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Die Chroniken der Seelenwächter - Band 6: Spiel mit dem Feuer (Urban Fantasy)

Die Chroniken der Seelenwächter - Band 6: Spiel mit dem Feuer (Urban Fantasy)

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Die Chroniken der Seelenwächter - Band 6: Spiel mit dem Feuer (Urban Fantasy)

Bewertungen:
4/5 (1 Bewertung)
Länge:
173 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
6. Feb. 2015
ISBN:
9783958340671
Format:
Buch

Beschreibung

Joanne hat es geschafft. Sie ist ins Haus der Seelenwächter eingedrungen, um die Pläne ihres Meisters voranzubringen. Jess kämpft um ihr Überleben, denn Joanne scheut vor keiner Grausamkeit zurück, um ihr Ziel zu erreichen. Während sie im Haus der Seelenwächter alles vorbereitet, treibt Ralf grausame Spiele mit seinem Bruder.
Auch Jaydee findet sich in einer gefährlichen Situation wieder. Er ist fernab seiner Freunde in einem fremden Ort gestrandet. Um zurück nach Hause zu kehren, muss er sich mit jemandem verbünden, der nicht mit offenen Karten spielt. Das Spiel mit dem Feuer beginnt. Und nicht alle werden diesen Kampf mit den Flammen überleben.

Magie, Mystery, gefährliche Rätsel und eine dramatische Liebe definieren den ewigen Kampf zwischen den Seelenwächtern und
den Schattendämonen. Nicole Böhm verknüpft uralte Sagen mit Ereignissen der Gegenwart.

Die Serie erscheint monatlich als E-Book mit ca. 120 Seiten Umfang.
Alle zwei Monate werden die E-Books als Taschenbuch gedruckt.
Herausgeber:
Freigegeben:
6. Feb. 2015
ISBN:
9783958340671
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Die Chroniken der Seelenwächter - Band 6 - Nicole Böhm

Table of Contents

„Spiel mit dem Feuer"

Was bisher geschah

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

9. Kapitel

10. Kapitel

11. Kapitel

12. Kapitel

13. Kapitel

14. Kapitel

15. Kapitel

16. Kapitel

Vorschau

Nachwort

Zwei neue Charaktere

Glossar

Impressum

Die Chroniken der Seelenwächter

Band 6

„Spiel mit dem Feuer"

von Nicole Böhm

Was bisher geschah

Auf der Suche nach ihrer verschollenen Mutter bricht die junge Jess in eine Kirchenruine ein. Sie möchte den Geist des toten Pfarrers beschwören, kennt er doch möglicherweise das Geheimnis um deren Verschwinden. Statt Antworten warten nur noch mehr Fragen. Sie lernt die geheimnisvollen Seelenwächter kennen, die seit Jahrtausenden unerkannt unter den Menschen leben und diese vor den Tod bringenden Schattendämonen schützen.

Im Verlauf turbulenter Ereignisse trifft Jess auf Jaydee, einen jungen Mann mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Er ist von Anfang an fasziniert von Jess, doch das erste Zusammentreffen endet in einem Desaster: Er versucht, sie zu töten.

Und nicht nur das: Als Jess nach Hause zurückkehrt, sieht sie sich zum zweiten Mal mit der gefährlichen Schattendämonin Joanne konfrontiert. Sie hält Violet und Jess gefangen und zwingt sie, den Wohnort der Seelenwächter in Arizona preiszugeben. Bei dem Versuch zu fliehen, stirbt Ariadne – Jess' Vormund – durch Joannes Verschulden.

Nach dem Verlust von Ariadne zieht Jess bei den Seelenwächtern in Arizona ein und versucht, ihre Trauer zu verarbeiten.

Kurz darauf gelingt den Schattendämonen der nächste Coup: Sie greifen den Rat der Seelenwächter an und infizieren Ilai mit einem Zauber.

Anna ist beim Stöbern in der Bibliothek in einen Flashback gefallen und durchlebt einen Teil ihrer Vergangenheit von Neuem. In ihren Erinnerungen stößt sie auf Coco. Ein merkwürdiges Mädchen, das hinter einer Nachfahrin Annas her ist, die eine besondere Begabung trägt. Alle Hinweise deuten auf eine Person hin: Jess. Doch sie ist nur ein kleiner Bauteil in Cocos Plänen.

William ist nach Schottland gereist und wird dort mit seiner lebenden Vergangenheit konfrontiert. Sein totgeglaubter Bruder lebt noch und hat sich zu einem Mischwesen aus Schattendämon und Seelenwächter entwickelt. Ralf sinnt auf Rache und scheut vor keiner Grausamkeit zurück. Er betäubt William mit dem Pfeifzauber, den er für die Seelenwächter entwickelt hat.

Während Anna sich von ihrem Flashback erholt, beginnt für Jess das Training mit Jaydee. Langsam kommen die beiden sich näher, doch nach wie vor kann Jaydee Jess nicht anfassen. Auf einem gemeinsamen Ausflug nach Athen sehen die beiden im Fernsehen, wie Coco in einem Museum einbricht. Jaydee begibt sich auf Spurensuche und trifft dabei ein weiteres Mal auf die Fremde aus der Bar. Doch diese verfolgt ihre eigenen Ziele.

1. Kapitel

Jaydee

Die Landung war hart. Ich überschlug mich ein paar Mal, rutschte auf einem sandigen Boden einige Meter und blieb schließlich auf dem Bauch liegen. Mein Shirt und meine Jacke qualmten, meine Haut brannte vor Kälte. Der plötzliche Rauswurf aus dem Portal hatte die Temperaturen so sehr abgesenkt, dass ich Frostbeulen bekommen hatte. Ich hustete und drehte mich auf den Rücken.

Es war Tag, ich lag irgendwo im Freien. Das Meer rauschte, der Boden war feucht. Ein Strand also. Ein paar Meter weiter rappelte sich Keira in die Höhe. Ihre Hände waren nach wie vor hinter ihrem Rücken gefesselt, doch sie kam erstaunlich gut damit zurecht und torkelte Richtung Promenade davon.

Sofort sprang ich auf und rannte ihr hinterher. Sie hörte mich kommen und beschleunigte ihre Schritte. Ich packte sie an ihren Handgelenken und zerrte sie an mich.

»Was zum Teufel hast du getan? Wo sind wir?«

Auch sie hatte Kälte-Verbrennungen, ein dünner Blutfaden lief aus ihrer Nase, quer über ihren Bauch zog sich ein langer Riss durch den Stoff und ihre Haut hatte Schürfwunden. Sie atmete schwer. »Ich … das wollte ich … ich hab nur …« Auf einmal ging ein Zittern durch ihren Körper, ihre Augen verdrehten sich. »Ich bekomme keine … Luft …«

Keira sackte gegen mich. Schweißperlen standen auf ihrer Stirn. Sie versuchte zu atmen, doch es kam nur ein Röcheln heraus. War das ein Trick? Ich lauschte ihrem Herzen. Es raste in einem wilden Stakkato, als wollte es explodieren. Der Rauswurf hatte ihren Körper überfordert. Ich zog den Dolch aus meinem Stiefel und durchschnitt ihre Fesseln. Sie sank kraftlos in meinen Armen zusammen. Ich blickte mich um. Der Strand war fast menschenleer, doch dem Lärm der vorbeifahrenden Autos nach zu urteilen befand sich hinter der Promenade eine Straße.

Ich pfiff einmal. Wenn sich Amir in der Nähe aufhielt, würde er mich finden. Wahrscheinlicher war allerdings, dass er längst zu Hause war. Bei der Reise im Portal legte man binnen Sekunden Tausende von Meilen zurück. Ein Wimpernschlag, und man hatte den Atlantik überquert.

Keira krallte sich in mein Shirt und keuchte dumpf. Sie glühte, während ihre Haut eiskalt war. Ich hob sie auf die Arme und lief mit ihr zur Promenade hoch. Wie weit waren wir vom Kurs abgekommen? Wo waren wir überhaupt? In welchem Land, auf welchem Kontinent? Mit wenigen Schritten erreichte ich die Straße und sah mir die Schilder an. Wir waren in Amerika. Auf den meisten Nummernschildern war ein Delfin oder die Aufschrift »Sunshine State«. Florida also.

Die Straße war zweispurig und mäßig befahren. Ich drehte mich um die eigene Achse. Keiras Herz raste weiter. Auf einmal bohrten ihre Nägel sich schmerzhaft in meinen Oberarm. Sie schnappte nach Luft, verkrampfte ihre Muskeln. Dann erschlaffte sie …

»Hey!«, schrie ich sie an, doch ich erhielt keine Antwort. »Ach verdammt. Komm schon.« Vorsichtig bettete ich sie auf den Gehweg und lauschte erneut in ihren Körper. Ihr Herz schlug nicht mehr und sie hatte aufgehört zu atmen. »Na großartig.«

Ich riss ihre Bluse auf, beugte mich über sie, legte meine Hände zwei fingerbreit über ihr Brustbein und begann mit der Herzmassage. Mikael musste früher regelmäßig an Erste-Hilfe-Kursen teilnehmen. Eigentlich wollte er, dass ich das ebenfalls tat, wobei ich sowieso niemanden hätte wiederbeleben können, wegen meiner Empathie. Also hatte ich mich immer vor den Kursen gedrückt, aber dafür oft genug zugeschaut, um zu wissen, was zu tun war. Wäre Akil hier, hätten wir Keira im Nu wieder fit. Einmal Heilenergie und fertig.

»Oh, mein Gott!«, rief eine Frau plötzlich und hielt neben mir mit ihrem Fahrrad an. »Was ist passiert?«

»Rufen Sie einen Notarzt!«, brüllte ich ihr zu, während ich Keira reanimierte. »Sie lag bewusstlos am Strand.«

»O-Okay«, stammelte sie und zückte ihr Handy.

Die Frau rief um Hilfe und ich kämpfte weiter um Keiras Leben, gab ihr abwechselnd eine Herzmassage und beatmete sie. Auch wenn sie mich ziemlich geärgert hatte, konnte ich sie nicht einfach wegsterben lassen.

Es dauerte keine fünf Minuten, bis ich die Sirenen hörte. Ich blickte kurz auf. Der Krankenwagen kam die Straße heruntergejagt und bremste vor uns. Dann ging alles sehr schnell: Der Notarzt und ein Sanitäter sprangen aus dem Auto und begannen sofort mit der Untersuchung.

»Wie lange ist sie schon weggetreten?«, fragte der Arzt, während der Sanitäter seinen Notfallkoffer auspackte und die Herzmassage für mich übernahm.

Ich stand auf, damit sie mehr Platz hatten. »Ungefähr zwei Minuten.«

»Was ist passiert? Woher hat sie die Brandwunden?«

»Keine Ahnung. Ich bin am Strand spazieren gegangen, als sie mir entgegengeschwankt kam. Dann ist sie umgekippt und ich habe sie auf die Straße getragen.«

»Sind Sie selbst verletzt? Ihr Shirt ist zerrissen.«

Ich blickte an mir hinab. Meine Klamotten hatten einiges abbekommen, aber sonst war natürlich keine Wunde zu sehen.

»Nein, ich bin nur gestürzt. Es ist nicht schlimm.«

»Sie hat Kammerflimmern«, sagte der Arzt und zog einen Defibrillator aus seinem Koffer. »Alle weg.«

Ich beobachtete den Arzt und den Sanitäter eine Weile und lauschte in Keiras Körper. Ihr Herz reagierte noch nicht auf die Behandlung. Der Arzt spritzte ihr ein Medikament und verpasste ihr einen weiteren Schock. So zog sich das Spektakel eine Weile hin. Ich lief auf und ab und wartete, dass die Behandlung anschlug. Wenn überhaupt.

»Achtung«, rief der Arzt.

Keira schnappte nach Luft und riss die Augen auf. Sofort fing sie an, um sich zu schlagen.

»Bleiben Sie ruhig, Ma'am.« Der Sanitäter drückte sie wieder nach unten.

»Wie heißen Sie?«

Ich blieb stehen und wand mich ihr zu. Sie blickte umher, als würde sie irgendetwas suchen, und fing meinen Blick ein. Zum ersten Mal flackerte Unsicherheit in ihren Augen auf. Unsicherheit und Angst.

»Ma'am. Antworten Sie, bitte.«

»Keira …«, stammelte sie. »Keira Bennett.«

»Hatten Sie einen Unfall?«

»Ich … ich weiß nicht.«

»Wir fahren Sie jetzt ins Krankenhaus. Bleiben Sie einfach ruhig liegen.«

Der Sanitäter holte eine Trage und hob zusammen mit dem Arzt Keira sachte darauf. Sie ließ mich währenddessen nicht aus den Augen.

Ich rührte mich nicht. Besser wenn alle dachten, ich wäre tatsächlich zufällig vorbeigekommen. Es würde nicht schwer für mich sein herauszufinden, in welches Krankenhaus sie gebracht würde, und dort könnte ich sie abpassen.

Der Sanitäter wollte Keira gerade in den Wagen schieben, als sie ihn am Arm griff, damit er innehielt. »Er soll mit.« Sie deutete mit dem Kopf auf mich.

Der Sanitäter drehte sich herum. »Das geht eigentlich nicht.«

»Bitte«, sagte Keira erneut.

Ich zog die Augenbrauen zusammen und verschränkte die Arme vor der Brust. Was sollte das?

»Bitte«, sagte sie erneut.

»Also schön«, sagte der Mann schließlich. »Steigen Sie vorne ein.«

Die Fahrt ins Krankenhaus verlief unspektakulär. Ich verhielt mich weiterhin ruhig, damit der Sanitäter mich möglichst schnell wieder vergaß. Schlimm genug, dass er mich noch mal nach meinen zerrissenen Klamotten fragte und ob wirklich alles in Ordnung sei. Nach einer weiteren Versicherung meinerseits gab er es auf, und da ich keine Wunden hatte, gab es an mir auch nichts zu verarzten.

Endlich kamen wir am Krankenhaus an. Keira wurde sofort auf die Intensivstation gebracht und versorgt. Die Schwester am Empfang stellte mir die gleichen Fragen wie der Sanitäter zuvor, ich gab die gleichen Antworten:

Nein, ich weiß nicht, wer die Frau ist.

Ja, ich bin zufällig vorbeigekommen.

Nein, ich bin nicht verletzt.

Diese ganze Aktion ging mir tierisch auf die Nerven, aber ich würde mich benehmen und mitspielen. Solange ich hier war, sollte ich so wenig wie möglich auffallen, und vor allen Dingen musste ich den anderen zu Hause mitteilen, wo ich war. Es kam immer mal wieder vor, dass ein Seelenwächter während des Ritts zwischen den Welten vom Pferd stürzte und irgendwo landete, aber die wussten sich zu helfen. Im Normalfall konnten sie mittels der Elemente andere Seelenwächter verständigen, so wie Akil damals vor dem Club mit Hilfe des Sandes auf dem Spielplatz Ilai kontaktiert hatte. Dummerweise konnte ich das nicht.

Mit diesen Grübeleien hielt ich mich die nächsten zwei Stunden beschäftigt. Ich lief im Wartebereich der Notaufnahme hin und her, trat nach draußen, schnappte frische Luft, ging wieder rein. Mein letzter Besuch in einem Krankenhaus war noch nicht lange her. Damals hatte ich Akil, Will und Anna zurückgeholt. Zum Glück war dieses hier kleiner, nicht so laut und hektisch wie die Notaufnahme in Riverside Springs. Außerdem hatte ich mittlerweile herausfinden können, wo ich war. Der Ort hieß Fort Winston und lag etwa einhundert Kilometer nördlich von Miami. Da ich noch nie von dieser Stadt gehört hatte, bezweifelte ich, dass hier Seelenwächter ansässig waren.

»Mr. Stevens?«, sagte die Schwester auf einmal.

Es war ungewohnt, meinen Nachnamen zu hören. Seit ich mein menschliches Leben mehr oder weniger hinter mir gelassen hatte, musste ich ihn selten benutzen. Ich drehte mich zu ihr um. Es war eine andere Schwester als vorhin. Offenkundig hatte es einen Schichtwechsel gegeben.

»Ja«, sagte ich und lief zu ihr.

Sie war Anfang zwanzig, hatte dunkelblondes langes Haar und recht schöne Gesichtszüge. Außerdem wurde sie rot bis in

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