Stunden (bit.ly).

Die Energie der Zukunft Im Jahr 2017 werden Haushalte, die ihre eigene Solar- und Windenergie produzieren, Einkünfte von nahezu elf Milliarden Dollar haben (GIGAom).

Die Kunden haben ein zunehmend ambivalentes Gefühl gegenüber Marken und Unternehmen. In einer Welt der unbeschränkten Auswahlmöglichkeiten haben ihre Prioritäten und Vorlieben sich geändert.

Langweilige Marken 73 Prozent der Leute sagen, es sei ihnen egal, wenn die Marken, die sie kaufen, verschwinden würden; 62 Prozent sagen, sie seien nicht loyal gegenüber irgendwelchen Marken (Ad Age).

Kundenemotionen 70 Prozent der Kauferfahrungen basieren darauf, wie die Menschen sich fühlen, loyale Kunden sind normalerweise das Zehnfache ihres ersten Einkaufs wert (McKinsey).

Servicekosten Die Kosten der Kundenakquise sind sieben Mal so hoch wie die Kosten der Kundenbindung. Man braucht zwölf positive Erfahrungen, um eine nicht bereinigte negative Erfahrung auszugleichen (IBM).

Familienleben Eltern verbringen immer mehr Zeit mit ihren Kindern, Väter verbringen drei Mal so viel Zeit mit ihnen wie vor 40 Jahren (Meeker).

DAS ENDE DER WELT, WIE WIR SIE KENNEN

Als Henry Ford 1908 in Detroit sein Model T erstmals am Fließband zusammenbauen ließ, wurde durch sein innovatives Produkt und seine bahnbrechende Marketing-Maschinerie eine ganze Industrie transformiert. Durch seine effizienten Massenproduktionsmethoden verringerten sich die Preise, verbesserte sich die Qualität und wurde ein enormer Wohlstand geschaffen. Er beherrschte den Markt und bereits 1928 kam die Hälfte der Autos in Amerika von Ford.

Es war die dritte Welle der industriellen Revolution.

Bei der ersten Welle der industriellen Revolution war es um Erfindungen gegangen – angefangen beim Eisenschmieden in den englischen Shropshire-Tälern über die Erfindung der Spinnmaschine bis zu James Watts Dampfmaschine. Bei der zweiten Welle ging es um die Anwendung Robert Fultons Dampfschiff auf dem Hudson River, Alexander Bells Telefon und Thomas Edisons Glühbirne.

Bei der dritten Welle ging es um Transformation. Die Innovationen nahmen dramatische Ausmaße an und veränderten die Welt – von der Massenproduktion von Autos, Eisenbahnen und Flugzeugen bis zu riesigen Fabriken und modernen Arzneimitteln. Das veränderte das Leben der Menschen, verbesserte ihre Gesundheit und ihre Bildung, führte zum Wachstum der Städte und zu internationalem Handel.

Die industrielle Revolution hatte in Nordengland begonnen und Großbritannien mächtig und reich gemacht. Bald breitete sie sich über ganz Europa und Amerika aus und in späteren Jahren noch weiter, insbesondere nach Japan. Es waren 250 Jahre disruptiver Innovationen nach 7.000 Jahren, in denen die Gesellschaft auf dem Ackerbau basierte.

Nun, da das industrielle Zeitalter sich dem Ende zuneigt, befinden wir uns inmitten der digitalen Revolution am Anfang der dritten Welle eines neuen Zeitalters, das die Welt wieder verändern wird, und zwar noch schneller.

Die erste Welle, bei der es um Erfindungen ging, begann mit Transistoren, die zu integrierten Schaltkreisen, zum Aufstieg von Computern und zu einer extremen Verkleinerung der Geräte führten … angefangen bei Videospielen und Mobiltelefonen bis zur Einführung des World Wide Web durch Tim Berners-Lee im Jahr 1990.

Die zweite Welle, bei der es um die Anwendung ging, ist uns heute gut bekannt. Internet und Mobilkommunikation durchdringen unser Leben: Wir shoppen auf Amazon mit unseren Apple-iPads. Wir leben dank Google und Wikipedia in einer Welt des Wissens, dank Facebook und Skype in einer Welt ohne Grenzen. Zuerst haben wir das als Ablenkung empfunden, aber mittlerweile haben wir es als zeitgemäßen Lebensstil schätzen gelernt.

Wellen der industriellen und digitalen Revolution

Die dritte Welle der digitalen Revolution ist mit einem grundlegenden Wandel und einer Machtverlagerung verbunden, insofern das Digitale die Gesellschaft transformiert.

Die technologische Entwicklung der letzten 20 Jahre hat uns inspiriert, aber erst jetzt ändert sich das Spiel wirklich jetzt, da die Gamechangers die Zukunft gestalten. Die Massenproduktion wird zunehmend obsolet, 3D-Drucker ersetzen bereits Fabriken, Unternehmen arbeiten in virtuellen Netzwerken, Produkte werden on demand gekauft und standardmäßig auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten, während personalisierte Vertriebskanäle Läden ersetzen, die nur raten konnten, was die Leute wollten.

In der Vergangenheit entwickelten wir durchschnittliche Produkte für durchschnittliche Leute. Wir stellten die Produkte selbst in großen Fabriken her, die signifikante Kapitalinvestitionen erforderlich machten. Wir mussten in großem Umfang verkaufen, um eine Rendite auf die Investitionen sicherzustellen. Die Märkte waren weitgehend homogen, weil jeder Mitbewerber etwa gleich durchschnittlich war. Daher konnten wir den Erfolg anhand des jeweiligen Marktanteils messen. Wir nutzten den Massenmarkt, platzierten Rundfunkwerbung mit durchschnittlichen Botschaften zu den uns genehmen Zeiten und drängten so die Leute dazu, mehr zu kaufen, als sie eigentlich wollten.

Dieses Spiel funktioniert nicht mehr. Das war das Industriezeitalter.

Bei den digitalen Medien geht es naturgemäß nicht um Größe oder Geografie, Fähigkeit oder Erfahrung. Sie sind grenzenlos und demokratisiert und ermöglichen es jedem, sich einzubringen. Mikael Hed sitzt bei Espoo und entwickelt Spiele wie Angry Birds, welche die Leute in der ganzen Welt unterhalten; Eric Magicovsky könnte überall auf der Welt sitzen, während er zehn Millionen Dollar Kapital von 69.000 Kickstarter-Investoren aufnimmt, um seine Pebble Smartwatch herauszubringen. Vicky Wu fliegt zwischen Los Angeles und Hongkong hin und her und baut „Prosumenten"-Nachfrage für ihre neuesten Modeaccessoires bei ZaoZao.

Das ist die dritte Welle der digitalen Revolution, wo Ideen das Leben der Menschen ändern können, wo jeder das Spiel ändern kann.

WO DIE ZUKUNFT ANFÄNGT

Der Wert eines Geschäfts liegt nicht darin, was es heute tut, sondern darin, was es morgen erreichen will. Das mag vielleicht etwas idealistisch erscheinen angesichts der Fixierung vieler Firmen auf die aktuelle Geschäftsentwicklung, aber tatsächlich interessieren die meisten Investoren und Privateigentümer, die nun die Geschäftswelt dominieren, sich für die Zukunft. Sie hoffen nämlich, dass ihre Investitionen durch zukünftige Gewinne wachsen.

Den meisten Unternehmensführern steht das Wasser bis zum Hals. Sie müssen sich abstrampeln, um zu überleben und den Status quo zu erhalten. Dies kann nur zu einem Rückgang der Einnahmen führen. Die scharfsinnigeren Unternehmensführer haben den Überblick und wissen, wohin die Reise geht. Sie verstehen es, sich den täglichen Wandel ihrer Umwelt zunutze zu machen, indem sie neue Bedürfnisse und Erwartungen, die neuen Mitbewerber und Herausforderungen, Chancen und Möglichkeiten erkennen.

Die besten Unternehmen gehen dahin, wo die Zukunft ist.

Sie sind innovativ, bevor sie abgehängt werden. Sie verkaufen, bevor sie wertlos werden. Sie erkennen, dass der bestehende Erfolg zunehmend auf veralteten Überzeugungen beruht, auf einer einst profitablen Nische, die mittlerweile zum Mainstream geworden ist, auf früheren Innovationen, die weitläufig imitiert werden, auf einer mittlerweile nicht mehr relevanten Wirtschaftlichkeit durch Massenproduktion, auf einem nicht mehr existenten zeitweiligen Monopol.

Wenn wir die Verlagerungen und Trends, die unerschlossenen Märkte und technologischen Durchbrüche, die neuen Haltungen und Verhaltensweisen erkunden, müssen wir eine andere Denkweise lernen.

Der Wandel erfolgt exponentiell. Wir müssen also auf den Zug aufspringen, solange dies möglich ist. Schwimmen Sie mit der neuen Welle oder noch besser, lernen Sie, mit den aufeinanderfolgenden und häufigeren Wellen des Wandels zu schwimmen.

Wenn wir uns die Unternehmen in unserem Umfeld ansehen, die etablierte Positionen infrage stellen, Konventionen erschüttern und müde Konsumenten aufwecken, dann sind das nicht die großen Unternehmen, sondern die kleinen. Es sind eher die flexiblen Schnellboote als die stetigen und stabilen Supertanker.

Die Herausforderung ist extrem. Sie verlangt, dass wir überdenken, wohin wir gehen und wie wir dorthin kommen, anstatt uns an dem festzuklammern, was uns einmal groß gemacht hat.

In einer schnellen, vernetzten Welt, die komplex und unsicher ist, kann ein Unternehmen, das dauerhaft erfolgreich bleiben will, nicht darauf hoffen, einfach wie bisher weitermachen zu können. Es muss mehr tun oder es muss anders an die Sache herangehen.

WIR SIND ALLE IM IDEENGESCHÄFT

In Hongkong gibt es ein großartiges, 100 Jahre altes Unternehmen, das unser zukünftiges Potenzial aufzeigt. Während eines Großteils des letzten Jahrhunderts hatten Li & Fung sich auf die kostengünstige Produktion von Textilien konzentriert. Das war, bevor die Lohnkosten stiegen und Länder wie Indonesien eine viel niedrigere Kostenbasis erreichen konnten. Das Unternehmen erfand sich neu als ein virtuelles Ressourcennetzwerk, das Marken dabei half, im Hinblick auf Know-how, Qualität und Preis die richtigen Geschäftspartner zu finden.

Sie können heute in eine Filiale von Li & Fung in São Paulo oder Istanbul, Barcelona oder Toronto – oder in irgendeines der 300 Büros in über 50 Ländern – gehen und das kleine Team aus Sourcing-Experten wird Ihnen dabei helfen, die besten Designer, Hersteller und Händler für Ihre Marke zu finden. Jedes Paar Levi’s-Jeans, das Sie kaufen, wird mithilfe von Li & Fung hergestellt, und etwa 40 Prozent der weltweiten Textilproduktion. Wenn Sie einen Kredit benötigen, findet die Firma einen Investor für Sie, und wenn Sie jemanden für die Verkaufsförderung, die Sachbearbeitung oder den Kundenservice benötigen, kann sie ebenso den richtigen Partner für Sie finden. Die Vergütung ihrer Dienstleistungen kann auf Basis von Gebühren oder Provisionen erfolgen oder es kann beides miteinander kombiniert werden.

Tatsächlich brauchen Sie nur eine gute Idee. Gehen Sie damit zu Li & Fung und lassen Sie sich bei der Umsetzung helfen.

Diese Ideen sind nicht das Produkt jahrelanger Erfahrungen. Sie stammen nicht aus großen Unternehmen mit Tausenden von Angestellten, nicht aus rigorosen „Big Data"-Analysen und wissenschaftlichen Laboren. Das alles kann zwar helfen, aber auch hinderlich sein. Frische Sichtweisen sind konventioneller Weisheit überlegen, jugendliche Einsichten passen gut zu den Märkten, die auf die jüngere Generation ausgerichtet sind, die Intuition der rechten Gehirnhälfte ist der Intelligenz der linken Gehirnhälfte ebenbürtig, und eine Zusammenarbeit erzielt bessere Ergebnisse.

Und dabei haben wir noch nicht einmal Steve Jobs erwähnt. Angefangen beim revolutionären Apple Mac, der das Computerwesen grundlegend verändert hat. Dann kamen der iPod, das iPhone, das iPad. Nicht nur unglaubliche Produkte mit schönen Designs, sondern neue Geschäftsmodelle, die völlig neue Märkte schaffen und die Welt verändern.

Oder James Dyson mit seinem beutellosen Staubsauger. Ratan Tata mit seinem extrem billigen Nano-Auto. Amancio Ortega mit seiner Modemarke Zara. Oder wenn wir weiter in die Vergangenheit zurückgehen … Henry Ford, Marie Curie, Thomas Edison, Pablo Picasso, die Beatles, Nicolas Hayek, Ted Turner und viele andere.

Großartige Ideen sind das Ergebnis besseren Denkens.

Wir müssen denken – Dinge anders sehen und andere Dinge tun –, um für neue Möglichkeiten offen zu werden und unsere neuen Konkurrenten zu übertrumpfen.

Größer denken Die Märkte, in denen wir uns befinden, neu definieren, unsere Marken in nützlicheren Kontexten neu ausrichten, neue Erfolgsstrategien schaffen.

Klüger denken Sich wieder auf die besten Kunden und Kategorien konzentrieren, alle Aspekte unseres Geschäfts neu erfinden, sich mit neuen Partnern zusammentun.

Schneller denken Die Leute mit neuen Ideen motivieren, auf die neuen Prioritäten und Wünsche von Kunden eingehen und gemeinsam mehr erreichen.

Es gibt heute nicht nur einen höheren Vernetzungsgrad und diesem Zweck dienende Software-Anwendungen, soziale Netzwerke und künstliche Intelligenz, sondern wir leben nun in einer Welt, in der zwischen den Menschen insgesamt eine größere Gleichheit herrscht und sie einen unbeschränkteren Zugang zu Informationen haben. Die Menschen verfügen daher über mehr Wissen und Fertigkeiten als jemals zuvor.

Die einzigen Beschränkungen sind wirklich nur noch in unseren Köpfen.

Zurück zu unserer Ideenschmiede Google X. Dort lautet das Mantra: „Warum sollten wir versuchen, es nur zehn Prozent besser zu machen, wenn wir es zehn Mal besser machen können?"

Es zehn Mal besser zu machen bietet viel mehr als nur einen temporären Wettbewerbsvorteil. Es hat vielmehr das Potenzial, das Spiel zu ändern. Der Aufwand, der nötig ist, um in einem größeren Rahmen zu denken, um radikalere Innovationen durchzuführen und diese schneller umzusetzen, ist im Verhältnis zu den Vorteilen relativ klein.

Dazu ist jedoch noch eine weitere Voraussetzung erforderlich: anders zu denken.

Apple oder vielmehr seine Werbeagentur Chiat Day hat die Wendung „Think different" geprägt, aber sie gilt heute mehr denn je. Die besten Unternehmen spielen heutzutage nicht nur das Spiel, sondern sie denken größer und besser, klüger und schneller, um das Spiel zu ändern.

2VERÄNDERN … DAS SPIEL ÄNDERN

DIE WELT VERÄNDERN, DAS SPIEL VERÄNDERN

DIE WELT VERÄNDERN

Die Zukunft ist keine Fortsetzung der Gegenwart, sie ist vielmehr wild und unberechenbar, vielfältig und nicht kontinuierlich. Unternehmen können den heutigen Erfolg nicht in die Zukunft extrapolieren und hoffen, morgen auf die althergebrachte Weise zu gewinnen. Selbst wenn Sie das tun, werden Sie von der Konkurrenz überrollt, die Ihr Geschäftskonzept nachahmt und versucht, dasselbe Spiel zu spielen.

Ebenso wie die Welt sich mit einer unglaublichen Geschwindigkeit auf fantastische und unerwartete Weise verändert, müssen Unternehmen lernen, sich zu verändern – das neue Spiel zu spielen oder, besser noch, ihr eigenes Spiel zu spielen. Um Märkte in ihrem eigenen Sinne zu gestalten, um Geschäftsmodelle zu schaffen, die zu ihnen passen, um Kunden an sich zu binden und sie zu größeren Erfolgen zu befähigen. Das meine ich, wenn ich davon spreche, das Spiel zu verändern.

Die Turbulenzen an den Finanzmärkten, die Bankenzusammenbrüche und die Staatspleiten sind die Todesschreie einer sich ändernden Welt. Wir erkennen, dass sich eine Neuordnung der Märkte und der Macht vollzieht. Inmitten der Erschütterungen gibt es neue Gewinner und Verlierer. Im Jahr 2014 wuchs Chinas reales Bruttoinlandsprodukt um 7,1 Prozent gegenüber 0,9 Prozent in Europa. Von Kolumbien bis Indonesien florieren die Schwellenländermärkte.

Während Samsung seine Smart Watch auf den Markt bringt, Peking weltweit als führende Stadt im Bereich der erneuerbaren Energien betrachtet wird, Shenzen sich zur neuen Wall Street entwickelt, die besten Webdesigner in Hyderabad und die besten Modedesigner in Buenos Aires zu finden sind, erkennen wir, dass auch im Hinblick auf die besten Geschäftsideen eine schnelle Verlagerung stattfindet. Diese aufstrebenden Wachstumsmärkte sind nicht mehr nur die Quelle kostengünstiger Zulieferprodukte und ein Markt für billige Konsumgüter. Sie verfügen auch über gut ausgebildete junge Leute, Investitionskapital und frei verfügbares Einkommen – und vor allem über Ehrgeiz.

Jeder Markt ist vom Wandel getrieben, von fundamentalen Machtverlagerungen und globalen Trends, von höheren Kundenerwartungen und neuen Wettbewerbsquellen. Die Machtverlagerungen sind wirtschaftlicher und politischer, aber auch demografischer und kultureller Art. In einer vernetzten Welt überschreiten Trends und Erwartungen sofort die Grenzen. Selbst die am stärksten lokal oder traditionell geprägten Märkte sind nicht dagegen immun. Kinder in Afrika wollen das neueste Computerspiel ebenso sehr wie diejenigen in Kalifornien, arabische Verbraucher wollen globale Mode und Fertiggerichte, während lokale Marktstände in Europa sich auf frische, biologisch angebaute und exotische Agrarerzeugnisse konzentrieren.

Technologien stoßen diesen Wandel an und fördern ihn. Die Leistungsfähigkeit von Computern nimmt weiter exponentiell zu, ein iPhone ist klüger als ein Spaceshuttle, durch Mobilfunkgeräte, die von der Cloud-Speicherung unterstützt werden, erfolgt eine grundlegende Veränderung dahingehend, wo und wie wir Geschäfte machen. Gleichzeitig finden die bedeutendsten technischen Durchbrüche in der Genetik, der Robotertechnik und der Nanotechnologie statt.

Das gegenwärtige Jahrzehnt wird im Hinblick auf bahnbrechende Veränderungen einzigartig sein. Während die Weltbevölkerung mit zunehmendem Tempo auf 7,7 Milliarden anwachsen wird, bevor das Wachstum sich verlangsamt, wird eine Machtverlagerung stattfinden. An die Stelle der G7 werden die E7 (das sind die BRIC-Länder plus Indonesien, Mexiko und Türkei) treten. Noch dramatischer ist das Wachstum des weltweiten Wohlstands angesichts der Tatsache, dass das weltweite Bruttoinlandsprodukt sich zwischen 2010 und 2020 von 62 Billionen Dollar auf 90 Billionen Dollar erhöhen wird. Die Verlagerung hat jedoch keinen linearen Charakter, es ist keine bloße Fortsetzung der heutigen Situation, sondern beinhaltet eine fundamentale Neuordnung – Sie können sich diese Neuordnung wie ein Kaleidoskop vorstellen. Inwieweit man sich diesen globalen Strudel zunutze machen und die damit verbundenen Chancen ergreifen kann, wird entscheidend dafür sein, ob man zu den Gewinnern oder Verlierern zählt.

Kaleidoskop-Märkte

Von West nach Ost Die Verlagerung ist intellektueller, kultureller und wirtschaftlicher Natur. Sie wird auch vom Norden in den Süden erfolgen (der Aufstieg Afrikas), vom Lokalen zum Globalen (keine Grenzen) und ebenso vom Globalen zum Lokalen (entsprechend dem Prinzip, sich selbst treu zu bleiben). Vergleichen Sie die Entwicklung von AirAsia mit der von American Airlines, das Wachstum von Tata mit dem Niedergang von GM.

Von Groß nach Klein Die Verlagerung begünstigt die Schnellen und Agilen, nicht die Langsamen und Beständigen. Kleine Unternehmen übertrumpfen große. Die Leute vertrauen kleinen Unternehmen auch mehr. Das beste Beispiel ist der Trend zu kleineren Hotels, der von Sheraton und Hilton zu Aloft und Airbnb führt. Als Facebook im Jahr 2012 Instagram für eine Milliarde Dollar übernahm, hatte Instagram nur 13 Mitarbeiter.

Von Größe zu Zielgruppenorientierung Erfolg wird weniger durch Größe und Marktanteil definiert als durch die Fähigkeit, sich auf profitable Nischen und spezifische, individuelle Kundenbedürfnisse anstatt auf den Massenmarkt auszurichten. Denken Sie an die zunehmende Fragmentierung der Medien auf bestimmte Interessengebiete und multiple Plattformen, die relevanter und profitabler sind.

Von Fertigkeiten zu Ideen Der Wandel vom industriellen zum digitalen Zeitalter bedeutet, dass Fertigkeiten in den Hintergrund rücken und Ideen immer wichtiger werden. Infolgedessen hat der menschliche Aspekt in einer technisierten Welt eine stärkere Bedeutung gewonnen. Denken Sie an allseits bewunderte Unternehmensführer wie Branson und Buffet, die klug ihre Ziele verfolgen, aber sich gleichzeitig treu bleiben.

Vom Ich zum Wir Hier geht es um den Wandel vom Einzelgängertum zur Kooperation, um die Wertschätzung von Vielfalt und Engagement, um Vernetzung und Zusammenarbeit mit dem Ziel, klügere Denkergebnisse und schnelleres Handeln zu ermöglichen. Es ist Zeit, sich mit Handelsplattformen wie Alibaba, Netzwerken wie Linked-In und Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter zu beschäftigen.

Von Drücken zum Ziehen Wesentliche Aspekte dieses Trends sind die Verlagerung vom Nachfrageüberhang zum Angebotsüberschuss, die Macht der Kunden und die Stärkung der Verbraucher. Es reicht nicht, anders zu sein, wir müssen auf spezifische Weise relevant, kontextbezogen und nachfrageorientiert sein. Denken Sie an Amazon, Google oder sogar den Pizzaservice.

EXPONENTIELLE BESCHLEUNIGUNG

Das Tempo und die Auswirkungen des Wandels sind nicht nur schnell und unerbittlich, sondern auch exponentiell. Der Wandel multipliziert sich weiter. In Zusammenhang mit der kontinuierlichen Vervielfachung der Computerleistung, der niemals endenden Suche nach dem Besseren und Schnelleren und der fortgesetzten Obsoleszenz von Geräten bauen die Innovationen aufeinander auf, wobei jede exponentiell wächst und die eine die nächste vergrößert.

Netzwerke haben die exponentiellste Wirkung überhaupt, indem sie Ideen und Fertigkeiten, Macht und Potenzial verbreiten.

Die Zukunft wird einerseits volatiler und unsicherer sein, andererseits aber auch dynamischer und unwirklicher. Die Auswirkungen des Wandels in einer vernetzten Welt sind schnell und weitreichend, insofern der technologische Fortschritt neue Chancen eröffnet, die heute noch kaum absehbar sind. Die Komplexität nimmt ständig zu und zwingt uns, einen praktisch unbegrenzten Informationsfluss sinnvoll zu verarbeiten. Es wird oft zu Brüchen kommen, Spannungen werden verlagert, und der Wandel nimmt exponentiell zu. Zwar mag die zunehmende Vieldeutigkeit beunruhigend wirken, aber andererseits bietet das Paradoxe unglaubliche Chancen.

Wenn Astronauten aus dem Weltraum zurückkehren, staunen sie über die neue Perspektive auf unseren Planeten, die sie gewonnen haben – wie klein er in der Weite des Weltraums wirkt und wie einzigartig und zerbrechlich die Ökosysteme erscheinen, die das Leben auf ihm ermöglichen. Das kann unsere Haltungen hinsichtlich unserer Prioritäten, unserer Problemlösungsstrategien und des Ausmaßes unserer Ambitionen und potenziellen Einflussnahme verändern.

Wir müssen lernen, größer zu denken, unsere Perspektive neu auszurichten, vernetzt zu denken, die Ursachen und Auswirkungen unserer Systeme zu verstehen.

Das globale Bruttoinlandsprodukt wird der Weltbank zufolge schätzungsweise von 62 Billionen Dollar im Jahr 2010 auf über 90 Billionen Dollar im Jahr 2020 steigen. Die Volkswirtschaften Chinas und Indiens werden in diesem Zeitraum ihren Wert verdreifachen. China wird dabei Amerika als die größte Wirtschaftsmacht der Welt ablösen. Gehen wir noch weiter in die Zukunft bis ins Jahr 2050, dann werden die alten G7, die bisher bedeutendsten Industrienationen der Welt, insgesamt nur halb so viel wert sein wie die E7-Länder (zu denen neben Indien und China noch Brasilien, Indonesien, Mexiko, Russland und die Türkei gehören).

Nicht nur die wirtschaftliche Macht wird sich nach Asien verlagern, sondern auch der politische Einfluss und die militärische Stärke. Mit dem dramatischen Anstieg der Weltbevölkerung auf 7,5 Milliarden Menschen werden die Verbraucher aus den neuen niedrigen und mittleren Einkommensschichten den meisten Einfluss auf die Märkte haben. Die zunehmende Nachfrage nach Öl und Gas, nach Lebensmitteln und frischem Wasser, Metallen und Land wird Preisschwankungen und politische Spannungen zur Folge haben. Das globale Ölfördermaximum wird im Jahr 2021 erreicht sein. Danach rechnet man mit einem Rückgang der Vorräte, was das Problem verschärfen wird, während der CO2-Ausstoß und die Meeresspiegel weiter steigen werden.

Es gibt eine starke Landflucht und ein Bevölkerungswachstum in den Städten, damit einhergehend einen Rückgang der Beschäftigten in der Landwirtschaft und eine Zunahme der Erwerbstätigen in der Industrie. Infolgedessen kommt es zu starken Veränderungen der Landschaft und der Demografie sowie zu einem enormen Druck auf die Infrastruktur. Die Generation der Babyboomer hat eine höhere Lebenserwartung und die überalterten Bevölkerungen der Industrienationen brauchen mehr medizinische Versorgung, während die jungen Bevölkerungen der Wachstumsmärkte eine bessere Bildung benötigen. Sie werden sich aufgrund ihres hohen Nachholbedarfs an Innovationen und unternehmerischem Wohlstand auch die neuen Technologien schneller zu eigen machen.

Die GRIN-Technologien (Genetik, Robotertechnik, künstliche Intelligenz und Nanotechnologie) werden dabei die stärksten disruptiven Innovationen aufweisen. Ein noch größerer Treiber von Märkten und Marken werden aber vielleicht die Träume und Erwartungen von Verbrauchern sein – neben der Fantasie der nächsten Unternehmergeneration, die versuchen wird, diese auf neue und gewinnbringende Art und Weise zu erfüllen.

Die sinnvolle Gestaltung der Zukunft erfordert eine unkonventionelle Denkweise. In der Vergangenheit zogen wir Trennlinien, um ruhig verlaufende Entwicklungen in die Zukunft fortzuschreiben. Wir können jedoch die Zukunft von Smartphones nicht als eine schrittweise Weiterentwicklung der heutigen Modelle voraussagen, da wir die Geräte in Zukunft vielleicht an unseren Handgelenken und unserer Kleidung tragen werden oder sie in unser Sehen und Denken integriert werden. Nokia hat erfahren müssen, dass ein Unternehmen selbst aus einer beherrschenden Marktposition heraus in nur fünf Jahren in der Bedeutungslosigkeit versinken kann.

NEUE CHANCEN FINDEN

Die Idee, die Vergangenheit zu extrapolieren, um die Zukunft zu verstehen, auch in nicht linearer Weise, funktioniert nicht mehr. Das Tempo des Wandels, die wesentliche Veränderung der Potenziale, schafft eine Zukunft, die in drastischer Weise anders und besser ist als unsere Vergangenheit.

Die Innovationen entwickeln sich in einem unglaublichen Tempo. Es fällt mir schwer, mich an das Leben vor fast zehn Jahren zu erinnern, als ich kein Online-Shopping machen konnte, die Zeitung nicht auf dem Tablet lesen konnte, nicht einfach ein schickes Auto für einen Tag mieten und nicht unbegrenzt kostenlose Musik anhören konnte. Das Aufkommen neuer Materialien wie Graphen, die Umstellung von Netzen auf eine superschnelle Bandbreite, die extreme Verkleinerung von Halbleitern – all das wirkt zusammen, um schnell eine unglaubliche Zukunft zu schaffen.

Das „Internet der Dinge", wo physische Objekte wie Bierflaschen oder Straßenlaternen digital vernetzt sind, wird unsere Umwelt intelligenter, personalisierter und bequemer machen. Intelligente Thermostate kontrollieren bereits die Temperatur in unseren Wohnungen, ohne dass wir einen Gedanken daran verschwenden müssen, Autos können sich gegenseitig vor Staus warnen, Drohnen werden im Krieg eingesetzt und Pflanzen können Textnachrichten oder Tweets schreiben, dass sie Wasser brauchen.

Die Research-Firma Gartner glaubt, dass im Jahr 2020 über 30 Milliarden „Dinge" online verfügbar sind, ein 15-Billionen-Dollar-Markt. Darpa, die Innovatoren in der Rüstungsindustrie, haben den Laufroboter AlphaDog entwickelt, der 32 Kilometer ohne Pause gehen kann. Die Google-Datenbrillen werden Aktionen durch Augenbewegungen ermöglichen. Samsung entwickelt Telefone mit einem Tastsinn und Computer, die riechen können. Es gibt unzählige Geschichten von neuen Möglichkeiten, beim „Gamechanging" geht es darum, sie in die Realität umzusetzen.

Mit mobilen Lösungen sei es im Bankwesen, beim Shopping oder im Gesundheitswesen – wird der Strategieberatung Bain zufolge im Jahr 2020 ein Umsatz von 4,5 Billionen Dollar gemacht werden. Voraussetzung dafür wird aber die Verfügbarkeit besserer und schnellerer Netze sein. Eine Option liegt im Ausbau des WLAN-Netzes basierend auf viel schnelleren und zahlreicheren Sendern in urbanen Gegenden. So wird es in bevölkerungsreichen Städten wie Seoul und Tokio gemacht. Unterdessen hat die Firma Chamtech eine radikalere Lösung entwickelt – ein Spray-on-WLAN. Dabei handelt es sich um eine Millionen von Nanokondensatoren beinhaltende Flüssigkeit, die auf jede Oberfläche, wie Kleidung und Autos, gesprüht werden kann und überall, wo man sich gerade aufhält, lokale, satellitengestützte Hotspots schafft.

Die Zahl der Flugreisen wird sich laut IATA (International

Sie haben das Ende dieser Vorschau erreicht. Registrieren Sie sich, um mehr zu lesen!
Seite 1 von 1

Rezensionen

Was die anderen über Gamechangers denken

5.0
1 Bewertungen / 0 Rezensionen
Wie hat es Ihnen gefallen?
Bewertung: 0 von 5 Sternen

Leser-Rezensionen