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Prachtexemplar oder Nervensäge: Die ersten Jahre entscheiden!

Prachtexemplar oder Nervensäge: Die ersten Jahre entscheiden!

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Prachtexemplar oder Nervensäge: Die ersten Jahre entscheiden!

Länge:
222 Seiten
2 Stunden
Freigegeben:
Aug 26, 2015
ISBN:
9783800079391
Format:
Buch

Beschreibung

Mit drei Kindern gilt man mittlerweile als Großfamilie. Kein Wunder, dass die Erwartungen an unsere Kleinen schon von Geburt an besonders hoch sind. Eltern versuchen mithilfe verschiedener Fördermaßnahmen ihre Kinder zu Profisportlern, Topmanagern und Nobelpreisträgern zu erziehen, ohne zu merken, dass sie an den Anlagen und Interessen ihrer Kinder vorbei arbeiten. Dabei ist die Lösung ganz einfach: Neugeboren und Kleinkinder brauchen liebevolle, einfühlsame Eltern, die ihnen ein Gefühl von Sicherheit vermitteln und die angeborene Lernfähigkeit und Lernbereitschaft aufrechterhalten. Wie Sie es schaffen, dass ihr Kind seine Fähigkeiten optimal nützt und sich so auch zu einer stabilen, zufriedenen Persönlichkeit entwickelt, zeigt Erziehungsexpertin Dr. Ingrid Buschmann anhand neuer Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung, verdeutlicht durch zahlreiche praktische Beispiele.
Freigegeben:
Aug 26, 2015
ISBN:
9783800079391
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Prachtexemplar oder Nervensäge - Ingrid Buschmann

anzusehen.

KAPITEL 1

Prachtexemplare fühlen sich in einer anregungsreichen Umwelt sicher und geborgen

Neugeborene und Kleinkinder benötigen das Gefühl, sicher versorgt zu werden, und eine angemessene Stimulation, damit sie sich ihrem Potenzial entsprechend entwickeln können.

NEUGEBORENE BRAUCHEN VOR ALLEM DAS GEFÜHL, SICHER UND GEBORGEN ZU SEIN

Selbstverständlich sind Babys im Allgemeinen bei ihren Eltern oder in entsprechenden Institutionen sicher und gut aufgehoben. Ob sich unsere Kleinen jedoch auch sicher fühlen, das steht auf einem ganz anderen Blatt.

Unsere Neugeborenen kommen – im Gegensatz zu vielen Tierkindern – ziemlich unfertig und hilflos auf die Welt. Es dauert lange, bis sie in der Lage sind, sich selbst zu erhalten und zu schützen. Verständlich also, dass unsere neuen Erdenbürger sich vor nichts mehr fürchten, als alleine gelassen zu werden. Eine enge, harmonische Beziehung zu Mama, Papa, den Großeltern oder anderen ersten Betreuungspersonen ist daher kein Luxus, sondern fast so etwas wie eine biologische Notwendigkeit. Sie dient dazu, das Gefühl von Sicherheit zu etablieren, damit das Baby sich nicht zu einer ängstlichen Persönlichkeit entwickelt und das Kind frei wird, um Neues zu entdecken und zu lernen. Wer von existenziellen Ängsten geplagt ist, konzentriert sich vor allem darauf, sich vor Gefahren zu schützen, Neues zu erkunden tritt dann in den Hintergrund.

So vermitteln Eltern ihrem Baby das Gefühl von Sicherheit

Die Situation eines neugeborenen Kindes ist durchaus vergleichbar mit der eines Menschen am Ende seines Lebens, der vielleicht nur noch seine Klingel benutzen kann, um seinen Pfleger herbeizurufen, und nur hoffen kann, dass dieser aus seiner Mimik und noch möglichen Gestik die richtigen Schlüsse zieht und ihm hilft.

Auch Babys haben nur sehr wenige Möglichkeiten, auf ihre ersten kleinen oder größeren Probleme aufmerksam zu machen. Wenn sie also Hunger oder Durst haben, wenn sie müde sind oder gar Schmerzen haben, so können sie nur mit ihrer Mimik, mit Strampeln, vor allem aber mit heftigem Geschrei auf ihr Problem aufmerksam machen. In dieser ersten Phase ihres Lebens benötigen sie keine tüchtige Pädagogin, keine strenge Mama, sondern vor allem einfühlsame Bezugspersonen, denen es möglichst gut gelingt, ihren Kummer zu verstehen, die angemessen reagieren und so den hilflosen kleinen Geschöpfen die Zuversicht vermitteln, dass immer jemand da ist, der ihnen hilft. Untersuchungen zeigen – wenig überraschend –, dass einfühlsame Eltern ruhigere Babys haben, Babys also, die schon gelernt haben, dass ihre Eltern oder andere einfühlsame Menschen verlässlich sind, und die sich deswegen nicht fürchten müssen, dass sich niemand um sie kümmert.

Dem Neugeborenen das Schreien abgewöhnen?

Wer dem Baby das Schreien möglichst schnell abgewöhnen will, wie das leider in älteren Ratgebern empfohlen wird, um es rasch an bestimmte Fütterungsund Pflegezeiten zu gewöhnen, geht ein hohes Risiko ein. Tatsächlich wird unser kleiner Wurm nach einiger Zeit des heftigen Schreiens und Protestierens nicht mehr weinen. Auch hier hat unser Neugeborenes schnell etwas Neues gelernt, allerdings etwas wenig Hilfreiches. Es weiß nun, dass ihm das Schreien nichts nützt, rein gar nichts. Das Baby liegt dann ruhig in seinem Bettchen, starrt an die Decke und wartet auf seine Pflegeperson. Die versprochene Wirkung tritt also durchwegs ein, wenn Eltern nur konsequent das Weinen ignorieren.

Dabei wird jedoch übersehen, dass die Erkenntnis „Was immer ich probiere, ich kann an meiner Situation nichts ändern Gefühle von Angst und Hilflosigkeit erzeugt. Unser Neugeborenes kann alleine tatsächlich nichts an seiner Lage ändern, die einzige Möglichkeit ist der Versuch, zumindest Mama, Papa oder andere ihm vertraute Personen zu „manipulieren.

Diese unangenehmen frühen Gefühle hemmen unseren kleinen Erdenbürger – unter Umständen ein ganzes Leben lang – daran, sich Herausforderungen zu stellen und Neues zu entdecken. Das ist vor allem dann zu erwarten, wenn sich die Lebensumstände des Kindes nicht entscheidend ändern.

Wie wichtig auch noch Kleinkindern ihre Sicherheit ist, kann man ganz gut auf Spielplätzen beobachten. Kleinkinder entfernen sich zwar immer wieder von der „sicheren Basis", also von Mama oder Papa, aber die meisten kehren nach kurzer Zeit wieder dorthin zurück oder werfen zumindest schnell einen Blick auf die Eltern, um sich zu vergewissern, dass sie noch da sind. Auch wenn unser Kleinkind mal so richtig traurig ist, ist der Platz auf Mamas Schoß oder direkt neben ihr noch für lange Zeit der beste Ort, um wieder Mut zu fassen.

Das erinnert durchaus an das Verhalten von Jungtieren, die auch spüren, dass sie ohne den Schutz der erwachsenen Tiere in ihrer Existenz sehr gefährdet wären, und die sich deswegen auch nicht weit von den erwachsenen Tieren entfernen. Je älter Kinder werden, desto umfangreicher werden dann die ersten kleinen Explorationen.

Viele Kinder scheitern später in der Schulzeit möglicherweise schon deswegen, weil sie sich nichts zutrauen. Dieses „Das werde ich nie und nimmer schaffen", dieses Gefühl, nicht tüchtig und intelligent zu sein, führt dann leicht dazu, dass Kinder schulischen Anforderungen aus dem Weg gehen.

Erst der Sicherheitsschirm, den wir über unser Kind ausbreiten, ermöglicht ihm, Neues zu lernen und die Welt auf seine Weise zu entdecken.

Es geht also in dieser frühen Phase des Lebens vor allem um den Aufbau eines Urvertrauens durch eine warmherzige, einfühlsame Fürsorge der Eltern oder einiger anderer wichtiger Menschen.

SAUBER, SATT UND TROCKEN – DAS IST ZU WENIG FÜR EIN NEUGEBORENES

Warum das kleine Hirn schon aktiviert werden muss

Unsere Neugeborenen bringen eine sehr hohe Lernbereitschaft und Lernfähigkeit mit auf die Welt. Nach wenigen Erdentagen hat unser Baby bereits etwas Neues gelernt. Es beginnt schon mit dem Saugen, sobald es in die entsprechende Trinklage gebracht wurde, es weiß schon, dass jetzt bald die gute Milch fließen wird, und die meisten Babys wenden der Mama auch schon ihren Kopf zu und lächeln, sobald sie mit dem Neugeborenen spricht. Nehmen Eltern ihr Baby immer dann hoch, wenn es lächelt, oder streicheln sie es konsequent dann, wenn es die Ärmchen hochstreckt, dann setzt es schon nach ungefähr drei bis vier Monaten gezielt sein Lächeln ein oder streckt die Ärmchen hoch, um die Eltern zu veranlassen, das zu tun, was es will. Man kann dann auch schon die Freude unserer Babys erkennen, nicht nur, weil sie aufgehoben oder gestreichelt werden, sondern auch, weil sie erfolgreich ihre Situation beeinflussen konnten. Sogar die Enttäuschung kann man im Gesicht des Babys ablesen, wenn Mama oder Papa einmal nicht so reagiert, wie es unser Neugeborenes gewohnt ist. Unsere Babys lernen also dann etwas Neues, wenn Eltern auf ihre Verständigungsversuche immer in der gleichen Weise reagieren. Eltern können so schon sehr früh mit ihrem Baby in eine Art rudimentärer Kommunikation treten.

Diese grundlegende Erfahrung, nicht hilflos zu sein und seine Situation beeinflussen zu können, mündet in das Bestreben, die eigene Wirksamkeit immer wieder zu erproben. Die Eltern sind also die Quelle der ersten Wirksamkeitsgefühle.

Das führt nicht nur zu einer besseren Verständigung und damit zu einer stabileren Beziehung zwischen den Eltern und ihrem Kind, sondern stimuliert auch die Entwicklung der angeborenen Intelligenz.

Es gibt inzwischen zahlreiche Studien, die darauf hinweisen, dass die menschliche Intelligenz nicht nur durch die Gene vererbt wird, sondern dass es auch auf das Verhalten von Eltern oder anderen vertrauten Personen ankommt, damit sich eine angeborene Intelligenz und ein erfreuliches Sozialverhalten auch optimal entwickeln können. So zeigen Studien an Heimkindern, die zwar regelmäßig gefüttert und gepflegt wurden, aber ansonsten eher wenig Zuwendung erfahren haben, dass diese Kinder im Durchschnitt deutlich geringere intellektuelle Fähigkeiten haben als Kinder, die in Familien aufwuchsen. Wurden solche Heimkinder später durch entsprechend geschulte Eltern adoptiert, verringerte sich der Abstand.

Die Hirnforschung kommt unabhängig davon zu einem ähnlichen Ergebnis: Sie kann belegen, dass sich bestimmte Hirnareale nur dann entwickeln, wenn die Lernumwelt des Kindes anregend und anspruchsvoll ist, das Gehirn also stimuliert wird.

STIMULATION UND FRÜHFÖRDERUNG – WENIGER IST OFT MEHR

Mit Stimulation ist keineswegs eine „systematische Frühförderung" gemeint, sondern alle Formen liebevoller Zuwendung der Eltern und einiger vertrauter Personen zum Baby. Hier geht es vor allem um viele enge Körperkontakte, wie das Wiegen auf dem Schoß, das rhythmische Schaukeln, das Tragen durchs Zimmer, das Kuscheln und auch das langsame Sprechen und das Lachen mit dem Kleinen, die ersten Spielchen und vieles mehr.

Unser Baby fühlt sich auf diese Weise nicht nur zunehmend sicher, sondern es lernt beiläufig auch viel über die Sprache, die nähere Umgebung, vertraute Personen und so weiter. Alle diese vielfältigen Anregungen stimulieren seine Neugier, seinen Wunsch, die Welt immer intensiver zu entdecken. Solange unser Baby noch nicht krabbeln kann, ist es auf Erwachsene angewiesen, die ihm Sicherheit und Anregung gleichermaßen vermitteln.

Nun werden sich Eltern im Allgemeinen in der oben beschriebenen Weise mit ihrem Kind beschäftigen. Die Gefahr liegt dennoch in der Vernachlässigung dieser wichtigen Anregungen, weil bislang die Lernfähigkeit unserer Neugeborenen erheblich unterschätzt wurde. Vor allem sogenannte „schwierige Babys", die am Beginn ihres Lebens ungewöhnlich viel schreien, brauchen viel Geduld. Sie reagieren weniger auf Kontaktversuche der Eltern und hier besteht immer die Gefahr, dass auch sehr liebevolle Eltern die Kommunikationsversuche mit ihrem häufig schreienden Baby irgendwann abbrechen (vgl. Kap. 2).

Warum eine von Eltern initiierte Frühförderung Babys und Kleinkindern mehr schaden als nützen wird

Spezielle Lernprogramme für Babys und Kleinkinder, die nicht den Wünschen und Interessen der Kinder entsprechen, führen dazu, dass diese schnell das Interesse verlieren und das vielleicht mühsam Gelernte auch schnell wieder vergessen, eben weil es ihnen nicht nützlich und interessant erscheint. Damit ist immer die Gefahr verbunden, dass die natürliche Neugier und die damit verbundene Motivation, die für sie neue Welt erkunden zu wollen, zerstört wird. Statistische Untersuchungen zeigen mehr oder weniger deutlich, dass gezielte Lernprogramme in der frühen Kindheit ohne dauerhafte Wirkung bleiben.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommen auch neurobiologische Untersuchungen. Das Fazit des Neurobiologen Gerald Hüther: Unser Gehirn hat einen unbestechlichen Selbstorganisationsmechanismus, es lernt nur das, was für uns wirklich bedeutsam ist.

Damit verbunden ist hingegen immer die Gefahr, dass Kinder schon sehr früh die Freude daran verlieren, etwas Neues zu lernen. Spätere Schulprobleme können dann die Folge sein.

Es geht für Eltern darum, dem Kleinen viele Möglichkeiten zu eröffnen sich selbstständig zu betätigen und es dabei schon ein wenig zu beobachten, um herauszufinden, was ihm gefällt.

Babys und auch Kinder im Vorschulalter haben diese von der Natur vorgegebene, höchst eigenwillige, sehr individuelle, aber auch sehr effektive Art, sich neues Wissen und neue Fähigkeiten anzueignen. So erlernen sie zum Beispiel die Muttersprache – im Gegensatz zum späteren Fremdsprachenerwerb – völlig unsystematisch aus den Gesprächen mit ihrer Familie und ihren Freunden. Sie müssen nicht dazu angehalten werden, sie lernen keine Vokabeln, pauken keine Grammatik, sondern sie haben eine sehr persönliche Art zu lernen und sie ergreifen dabei selbstständig die Initiative. Sie saugen quasi wie ein Schwamm ständig neue Lerninhalte auf, sofern wir ihnen viele Lerngelegenheiten anbieten.

Eltern können sich selbst also getrost eine fröhliche, unbefangene Zeit mit ihren Kindern gönnen und ihnen so eine Kindheit ermöglichen, an die sie sich später im Erwachsenenalter noch gerne erinnern. Es genügt in dieser Zeit vollkommen, sich im normalen Umfang mit dem Nachwuchs zu beschäftigen, ihm viele Anregungen zu bieten, seine Neugier aufzugreifen, zu befriedigen und auf seinen Drang, die Umwelt zu erkunden, so weit wie möglich einzugehen.

Wer ist nun verantwortlich dafür, dass unser Baby sich sicher fühlt und auch ausreichend stimuliert wird?

Der „Vater" der Bindungstheorie, Sir John Bowlby, ging noch von der einseitigen Mutter-Kind-Bindung in den ersten zwei Jahren aus. Tatsächlich kümmern sich heute noch Mütter mehr um ihr Baby als Väter, auch wenn beide gleichermaßen berufstätig sind. Wer bereitet dem Baby das Essen? Wer füttert und pflegt das kleine Baby, geht zum Doktor und bringt das Kind in die Krabbelstube? Unsere Beobachtungen scheinen Bowlby recht zu geben.

Die neuere Forschung zeigt aber auch, dass heute viele Babys sowohl zur Mutter als auch zum Vater gleichermaßen eine enge soziale Beziehung entwickelt haben.

Die Qualität der Bindung zwischen Vater und Baby hängt nach den Längsschnittstudien eher davon ab, inwieweit er das Bedürfnis des Babys nach Stimulation befriedigt. Väter sind den Erhebungen zufolge eher zuständig für ein körperbetontes Spiel, für kleinere Ausflüge, Experimente, Gespräche und Ähnliches. Sie unterstützen also mehr das Bedürfnis des Kindes, die neue Welt und ihre Möglichkeiten zu entdecken, und das noch bis weit in die Pubertät hinein.

DER LOHN FÜR MAMAS UND PAPAS MÜHEN: EINE INNIGE, LIEBEVOLLE BEZIEHUNG ZU IHREM KIND

Ohne eine innige Beziehung zwischen den Eltern und ihrem Kind werden die Ergebnisse der elterlichen Bemühungen, ihr Kind zu erziehen, defizitär bleiben, das heißt, es wird viel Streit und Auseinandersetzungen geben. Es nützt bei der Erziehung eines Kindes wenig, wenn Eltern sagen: „Ich meine es ja nur gut mit dir", sondern die Kinder müssen es mehr oder weniger täglich spüren. Verstehen sie zum Beispiel das Verbot der Eltern, am Ofen zu spielen, als eine Maßnahme, sie vor Gefahren zu schützen, werden sie leicht den Eltern folgen. Ohne dass es die Eltern aussprechen müssen, wissen diese Kinder, dass die Eltern es gut mit ihnen meinen, und sie vertrauen ihnen. Das wird uns besonders gut gelingen, wenn wir bereits im ersten Lebensjahr diese innige, vertraute Beziehung zu unserem Kind verankern konnten.

Kinder, die sich nicht sicher sind, ob die Eltern es gut mit ihnen meinen, können Verbote leicht als unnötig oder gar willkürlich erleben. Die Eltern erscheinen ihnen in solchen Situationen eher als Feinde, gegen die man sich hin und wieder wehren muss, denn als Freunde, denen man, auch wenn man sich momentan ein wenig ärgert, besser folgen sollte.

Wenn ein Baby spürt, dass seine erste große Liebe in diesem Leben nicht erwidert wird, weil es bei seinen ersten sozialen Kontakten vorwiegend auf Unverständnis, Abweisung oder Gleichgültigkeit stößt, dann wundert es nicht, dass die meisten Untersuchungen zeigen, dass sich solche basalen Erfahrungen noch bis ins Erwachsenenalter auswirken. Man geht hier davon aus, dass sich diese ersten Erfahrungen quasi wie ein Muster für alle zukünftigen sozialen Beziehungen eingeprägt haben. Solche Kinder wirken eher aggressiv, reagieren leicht impulsiv und haben deutlich weniger Kontakt zu Gleichaltrigen. Ganz offensichtlich erwarten diese Kinder in sozialen Situationen eher, dass sie zurückgewiesen werden, und sie misstrauen den freundlichen Versuchen einer Kontaktaufnahme durch andere Erwachsene oder Kinder.

Umgekehrt macht ein Baby, dass schon bald eine innige und sichere Beziehung zu seinen Eltern entwickeln konnte, zunächst einmal die basale Erfahrung, dass sich soziale Kontakte angenehm anfühlen und wünschenswert sind. Das wirkt sich natürlich positiv auf das Sozialverhalten der Kinder aus. Hier zeigen die entsprechenden Untersuchungen, dass solche Kinder sozial engagierter sind, unter Gleichaltrigen mehr Führungspositionen

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